Wfl. v. Iazdzewski (Dose) bringt btt bekannten bosnischen Beschwerden vor. An einen Aufstand bei unS hatten bie Polen nie gedacht, vielmehr alleS Widerwärtige mit Geduld ertragen.
Äbg. v. Hodenbera (Welfe) plädiert für eine anderwene Bereclmnnfl der Matrikularbeiträge. WaS die flotte anlange, so bewilligten seine frrcimbe alles, was zur Derteidigung not- wrndig fei. Die preußische Politik, die noch setzt nach niuvland hinneige, sei stets etwaS slawisches gewesen, w^nrch ihr moralische Eroberungen unmöglich gewesen seien. Redner bedauert zum Schluß noch den KonsessionShader im Reiche.
Äbg. Ricklin (Els.l erklärt, was für die Samerimg des Reiches und seine Wehrkraft nötig sei, müsse unbedingt be- willigt werde,r. (Bravo.) In Elsasz-Lotbringen habe man mit Entsetzen gesehen, wie nahe uns diesen Sommer em M*nea gewesen sei. Unerläßlich sei, daß Elsaß-Lothringen endlich zu zu einem voll bcrerfytifltcn Mitflliede des Reiches werde und endlich volle Autonomie in allen Landessachen erhalte.
Sck-atzsekretär v. Stengel will die Hoffnung noch nicht ausgeben, zu einer Verständigiing zwischen hen verbündeten Regierungen und dem Reiche über die Finanzfrage zu kommen. Latz eine Reichs,Einkommeiistruer von den Regierungen zugestanden werden könn«', daraus solle man sich keine Hoffnungen macl^n. Nunmehr erfolgt Vertagung Morgen 1 Uhr Fortsetzung der l'tat-VeratllNg: außerdem Abstimmung über die Verweisung der Vorlage wegen des englischen Handelsabkommens an die .Kommission, ferner zweite Lesung des bulgarischen Handelsvertrages.
Schluß 6Vj Uhr.
Zum 70. Geburtstage
des Hofpredigers a. D. v. Stöcker am 11. Dezember sandte der Reichskanzler Fürst v. Bülow ein Glückwunschtelegramm. Persönlich gratulierte Prinz Friedrich Heinrich, der auch die Grüße seines DaterS, des Drinzeii Albrecht von Preußen überbrachte. Weiter kamen General v. Werder, Gral v. Zieten-Schwerin, Erz. Dryander, Generalsuverintendent Faber, Vertreter der Stuben,cn- schalt re. Telegramme und Briefe gingen au Hunderten aus allen Landern ein. Am Abend land in dem Festsaale des StadtmissionS- hauleS die Feier im Kreise der Freunde und Verehrer statt. Der Jubilar, der mit seiner Gattin beim Erscheinen begrüßt wurde, nahm aus dem bekränzten Ehrensessel zwischen dem Grafen v. Zieken- Schwerin und einem achtzigjährigen Fräulein v. Bismarck, einer nahen Verwandten des Altreichskanzlers, Platz. In der Versammlung befanden sich Mmister v. Wedel, Graf Äernskorfi mit Gattin, Ministerialdirektor Schwarhkopff, die Abgq. Vurckbardt, Henning, Grigolei», die Professoren Adolf Wagner, Seeberg, Jrmer und Grutzmacher. Ansprachen hielten StadtniisslonSinspektor Pastor Braun, Kammerherr Graf Hohenthal-Dölkau, Pastor Schersen, Prof. Dr. Seeberg, Prof. Dr. Jrmer, Tietrtch v. Lerchen, Frau v. Tobeneck und Stadtmissionar Weber. Ter Jubilar erwiderte für d,e ihm erwiesene Freundlichkeit, lenkte von «einer Perlon zur Sache, die er vertreten habe, ab und verbreitete sich über die MilsionSarbeik als Stadt-, Volks-, Kirchen- und Weltmtfsion. Tie Festgabe der Freunde StöckerS bestand tn seiner Marmorbüste und in einer Adolf St öcker-Stiftttng im Betrage von 40000 Mark zur freien Verfügung des Jubilars.
jluttft und Wi crislsiaft
— Eine Kopenhagener Zeitung veröffentlicht ein des Rordvolfahrers Amundsen aus Eagke in A vonr 10. Dezember. Aus demselben geht unter anderem k>em») daß der dänische Leutnant Goifred Hainen int ?r.-babr einer Schlittenerpedition die große Jnfelgruvve fortonrovhim die a>«S über b n n d e r t I n s e l n besteht, die dtc 2 , , r*'-
K ing DilliatnS-Land und Vietorialand eü2^ Leutnant Hansen vermaß ferner im Friibjahr 1905 die Cftfiift^? Vietorialand bis 72 Grad 10 Thu. tiördlicher Breite, vedttion verließ ihren NeberwinteriingspUitz am 13. '.'luguft und erreichte am 2. Sevtember Kap Sabine, mürbe obejC KingS voint diirch Eis aufaebalten und ift jert bort »u gefroren. Sie überwintert znm dritten male. Alics wolL '
— Profeffor K o ch, der befnimtlich den Nobelpreis« Medizin erhielt, hielt atn 12. d§. Mts. in Stodbolm bif 2? geschriebene Vorlesung vor einer großen Veriaminlnng. (tr jJ* zunächst leine Fretide darüber aus, daß der Slmi’vf gegen i Luberkulose schon In o(Icn Ländern der zivilisierten Welt deqo^ habe, roenn auch auf verlchiedeneii Wegeit und er enb dcinii^ Schilderuna seiner Arbeiten gegen die Tuberkulose. An« «Z statistischer Angaben legte Koch dar, wie sehr er mit feiner m feiner Auffafftmg der Rattir der Tuberkulofe da- ÄichtineL troffen bade. Der Redner erntete reichen Beifall, (lieber bfeX deren, minder bekannten Pcrsönl'chkeucn, die außer Loch E Nobelpreis diesmal erhielten, spricht atislührlich ein Ariilel h|S .Gieß. Familienblättern'.)
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