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ISS. Jahrgang
GvfteS Blatt.
DomrerStag ZI. September 1905
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»rfchetat täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Lessischen Landwirt die Siegener Familien- Hättet viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unioers.-Buch-u.Stem- druckeret. 9t Lange. Redaktion. Ervedittoa und Druckerei:
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Amir- und Mzeigeblatt für den Kreis Gießen WUZ
zeigenteil: Hans Beck.
Die heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Die Hessische Landeskirche im ersten Katbjahr 1905.
(Schluß.)
Ein neuer Gegenstand des Kampfe? kam hinzu durch den von Pfarrern des Dekanats Offenbach ausgehenden Plan, evangelische Volksvereine zum Kampfe gegen die Sozialdemokratie zu gründen. Im Kreise Offenbach hat der Nationalliberale Abgeord. Becker, ein Katholik, im Wahlkampf gesiegt. Seit dieser Zeit regen sich dort die Bestrebungen, einen energischeren Kampf gegen die Sozialdemokratie zil organisieren. Der ursächliche Zusammenhang zwischen den politischen Ereignissen und den betreffenden kirchlichen Bestrebungen wird abgeleugnet.
Zu gleicher Zeit empfahl das Hessische Sonntagsblatt, das stark unter dem Einfluß eines der beteiligten Männer, des Pfarrers Wahl in Langen, steht, den Anschluß an die christlichen Gewerkschaften.
Der diesjährige hessische PfarrvereinStag hat das Thema dieser Volksvereine behandelt. Pfarrer Wolff- Numpenheim und Prof. All end orf-Osienbach empfahlen sie aufS wärmste. Trotzdem die Pfarrer Marx-Walldorf, Dittmar-Offenbach, Fuchs-RüsielSheim darauf hinwiesen, daß sich damit die Kirche in den Dienst politischer Parteien stelle und mit dem Unberechtigten zugleich das Berechtigte der Arbeiterbewegung bekämpfen würde, sprach sich die überwiegende Mehrheit der Versammlung für den Gedanken aus. Diejenigen, die in der Macht- und Ehr-Politik des Pfarroereins eine Gefahr erblicken, sahen darin einen neuen Beweis, daß der Kampf gegen diese Politik der Pfarroereine erste Bedingung gesunder kirchlicher Zu stände sei. Was eine augenblickliche Verstärkung des pastoralen Ansehens bedeute, werde von ihr ergriffen; für tiefe, entgegenstehende Bedenken habe sie aber kein Verständnis.
Unter dem Eindrücke der wachsenden Verbitterung hüben und drüben rafften sich Kreise auf, deren segensreiches Wirken schon einmal für unsere Landeskirche von der größten Bedeutung gewesen ist. Man könnte sie die hessische Mittelpartei nennen, wenn sie nicht doch etwas anderes wären, cilS die Vertreter dieser Richtung in Preußen. Es sind die Reste der Gruppe, die in den 70er Jahren in den Kämpfen um die Union den Gedanken vertreten hat, daß die Organisation der Landeskirche nicht durch theologische Jntereffen, sondern durch die praktische religiöse Arbeit bestimmt werden müsse. Die Vertreter dieser Ueberzeugung schloffen sich in der „Evangelischen Konferenz" zusamnien. Sie trägt von ihrem langjährigen Zentrum her den Namen „Friedberger Konferenz" Ihr Geist war es, der bis zur großen Krisis der letzten Jahre („Fall Schöler") das Seminar in Friedberg beherrschte und von dort aus das Bedürfnis gegenseitigen Verständisses und gegenseitiger Achtung den Richtungen einflößte.
Die älteren Glieder der Konferenz bemühten sich, in milder, weitherziger und warmherziger Art ihr Amt zu führen. Diese Art machte viele der jüngeren zu ihren Freunden. Aber gerade in dieser Art der Praxis fühlen sie sich durch die neuere Entwicklung gefährdet. So beginnen auch sie sich zu sammeln und haben in einer Tagung zu Frankfurt am 27. Juni ihr Programm durch eine Erklärung in die Erinnerung zurückgerufen. Die Konferenz will ein Sammelpunkt aller derer sein, die sich in ihrem geistigen Leben von Christus führen laffen und der Landeskirche unter Achtung der anderen Richtungen dienen wollen. Ihr momentaner kirchenpolitischer Zweck ist, zu verhindern, daß die theologische Diskussion durch die organisierte Kirche erschwert oder gar gehindert wird. Umgekehrt betont sie, daß die theologische Arbeit und Aufklärung nur dienend ist, die religiös aufbauende Arbeit der Kirche die Hauptsache. Sie will zu diesem Zwecke charakterfeste^ maßvolle Männer jeder theologischen Richtung in die Synode
Kunst und Wissenschaft.
— Die Frankfurter Oper, die Intendant Jenssen in Dm letzten Jahren auf eine bedeutsame Höhe gebracht hat, kann am 20. Oktober den Tag ihres 25 jährigenBe st e 6en 5 eiern Richard Wagner soll am Jubeltage das Wort haben mit einen „Meistersingern" Ein kurzer, der Feier des Tages ent» Dreckender Prolog wird vorausgehen. Im dritten Akte auf )°r Festwiese wird zum ersten Male das Frankfurter Publikum das gesamte Opernpersonal versammelt sehen. Alle, angefangen vom Heldentenor Forchhammer bis hinab zur zukunststraumenden Bllletteleviu. werden da sich im Rampenlichte zeigen. Die Fest- Vorstellung soll zum Besten deS Pensionsfonds der Frankfurter Theater stattfinben. m r ... .
— Eine Entdeckung Kochs. Robert Koch ist eme neue wichtige Emdeckung gelungen. Er hat die V e r br e i t u n g s- weise des Rückfall sieb ers ausgehellt. Der Erreger des Rückiattsiebers ist ein Spirochaetö, ein spirallörmiges Kleinlebewesen. Entdeckt wurde es von Otto Obermeier, der seststellte, daß die spater nach ihm benannten Rekurrenz-Spirillen sich in dem Blute des Rückfallfisberkranken unniittelbar vor dem Fieberansalle und wahrend dieses vorsinden. Jetzt hat Koch gefunden, daiz wie bei der Malaria und dem Texasfieber auch beim Rückfallfieber die Uebertragung des Erregers von dem Fieberkranken auf Gesunde durch einen Iw ischenwirt erfolgt. Dieser ist eine b lu tsauge'nd e Z ecke Ornithororas Larigni. Die Uebertragung kommt so zustande: Die Zecke saugt sich an der Körperoberfläche eines Nücksallsieberkranken fest. Mit dessen Blut nimmt sie die Rücksallfieberspirillen in sich ams. Wenn sich die Zecke nun später an einem Gesunden sestsaugt,
schicken. Praktisch erstrebt sie daneben die Sammlung aller, die bereit sind, die anderen theologischen Richtungen zu achten, zu gegenseitiger Förderung und Hilfe in der Gemeindearbeit. Es soll dadurch der Beweis geliefert werden, daß in der freien Art dieses Standpunktes der wahre Segen für die Kirche liege. Männer der Rechten wie der äußersten Linken fanden sich in Frankfurt und verstanden sich trotz klarer theologischer Aussprache. Es ist also Hoffnung, daß eS der Konferenz gelingen werde, die zunehmende Zerklüftung wirksam zu bekämpfen, so daß Heffen „preußische Zustände" erspart würden. Freilich ist die Haltung der Konferenz noch nicht so klar, wie viele es zu einer gedeihlichen Wirksamkeit für wünschenswert halten. Dies liegt besonders daran, daß der Posten eines ersten Vorsitzenden noch nicht besetzt ist. Nur wenn dafür ein Mann gewonnen wird, der daS Vertrauen weiterer Kreise besitzt, wird sie eine Zukunft haben. Ihre ersten Schritte haben ihr freilich schon viel Vertrauen gewonnen. Sie mußte nämlich — um ihres friedlichen Zieles willen — mit einem scharfen Kampfe gegen die tirchenpolitische Rechte beginnen.
Schon in den erläuternden Ausführungen zu der Pro- graminerklärung wurde, entsprechend deren versöhnlicher Tendenz, auf die verhängniSpolle Art hingewiesen, in.der die politische Umschau des Hessischen Sonn tagSblattes jeden „Fall" (Fischer; Mauritz in letzter Zeit) benutzt, um Mißtrauen gegen die moderne Theologie zu säen und der Behauptung Boden zu bereiten, als arbeite in der Kirche eine starke Richtung an der Vernichtung des Christentums. Diese Polemik gegen die moderne Theologie hat nun aber weit über Heffen hinaus Bedeutung. Sie geht nämlich von dem Manne aus, der offiziell auf dem Wormser Synodaltage und jetzt noch im dort gegründeten Synodalausschuß die Gleichberechtigung der Richtungen vertrat und vertritt, von Pfarrer Wahl in Langen. Nach seinen eigenen Versicherungen ist das nicht als Unwahrhaftigkeit zu beurteilen. Mündlich und schriftlich im Sonntagsblatt hat er zu wiederholten Malen ausgeführt, daß er freilich als Theologe verpflichtet fei, gegen die Linke zu kämpfen und als Umschauer die Leute über das, waS in der Kirche vorgeht, aufzuklären, daß er aber trotzdem in kirchlich-politischen Dingen mit den anderen zusammengehen könne. Er kann eine Richtung, mit der er für die Kirche zusammen arbeitet,*) der Kirchenzerstörung beschuldigen; und er kann mit einer Richtung, die er der Kirchenzerstörung beschuldigt, zusammenarbeiten: daS hat er im Sonntagsblatt auSgeführt. Diese Haltung scheint auch seinen Freunden auf der Rechten völlig klar zu sein. Von denen, die in der Kirche auf christliche Demut und evang. Innerlichkeit hinarbeiten, hört man dagegen in Heffen jetzt sagen: Je mehr sich der Rechten alles auf den Kampf um die Macht zuspitzt, desto mehr rücken wir von ihr ab. Wir werden eine Rechte achten, die uns um unserer theologischen Ansichten willen scharf bekämpft, so lange sie eS in angemeffenen Formen und nicht durch Entstellung unserer Ansichten und durch Verdächtigungen tut; wir werden unS ihrer religiösen Arbeit freuen können, wenn sie dem alten Glauben, daß nur Frömmigkeit die Kirche bauen könne, treu bleibt. Eine Rechte aber, die um die Macht innerhalb der Kirche und um die Macht der Kirche nach außen mit allen Mitteln und Mittelchen der Parteipolitik und deS Parteifanatismus kämpft, entfeffelt Kräfte, die einer evangelischen Kirche nur Unheil bringen. Was nützt alle Macht der Kirche dem, der die Welt geistig gewinnen will durch die Kräfte des alten, in Menschen unserer Zeit, ihren Herzen und Gedanken neu lebendig gewordenen Evangeliums Jesu?
So stehen in Heffen in stärkerer Spannung als je sich Bedürfnis nach kirchlicher Macht und Wille zu einfach dienender Wirksamkeit einander gegenüber.
•) Man vergesse nicht, daß Fischer selbst zu Worms unter großem Beifall gesprochen hat.
überträgt in dessen Körper die Krankheitserreger des Rückfallfiebers. Der Ornithororas Larigni findet sich in dem Boden bewohnter oder geschützter Räume. Es kommen deswegen für Ostairika — er ist dort im ganzen deutschen Schutzgebiet verbreitet — als Ansteckungsorte besonders die Rasthäuser, Rasthallen und Schutzbauden und Eingeborenenhütten der Karawanenstraßen als Ansteckungsort in Betracht. Wie in der „Deutfch-Ostafr. Ztg." mitgeteilt wird, sind Untersuchungen darüber im Gange, ob es möglich ist, die Zecken, die das Rückfallsieber übertragen, durch chemische Mittel aus dem Boden, worin sie nisten, zu oertreiben und an dem Wiedereindringen zu verhindern. Die Versuche sind jedoch noch nicht abgeschloffen.
— Prof. Adolf Adam Oberländer, der unvergleichliche humoristische Zeichner und Maler, vollendet am 1. Oktober das 60. Lebensjahr. Seine Vaterstadt ist Regensburg. Seit dem 17. Jahre aber lebt er tn München. Der volkstümliche Meister ist Ehrenmitglied der Münchener Kunstakademie und der Berliner Sezession. Wie er mit heiterer Laune ernste Gedanken verbindet zeigt ein charakteristischer Ausspruch, den das erste Oktoberheft der „Kunst für Alle" wiedergibt: „Die Erkenntnis Gottes". Ich hab' einen Kanari, einen recht possierlichen Kerl. Meine Nase und meinen Bart liebt er zärtlich, meine Fingerspitzen haßt er, vom Aermel meiner wollenen Jacke ist er entzückt, mein Strohhut aber erfüllt ihn mit Entsetzen — daß alle diese Dinge zu einer Person gehören, begreift er nicht. Wenn die Weisen das Wesen Gottes zu erfiären suchen, muß ich immer an meinen Kanari denken." «« «« -
— Pietro d e Bra z za f. Einer der bedeutendsten Afrikaforscher, Graf Pietro Savorgnan de Bvazza ist dieser Tage m Dakar gestorben. Besonderen G-rund zur Trauer hat Frankreich
Volilische Tagesschau.
Die rote und die blaue Mappe.
AnS Berlin wird uns geschrieben:
Der „amtliche 'Apparat" arbeitet hier bei uns in Berlin stets mit einer bewunderungswürdigen Schnelligkeit, wenn es sich um die Erledigung von 'Aufgaben handelt, Deren Wirkung für den Bürger keine erfreuliche, um nicht zu sagen unangenehme ist. Wie bedächtig arbeitet er aber, wenn der Bürger wartet und viel für'ihn von der Entscheidung abhängt! Tas Unglück schreitet schnell, das Glück macht sehr kleine und zögernde Schritte. Ein Beispiel für zahlreiche ähnliche: Jemand soll Steuern zahlen und gerät in Verzug. Eins, zwei, drei: ist die Mahnung da, vier, fünf, sechs: die Zwangsvollstreckung. Auf einem ganz andern Blatt aber steht, sofern jemand etwa zuviel gezahlte Steuern zurückbekommen soll. Hier ist das Zeitmaß nicht preftissimo, sondern adagio: Ungeduld ist Unhöflichkeit, wenn nicht gar grobe Ungebühr. Man sagt: die Behörden sind mit Geschäften überhäuft, sie können nicht so schnell die Eingänge erledigen, wie sie selbst es gern möchten. Ein triftiger Einwand. Und dennoch kommt man bei nachdenklicher Erwägung immer wieder darauf zurück, weshalb denn eine so schreckliche Eile entfaltet wird überall, wo die Zähne des amtlichen Apparates etwas an sich nehmen, und weshalb die Zeit mangelt, wo die Zähne etwas herausgeben sollen? Es muß doch wohl so sein, daß im ersteren Falle ein ganz besonderes, durch ingeniöse Abkürzung des Instanzenweges ausgezeichnetes Verfal)ren befolgt wird, mit „roten Mappen", zur sofortigen Beschäftigung anspornenden Aufschriften auf den Akten, kategorischen Imperativen, die gar keine Entschuld digung dulden — während im letzteren Falle ein ebenso künstlich Erfundenes Verfahren dafür Sorge trägt, nichts zu überstürzen, alle möglichen Instanzen mit gelassener Prüfung der Umstände zu betrauen und schon äußerlich durch „blaue Mappen" den durchaus friedlichen, idyllischen Charakter der 'Angelegenheit zu kennzeichnen.
So verspürt die Oeffentlichkeit die Tätigkeit des anrt* lichen Apparates je nach der „roten"' oder der ,Flauen" Mappe. Da haben wir die Fleischnot. Die befindet sich entschieden in der blauen Mappe! Erst hieß es, nach den Worten des jovialen Landwirtschaftsministers v. Pod- b ie l s ki die Not sei „eine vorübergehende Erscheinung, in ein paar Wochen werde Ueberfluß den Mangel ablösen. Dann, als die Prophezeiung völlig daneben getroffen hatte, ent-» stand die außerordentlich feine Unterscheidung: Fleisch teuerun g, aber keine Fleischnot, d. h. Fleisch ist genug vorhanden — für den, der es bezahlen kann. Das dritte Stadium war: Stellen wir noch einmal Erhebungen an, ob der Notruf wirllich etwas auf sich hat! Den Städten, die, eine wie die andere, Klage sichren, wird also nicht ohne weiteres geglaubt. Die Behauptung muß erst bewiesen werden. DaS erinnert an die Anekdote von dem wundertätigen Heilkünstler, der tausend Mark demjenigen Patienten verhieß, der jemals wieder nach dem Gebrauch eines 'Arkanums Schmerzen empfände. Ein enttäuschter Patient meldet sich. Sehr gut, sagt der Heilkünstler, die Drämie ist Ihnen sicher — Sie haben nur zu beweisen, daß Sie Schmerzen! haben!
Ungefähr der gleiche unmögliche Beweis' wird von den Städten gefordert, sie sollen unwiderleglich dartun, daß die Fleischnot als eine Kalamität von der Bo^ völkerung empfunden wird.
Aber nehmen wir einmal an, daß die Regienmg sich, davon überzeugen läßt, daß der stark verminderte Fleischgenuß, daß die Aufnahme und Verarbeitung minderwertiges Fleisches eine Gefahr für die öffentliche Gesund-, h e i t sind, so fragt es sich noch immer, ob nicht die bekannte Theorie von dem größeren und dem kleineren Uebel auch hier ihre staatsmännische Anwendung findet. Der Deutsche Landwirtschaftsrat nimmt den Standpunkt ein, die Gefahr der Einschleppung von Viehseuchen aus bent Auslände sei das größere Uebel, obschon diese Gefahr im Hinblick auf die vorhandenen Schutzmaßregeln, die Gewissenhaftigkeit der Untersuchung usw. wohl nicht so ernst zu nehmen ist. 'Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering^ daß diese Eingabe den Sieg davonträgt.
um den Verlust dieses Mannes, der gerade jetzt noch einmal im Auftrage der Regierung nach dem französischen Kongo geeilt war, den er wesentlich für Frankreich erwarb. Er war nach Brazzaville, der Stadt, die seinen Namen m ^bleibender Erinnerung trägt, entsandt, um die Untersuchung wegen der von einigen französischen Kvlonialbeamten verübten Greueltaten zu leiten. Auf dem Rückweg starb er. de Brazza war von Geburt Italiener, er war 1852 in Rom geboren, aber Frankreich war ferne zweite Heimat geworden. Obgleich de Brazza sich bei allen seinen erfolgreichen Expeditionen durch Energie auszeichnete, erwies er sich doch stets als ein einwandfreier Charakter, der auch den Eingeborenen gerecht zu werden verstand. Sein Name wird unter der großen Reihe von Afrikaforschern in Ehren bestehen bleiben.
— Goethe flbet die Ansichtspostkarten. Treffender kann man wohl kaum die Ansichtspostkarten zeichnen, als wie Goethe über die zu seiner Zett gebrauchten „Briefbogen mit Ansichten" schrieb. In einem im Jahre 1830 an Fritz Schlosser gerichteten Briefe schreibt Goethe: „Es war wirllich, teuerster Herr und Freund, ein sehr glücklicher Gedanke, durch einen geschickten Künstler Ihre ernste heitere Wohnung und die unschützbare Gegend abbilden und vervielfältigen zu lassen; es tarnt uns nichts Freudigeres und mehr Ermunterndes begegnen, als wenn wir zugleich mit guten, herzlichen Worten auch ein vorzügliches Lokal erblicken, wo Sie behaglich verweilen, wo Sie an uns denken, von woher Sie Ihr Schreiben an uns richten Es entsteht daraus eine gewisse Unmittelbarkett des Zusammenseins, welche höchst reizend ist . . ."


