Ausgabe 
21.8.1905 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

S's»

-^echnefL°N. rut das Euch c 1905. Kuungs, beginn Z^nd

S4tof

>" 'i? euro- *£<6

J' di- iu kt st?

«je Sri, Wtait, i|t nilI °"d°r ErivigL durch gleichzeitige

M^rn Etats stellen M für einen Soll-

Men: darüber wacns vm je 125 re böhere Wgänge, kommen tumbe, so ransporte ent- hohe des Nachschubs ob die Regierung willigungen bleibt gleichung der durch rrke der Truppe mit Sollstärke. In den bis zu diesem Zeit- -öpfe beziffert. Diese Meis, daß frühere e erhebliche Steiger­erklärlich. Bei dieser Mgen in physischem tonten - und Ab-

sind diejenigen Offi- chr aus der für die gten Mitteln besoldet

ie August erfolgten nmengesetzt aus 865 )er Vergleichung mit en, daß sich die ir ? Fichl bon 700 D r auf bic ßeit bet ir 1M) Wk Md

m bet Budget-

die Toten und Ber-

" meldet aus Berlin istandes in Ostafrikü n Marineinfan- hren beschlossen tvor- leine KreuzerSee- nender Kreuzer nach en Anträgen, welche hat.

uhen in Deutsch­en den Matumbr- Schutztrrippenabteil- ;erBussard du Bericht des Majors ;e an, sich p * nun aus Windhuk zenharn geb. z Nr 18, am

^aiment M. a,.<uu leib schwer verwundet gestorben.. __.

au der Ostsee

einer Warnung?

Ächtung , ln'^'N '^^a!!wnd"spricht- und England 1P

**ÄÄ

en ocy elfter Bk' »ieb« bat. $il W® T,it u*(

I'Xnb*1 'M *

-s

t bloß bc.r Z. all^ Ian», f*"s)A W n, d-« *w #t««

. n°ch 1

Katholikentag.

Straßburg, 20. August. Die 52. Gen eralv er - sammlung der Katholiken Deutschlands wurde heute vormittag mit einem feierlichen Pontifikalamte im Münster eröffnet. Um 1/2^ Uhr fand bei prächtigem Wetter der große Festzug der katholischen Männer, Arbeiter und Gesellenvereine statt, an dem sich etwa 35 000 Personen beteiligten, darunter über 23000 aus dem Reichslande. Der Zug nahm Aufstellung an der Universität und ging durch die Stadt, am Münster vorbei, vor deffen Portal der Bischof von Straßburg, Dr. Fritzen, mit dem Bischof Benz- ler von Metz und bem Weihbischof Zorn von Bulach, sowie zahlreiche Prälaten und sonstige hervorragende Persönlich­keiten die Dorüberziehenden begrüßten. Der Zug dauerte über drei Stunden. Eine zahlreiche Menschenmenge aus der ganzen Umgegend hatte sich eingefunden. Im Anschluß an den Festzug finden gleichzeitig neun große Versamm­lungen der Teilnehmer des Zuges statt. Auch Abordnungen aus der Schweiz und Frankreich sind cinaetroffen.

Aus Stadt und Sani

Gießen, 21. August.

Besitzwechsel. Das Anwesen des Herrn Th. Geilfus (Daniel Wirths Nachf.), Grabenstraße 12, ging für 18000 Mk. in den Besitz der Frau Witwe Bellas, zurzeit im Henninger Bierkeller, über.

Der Rhein-Main-Ga st wirteverband fordert in einer an die Staatsregierung gerichteten Eingabe, den Flaschenbierhandel und den Kleinhandel mit Wein mit einer Stempelsteuer zu belegen. Die Eingabe wird damit begründet, daß das mit einer hohen Abgabe belastete Wirts­gewerbe besonders durch den Flaschenbierhandel schwer ge­schädigt werde.

Aussetzung eines Kindes inFrankfurt. Von zuständiger Seite wird uns geschrieben:

Am 8. VIII. 05 Nachmittags 5 Uhr wurde zwischen Sachsen­hausen und Oberrod in der Nähe der am Main gelegenen Gerber­mühle ein etwa 12 Monate altes und sehr abgemagertes Kind weiblichen Geschlechtes in voll'"!ändig hilflosem Zustande in einem Bohnenfelde aufgefunden. Das Kind war mit einem weißen Hemdchen bekleidet und in zwei weiße Tücher erNgewickelt. An­scheinend wurde das Mädchen von einer 2830 Jahre alten Frauensperson, welche zwischen 2r/»und 3 Uhr Nachm. aus der Richtung Sachsenhausen an der Gerbermühle vorbeiging und nach etwa 10 Minuten den gleichen Weg zurücklegte, ausgesetzt. Die betr. Person ist 1,681,70 Meter groß, bat gesetzte Gestalt und dunkelblondes Haar, trug dunkelblaues Neid mit kleinen weißen Blümchen und schwarzen Hut. Das Kind, welches schrie und in ein dunkelblaues, schwarz karriertes Tuch eingeschlagen ttwt, trug sie auf dem linken Arm, während sie in der Hand ein schwarzes Jaguet am Aufhänger und eine Schachtel, anscheinend Schuhschachtel hatte. In der rechten Hand trug sie eine Leder­tasche. Auf dem Rückwege, den die Frau sehr schnell und scheu um sich blickend zurückleate. hing aus der Ledertasche, welche jetzt geöffnet war, ein weißes Tuch. In Zusammenhang mit der Kindesaussctzung dürften zwei in der Nähe der Gerbermühle gefundene sebr verwaschene Einschlagdecken b?zw. Windel stehen. Dieselben bestehen: a) aus weißem Flanell mit rot und blauen Streifen, und b) aus graublauer Wolle mit gemustertem Rand, Epheuguirlande, in der Mitte gestickt mit einem etwa 15 Zenti­meter im Quadrat großen, rot und blau kartierten Flanell­lappen, in einer Ecke waren die mit rotem Garn in Lernen em- gestickten Buchstaben H. N. aufgenäht.

** Der Deutsche Photograph-entag hat, so wird uns aus Darmstadt berichtet, seine diesjährigen Be­ratungen in Darmsiadt zu allseitiger Befriedigung zum Abschluß gebracht. In der letzten Sitzung, der als Vertreter der hessischen Regierung Oberregierungsrat Wagner bei­wohnte, bildete den Hauptpunkt der Beratung die allgemeine Uebersicht und Kritik der diesjährigen Ausstellungsleist­ungen, die Prof. Dr. Bruno Meher-Berlin erstattete. Dieser hob hervor, daß die Ausstellung ganz ungewöhnlich reich mit bedeutenden, teilweise hervorragenden Arbeiten beschickt sei. Unter den Leistungen der Berufsphotographen rege in der Bildnisphotographie ganz besonders R. Dühr- koop-Hamburg mit künstlerischen Leistungen hervor, weiter verdienten Nikola Perscheid in Leipzig, H. Hilsdorf in Bingen und mehrere Dresdener Aussteller hervorgehoben zu werdet!. Zu den besten Leistungen gehörten die Kohlen- drucke von L. O. Grienwaldt in Bremen, ebenso die Pigment­drucke des Frl. S. Homann in Darmstadt und die bewun­dernswerten .Kunstleistungen des Dr. E. W. Büchner-Darm­stadt. Die Ausstellung besitze etnen hohen pädagogischen Wert und werde sehr wesentlich dazu beitragen, auch die Amateur­photographen zu immer größeren künstlerischen Leistungen anzuspornen. Die Darmstädter Amateure hätten zum Teu ganz Vorzügliches geleistet. Die darauf vollzogene Prämiier­ung ergab folgendes Resultat: Die beiden Ehrenpreise des Großherzogs erhielten .Hilsdorf-Bingen und Dr. Büchner- Darntstadt, den Büchner-Ehrenpreis H. Hetterich-Darmstadt, den Wande^/sreis, einen kostbaren Silberpokal, Ew. Steiger- Worms. Silberne Vereinsmedaillen erhielten: Grienwaldt- Bremen, Homann-Darmsiadt, H. Jäger-Düsseldorf, A. Krauth-st-rankftirt, M. Müller-Blasewitz, Prof. v. Jan-Straß- burg und F. Lösser-Darmstadt. Die beiden silbernen Staats­medaillen wurden N. Perscheid-Leipzig und W. Kübeler- Darmstadt verliehen. Die bronz. Staatsmedaille erhielten: H. Götz-Breslau, A. Pieperhofs-Halle a. S., A. Gotthetl- Danztg und die Vereinigten Fachschulen von Sonntag und Martin in Dresden. Die silberne Medaille für wrssenschast- llche Photographie erhielt H. Jung-Darmstadt, ferner wurden noch eine Anzahl weiterer Preise an hiesige und auswärtige Aussteller verteilt. Die' Ausstellung, die aus fast allen Teilen Deutschlands beschickt ist, wurde im städtischen bau unter der künstlerischen Mithilfe des Herrn Prof Olbrich arrangiert; sie bleibt noch bis zum 27. August geöffnet, ihre Besichtigung sollte von keinem Fachmann und Amateurphotographen "versäumt werden.

* * Die Deutsche M i t t elst a n d s v er ein i gun g hält am 3., 4. und 5. September d. I. ihre zweite General­versammlung in Fr an kfur t a. M. Seit der konstituieren­den Versammlung, die im November v. I. in^Berlin stattfand, ist die Vereinigung fortgesetzt gewachsen. Sre zahlt jetzt bereits 80 Ortsgruppen im Reiche, und 90 wirtschaft­liche Verbände haben sich ihr korporativ angeschlossen, ^er erste Vorsitzende, Architekt Küster, wird über oie Wanderung des Submissionswesens, Sicherung der Forderungen der Bauhandwcrker und Errichtung von Taxämtern sprechen, der Landtagsabgeordnete Hammer über Warenhäuser, Kon­sumvereine, Ausverkäufe und unlauteren Wettbewerb, Di­rektor Sommer-Frankfurt über die Hebung des mittelstand- tchen Kreditwesens, Rechtsanwalt Dr. Schönenberg-Frank- >urt über Konkursordnung, Manifestantenliste und Rechts­icherheit gegenüber säumigen Schuldnern, Bureauvorstcher Müller-Magdeburg über Privatbeamtcnfürsorge, Kaufmann Beythien-Hannove'r über Entlastung des mus- und Grund­besitzes und Abänderung des Komm alabgabengesetzes.

SchreinMneister Fobbe-Köln über Befähigungsnachweis, Meistertitel, Handwerkergerichte usw. und Obermeister Ra- hardt-Berlrn über die Belastung des Mittelstandes durch ne sozialpolitische Gesetzgebung, Schuh der Arbeitswilligen Und Ausbau der Fach- und Fortbildungsschulen. Des wei­teren werden Anträge von Ortsgruppen und wirtschaft- ichen Verbänden beraten werden, darunter einer aus Ein- uhrung einer einheitlichen Sonntagsruhe m Stadt und Land. Die Versammlung findet im Hippodrom zu Frank- iirt statt.

Hessische Hinrichtungs-Statistik. Nachdem der Großherzog von seinem Begnadigungsrecht keinen Ge­brauch gemacht hat, wird Hudde voraussichtlich der neunte Raubmörder sein, der in den letzten 25 Jahren im Groß- terzogtum Hessen hingerichtet wird. Ludwig III. machte von einem Begnadigungsrecht regelmäßig Gebrauch, so daß unter einer Regierung keine Hinrichtung stattfand. In Darmstadt wurde als erster unter Ludwig IV. Psaff hingerichtet, dann olgte 1881 Wettmann, 1889 Müller in Bessungen, 1892 luhmichel und 1893 als letzter Kramm, dessen Genosse Schreck ich im Gefängnis erhängte. In Gießen wurden Hingerichtei Kretschmer, Seb. Schneider und Ermer und in Mainz im letzten Jahre Detroit. Die verwendeten Guillotinen in Gießen und Darmstadt wurden s. Zt. nett erbaut, da der Transport der in Mainz befindlichen schon aus alten Zeiten stammenden Hinrichtungsmaschine zu umständlich ist.

** Eine nicht alltägliche Ferienreise, die mit einer Wette in Verbindung steht, hat einer unserer Musen­söhne angetreten. Der Studiosus hat sich anheischig ge macht, binnen 24 Tagen den Weg von Gießen bis Wien (cti. 1000 Kilometer) zu Fuß zurückzulegen und hat sich bereits, marschmäßig und mit Kartenmaterial ausgerüstet, auf die Wanderung begeben. Täglich langen mit der Post Grußkarten von dem Reisenden hier ein, die in einem hiesigen Restaurant abgegeben werden, wo die an der Wette Beteiligten sich einfinden, nm auf der Landkarte mit wachsen« dem Interesse die zurückgelegte Marschroute zu verfolgen. Der Verlierer der Wette bezahlt ein Festessen, dessen auserlesene Speisefolge mit den dazu gehörigen Weinen be­reits bestimmt ist und zu dem sämtliche Zeugen des Ab­schlusses der Wette, deren Zahl nicht sehr klein ist, einge­laden werden. (Ein so weiter Weg um ein Festessen? Der Preis hätte etwas teurer sein dürfen! D. Red.)

* Eine väterliche Ermahnung. Als der später in Berlin als Obermedizinalrat und Professor lebende Dr. Rieß von der Universitätsstadt Jena aus an seinen Vater die Berechnung der Promotionskosten, darunter eine Cham­pagnerrechnung von 80 Thaler vom sogen. Doktorschmaus sandte, schrieb dieser, ein Hamburger Bäckermeister, sofort an den Sohn zurück:Hochedelgeborener, hochgeehrter Herr Doktor; hochgelehrtester Herr Sohn! Meinst Du, vermaledeites Champagnergesicht, daß mir das Geld vom Bannte fällt? Ich und Deine Mutter winken Dünnbier bei Tische, und abends im Ratskeller trinke ich den Wein nicht höher als zu 14 Schillinge, und Du, Gelbschnabel, säufst Champagner? Wenn Du, Bursche, in den vier Wochen, die Du zur Ein­richtung Deiner Angelegenheiten noch dort bleiben willst, noch einen solchen Schmaus gibst, drehe ich Dir den Hals um, wenn Du nach Hause kommst. Uebrigens verbleibe ich mit schuldiger Hochachtung Ew. Hochedelgeborener, Meines hoch­geehrten Herrn Sohnes und Doktors gehorsamster Diener und Vater. Rieß, Bäckermeister."

** Münzwesen. Im Monat Juli 1905 sind nach amtlichen Bekanntmachungen in den deutschen Münzstätten an Goldmünzen Mk. 9 215 680 Doppelkronen und Mk. 703 420 Kronen, an Silbermünzen Mk. 852 376 Zweimarkstücke, Mk. 2 170 830 Einmarkstücke und Mk. 1 339 779.50 Fünf­zigpfennigstücke ausgeprägt worden. An Nickelmünzen wurden Mk. 157 878.10 Zehnpfennigstücke und Mk. 114 951.50 Fünfpfennigstücke, an Kupfermünzen Mk. 58 982.72 Zwei­pfennigstücke und Mk. 16 571 98 Einpfennigstücke ge­prägt. Davon wurden in der sächsischen Münze Mk. 3 370 880 Doppelkronen, Mk. 300 000 Einmarkstücke, Mk. 20 000 Fünf­pfennigstücke und Mk. 5548.08 Zweipfennigstücke hergestellt. Von der Gesamtausprägtmg seit dem Bestehen der Reichs­goldwährung sind noch in Umlauf Mk. 4 078 223 020 Gold­münzen, Mk. 766 002 633 Silbermünzen, Mk. 73 204 792.50 Zehn- und Fünfpfennigstücke, sowie Mk. 17 081 176.29 Zwei- und Einpfennigstücke.

R.-B, Darmstadt, 20. Ang. Die gestern eröffnete große Gartenbau-Ausstellung im Orangeriegarten er­freute sich trotz des teilweise regnerischen Wetters schon eines recht zahlreichen Besuches. Gestern abend fand im Haupt­restaurant der Ausstellung ein allgemeines Eröffnungs-Fest­essen statt. Bürgermeister Dr. Glässing hielt die Festrede. Er dankte darin mit warmen Worten den an der Ausstellung beteiligten Künstlern, insbesondere Prof. Olbrich, der Großh. Hofgärtnerei unter Lettung des Herrn Göbel und allen anderen, und brachte zum Schluß dem hohen Protektor der Ausstellung, Großherzog Ernst Ludwig, ein dreimaliges Lebehoch dar. Namens aller Künstler, Aussteller und Gäste sprach Geheime- rat Braun Bürgermeister Dr. Glässing für seine lange, rast­lose Mühewaltung den herzlichsten Dank atls, der mit einem dreimaligen freudigen Hoch bekräftigt wurde. Der Besuch der Ausstellung verspricht auch von auswärts sehr stark zu werden. Es haben sich für die nächste Woche schon zahlreiche Schulen und Vereine angemeldet.

fc. Mainz, 20. Aug. Der 24jährige Matrose I. Krug aus Gießen fiel auf der Talfahrt von seinem Schiffe in den Rhein und ertrank. In der Frauenlobstraße ließ der achtjährige Hans Schlink einen Drachen steigen. In dem Augenblicke nur, als er beim Vorwärtsspringen einmal nach dem Drachen zurücksah, stieß er mit dem linken Auge gegen die Deichsel eines Handwagens und zwar mit solcher Wucht, daß das Auge sofort auslief.

Mainz, 19. Aug. Ein junges Mädchen hat durch die Fälschung einer Unterschrift auf einer öffentlichen Kasse 4800 Mark, das Eigentum eines nahen Verwandten des Mädchens, erhoben. Das Geld hat das Mädchen teils ver­jubelt und auch teilweise verschenkt. Mit dem Rest des Geldes hat das Mädchen eine Reise angetreten, deren Ziel bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnte. Von einem zu Tal fahrenden Schleppbotzuge fiel gestern abend gegen 6 Uhr ein Matrose in den Rhein; trotzdem sofort drei Mann mit einem Nachen bei der Hand waren, konnte der Mann nicht mehr gerettet werden. Ueber die Fleisch-

not wird voraussichtlich am 80. August eine Stadt­verordnetensitzung abgehalten werden. Im Laufe dieser Woche wird die Schlachthausdeputation darüber gehört.

Groß-Gerau, 18. Aug. Aus traurige Weise kam gestern der Tünchergeselle Philipp Gernandt ums Leben. Er war im Auftrage seines Meisters mit dem Anstreichen des Innern eines Kessels mit Lackfarbe beschäftigt, dabei ent­wickelten sich Dünste, durch welche Gernandt erstickte, be- ziehungsw. eine Vergiftung erlitten haben muß. Der Ver­lebte hinterläßt eine kränkliche Frau und 3 Kinder. Infolge der Schreckensnachricht erkrankte die bedauernswerte Frau so sehr, daß sie ins Krankenhaus aufgenonnnen werden mußte. Gernandt war erst 33 Jahre alt.

Hahnheim, 18. Aug. In dem von der Reblaus befallenen Weinbau di strikt sind seit Montag, 14. l. MtS., weitere verseuchte Stöcke nicht gesunden worden, so daß der bis jetzt aufgefundene Herd vorerst als abgegrenzt angesehen werden kann. Heute wurden die Untersuchungen auf der Südwestseite der verseuchten und seucheverdächtigen Parzellen begonnen, die zeigen werden, ob etwa noch ein anderer, und zwar älterer Seuchenherd vorhanden ist. Vielleicht bringen sie, sowie die demnächstigen Untersuchungen der sog. ver­wandten Parzellen Aufklärung über den Ursprung der In­fektion, über den sich bis jetzt immer noch nichts Sicheres hat feststellen lassen. (D. Ztg.)

Wetzlar, 19. Aug. Nach mehrwöchigem Leiden ist Lehrer Philipp Bender im noch nicht vollendeten 60. Lebensjahre sanft entschlafen. Beinahe 4 Jahrzehnte, von Juli des Jahres 1867 an, hat der 1846 zu Krofdorf geborene nunmehr Verblichene mit unermüdlichem Fleiße im Schuldienste der Stadt Wetzlar gewirkt. Außer in seinem Hauptberufe hat der Entschlafene auch noch an einer Reihe anderer Anstalten mit großem Erfolge seine Lehrtätigkeit aus­geübt. Dem Lehrerkollegium der Bergvor- und Steigerschule gehörte er seit Begründung der Anstalt an; an der gewerb­lichen Fortbildungsschule war er bis jetzt eine der leitenden Kräfte und auch die Schüler der landwirtschaftlichen Winter­schule verehren in dem Heimgegangenen einen geschätzten und erfolgreichen Lehrer. Mit dieser vielseitigen Tätigkeit war die Arbeitslust und -Liebe Lehrer Benders aber noch nicht er­schöpft. Lange Jahre hat er als Vorsitzender des Wetzlarer Lehrervereins für die Interessen seines Berufs und feiner An­gehörigen gewirkt und der Verein für vereinfachte Steno­graphie betrauert in feinem verstorbenen Ehrenvorsitzenden einen ebenso uneigennützigen wie erfolgreichen Förderer und Freund. Ueberhaupt war der Verstorbene für jedes wirklich ernste gemeinnützige Werk stets gern zu haben. Weite Kreise in Stadt und Land werden dem Verblichenen ein ehrendes Andenken bewahren. Wetzl. Anz.

p. Ehringshausen, 20. Aug. Langfinger haben einer hiesigen Familie Wäsche re. entwendet, die über Nacht im Freien gelassen worden war. Noch ist nicht erwiesen, wer der Dieb, resp. die Diebe sind. Man darf wohl annehmen, daß sogen.Dippler^, deren viele unsere Landstraße passieren, die Sachen haben mitgehen heißen.

[] Marburg, 20. Aug. Die Polizei verhaftete hier eine junge Dam e, die von Mainz aus wegen be­deutender Veruntreuungen verfolgt wurde. Die Ver­haftete reifte in Begleitung eines Polizeibeamten nach Mainz zurück. Der Lehrer Mengel aus Wiesenfeld, der dort im Juni das 14jährige Mädchen tötete, ist nach einer sechs­wöchigen Beobachtung in der Landesheilanstalt gestern wieder ins Untersuchungsgefängnis überführt worden.

Neuwied, 20. Aug. Die Königin von Rumänien ist heute nachmittag hier eingetroffen.

* Oschatz, 19. 9(ug. DerOschatzer Gemeinnützige" meldet: Ein im hiesigen HotelBürgerhof" bediensteter etwa 20jähriger Kellner unterhielt mit der Ehefrau Rauschenbach ein Liebesverhältnis. Als deren Ehemann heute mittag nach Hause kam, fand er seine Frau und den Kellner an einem Lampenhaken erhängt, zwei seiner Kinder erschossen, bezw. erstochen, das dritte lebensgefährlich verletzt.

* London, 19. Aug. Nach Zeitungsmeldungen aus Plymouth ist dort der brasilianische KreuzerBenjamin Constant" im Hafen in Brand geraten. DaS Feuer kam im Schiffsraum aus und griff immer mehr um sich. Nach zweistündigem Brande wurde das Feuer auf dem Kreuzer gelöscht.

Kunst und Wissenschaft,

Lar0chelle, 20. Aua. Der Maler Bouguereau ist in der vergangenen Nacht g e st 0 r b e n.

Rröeiterbewcqung.

Münden, 19. Aug. Wie die Abendblätter berichten, sind die Differenzen im Baugewerbe durch Vereinbarung eines neuen Lohntarifes nach 13'/z-stündiger Verhandlung vor dem Kewcrbegericht beendigt worden. Die Arbeiter erhalten Durchschnitts- und MiirdestlNhne, welche am 1. April 1906 und 1907 erhöht werden. Der bereits zwei Monate dauernde Streik ist damit beendet.

Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt.

Mülheim a. d. Ruhr, 19. August 1905.

Der Kohlenkuxen markt liegt ruhig und sind auf diesem Gebiete die melften Kurse rückgängig. Einige Umsätze fanden statt in Augusta Victoria und Dahlhauser Siefbau. Etwas gebessert sind Constantin der Große und Mont Cenis. Das Geschäft am Kalikuxenmarkte war auch heute ziemlich ruhig. Das Angebot blieb in schweren und Mittelwerten vorherrschend. Von kleinen Werten Emilienhall, Verden Oel, Margarethenhall, Carlshall und Schlaegel und Eisen mehrfach umgesetzt. Von Erzkuxen Victoria Erz im Kurse weiter nachgebend, die übrigen Werteste unverändert.

Die Entwöhnung der Kinder hn Sommer ist schwieriger als in anderer Jahreszeit, da die Kinder sehr oft durch die Darreichung von Kichmilch an Magen- mid Darmstörungen erkranken. Man giebt die Kuhmilch deshalb lieber zuerst vermischt mit einer dünnen Suppe von Knseke's Kinderrnebl, welches die Kuhmilch leichter verdaulich macht und den Nährwert derselben erhöht. Man erzielt auf diese Weise eine geregelte Verdauung, den besten Schutz gegen die sogenannten Sommererkrankimgen. «*/

Gesicbtsausscbiag

Bezeuge Ihnen hierdurch gerne, dass ich durch den Gebrauch Ihrer Obef- meyers Herba-Seife, nach verhältnismässig kurzer Zeit, von einem lästigen Gc- sichtsausschlag befreit wurde. Josef Bastine, Schirmfabr., Mainz. Z. h. L a. Apoth., Drog. u. Pari. p. St, 50 P. ,1 Mk. Oberweyer & Co., tiännn,

SS17/.