richtig fei, daß die letzteren ihre Eheschließung nicht nur beim Oberkonsistorium^nn^eigen, sondern daß sie auch um die Genehmigung zur Eheschließung nachsuchen müßten.
Oberkonsistorialpräsident D. Buchner antwortet dem Vorredner, für dars Kirchenregiment müsse die Frage,, ob es gut sei, wenn ein evangelischer Geistlicher frühzeitig, oder im reiferen Alter die Ehe schließe, vollständig ausscheide. Es komme für dasselbe nur zur Erwägung, wie sich die Vermählung mit der dienstlichen Tätigkeit vertrage, und darüber seien Bestimmungen erlassen, die dem Ver- waltnngsrecht entsprächen. Tie Kirchenbehörde nehme für sich das Recht in Anspruch, über die jungen Kandidaten in den ersten zwei Jahren frei zu verfügen und behalte sich deshalb auch für diese Zeit die Zustimmung zur Eheschließung vor. Es sei das auch im Interesse der Kandidaten selbst gelegen.
Svn. T i n g e l d e h bemerkt, sowohl er, wie die meisten übrigen Svnodalmitglieder könnten sich mit diesen Grundsätzen vollkommen einverstanden erklären.
Position 11, Kosten der Versehung des Pfarrdienstes 1676 250 Mk., wird darauf genehmigt, ebenso Pos. 12, Ruhe- gehalte 117 200 Mk., und Pos. 13, Unterstützung erkrankter Geistlicher, 3000 Mk. Bei Pos. 14, Studienunterstützungen 0000 Mk., beantragt der Ausschuß, daß von dieser Summe 7500 Mk. zu Studienunterstützungen und 1500 Mk. zu Reisestipendien verwendet werden sollen. Tie Beschlußfassuna' darüber und über einen Antrag des Syn. Widmann wirb ausgesetzt. Für Gehalt Und Bureaukosten des Rechners werden'noch 9039 Mk. und für Kosten der Veranlagung und Erhebung der Umlagen 35343 Mk.. bewilligt. Daraus wird die Sihuna um lJ/2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung 'Freitag früh 9 Uhr.
*
Tie Abgeordneten Brand und 43 Genossen beantragen bei der Landessynode folgenden Beschluß:
Indem die Synode ihre Zustimmung zu den in der Dmk- /chrift des deutschen evangelischen Kirchenausschusses über den sogenannten Toleranzantrag der Zentrumsfraktion des Reichstags enthaltenen Darlegungen und die Erwartung ausspricht, daß die große Mehrheit im deutschen Reichstag den von der Zentrumsfraktion vorgelegten Entwurf eines Reichsgesetzes betreffend: die Freiheit der Religionsübung ablehnen werde, ersucht sie das Großh. Oberkonsistorium bei der Großh. Staatsregierung dahin zu wirken, daß sie eintretenden Falls im Bundesrate ihre Stimme gegen den etwa vom Reichstage zu beschließenden Gesetzentwurf abgebe.
Eine Eingabe der Dekanatssvnode des Dekanats Gießen an die Landessynode, den Wirtshausbesuch der katechismuspflichtigen Mädchen betreffend, lautet:
Die am 26. Oktober 1904 zu Lang-Göns tagende Dekauats- synode des Dekanates Gießen hat den nachstehenden Antrag einstimmig angenommen:
„Es möge verehrliche Tekanatssyirode bei der zuständigen staatlichen Behörde vorstellig werden, daß durch polizeiliche Verordnung den katechismuspflichtigen Mädchen sim Alter von 14 bis 17 Jahren) der Besuch des Wirtshauses ohne Begleitung von Eltern oder anderen erwachsenen Angehörigen im Kreise Gießen verboten werde", und weiter beschlossen, diesen Antrag der Landessynode mit der Bitte mitzutellen, den Erlaß einer stlchen Verordnung für das ganze Land durch Großherzogliche Staatsregierung anregen zu wollen.
Der Kindesrnibhandlrmgsprozetz gegen Major von Sydow.
(Nachdruck verboten.)
S. u. H. Braunschweig, 16. März.
Gestern begannen vor dem Oberkriegsgericht des 4. Armeekorps die Verhandlungen gegen den Major v. Sydow im 92..Infanterie-Regiment, der sich wegen Mißhandlung seiner 13jährigen Tochter Annemarie zu verantworten hat. Wegen Mißhandlungen wurde Major o. Sydow am 1. Oktober vor. Jahres zu vier Monaten Gefängnis und Dienstentlassung^ verurteilt. Seine Ehefrau wurde ebenfalls zu vier Monaten Gefängnis verurteilt und ihre Revision vom Reichsgericht verworfen. Dagegen hatte Major v. Sydow mehr Glück mit seiner Revision.
Auf die Aufforderung des Verhandlungsführers, sich über die Anklage auszulassen, erklärte der Angeklagte, daß er es mit Annemarie zunächst mit Güte versucht habe. Als das nicht half, sei er zur Strenge geschritten. Das MadÄen habe fortwährend gelogen und einen Hang zur Unsauberkeit gehabt. Er habe, das gebe er zu, das Kind streng behandelt, es habe Schläge gekriegt mit der R e i t v e i t s ch e. Er habe es aber nie vor den Kopf geschlagen. Die Reitpeitsche sei verschwunden und habe sich auch jetzt beim Umzuge nicht vorgefunden. Ich habe nie gewußt, daß eine Klopfpeitsche im Hause war. Ich würde das jetzt zugeben, wo mein ganzes Leben jetzt doch vorüber ist. Hier habe ich die Briefe, die Annemarie an uns geschrieben hat. Aus den Briefen spricht Liebe und Anhänglichkeit an ihre Eltern. Später habe ich mir Vorwürfe über die Behandlung des Kindes gemacht, als mir der Arzt sagte, das Kind leide an moralischem Schwachsinn. Das Kind hatte auch wenig Schamgefühl. Meine Frau ist sehr nervös, peinlich sauber und ordentlich. Das Kind war das gerabe Gegenteil der Mutter.
Darauf wurde unter großer Spannung Annemarie als Zeugin aufgerufen. Das Kind ist jetzt 12 Jahre alt und macht einen kränklichen Eindruck. Es befindet sich letzt in Pension in Braunschweig. Auf die Frage nach seinen Personalien antwortet das Mädchen schnell und sicher. Sowohl von der Verteidigung wie von der Anklagebehörde wird jedoch auf die materielle Vernehmung der Annemarie verzichtet.
Frau Müller und Frau Staeger-Berlin waren Anfang der 90 er Jahre im Sydvw'schen Hause in Stellung. Sie bekunden beide, daß Annemarie von der Mutter ungemein streng behandelt worden und gegenüber dem Jungen zurückgesetzt sei Dagegen wissen beide Zeuginnen nichts davon, daß der Major das Kind schlecht behandelt habe. Im Gegenteil, der Major sei turnt er freundlich gegen Annemarie gewesen. Frau Staeger erklärt noch, daß das Kind nicht lügenhaft gewesen sei. — Eine Frau Grahl, die Plätterin bei Shdvws und 12 Jabre im Hause tätig war, sagt aus, daß sie eine wenig liebevolle Behandlung seitens des Majors nicht wahrgenommen habe. — Fräul. Margarete Klein war die Erzieherin im Sydowschen Hause. Sie sagt aus, das Kind habe keinen besonderen Hang zur Lüge gehabt, sei aber trotzdem zurückgesetzt worden. — Anklagevertreter : Haben Sie Ungerechtigkeiten des Majors gegen Annemarie bemerkt? — Zmgin: Nein. — Eine Anzahl weiterer Zeuginnen beschuldigen wohl die Frau v. Sydow, erklären aber übereinstimmend, daß sie von einer Mißhandlung des Majors nichts bemerkt haben. Dem Hausmädchen Hesse hat einmal Annemarie einen dünnen Stock gezeigt, der zerbrochen war, und gesagt: „Damit hat mich mein Vater gestern geschlagen". Das Kind hat auch Striemen auf den Armen gehabt.
Arzt Dr. Hollfelder äußert sich ausführlich über den Gesundheitszustand der Annemarie. Zweifellos könne von erblicher
Belastung gesprochen werden. Erstens leide eine .Tante an Schwackstinnigkeit und dann sei die Mutter hochgradig nervös. Dem Laien könne er fick am verständlichsten machen, wenn er sage, sie leide an einem dauernden Herenschuß.
Die Lehrerin Dammes schildert Annemarie als ein, trenn auch nicht unbegabtes, so doch geistig nicht ganz normales Kind. In manchen Fächern fct sie sehr gut gewesen, so in Religion und Geographie. — Eingehend wurde der frühere Bursche Altenie- decker des Majors vernommen. Er bekundet, daß Annemarie einmal in den Kohlenkeller gesperrt worden sei.
Ein Wachtmeister hat inzwischen eine Anzahl R e i t p e i t s ch en aus dem Geschäft geholt, aus dem seiner Z-it Major v. Svdaw die Reitpeitsche gekauft hat. Dem Angellagten werden diese Peitschen zur Ansicht vorgelegt imb er findet auch eine heraus, die der seinigen ähnelt. Auch die Zeugen bezeichnen diese Peitsche als der des Majors sehr ähnlich.
Hierauf wird die 24 jährige Köchin Anna Habekost vernommen. Sie war bei der ersten der Anklage zu Pfründe liegenden Mißhandlung dabei. Das Kind habe in kauernder Stellung aus dem Teppich gelegen. Die Zeugin hat früher ganz bestimmte Angaben gemacht und gesagt, sie habe gesehen, wie der Major auf den Kopf, auf die Arme und auf den Rücken geschlagen habe. Heute ist die Zeugin unsicherer geworden, lieber die Schläge auf den Kopf weiß sie nichts Genaues mehr. Die Zeugin erzählt einen Fall, wo Major Sydow 'd"s Kind geschlagen hat. Sie hat gehört, wie bei dieser Gelegenheit Frau v. Sydow gesagt bat: „Sei still, sonst schlägt der Vater hin, wohin er trifft." — Frau Jorns aus Braunschweig, war auch früher Köchin im Sydowschen Hause. Sie hat von der Treppe aus gesehen, wie. der Angeklagte einmal das Kind an dem Zopfe in die Höhe gezogen habe. Dann habe er es ins Gesicht geschlagen, habe es auf die Erde geschubst und dann nach 'ihm getreten.
Anklagevertreter: Hat der Angellagte das Kind getroffen? — Zeugin: Ich bermute das, denn Annemarie zeigte mir einige Tage darauf eine blutunterlaufene Stelle am Hüftknochen.
Zeugin Wackerhahn sagt atts, der Major habe einmal dem Mädchen 15 heftige Hiebe mit der Peitsche aus die inneren Handflächen gegeben. — Das Dienstmädchen Köchich hat den Dienst bei Syoows verlassen, well sie die Mißhandlungen nicht mit ansehen konnte.
Der jetzige Gesangenen-Jnspektor Ullrich hat als Unteroffizier unter Major v. Sydow gedient und stellt ihm das Zeugnis eines guten und gegen seine Untergebenen freundlichen Vorgesetzten aus.
Bert. Andree: War der Major nicht ein entschiedener G e gn er der Soldatenmißhandlungen? — Verhandlungsfuhrer: Das ist wohl ein jeder Kompagniechef. — Verteidiger: Ich will das nicht in Abrede stellen, möchte aber festgestellt wissen, daß Herr Major v. Sydow ein ganz besonders entschiedener Gegner der Soldatenmißhandlungen gewesen ist. — Der Zeuge bestätigt das. . Es folgen noch eine ganze Anzahl Entlastungszeugen. Die jetzige Erzieherin der Annemarie, Fräulein Knolle, sagt aus, das Kind hänge sehr am Vater uno freue sich jedes Mal aus das Wiedersehen. Die Vernehmung der Sachverständigen drehte sich in der Hauptsache um den Punkt, ob Major v. Sydow das Kind an den Haaren hätte emporziehen können.
Das übereinstimmende Urteil der Sachverständigen ist, daß dies recht unwahrscheinlich sei.
Die Beweisaufnahme wird daraus geschlossen. Rechtsanwalt Andree plädierte aus Freisprechung, eb"nso der militärische Verteidiger, Oberstleutnant v. Throta.
Zum Schlußwort berstattet, erklärte der Angeklagte mit tränenvertrockneter Stimme, er habe monatelang mit sich selbst gekämpft und nach sorgenschweren Nächten erst sei er dazu gekommen, mit Strenge vorzugehen. Nachdem der Vertreter der Anklage, Kriegsgerichtsrat Philippi, selbst in fast allen Punkten Freisprechung befürwortet unb nur für einen Fall die Schuld des Angellagten für erwiesen an sah und dafür eine Geldstrafe von 200 Mark beantragt hatte, zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück.
Das Urteil lautete unter Aufhebung des Urteils des Kriegs- grrjchtes Hannover auf 300 Mark Geldstrafe.
vermischte».
* Der „Wunderdoktor* AuSmeier in Kirchgandern (Eichsfeld) soll für dieses Jahr sein steuer- fähiges Einkommen auf Mk. 125 300 deklariert haben und mit Mk. 5000 zur Einkommensteuer veranlagt sein. Die Zahl der täglich in Kirchgandern eintreffenden Kranken ist auf 100 und mehr gestiegen, dazu kommen die vielen brieflichen Behandlungen. A. hat bei allen Sparkassen der Umgebung bedeutende Einlagen, auch verleiht er viel Geld an Hypotheken. A. verschreibt nur harmlose Mittel, die in jeder Apotheke ohne weiteres erhältlich sind. Die umliegenden Apotheken machen gute Geschäfte durch ihn.
"Kleine Tages chronik. In dem Dorfe Kleestadt bei Harburg rourbe ein Mmm wegen Bettelns verhaltet, der sich als der Maurer Michal aus Schuettenitz auswies. Auf dem Transport zum Geiängniß zeigte er eine derartige Unruhe, daß der Gendarm Verdacht schöpfte. Er sah das Fahndungsblatt durch und fand eine Bekanntmachung des Staatsanwalts in Waldshut, wo ein Lustmord an einem 16 jährigen Mädchen verübt worden ist. Tie Beschreibung des unbekannten Mörders paßt so genau aus den verhasteten Michal, daß an die angegebene Gerichtsbehörde Mitteilung ergangen ist. — Der noch nicht 20Jahre alteLeutnant Rath in Bromberg erschoß sich auf feiner ©tube in ber Kaserne. — In Herne wollte auf einen bereits in Bewegung desinblicheu Zug ein Ziegelarbeiter springen. Ein Schaffner wollte bas verhinbern, beide kamen aber zu Fall. Der Arbeiter blieb tot, während der Schaffner werkwürbiger Weise nur leicht verletzt würbe.
Wochenbericht der Krrxerrabteilung des Bankhauses H. S. Oppenheimer jr., Hannover.
Hannover, 17. März.
Aus dem Kalikuxenmarkte macht sich nach der vorübergehenden Abschwächung der letzten Tage wieder allgemeine Kauflust bei steigenden Preisen bemerkbar. Die Kurse ziehen auf der ganzen Linie an. Von schweren Papieren macht sich zunächst für Kaiseroda bei M. 10150, Beienrode bei 10200 größeres Kaufinteresse bemerkbar. Von mittleren und leichten Papieren sind zunächst Deutsche Kaliwerk-Aktien bis 190 Proz begehrt. Fester stellen sich ferner Deutschland Mk. 1^50 G., Hansa-Silberberg Mk. 1925 G., Salzgitter-Aktien 1325 ßk, S'gmunbshall'Aktien Alk. 2550 G., bezrv. Mk. 3250 G. Im übrigen besteht namentlich für alle leichteren Werte fehr rege Nachfrage.
Der Kohlen-Kuxen markt liegt ruhig. Umfätze werden mir wenig getätigt und bröckeln die Kurse im allgemeinen leicht ab. Eine Ausnahme machen hiervon besonders Mont-Eenis, die bis Mk. 21450 in lebhafter Nachfrage stehen.
Ein etwas freundlicheres Gesicht zeigte diesmal der Erz- kuxen markt, welcher fast durchweg höhere Kurse aufweist. Die Umsätze auf diesem Gebiete waren recht ansehnlich. Zu nennen sind Wilbberg Alk. 1000 G., Henriette Alk. 1300 G, Apfelbaumerzug Mk. 1550 G., Veterszeche Mk, 540 (y, s. w.
Harde! und Aerketrr. WolUswiNschast.
Tabakbau unb^abafernte im Großherzogtum Hessen im Ernteiahr 1903 (1. Juli 1903 bis 30. Juni
1904). Nr. 800 ber Mitteilungen ber Großh. Hess. Zentralstelle für bie Landesstatistik veröffentlicht eine interessante Zusammenstellung. ber wir folgenbes entnehmen: Die Zahl der Tabakpflanzer betrug im Großberznollnu im ganzen 1443, davon entfallen auf bie Provinz Starkenburg 1441 unb auf Oberhessen 2 (ODer-Mvckstabt); in Rheinhessen gibt es keinen Tabakbau. Der Gesamtflächeninbalt ber im Jahre 1903 im Grostherzogtum mit Tabak bepflanzten Grunbstücke betrug 46 497.65 Ar, nämlich 46 497.23 Ar in Starkenburg unb 0,42 Ar in Ober-M-"'stabt. D-n: meist- Tabak wird in Viernheim gepflanzt, es gibt bort nämlich 18 180,46 Ar Taliakgrunb- stücke. Dann kommt Lampertheim mit 15 443,57 Ar, Lorsch mit 6146,56 Ar, Wimpfen mit 5301,37 Ar, Groß-Hausen mit 771,90 Ar, Wattenheim mit 248.86 Ar, Klejnwelzlp'im mit 201,69 Ar, Bürstadt mit 72,54 Ar, Seligenstadt mit 46 30 Ar, Klein-Hausen mit 38,85 Ar, Zellhausen mit 32,91 Ar, und Frau-Nauses mit 12,22 Ar. Dies sind alle Hess. Gemeinden, in deren Bezirk Tabak gebaut wird. Die Gesamternte im Großherzogtum betrug im Jahr 1903 717 797,7 Kilogramm in trockenem Zustande, durchschnittlich 1545 Kilogramm auf 1 Hektar. Der Gesamtwert diesem Taibakemte betrug 640 394 Mark.
Reichsbank. Wechsel auf Mügeln bei Oschatz, welche vom 1. April b. Js. ab fällig werden, kauft die Neichsbank von jetzt ab an; sie sind an die Reichsbanknebenstelle zu Oschatz zu gincmL__
Landwirtschaft.
Wien, 16. März. S^eute hat in der Angelegenheit ber Mhalkling eines Laubwirtschastskongresses eine Vorbesprechung stattgefunben, in der beschlossen wurde, im Jabre 1906 in Wien einen internationalen landwirtschaftlichen Kongreß abzuhalten. Der Ackerbmmrinister Gras Buquoi hat sich derert erhört ’Sbnrr vl>m,*frrne'n.
Kunst und Wissenschaft.
München, 16. März. Wie die „N. 92." erfahren, übergab ein Münchener Bürger, der nicht genannt sein will, b^t Stadt- gemeinbe eilte Stiftung von 200 000 Mark mit ber Bestimmung, aus dieser Summe jpäter zur Erinnerung an bie Regierung bes Prinzregenten Luitpolb am norbwestlichen Ende bes Maximilian Platzes einen monumentalen Abschluß nach künstlerischen Entwürfen b^rzustellen.
Arbeiterbewegung.
Breslau, 16. März. Wie bie „Schles. Ztg." vom Bergarbeiterstreik in Neurobe melbet, haben bie seit 15. Dezember 1904 im Ausstand- befindlichen Bergleute in heute ab- gehaltenen Versammlungen in Kunzendorf und Schlegel beschlossen, bebingungslos unb sofort die Arbeit wio-. b e r a u f z u n e h m e n.
Alisas aus Leu furdjrnbiidimi btr Stabt Ließen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Matthäusgemeinbe. Den 25. Februar. Photograph Hugo Grün zu Salzschlirf und Margarethe Laura Auguste iOiaric Müller, Tochter des Pianotechnikers Ernst Müller zu Gießen. — L u k a s g e m e i n d e. Den Itf. Februar. Wilhelm August Älliller, Eisendreher zu Gießen, unb Johanna Lenz, Tochter des Landwirts Johannes Lenz II. zu Niedershausen. Den 26. Febr. Adam Alfred Hofmann, Bankbeamter zu Gießen, und Johannette Ni'ihl, Tochter des verstorbenen Kaufmannes Jakob Rühl zu Gieyen. Den 4. März. Adam Debus, Kutscher zu Gießen, unb Margarethe Berghäuser, Tochter bes verstorbenen Maurers Jakob Berghäuscr ut Burgsolms. Denselben. Hermann Beuber, Mechanikus zu Gießen, und Elifabethe Kauß, Tochter bes verstorbenen Ackermanns Fohannes Kauß zu Fleniungeu. Denselben. Wilhelm Erb, Schneiber zu Giesieu, unb Anna Werner, Tochter des verstorbenen Werkmeisters Johann Adam Weimer.
Getaufte.
Matthäusgemeinbe. Den 26. Februar. Dem Schneider Reinhard Heil eine Tochter, Emma, geboren den 29. Januar. Den 5. Febniar. Dem Buchhalter Heinrich Ehristian Rau eine Tochter, Luise Ida Kälhchen, geboren den 26. Januar. Denselben. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Walter eine Tochter, Lina Rtargarethe Wilhelmine, geboren den 20. Januar. Denselben. Dem Fuhrmann Georg Heinrich Seibel ein Sohn, Georg Heinrich, geboren den 7. Februar. Denselben. Dem Kolonialwaren- und Bierhäudler Heinrich Drechsler ein Sohn, Heinrich Karl Ferdinand, geboren den 7. Februar. Denselben. Dem Wirt Philipp Hofmann ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 7. Dezember 1904. — Markus- gemeinde. Den 26. Februar. Dem Fuhrmann Johannes Georg Gebhard ein Sohn, Emil, geboren den 20. Oktober 1904. Denselben. Dem Schlosser Alwin Andreas eine Tochter, Henriette Marie Therese, geboren den 17. November 1904. Den 8. März. Eine uneheliche Tochter, Franziska Wilhelmine, geboren den 14. Oktober 1904. — Lukasgemeinde. Den 19. Februar. Dem Heizer Philipp Nocker eine Tochter, Katharina Margarethe Elisabeth, geboren den 9. Januar. Den 5. März. Dem Schreiner- meister Karl Klingelmeyer eine Tochter, Johanna Marie Emilie, geboren den 15. Dezember 1904. Denselben. Dem Neichsbank- bcamten Wilhelm Karl Heinrich Maisch eine Tochter, Lotte Paula, geboren den 1. Februar. — M i l i t ä r g e m e i nd e. Den 19. Februar. Dem Vizeseldwebel Johannes Frick eine Tochter, Erna Elisabeth Helene Karoline Klara, geboren den 27. Januar.
Beerdigte.
M a t t h ä u s g e m e i n d e. Den 26. Februar. (S)eorg Eapeller, Taglöhuer, verheiratet, 36 Jahre alt, starb den 23. Februar. Denselben. August Helfeubein, Sohn des Zimmermannes August Helsenbein, 6 Jahre alt, starb den 22. Februar. Denselben. Wilhelm Spruch Kausmaun, verheiratet, 69 Jahre alt, starb den 22. Februar. Den 5. März. Anna Marie Stückrath, geb. Gräf, Witwe des ver- ftorbenen Möbelhändlers Karl Friedrich Stückrath, starb den 3. März. — Lukasgemeinde. Den 11. März. Johannette Georgine Strauch, Witwe des Maurermeisters Balthaser Strauch, 64 Jahre alt, starb den 8. März. ,
chfriAtssaak.
Zweibrücken, 16. März. Das Pfälzische SÄwurgerM Verurteilte den Postexpeditor Bähr in Homüurg (Pfalz)., wegen zahlreicb-'r Veruntreuungen im Amte zu zwei Jahren Zuchthaus.
Dresden, 15. März. Der frühere Natsaffessor und Standesbeamte Dr. A ck e r m a u u wurde wegen Vergehens gegen § 175 zu zwei M 0 n aten Gesängniß, bie Burschen Wallmann zu zwei Jahren einem Dionat, Duvke zu zwei Jahren sechs Monaten und Rahn zu einem Jahr zwei Monaten 65efüngni§ und fünf Jahren Ehrverlust wegen Erpressung verurteilt.
Hörst bit, wie unser Rudi bellt??
O Da muß ich gleich morgen früh einen Brusttee kochen. — Ach ivas — Brusttee! Bei solchen Sachen ist nicht zu f paff en Onrtb ehe man sich's versieht, ist eine ernste Krankheit ba. Du läßt eine Schachtel Fay's echte Sobeuer Mmeralpastillen für 085 Pfg. holen, lösest bavon sechs in heißer Milch nnb bas kriegt ber Junge. Das wirb tagsüber breimal wieberholt, zwischeneiu lutscht der kleine Bursch ab unb zu eine Pastille unb du sollst sehen, was die kleinen Dinger für Wunder tun.
hv1/l
Nicht teuere kostspielige Medikamente
gereichen dem Gemeinwohl zum Vorteil, sondern erprobte Nährmittel, welche preiswert und überall käuflich sind. Knorrs üaserpräparate und Suppenmehle zeichnen sich durch ihre vorzügliche Qualität aus: sie sind aus den besten und feinsten Rohmaterialien hergestellt, ohne besondere Aufwendungen und überall zu erlangen. Knorrs vorzüglichen Haferkakao bereitet jede Hausfrau nach eigenem Geschmack sich selbst, indem sie Knorrs Hafermehl zur Hälfte mit einem guten Kakao mengt und dann der Milch rc. beifügt. Die vielen Vorzüge solch eines selbst zubereiteten yaferkakao bedürfen wohl keiner besonderen (Erläuterung!


