Per Darmstädter Journalisten- und Schrislstellertag.
i.
Darmstadt, 19. Juni.
Heute nachmittag fand hier die Hauptversammlung der Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller unter dem Vorsitze von Direktor O. Wenzel- Berlin statt. Vertreten waren 26 Ortsvereine mit 31 Stimmen. Herr W. Prager-München erstattete den Jahresbericht, wonach die Geschäftslage der Pensionskasse während des verstossenen Jahres eine durchaus befriedigende war. Als Zuschuf; zu den Pensionen wurden für 1906 wie im Vorjahre 80 Mk. pro Kopf festgesetzt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden die ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt; an Stelle des Herrn Samosch-Berlin, der eine Wiederwahl nbgelehnt hat, wurde Frau Ida Boy-Ed ncugewählt.
*
Der Vorstand des Darmstädter Journalisten- und Schriftstellervereins veröffentlicht in ein paar Darmstädter Blättern eine gleichlautende Erklärung, in der er sich mit einer Fülle von häßlichen Worten wegen seines von uns als „unwürdig" bezeichneten Anklopfens an die Türen der Begüt-rten (vgl. unsere Nr. 136, 2. Bl.) zu rechtfertigen sucht. Er gibt dabei zwar gleichzeitig seine „bedauerliche Ungeschicklichkeit" selber zu, womit seine Entschuldigungsversuche von vornherein ins Wasser fallen. Trotzdem aber scheut er sich nicht, eine versteckte Verdächtigung iu sein neues Skriptum cinfließen zu lassen, die, allerdings in erster Linie an die Adresse zweier Berliner Blätter gerichtet, uns unverständlich geblieben ist und die taktlose Ungeschicklichkeit der Darmstädter Herren aufs neue bekundet. Daß es uns durchaus ferngelegen hat, durch unsere kurzen Bemerkungen zu der wörtlichen Wiedergabe jenes Nund- schreibens „den glatten Verlauf des Delegiertentages Deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine im besonderen und den guten Ruf der Stadt Darmstadt im allgemeinen zu schädigen", brauchen wir nicht erst zu betonen. Taktlosigkeiten der Arrangeure haben nichts mit dem Ernste und der Wichtigkeit des Delegiertentages zu tun. Den „guten Ruf der Stadt Darmstadt" aber, der jedem Bewohner Hessens am Herzen liegt, schädigten allein die Verfasser jenes Zirkulars, nicht aber die auswärtigen Tadler jener eingestandenen „bedauerlichen Ungeschicklichkeit".
Nicht nur wir und das von den Darmstädter Herren noch angeführte „Mainzer Tagebl." sowie das „Berl. Tagebl." nebst der „Berl. Volksztg.", sondern auch die „Staatsb.-Ztg." m Berlin und noch ' zwei andere hessische Blätter — weitere sind uns nicht zu Gesicht gekommen — obendrein aber mehrere Journalisten-Vereine deutscher Großstädte haben die Art der Darmstädter Festvorbereitungen miß- billigt. Der Mainzer Journalisten- und Schriftsteller-Verein z. B. hat, wie wir im „Mainzer Jouryäk" lesen, beschlossen:
„daß seine Delegierten zwar an den Verhandlungen de? Verbandes deutscher Journalisten- und Schriktstellervereme in Tarm- Nadt teilnehmen, den übrigen dortigen Veranstaltungen daaegeli iern bleiben sollen, wenn da? m 11 Recht gerügte V o r- gehendes Darmstädter Vereins, öffentlich nm Beiträge auszufordern, nicht eine befriedigende Aufklärung findet. Bei den Verbandlungen des Delegiertentages selbst, ans dem wichtige und dringliche Berüfsintereffen zur Beratung stehen, wegen einer von dem geschästsführenden Ausschuß in Darmstadt begangenen Ungeschicklichkeit zu „streiken", wäre umso weniger angebracht, als die Delegierten nicht etwa freigehalten werden, sondern zum Lösen einer Teilnehmerkarte von je 15 Mk. verpflichtet sind."
Daß der Frankfurter Journalisten- und Schriftsteller-Verein weniger wegen des von uns zum Gegenstände einer kurzen kritischen Erörterung gemachten offiziellen Aufrufes, als vielmehr wegen noch anderer unüberlegter Mißgriffe, von jeder Beteiligung an der Darmstädter Tagung Abstand zu nehmen beschlossen hat, erfuhren wir aus zuverlässiger Oueöe.
Die Darmstädter Herren hätten wahrlich klüger getan, auf die vielseitigen abfälligen Aeußerungen über Ungeschicklichkeiten mannigfacher Art zu schweigen. Die Kritik noch mehr als bisher herauszufordern, war die größte aller Ungeschicklichkeiten.
Kandel und Werkeln. Aolkswirtschaft.
DieBank für Handel undJ n duft rie hat in Alsfeld eine Agentur errichtet unter dem Namen Alsfelder Agentur der Bank für Handel und Industrie.
Amerikanischer Tabaktruft. Aus Newhork wird gemeldet: Die Verhandlungen gegen den amerikanischen^ Tabaktruft unter Leitung von Sherman auf Grund des Antitrustgesetzes führten zu der Bekanntgabe eines sensationellen Vortrages, der in das Verhältnis zwischen dem britischen und dem amerikanischen Tabaktrust Licht bringt und in dem die Absatzgebiete für beide Trusts festgelegt werden. Da der Sekretär des amerikanischen Trustes M'Callister die Aussage verweigerte, wurde er wegen Mißachtung des Gerichtes bestraft.
Eguitable Lebensversicherungs-Gesellschaft, N e w y o r k. In dieser Angelegenheit fehlt immer noch eine erschöpfende Darlegung über die eigentliche Ursache der Wirren und speziell über den gegenwärtigen finanziellen Status der Gesellschaft. Bis jetzt ist weder der Bericht des staatlichen Versicherungs- Departements, noch der des sog. Frickschen Untersuchungs-Komitees veröffentlicht worden. Aus letzterem liegt einstweilen lediglich ein unvollständiger Auszug vor, dessen Inhalt nicht gerade geeignet erscheint, die Beunruhigung der Versicherten zu verscheuchen. Es ist eine Wiederholung dex Beschuldigungen, die ursprünglich gegen . den Vizepräsidenten Hhde erhoben wurden, nur mit dem Unterschied, daß sie sich auf den ganzen Beamtenstab ausdehnen Die Transaktionen des „Hpde und Konsorten Syndikate" werden schonungslos verurteilt; von Allen, die dabei beteiligt waren, müsse Ersatz verlangt werden. Die Entfernung des Präsidenten Alexander sowohl, wie die der Vizepräsidenten Hyde und Tarbell wird empfohlen. Auch die anderen Beamten der Gesellschaft haben sich, wie der Bericht weiter ausfuhrt, Nachlässigkeit in der Führung der Geschäfte zu Schulden kommen lassen. Der Bericht spricht sich in Bezug auf bie allgemeine Verwaltung in den schärfsten Ausdrücken aus, aber, wie bemerkt, enthält der Auszug keinerlei tatsächliche Angaben, weder über die Beschuldigungen, wie namentlich über deren materielle Tragweite. Die Versicherten interessiert doch m erster Lime zu erfahren, ob und in welchem Umfange die angebliche Mißverwaltung den finanziellen Statiis der Gesellschaft geschädigt hat und ferner wie dieser gegenwärtig beschaffen ist. Bemerkenswert ist nid), dich Clevklond (®j)mifibent der Vereinigten Staaten) Mitglied des Treier-Komitees, in seinem Annahme-Brief geäußert hat, er sei der Ansicht, „das was letzt bei der .Eguitable' vor- gekommen sei, könne sich bei anderen Versicherungsgesellschaften und ähnlichen Korporationen ereignen, so lange Oie lockeren Gepflogenheiten in Bezug auf Atzrautwortlichkett und Vertrauen von unserem Volke geduldet werden." .Das ist zwar auch eint
allgemein gehaltene Bemerkung, die aber offenbar als zutreffend anzuerkennen ist. (Frkf. Ztg.)
Unsere handelspolitischen Beziehungen zu Schweden undNorwegen. In maßgebenden Handelskreisen ist man der Meinung, daß jetzt die beste Gelegenheit wäre, auf den Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutschland und Schweden, sowie Norwegen hinzuwirken. Die kommerziellen und handelspolitischen Beziehungen zwischen Schweden und Norwegen selbst sind durch die geänderten Verhältnisse oder wie man Wohl mit Recht sagen darf, durch die Revolution von norwegischer Seite kaum tangiert. Schweden und Norwegen waren schon bislang getrennte Zollgebiete, die sich im Verkehr gegenseitig vollkommen als Ausland behandelten. Auch dem Ausland gegenüber regelte jeder der beiden Staaten seine Handelsbeftehungen für sich. Handelsverträge zwischen dem Deutschen Reich und Schweden-Norwegen gab es bis jetzt nicht, aber es ist, wie schon erwähnt, anzunehmen, daß sich vielleicht die vom Handelsvertragsverein anhängig gemachten Bestrebungen, Handelsverträge mit Schweden und Norwegen abzuschließen, zur Durchführung bringen lassen. Zwischen dem Deutschen Reich und Schweden sind Vorbesprechungen handelsvertraglicher Natur schon im Gange. Das Deutsche Reich hat keinen eigenen Meistbegünstigungsverlrag mit den beiden Ländern, sondern es hat stillschweigend diejenigen übernommen, die eine Reihe seiner Bundesstaaten vor seiner Gründung mit ihnen eingegangen sind. Am dringlichsten wird eine vertragsmäßige Regelung unseres Verhältnisses mit Schweden notwendig. Hier kommen nicht nur in der Höhe der Tarifpositionen, sondern auch in mancherlei anderem Erschwerungen des fremden Handels zum Ausdruck. So wird, wie bekannt, von ausländischen Geschäftsreisenden eine Sondersteuer von 100 Kronen monatlich erhoben, und allerlei Formalitäten machen ihnen überdies noch das Leben recht sauer. Sonst gr es auch noch eine Menge von Gepflogenheiten, deren Befeitigr.ni dem deutschen Handel nur nützlich wäre. Bei einigem guten Willen auf beiden Seiten könnte ein Handelsvertrag zwischen Deutschland und den feindlichen Staaten Schweden und Norwegen ganz gut zustande kommen.
The A n g l o - G e r m a n E o p v e r Company L t d. Die Konstituierung dieser Gesellschaft die die Ausbeutung der in Deutsch-Südwestafrika gelegenen Kupfermine „Go- r o b" zum Gegenstand hat, hat stattgefunden. Dem Aussichtsrat gehören sowohl deutsche wie englische Kommerzielle und Bergwerksachverständige , auch Mitglieder des Kolonialamts an. Das Kapital soll in Deutschland und England aufgebracht werden. Dabei möchten wir nur die Hoffnung aussprechen, daß nicht die Deutschen Pas Geld zahlen müssen und den Engländern die meisten Vorteile zusallen. Es liegt die Absicht vor, die Aufträge für den nötigen Eisenbahnbau und die erforderlichen maschinellen Einrichtungen der deutschen Industrie zuzuführen. Mineningenieur I. B. Steiger, der „Goroo" kennt, prophezeit der Mine eine gute Zukunft. Auch die nach der Mine entfanbten Beamten des kaiserl. deutschen Gouvernements sprechen sich, wie wir schon vor einigen Wochen mitteilten, günstig über das Terrain aus. Ein Hauptvorteil für uns Deutsche ist, daß die Entfernung nach Swakopmund nur etwa 150 Kilometer beträgt, das Gelände wenig Schwierigkeiten bittet und im Quissifluß Wasser und Holz reich- Hcb vorhanden ist.
Atßeiferßewenun^.
Butzbach, 19. Juni. Der Ausstand der hiesigen Maurer dauert, lt. „Butzb. Ztg.", kort. Da sich die Meister bis jetzt zu Unterhandlungen mit den Vertretern der 9(rbeiter nicht bereit erklärten, haben m der abgelanfenen Woche bereits 22 Mann auswärts Beschäftigung gefunden, und im Lanke dieser Woche werden weitere 15 bi§ 20 Mann abreisen. Die Ursache de? Ausstandes sind Lohndifferenzen; die Folgerungen lauten: bi? Ablauk dieses Jahre? pro Stunde 36 Psg., das nächste Jahr 38 Pfg. und das übernächste Jahr 40 Pkg. Der seitherige Stundenlohn betrug 32 Pfg. — Eine Anzahl hiesiger B a ckst e i n rn a ch e r ist in den A n? st and getreten.
Aniverfttäts-Kachrichten.
— Der Wingolfbun d , dessen Tagung in Eisenach von etwa 450 Studenten aus den meisten deutschen Universitäten beschickt war, faßte folgenden Beschluß: „Der Wingolf steht nicht im Dienste einer bestimmten kirchlichen Richtung, Konfession oder Kirche, sondern ist eine Studentenverbindung, die auf den Glauben an Christus ihre religiöse Weltanschauung und sittliche Lebensführung gründet. Selbst auf dem Boden der akademischen Freiheit erwachsen, tritt der Wingolf für diese altbewährte Grundlage des afab. Lebens, die Lehrend Lernfreiheit, die Vermssungs- und Versammlungsfteiheit, ein. Er verwirft daher die Versuche, geistige Bewegungen innerhalb der Studentenschaft mit äußerer Gewalt zu unterdrücken, und sieht seine Aufgabe darin, seine Mitglieder für die nationalen, sozialen und religiösen Arbeiten und Kämpfe des Lebens zu rüsten. Nach Maßgabe dieser Erklärung begrüßt und unterstützt er einstimmig die auf Wahrung der akademischen Freiheit und den Zusammenschluß der national gesinnten deutschen Studentenschaft gerichteten Bestrebungen des Verbandes deutscher Hochschulen."
Wien, 19. Juni. Der hervorragende Professor der Kunstgeschichte Dr. Alois Ryegl ist im 38. Lebensjahre heute hier g e st o r b e n.
Kunst und Wissenschaft *
— Oskar Blumenthals Drama er tote Löw e", dessen Aufsi'hrung für Preußen Wanntfici) verboten war, ist vom Oberverwaltunasaericht frei gegeben worden.
Kherichlsiaal.
Frankfurt a. M., 19. JUni. (Oberkri egsge - richt.) Der Arbeitssoldat Josef Klein von der Mainzer Arbeiterabteilung dient jetzt vier Jahre. Zur Arbeiterabteilung haben ihn seine Strafen wegen unerlaubter Entfernung geführt, für die er nachher nie einen Grund anzugeben wußte. Er ist wegen des genannten Delikts allein gerichtlich mit 19 Monaten Gefängnis, die beiden letzten Male mit je sechs Monaten, vorbestraft. Am 23. Februar dieses Jahres nun leistete er dem wiederholten Befehl eines Sergeanten, die von ihm gereinigten Gewehre in einen anderen Saal zu tragen, keine Folge, stierte vielmehr an die Wand und schlug um sich, als ihn einige andere Arbeitssoldaten auf Befehl des Sergeanten aufmuntern wollten. Tann ließ er sich willig abftlhren. Er wurde zu sech s Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte er Berufung eingelegt. In einer früheren Verhandlung hatte nun das Oberkriegsgericht beschlossen, Klein in der Irrenanstalt Eichberg auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Das Gutachten des Oberarztes Dr. Marke ging dahin, daß Klein für seine Handlungen nicht verantwortlich zu machen sei und zwar sei er schon seit Jahren geistesgestört. Er leide an geistiger Schwäche auf epileptischer Basis und gehöre nicht in die Armee. Demgemäß lautete das Urteil auf Freisprechun g. W
* (Stuttgart, 20. Juni. Der Prozeß gegen die Redakteure Dr. Ludwig Thoma und Julius Linnekogel vom S i m - plieissimus hat hier begonnen. Bekanntlich handelt es sich um Beleidigung durch Verse, die anläßlich des Sittlichkeits- Kongresses i n K o l n im Sirnplieissimus erschienen. Es wurde 5 Stunden verhandelt. Sachverständige sind Dr. Max Bernstein und Ludwig Ganghofer aus München. Die Urteilsverkündigung ist auf nächsten Diontag festgesetzt.
Landwirtschaft.
Budapest, 19. Juni. Nach dem Bericht des Ackerbauministeriums vom 15. Juni werden die Erträgnisse folgendermaßen geschätzt: Weizen 42,2 Millionen, Roggen und Halbfrucht 13 7 Millionen, Gerste ca. 13 Millionen, Hafer ca. 14 Millionen
Meterzentner. Der Mais verspricht ein reiches Erträgnis. Die Kartoffel gedeiht gut. Hülsenfrüchte, Krautarten, Hirse, Buchweizen, ^Hanh Flachs und Tabak stehen sehr gut. Zucker- und Futterrübe sind im allgemeinen befriedigend, zum Teil viel- versprech-md. Die Weiden, Wiesen und der Wein versprechen ein gutes Erträgnis. Das Cb ft ist teilweise gut, teilweise schwach.
Wien, 17. Juni. Die Wintersaaten stehen günstig und lassen eine befriedigende Ernte erhoffen, die Sommersaaten haben durch Trockenheit gelitten. Sie haben zwar teilweise durch die letzten Regelfälle sich erholt, doch eine befriedigende Ernte ist kaum noch zu erwarten. Zuckerrüben sind im Rückstands, der aber bei günstiger Witterung noch ausgeglichen werden kann. Ihr ?tand ist vielfach unzünftig.
ßtseffbahn-Zeilung.
— Di e preußisch-hessische Staatsbahnver- waliung läßt seit einiger Zeit Versuche machen, um das lästige Qualmen der Lokomotiven zu beseitigen oder doch auf ein Minimum herabzudrücken. Sie läßt zu diesem Zwecke eine Menge Lokomotiven mit der Markotti- schen Rauchverbrennungseinrichtung versehen, die sich bei sachgemäßer Behandlung durchaus bewährt hat. Die betr. Lokomotiven tragen am Schornstein einen roten Streifen, sodaß jederzeit erkannt werden kann, ob vorüberfahrende oder stillstehende Lokomotiven mit der Vorrichtung ausgerüstet sind und ob das Führerpersonal sie sachgemäß behandelt. Eine Ersparnis von Feuerung wird durch die Markottische Einrichtung nicht bewirkt.
* kleine Tageschronik. In E fb e r k e l d haben sich zwei Töcbter des Kaufmann? Cladenberg im Alter von 11 und 12 Jahren beim Spielen mit fup fernem Geschirr, das Grünspan zeigte so sehr vergütet, daß sie nach kurzer Zeit st a r b c n. — In Budave ft versuchte die entlassene Maschinenschreiberin Koranyi den Großindustriellen Alorander Deutsch de Hatvan zu e r s ch i e st e n , wurde aber hieran gehindert uub verhaktet.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 21. Juni 1905: Heiter, später zunehmende Bewölkung, wärmer. _____________Näheres ^urch die Giestener Wetterkarte.
Temperatur der Lahn und der Lust
am 20. Juni 1905.
Nach Reamnur gemessen mittag? zwischen 12 und 1 Uhr. Wnffer 18V,0, Lust 20 ° R.
M ülle r'sche Bgde- und Schwimmanstalt.
Griainal-DraötMi'söunqen.
Berlin, 20. Juni. Die „Berl. Polit. Nachr.^ kün» digen eine Bundesratsverordnung über den Automobil-, Fahrrad- und Wagenverkehr an. Die Verordnung gebe den Einzelstaaten allgemeine Direktiven und lasse ihnen in weniger wesentlichen Punkten Bewegungsfreiheit. Bezüglich der Frage der Haftung der Automobilbesitzer für durch ihre Fahrzeuge angerichtete Schäden stehe die Regelung durch einen Gesetzentwurf noch in weitem Felde. Hauptsächlich wurde erwogen, eine Hastpflichtgenossenschaft der
Automobilbesitzer zwangsweise zu errichten.
Kiel, 20. Juni. Bei der Sektion der Leiche eines 15jährigen Mädchens stellte es sich heraus, daß es von der Sucht befallen war, Nägel zu verschlucken. Die Sektion förderte 58 Nägel zu Tage.
Breslau, 20. Juni. Der Registrator Brenner, der als Angestellter der Filiale der Gasmotorenfabrik Deutz zwei Kasseten mit 15000 Mark Geld und Wechseln gestohlen hatte, wurde verhaftet. Man hat nur noch wenig Geld bei ihm vorgefunden.
London, 20 Juni. Die Abendblätter veröffentlichen ein Telegramm aus Washington, nach dem Präsident Roosevelt nach der Ernennung von drei russischen und drei j ap a n i sch en Fried e n §b e v ollm ä chtigten den Kriegführenden einen Waffenstillstand vorschlagen werde. Es verlautet, Japan werde dem Vorschläge bei« pflichten unter der Bedingung, daß das Abkommen über den Waffenstillstand von den Oberbefehlshabern beider Armeen unterzeichnet werde.
Loudon, 20. Juni. „Daily Mail" meldet aus Kopenhagen: Die Mehrheit der F-riedeus-Parlamentarier hielt eine Versammlung ab, worin sie die Erlläruug. abgaben, sie seien ein- verftaudeu, daß V r i n z Karl, der dritte Sohn des Königs Oskar, zum norwegischen Könige ernannt werde unter der Bedirigung, daß Norwegen seine Grenzbefestigungen leite und einen Schicdsvertrag abschließe.
Simbach a. Inn, 20. Juni. In Priesting bei Tann in Niederbayern hat in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Gütler einen Bauernburschen, der zum Kammerfenster seiner Tochter wollte, erschossen. Der Bursche hatte sich auf wiederholten Anruf nicht entfernt. Daraufhin gab der Gütler den totbringenden Schuß ab.
Bozen, 20. Juni. Gestern nacht erfolgte ein Attentat auf die Mora-Riva-Bahn durch Uebedegen eines eisernen Balkens. Der Maschinist bremste rechtzeitig. Niemand wurde verletzt.
Washington, 19. Juni. Der japanische Gesandte Taka- hira setzte Präsidcnt Roosevelt davon in Kenntnis, daß es den japanischen Bevollmächtigten möglich^sei, in Washington bis zum 1. Augnft einsutreffen: falls es für Rußland annehmbar sei, könne die Konferenz um diese Zeit zusam- mentreten. Der russische Botschafter Graf Eassiui sprach im Weißen Hause vor und äußerte später, die Verhandlungen nähmen einen unaeftö"' 'u ^-ni-^aun.
Kursbericht.
Frankfurt a. M.. 19. Juni Offizielle ßchlusskursc.
31/an/o Reichsanleihe . . 101.35 3% do. ... 90.35 3V,% Konsola .... 101.35 R0/0 do......90.35
fl'/sVo Heesen .... 100.55 3'/, 56 OberheflRon . . . 99.00 456 Oeflterr. Goidrente . . 102 00 4Vz 56 Oeaferr. Silberrente . 101.00 456 Ungar. Goldrente . . 99.45 4°/n Italien. Rente . . . —.—
4 56 Portu<*ieaor I . . . 66.85
3°/ Portugiesen. III . . 67.15
156 Unif. Türken . . , 88.45
Türkenlose......135.90
456 Griech. Monopol.-Anl. 54.50
41/,°/0 iiuBsere Argentiner 45.60
Tendenz :
3°/0 Mexikaner . . 67.55
4 Vj’/ Chinesen .... 96.70 Electric. Sohuckert . . . 138 00 Nordd. Lloyd . . . . 122.50
Kreditnktien . . , . 20810
Diskonto-Kommandit, . 189.90
Darmstädter Bank . . . 140.90 Dresdener Bank .... 15620 Berliner Handelsges . . 170 00 Oeatevr. Staatabahn . . . 142 80 Lombarden.....18 50
Gotthardbahn.....—.—
Laurahütte..... 266.00
Bochum ......251.80
f’arpener . . ... 213 40
Stnatschatzscheine . . . 100.45
schwach.
Sm Semmei* darf ein SCind nicht entwöhnt werden denn Brechdurchfall und andere Verdauune:skrankhe:ten raffen im Sommer Hnnderttausende von mit der Flasche genährten Säuglingen hinweg. Wenn eine Mutter nicht genügend Miich hat, dann nehme sie das bewährte Lactagol Broschüre über ..Natürliche Säug- lingsernährang“ gratis von Vasogenfabrik Pearson & Co., Ham- urg 106. hv6/e


