Der österreichische Abgeordnete Dr.
Trübe Botschaft aus Deutsch-Ostafrika.
könne.
Wien, 18. Aug.
Kirche und Hchnte.
Hebe dingen, 17. Aug. Vor einigen Wochen hatten
Zur Fleischverteueruug.
München, 18. Aug. In den Zentralsälen findet am Dienstag eine von einem Komitee, das sich aus Bürgern, Beamten und Gewerbetreibenden zusammensetzt, einberufene Volksversammlung statt, um gegen die Behauptung des preußischen Finanzministers, „daß in Deutschland eine Fleischnot nicht existiere", sowie gegen das passive Verhalten der bayerischen Regierung, die es noch nicht angezeigt sand, die Fleischversorgimgskommission einzuberufen, energisch Protest zu erheben.
Nürnberg, 18. Aug. Die Gesamtvorstandschast des Verbandes der bayerischen Gastwirte beschloß, durch eine Abordnung aus Vertretern des Gastwirtsgewerbcs der Städte Nürnberg und München persönlich bei der bayerischen Staatsregierung vorstellig zu werden, um ihr die Bitte um sofortige Oeffnung der italienischen Grenze für Schlachtoie h undbesondersfürSchweinezuunterbreitem^^^
Ernst Bareuther ist gestern in Freiburg im Breisgau g e st o r b e n.
Budapest, 18. Aug. In den Festartikeln anläßlich des 7 5. Geburtstages des Königs heben die Organe der Koalition die Gravamina und die Forderung der ungari- chen Nation hervor, stellen jedoch, insbesondere gegenüber der jüngsten Broschüre des Berliner Universitätsprofessors Julius Zeysig „Ungarische Krise und Hohenzollern" fest, daß von einer Lockerung des Verhältnisses zwischen der ungarischen Nation und den Habsburgern nicht die Rede sein könne.
Petersburg, 18. Aug. Wie die Petersb. Telegr.« Agentur mitteilt, ist das im Umlauf befindliche Gerücht von einem beabsichtigten Getreideausfuhrverbot vollständig haltlos.
Tanger, 18. Aug. An der Küste von Tanger wurden zwei Franzosen auf einem Spaziergange etwa zwei Kilometer von der Stadt von Mitgliedern des Stammes And- jera, die mit Gewehren bewaffnet waren, angegriffen und ihrer ganzen Habe beraubt.
Aus Slaöl im- KmiS.
Gießen, 19. August.
•• Gießener Pferde markt-Lotterie. Die Lost des am 6. September d. I. stattfindenden Herbst-Pferdemarkts finden guten Absatz. Als Haupttreffer sind vorgesehen: ein viersitziger Viktoriawagen nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein eleganter Schlitten nut Plüschpolsterung und Pelzdecke nebst Pferd und vernickeltem Brustblattgeschirr, ein Lauierbacher Wagen mit Kutschlerbock nebst Pferd und Kummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Nähmaschinen, Haushaltungs- imd Gebrauchsgegenstände. Der Wagen und Schlitten sind von A. Ki lb mger, das silberplattierte Geschirr von Sattlermeister Groß, das Brustblattgeschirr von Sattlermeistec Svies, der Lauterbacher Wagen von Wagnermeister
find für diesen Zweck jährlich 1000 Mk. vorgesehen. Die «fühle. Es wird beabsichtigt, vor der Auswahl de§ vom König Staatsregierung verwendet übrigens auch einen nicht un- einzuberufenden Handwerksvertreters den Handwerks- und bedeutenden Teil des Abwurfs verschiedener Stiftungen je Gewerbekammerausschuß zu hören.
nach Bedürfnis zur Förderung des gewerblichen Mittel- Wilhelmshöhe. 18. Aug. Heute morgen traf der ftQnbeg. Oberstkämmerer Fürst zu Solms-Baruth hier em. Das
Das Herzogtum besitzt in dem Arbeitersekretariat Kaiserpaar und das Fürstenpaar von Fürstenberg unter- 3u Gotha eine Stelle, die nicht nur dem Wohle der arbeitenden nahmen gestern abend eine gemeinsame Ausfahrt und heure Bevölkerung, sondern auch dem Wohle des gewerblichen vormittag einen gemeinsamen Ausritt. Der Kaiser konferierte Mittelstandes gewidmet ist. Weitere Referate wurden erstattet gestern und heute mit dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow, aus Braunschweig, Lübeck, Mecklenburg-Schwerin, Groß- Heute nachmittag 1 Uhr fand bei dem Kaiserpaar anläßlich Herzogtum Oldenburg, Preußen, Großherzogtum Sachsen- des Geburtstags des Kaisers Franz Josef eine größere Weimar, sowie aus Elsaß-Lothringen. Gerade Deutschland Tafel statt, an der u. a. der österreichisch-ungarische Bot- hat sich außerordentlich fleißig an den wissenschaftlichen schafter v. Szoegyeny-Marich, Reichskanzler Fürst Bülow, der Studien beteiligt. deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr Marschall
l ml.......... ■■ ■ ! - ..........■■■ 1 *o. Bieberstein, der Gesandte v. Tschirschky und Bögendorff,
fifriTrtPfcrfhfTH der österreichische Militärattaches Major Klepsch-Kloth v. Roden,
yfllUljnje <Mgra!ilJUlL Oberhof- und Hausmarschall Graf zu Eulenburg, Botschaft
„Eine Ungerechtigkeit". attachee Graf Kinsky, der Chef des Militärkabinetts General-
Unter dieser Ueberiajrifi süyrt die „Köln. Ztg." ®Iage (eutnant Graf v. Hülsen-Häseler, Fürst zu Solms-Baruth,
Über die geringe Teilnahme des deutschen Boltes an den „ unb c>ürftin von Fürstenberg, Oberpräsident v. Wind-
Kämpsen in Südwestafrika und über den Mangel an Ber-! o 1 tu tntr.-mkn-ron
st-Mis für bie außerorbentlidjen Leistungen der d-u^ch-n Ob°-h°sm-.st-r Frhr ° M.rbach °,ln°hnnn Soldaten, vor denen die in die Heimat Zurückgekehrteu Wilhelmshöhe, 18. Ang. Bei der Fruhstuckstafel sich eines bitteren Gefühls nicht erwehren tonnten. Das erhob sich der Kaiser, brachte m warmen Worten einen Blatt meint, es geschehe von amtlicher Seite wenig, um in Trinkspruch auf den Kaiser von Oesterreich aus und der Heimat Aufklärung über die furchtbaren Anforderungen trank auf das Wohl des Kaisers, seines hochverehrten Freundes zu verbreiten, denen unsere Soldaten in Südwestafrika zu und treuen Bundesgenossen.
genügen haben. Das ist richtig. Ließe nicht die bürgerliche Kottbus, 18. Aug. Die Staatsanwaltschaft Hut in Presse — und hier wohl ohne Unterschied der Partei- Sachen der Spremberger Eisenbahnkatastrophe stelluug — es sich angelegen sein, private Berichte vom gegen sechs weitere Bahn au gestellte und zwei Kriegsschauplätze weiter zu verbreiten, dann müßte bie etredentoärter ein Ermittelungsverfahren wegen Oefsentlichkeir sich bescheiden bei der Kenntnisnahme der fahrlässiger Tötung durch Außerachtlassung der Berufs- Berlustlisten und gelegentlichen, bei der „Nordd. Allg. pflichten eingeleitet. Auch die Eisenbahnverwaltung hat Ztg." veröffentlichter strategischer Betrachtungen, die wohl eine neue dienstliche Untersuchung gegen das gesamte an nur den militärischen Kreisen interessant sind. Anerkenn- dem Unglückstage tätig gewesene Personal eingeleitet.
ung und Bewunderung wird den deutschen Soldaten in der Schleswig, 18. Aug. Wie die „Schlesw. Nachr." Bevölkerung und in der Presse der Heimat verdienter- melden, ist der Finanzminiper Frhr. v. R he in b a b en mit maßen zuteil. Auch im Ncichstag ist dem aufs wärmste feiner Familie heute zu längerem Aufenthalt bei seinem Ausdruck gegeben worden, mau vermißte andererseits auch Schwiegervater v. Lilieneron eingetroffen.
hier eine entsprechende Würdigung durch die Regierungs-i Straßburg, 18. Aug. Wie nunmehr feststeht, wird Vertreter. Wir erinnern uns, daß bei einer Diskussion über bec Festzug, mit welchem am nächsten Sonntag hier
den Burenirieg Fürst Bülow mit Entschiedenheit daraus b 52, Deutsche Katholikentag eröffnet wird, folgender-
hinwies, daß die englischen Soldaten zu sterben verstunden. \ c^mensetzen: Schweizer 318, Kornbinirte Gruppe
An diesem Magstave gemeßen, hatte die todesmutige« qb-piifcpn 1958 Württemberaer 391 Vtälrer 610
Tapferkeit der deutschen Soldaten eine wärmere Würdig- H1?6' Preußen 1958, ^l‘c”emb!59ec
ung seitens der Negierung finden müssen, als man sie bisher Badenser 4567, Lothringer 3447, Oberelsaffer 3218, Unter» vernahm. Wie gesprächig war doch der offiziöse Apparat elsäsjer 12138, Straßburger 3238, Schlußgruppe 1431 Per- im Ehmafeldzug, und zwar schon, ehe Gras Waldersee seine «sonen. Die Gesamtziffer der Teilnehmer ist 35 492. eigentliche Tätigkeit begann. Nicht ein einziger Parade- -■ ----
marsch, den der Oberkommandierende im fernen Osten ab- Keer UHO
nahm, der nicht lobende Erwähnung gefunden hätte in Flottenvergroßcrung?
den ofsiziösen Telegrammen! Damals wäre weniger mehr Berlin, 18. Aug. Die „Nationalzeitung" schreibt: Die gewesen. Heute scheint die Negierung den Kopf so voll zu stottengcgnerische Presse regt sich über das Inserat des Vulkans haben von Sorgen um die koloniale Gegenwart und Zu- I. bcc Norddeutschen Allgem. Ztg." vom 13. August auf, dmft, daß sie ür drn unubcrir-nllchcn H-rm-m^, den I st' ouS cinct dort roicbergegebenen Aeußemng der alt WiÄWÄfÄ »« Zimmermann in der Aussichtsratssitzung uom Wenn die „Köln. Ztg." meint, das deutsche Volk sei den 31. Mai die nahe bevorstehende Schaffung einer neuen Männern zu Tank verpflichtet, die ihr Leben für die Ehre Etraflotte herleiten und zugleich dem Reichsmarineamt die des Vaterlandes in die Schanze schlagen, so darf demgegen- dunkelsten Absichten unterschieben zu müssen glaubt. Wenn über wohl gesagt werden, daß auf Grund der Mitteilungen I auch eingestandenermaßen Deutschland sich einer erheblichen der Presse das Volk sich ein Urteil zu bilden in der Lage I Vergrößerung des Linienschiffs- und des Panzerkreuzer- ist über die Leistungen Der deutschen Soldaten in Südwest- Deplacements nicht mehr wird entziehen können, so ist doch asrika. «daraus hinzuweisen, daß der Ausdruck „besondere Nord-
seeflotte" noch nie an offizieller Stelle gefallen ist und m . b>raf Cohen. , <• nach Mitteilung von zuverlässig unterrichteter Seite auch die
R-ch^d-r°M"ldungb7i,^dcr'Gouärneu? 'von" O^äftikjNotwendigkeit der Schaffung einer besonderen Nordse-flott- Graf Götzen, werde Mitte September in Deutschland ein- bis auf weiteres nicht emtreten durfte. Man tut offenbar treffen um an den Behandlungen über die Umgestaltung Unrecht, die zweifellos nur allgemein aufzufassende Erklärung der Kolonialverwaltung .eilzunehmen. Es ist erst wenige der „Norddeutschen" über die Berechtigung des vom Vulkan Monate her, daß Graf Götzen in der Heimat weilte. Also vertretenen Standpunktes auf alle einzelnen Aeußerungen der müssen ganz besondere Umstände fein so schnelles Wieder- verschiedenen bei der Diskussion beteiligten Direktoren aus- erfcheinen veranlassen. Tie Zeutralverwaltungs-Reorgani- Zehnen. Trotzdem muß jeder, der offenen Auges der Ent- fation sagt man, aber einen Wachset in der Leitung btefer roic[cI be5 Schiffsbanes folgt und sich mit den Fahr- ^^^örde wird man wohl meinen. Sonst $atte J I tvafferocr^ältniffen der Oder beschäftigt, die Errichtung einer
föV’b^m “ngfte iS Äung äuÄe kiliate » an der Elb- für eine zwingende Not- steht, während Gras Götzen erst wenige Jahre im Reichsdienst wendigkeit halten.
Ütig ist. Also Graf Götzen wird als der künftige Kolo- Bremen, 18. Aug. Das Schulschiff des deutschen nial-Sta atsse kr et är betrachtet werden dürfen. Daß Schulschiffvereins „Großherzogin Elisabeth" ist am er es unternimmt, jetzt Ostafrika zu verlassen, berechtigt 17. wohlbehalten in Edinburgh (Leith) angekommen, dazu, in den im Süden des Schutzgebietes ausgebrochenen @g fegelt voraussichtlich am 22. ds. nach der Weser zurück. Unruhen eine nicht gerade bedenkliche Erscheinung zu sehen.1 —'----------------------------—“——---------—
Berlin, 18. Aug. Nach einem soeben eingegangenen Stadtrat und Ortsschulbehörde beschlossen, die hiesige höhere Telegramm des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika Töchterschule, deren Besuch in schlechtem Verhältnis zu hat sich die Lage im Schutzgebiet verschlimmert, dem Kostenaufwand stand, zu schließen und den Mädchen In den M a t u ui b i - Bergen, wo die örtlichen Unruhen rasch ben Besuch derRealschnle zu gestatten. Der Großh. Ober- unterdrück! werde» konntcn, ist kein neuer Zwischenfall em- ( „unm,gt bicfcnl Beschluß die Genehmigung
getreten, dagegen herrscht neueromgs Unsicherheit rn '^ ; 1 1 3 * s J
den Bezirken D 0 nda und Li wa le. Nach Kilwa sind Be- veiyagi. , wrrna„,/ k .fv
richte von Eingeborenen gelangt, nach denen Bischof Spies, Jom ^^ein, 17. Aug. ^er Allgemeine deutsche Bruder Gabriel Sonntag, Bruder Andreae Scholzen, Verein für Schulgesundheitspflege hat m einer Schwester Felicitas HoUner und Schwester Cordula Ebert Resolution Stellung gegen die jetzige Schulzeiteinteilung auf der Reise zwischen Mwa und Liwale ermordet toor* genommen, indem er „im hygienisch und unterrichtlich erden find. Der Bischof, durch das Bezirksamt in Kilwa zjehlichen Interesse" schwere Bedenken dagegen erhebt. Der zurückgerufen, ist mehrmals ersucht worden, seine Reise Vorstand wird beauftragt, „die geeigneten Schritte bei der aufzugebeu, erklärte aber auf eigene VeranttvOt.tung reifen sj{eqierung gU tun, um zahlreiche Versuche an Volks- und SU. wollen Der Gouveriieur beantragte sofortige Ver- 9 ^en zu veranlassen, durch die die Frage der
s ar ung 1 ..t 1 t zweckmäßigen Unterrichtszeit ihrer Lösung entgegengeführt
. . n . - ivird". Allgemein herrsche die Einsicht, das; wenn eine Ver-
legung des gesamten Unterrichts auf die Vormittagsstunden
Berlin, 18. Aug. Das „Militäcivochenblatt" meldet: nicht durchführbar sei, der wissenschaftliche Unterricht auf die Erzherzog Karl Franz Joseph von Oesterreich ist Vormittage, der technische auf die Nachmittage zu ver- L la suite des 2. westfälychen Husaren-Regiments Nr. 111 legen sei.________________
geftea^m^en.^^^ Allgem. Ztg." zufolge starb in IliebeNSUlttelHandlungen.
Tokio Oberzeremonienmeister Sannomiga nach längerer Portsm outh, 18. Aug. Sämtliche russischen Krankheit. Bevollmächtigten und Delegierten bei der Frie-
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht in einer beson- denskonferenz versammelten sich gestern um geten Beilage die Verhandlungen über die Stahlwerks- Mitternacht bei Witte. Dies war die erste Sitzung verbände, die am 20. und 21. Juni 1905 im Reichstags- seit dem Beginne der Konferenz, an der sämtliche Vertreter gebäubc zu Berlin stattfanden. Rußlands teilnahmen. Da die vorläufige Beratung
— Es liegt in der Absicht der Staatsregierung, der Fr ied ens b e ö i n gun g c n im wesentlichen beendet dem nächst auch dem Handwerk Sitz und Stimme im ist, wurde wahrscheinlich ein Bericht darüber entworfen und Herrenhaus zu gewähren. Nachdem die amtliche Organi- nach Peterhof übermittelt. Es verlautet, die Ansichtender sation des Handels m seinen Handelskammern mehrere Ver- einzelnen russischen Delegierten weichen von einander ab. tretet im Herrenhaus erhalten hat, glaubt man, nach Durch- Einige befürworten die Abtretung Sachalins, andere führung des HandwerksorganisationSgesetzes auch dem Hand- treten ir die Zahlung einer Entschädigung ein für werk eine solche Vertretung nicht vorenthalten zu sollen, damit den Fall, daß ein Kompromiß angeboten ivird. Niemand das Handwerk sich dem Handel gegenüber nicht benachteiligt, wünscht aber, daß in beiden Punkten nachgegeben werde.
Die einzige Grundlage für ben hier herrschenden Pessimismus ist die Tatsache, daß gestern kein Fortschritt gemacht worden ist. Einer der Bevollmächtigten erklärte, Artikel 10, der sich auf die internierten Kriegsschiffe bezieht, sei nur deshalb zurückgestellt worden, weil beide Teile die Zurückstellung in Anbetracht der Tatsache vorzogen, daß die streitigen Hauptpunkte der Konferenz noch bevorstehen.
Newyork, 18. Aug. Die Friebensbevollmächtigten erledigten acht Punkte, während vier in der Schwebe bleiben. Wegen der letzteren fand ein lebhafter Depeschen- v er kehr mit Petersburg und Tokio statt. Diese Punkte betreffen Sachalin, die Indemnität, die Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien und das Schicksal der dort internierten Schiffe. Witte scheint unpäßlich! zu sein; er konnte einem von dem Hilfsstaatssekretär Pierce gegebenen Diner nicht beiwohnen. Heute werden die Z-ischereirechte diskutiert, auch werden die Russen fror» chlagen, noch eine Generaldislussion aller japanischen Forderungen zu halten. Alle russisci)en Vertreter hielten letzte Nacht eine Konferenz, die bis lange nach Mitternacht on- dauerte. Witte erhält eine enorme Post aus allen Teilen Amerikas und scheint äußerst populär zu werden. Bande r b i l t wird na^ch Portsmouth kommen.
Portsmouth, 18. Aug. Heute morgen wurde Punkt elf, Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien, von den Friedensbevollinächtigten besprochen. Die Fortsetzung der Diskussion wurde auf den Nachmittag vertagt. — Professor d e Martens, der juristische Berater der Russen, äußerte 'eine Furcht, daß die Verhandlungen ftuchtlos bleiben würden, da Japan nichts von den Forderungen nachließe. Rußland werde keinenfalls eine Geldentschädiguug gewähren. Martens sagte ferner, in höchsten russischen Kreisen sei Deutschlands Hattung während des Krieges sehr anerkannt worden.
Portsmouth, 18. Aug. Punkt elf, Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien, wurde heute Nachmittag zurückgestellt, da eine Einigung nicht zu erreichen war. Dagegen wurde Punkt zwölf, betreffend die Fischereirechte der Japaner im Pacificmeer, beiderseitig angenommen. Die nächste Sitzung ist Dienstag 3 Uhr. Zu erledigen sind noch die vier schwierigsten Punkte: Abtretung Sachalins, Indemnität, internierte Schiffe, Beschränkung der russischen Seemacht, sodaß eine Voraussage unmöglich ist. Die Entscheidung hängt zweifellos von den Zentralregierungen in Tokio und Petersburg ab. Wegen des Friedensbedürfnisses beider Mächte ist eine Einigung beider Mächte trotz der großen Differenzen zu erhoffen.
'Newyork, 18. Aug. Ter japanische Finanzagent reiste plötzlich zum Präsidenten Roosevelt, mit dem er eine längere Unterredung hatte.
Portsmouth, 18. Aug. Witte teilt mit, daß nächsten Dienstag zunächst Die Unterzeichnung des Protokolls erfolgen werde.
Aus! and.
Madrid, 18. Aug. Ministerpräsident Monterv Rios erklärte von der marokkanischen Frage sprechend folgendes: „Ohne daran zu denken, Abenteuer zuzulaffen, müsse Spanien seine Stellung in Nordafrika befestigen und seine Anstrengungen mit denen der anderen interessierten Mächte vereinen, indem es als Grundlage den spanischfranzösischen Vertrag vom 3. Oktober 1904 nehmen würde, dessen loyale Erfüllung Spanien nur zum Nutzen dienen


