Samstag IN. August 1805
Erstes Blatt.
Gchulstrabe 2.
Sdresse für Depeschen Nozetger «tetze«.
Kernsprkchanschluß 9?r.61.
155. Jahrgang
Ar. 194
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au her Sonntag». Dem Gießener Anzeiger «erden im Wechsel mit dem SeMfche« kandwki die »Itgtetr Kamtlten. HÜtCt viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck n. Ber- Sag der Vrühl'fchen vntDerf^Buch-n.bteü»' druckest. 8t Laag«.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ
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Die heutige Yummer umfaßt 14 Seiten.
Internationaler Kongreß des Keröandes zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) IL
Lüttich, 17. Aug.
Heute fanden die Sitzungen der drei Sektionen um $ Uhr und um 3 Uhr statt. Dazwischen war um 12 Uhr ein Besuch der Weltausstellung vorgesehen, um die Maschinen zu besichtigen, die für das Kleinhandtverk und den Kleinbetrieb überhaupt nutzbar gemacht werden können. Für 6 Uhr nachmittags ist ein Bankett in der Ausstellung vorgesehen. Es wird nicht möglich sein, auf alle Referate einzugehen, sondern wir beschränken uns vorläufig auf die Arbeiten der deutschen Herren, weil die deutschen Verhältnisse den Lesern am besten bekannt sind.
Ueber die Förderung des Mittelstandes im Groß Herzogtum Hessen äußert sich in seinem Referat der Oberregierungsrat Dr. Wagner aus Darmstadt. Im Großherzogtum Hessen hat der 1836 gegründete 119 Ortsvereine umfassende Landesgewerbeverein außerordentlich viel für die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Mittelstandes geleistet. Von der Landesregierung gefördert, bildete der Landesgewerbeverein sich sehr bald zu einem Organ aus, das die Regierung mit zuverlässigen Berichten und Gutachten über die gewerblichen Angelegenheiten des Landes versorgte und dadurch ermöglichte, Mittel und Wege zur Förderung des Handwerks zu finden. Die Entwicklung führte im Jahre 1867 zur Errichtung einer besonderen staatlichen Behörde, die heute noch besteht und unter der Bezeichnung „Zentralstelle für die Gewerbe" dem Großh. Ministerium des Innern, Abteilung fiir Landwirtschaft, Handel und Gewerbe unterstellt ist. Zur Förderung des Gewerbestandes hat sich das gewerbliche Unterrichts wesen als sehr wirksam erwiesen und auch die weitgehendste Förderung erhalten. In beinahe 70jähriger Entwicklung hat es den folgenden Stand erreicht: „115 Handwerkersonntagsschulen, 42 gewerbliche Fortbildungsschulen, 10 Gewerbeschulen, 2 Baugewerkschulen (Darmstadt, Bingen), 1 Kunstgewerbeschule (Mainz), 1 technische Lehranstalt (Offenbach), 1 Hochschule für Elfenbeinschnitzerei, Drechslerei und Kunstschreinerei (Erbach i. O.), 1 Wcbschule in Lauterbach. Weiter sind zur Förderung des gewerblichen Nachwuchses folgende Einrichtungen getroffen: 1. Lehrlingswerkstätten, 2. Sonderkurse, 3. Lehrlingsarbeiten-Ausstellungen, 4. Unentgeltliche Stellenvermittlung durch das Gewerbeblatt. Zur Beschaffung billiger Maschinen besten Fabrikates an die Handwerker ist im Jahre 1904 auf Betreiben der Handwerkskammer eine Handwerkcr-Zentralgcnossenschaft (Aktien-Ge- sellschaft) gegründet worden. Der Staat hat diese Gründung gefördert, sowohl dur<ch! Gewährung eines zunächst zinsfreien Darlehens in Höhe des eingezahlten Aktienkapitals zur Verstärkung des Betriebskapitals des jungen Unternehmens. Bei einer G-esamtbevölkerung des Großherzogtums von 1119 893 Seelen bestehen 119 Lokalvereine mit 10 700 Mitgliedern, die sich zum Landesgewerbeverein zu- sammcngeschlossen haben. Außerdem bestehen 17 Zwangsinnungen, 42 freie Innungen, 32 Fachverciniaungen und 1 Jnnungsverband. Die Zahl der Lehrkräfte weist 162 Lehrer und 1 Lehrerin auf. Die finanzielle Lage der sämtlichen gewerblichen Uuterrichtsanstalten stellte sich für das Jahr 1902/03 folgendermaßen: 1. Staatszuschuß 219 584 Mark. 2. Einnahmen an Schulgeld, Zinsen und Löhnen 125 211 Mark. 3. Barbeiträge der Gewerbevereine 6841 Mark. 4. Barbeiträge der Gemeinden und Sparkassen 106 891 Mk. 5. Wertanschlag der vom Staat den Gewerbevercinen und Gemeinden gestellten Schulräume 42 793 Mk. — zusammen 501320 Mk., wovon der Staat rund 44 v. H. aufbringt.
Zu dem Referat des Oberregierungsrats Dr. Wagner
liegt noch die nachfolgende Entschließung vor: „Der gewerbliche Beruf erfordert vor allen Dingen eine gründliche praktische Ausbildung. Inden meisten Fällen ist die Werkstätte des Meisters für sich allein nicht mehr in der Lage, eine solche Ausbildung dem Lehrlinge zu geben. Die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten es dem Meister nicht, sich mit dem einzelnen Lehrlinge in der Werkstatt so lange und so gründlich zu befassen, wie es ein sorgfältiger Unterricht erfordert. Es ist deshalb für eine Ergänzung des Werkstättenunterrichtes Sorge zu tragen. Diese Aufgabe wird ein gewerblicher Unterricht erfüllen, der die Fortbildung der Lehrlinge nach denjenigen Richtungen verfolgt, in welchen die Werkstattlehre nur eine teilweise genügende, eine unvollkommene oder dem neuesten technischen Arbeitsverfahren nicht entsprechende Ausbildung bietet. Die Einrichtung praktischer Kurse wird dieser Forderung genügen. Die zur Ergänzung der praktischen Ausbildung nötige Unterweisung in den sonstigen Fach- und Geschäftskennlnissen, die Ausbildung im technischen Zeichnen bei den Angehörigen der in Betracht kommenden Gewerbe erfolgt zweckmäßig in gewerblichen Fachschulen. Ein derartiger Unterricht ist den Gewerben der Schüler möglichst anzupassen und in enge Beziehung mit der Ausbildung in der Werkstatt und auf dem Arbeitsplatz zu bringen. Die mit Erteilung des Unterrichts zu betrauenden Lehrer sind in den Reihen erprobter, praktisch ausgebildeter Fachmänner zu suchen, welche außer einer gründlichen Kenntnis des zu behandelnden Lehrstoffes, sowie einer ausreichenden Erfahrung auch das erforderliche praktische Lehrgeschick besitzen. Auf Vertiefung des Fachunterrichts hinzuarbeiten wird die Aufgabe der Fachschulen sein, welche die höchste Entwicklung der Gewerbeschulen darstellen und als höchstes Ziel anzustreben sind.
Jnteresiant ist auch das Referat des Rats Dr. Th. Hampke-Hamburg über die Förderung des gewerblichen Mittelstandes im Staate Hamburg. Dr. Hampke behandelt zunächst die für den Mittelstand in Frage kommenden Behörden: 1. die Gewerbekamm er und 2. die am 1. Oktober 1904 in Hamburg als erste ihrer Art in ganz Deutschland ins Leben getretene Detaillistenkammer. Weiter wird das gewerbliche Unterrichtswesen geschildert. Es gehören zum staatlichen Gewerbeschulwesen in Hamburg gegenwärtig die folgenden Anstalten: 1. Baugewerkschule, 2. Technikum (a. Maschinenbauschule, b. Schule für Schiffsmaschinenbau, c. Schiffsbauschule, d. Elektrotechnische Schule), 3. Wagenbauschule, 4. Kunstgewerbeschule, 5. Tagesgewerbeschule, 6. zehn Abend- und Sonntagsgewerbeschulen, 7. acht Kaufmännische Fortbildungsschulen, 8. Fortbildungsschule für weibliche Handelsbeflissene. Die genannten Schulen hatten zusammengenommen im Sommer 1903 6812 und im Winter 8420 Schüler. Das gesamte staatliche Gewerbeschulwesen verursachte der Stadt Hamburg im Jahre 1903 bei 737 300 Einwohnern eine Gesamteinnahme von 147 183.50 Mk. und eine Gesamtausgabe von 578 269.01 Mk., also einen baren Zuschuß von 431085.51 Mk. Außer den oben erwähnten Schulen bestehen in Hamburg noch eine ganze Anzahl JnnungS- schulen : a. Fachschule der Bäckerinnung, d. Fachschule für die Barbier-, Friseur- und Perückenmacherinnung; weitere Fachschulen für die folgenden Innungen: Buchbinderinnung, Buchdruckerinnung, Glaserinnung, Fleischerinnung, Schneiderinnung, Schornsteinfegerinnung, Schuhmacherinnung, Zahnkünstlerinnung. Andere Veranstaltungen sind: a. zur Förderung des Nachwuchses: 1) Lehrlingsvermittelung, 2) Ausstellung von Lehrlingsarbeiten: b. zur Förderung der selbst
ständigen Gewerbetreibenden theoretische Meisterkurse. Die von der Gewerbekammcr errichteten Meisterkurse bezwecken die Fortbildung der Handwerker im allgemeinen und die Vorbereitung junger Handwerker auf die Meisterprüfung im besonderen. Lehrgegenstände sind: a. gewerbliche Buchführung, b. Wechsellehre, c. gewerbliche Kalkulation (Belehrung über die Berechnung der Geschäftsunkosten und der Herstellungskosten, Kostenberechnung von gewerblichen Arbeiten), d. Gesetzeskunde, d. h. soweit die Gesetze den Handwerker angehen.
Ganz hervorragend hat zur Förderung des Gewerbe» wesens beigetragen das von der Hamburgischen Gewerbekammer eingerichtete Sachverständigen-Jnstitut; ebenso hat sehr segensreich im Jntereffe der Gewerbetreibenden ge* wirkt die bei der Gewerbekammer vorhandene Patent- schriften-Sammlung. Die Innungen haben in Hamburg eine große Entwicklung aufzuweisen. Es bestehen zur Zeit 18 Zwangsinnungcn mit 7580 Mitgliedern und 9 freie Innungen mit 835 Mitgliedern. Die gewerblichen Vereine haben in Hamburg wenig verstanden, sich Eingang zu verschaffen. Jedenfalls ist in Hamburg namentlich durch die rege Tätigkeit der Gewerbekammer dem gewerblichen Mittelstände eine nachdrückliche Förderung zu Teil geworden.
Ueber „Staatliche Gewerbeförderung im Herzogtum Sachsen-Gotha* berichtet Regierungsrat Dr. Zeyß-Gotha. Die ortsanwesende Bevölkerung betrug nach der Zählung vom 1. Dezember 1900 insgesamt 162 736 Personen. Außer in den Städten ist Industrie und Gewerbe hauptsächlich in der südlichen Hälfte deS Herzogtums Gotha heimisch, während der nördliche Teil des Landes in erster Linie der Landwirtschaft nutzbar ist. Besondere staatliche Organe, denen ausschließlich die Förderung deS gewerblichen Mittelstandes obliegt, sind im Herzogtum Gotha nicht vorhanden. Besondere Beachtung ist seitens der Regierung des Herzogtums von jeher dem gewerblichen Unterrichtswesen geschenkt worden. Bereits im Jahre 1805 wurde in Gotha eine staatliche Fortbildungsschule eröffnet. Aus dieser Schule entwickelte sich allmählich die Herzogliche Baugewcrbeschule, zu der aus Staatsmitteln ein jährlicher Zuschuß gegeben wird. Der Zuschuß beläuft sich augenblicklich auf 31000 Mk. Außerdem bestehen eine Anzahl Gewerbeschulen. Zur Förderung der selbständigen Gewerbetreibenden, sowie älterer Gesellen wurden von der Handwerkskammer unter finanzieller [Unter* stutzung des Staates seit 1902 insgesamt sechs Unterricht skurse abgehalten, die sich auf Buchführung, Kalkulation, gewerbliche Gesetzeskunde sowie Wechselrecht erstrecken. Strebsame selbständige Gewerbetreibende erhalten seitens der Herzoglichen Staatsregierung Unterstützungen für den Besuch industrieller und gewerblicher Ausstell- ungen. Im Herzogtum Gotha bestehen zurzeit 54 freie Innungen, 2 Zwangsinnungen, sowie 2 Inn - ungsverbände. Ferner haben sich 7 Gewerbevereine und ein Handwerkerverein gebildet. Nach dem Staatskaffenvoranschlag für 1905/06 sind im Herzogtum Gotha zwecks Förderung des Gewerbes insgesamt 39 450 Mk. zur Verfügung gestellt worden.
Ferner werden für Fortbildungsschulen des Landes 31500 Mk. als StaatSzuschüffe bereitgestellt. Hierzu ist noch zu bemerken, daß nach Maßgabe deS Gothaischen Gesetzes vom 24. Juli 1897 in jeder Gemeinde des Herzogtums eine Fortbildungsschule für Knaben zu errichten ist. Seit dem Jahre 1904 werden einzelnen Gemeinden Unterstützungen zur Einführung von Hauswirtschaftsunterricht auS StaatS- mitteln zur Verfügung gestellt. Im Staatskassevoranschlag
Die Darmstädter KarteubauaussteTung.
R. B. Davmstadt, 18. Aug.
Unsere kunstbeslissene Residenzstadt will nicht rasten und «icht rosten. Sie muß in jedem Jahr eine Ausstellung haben, die mit Kunst unb Künstlern in innigster Verbindung steht. War dre vorjährige Ausstellung bei der Künstlerkolonie im allgemeinen der Fürsorge und dem Wohlergehn der Familie gewidmet, das in der praktischen, behaglichen Ausstattung und Einrichtung besserer Familienwohnstätten einen mächtigen Förderer und Schutz- Herrn findet, so cfilt es diesmal, das Angenehme eines jeden Hauses, das nützliche und erfreuliche, zugleich aber auch das gesundheitsfördernste Element für Familie imb (^sellschaftsleben, Garten und Blumen zu der ihnen längst gebührenden Geltung zu bringen, gleichzeitig aber auch, einem wichtigen Zweig des tnodernen Erwerbslebens, der Gärtnerei, Gelegenheit zur Entfaltung seines Könnens und zu neuer vorbildlicher Anregung zu geben.
Die Idee einer allgemeinen Gartenbau-Ausstellung in Darmstadt konnte auch um so eher auf allseitige Unterstützung rechnen, als in unserer waldumwobenen Landesmetropole die Freude am Blumen- und Pflanzenschmu f seit langer Zeit auch öffentlich in hervorragender Weise zum Ausdruck gelangt und neben den weitberühmten Leistungen der Großherzoglichen Hofgärtnereien und der eifrigen Pflege der städtischen Garten- und Parkanlagen sich auch eine Reihe erster Privatfirmen einen anerkannten Ruf auf diesem Gebiete erobert hat. Der eigentliche wundstem zu der neuen Ausstellung aber wurde gelegt, indem unser kunstliebender Landesherr in dankenswerter Weise den herrlichen, mit prächtigen alten Baumgruppen ausgestatteten Orangeriegarten für diesen Zweck bereitwilligst zur Verfügung stellte und das eifrigste Mitglied unserer Künstlcrkolonie, Prof. Olbrich, seine volle, künstlerische Unterstützung zusagte; auch zahlreiche andere Künstler und Gartcnbauarchitekten, die Gärtner und besonders auch die Stadtverwaltung haben in entgegenkommendster Weife ihr Bestes zum schönen Gelingen^ des Ganzen beigetragen. So I fte&t denn heilte ein neues großes Ausstellungswerk vor uns, I
das der Stadt zur Ehre gereicht und bei den Besuchern von Nah und Fern Achtung und Bewunderung erregen wird.
Treten wir einen kurzen Rundgang durch die umfangreiche Ausstellung an. Die breite Eingangsallee mit ihren mächtigen Baumreihen fiihrt uns wie eine gewaltige Säulenhalle in ein antikes Heiligtum zur Ausstellung ein und läßt uns mit dem Blick auf die weite, terrassenförmige Gliederung des alten Gartens den ganzen Zauber der Natur empfinden. Weiter fortgeschritten, sehen wir dann rechts und links die ersten gärtnerischen Anlagen, Mustergärtchen mit Lauben und Statuen, Blumenbeete, Einzelprojekte usw. Nrn alten Orangeriegcbäude und der besonderen Anlage der Hofgärtnerei Nosenhöhe vorüber entfalten sich zu beiden Seiten in alisgedehnten Quadraten und zierlichen architektonischen Zeichnungen die Blumenzuchtleistungen der Aussteller. Rechts haben sich die Darmstädter Handelsgärtner zu einer Kollektivausstellung vereinigt, links hat die Stadt- Gärtnerei unter Leitung ihres intelligenten Garteninspektors Siegel und die Hofgärtnerei Bcssungen unter Führung des Hofaärtners Weigold herrliche Blumenfelder geschaffen, deren Farbenpracht und Formenschönheit jedermann entzücken muß. Ein künstlich angelegter Teich der Firma Heinrich Henkel enthält zierliche Wasserpflanzen und Blüten, auf denen sich lustig die Mücken und die Sonnenstrahlen tummeln. Ganz in der Nähe ist auch die sehr gediegene Sonderausstellung der „Hottonia", die besondere Würdigung verdient.
Breite Steinstufen in wirkungsvoller Farbe führen zu der zweiten, etwa 2 Meter höher gelegenen Terrasse; hier hat Prof. Olbrich seine eigensten gartenkünstlcrischen Ideen in die Wirklichkeit umgesetzt. Zunächst durch die Anlage wunderbar stimmungsvoll wirkender Rasenzierflächen im englischen Gartenstile, denen als natürlicher Hintergrund die alten Parkanlagen dienen, indessen reizende Springbriinnchen im Flüsterton plätschern. Den Hauptanziehungspunkt aber werden voraussichtlich die sog. Farbengärten bilden, die, vertieft airgelegt und niit grünumnei- deten Mauern umgeben, einen originellen Lieblingsgedanken des Künstlers verkörpern. Nicht, wie es sonst geschieht, mit Farben- harmonien will Prof. Olbrich wirken, indem er verschiedenfarbige Blumen zusammensteüte, sondern durch die Farbe und ihre
iNuanzierung selber und deshalb führt er uns in drei fm sich abgeschlossenen Gärtchen die drei Hauptfarben blau, rot und gelb vor; jeder derselben ist unter Anwendung der verschiedenartigsten Hilfsmittel und der natürlichsten FaÄenwirkungen zu> ernem volle^eten Idyll gestaltet, selbst Sonne und Himmel müssen dazu ihre Mithilfe gewähren. So ist der blaue Garten nach Osten gelegen, um von den Mvrgensonnenstrahlen märchenhaft vergoldet zu werden, während der gelbe Garten durch 'die glut- „des Abendhunmels sein eigenartiges Farbengepräge erhalt. Natürlich sind die Gärtchen auch mft künstlerischeni Gitter- zrerat, Laubengehängen uflv. in vornehmer Weise geschmückt, und fie werden jebenfalls' in fachmännischen K'reisen zu lebhaftem Für und Wider Veranlassung geben. In der Nähe der Olbrich- scheu Gärten haben auch 'mehrere andere Darmstädter Künstler ort- hergerichtet. So die Herren Ludwig Fuchs und
Alired Koch einen bürgerlichen Hausgartcn und ein Luxus- gartchen, Herr H. D. Leipheimer ein schlichtes, ansprechendes Fanuliermärtchen u. a. m. Daneben sind natiirlich auch zahlreiche andere Aussteller mit besonderen Blumenzüchtungen, Gerätschaft ten für ben Gartenbau, Warmanlagen für Gewächshäuser usw. vertreten, sodaß sich ein Besuch der Ausstellung sowohl für das große Publikum, wie namentlich 'auch fiir den Fachmann außerordentlich interessant und lohiiend erweisen wird. Die Ausstellung wird täglich bis zuni 17. September geöffnet sein.
Frankfurt, 18. Aug. In die Menzel-Ausstellung des Künstvereins, deren Besuch von Woche zu Woche zunimmt, wurden neu ausgenommen, einige frühe Pastelle des Meisters' „Bauernfrauen auf dem Markte in Kässel", „Urwähler 1849" „schlafendes Kind", sowie ein fiir die Schaftensweise Menzels bewnders interessantes Aquarell „Sterbender Soldat", welches „Königinhof 1866" bezeichnet und gleich nach der Schlacht gearbeitet ijt. Tie MenzelauSstellung weist nunmehr über 130 Nummern — alles Originale des Meisters — auf
Helsingfors, 18. Aug. Der finnische Maler Al» bert Eden selb ist heute gestorben.


