auf der Lauer. Die Negierung konnte deshalb nicht von ihren bisherigen Grundsätzen abtveichen. Wenn demgegenüber gestern von der Gefahr einer Erschütterung des Vei> trauens zur Regierung gesprochen ivurde, so erkläre er, daß er nie auf seine pflichtmäßige Ueberzeugung Verzicht leisten werde, um nur an seinem Amte Heben zu bleiben.
Abg. Pennrich legt seinen Standpunkt bezüglich Schulbaues und der Schulumwandlung in Bingen dar.
Abg. v. Brentano polemisiert in scharfer Weise gegen Dr. David und dessen selbstbewußtes Auftreten. Er habe von seinen schweren Anklagen nichts bewiesen. Wenn derselbe neben der gekennzeichneten Berleumdungs- schrist nur noch einen Brief eines Nichtlehrers habe, so könne er nur sagen, Dr. David habe aus einer sehr ttüben und unsauberen Quelle geschöpft; das sei ihm ja auch schon schlecht genug bekommen! (Heiterkeit) Er hätte nur einmal den Sturm der Entrüstung sehen wollen, wenn seitens der Bürgerlichen Parteien einer der Genossen' in ähnlicher Weise angegriffen worden wäre. Dr. Davids Vorgehen zeuge von einem Niedergang des Parlamentarismus auch in Hessen.
Abg. Dr. David wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners und versucht nochmals, sein Verfahren gegen Herrn Direktor Dr. Schädel zu rechtfertigen, wobei er abermals große Vorwürfe gegen die Vertreter der Schulbehörde erhebt.
Geh. Oberschulral Nodnagel: Die Unterlage Dr. Davids fei nichts anderes als das gefälschte Schriftstück. Derselbe habe bisher das Gegenteil nicht bewiesen. Er appelliere an das ganze Haus, daß Dr. David in seinen ganzen langen Ausführungen nichts weiter vorgebracht habe, als was in jenem Schriftstück stand. Und diese Dinge seien sämtlich Gegenstand der Untersuchung gewesen und ihre völlige Haltlosigkeit habe sich ergeben. Was solle da jetzt noch weiter untersucht werden?
Ministerialrat Eisenhut weist energisch den Vorwurf Dr. Davids zurück, daß Redner gegen ihn eine sozialdemo- ttatische Hetze inszeniert habe; ein solcher Vorwurf könne ihn nicht treffen. Weiter weist der Redner noch verschiedene andere Beschuldigungen des Abgeordneten zurück.
Abg. Dr. Gut fleisch legt dar, daß er als Vertreter der Stadt Gießen von den hier vorgebrachten Beschuldigungen nicht unterrichtet sei. Es habe sich deswegen niemand an ihn gewandt; er könne also nichts darüber sagen. Redner geht dann auf die Petition der Oberlehrer näher ein und führt aus, daß es sehr wohl möglich gewesen wäre, deren Wünsche zu berücksichtigen. Ueberdies könne die Zeit nicht mehr zu ferne sein, in der eine gewisse Aenderung der Besoldungsordnung vorgenommen werden müsse. Auch wenn man sehr viel Unbilliges und ungerechte Wünsche in Abzug bringe, bleibe doch noch vieles übrig, was Be- rücksichttgung finden müsse. (Zustimmung.)
Finanzminister Gnauth entgegnet kurz und bemertt, es werde noch eine genauere Darlegung der Stellung der Regierung zu dieser Frage erfolgen.
Abg. Dr. W i n d e ck e r: Es sei eigentümlich : Abg. Dr. Gutfleisch und auch der Vertreter des Landkreises Gießen, Abg. Leun, wissen von den ganzen Vorgängen nichts und Abg. David habe doch behauptet, das pfiffen die Spatzen von den Dächern! Das Lehrerkollegium habe doch auch dem so schmählich Angegriffenen sein Vertrauen ausgesprochen! Jedenfalls sei jetzt klar: Die Sozialdemokraten haben sich gründlich reinlegen lassen. (Zustimmung.) und ein Ruhmesblatt für die Herren sei die gestrige und die heutige Debatte absolut nicht. (Lebh. Beifall.) Ten Vorwurf der „bestellten Arbeit" weise auch Redner namens seiner Partei entschieden zurück. Er hoffe, daß solche Vorkommnisse auch in Zukunft Anlaß zu einem einnrüttgen Zusammengehen der bürgerlichen Parteien bilden werdem
Nach weiteren Bemerkungen derAbgg. Heidenreich, v. Brentano, Dr. Schmitt und Wvlf, welcher bemerkt, die Sozialdemokraten hätten mit ihrem unverant»- wortlichen Vorgehen nichts als Aufregung im Hause erreicht und das Land um einige Hundert Mark Diäten gebracht, schließt die Debatte. Kap. 38 wird darauf genehmigt.
Präsident Haas verliest alsdann die inzwischen festgestellte Adresse an Se. Kgl. Hoheit den GroßherzvA, die einmütige Zustimmung findet.
/non, daß ein Wasserkopf ein Genie sein, und daß man mit einer Anlage zur Tuberkulose neunzig Jahre alt werden kann.
— Der Russe Konstantin Somoff muß neben dem «erstorbenen Engländer Aubrey Beardsley und dem Deutschen Th. Th. Heine als der bedeutendste Vertreter der sogenannten „romantischen Ironie in der Malerei gelten. Seine Kunst mengt, wie die jener anderen, aus den exquisitesten Erzeugnissen raffi- nietter Kulturen das Einfache und das Kostbare, Naives und Bewußtes, Zufälliges und Absichtliches mit sicherem Instinkt für die Bedürfnisse zartnerviger Kunstgenießender. Hans Rosenhagen widmet dieser interessanten Persönlichkeit eine reich mit Abbildungen versehene Monvgraphie im Februarheft der „Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst. lVerlagsanstalt F. Brucknmnn, A.-G., München: vierteljährlich 6 Mk.). Das Heft bringt außerdem den Schluß des Heilmeyerschen Aufsatzes über Münchener Plastik, ferner die Vorführungen aus dem Gebiete angewandter Kunst, worunter die allerliebsten Buchschmuckarbeiten in ihrer farbigen Wiedergabe besonders angenehm auffallen.
— Aus Dresden wird geschrieben: Im kgl. Schauspielhause wurde dieser Tage „Der Privatdozent", ein Stück aus dem akademischen Leben in vier Aufzügen von Ferdinand Witten- hauer zum überhaupt erstenmale gegeben. Der Verfasser ist Steiermärker und seit 1891 Professor der Mechanik an der Hochschule zu Graz. Bisher hat er sich nur durch lyrische und epische Gedichte romantischer Art bekannt gemacht. Sein Schauspiel „Der Privatdozent" ist eine Art Tendenzstück, es schildert die unwürdige Stellung „ des Privatdozenten an einer staatlichen Anstalt, der er seine Kräfte ohne Gegenleistung opfert und ohne die Garantie einer Staatsanstellung, und dessen Anstellung als außerordentlicher oder ordentlicher Professor oft nur das Ergebnis gesponnener Jntriguen ist, bei denen nur zu oft die Professorenfrauen und -Töchter die Hand im Spiele haben. Diese Idee liegt der Hcmd- lung zugrunde.. Wittenbauer hat sicher aus eigener Anschauung geschöpft, auf jeden Fall gut und scharf beobachtet und typische
Gestalten aus bem Leben geschaffen. Allerdings haftet manchen Vorgängen das Wesen der Unwahrscheinlichkeit an, manche Motive werden angeschlagen und dann fallen gelassen: aber der prächtig gefühtte, voll Geist.und Humor erfüllte Dialog und die Offenbarung von akademischen Lebens- und Berufswahrheüen in satirischem Gewände geben dem Stück seinen Wett. Der Verfasser wurde nach den Artschlüssen lebhaft gerufen, nur nach dem matten 4. Akt flaute die Stimmung, mettlich ab.
— Paul Heyhat ein neues modernes Drama geschrieben unter dem Titel ,.,Der Kanadier", welches im Frankfurter Schauspielhauie, gelegentlich des 7 5. Geburtstages des Dichters im März feine Originalausführung erleben wird. Da dieses Stück den Abend nicht ganz ausfüllt, wird es durch die erste Aufführung eines Einakters von Paul HeYse, „Die Tochter des Semiramis", ergänzt sein.
— Das neue Lübecker Theater, dessen Pläne von Sehring verrühren, soll 'einen Kostenaufwand von 2i/2 Millionen Mark erfordern. Der Staat will aber nur den Bau ausführen lassen wenn mindestens eine halbe Million von privater Seite gezeichnet wird. Hierzu hat sich bereits ein Komitee gebildet.
Schluß der Sitzung kurz: vor 2 Uhr.
Nächste Sitzung: Donnerstag früh 9 Uhr.____________
UMische Tagesschau.
Heber den Zweck der Reise des Fürsten von Bulgarien nach Berlin hat sich der bulgarische diplomatische Agent am Berliner Hose, General Nikyphorow, folgendermaßen ausgesprochen:
Fürst Ferdinand bat die Reise nach Berlin unternommen, um den Kaiser bei seiner bekannten Friedensliebe zu ver- an lassen, seinen Einfluß beim Sultan zu verwenden, um das Mißtrauen d e r P f o r t e g e g e n B u l g a r i e n z u A e r st reue n und den Sultan zu überzeugen, daß Bulgarien keine kriegerischen Absichten hegt. Solange dieses Mißtrauen besteht, ist die Gefahr kriegerischer Verwickelungen vorhanden. Die bisherigen Bemühungen der Mächte haben die Pforte nicht umzustimmen vermocht und daher hat Fürst Ferdinand sich direkt an den Kaiser gewandt, der den größten Einfluß aut den Sultan besitzt. Ein weiterer Zweck der Reise war, dem Kaiser zu danken wegen Zulassung eines diplomatischen Vertreters Bulgariens in Berlin.
Daß Bulgarien keine kriegerischen Absichten hege, m von bulgarischer Seite schon oft und in allen möglichen Rundschreiben an die Mächte versichert worden. In diesen Zirkularen wurde der Pforte feierlichst die Schuld zugeschoben, wenn die Unruhen in Mazedonien zu einer allgemeinen Erhebung im Balkan führen sollten. Ebenso feierlich, mit Zugabe sehr beweiskräftigen Materials, schob die Pforte die Verantwortung auf Bulgarien zurück. Die Pforte lenkte immer wieder die Aufmerksamkeit der Mächte darauf hin, daß von Bulgarien aus die mazedonische Bewegung genährt werde, und daß die bulgarische Regierung sich entweder ganz passiv verhalte oder nur eine höchst lässige Aufsichts- und Abwehrtätigkeit ausübe. In der „Rordd. Allg. 3tg.' ist die „zuverlässige Friedensliebe" des Fürsten Ferdinand gerühmt worden, ja die offiziöse Stimme widmete dem Fürsten das Kompliment „staatsmännischer Besonnenheit". Soviel ist schon richtig, daß Fürst Ferdinand persönlich von einem Krieg nichts wissen will. Ob er auch so sehr Diplomat wie Friedensfürst ist, steht dahin. Die Welt hat noch keine besonderen Beweise staatsmännischer Befähigung von ihm gesehen, sie muß einstweilen das Attest der „Norddeutschen" ebenso auf Treu und Glauben hinnehmen, wie einen enthusiastischen Aufsatz eines außer merkwürdigerweise bei der Bett n?r Regierung eigentlich nur bei einer ganz urteilsunfähigen und sensationslüsternen Menge beliebten Berliner färb- und gesinnungslosen Blattes, das den Fürsten Ferdinand als ein Universaltalent, auf sämtlichen Gebieten heimisch, feiert. Es kommt darauf an, ob der Herrscher Bulgariens seine Leute in der Gewalt hat. Ein paar mal, als die mazedonischen Wirren einen recht bedenklichen Charakter angenommen hatten, sah es mit dem Einfluß des Fürsten auf Volk und Regierung nicht zum besten aus. Damals konnte man jeden Augenblick die Kriegserklärung an die Pfotte erwarten. Im kommenden Frühjahr ist die Neubelebung der mazedonischen Bewegung umsomehr wahrscheinlich, weil Rußland mit dem ostasiatischen Krieg, und der andere „Balkanwächter" Oesterreich-Ungarn mit innerpolitischen Sorgen übergenug zu tun hat. Fürst Ferdinand wird dann Gelegenheit erhalten, staatsmännische Besonnenheit dadurch zu zeigen, daß er sich nicht in den populären Krieg gegen die Pfotte hineindrängen läßt, der längst auf dem Programm der Führer der mazedonischen Bewegung steht.
Fürst Ferdinand ist übrigens von seinem Mecklenburger Ausflug am Mittwoch wieder in Berlin eingetroffen.
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Prinz Friedrich Leopold von Preußen trat seine Reise nach Ostasien von Genua mit dem am 15. d. M. von Bremerhaven abgegangenen Lloyddampfer „Prinz Eitel Friedrich" an.
Wie uns aus Berlin geschrieben wird, ging her, Gedanke, ich auf das Kriegstheater zu begeben, vom Prinzen selbst aus, der den Wunsch hegt, nam seinem eigenen Ausdrucke „einmal wirklich Kugeln pfeifen zu hören". Dem Kaiser rourbe, der Wunsch des Pttnzeu unterbreitet, als er sich auf der Nordlandfahrt befand, und er gab sofott seine Zustimmung dazu. Auch Z a r N i k o l a u s willigte erfreut ein, da die Anwesenheit eines preußischen Prinzen und so nahen Verwandten des deutschen Kaisers im russischen Hauptquartier für Rußland von politischer Bedeutung sein mußte. Prinz Leopold wird sich eine Reihe von Tagen in Petersburg aufhalten und dem Zaren ein umfangreiches Handschreiben des Kaisers Wilhelm überbringen.
Die Kommission des Reichstages für die Handelsverträge begann am Mittwoch die Beratungen bei dem Vertrag mit O e st e y reich-Ungarn. Im Laufe der Debatte bemerkte Staatssekretär v. Richt Hof en, es sei kein Anlaß, irgendwie zu zweifeln, daß der Vertrag den Parlamenten von Oesterreich-Ungarn zur Beschlußfassung vorgelegt werde. Wie sich sein Schicksal dort gestalte, lasse sich absolut sicher natürlich nicht sagen. Auf eine Anfrage, ob auch im Falle einer Zolltrennung zwischen Oesterreich und Ungarn die Annahme des Vertrages gesichert sei, erwiderte Staatssekretär Frhr. v. Richthofen: Die Gesamtmonarchie sei das mit uns kontrahierende Rechtsobjekt. Rußland, das kein Parlament besitze, habe sich bereits mit dem Tage der Unterzeichnung gebunden, während bei uns erst eine parlamentarische Verhandlung erfolgen müsse. Sollte wider Erwarten einer der sieben Verträge die Genehmigung des Reichstages nicht erhalten, so müßten für diesen Fall die verbündeten Regierungen ihn ihren Entschließungen völlig Vorbehalten.
Staatssekretär Graf Posadowsky erklärte auf die Frage, ob auch die Viehseuchenkonvention ein Gegenstand schiedsgerichtlicher Behandlung würde werden können, daß dies unter keinen Umständen der Fall fein werde. Ueberhaupt werde man mit der Ausdehnung des schiedsgerichtlichen Verfahrens über den Kreis zolltechnischer Fragen sehr vorsichtig sein und sich dabei nur von deutschen Interessen leiten lassen.
Aus die Frage wegen des Inkrafttretens der Verträge erwidert Staatssekretär Frhr. v. Richt Hofen, er habe vorläufig den 1. März 1906 dafür in Aussicht genommen.
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Eine notleidende Kommission.
R. Berlin, 15. Febr.
Nach einer der „Voss. Ztg." aus kolonialen Kreisen Angehenden Mitteilung sind die der Unterstützung am meisten bedürftigen De u tschen in Südwe st afrika die Mitglieder der Kommission, welche mit der Feststellung des durch den Aufstand verursachten Schadens betraut ist. Tie Herren können den übernommenen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, weil ihnen die Subsistenzmittel fehlen. Auf Ersuchen des Vorsitzenden, der keinen anderen Ausweg aus der Bedrängnis sah, hat das kolonialwirtschaftliche Komitee 800 Mark überwiesen. ' i einer Notlage vorzubeugen. Tas ganze Ereignis mutet an, voj? ein Schildbürgerstteich. Man streitet mit dem Reichstag herum, um eine reichlichere Entschädigung der Farmer durchzusetzen, und vergißt, daß die den Gesamtschaden ermittelnden, im Ehrenamt tätigen Herren vor allem auf eine Unterstützung von Reichs wegen Anspruch haben, da sie für den Verlust der sonst auf die Berufsarbeit verwendeten Z ' entschädigt werden müssen. Zu der Notwendigkeit, die priuiuc Hilfe anzurufen, hätte es nicht kommen
dürfen. Ter Vorgang ist ohne Beispiel, aber wohl nur durch den Kriegszustand zu erklären, der auf_ den Verkehr der Verwaltung in Windhuk mit der Zentralstelle in Berlin störend einwirkt. Tie nächste Kolonialdebatte im Reichstag wird Wohl hierüber Aufklärung bringen.
Ihre Stellung zur akademischen Freiheit präzisierte die preußische Regierung in der letzten Sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses iBeratung des Kultusetats) dahin, daß sie die konfessionellen Verbindungen nicht billige, aber kein R e eh t habe,eiN- z u g r e i f e n. Es bildeten diese ein Moment der akademi s ch e n Freiheit, die man durchaus schätze. Tie studentischen Ausschüsse hätten ihre Befugnisse Übertritten, doch habe man sich in Hannover leicht geeinigt; dort herrsche jetzt voller Frieden. In Marburg sei die Sache noch nicht erledigt. Dort habe man einen offenen Brief an den Kultusminister gerichtet und veröffentlicht, auch weiter Resolutionen gefaßt. Tie Unter* * richtsverwaltung werde in dem Bestreben fortfahren, auch hier zur Vett'öhnnna zu gelangen.
Alis und Llwd.
Gießen, den 16. Februar 1906»
§§ Dem Großherzog. Aehnlich wie die Kriegerverelne der „Hassia", beabsichtigen die hessischen Postbeamten, Ober- wie Unterbeamten, in ihrer Gesamtheit eine Spende bitrd) freiwillige Gaben Sr. Königs. Hoheit bein Groß- Her z o g als M orgengabe zu seiner jüngst erfolgten Vermählung zu überreichen. Die Sammlung findet ungeteilte sympathische Aufnahme; die Listen werden am 20. ds. Mts. geschlossen. Uebec die Verwendung der Stiftung verlautet z. Zt. noch nichts.
*' Sitzung des Provinzial-Ausschusses. Am 22. d. Mts., vormittags l/?9 Uhr, findet eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Hilfsbedürftigkeit des Taglöhners Michael Höfler von Michelbach, hier Anspruch der Ortskrankenkasse Nieder-Wöllstadt und Umgegend gegen die Ortskrankenkasse Vilbel wegen irrtümlich geleisteter Unterstützung. 2. Anspruch des Armenverbandes Immichenhain gegen die Gemeindekrankenkasse Eudorf wegen Ersatz von Transportkosten für den Johannes Kuhn von Immichenhain. Darauf folgt eine nichtöffentliche Sitzung.
•* Kaufmännischer Verein. Nächsten Freitag abend Bt(4 Uhr beginnt, so wird un§ geschrieben, im Kaufmännischen Vereinshause der vom Kaufmännischen Verein wiederholt angekündigte Kursus für doppelte und amerikanische Buchführung. Vei der am Montag abend abgehaltenen Vorbesprechung war bereits eine hinreichende Anzahl von Teilnehmern erschienen, so daß das Unternehmen als gesichett angesehen werden kann. Leider aber mußte festgestellt werden, daß gerade aus den Kreisen der praktischen Kaufleute (wenigstens bis jetzt) die Beteiligung äußerst gering ist. Es ist das um so weniger verständlich, als der Kursus in eine gerade für die Kaufleute vorzüglich passende Zeit fällt, und er ferner einen Teil der Kontorpcaxis zum Gegenstand hat, ohne den heutzutage ein zeitgemäß geleiteter kaufmännischer Betrieb nicht mehr denkbar ist. Der Kursus wird von einem erfahrenen Fachmann geleitet und wird in Vorträgen und praktischen Hebungen — natürlich nicht in peinlicher Schulform, um auch älteren Herren die Teilnahme zu ermöglichen — bestehen. Er wird, abgesehen vom ersten Abend, Mittwochs von 8V< Uhr abends abgehalten. Anmeldungen können noch am Eräffnnngsabcnd erfolgen. — Am verfloßenen SamStag feierte der Kaufmännische Verein im Caf^ Leib (Festsaal) unter zahlreicher Beteiligung sein diesjähriges Winterfest. Die vorzüglichen Darbietungen des Humoristenpaares Hermann Färtsch und Anna Förtsch-Dieffenbacher aus Stuttgart sanden den ungeteilten Beifall sämtlicher Besucher und trugen sehr zur Erheiterung und Belebung des Abends bei. Infolge der Reichhaltigkeit ihres Programmes sand der erste Teil der Festlichkeit erst gegen Mitternacht seinen Abschluß; dadurch kam die Jugend freilich im Tanzen zu kurz, doch holte sie das Versäumte später zahlreich nach. Eine äußerst stattliche Anzahl Paare beteiligten sich an der Polonaise. Getanzt wurde bis zum dämmernden Sonntagmorgen. Nachmittags von 4 Uhr ab sand noch eine Nachfeier im Vereinshause (Nordanlage 15) statt, die gleichfalls einen angenehmen und fröhlichen Verlauf nahm.
•* Der h essische Verband der Spengler m e: st er und In sta la teure teilt uns mit, daß am kommenden Sonntag, den 19. d. Mts., in Darmstadt, Restaurant Sitte, Karlsstraße, präzis vormittags 11 Uhr, eine Ausschuß-Sitzung stattfindet, die besonders den Zweck hat, über den in diesem Jahre stattfindenden Verbandstag in Gießen eingehende Beratungen zu führen. Ferner sollten die organisatorischen Verhältnisse des Verbandes 311 eingehenden Darlegungen in dieser Sitzung Veranlassung geben. Die Tagesordnung überhaupt ist sehr reichhaltig und von großer Wichtigkeit, unb wir möchten im Jntereffe des Spengler- unb Installateur- Handwerks auf diese Tagung, wozu auch sämtliche Ausschußmitglieder der Bezirksvereinigungen des Verbandes eingeladen sind, aufmerksam machen.
? Ein Blitzschlag im Winter gehört zu den seltenen Naturerscheinungen. Bei dem jüngsten Schneefall tobte jm Vogelsberge ein sehr heftiger Sturm. Ein greller Blitz leuchtete auf, dem ein starker Donnerschlag auf dem Fuß folgte. Der Blitz hatte den hohen Turm der Kirche zu Crainfeld getroffen, ohne zu zünden.
-s- Aus d e r S ch u l e. Bei der Behandlung des Freilig- rathschen Gedichtes, der „Löwenritt", fragte der Lehrer die Schüler: „Was ist Madagaskar?" Ein kleiner Junge, dem er die Beantwortimg der Frage nicht zutraute, streckte mit anderen Schulern den Finger. Diesen Kleinen fragte nun der Lehrer. Er erhielt zur Antwort: „Der — der Matte- kaspar, bas ist ber Mann, ber bie Matte (Schmierkäse) kauft."
Rheinisches Technikum Bingen
für Maschinenbau und Elektrotechnik.^1/,
WondA werben zart unb weich nur durch 6>e« muilLIHD JLlaliUv) brauch be3 an Feinheit unerreichten n‘*‘MPi^hMich-n" Myrrholiuglyceriu.j


