Wunsch des Kaisers der nächste Sängerwettstreit wieder hier stattfinden solle)
WormS, 17. Mai. Die Rheinlinie der elektrischen Straßenbahn ist in der gestrigen Stadtverordnetensitzung mit der Fahrt Hagenstraße—LudmigSstraße angenommen worden.
fc. Aus dem TaunuS, 17. Mai. Nach dem Jahresbericht der hirschgerechten TaunuZjäger sind im letzten Jagdjahr im Taunus ungefähr 600 Stück Rotwild geschoßen worden. Der Wildstand hat sich bedeutend gehoben. Nur überwiegt das Kahlwild zu sehr.
[ ] Marburg, 17. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten macht der Abteilungsvorsteher des hygienischen Instituts, Stadtverordneter Prof. Dr. B o n h o f f, gelegentlich der Beschlußfassung über Erneuerung der Fußböden in einigen Mannschaftsstuben der Jagerkaferne interessante Mitteilungen über das von Zeit zu Zeit hier bemerkbare Auftreten der Genickstarre. Er führt aus, daß seit dem Jahre 1899 in jedem Jahre in der Kaserne Einzelfälle von Genickstarre vorgekommen seien, und zwar immer in den heute in Betracht kommenden Stuben. Die Möglichkeit läge vor, daß im Zwischenmaterial der Fußböden gewissermaßen die Ursache der Erkrankungen zu suchen sei, denn eine Einschleppung von außerhalb sei in keinem Fall nachgewiesen und in der Stadt sei auch kein Fall vorgekommen. Nur durch eine völlige luftdichte Neuherstellung der Fußböden ließe sich die Gefahr beseitigen.
fc. Kassel, 17. Mai. Hier starb im Alter von 76 Jahren die Gräfin Karoline v. Hertzberg, geb. Knyn. Die Gräfin stammte auS Mainz und war die Witwe eines Generalmajors. Weiteren Kreisen ist sie als die Mutter der Frau des Profesiors Gustav Eberlein bekannt.
Die Verbilligung der Steinkohle.
Berlin, 16. Mai. Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung des Antrages Gamp, betreffend die Mutungssperre für Steinkohle und Steinsalz, hielt heute abend ihre erste Sitzung ab. Zur Begründung seines Antrages führte Gamp aus, eine Lebensfrage für diedeutsche Landwirtschaft undJn du st rie, namentlich für die Exportindustrie, sei die Verbilligung der Produktionskosten, namentlich die Verbilligung der Kohle. Dahin streben zahlreiche Anträge bezüglich der Eisenbahntarife, sowie die ganze Kanalpolitik. Einen diametralen Gegensatz dazu bildeten die jetzigen Mutungsbestimmungen. Die Mutungen seien, namentlich da die Maximalfelder viel zu klein seien, ohne Not mit übergroßen Kosten belastet. Auch hohe Gewinne der Bohrgesellschaften verteuerten die Herstellungskosten für Kohlengruben. Auch die Abhängigkeit von dem Syndikat empfinden viele Industriezweige als nachteilig. Die bisherige Praxis, nach der Mutungen wiederholt zurückgenommen werden können, sei ein Mißstand, dessen Beseitigung kein Eingriff in wohlerworbene Rechte sei. Sein Vorschlag, die Zusammenlegung verliehener Felder zu gestatten, sei ein großes Entgegenkommen gegen die Bohrgesellschaften; dadurch werde die rationelle Abgrenzung und sofortige Ausnutzung zahlreicher Grubenbetriebe ermöglicht. Durch eine besondere Maßregel solle die Aufschließung der Gebiete in den Ostprovinzen ermöglicht werden. Wennschon, wie gegenwärtig, ein Kohlenmonopol bestehe, halte er es für bester, daß der Staat der Inhaber dieses Monopols sei, als Privatpersonen. Die Auslieferung noch nicht privat ausgebeuteter Gruben an den Staat dürfe aber nur unter gesetzlichen Kautelen erfolgen, daß der Staat den Kohlenpreis nicht übermäßig steigere. Sehr wohl möglich sei die Ueberlassung einer Anzahl von Maximalfeldern an die Kohlen verbrauchende Industrie zur Selbstausbeutung gegen die Erstattung der Aufschließungskosten. Ter Antrag Maece auf Vorlegung der Uebersichtskosten noch unbetriebener Felder bedeute die Ablehnung jedes Vorgehens. Das Prinzip des Antrages Traeger (Mutungssperre aus zwei Jahre) sei annehmbar, nämlich die Aussetzung freier Mutnng bis zu anderweitiger Regelung der Materie. Vielleicht verständige man sich auf vier oder drei Jahre. Ter Redner erwähnt die vorjährigen ergebnislosen Verhandlungen des Staates mit der internationalen Bohrgesellschaft und fragt, was damals die Gesellschaft forderte und was der Staat bewilligen wollte. Auch in den Versuchen des Syndikates, sehr große Maximalfelder zu erwerben, liege eine der größten Gefahren; das Syndikat könnte dadurch die Zukunft unserer ganzen Industrie und sonstigen Erwerbstätigkeit von sich abhängig machen. Hiergegen sei die Annahme seines Antrages der einzige Ausweg.
• Elberfeld, 17. Mai. Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß, jenen Schülern, denen die katholischen Rektoren die Schillerbücher vorenthalten hatten, diese nachträglich auszuliefern. Sie lenkte die gerichtliche Verfolgung de§ Rektors Forster, der „Die Räuber" aus dem Schillerbuch herausgeschnitten hatte, ab, mißbilligte aber das Verhalten der Rektoren.
* Der Kaiser und die Ansichtspostkarte. Der Kaiser liebt es, auf seinen Reisen sich der Ansichtspostkarte zu bedienen, um Grüße in die Heimat, an seine Gemahlin, seine Kinder oder auch ihm sonst nahestehende Persönlichkeiten zu schicken. Wurden während einer solchen Reise, wie namentlich auf der Mittelmeerfahrt, von einem der Teilnehmer Momentbilder auf Karten ausgenommen, so bewahrt der Monarch diese wohl und versendet sie bei Gelegenheit noch später an Diesen oder Jenen, der auf ihnen dargestellt ist, so zum Jahreswechsel oder zum Geburtstage Desjenigen, dem der Gruß zugedacht ist. Dabei pflegt der Kaiser aber nur die Bildseite zu beschreiben, und oft erinnert er mit einem Scherzworte an ein gemeinschaftliches heiteres Erlebnis. Dann aber geht die Karte nicht den Weg aller Ansichtskarten, sondern sie wird wie jedes kaiserliche Schreiben expediert. Sie wird also nicht offen befördert, sondern in einen versiegelten Briefumschlag geschlossen und mit dem Vermerke „Allerhöchste Angelegenheit" versehen. Bekanntlich genießt die Korrespondenz des Kaisers nicht nur Portofreiheit, sondern wird auch in jedem Falle durch Eilboten bestellt, d. h. zu jeder Tag- oder Nachtzeit ohne Verzögern sofort ausgetragen. So passiert es manches mal einem Derer, an die der Kaiser in Freundlichkeit gedacht hat, daß er nächtiger Stunde geweckt und durch einen alle Merkmale eines offiziellen Schreibens aufweisenden Brief überrascht wird, als dessen Inhalt sich nachher ein kameradschaftlicher Gruß oder Glückwunsch des kaiserlichen Absenders herausstellt.
* Amerikanisches Studententurn. Die Grenzboten (Fr. W. Grünow in Leipzig, berichten in einem Artikel, der das Leben an der amerikanischen Universität Syrakuse schildert, über die Art, wie sich die Studenten die M i t t e l zum S t u d i n m erwerben: „Einige sitzen im Bureau des Rechtsanwalts an der Schreibmaschine, andere helfen von fünf bis neun Uhr als L a d e n - diener in Geschäften, wieder andere durchlaufen auf dem Fahrrad als Zeitungsrevorter die Stadt. Sie alle gehören der aronen Kategorie derer an, die sich durch die Universität hindurch- nrbeiten (tfyet) work their wav through college, wie der Amerikaner zu sagen pflegt) und darum etwa jährlich 1000 Mark
verdienen müssen, hier etwas weniger schwierig ist, als. in Deutschland. Doch was für eine eiserne Energie entwickeln viele dieser jungen Leute, die früb aufstehen, um im Winter gegen geringes Entgelt den Schnee vor den Häusern wegzuschippen, darauf zur Universität gehn und Kollegien hören, dann ihre Kommilitonen in den Klubs als Kellner beim Mittagessen bedienen, nach Tische arbeiten und in der Stadt tätig sind. Es ist ein großartiger demokratischer Zug des amerikanischen Studentenlebens, daß diese Studenten überall in hohen Ehren gehalten werden. Ich selbst kenne einen Fall, daß ein junger Mann vier Jahre lang in der Fabrik arbeitete und sich auch auf der Universität einen Nebenerwerb verschaffte, um das nötige Geld für sein Studium zu ersparen. Er wurde trotzdem von seinen Kommilitonen zur Ehren stellung des Vorsitzenden der Senioren- llasse erwählt. Die Studentinnen versuchen besonders an der Schreibmaschine, als Hilfe im Haushalt usw. einen Teil ihres Lebensunterhalts zu verdienen und verlieren dabei in den Augen ihrer Genossinnen durchaus nicht an Respekt. Bon 120 000 Studenten der amerikanischen Universitäten und Kolleges machen fast 45 Prozent ohne wesentliche Unterstützung ihrer Angehörigen einen vierjährigen Universitätskursus durch. ES gibt sicherlich kein Land, wo das Sprichwort: „Arbeit schändet nicht" so zu Recht besteht.
* Bemerkenswertes über das Rind. Dem ,.Fränk. Courier" sendet ein Nürnberger Korrespondent folgende Blüteu- lese merkwürdiger Anssvrüche die die Schüler einer dritten Volksschulklasse in Aufsätzen über das Tbema ,Das Nind" geleistet haben. ,,Das Nind gehört zu den Haustieren, weil sein Stall gewöhnlich an das Haus angebaut ist. Seinen Körper bedecken Haare, welche verschieden gefärbt sind. Bei der Familie Rindvieh ist der Mann der Ochs Die Frau heißt Kuh. Die Kwder sind Kälber. Die meisten Ochsen kommen vom Lande. In der Stadt findet sie man nur bei den Metzgern. Der Mensch hat viel vom Ochsen. Z. B. das Flersch. das Fett, die Haut und anderes. Der Ochs ist kein Ochs, er heiße nur so. Jedes Rindvieh nährt sich von Pflanzen. Die Dauern und die Ochsen pflügen die Felder. Die Kühe gehen mit den Bauernmädchen auf die Weide. Eine Kuh ist nicht schön: je mehr es aber sind, desto schöner werden sie. Die Ochsen werden im schönsten Mannesalter geschlachtet. Von der Kuh erhalten die Milchfrauen ihre, Milch. Das Rind hilft auch Lichter und Seile bereiten mit seinem, Fett. Es hat einmal ein Voll gegeben, dem sein Gott war ein Ochs. Das schöne Rindvieh ist der größte Stolz der Bauern. Mancher Bauer hat Ochsen, die so groß sind wie er."
Zlnivcrsttäts-Hlais>richten.
Marburg, 16. Mai. Der Professor für Pathologie und Therapie an der hiesigen Hochschule Geb. Med.-Rat Tr. Emil Mann köpf ist auf sein Ersuchen zum 1. Oktober von der Leitung der medizinischen Klinik und der damit verbundenen Lehrvcrpslich» tungen entbunden worden.
Die 67. Ausgabe des Deutschen Universitätskalenders (begründet von Prof. Dr. Ascherson, nach des Verfassers Tod mit amtlicher Unterstützung herausgegeben von Dr. Th. Scheffer unb Dr. G. Zieler. Verlag von K'. G. Th. Scheffer in Leipzig) weist wiederum eine Reihe von Änderungen auf. Als einen wesentlichen Fortschritt darf man bezeichnen, daß in in dem vorliegenden Bande zum ersten Male die Geburtsdaten bei so gut wie sämtlichen Dozenten beigefügt werden konnten. Diese für viele Benutzer sehr wichtigen Zahlen sind bisher nirgends anders vollständig zu finden als hier. Indes hätte die Korrektur besser gelesen werden sollen; es finden sich leider recht unangenehme Zahlenfehler in nicht kleiner Anzahl vor. Sehr erhebliche Bereicherungen hat die Statistik erfahren. Die im vorigen Bande angekündigte Personalchronik der Universitäten erscheint zum ersten Male. Man findet in dieser Zusammenstellung und in der daran angehängten Liste der neuen Habilitationen und der Todesfälle sämtliche Veränderungen, die seit Erscheinen des vorigen Bandes im Personalbestände der deutschen Universitäten geschehen sind. Die Statistik der Lehrer und Studierenden ist ebenfalls verschiedentlich bereichert worden. Die Zahl der Lehrer ist diesmal für jede Fakultät bei jeder Universität gesondert angegeben, die Statistik der Studierenden ist durch eine Statistik nach der Staatsangehörigkeit vermehrt worden.
— Die diesjährigen Marburger Ferienkurse mit Vorlesungen und Hebungen in deutscher, englischer und fran- zösischer Sprache finden voraussichtlich vom 10. bis 29. Juli und vom 6. bis 26. August statt und werden aus zwei Teilen von je dreiwöchentlicher Dauer bestehen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 17. Mai 1905.
(Mitqeteilr von der Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... 209.50 210.00
Deutsche Bank . . . 237.30 237.12
Darmstädter Bank . . 141.10 141.00
Bochumer Guß . . . 243.50 241.75
Harpener Bergbau . . 212.75 212.37
Tendenz: schwächer.
Märkte.
(th.) Gießen, 18. Mai Der dieswöchige Vieh markt hatte einen Vorrat von ca. 1000 Stück Großvieh, 350 Kälbern und 800—900 Stück Schweinen. Trotzdem der Vormarkt wegen weniger starker Anfuhr von schwarzbunten Milchtieren, nach denen die Nachftage immer sehr stark ist, recht hohe Preise zeigte, war der Handel am Markttage in Milchkühen, so flott sich auch der Markt machte, nur bei weichenden Preisen zu machen, und die unerhörte Preissteigerung in Milchkühen, welche in letzter Zeit eingetreten war, scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Die Kundschaft vom Main, von der Sieg und besonders vom Niederrhein lehnte es ab, troüberu Bedarf vorlag, für frischmelkende Kühe diesmal außergewöhnlich 'hohe Preise, wie bei den letzten Märkten, anzulegen. Fettvieh war' wieder so gut wie gar nicht «am Markt, so daß Reflektanten unverrichteter Dinge abzogen. Der Kälbermarkt zeigte diesmal ebenfalls teilweise sogar stark weichende Preise. Frankfurt und Wiesbaden machten den Markt. Aber auch unsere heimischen Metzger griffen in das Geschäft ein. Gangvieh war nicht am Markt. An den Schweinemarkt waren zahlreich die kleinen Landwirte aus der Umgegend gefommeit. Man war allgemein erstaunt, als man die hohen Preise des Verkaufes hörte und verhielt sich abwartend, so daß der Handel recht langsam in Gang kam. Alle Versuche, die Preisforderungen zu drücken, waren vergeblich, da die Händler erklärt"n.da^ die Waare im Einkauf in Norddeutschland seit dem letzten Markt erheblich im Preis gestiegen sei und für die Folge noch steigen werde. Erst gegen die Mitte des Marktes kam Leben in das Geschäft, welches sich gea-m Schluß noch steigerte, so daß nur ein ganz geringer Ueberstand zu verzeichnen war. Gehandelt wurdm Milchkühe, ftischme'ftend und tragend pro Stück 1. Qual. 440—500 Mk., 2. Qual. 350—420 Mark, 3. Qualität: 280—320 Mark; Kälber, pro Zentner Schlachtgewicht 1. Qual (über 50 Pfund wiegend); 73—76 Mk., 2. Qual (zwischen 40—50 Pfd. schwer): 65—69 Mk., 3. Qual., leichtere Tiere: 58—62 Mt.- Schw eine, pro Paar, Ferkel, 6—8 Wochen alt: 44—5* * W, 10—12 Wochen alt, 60-70 Mk., 14—16 Wochen alt, 85—90 Mk., 5 Monate alte Tiere 110—120 Mark: kräftigere Ein leg schw eine je nach der Güte bis 160 Mk. Nächste Markttage (Himmptsahrtswarkt): 30. und 31. Mai d. I., am zweiten Tage auch 'Krämermarkt. Der für den 6. und 7. Juni angesetzte Markt fällt aus.
§ Ruppertenrod, 17. Mai Unfern heutigen Frühjahrsmarkt begünstigte recht schönes Frühlingswetter, so daß der Markt stark besucht war. Der Schweinemarkt zeigte eine sehr starke Auffahrt von Jungschweinen, über 800 Stück. Der Handel, der anfänglich flaute, kam bald in regen Fluß, und schon vor mittag war alles Angebot verkauft. Tie Preise nmrcit nicht ungewöhnlich hoch, sondern bewegten sich mir der im Frühjahr gewohnten Preisstufe. Man bezahlte für die Ferkel zweiter Sorte pro Paar 45 bis 50 und 55 Mk., erster Sorte 55 bis 60 und
70 Mk. Ungewöhnlich hoch stehen zur Zeit die Preise für Fettschweine; das Pfund Lebendgewicht wird mit 45 bis 47 Pfg. bfr zahlt. — Der Krämcrmarkt wies guten Besuch aus.
§ Herchenhain, 17. Mai. Gestern und heute fand unser sogen. „W a l p u r g i s m a r k t" statt. Der Schweinemarkt war gut befahren, und es entwickelte sich bald ein lebhafter Handel. Die Preise waren ziemlich hoch. Sechs Wochen alte Ferkel kosteten pro Paar im Durchschnitte 40 — 50 Mk., 8 Wochen alte 50—60 Mk., 10 Wochen alte 65—80 Mk., Läuferschweine 90—115 Mk. Fett- Schweine waren nicht aufgetrieben. Der Krämermarkt ist unbedeutend.
Limburg a. b. L., 17. Mai. Fruchtmarkt. Durch- schnittsvreise pro Master. Roter Weizen 15.23 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 11.50, Gerste 10.30 Alk., Hafer 7.65 Mt, Caatbaier 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Lilterar lckcs.
— Unlängst erschien: Geologischer F ü hrer durch den Odenwald von Prof. Dr. E. Chelius, Großh. Hess. Oberbergrat. 80 Seiten: mit 9 Abbildungen im Text und einer geologischen Karte im Maßstabe 1:250000. Verlag von Hobbin g und Büchle, Stuttgart. 1905. (Preis 1.50 Mk.) Einen übersichtlichen geologischen Führer durch den Odenwald gab es bisher noch nicht. In den einzelnen Abschnitten behandelt der Führer 1. die Geoaraphie des Odenwaldes; 2. die Geologie; 3. die wichtigsten Mineralien und Gesteine; 4. schließlich noch den Bergbau und die Steiniudustrie.
Kurz erörtert werden zunächst zur Einführung in die Geologie die topographischen Verhältnisse und die .Hydrologie des Odenwaldes, gewissermaßen die Anatomie des Gebirges. .Den wesentlichsten Teil n'mmt d'e eigentliche geologische B sbreibung ein. Im zweiten Teile des Führers wird eine Uebersicht über die Industrie der Gesteine, Erze und Erden des Odenwaldes gegeben. Besonders die Steinindustrie zeigt darnach einen erheblichen Aufschwung; die große Zahl ihrer Betriebe, sowie deren Ausdehnung sind eilt erfreuliches Zeichen des heimatlichen Ge- wcrbefleißeS. Im Gegensatz hierzu hat der Bergbau im Odenwald nicht mehr die Ausdehnung, die ihm nach dem Reichtum seiner Manganerzlager zukommen könnte. Im Betriebe sind nur noch das MaNnorwerl zu Auerbach, das interessante Kupferbergwerk bei Reichenbach, die Braunkohlengrube Messel und Manganerzwerke bei Waldmichelbach.
Eine Erläuterung zur bei gegebenen geologischen Uebersichts- karte bildet den Schluß des Führers. Die Karte selbst, in hand- ^chem Format, Maßstab 1:250 000, gibt in Farben ein über- chtliches Bild über die geologische Gestaltung des ^deuwaldes und b r unmittelbar angrenzenden Gebiete. Bei der Ausführung der Karte kam besonders zu statten, daß der Verfasser des Führers seine eigenen zahlrfichen geologischen Detailaufnahmen im Odenwald benützen konnte. — Als Gegenstück zu diesem Odenwaldführer befindet sich von demselben Verfasser bearbeitet in Vorbereitung ein Geologischer Führer durch den Vogelsberg, unter besonderer Berücksichtigung der Badeorte, welcher, in Kürze im Verlage von E m i l R o t h in Gießen erscheinen wird.
|Uiid;nitliitc llrbrrfitlit her TodesM? in brr Stabt ließen
10. Woche. Vom 5. bis 11. März 1905.
Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,57 nach Abzug von 4 Ortsfremden: 11,14
Kinder-
Es starben an: Zusanunen: Erwachsene:
im vorn
ibensjahr: 2.—15. Jahr
1. Lc
Lcmgenentzündung
3(1)
1
1 Kl)
Schlagfluß
2(1)
KD
— .—
Krebs
1(1)
1(1)
— *■
Herzleiden
2
2
—— —
Wochenbettfieber
1
1
— —
Ohreneiterung
1 (1)
1 ll)
— —
Summe 10 (4) 8 (3) 1 1 (1)
An m.: Tie in Klammem gefetzten Ziffern geben an, lvie viel der Todesfälle in der betreffende!! Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Spielptan
des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauherm.
Direktion Hermann Steingoetter.
Montag den 22. Mai: „Die Großstadtluft." Lustspiel in vier Akten von Blumenthal und Kadelburg. Mittwoch den 24. Mai: „Die große Leidenschaft." Lustspiel in drei.Akten von Raoul Aueru- hestner. Freitag den 26. Mai: Gastspiel, Mlle. Viola Villany: Barfuß-Tanz, Tanzidyllen aus der Mythologie und Neuzeit. Dazu: „Wann ivir altern." Plauderei in einem Akt von O. Blumenthal Samstaa den 27. Mai: „Niobe." Schwank in drei Akten von H. und E. A. Paulton.
" ..... ............. l ■■■■■— !■■■■■ Hl ।
Familien-Uachrrchten.
Gestorben. Herr Johannes Großhaus, Butzbach. — Herr Mathäus Müller, Espa.
Schiffsnachrichlen.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.
B rem en, 10. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppetschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm II.", Kapitän D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 10. Mai. lPer transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Postdampfer „Großer Kursürst", Kapitän F. Mentz, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr nachts wohlbehalten in Newyork angekommen.
Red Star Linie
Vertreter Carl Netter, Gießen, Eichweg 7, Ecke großer Steinweg.
Der Postdampfer „Finland" der Red Star Linie in Ant- werden, ist laut Telegramm am 9. Mai wohlbehalten in Newyork angekommen.
TeSegslhomscheip KursbeHcht.
Frankfurt a. ÜI„ 31/g% Reichsanleiho . . 101.55 30 /n do. ... 90.25 3V,o/o Konsols .... 101.30 :o/o do......90.15
R‘/2% Hessen .... 100.05 31/, % Oberhessen . , . 99.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 4*/ß% Oestorr. Rilberrento . 101.15 4% Ungar. Goldrento . . 99.90 40/ Italien. Rente . . . 106.60 4% Portugieser I , . . 66.95 30/ Portugiesen. III . . 66.95 \% Unif. Türken . . . 88.20 Türkenlose......134.40
4% Grieoh. Monopol.-Anl. 52.20 41/a°/0 äussere Argentiner 46.20
17. Mai. Offizielle Schlusskurse.
30/0 Mexikaner . . 67.16
4 Wo Chinesen .... 96.05 Electric. Sohuckort . . . 136 75 Nordd. Lloyd . . . . 123.90
Kreditaktien . . . - 210.10
Diskonto-Kommandit. . 186 50
Darmstädter Bank . • . 141.00 Dresdener Bank ...» 154 20 Berliner Handelsges • » 169 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 50 Lombarden.....16.10
Gotthardbahn ..... —. — Lanrahütte..... 267.20
Bochum . . . . . 243.20
Harpener . ..... 21330 Staatschatzscheine . . . 100.55
Tendenz: fest.
Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: i. V. August Goetz.
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