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16.3.1905 Erstes Blatt
 
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Nr. 64

littet«t tigüt

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hesfischen Landwirt die Gießener §amilien> Glätter viermal in der Woche beigelegt.

' Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl'schen Unwerß-Buch-u. Stein- druckerrt. R. Lange. Redaktion, Ervedtttoa und Druckerei:

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Erstes Blatt.

155. Jahrgang

Donnerstag 16. MärzlSOF

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

VezugSpreiSr monatlich 75 Pf., viertest jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost TH.2. vierlel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« it die Tr rsmumirer 'S vomitttaqS J 1cTlte

Zc'ennretS:

auswärts & Äfz. ^erantworii'ch füt den polst, und Iw .&(le Teil. P. Wittlo: ffit »Stadt und Land^ und .Gerichtsfaal^: August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Pie Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.

Volitssche Tagesschau.

Bund der Liberalm?

Mitteilungen derFr. Deutschen Presse" über Verhand- Atngen, die auf Veranlassung von Friedrich Naumann und einiger seiner Freunde geführt werden zur Bildung einer neuen Parteigruppe, finden .eine gewisse Bestätigung durch eine Aeußerung, die der Neichstagsabg. v. Gerl ach vor einigen Tagen in Solingen in einem Vortrage im Sozialliberalen Verein gemacht hat. Er kam hierbei nach denRhein.-Wests. Ztg." u. a. auch zu sprechenauf den im Entstehen begriffe­nen Bund der entschieden liberalen Parteien. Er erklärte, daß die Verhandlungen wegen der drei in Frage kommenden Gruppen schon weiter vorgeschritten seien, als die Oeffentlichkeit glaube. Aus taktischen Gründen dürfe er aber vorläufig nichts näheres mitteilen, verraten könne er jedoch, daß die Verhandlungen in allernächster Zeit zum Abschluß kommen würden."

deutsches Reich.

Berlin, 15. März. Der Kaiser folgte heute abend einer Einladung des amerikanischen Botschafters zum Diner.

Der Minister des Innern hat eine Verfügung er­laßen, die sich auf die Sicherheitsmaßregeln bei einem etwaigen nochmaligen Bergarbeiterau8 stände bezieht. Der Minister wünscht, daß bei einem Ausstande die Sicher­heitsmannschaften nicht nach und nach herangezogen werden, sondern sofort in genügender Anzahl in allen Distrikten be- reirstehen. Die Behörden sind angewiesen worden, die ein­leitenden Schritte vorzunehmen.

In Halensee bei Berlin starb der ehemalige vor­tragende Rat im Reichseisenbahnamt, Wirkt. Geh. Rat Kraeft. Wie der erste Staatssekretär im Reichspostamt, Stephan, nicht einmal das Abiturientenexamen, so hat auch Kraeft nur die Vorbildung zum Akruar auf der Schule in Kolberg erworben. 1832 geboren, begann Kraeft 1850 seine Laufbahn als Aktuar und Gerichtsschreiber. 1861 trat ?r zur Staatsbahnverwaltung über und wurde zunächst Materialienverwalter. Minister Delbrück zog ihn 1868 in das Bundeskanzleramt, wo er zum Regierungsrat und ständigen Hilfsarbeiter ernannt wurde. Bei Errichtung des Reichseisenbahnamts im Jahre 1873 trat er als Geh. Re­gierungsrat und vortragender Rat in dieses Amt ein, wurde 1878 zum Geh. Oberregierungsrat und, nachdem er schon von 1887 ab mit der ständigen Vertretung des Präsidenten betraut worden war, im Jahre 1893 zum Wirkt. Geheimen Oberregierungsrat befördert. Seit 1879 hat er als stellver­tretender preußischer Bevollmächtigter dem Bundesrat an­gehört. Aus Anlaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums 1900 wurde ihm der Stern zum Roten Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub und bei Genehmigung der mit Rücksicht auf sein vorgerücktes Alter zu Beginn des vergangenen Jahres von ihm erbetenen Versetzung in den Ruhestand der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen.

In derDeutschen Jur.-Ztg." erörtert Prof. Dr. Lo en in g-Halle, Mitglied des preuß. Herrenhauses, die' Schiffahrtsabgaben und kommt zu dem Ergebnis, daß sie wohl mit der Reichsversassung wie mit den Verträgen unvereinbar sind. Loening sagt zum Schluß:

Wird § 19 der Kanaloorlage in seiner jetzigen Gestalt Gesetz, folfinb seine Bestimmungen so lange nicht ausführbar, als die Räjchsveriassung und diese völkerrechtlichen Verträge nicht ge­ändert sind. Der preußischen Regierung wird dann aber die Pflicht obliegen, darauf hinzumirken, daß sie abgeändert werden. Haben biete Bemühungen bis zur Vollendung des Rhcin-Weser-Kanals oder einer Teilstrecke desselben keinen Erfolg, so wird nicht eine Au1l)ebung des § 19 erforderlich sein, um sie in Betrieb zu setzen. Der § 19 enthält die stillschweigende, aber selbstverständliche Klaustl, daß seine Vorschriften nur soweit auszufnbren sind, als dies nach der Reichsverfasiung und den völkerrechtlichen Verträgen zulässig ist. Ein preußisches Gesetz kann nicht bezwecken, die Staats- regierungen zu Handlungen zu verpflichten, die nach der Reichs- verfassung rechtswidrig sind.

Nachdem die rechtlichen Grundlagen über eine im Anschluß an ein Automobilgesetz eventuell zu bildende Zwangsgenossenschaft der deutschen Automobil- b esitz er erwogen worden sind, liegt, wie dieNeue Pol. Corr." erfährt, die Materie nunmehr dem Reichsamt des Innern vor zur Erwägung -der Modalitäten, unter denen eine derartige Zwangsgenossenschaft zu errichten wäre.

Detmold, 15. März. Der Landtag genehmigte das Lippesche Thronfolgegesetz" in der ihm von der Kommission gegebenen Fassung. Hiernach ist der nach dem Schiedsvertrag vom 5. November 1904 zwischen dem Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe und dem Grafen Leopold zur Lippe-Biesterfeld, dem Regenten des Fürstentums Lippe, er­gehende Schiedsspruch für die Thronfolge im Fürstentum Lippe maßgebend. Auf die Einsetzung und Führung des bis zur endgiltigen Erledigung des zur Zeit schwebenden Thron- sotgestreites etwa noch weiterhin notwendig werdenden Regent­schaft finden die Bestimmungen des Regentschaftsgesetzes vom 24. April 1895 entsprechende Anwendung.

MrLüMentarijches.

Berli n, 15. März. Die Budgetkommission des Reichstages setzte heute die Beratung des Militäretats

fort. Eine längere Diskussion entstand nur bei dem Kapitel Adjutantur der Fürstlichkeiten re., wobei Abg. Dr. Südekum beantragte, die Ausgaben zu streichen. Der Kriegsminister erwiderte, der Posten entspreche den Militär- Konventionen, worauf der Titel bewilligt wurde. Bei Kapitel 24, Geldverpflegung der Truppen, wurde eine Petition der Zahlmeister auf Besserstellung eingehend erörtert. Schatzsekretär Stengel erklärte hierbei, daß er hoffe, im nächsten Etatsjahre den Wünschen der Zahlmeister nach­kommen zu können.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

Berlin, 15. März.

Abg. Dr. Wiemer (fr. Vp.) erklärt, seine Partei würde sich für die Erhöhung der Ministergehälter entschließen können, da sie sich stets von sachlichen Gründen leiten lasse. Der vor­geschlagenen Aufbesserung könnten seine Freunde aber umso we­niger znstimmen, als sie ausdrücklich mit erhöhten Reprä- sentationspslichten begründet werde. Seine Partei sei überhaupt gegen Stellenzulagen. Die von der Budgetkommifsion beantragte Aenderung des Pensionsgesetzes lehne seine Fraktion ab, weil sie den Charakter oer Ausnahmebestimmung habe. Hof­fentlich werde jetzt die Regierung auch die Petitionen der unteren und mittleren Beamten wohlwollend prüfen, deren Ausbefferung ebenso notwendig sei, Ivie die Erhöhung des Einkommens der Minister. Ein Regierungskommissar erklärt, daß eine Vermehrung der Repräsentation, infolge der Stellenzulagen nicht stattfinden solle. Sofort nach Annahme dieser Stellenzulagen tverde die preußische Regierung die Initiative ergreifen, um sie auch dem Kriegsminister und dem Reicksmarine^Sekretär zuzu­wenden, und daß eine Erhöhung des Wohnungsgeld-Zuschusses für die mittlen und unteren Beamten beabsichtigt sei, eine ver­stärkte Relikten-Fürsorge hingegen noch nicht in Aussicht ge­nommen werden könne.

Der Etat des Bureaus des Staatsministeriums wird ange­nommen, ebenso der Antrag Porsch-Friedberg in erster und zweiter, Lesung gegen die Stimmen der freisinnigen Volkspartei.

Beim Etat des Mgeordnetenhauses liegt ein Antrag der Budgetkommiffion vor, wonach die Mitglieder des Mgeordneten- hauses, denen als Reichstagsabgeordnete freie Eisenbahn­fahrt zusteht, als verpflichtet zu erachten sind, bei den Reisen zum und vom Landtage Kilometergelder zu liquidieren. Abg. Dr. Porsch (Ztr.) regt an, den Präsidenten des Mgeordneten­hauses .und des Herrenhauses Repräsentationsgeldev zu bewilligen, nachdem die Minister diese Repräsentationsgelder erhalten hätten. Abg. Fahr. v. Erffa sk.) führt aus, seine Freunde kennten eine Notwendigkeit zur Gewährung von Reprä- sentmionsgeldern an den Präsidenten nicht anerkennen. Bei den Ministern sei die Sache anders, sie müßten repräsentieren. Die kleineren Beamten würden es nicht verstehen, wenn ihre Wünsche auf Befferstellung nicht erfüllt werden mit Rücksicht auf die Fi­nanzlage, während andererseits erhebliche Summen für einen großen Haushalt des Präsidenten ausgewendet würden. Mg. Dr. Wiemer (fr. Vv.) erllärt, man könne dem Präsidenten nicht zumuten, daß er den Aufwand, den er machen muß, aus eigenen Mitteln bestreitet. Das konstitutionelle Wesen des Parlaments erfordere es, daß der Präsident angemessene Aufwandsgelder zur Vertretung nach außen erhalt. Seine Partei stimme daher der Anregung des Abg. Porsch zu. Mg. Dr. Friedberg (nl.) hält die Gewährung einer Aufwandsentschädigung für die Präsi­denten der beiden Häuser des Landtages für zweckmäßig. Auch in England, wo das Parlament eine rein demokratische Ver­fassung habe, wird dem Sprecher eine angemessene Entschädigung gewährt. Nachdem sich die Mg. P e l t a s o h n und Frhr. von Zedlitz ebenfalls ftir die Anregung des Abg. Dr. Porsch aus- gesvrochen, wird der Antrag bewilligt. Beim Etat der Ge­neral-Ordens kommission weist Abg. Dr. Wiemer auf die große Etats -Ueberschreitung beim Titel für Ordens-Aus­gaben hin. Der Etat wird hierauf gegen die fteisinnige Volks­partei angenommen.

"Ausland.

Wien, 15. März. Ein kaiserlicher Gnadenakt sieht bevor, durch den das gerichtliche Verfahren gegen alle nn den Innsbrucker Ausschreitungen beteiligten Studenten, sowohl Italiener als auch Deutsche, nieder­geschlagen werden soll.

Salonik, 15. März. Ein griechisches Kloster beim Dorfe Tsirlawo (Kreis Kastoria) wurde von einer bulgarischen Bande eingeäschert.

Sofia, 15. März. AuS Uesküb wird hierher amtlich gemeldet: Den türkischen Truppen in Mazedonien wird durch ein Geheimzirkular des Kriegsministers an die Hand gelegt, den Bandenmitgliedern, die lebend und verwundet in ihre Hände fallen, den Garaus zu machen. Offenbar will die Pforte der ihr aufgezwungenen Amnestierung solcher Gefan­genen vorbeugen. In Monastir verübte ein Grieche ein resultatloses Revolverattentat gegen den bulgarischen Arzt Wladow, der hier früher als Mitglied des mazedo­nischen Oberkomitees unter General Zontschew tätig ge­wesen ist.

Tokio, 15. März. Prinz Arisugawa wird sich, wie amtlich verlautet, zur Hochzeit des deutschen Kron- prinzen nach Berlin begeben.

Der K<-ieq

Falsche Friedensgeruchte.

Tie Friedensgerüchte wollen an der Börse nicht ver­stummen. 'Mch gestern trugen sie wesentlich dazu bei, daß die russischen Staatsfonds und Prioritäten nicht weiter zurückgingen. Seither wurde behauptet, daß Rußland ge­zwungen sei, Frieden zu schließen, da es weitere Meder- lagen nicht mehr ertragen könne. Nun wird angenommen, daß England den Japanern und Frankreich den Russen kein Geld mehr gibt und damit das Kriegsspiel von selbst aufhört, da zum Krieg bekanntlich unendlich viel Geld gehört.

Ter Petersburger Korrespondent derKöln. Ztg." aber telegraphiert dem' Blatte unterm 15. d. M.: Gestern fanden in Zarskoje Sselo unter dem Vorsitz des Zaren über

die Fortsetzung des Krieges Beratungen statt. Es verlaute^ daß die

energische Fortführung

beschlossen wurde: Man werde eine neue Armee von 400 000 Mann auf ft eilen und die dezimiertem Truppenteile auf dem Kriegsschauplätze ergänzen. Ditz neue Armee soll aus den aktiven Linien der .Kerntruppen, lauter junge Mannschaft, gebildet und durch Ein­führung der Reserve ergänzt werden. Im wesentlichen werden die neuen Nachschübe aus Infanterie und Artillerie bestehen, da für Kavallerie das Gelände des Kriegsschau­platzes nur geringe Verwendung bietet. Die Garde-Feld­artillerie soll ebenfalls zur Entsendung bestimmt und auch für die Flotte sollen neue Anordnungen getroffen! sein. Der neuernannte Stabschef der Mandschureiarmee, Suchomlinow, gilt als einer der hervorragendsten jüngeren russischen Generale; man nannte ihn sogar als Nachfolger Ku r o p a t ki n s , dessen Abberufung trotz mäch­tigen Einflusses zu seinen Gunsten dennoch in Kürze zu. erwarten steht. Daß Großfürst Nikolaus Niko­lajewitsch der Nachfolger sein soll, wird von fonft1 gut unterrichteten Kreisen nicht als wahrscheinlich tw genommen.

Man höre dagegen die russische Preffe. Nach Berichten bet, Now. Wr." können heute höchstens noch 6 0 0 00 Mann! der dritten Armee intakt sein. Die Stimmung ist ent* sprechend erregt. Das Publikum fordert die Veröffentlichung aller eingetroffenen Telegramme und belagert den General­stab. 'Alle Blätter, außer derNowoje Wremja^ drängen zum Frieden. Russj meint, eine Volks­vertretung muffe berufen werden und über Beendigung oder Fortsetzung des Krieges entscheiden. Fürst Uchtomski führt sich mit seinem neuen Blatt Raßwjet gut ein durch Unterstützung der Friedensbewegung; ebenso wird in allen Schichten der Bevölkerung für den- Frieden emgetreten. Dennoch dürfte die kleine Militärpartei einstweilen die Ober­hand behalten. Der Ugodowce (Kompromißler) von der polnischen Partei pflog mit den gemäßigten Juden Ver­handlungen wegen gemeinsamen Vorgehens gegen die Autokratie.

Ein Vertreter des Neuterschen Bureaus interviewte ht London den dortigen japanischen Gesiandten, Vi- comtc Havaschi, welcher erklärte: Die jüngsten Eveignissej auf dem Kriegsschauplätze ändern in keiner Weise JlapanS Stellung inbetreff des Friedens. Er sagte wiederholt, erf versichere wieder nachdrücklich: Es kann von Friedew keine Rede sein, wenn Rußland ihn nichtj wünscht. Wenn man sagt, diese oder jene Regierung? sei in der Lage gewesen, Rußland mit den japanischen Be­dingungen bekannt zu machen, kann ich mir nicht denken.. Es sind keine solchen Bedingungen formuliert worden.

Tie Petersburger Telegr.-Äg. protestiert kategorisch gegen die Tokioer Meldung desTxrily Telegraph unÄ derEentral News" betr. die Gefangennahme des 16. Armeekorps, wie überhaupt betr. massenweise er­folgte Kapitulationen russischer Truppen und die Vernich­tung des russischen rechten Flügels und des Zentrums in der Schlacht bei Mukden, sowie dagegen, daß die Ges amt* verlu-ste 300 000 Mann betragen sollen, und gegen: ähnliche Nachrichten, die als offenbar erdichtet be­zeichnet werden.

Ein Reutersches Telegramm aus Singapore ßeftätigt die Meldung, daß am Mittwoch auf der Höhe von ©inga* Pore drei japanische Kreuzer und ein Kohlen­dampfer außerhalb der Territorialgewässer vor Änkee gingen.

Vom Kriegsschauplätze.

Petersburg, 15. März. Kuropatkin meldet unter dem 14. d. M., daß er einen blutigen Angriff der Ja­paner gegen das Zentrum der rrissischen Stellungen auf F an h o abgeschlagen hätte. Mehr als tiausend Leichen lägen vor den russischen Stellungen.«

Petersburg, 15. März. Der hiesige chinesische Ge­sandte bestreitet in derNowoje Wremja" auf das ent­schiedenste, daß chinesische Truppen auf ©eiten, der Japaner an den Kämpfen bei Mukden tellge- nommen hätten. Was die Neutralitatsverletzung anlcmgt^ so hätte auch General Mischtschenko auf seinem Ritt mit der Kosakenbrigade die Neutralität verletzt.

London, 15. März. DieTimes" berichtet aus ling: Die Japaner befinden sich nur noch eintge- Kilometer von der Stadt entfernt. Man erwartet! jeden Augenblick neue Gefechte. Jin Generalstabe wird er* klärt, die feindlichen Truppen feien zu erschöpft, um ein; neues Gefecht liefern zu können. Kuropatkin organi­siere in größter Eile seine Truppen, welche bereit sind) neue Kämpfe auszuhalten.

Petersburg, 15. Mär^.Nowoje Wremja" schätzt die russischen Verluste auf 130140 000 Mann,, darunter 4000 Offiziere.Rußkoje Glowo" veranschlagt die Verluste auf beiden Seiten auf 200 000 Mann. Die Verluste der 3. Armee sind nach einer Erklärung des Generals Masnow noch nicht bekannt. Bisher sind noch immer nicht alle Einzelheiten über die russische Niederlage beK Mukden bekannt. Es herrscht hier große Besorgnis über die Armee Kaulbars, von welcher noch jede Nachrichpt fehlt. Man befürchtet, daß sie umzingelt worden isL

London, 15. März. DerDaily Telegr.^ meldet aus Tokio, daß General Bilderling in der Schlacht bei Mukden getötet wurde.

Kleine Meldungen.

Petersburg, 15. März. .?ic Petersb. Telegr.-Atz. meldet: Ein Telegramm aus Tokio, welches über die in Sinminting erfolgte Verhaftung eines russischer.