Ausgabe 
15.11.1905 Zweites Blatt
 
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155, Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 269

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für Len Ureis Eichen

5.

587.»

>ng.

(tvoanlaflen.

Die Veröffentlichung der neuen Wahlreform ftcbt noch

ab.

den

veröffentlicht die ersten

Abschnitte deS vom Bundesrat angenommenen Gesetz

sich ähnliches berichten gelogen wie tele-

ie Schreiner, lie Auerswald.

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Erscheint tlglld) mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener KamtllendlStter" werden dem ,®ntpiQPT viermal wöchentlich beigelcgL Ter £aB0»kr erlcheml monatlich einmal.

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FLufstiche YculgLeiten.

Petersburg, 14. Noo. Der Zar sandte mehrere seiner Generaladjutanten mit außerordentlichen Vollmachten zur Wiederherstellung der Ordnung in die Provinzen.

Der Ministerrat hält unter WitteS Vorsitz täglich Beratungen siber die Erweiterung des Wa hlrechtes

Kcer iinb K otte.

.Deutsch la ndS Kri eg Sfl o tte^, daS bei Fried­rich Kirchner in Erfurt erscheinende Prachtwcrk des Dlariue- chriftslellers Victor Laverrenz, ist bis zur vierten Lieferung gediehen; diese schildert die Einrichtung und Ausrüstung der deutschen Kriegsschiffe mit ihrem gesamten Inventar in Wort und Bild. Ferner beginnt das Kapitel 6 mit einer ein- gehenden Betrachtung der .Bewaffnung und Munition*. Bei der Beschreibung der Geschütze finden wir nicht nur die photographische Wiedergabe derselben als Erläuterung zum Text, sondern auch die technischen R>sst der 91 oh re, Lafetten, Ge'chütztürme, MunitionSaulzüge usw. im Querschnitt. Diese technischen Zeichnungen sind dem Verlage vom Reichs. Marme-Amt zur Verfügung gestellt worden und somit authentisch. Auch ist zu betonen, daß daS gesamte, sehr reiche Zahlenmaterial nach amtlichen Quellen wiedergegeben, also in jeder Hinsicht zuverlässig ist. Derselben Quelle ent­stammt die der Lieferung beigefügte Tafel, welche einen Querschnitt unseres neuesten LmienschiffslypS, der .Deutsch­land".Klaffe, in 7 Farben darstellt. Die Ausstattung des Werkes ist nicht nur außerordentlich reich, sondern steht auch technisch vollkommeu auf der Höhe der Zeit.

Berlin, 14. Nov. Dem Obersten mit dem Range als Brigadekommandeur Deimling, Abteilungßchef im großen Generalstabe, bisher Kommandenr deS 25. Feld- regimentS der Schutztruppe für Südwestafrika, wurde vom Kaiser der erbliche Adel verliehen.

Hiemenz, zum Mitglied und Rat der Oberrechnungs- kammer ernannt. S. K. H. der Großherzog haben den evangelischen Pfarrer Albert Junker zu Wallertheim, Dekanat Wöllstein, auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. S. K. H. der Großherzog haben den von dem Grasen zu SolmS-Laubach auf die evangelische Pfarrstelle zu Trais- Münzenberg, Dekanat Hungen, präsentierten ersten Pfarrer zu Münzenberg Wilhelm Le im bach für diese Stelle be* stätigt.

Erledigt e Lehrer stelle. Die mit einem evange­lischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- »chule zu Hemmen, Kreis Lauterbach. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Dem Grafen von Schlitz gen. von Görtz steht das Präsentationsrecht zu ihr zu

"AkademischeVorträge. Gestern abend begannen vor einem sehr zahlreichen Publikum, das die große Aula bec' Universität dicht füllte, die diesjährigen akademischen Vor­träge mit einem Lichtbilder-Vortrag des Professor Dr. Wünsch .Eine Wanderung durch Athen". Wenn der Vortragende zu Beginn seiner intereffanten Ausführungen, auch sagte, daß er nichts wesentlich Neues in seinem Vor- trag bieten würde, so verstand er es dennoch, in seiner ein» stündigen Wanderung durch die Ruinen der alten Kultur­stätte eine Fülle interessanter Mitteilungen über die Be­deutung der hellenischen Kuluir, ohne die die deutsche Kultur kaum denkbar wäre, zu machen und die prachtvollen vorge- sührten Lichtbilder gaben in Verbindung mit den dazu ge-

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unterdrücken. Tie »Times* läßt Wir haben dazu nur zu bemerken:

g r a p h i ar t.

DieNorsd. Allg. Ztg.*

te Ruodicbrinredera: Hl- finder. F. SOENNECKEH

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Mittwoch 15. November 1905

Rotaironsdr-iick und Verlag der Brübl't<-den UnwerstlälSdruckeret. R. Lange, Bieyen.

Redaktion. ExvediNon uT ruderet Sdmlktr R. r XeL Nr. 51. Telegin-Adr.. Aujkiger ließen«

Kclranntmachimg.

Betr.: Schweinerotlauf zu Lang-GönS.

Die unter dem Schweinebestand deS Heinr. Wagner zu Lang-GönS auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen und die angeordnete Gehöftsperre aufgehoben worden.

Gießen, den 14. November 1905.

Großherroalich. r i am' Gießen.

I. V.: Dr. Merck.

herzlicher Teilna^-

>agen herzlichen San!

Aus SlsSt mlö KauS.

Gießen, den 15. November.

Personalien. S. K. H. der Großherzog haben Kassierer der Staatsschuldenkasse, Regierungsrat Franz

in dieser Woche bevor. Wahlberechtigt werden alle Arbeiter und jeder Besitzer von Immobilien ober Mobilien im Werie von mindestens 100 Rubeln sein. Tie Regierung selbst wird der Reichsduma, deren Wahl Witte für zwei Wochen auf- geschoben hat, vorschlagen, ein Gesetz über die Konstitution auszuarbeiten.

Tie Ruhe ist in Kronstadt nicht wieder gestört worden. Tie Truppen halten keinerlei Anlaß mehr, einzu- schreiten. Die Kriegsgerichte sind fortgesetzt tätig, um die Aburteilung der Meuterer zu beschleunigen.

In D anu tzeni fanden gestern schwere antisemitische Ausschreitungen st a t t.

Wie .Nascha Schian" meldet, äußerte Graf Witte bei dem Empfange einer Abordnung aller polnischen Stände unter anderem, daß die Regierung nicht daran denke, Zugeständnisse an die Polen zu machen, da deren Unreife für Reformen greifbar zu Tage getreten sei. Q-s fei jetzt klar, daß nur ein kleines Häuflein Revolutionäre Reformen wünsche. Ferner erinnert Witte daran, daß wieder eine Reaktion eintreten könne.

Sämtliche Lem berger Polenblätter behaupten, die plötzliche polenfeindliche Strömung in den Peters­burger Regierungtzkrelsen sei durch Deutschlands Ein­fluß herbeigeführt worden.

Nach Meldungen, welche über Japan und Shanghai nach London gelangt sind, ist die Bevölkerung von Wladiwostok in vollem Aufruhr. Es finden heftige Kämpfe zwischen den Ausständigen und den Truppen statt. Bei diesen Zusammenstößen sind viele Personen ums Leben gekommen. Tie ausländischen Einwohner haben ihre Ne­gierungen ersucht, Kriegsschiffe zu ihrem Schutz nach Wladi-

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entro» rf5 über den Versichern naSvertrag und üat hinzu, der Nest deS Entwurfes, der Entwurf deS Ein- ührunaSgesetzeS sowie deS Gesetzes betreffend Aenderung der Vorschriften deS Handelßaesetzbuchs über die Seeversicherung werden in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Ein Telegramm auS Windhuk meldet: An Typhus gestorben: Unteroffizier Konrad Fre hse, geb. 26. Febr. 1879 zu Neu-Jabel, früher Jnf.-Negt. Nr. 102, am 8. Nov. 1905 in der Krankensammelstelle KoeS; Reiter Otto KirbeS, geb. am 20. Juni 1879 zu Ahlsdorf, früher im Jägerbataillon Nr. 4 am 4. Noo. 1905 im Lazarett Okahandja.

Dresden, 14. Nov. Tie zweite Kammer begann die Etatsberatung. F-inanzminister Dr. Rüger be­zeichnete das finanzielle Verhältnis zum Reiche als nicht zufriedenstellend. Ob die Reichsfinanz- reform für die Einzelstaaten eine Besserung bringe, lasse ich mit Wahrscheinlichkeit nicht absehen. An den V.-rhand- lungen betreffend die Eisenbahn-Betriebsmittel- gemein schäft zwischen Preußen und den süddeutschen Regierungen habe sich Luchsen beteiligt. Da der Turchfi.br- ung zu große Schwicriakeiten entgegen gestanden fetten, bube Bayern beantragt, eine c-'metnfnme Benutzung des Güter­wagenparks herbeizuführ ,t. Sachsen habe der Weiter- deratung des Antrages beigesnmmt und hoffe ay.f em den allseitiaen Interessen entspreck)endes Ergebnis. Zum Schluß" betont der Finanzminister, di? s ichst chen Finanzen befänden sich zwar in erfreulicher Besserung, um zu völliger Gesundung zu gelangen, ,ei aber die größte Vorsicht ge­boten. . .

Katlowitz, 14. Nov. Ta bisher von den österrerch'.-- sckten Behörden die Durchfuhr russischer Schweine durch Oesterreich nach Oberschlesien nicht gestattet wurde, haben fick' die hiesigen Interessenten telegraphisch an den Landwictschaftsminister gewendet, um die D u r ch s u h r über Königsberg-Thorn nach Oberfchlesien zu erreichen. Ter Bescheid steht noch aus.

Die Kir.weihung des Hatl>r-Wilhc!m-Ae Kmaks in 'TLü'pkera.

Nürnberg, 14. November 1905.

Am Tienstag um 9.05 Uhr traf der kaiserliche Sonder- :Zug in der Halle des hiesigen Bahnhofs ein. Ter Kaiser h<rtte bayerische Generalsunftorm angelegt, der Kr o n - .prinz trug die Uniform seines bayerischen Ulanen-Regi- ments. Tie Begrüßung des Kaiserpaares mit dem Prinz- regenten und dem Großherzogspaare von Ba- 'b e n war außerordentlich herzlich. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie begaben sich die Fürstlichkeilen in die 'Bahnhofshalle, wo nach der Ucberreichung eines Bouquets an die Kaiserin Bürgermeister v. Sch u y das Kaiserpaar mit längerer Ansprache willkommen hieß. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin. Ter Kaiser sprach ihm seinen und feiner Gemahlin Tank aus und forderte zu einem dreimaligen Hurra auf den Prinzregenten «auf. Sodann führte Prinzregent Luitpold die Kaiserin, der Kaiser die Prinzessin Ludwig und "Prinz Ludwig von Bayern -die Großherzogin von Baden zum Wagen.

Um 12V2 Uhr wurde auf dem Egidienberg das Won Professor R u m a n n-München geschaffene Reiter- oenkmal Kaiser Wilhelms des Ersten enthüllt. !Vor der Egidicnkirche war ein geräumiges Fürsten zelt er­richtet, das den Reichsadler, das bayerische und das badische Wavpen trug. Vor dem Zelte versammelten sich die Gene­ralität, die Spitzen der Zivilbehörden, sowie der Rektor und die Professoren der Universität Erlangen, die städtischen Behörden und biet Geistlichkeit. Zur Seite nahmen die Studentenschaft und die Kriegervereine mit ihren Fahnen Aufstellung. Unter den Hurrarufen des vieltausendköpfigen Publikums nahten das Kaiferpaar und der Prinz- regen t und die Gefolge; während sie zum Fürstenzell hinaufstiegen, intonierte dw Musik den Hohenfriedberg.r Marsch. Ter Prinzregent nahm, gegenüber dem Kaiserpaar Aufstellung. Tie Nürnberger Sängerschaft und der Lehrer­gesangverein intonierten das Weihelied von Norbert Hoft. Hierauf hielt Bürgermeister v. Sch u h die Festrede, die mit einem Kaiserhoch schloß. Unter dem Präsentieren der Ehrenwache, Kanonendonner, Glockengeläute und den Hoch­rufen der Versammelten siel die Hülle. Ter Kaiser und sämtliche Fürstlichkeiten salutierten. Tas bronzene Reiter­standbild stellt den Kaiser mit einem Lorbeerkranz auf ent­blößtem Haupte und den Feldherrnstab in der Rechten dar. Ter erste Bürgermeister brachte ein Hoch auf die Kaiserin aus. Tie Fürstlichkeiten legten hierauf Kränze am Denkmal nieder. Tie Vertreter der Stadt Nürnberg, der Studentenschaft und viele andere schlossen sich an. Ter Kaiser unterhielt sich längere Zeit mit Professor Rumann. Nach der Enthüllungsfeier fuhren die Fürstlichkeiten zu dem festlich geschmückten Hauptmarkt, wo ein Pavillon errichtet war. Es fand ein Vorbeimarsch der zur Parade ver­einigten Regimenter statt, an der Spitze, von dem Kaiser selbst geführt, das 6. Regiment. Nach der Parade fuhren die Herrschaften nach der Burg zurück.

Nachmittags um 3 Uhr begann das Festmahl, wel­ches der Prinzregent in dem neu bergerichteten Festfaale des Rathauses gab. Im Verlaufe des Mahles wechselten der Kaiser und der Prinzregent Trinksprüche. Um> 5 Uhr verließen die Majestäten und die übrigen Fürst­lichkeiten Nürnberg. Tie Verabschiedung am Bahnhof war äußerst herzlich. Tie Stadt ist abends wiederum festlich illuminiert.

Berlin, 14. Nov. Tie ,Nordd. Allg. Zig." schreibt: In Petersburg soll, wie der dortige .Stanbarb'-Storre- spondent versichert, bekannt sein, daß Deutschland und Oesterreich vor einem halben Jahre sich verfiändigt hätten, Truppen in Russisch-Polen einrücken zu lassen, falls die Lage sich so gestalten sollte, daß die russische Regierung ihr nicht mehr gewachsen ist. Die gegenwärtige Lage in Ungarn würde für jetzt ein solches Vorgehen Oesterreichs jedenfalls unmöglich machen, doch wiffe man, daß Kaiser Wilhelm entschloffen sei, etwaige polnische Aspirationen zu

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wostok zu entsenden. Man glaubt, daß auch in Sibirien revolutionäre Wirren auSgebrochen seien.

Privalmeldungen zufolge sind 2 4 0 00 gut be­waffnete AuSständige im Besitz von Georgia im Kaukasus. Georgia ist seit vielen Tagen vollständig von dem übrigen Rußland abgeichnitten. Nufland wird einen lang- wierigen Feldzug führen und viele Millionen opfern müssen, um die russische Herrschaft im Kaukasus wieder zu befestigen.

AuS Kobe wird gemeldet, daß Admiral Roschdjcsi- wentzky sich eingeschifft hat, um die Rückreise nach Rußland anzutreten.

Wien, 14. Nov. Ter König von Spanien wohnte heute vormittag der Reitvorführung der spanischen Hof­reitschule bei. Sodann besichtigte der König die Schatz­kammer des Kaiserhauses und das Naturhistorische Hof- museum und nahm das Frühstück bei dem Erzherzogspaar Friedrich ein.

Paris, 14. Nov. (Senat.) Im Laufe der Beratung der K r e d i t e f ü r A r b e i t e r der Staats-Werfftätten wies Ministerpräsident Nou vier auf den AuSstand der Arsenalarbeiter hin und sagte, die Negierung gestatte e- den Arbeitern und Angestellten der nationalen Verteidigung nicht, in den Ausstand zu treten Ihre Forderungen können nicht bewilligt werden, da sie die öffentliche Sick)erheit ge­fährden.Wir werde nunfere Maßregeln dagegen zu treffen wissen." (Langanhaltender Beifall.)

Telegierte der Kammerlinken, die ftüher den Block bildete, erklärten in einer gestern abend abgehaltenen Sitz­ung, das jetzige Kabineti habe einen radikalen Weg eingeschlagen und man könne seine Taten mit Sym­pathie ab wart en. Es wurde dann beschlossen, eint Deputation an den KriegSminister zu senden, um sich über dessen Absichten zu informieren.

Offiziös wird die Neivyorker Meldung, nach der Frankreich das Ansuchen um Genugtuung für die von Der venezolanischen Regierung der ftanzösischen Kabelgesellschaft ^gefügte Schädigung zurückgezogen habe, als unrichtig bezeichnet. Ter nordarnenkanische Gesandte in Caracas habe nur neue Verhandlungen behufs eines Ausgleiches zwiscl)en Frankreich und Venezuela an-, geknüpft.

TerTemps" meldet: Auch die ftanzösische Regier­ung werde entsprechend dem von Jovan geäußerten Wunsch, die Gesandtschaft in Tokio in eine Botschaft um­gestalten, doch behalte sich Frankreich dafür den Zeitpunkt fror aus Rücksicht auf die begreifliche Empfindlichkeit des be*i freundeten und verbündeten Rußland.

Ter Gemein berat beschloß in feiner gestrigen Sitzung, die Angestellten derKrankenhäuser Hotel De Cieur und St. Louis duvy weltliches Personal zu ersetzen.

Kopenhagen, 14. Nov. Ter Kronprinz von Schweden ist heute nachmittag von Malmoe hier ein» getroffen und von dem König und der königlichen Fanrilie empfangen worden. Er speiste beim Kronprinzen von Däne­mark und besuchte darauf den König und danach den Prinzen Karl von Dänemark in dessen Palais.

Christian ia, 14. Nov. Die Regierung wird über­morgen im Storthing einen Gesetzentwurf betreffend Die Vornahme der Königswahl einbringen.

Konstantinopel, 14. Nov. Tie Botschaften überreichten der Pforte in Angelegenheit der Finanz­kontrolle ein Ultimatum und drohten eine Flotten­demonstration, sowie die Besetzung mehrerer Zollämter an der kleinasiatischen Küste an. Wie dem Reuterschen Bureau gemeldet wird, wurde heute im Perafriertel ein Bom- ben-Attentat verübt. Einzelheiten fehlen noch.

Tanger, 14. Nov. Ter englische Gesandte hat vom Sultan i)'ie Bestrafung der Anhänger des Valiente und der Mitglieder der Bande erzielt, welche an der Gefangennahme der beiden englischen Offiziere be­teiligt waren.

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Kcllamilmachung.

Betr.: Rotlaufseuche zu Langsdorf.

Die bei dem Gemeiudecber zu Langsdorf fesigestellt«' Notlausseuche ist erloschen und die angeordnete Sperre aufgehoben worden.

Gießen, den 14. November 1906.

Großhcr v 1 lu Gießen.

__I. V.: Dr. Merck.__

Gießen, den 10. ^iooember 1905.

Detr.: Die Vertilgung der Blutlaus.

Das (i?rnßlKBOQlid.)f Äreisamt (Girfien

an die Großh. Bürgermcistercicn des ArciscS.

Soweit Sie unserer Verfügung vom 11. Oktober l. Js. (Kreisblatt Nr. 126) noch nicht entsprochen haben, erinnern wir Sie an deren alsbaldige Erledigung.

I. V: Hechler