Ausgabe 
19.1.1905 Erstes Blatt
 
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rntima nmeannaen. In der einen wird der Landtag ersucht, dem Entschlüsse des Regenten, die Regentschaft bis zur Wallung des Spruchs des ^Reichsgerichts weiterzuführen,

^ie zweite Vorlage enthält einen Gesetzentwurf welcher lautet, ^rr zwischen dem ftflr'Vn Georg An Schaumdurg-Lidpe und Grafen o^ovold zur Lippe-Biesterfeld, dem Regenten des Fürstentums tippe, nm 5. imb 8. 9?t>Pcmfer .bi? M endgültigen ^lcdiauM bc3 TfrrtmMgcfrmfr? nfeicfAlofinte ©rfncMuerh-an W* du Tbroufn!rtc im Mrfcntnm 9lvv- mafMcfe'nb. Der Landtan soll hierzu seine Zustimmimg geben

Stuttgart, 18. Ian. <begen den Laudtagsavge- o rd n e t e n K e i l, verantwort!ich-n Redakteur der w.zmldemo- kratisch"nSchwäbischen Tagwacht", ist beim Landtage nn^Straf­antrag wegen Beleidigung des Königs von Seichs en eingelMisen, begangen durch euren Artikel über die Gräfin "ton ^"Ä'ünchen, 18. Jan. Prinzessin Ludwig von S a ch s e u - Ko bu r g - Go t b a ist an Influenza e r k i a n kt.

Ausland.

Newcastle, 17. Ian. Der Ausstand im westfälischen Kohlengebiet fängt an, den Kohlenfrachtmarkt hier zu beeinflussen. Der Kohlenhandel war aufgeregt. Die Preise stellten sich heute höher, speziell für Bunkerkohlen, die m einigen Fallen um 1 Shilling per Tonne stiegen.

Paris, 17. Jan. Dem Vernehmen nach hält der Ver­treter Rußlands in der Kommission zur Untersuchung des Zwischenfalles vor Hüll ganz energisch die Be­hauptung aufrecht, daß 2 japanische Torpedoboote bei der Doggerbank gewesen wären; er wird später Zeugen dafür vorbringen. 'Die Vertreter Englands werden wahrscheinlich auch energisch das Unwahrscheinliche dieser Version zur Geltung bringen. Die Kommission beschloß, Damen als Zu­hörer bei den öffentlichen Sitzungen zuzulassen.

DaS .Journal offiziell wird morgen einen Beschluß veröffentlichen, nach welchem 466 Anstalten der Kon­gregationen gemäß dem Gesetze vom 16. Juli 1904 ge­schlossen werden.

Petersburg, 18. Jan. Wie aus Krementschug gemeldet wird, wurde gestern dem dortigen Polizeimeister auf offener Straße von einem Unbekannten eine Flasche mit Schwefelsäure in8 Gesicht geworfen. Der Beamte erlitt schwere Verletzungen und ist halb erblindet. Man glaubt, daß e§ sich um den Racheakt eines Arbeiters handelt, weil der Polizeimeister s. Zt. bei den Arbeiteriinruhen die Ruhestörer im Gewahrsam hatte durchpeitschen lassen.

stehenden Rücktritt des Staatsministers zu denken. Me weiteren daran geknüpften Kombinationen über re zukünftige Besetzung des Staatsministermms erscheinen nicht nur überflüssig, sondern auch wenig taktvoll, ^as Gerücht, daß die Errichtung eines neuen Verkehrsmini- steriums in Aussicht genommen sei, hängt wohl oamu zusammen, daß schon seit Jahren die Reorganisation der L a n d e s g e w e r b e h a l l e geplant ist. Soviel wir Wrn, ist lediglich eine Modernisierung letzterer Stelle beavna)- tigt, die zugleich verschiedenen Wünschen der Hcmdwerrer- treise gerecht werden soll. Ob der zurzeit mit der Lcuu 9 der Landesgewerbehalle betraute Negierungsrat Matten- klott, der mit den gewerblichen Verhältnissen des -andes gut vertraut ist, zum Nachfolger Meidingers criiannt wer­den wird, ist noch nicht entschieden: in franhtoericrtrcqen wird es allerdings allaemein angenommen.

Ein RathauSkneg.

Zwischen dem Bürgermeister Dr. KaYser in Mülhausen i. E. und der demokratisch-sozialistischen Mehrheit des E>emeinderats ist es zu einem argen Kvnmn gekommen, weil der Bürgermeister dem Vorsitzenden der demokratischen Gemeinderatsfraktion Simonet, der mit ihm fragen eines 23ortrnge§ des Professors Dr. Quidde-Mnnchen übei:2ie franre fische SePolutioTt und ihre ,volge für unser Land" Rücksprache nahm, geantwortet haben soll: ,,«o lange ich in Mülhausen Bürgermeister bin spricht weder Söerr Quid de noch Herr Bebel im Stadttheater." Darob große Empörung iw: ft- meinderat, der in dieser Antwort des Stadtoberhaupites eineHerausforderung dreistester türt" erblickt, und Mar deshalb, weil man es auf der anderen Seite ruhrg ge- duldet hatte, daß kürzlich der Straßburger Professor Dr. Rehm in einem VorträgeDeutsche Bürgerkunde ein Loblied auf die Monarchie sang. Das hiesige sozialistische Organ ist außer sich vor Aerger und meint, es sei letz! Zeit,daß die Gemeindevertreter mit diesemBürger­meister", der seinen Namen Kavser anscheinend -lieber mit t statt mit y schreiben würde, eine andere Sprache redet.' Wahrscheinlich wird aber auch in Mülhausen nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird!

«Deutsches Reich.

Berlin, 18. Jan. Der Kaiser nahm heute mittag im Schloß die feierliche Investitur der sechs jüngsten Ritter des Schwarzen Adlerordens vor, und hielt em Srdens- kapitel ab. Von der boisierten Gallerie begab sich der Kaiser in feierlichem Zuge nach dem Rittersaale. Voran schritten die Ordenswürdenträger, dann folgten die kavitelfähigen Ordens­ritter paarweise, sodann die vrinzlichen und fürstlichen Ritter, als letzter der Kronprinz, hinter ihm schritt der Kaiser, dem sich die General-Adjutanten, die Generale ä la suite, die Wügel- adjutanten, sowie das Gefolge anschlossen. Im Rittersaal bestieg der Kaiser den Thron, um welchen die Generale,_ Admirale, die Staatsminister r.nt> die Wirklichen Geheimen Räte Aufstellung genommen hatten, hierauf erfolgte zunächst die feierliche In­vestitur des Erbgroßherzogs von Mecklenburg- Strelitz, des Herzogs Ulrich von Württemberg und des Herzogs von Anhalt, wobei Prinz Heinrich und der Großberzog von Mecklenburg-Strelitz als Varrains fungierten. Der Kaiser hängte ihnen sodann die Ordenskette um und erteilte die Accolade. In gleicher Weise wurden die Generale v. Langen­de ck, v. Massow und v. Blessen investiert. Hierbei waren Parrasns die Generale v. Lindeauist und v. Bock und Polach. Unter Fanfaren begab fick hierauf der Zug nach dem Kapitelsaal, woselbst der Kaiser ein Ordenskapitel abhielt.

Die Abendblätter melden. Der Kronprinz teilte dem Verein deutscher Studenten schriftlich mit, daß er der Einladung zum .Kommers des Vereins zur Erinnerung der Er­richtung des Reiches, der am 19. Januar im Kroll'schen Etabliffe- ment stattfindet, Folge leisten werde.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: In letzter Z"it sind durch die Presse Mitteilungen gegangen, welche eine falsche Auf­fassung über die Tätigkeit der preußischen Ober - rechnungskammer in ihrer Eigenschaft als Rechnungshof des deutschen Reiches auf dem Gebiet des kolonialen Rechnungs­wesens Hervorrufen könnten. Insbesondere sind einzelne Fälle von Erinnerungen aufgeführt, die in Wirklichkeit nicht erhoben sind. Auch muß gegenüber der an dem Rechnungshof geübten Kritik festgestellt werden, daß der Rechnungshof bei der Prüfung der Rechnungen der Schutzgebiete, soweit es nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zulässig ist, auf die besonderen, von ihm als schwierig anerkannten Verhältnisse der Kolonial-Verwaltung stets Rücksicht genommen hat. Eine weitere Vereinfachung des kolonialen Rechnungswesens, wie sie durch die wirtschaftliche Ent­wickelung und Ausdehnung der Verwaltung der Schutzgebi"te mit Recht verlangt wird, kann nur durch Abänderung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen erreicht werden.

Das Abgeordnetenhaus beriet heute das Ein­führungsgesetz zum Reichsseuchengesetz. Nach längerer Debatte wurde der Paragraph 1 in der Fassung der Kommission angenommen nach einem konservativen Anträge, der an Stelle desunverzüglich" eine Frist von 24 Stunden setzte. Die Paragraphen 2 bis 24 wurden ebenfalls in der Fassung der Kommission angenommen. Morgen 11 Uhr Weiterberatung nnd 2. Beratung der Hibemia-Vorlage.

Dem Reichstage ging eine vom großen General- stabe ausgearbeitete Denkschrift über den V er­lauf des Aufstandes in Südwestafrika zu. Sie be­tont unter anderem die Schwierigkeiten für die Kriegsoperationen infolge der mangelhaften Landungs^erlxiltnisse in Swakopmund und der geringen Leistungsfähigkeit der Bahn Swakopmund Windhuk. Die vollste Anerkennung wird den Leistungen der Truppen, Offizieren wie Mannschaften gezollt. Den Helden- t o d fanden bisher 3 9 Offiziere und 286 Mann. Dem Typhus erlagen 1 5 O f f i z i e r e und 2 4 7 M a n n. In letzter 3eit find die.Typhusfälle zurüagegaugen. In dem Schutzgebiete befin^n sich jetzt rund 10 400 Mann, darunter 700 Verwundete und Kranke: von diesen sind 374 typhuskrank. 2730 Mann sind noch auf der Ausreise ober gehen in nächster Zeit ab. Nach dem Eintreffen^ der letzten Transporte wird der Nest des Marin e- expetntionskorvs mit rund 350 Mann zurückgezogen.

Zur Berliner Schulmänner-Konferenz teilt entgegen Inders lautenden Meldungen die amtlicheKarlsruher Ztg." mit, daß die demnächst in Berlin zusammentretende deutsche Schulmonner-Konferenz mit der Frage d"r trn einzelnen Schul­arten zu stehenden Berechtigungen ni^ts zu tun haben wird * fie soll vielmehr nur über die Revision eine*? für die Gymnasien und Realgvmnasien längst bestchmdeu Uch-rünk^mmens zwischen den deutschen Regierungen bezüglich der gegenfeitinett An­erkennung der Reifezeugnisse und übw dessen Aus­dehnung auf die Renezeugnisse der O b e r r e a l s ch u l e n Grund­sätze beraten und feststellen.

Hamburg. 18. Ian. Die Hamburg-Amerika- 2inte gibt bekannt, daß sie sich veranlaßt gesehrn hat, die Annahme von Vaßagieren für Dampfer der deutschen Ostafrika- Linie auszugeben.

W e i m a r , 18. Jan. Heute abend fand dieUeberführung her Leich e d e r v er st o r be n e n Großherzogin von dem Residenzichlosse nach der Dofftrche. statt. Unter Glockengeläute be- wegte sich der Leichenzug durch die Straßen, die reichen Trauer- schmuck zeigten. Fackelträger und Militär bildeten Spalier nach der Hofkirche hin, in welcher in Anwesenhüt W G^oßherzogs und der nächsten Anv^rwond^ n ^r Ve--""rbmen ein" Trauerstwr abgehaltm wurde. Ver bem Schlo.ft und in den Straßen hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesamniett, die entblößten Hauptes den Zug vorüberziehen ließ.

Detmold den 18. Ian. Ter Landtag ist auf Montag zusammenberufen worden. Es sind ihm zwei Vorlagen zur Be-

£»futm und Eis.

Bergen, 17. Ian. DieBergens Tidende^ meldet aus Nordfjorden, daß die große Flutwelle außer den bisher gemeldeten Verheen'ngen noch drei Höfe in RaeSdalen mit fortriß, wobei etwa 60 Menschen ver­letzt wurden und zahlreiches Vieh ertrank oder verletzt wurde.

Christiania, 19. Jan. E§ ist jetzt festgestellt, daß in Naesdalen fünf Höfe mit 34 Menschen fort» geschwemmt wurden und in Boedel 25 Menschen um gekommen sind. Die Untersuchung der Ursache ergab, daß ein mächtiger Felsen, welcher bei Naesdalen bis über das Waffer hinausragte, in den Loenwandsee stürzte. Acht Menschen wurden verletzt unter den Trümmern heroorgezogen. Einer starb sofort.

Lübeck, 18. Jan. Der Travekanal ist wegen starken Eises vom 19. Januar ab für die Schiffahrt gänzlich ge­sperrt. Die Dampfschiffahrt «auf der Trave und nach der See zu ist bisher unbehindert, wenn auch durch Treibeis gefährdet.

Hamburg, 18. Jan. Mit Abnahme des OststurmeS hat sich in der vergangenen Nacht der niedrige Wafferstand der Unterelbe etwas gebeffert, so daß eS mit Hochwasser gelang, die beiden Truppentransportdampfer ,ßulu Bohlen* lindHanS Woermann* von Grund abzubringen.Lulu Bohlen* konnte auS dem Hafen fortkommen, blieb aber bei Nienstedten auf Grund sitzen, währendHanS Woermann" schon in der Einfahrt zum Baakenhafen sitzen blieb. Wahr­scheinlich wird es den Dampfern gelingen, mit der Nach­mittagsflut abzukommen. Die Dampfer sind, wie neueste Nachrichten melden, unterdeffen abgegangen.

Dresden, 17. Jan. Die Eisenbahnstrecke Buch- holz-Weipert der Linie AnnabergWeipert ist infolge von Schneeverwehungen bis aus weiteres für den Ver­kehr gesperrt. Die Aufrechterhaltung des Personenverkehrs durch Umsteigen der Passagiere ist nicht möglich.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. Januar 1905.

* * Se. K. Hoh. der Großherzog ist gestern wieder von Darmstadt nach Lich gereift. Er kam in Gießen um 4.47 Uhr an und fuhr 4 48 Uhr weiter. Am Samstag wird der Großherzog, wie wir hören, nach Darnistadt zurückkehren.

Empfang. S. K. H. der Großherzog empfingen am 18. Januar u. a. den Justizrat Gebhard von Gießen, den Dekan Strack von Gießen, die Pfarrer Barth von Großen-Bllseck und Groth von Rödgen, den Professor Dr. Baldensperger, den Landgerichtsrat Wiener von Gießen und den Justizrat Windecker von Friedberg.

* Hoftrauer. Wegen Ablebens I. Königl. Hoh. der Groß Herzogin Karoline von Sachsen-Weimar ift auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom 17. d. Mts. bis zum 30. d. MtS. l. Js. einschließlich angeordnet worden.

* * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 2, alis- gegeben am 17. Januar d. I., enthält: I. Verordnung, die Vorbereitung für den Staatsdienst im Veterinärfach betr. Vom 4 Januar 1905. II. Gesetz, die Umwandlung und Ablösimg der Streuberechtigilngen in fremden Waldungen betreffend. Vom 4. Januar 1905.

Personalien, llebertragen wurde am 14. Januar b. IS. dem SchularntScüpiranten Walter aus Trais- Münzen berg, im Kreise Friedberg, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichl os, im Kreise Lauterbach.

Sitzung des Vrovinzial-AuSschusseS. Am Mittwoch, den 25. d. Mts., vormittags 1 ,9 Uhr beginnend, finbet eine Sitzung des Provinzial-AusschusseS der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag au Entziehung der Genehmigung zum Gewerbebetrieb gegen die Hebamme Guthmann zu Ilbenstadt. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Düdelsheim gegen den Ortsarmen-

verband EckartShausen wegen Ersatz von Kosten dn Unterstützung des Christian Schildger zu EckartShal'fcn. 3. Die Verlegung der Haltestelle Ranstadt, hier die Enteignung voic Gelände.

** Aus dem Milit.-Wochenblatt. Jouanne, Leutu. im 1. Großh. Hess. Inf.-sL?ibgarde-)Regt., 9h:. 115, auf Gesuch als hafbinPalibc mit Pension aus geschieden und- zu den Reserveoffizieren des Regiments über geführt.1 Schröder, Hauptm. der Res. des Inf -Leib-Regis. Groszy Herzogin (3. Eftwßh. Hess.) Nr. 117 (Düsseldorf), mit dev Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform, Wiener, HauPtm. der Landw. Inf. 1. Aufgebots (Gießen) mit der Erlaubnis zum Tragen der Landin.-Armee-Uniform, ber Mschied bewilligt.

" Die Handelskammer Gießen hatte im Hinblick darauf, daß für gewerb liche Arbeiter eine staatliche Anerkennung für treue Dienste in ein und dem­selben Betriebe bereits gewahrt wird, an zuständiger Stelle beantragt, daß auch für Arbeiterinnen eine derartige An­erkennung gewahrt werden möge, wenn sie mindestens 25 Jahre lang pflichttreu in demselben Betriebe tätig ge­wesen sind. Die Darmstädter Handelskammer hat in ihrer Sitzung vom 16. Januar beschlossen, die Bestrebungen der Handelskammer Gießen zu unterstützen.

* Kaufmannsgericht. Auf die morgen (Freitag) anberaumte Wahl zum Kaufmannsgericht machen wir unter Hinweis auf das Inserat in vorliegender Nummer und die bisher erloffenen amtlichen Bekanntmachungen nochmals aufmerksam. Bei der Bedeutlmg des künftigen Kaufmanns­gerichts für den gesamten Hanbelsstand unserer Stadt (Prin­zipale wie Gehilfen) ist es wünschenswert, daß alle zur Wahl Berechtigten ihr Stimmrecht ausüben. Die Wahl findet am Freitag nachmittag von 68 Uhr im Bürgermeisterei­gebäude statt.

Konzert-Verein. Wir machen die Leser daraus aufmerksam, daß der Kammermusik-Abend am Sonntag, den 22. Januar, ausfällt, bezw. verlegt werden muß. Das nächste Konzert findet am 5. Februar statt. Dritter Künstler- Abend (Frau Kammersängerin Herzog, Dr. Otto Neitzel).

"Missionsvortrag. Missionar Martin Maier au9 Bern, ber nächsten Mittwoch den angekündigten Vor­trag überDie gelbe Gefahr" halten wird, hat am 15. d. Mts. in Frankfurt a. M. geredet. Man schreibt uns darüber, daß sich eine überaus zahlreiche Zuhörerschaft aus allen Ständen dazu eingefunden habe, und daß alle ganz hingeriffen waren von dem inhaltlich hochbedeutsamen und ormvollendeten Vortrag. Wir können daher nur wieder­holt recht dringend zum Besuch des Vortrags einladen.

* Wer hat unserem Landesherrn zuerst zu einer Verlobung gratuliert? Kindern war diese Freude beschieden. Von Aligenzeugen wird uns, leider etwas pät, folgender reizende Vorfall berichtet: Am Tage seiner Verlobung, am 21. November, trat unser Großherzog mit Prinzessin Eleonore aus dem Schlöffe zu Lich und befand sich plötzlich inmitten einer großen Kinderschar, die eben aus der Kl ein ki n dersch u l e herauskam. Unser leutseliger Landesherr versammelte die kleinen Knaben und Mädchen so­gleich um sich und teilte ihnen mit, daß er sich soeben ver­lobt habe, und aus Prinzessin Eleonore deutenddies ist meine Braut." Darauf ließ das hohe Paar von sämt­lichen Kindern sich die Händchen reichen zum Glückwunsch. Wahrscheinlich hat Prinzessin Eleonore, die ja bekanntlich mit der Licher Jugend ein so freundliches und herzliches Ver­hältnis hatte, zu dieser Begrüßung mit ihren kleinen Freunden die Anregung gegeben.

** Todesfall. In Dutenhofen starb am Mitt­woch mittag der Besitzer des bekannten GasthausesZum Jagdschlößchen", Jean Sorg er, im 42. Lebensjahre. Der Verstorbene, der vordem die Wirtschaft zurSchönen Aus­sicht" in Gießen mit schönem Erfolg betrieb, errichtete vor einigen Jahren das an der Haltestelle Dutenhofen gelegene Jagdschlößchen, das sich infolge der Umsicht und Tüchtigkeit Sorgers bald zu einem beliebten Ausflugspunkt der Ein­wohnerschaft Gießens und Wetzlars entwickelte.

** Bürgerversammlung. Bei der gestern abend stattgehabten Süd w e st v c r s a m rn l u n g in der Restau- ratton Otto wurde fm Interesse des Bürgervereins ein- sttrnmig beschlossen, von einer üorläufigen Gründung des' Südwestvereins abzusehen und bem Bürgerverein vollzählig beizutreten. Mit dem Vorschläge des Bürgervereins, ans jedem Stadtteile drei oder vier Vorstandsmitglieder zu wühlen, war die Versammlung der festen Ueberzeugrmg, daß die bürgerlichen Interessen in jeder stüdttschen An­gelegenheit für jeden Bezirk in Zukunft voll und ganz ge­wahrt werden.

. Darmstadt, 19. Jan. (EigenerDrahtbericht.) Gestern abend fand die erste vorbereitende Sitzung zu dem im Juni lf. Js. hier stattfindenden deutschen Journalisten- und Schriststellertag statt. Der Finanzplan mit 7000 Mk. in Einnahme und Ausgabe wurde angenommen. Der Verbands­tag wird 4 Tage dauern.

Kirchkick»' Äachrichlen.

Evangelische Gemeinde.

ivrcifaj, ben 20. Iammr, nacüm. 5'/, Uhr, im Konfirmanden- saal der Lukasgememde Liebigstraße 56: Vereinigung der konsir- mietten Mädchen der Lukasgemeinde. Piarrer Euler.

israelitische Religionsgemcinde.

Hottesdien » in der Synagoge (5»üdansage).

m ? 'ns taq, den 21. Ianuar 1905.

Vorabend 4.45 Nhr.

Morgens 9.00 Uhr.

®q>b^r6!.n!,6$c,loA Sr- Majestät des deutsche» Kaisers.

Naclnntttags 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.45 Uhr.

Israelitische ReligionSgcsellschaft.

, tf'Ottfsblcnfl.

u «tbeier am 21. Januar 1905.

Freitag abend: 4.30 Uhr.

Samstag vormittag: 8.30 Uhr.

«r Vrcdigt.

Samstag nachmittag: 3.30 Uhr.

«abbathansgang 5.50 Uhr.

-tUochengottesdienst: morgens 7.00,

_________abends 4.30.

Giekcner landwirtschaftlicher Wetterdienst.

20 Wittern,,a i» Hesse» |ür Rrcitm, den

IchlAe, noch ktwas mttder °Ij"C "°"nen§wer,e Nieder-

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.