daß mtm an einen guten AuSgang der) Verhandlungen und an einer Widerherstellung des normalen Zustandes nicht zweifeln fihtne._______
Mazedonische Gräuel.
Saloniki, 17. Ang. Griechische Banden erschlugen im Dorfe Kladerop bei Florina sechzehn Bulgaren und brannten das Dorf Lescovetz nieder.
Athen, 17. Äug. (Ägence Havas.) Aus Serres wird gemeldet: Am Samstag abend ermordetenBulgaren im dem Dorfe Egrid ere einen Griechen nebst Weib und Kind und brannten sein und seines Bruders Haus nieder. Am Dienstag metzelten dieselben Bulgaren den Gemeinde vor ste h e r des Dorfes Malen- kitsi nieder. In Serres herrscht große Aufregung.
Per Krieg zwischen Zlußtand und Japan.
Petersburg, 17. Aug. Die Gattin des in japanischer Gefangenschaft befindlichen Admirals Roschd- jestwenski erhielt von diesem die Mitteilung, daß er bald vollständig von seiner Krankheit wieder Hergeste llt sein und dann die Rückreise nach Rußland antreten werde.
Tokio, 17. Aug. Der russische General Liapunow und fün fOffiziere seines Stabes sind als Ge fan gen e gestern in Tokio angckommen. Dem General wurde sein Degen gelassen. Von seinen Offizieren ist die Mehrzahl schwer erkrankt.
Petersburg, 17. Aua. Nach hier eingetroffenen Meldungen ist Admiral Ncbogatow bedenklich erkrankt.
Odessa, 17. Aug. General Dragomirow liegt im Sterben.
Die Friedensunterhandlungen.
Nework, 17.Aug. Sato versicherte zum ersten Male, der Frieden sei zu erwarten. Die Morgenblätter sind durchweg sehr optimistisch, wenngleich sie erklären, daß die kritische Periode in den Verhandlungen erst gekommen sei. Man erwartet, daß Japan die Forderungen betreffs Gebiets- abtretung oder Entschädigung modifiziert, da es schon jetzt mehr erlangt hat, als es vor dem Kriege beanspruchte. Amerika soll gemeinsam mit England Japan zu veranlassen suchen, etwas nachzugeben, während einer Meldung de§ „Herold" zufolge die kürzliche Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Zaren nur bezweckte, diesen dem Frieden abgeneigter zu machen. (Der „Herald" kann dies so gut wie wir wissen. D. Red.) Die Friedensgesandtschaften sind höchst unkomfortabel untergebracht, da das Hotel mit Ausnahme von Kaminfeuer in den Gesellschaftszimmern ohne Heizung ist. Der gestrige Tag war empfindlich kalt.
Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. (Reuter.) Minister Witte äußerte gestern abend gegenüber den Berichterstattern: Ich tue alles, was ich nur kann, zur Erlangung des Friedens. Non den 8 Artikeln, die bereits erwogen wurden, habe ich in Bezug auf sieben nachgegeben. Kein anderer russischerStaatsmann würde gewagt haben, auf seine eigene Verantwortung hin so weit zu gehen, wie ich es getan habe. Artikel 9, der von der Kriegsentschädigung handelt, soll heute erörtert werden. Man erwartet, daß der Meinungsaustausch über die restirenden Artikel morgen oder Samstag beendet sein wird, damit in- zwischen die Delegirten ihre Regierungen befragen können. Rußland giebt jede Anwartschaft auf die Mandschurei auf. Seine einzige Hoffnung, einen Teil seiner ungemein großen Ausgaben für die Eisenbahn vergütet zu er- halten, wäre ein Abkommen mit China. Japan soll sich mit seinen Ansprüchen für die nach dem Durchmarsch der russischen Armee notwendig gewordene Wiederherstellung der Eisenbahn an die chinesische Regierung wenden.
Gestern abend waren Gerüchte im Umlauf, nach denen verschiedene Mächte sich bemühen sollten, Japan zu veran- laffen, auf eine Kriegsentschädigung zu verzichten und statt deffen sich eine möglichst weitgehende anderweitige Kompensation zu sichern, aber nur für den Fall, daß Rußland schließlich in die Abtretung von Sachalin einwilligt. Japan besteht beharrlich auf der lieb er gäbe der internierten Kriegsschiffe. Man glaubt, daß diese Beharrlichkeit auf daS dringende Anraten Englands zurück-- zuführen sei. Eine etwaige Entschädigung soll nicht zur Vergrößerung der japanischen Flotte verwendet werden, da die internierten Schiffe, falls Japan sie erhält und die gehobenen Schiffe Neubauten von Kriegsschiffen überflüssig machen. Die Kriegsentschädigung soll vielmehr dazu benützt werden, den durch den Krieg entstandenen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, für Pensionen zu sorgen und das Erziehungssystem in Japan zu verbessern.
New-Pork, 17. Aug. Nachdem gestern die Punkte 7 und 8 erledigt worden, wonach die ostchinesische Bahn Japan zufällt und die mandschurische Bahn Rußland verbleibt, aber durch chinesische Polizei gegen Briganten geschützt wird, werden heute die übrig bleibenden leichteren Punkte erörtert.
Portsmouth (New Hampshire), 17. Aug. In der heutigen Vormittagssitzung wurde Art. 9 der Friedensbedingungen, welche sich mit der Rückerstattung der Kriegskosten beschäftigt, besprochen. Dem Vernehmen nach wird Rußland den Forderungen Japans, die Fisch er ei - gerechtsame in den sibirischen Küstengewäffern betreffend, nachgeben.
Newyork, 17. Aug. Die heutige Verhandlung der Friedens-Kommission über Punkt 9, betreffend die Kriegsentschädigung , verlief resultatslos, was pro- tokolliert wurde. Darauf ging man zu Punkt 10 über.
New-Castle, 17. Aug. Trotz der großen Diskretion, welche die javanischen Delegierten über den Gang der Friedensverhandlungen bewahren, verlautet, daß unter diesen die vollste Einigkeit herrscht, was dagegen bei den Russen nicht der Fall sei. Witte entscheide alles, ohne sich um die Meinung seiner Kollegen zu kümmern. Jndeffen gehe er so geschickt vor, daß man ihm allseitiges Lob ausspreche, mit Ausnahme seitens seiner Landsleute.
Paris, 17. Aug. Die bedeutsame Frage, in welcher Form die in Ostasien interessierten Mächte zu den nicht auf die russisch-japanische Sphäre beschräncten Artikeln der Portsmouther Verhandlungen vor deren enbgittigen Abschluß Stellung nehmen könnten, beschäftigt angelegentlichst die Diplomatie. Man erwartet, daß die Mächte, welche zu
Beginn des Krieges ihre Neutralität erklärten, nunmehr wohl ein Anrecht hatten, über die geplanten wichtigen Veränderungen von internationaler Tragweite rechtzeitig unterrichtet zu werden. Der „TempS" gibt diesem Verlangen vorsichtig Ausdruck, ohne vorher zu wiffen, an welcher Stelle und von welcher Diplomatie am sichersten der gewünschte politische Aufklärungsdienst zu ver- ehen wäre. Die Wahl würde, wenn man rasch zu arbeiten willens wäre, auf die Washingtoner Diplomatie fallen.
Deutsches Reich.
Wil Helmshöhe, 17. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute vormittag einen längeren Spaziergang mit den Herren des Gefolges. Heute vormittag empfing der Kaiser den Museumsdirektor Dr. Doehlau aus Kaffel.
— Oberstmarschall Fürst zu Fürsten berg und Gemahlin trafen heute nachmittag 3 Uhr 35 Min. am Bahnhof Wilhelmshöhe ein. Der Kaiser empfing das Fürstenpaar am Bahnsteig und geleitete es auf Schloß Wilhelmshöhe, wo es Wohnung nahm.
Berlin, 17. Aug. Generalleutnant von Willisen, Mitglied des Abgeordnetenhauses als konservativer Vertreter von Luckau-Lübben, ist gestern in Sglietz bei Birkenhainchen gestorben.
Kassel, 17. Aug. Reichskanzler Fürst v. Bülow ist heute nachmittag gegen 7 Uhr hier einqetroffen und von dem Gesandten Tschirschky u. Boegendorff empfangen worden. Der Reichskanzler begab sich mit dem Gesandten in dem kaiserlichen Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe, wo er Wohnung nahm.
Posen, 17. Aug. Mehrere Beamte der königlichen Ansiedelungskommission für Westpreußen und Posen werden demnächst eine Studienreise nach Amerika an« treten, um die Ansiedelungsverhältnisse bei den Farmern kennen zu lernen. An der Studienreise, die etwa zwei Monate dauern wird, nimmt auch der Vortragende Rat im Finanzministerium, Geheimrat Dr. Hügenberg, teil. Die Abreise erfolgt am 22. August von Bremen aus.
Lübeck, 17. Aug. In dem heutigen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht der Senat das neue Wahlgesetz betreffend die Ergänzung der Bürgerschaft, wodurch das Zweiklaffenwahlsystem mit einer Steuergrenze von 2000 Mark eingeführt und die Wahlmündigkeit auf 25 Jahre festgesetzt wird.
A«s°and.
London, 17. Aug. Die künftigen Verhandlungen über den deutsch-amerikanischen Handelsvertrag drohen einer Meldung der „Morning Post" an5 Washington zufolge dem bisherigen Ausblick nach an der Unerfüllbarkeit der deutschen Forderungen zu scheitern, welche einen Vorzugstarif von England und Zollbegünstigung des deutschen Rübenzuckers gegenüber dem kubanischen Rohrzucker einschlössen. Die Regierung setzt jedoch große Hoffnung auf das Ergebnis der gegenseitigen Konferenz, die gestern in Chicago zusammentrat und die möglicherweise den Weg zu einer den berechtigten deutschen Ansprüchen genügenden Tarifteform weisen werde, die dem Präsidenten Roosevelt erwünscht ist.
Amsterdam, 17. 'Aug. Einem Telegramm des „Mge- meen Handelsblad" aus Batavia zufolge griffen die At- chinesen ein holländisches Biwak bei R a m b o n g (Atschin) an. Ein Leutnant, ein Sergeant und 22 Soldaten wurden getötet, sechs Soldaten wurden verwundet.
Rotterdam, 17. Ang. Admiral Wilson der bei Pmniden liegenden englischen Flotte stattete heute im Haag dem neuen Marineminister einen amtlichen Bestich ab. Um 3 Uhr wird au§ dem Haag ein Sonderzug abgehen, um die englischen Gäste nach Schloß Het Loo zu bringen, wo die Königin und der Prinzgemahl den englischen Gästen zu Ehren ein Prunkmahl veranstalten.
Paris, 17. Aug. Der Botschafter Caillard ist zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt worden.
Madrid, 17. Aug. Statistische amtliche Angaben schätzen die Menge des produzierten Getreides in ganz Spanien auf 40 Millionen Hektoliter und bemerken dazu, daß dieses einen erheblichen Ausfall bedeute, der besonders Andalusien und Arragonien betreffe. Die gegenwärtige Agrarkrisis ist eine Folge dieses Ausfalles.
Lissabon, 17. Aug. Die Cortes wurden heute eröffnet. Ministerpräsident Luciano de Castro gab Erklärungen über den letzten Ministerwechsel ab. Finanzminister Espregueira verlas die Gesetzentwürfe über das Tabakmonopol, die Konversion der inneren Schuld, die Abänderung des Vertrages mit der Bank von Portugal und die Reform der Zolltarife.
Wien, 17. Aug. Auf der hiesigen chi ne suchen Gesandtschaft ist bisher noch keine Bestätigung der Nachricht eingetroffen, daß auf die Kaiserin von China ein Attentat verübt worden sei. Auf der Gesandtschaft wird mit Bestimmtheit versichert, man habe alle Ursache, die ganze Meldung nicht ernst zu nehmen.
Warschau, 17. Aug. Die Direktoren der seit zwei Wochen ausgesperrten und militärisch bewachten Lilpop- schen Fabrik benachrichtigten 3000 Arbeiter, daß heute unter neuen Ordnungsbedingungen die Arbeit wieder beginnt. Die bis Samstag nicht erschienenen Arbeiter werden definitiv entlaffen. Gestern nacht wurden 18 Gießer dieser Fabrik in ihren Wohnungen verhaftet. In den letzten Tagen wurden einige hundert Sozialisten, die dem Bunde der sozialdemokratischen Partei angehoren, arretiert.
Sofia, 17. Aug. Die schon im vorigen Jahre vereinbarte bulgarisch-türkische Postkonvention ist gestern in Konstantinopel definitiv unterzeichnet worden. Außer sonstigen Erleichterungen des Verkehrs sieht die Konvention eine Landpostverbindung Bulgariens mit Mace- donien über Küstendil und Dupnitza vor. Die strittige Frage, welche die Zeichnung der Konvention bisher verzögerte, ob nämlich im Texte derselben neben Bulgarien auch Ost- rumelien als Vasallengebiet des Sultans erwähnt werden soll, scheint zu Gunsten des Standpunktes der Pforte erledigt worden zu fein.
Konstantinopel, 17. Aug. In dem gestrigen Gefechte zwischen russischen Truppen und Aufständischen aus Kreta, die unter Führung von Manos
bis Rethymno vorgerückt waren, wurden die Aufständischen zurückgcworfen. Sie verloren zwei Tote. Die Russen hatten vier Verwundete.
Chicago, 17. Aug. Senator Cullom erklärte heute den Vertretern des Internationalen Reziprozitätskongresses, daß die Einführung eines niedrigeren Tarifes in der kommenden Sitzungsperiode nicht erwartet iverden könne. Er glaube jedoch, daß das bestehende Gesetz den Vereinigten Staaten gestatte, mit den zentral- und südamerikanischen Staaten, sowie mit den europäischen Völkern Handelsverträge abzuschließen. Sollten diese nicht gesichert werden können, so empfiehlt Cullom die Einführung eines Maximaltarifgesetzes, der sich dann auf jedes Volk anwcndcn lasse, das den amerikanischen Produkten zu hohe Abgaben auserlege.
(Alts HtM und Fand.
Gießen, 18. August 1905.
** Fleisch- und Wurstaufschlag. Die Gießener Metzgermeister beriefen am Mittwoch abend eine Versammlung ein, in welcher über die außerordentlich hohen Einkaufspreise für lebende Schweine verhandelt wurde. Es wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Verkaufspreise für Fleisch- und Wurstwaren in keinem Verhältnis mehr zu den' Einkaufspreisen ständen. Einstimmig wurde die Notwendigkeit anerkannt, in den Verkaufspreisen eine Erhöhung eintreten zu lassen, wolle man nicht bei weiterer Fleischteuerung die Geschäfte überhaupt schließen. Die hierauf beschlossenen Preiserhöhungen sind im Anzeigenteil der heutigen Ausgabe veröffentlicht.
*• Der vaterländische Gedenktag derSchlacht bei Gravelotte, die am 18. August 1870 stattfand, wird nächsten Sonntag von den hiesigen Militärvereinen feierlich begangen werden. Nach dem Besuch des Gottesdienstes geht man zur Schmückung der Gräber auf den Friedhof, von da zur Niederlegung eines Kranzes ans Kriegerdenkmal, wo die Musik spielen wird. Dann soll im Caf6 Ebel ein Frühschoppen stattfinden.
** Mehldiebe. Ein hiesiger Fruchthändler hatte be- merkt, daß seinem Mehllager nachts fremde Besuche abgestattet wurden und sich deshalb vorgestern abend auf die Lauer gestellt. Gegen 11 Uhr erschien auch ein früher bei ihm beschäftigt gewesener Arbeiter und schlich in den Hof, nahm aber dann gleich Reißaus, als er an gerufen wurde. Die Untersuchung förderte daraufhin zutage, daß nicht allein dieser, sondern noch zwei weitere Arbeiter, und zwar, wie der eine behauptet, im Komplott, Mehl beiseite schafften, verkauften und den Erlös teilten.
** Aus dem Oberlahnkreis, 16. August. Seit Monaten sind der Ober- und der Unter-Lahnkreis durch meist zugelaufene, fremde, tollwutverdächtige, in mehreren Fällen, die schweres Unglück herbeiführten, auch wirklich tollwütige Hunde heimgesucht. Eine strenge Hundesperre ist angeordnet. Trotzdem konnte es in der vorigen Woche vorkommen, daß in einem benachbarten Dorf wieder eine Person von einem nachträglich als toll sicher festgestellten Hunde gebissen wurde. Im Oberlahnkreis wird die Einhaltung der Sperre jetzt ziemlich streng kontrolliert, weniger streng schon im benachbarten Dillkreis, und im Kreis Wetzlar, der zum Regierungsbezirk Coblenz gehört, ist sie gar nicht angeordnet. (F. Z.)
O Bad Salzhausen, 17. August. Heute abend gegen 7 Uhr brach im hiesigen Badehaus, welches mit dem Kurhaus baulich verbunden ist, Feuer aus. Durch rasches Eingreifen und Benutzung der Wasserleitung konnte das Feuer bald gelöscht werden. Die Flamme schlug bereits in die hinteren Räume des Mittelbaues am Kurhaus. Wäre das Feuer einige Stunden später zum Ausbruch gekommen, durfte das Badehaus verloren gewesen sein, und der Badebetrieb hätte für diese Saison eingestellt werden müssen. Wie man hört, entstand das Feuer durch einen jungen Mann, welcher mit Petroleum hantierte, so daß dieses Feuer fing.
4- Villingen, 17. Aug. Ein Brand, der glücklicherweise sofort lokalisiert werden konnte, entstand heute nachmittag im Wohnhäuschen der Witwe Lind. Die Villinger Feuerwehr war sofort zur Stelle, so daß jedes Umsichgreifen gehemmt werden konnte. Das direkt anstoßende Wohnhaus des Johanne? Ester ist stark beschädigt und muß abgeriffen werden, aber die Hauptsache, zwei große Scheuern, konnten gerettet werden. Die auswärtigen Feuerwehren fanden keine Arbeit mehr. Tie Entstehungsursache ist unbekannt.
8. Merkensritz, 16. Aug. Die Ehefrau des Karoussell- bcsitzers Heck goß zum Anfachen des Herdfeuers Petroleum in den Herd. Die Kanne explodierte, und die Frau erlitt schwere Brandwunden am Unterleib. Sie wurde in da§ Mathildenhospital nach Büdingen verbracht.
Lauterbach, 17. Aug. Einem längst gefühlten Sfr dürfnis unserer katholischen Bevölkerung ist nun endlich Rechnung getragen. Am Sonntag dem 20. d. M. soll die neuerbaute Kapelle feierlich eingeweiht werden. Die Weihe findet morgens um 10 Uhr mit darauffolgendem Hochamt statt. Nachmittags halb 3 Uhr ist ebenfalls Festandacht. Zu beiden Gottesdiensten wird der kath. Männerchor aus Herbstein singen. Im 12 Uhr mittags wird im Saalbau „3um Johannesberg" ein gemeinsames Festeffen stattsinden. Neben verschiedenen Geistlichen von auswärts wird auch Domkapitular Gödecker aus Mainz anwesend sein. (L. A.) w. Büdingen, 15. Aug. Die Braunkohlenzeche „Hedwig" bei Rinderbügen wird voraussichtlich noch in diesem Jahre eingehen. DaS gesamte Personal hat bereits seine Kündigung erhalten. Dagegen verlautet, daß der Betrieb der in denselben Händen befindlichen Glasfabrik sich wieder 'größer gestalten würde.
Friedberg, 17. Aug. In den letzten Tagen trat in dem in der Gemarkung Bruchenbrücken unterhalb des Einflusses der Ufa liegenden Teil der Wetter ein gewaltiges Fi sch st erb en ein. Ganze Korbe voll von großen und Heinen toten Fischen, wohl über 20 Zentner, wurden auf die Felder geschafft, um als Dung untergegraben zu werden. Der Fischbestand ist auf Jahre hinaus vollständig vernichtet, wodurch der Gemeinde nicht unerheblicher Schaden erwächst. Untersuchung über die Ursache der Erscheinung ist eingeleitet.
Bingen, 16. Aug. Heute nachmittag gegen 2 Uhr würde am Nahekai das siebenjährige Söhnchen eines hiesigen Einwohners von einem dahinsausenden Automobil


