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18/08/1905 Erstes Blatt
 
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Freitag 18. August 1NV8>

Erstes Blatt.

5U yeutige Mmmer umfaßt 10 Seiten.

Stettiner Feste.

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155. Jahrgang

«brefie für Depeschenr Anzeiger (Sieben. ffernfprrchanschlußNr.bl.

unter dem Zeichen mangelnden Unternehmungsgeistes ge- tanden haben. Er macht es sogar wahrscheinlich, daß selbst die gefeierte Einkreisung Cronjes durch Feldmarschall Roberts eigentlich ein Fehler war, und daß der von Kitchener an­geratene Hauptschlag mit Einsetzung aller Kräfte den Feld­zug um zwei Jahre eher beendet haben würde. Die Parallele mit der zögernden Taktik Kuropatkins wird von diesem eng- lischen Kritiker selbst gezogen. Man muß fragen, obTommy Atkins^, der englische Troupier, gegenwärtig noch solchen Anforderungen gewachsen ist? Und man wird im allgemeinen zu einer verneinenden Antwort gelangen. Die großen und systematischen Anstrengungen, die Kitchener überall da, wo er seine reformierende Hand angelegt hat, in Egypten wie in Indien, zuerst unternahm, galten stets der Wiederherstellung der alten englischen Kriegsmoral und des alten englischen KriegertypuS. Bekanntlich steht im Vordergründe aller mili­tärischen Diskussionen in Großbritannien die Erfüllung des Offizierkorps mit einem neuen, auf gediegenere Fachbildung gestützten Geiste, dem Geist zielbewußter Initiative. Und ähn­lich liegt die Sache bei der Truppe. Das Land wehrt sich mit Recht gegen die Einschränkung des Freiwilligenwesens. Die in diesem Sommer zum ersten male in großem Maß­stabe unternommenen und jeden Sonnabend und Feiertag abgehaltenen Felddienstübungen der Freiwilligenkorps haben ergeben, daß in dieser Truppe viel mehr angeborener mili­tärischer Geist, viel mehr Jnitiatie und viel mehr Selb­ständigkeit steckt, als bei dem stehenden Heere. Da es sich um Leute aus den intelligenten Klassen handelt, ist das nur natürlich. Aber ist diese richtige Empfindung und diese Er­fahrung, welche die Empfindung bestätigt, nicht ein Anzeichen dafür, wohin auch in England der Weg zur Wehrhaft­erhaltung des Landes führt? Wahrscheinlich allerdings noch lange nicht zur allgemeinen Wehrpflicht, aber gewiß auch nicht zur Erhaltung der stehenden Truppe in ihrer gegen­wärtigen Form. Der englische Berufssoldat steht bei der Be­völkerung in schlechtem Ansehen. Er ist "vielfach ein Trunken­bold, von dem demoralisierten Barackenleben mit allen Lastern angesteckt, durch das ganze System in diesem wüsten Kreise rettungslos festgehalten, von dem auf erkauften Stellen sitzenden Offizierkorps mehr zum g' schäftigen Müßiggang und zur Vertrautheit mit allen Tricks desMarkierens" als zur regelrechten Waffenübung erzogen. Er ist ein Ausgestoßener", seine karge Löhnung wird durch Rechen­künste und schamlose Ausbeutung der Kommandogewalt zur Bereicherung der Befehlshaber und Verwaltungsbeamten noch verringert. Eine wirklich vraktische Zivilversorgung gibt es nicht, er hat keinerlei Aussichten, folglich kaum Ehr­geiz, und die schwersten Verbrechen sind bei dem Lagervolke an der Tagesordnung, wie in keinem anderen zivilisierten Lande. Von hieraus kann die Reform nicht ausgehen. Es kann nicht Wunder nehmen, wenn unbefangene Kritiker jetzt sogar die alte Legende ableugnen, daß der englische Trou­pier wenigstens für sein Land zu sterben verstünde. Immer lauter werden die Stimmen, die nur von einem großen Ungewitter, das die Nation auf eine Existenzprobe stellt, erwarten, daß das Volk der Kaufleute auch seinen Schwert­trägern wieder zu Ehren verhilft.

Im englischen Oberhaus ist die Notwendigkeit Schaffung einer angemessenen Landarmee erörtert und entsprechender Beschluß gefaßt worden. Ein Blick auf englische Heerwesen zu Lande dürfte, auch aus Anlaß bekannten Kritik de§ Lord Roberts, von Interesse sein. Eng­lische Schriftsteller haben mit Recht darauf aufmerksam ge­macht, daß der Brite heute nicht mehr so abenteuerlustig, nicht mehr so unternehmend ist, wie noch vor 50 Jahren. Natürlich kann da§ nicht ohne Rückwirkung auf die nuU- tärischen Instinkte der Nation geblieben sein. In der Tat, ein Augenzeuge des BmenkriegeS und militärischer Sach­verständiger, der eben für dieTimes" eine Geschichte des südafrikanischen FeldzugeS schreibt, weist mit Sicherheit nach, daß die enalilchen Niederlagen. selbst die englischen Siege

Politische Tagesschau.

Tommy Atkins.

Zum 75. Geburtstage des Kaisers Franz Josef der heute, am 18. August, begangen wird, schreibt die Nordd. Mg. Ztg.":

Mit unserem Kaiser vereinigen sich die weitesten Schich­ten unseres Volkes, um den Segen der Vorsehung aus das ehrwürdige Haupt des Monarchen herabzuflehen, der bald sechs Jahrzehnte in hingehender Pflichterfüllung sein Leben und Wirken den hohen Aufgaben weih-t, die sein erhabener Beruf ihm auferlegt hat. Die deutsche Nation verehrt in dem Oberhaupt des Habsburger Herscherhauses den weisen Monarchen, der mit weiland Kaiser Wilhelm dem Ersten den Grund legte zu den innigen Beziehungen, die Deutsch­land und Oesterreich-Ungarn bis auf den heutigen Tag miteinander verknüpfen. Treue Bundesgenossenschaft und unverbrüchliche Freundschaft bilden das feste Band, das Kaiser und König Franz Josef auch mit dem Enkel des großen ersten Kaisers aus dem Hause Hohenzollern verbindet, und das ein sicheres Unterpfand bildet für die Fortdauer des Bundesverhältnisses, unter dessen Schutze der Friede unseres Weltteiles seit mehr als einem Biertel- jahrhundert vor Erschütterungen bewahrt geblieben ist. Mit den ehrfurchtsvollsten Glückwünschen, die unser Volk Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich, König von Ungarn, zum morgigen Feste entbietet, gibt es zugleich der zuver­sichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß dem Herrscher der habs­burgischen Monarchie noch lange Jahre einer glücklichen Regierung beschieden sein mögen zum Segen der Völker Oesterreich-Ungarns und zum Heile der friedlichen Ent­wicklung der europäischen Nationen!

Nr. 193

titelet tiefte

außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMsche« Landwirt die Gießener Kamillen« Mittel viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Der- Uw der BrÜhl'schen UMvers.'Buch-u. 61ein- btudnti. 8t Bange. Redaktion. «rv-dMon und Druckerei:

Die Ileischverteuerung.

Die Gießener Metzger haben, wie aus dem An- , zeigenteil zu ersehen ist, bent Publikum offiziell die Er­höhung der Preise mitaeteilt. In anderen Städten ist man schon weiter. Insbesondere haben die Stadtverordneten sich mit der Fleischverteuerungsfrage beschäftigt. Aus Darmstadt ist uns heute folgender Bericht zugegangen:

R. B. Darmstadt, 17. Aug.

Die Stadtverordneten beschäftigten sich heute nachmittag in einer langen, sehr animierten Sitzung mit der Frage der jetzigen hohen Fleischpreise; die Veranlassung dazu gab ein Antrag Cramer-Stephan, dahingehend, daß 1. in Rücksicht auf die enorm hohen Fleischpreise der städtische Oktroi von 3 Pfg. pro Pfund für Schlacht­vieh, Fleisch und Fleischwaren so lange aufgehoben werden soll, bis der Preis für Schweinefleisch sich wieder um 15 und für Rindfleisch um 10 Pfg. pro Pfund reduziert habe, und 2. die Stadtverordnetenversammlung wolle die Regierung ersuchen, durch ihren Bevollmächtigten im Bun­desrat dahin zu wirken, daß eine vorläufige Aufhebung der Grenzsperre erfolge. Stadtv. Cramer führte zur Begründung des Antrages aus, eine so große Preis­erhöhung auf Fleisch, wie jetzt, sei noch gar nicht dagewesen. Es habe früher geheißen, die Erhöhung durch den neuen Zolltarif werde höchstens 3 Pfg. betragen; jetzt müsse man aber in Darmstadt für das Pfund Schweinefleisch schon 96 Pfennig zahlen. Da solle man wenigstens einstweilen den Oktroi aufheben, damit doch etwas getan werde. Auch in anderen Städten sei man schon in ähnlicher Weise vor­gegangen, und er höre, daß sich die Handelskammer ebenfalls mit dem Ersuchen an die Regierung wende, beim Bundesrat zu beantragen, die Grenzsperre für Schlacht­vieh auszuheben.

Oberbürgermeister Morneweg teilte mit, daß der städtische Schlachthausdirektor, also ein jedenfalls über die Frage bestorientierter Mann, aus seine Anregung ein schrift­liches Urteil angefertigt habe, das zur Verlesung gebracht wird. Der Direktor ist danach der Meinung, daß eine zeit­weilige Oeffnung der Grenzen unter den nötigen Vorsichtsmaßregeln sehr wohl angängig wäre. Die Differenz zwischen den Ankaufs- und Verkaufspreisen sei unverhältnismäßig hoch, sie betrage etwa 40 Pfg. pro Kilo beim Schweinefleisch. Mit der zeitweisen Aufhebung des Oktrois würde aber nichts erreicht werden, man würde damit nur den Metzgern ein Geschenk machen. Die Hauptsache sei doch, daß mehr Schlachtvieh ge­schaffen werde, und dazu könnten die 3 Pfg. Oktroi nichts beitragen; das Beispiel von Stuttgart habe das bewiesen. Infolge der Leutenot auf dem Lande und des Futter­mangels gehe der Vieh stand bei den Bauern immer weiter zurück; viele zögen > auch vom Lande in die Stadt und würden dadurch größere Fleischkonsu­menten. Der Oberbürgermeister teilte weiter mit, daß der Fleischkonsum in 1900/1 69,37 Kilo pro Kopf der Bevöl­kerung, dann im Teuerungsjahr 1901/2 67,33, 1902/3 70,22 und 1903/4 70,93 Kilo betragen habe; es habe also ein nicht unerheblicher Mehrverbrauch in den . letzten Jahren stattgefund. Stadtv. Dr. Nöllner hält die mög­lichste Verbreitung des Berichts vom Schlachthausdirektor für erwünscht, denn er beweise, daß die Schweinemetzger die Fleischpreise ganz unverhältnismäßig in die Höhe geschraubt hätten. Nachdem noch mehrere Redner für den zweiten Teil des Antrags Cramer gesprochen, wird dieser ein­stimmig angenommen, der erste Teil aber mit allen gegen vier Stimmen ab gelehnt.

Auch in Stuttgart.haben die Stadtväter um Oeff­nung der Grenzen für die Einfuhr bei der Regierung nach­gesucht. Es wird folgender Bericht darüber verbreitet:

Stuttgart, 17. Aug. Der Gemeind rat beschloß eine Resolution, durch welche die Regierung ersucht wird, ihren Einfluß im Bundesrat dahin geltend zu machen, daß die E i n h r u n g von ausländischemSchlacht- vieh freigegeben wird. Die Einschleppung von Seuchen lasse sich durch sanitäre Maßnahmen verhindern, ohne daß deshalb die Sperre der Grenzen und die dadurch bedingte Fleischverteuerung zum Schaden der großen Masse der Kon­sumenten des Arbeiterstandes notwendig sei. Ferner wurde die Aufhebung einiger vom württembergischen Ministerium des Innern erlassener Verfügungen gefordert, durch welche die Einführung ausländischen, namentlich österreichi­schen Viehes, erschwert wurde. Die Resolution war von sozialdemokratischer Seite beantragt und wurde mit allen gegen eine Stimme genehmigt.

Marokko.

Tanger, 17. Aug. Der deutsche Gesandte erttärte gegenüber einem Korrespondenten des Echo de Paris, die deutsche. Regierung glaube nicht, daß ein Anlehen in Frage» kommen könne, weil die deutschen Bankiers auf eine dies«! bezügliche Auflage des Sultans erklärten, daß sie. ihm. nur 8* Millionen vor strecken könnten unb als Garantie hierfür bte Güter des Maghzen in Tanger übernehmen müßten. Graf. Tatten* bach erklärte weiter, daß er Instruktionen habe, die Aufl nähme einer Anleihe abzulehnen. Er hätte den ©ul* tau in dieser Angelegenheit um eine Audienz ersucht, bte in den nächsten Tagen stattfinden soll.

Paris, 17. Aug. Die Abendblätter veröffentlichen heute eine gleichlautende offiziöse Note über den ©taub der deutsch-französischen Verhandlungen über Marokko. Die Note habe wohl in erster Linie den Zweck, die Berliner Presse zu beruhigen. Es wird darin mitgcteilt, daß am 10. Juli die deutsche Regierung den Wunsch aussprach, Frankreich möge einen Programmentwurs über die Konferenz vorlcgen. Am 18. Juli überreichte Herv Rouvier dem Fürsten Radolin einen kurzen Entwurf, bem? am 1. August eine eingehende Darlegung der flanzösischen An* schanung über die Reformen folgte. Während dieser $erwbei wurde die französische Regierrmg über die Schritte des Grafen Tattenbach und verschiedener deutscher Geschäftshäuser m- formiert, welche die Konzession der Hafenarbeitcn in Tanger unb; die Treuen Anleihen des Sultans betrafen. Herr Rouvier lenkte die Aufmerksamkeit des Fürsten Radolin auf diese Vorminge übermittelte die Antwort alsbald der flanzösischen. Regierung. Auch der flanzösische Botschafter in Berlin hat sich mit dem Unterstaatssekretär v. Mühlberg über diese Angelegenheit nn> terhalten. Am 4. August überreichte der Botschafter Fürst Ra*, do l i n in Paris eine Note, worin die ersten Aufklärungen über diese Vorgänge gegeben rmd weitere Mitteilungen versprochen wurden, wenn die Berichte des Grafen Tattenbach in Berlin ein* getroffen sein würden. An diese Feststellung der Tatsache schließt sich die Bemerkung an, daß die flanzösische Regierung es als eine direkte Folge des Abkommens vom,8. Juli betrachte, daß die deutschen und flanzösischen ^Vertreter in Fez keine besonderen Verhandlungen mehr mit dem Sultan führen. Auf der anderen Seite hat die deutsche Regierung schon so viele Versicherungen über den Charakter ihrer marokkanischen Intervention gegeben»

Stettin, 17. Aug. Im Gegensatz zu der Mitteilung, daß Bürgermeister Münckeberg aus Hamburg bei dem S t a- pellanf des SchnelldampfersAuguste Vrktorra die Taufe vollziehen wird, weiß dreStettiner Abendpost" zu berichten daß bei genanntem vvtapellauf nicht der Burgcn- meister Münckeberg, sondern der Kaiser selbst die Tauf vollziehen werde. Im übngen wird Bürgermeister Muncke- berg durch den Bürgermeister Buchard vertreten werden, ba Öcrr Münckeberg durch Erkrankung an der Teilnahme behindert ist.

Stettin 17 Aug. Wie dieStettiner Abcndpost" meldet, wird wegen der M ißstimmung unter der Bevölkerung anläßlich des Besuches des englischen Geschwa-

GietzenerAnzelgers

" General-Anzeiger *

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

^5 w zeigenteil: Sans Beck

ders die Flotte voraussichtlich nicht in den Hafen etn-t laufen, sondern etwa 3 Kilometer entfernt vom Hafen von Anker gehen Die Annahme, das Fahrwasser sei nicht ttef genug» ist irrig. Die englischen Panzer haben bekanntlich einen Tief* gang vvn 8 bis 9 Meter, während die Wassertteft des Hafens 10 Meter beträgt- In Bezug auf die Meldung, daß der englische-, Admiral Wilson sowie eine Reihe höherer Offiziere zum ©ta* pellauf kommen werden, berichtet dieStettiner Abend Posr , datz eine definitive Einladung seitens des deutschen Katsch nvch^Nicht vorlicge. Man glaubt jedoch bestimmt, daß dieselbe erfolgen werde. Sollte jedoch wider Erwarten eine solche nicht erwlae«^ o wird der General aus persönlichem Interesse rn Zivil bent Stapellauf beiwohnen.

Südwestafrika.

Ein düsteres Bild entwirft der Swakopmunder Berichterstatter derWelt-Kvrr." von dem grausigen Elend- das untey den Hottentottchl herrscht, und von den Mühen unb Strapazen, die Misere Truppen bisher zu überwEn hatten und die ihrer noch harren; er schreibt unterm 17. Juli:

Es herrscht starkes Mißtrauen unter den Aufständischen uns gegenüber in Bezug auf die Frage, welche Behandlung man; ihnen bei uns angedeihen lassen würde, falls sie sich ergebexL Ihre Kapitäne und solche, die besonders schwere Verbrechen was dem Kerbholz haben, sorgen dafür ihren kampfesmuden Leuten die schauerlichsten Geschichten von bat grausamen Martern, bte diese in unseren Lagern erwarten, zu erzählen; und verzweif^ irren diese Unglückseligen, unter denen es ohne Zweifel sehr vieleGeschobene" und Mißleitete gibt, ihren Leidensweg dev schließlich doch im Verhungern oder Verdursten, bestenfalls aber durch eine Kugel sein Ende findet, toetter. Menschlich 'gedacht sind die vielen kleinen Kinder am meisten zu bedauern, die die Torheit ihrer Eltern bitter büßen müssen, sie sterben zu Hunderten, meist an Hunger. Unb bte trockene Jahreshälfte, die Zeit, die schon im Frieden von bat armseligen Hottentotten, die nichts ihr Eigen nennen, nur unter größten Entbehrungen und sehr oft nur mit Hilfe der Regierung überwunden werden konnte, steht doch erst noch 'betret. Lxhost jetzt, bei deren Beginn, wird über Wassermangel mt Landey geklagt; was wird das erst in 34 Monaten gebar, warn alles von der sengenden Sonne verdortt ist und bte böse»; Zeiten keinerlei Arbeiten auf bat Feldern und an den Wasset> quellen gestatten? Aber auch unsere brave Truppe wtrd vieles zu leiden haben unter der bevorstehenden Dürre, und dem Wassermangel, wennschon die Leitung in klliger Voraus^ sicht der kommenden Ereignisse seit langer Zeit an der Schaffung geordneter Wege und Wasseranlagen, an der Herarschaffung vor« Proviant und Einrichtting von Etappenstationen mt ganzen feind­lichen Gebiet nach Kräften arbeitet. Wahrlich, mn toer einmal selbst in diesem Lande jene Kalamität bis zur Neige marc nur als Jagd- oder Reiseamateur durchkostet hat, farm sich ein Bill) von dem stummen Heldentum machen, das unsere Truppe hier birrdtfebt, kaum gewürdigt von den Brüdern t ui der Heimat! So mancher, der seine von Rheumatismus und Typhus geschwächten schmerzenden Knochen am stocke wieder über den Ozean nach Hause schleppte und noch schleppen wird,, nrirb| seinen Lohn nur in dem Bewußtsein treuerfüllter Pflicht finbau, Wir haben hier in Swakopmund nur zu oft Gelegenheit, solche: Märtyrer zu sehen und llagen zu hören.

Zur Trennung Schwedens und Norwegens.

Aus Christiania wird gemeldet: Um eine möglichst, baldige Beendigung des schädlichen Provisoriums herbei* zuführen, werden sicherem Vernehmen nach die Regierung und das Storthing sämtlichen schwedischen Bedingungen im Prinzip zu stimmen. Verhandlungen über Einzelpunkte werden natürlich noch nötig sein. Aus die Thronkandidatur eines Bernadotte wird man bei dem Widerwillen Schwedens, verzichten. Die Volksabstimmung in der UnionS- angelegenheit hat folgendes Ergebnis: 3 6 8 2 00 Stimmen lauteten für, 184 Stimmen gegen die Trennung. Bri der letzten Storthingwahl wurden 236 641 Stimmen abgegeben.

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