Ausgabe 
18.5.1905 Erstes Blatt
 
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Stadt Bingen vorüber. Längs des ganzen Ufers stand die Einwohnerschaft Kops an Kopf, um die Gäste zu begrüßen. Bei der Rückfahrt des Großherzogspaares fand abends große Uferbeleuchtung und Feuerwerk statt.

Marburg, 17. Mai. Die Fleischpreise stehen seit längerer Zeit zu den Preisen für das Vieh in einem recht argen Mißverhältnis. Die hiesigen Metzger haben sich daher veranlaßt gesehen, bekannt zu machen, daß von heute ab alle Jnnungsmeister folgende Preise für das Pfund zu for­dern haben: Ochsenfleisch 78 Pfg., schieres Ochsenfleisch 1.10 Mk., Ochsenfleisch, gehacktes 90 Pf., Kuh- und Rind­fleisch 72 Pfg., do. schieres 1.10 Mk., Gehacktes 90 Pfg., Schweinefleisch 70 Pfg., Bratstücke 80 Pfg., Koteletts 90 Pfg., Gehacktes 90 Pfg., Kalbfleisch 70 Pfg., Koteletts und Kalb­fleisch aus der Keule 80 Pfg., Schnitzel 1.40 Mk., Gehacktes 1 Mk., Hammelfleisch 70 Pfg., do. aus der Keule und ftote= letts 80 Pfg.

vermachtes.

Der König von Sachsen und die Gräfin Montignoso. DaSDreSd. Journ." meldet: Der Ver­trag, den in Vollmacht des Königs Staatsminister Otto am 5. Mai in Florenz mit der Gräfin Montignoso ab­geschlossen hat, ist vom König genehmigt worden. Die vollzogene Genehmigunqsurkunde wurde gestern an die Gräfin abges^ndt. Inzwischen ist der Gräfin auch die von ihr bean­tragte Entlassung aus dem sächsischen Staats- angehörigen-Verband von der Kreishauvtmannschaft Dresden erteilt worden. Rach dem Vertrage überläßt der König der Gräfin die Prinzessin Anna Monika Pia bis zum 1. Mai 1906. Danach verpflichtet sich die Gräfin, die Prinzessin einer vom König hierzu abgesandten Ver­trauensperson herauszugeben. So lange die Gräfin die Prin­zessin in ihren Händen behält, wird ihr zu den Unterhaltungs­kosten ein Beitrag in gleicher Höhe wie die letzten Monate, gleich 200 Mk. monatlich, gewährt. Ferner verzichtet die Gräfin aus die Staatsangehörigkeit und verspricht, daß sie auch künftig niemals die Aufnahme in den Verband eines deutschen Einzelstaates nachsucht. Der König sagt zu, daß für die Zeit nach dem l.Mai 1906 ein Wiedersehen der Gräfin mit den gemeinschaftlichen Kindern jedes Jahr einmal stattfinden soll. Das nähere über Zeit, Ort und Aus­dehnung der Zusammenkünfte u. s. w. zu bestimmen, behält sich der König vor. Für die Zeit vom 1. Juni ab wird die Rente der Gräfin auf 40 000 Mk. jährlich erhöht.

Mailand, 17. Mai. Das Hochwasser hat am meisten in der Umgebung von Verona, Lonigo und Vicenza gewütet. Viele Häuser sind ein gestürzt, der

Kerichtslaal.

Laubach, 18. Mai. Gestern fand vor der 2. C i v i l - f am m er d eS Landgerichts Gießen ein in erster Instanz an hiesigem Amtsgericht anhängig gewesener Prozeß seine Erledigung, der wohl in weiteren Kreisen 'Oberhessens bekannt geworden ist. Es handelt sich um die von Pächtern derFischerei in der Horloff gegen den Verein für chemischeI n d u ft nie z u Mainz, als Inhaber der chemischen Fabrik Friedrichshütte, und gegen dessen Verwalter Echw. erhobene Klage wegen V e r u n r ei­nig u n g der Horloff durch A b w ä ff e r aus der Fabrik Friedrichs- Hütte und des dadurch verursachten Fischsterbens im Juni 1901. In erster Instanz waren seiner Zeit 1902 und 1903 nahezu 50 Zeugen und Sachverständigen vernommen worden, "ie Schluß- Verhandlung vor dem Landgericht hatte einen vollen Tag in An­spruch genommen. Während das hiesige Amtsgericht zu einer Abweisung der Klage schlechthin kam, indem es sowohl die Tat­sache, daß das Fischabsterben iit Abwässern der Fabrik seine Ur­sache habe, wie das von den Klägern behauptete schuldhafte Ver­halten der Fabrikleitung für nicht erwiesen hielt, machte das Landgericht die Entscheidung von der Leistung eines Eides in ne­gativer Ueberzeugungsiorm, durch den der beklagte Verwalter bekräftigen sollte, daß die Abwässer weder durch eine von ihm angeordnete noch geduldete Bctriebsmaßregel in die Horloff gelangt seien, abhängig, es nahm also in Abweichung von dem Amtsgericht die Verursachung selbst als festgestellt an. Mit der Leistung des Eides om gestrigen ist nun dieser Prozeß, dessen Kosten das Wert­objekt weit übersteigen sollen in einer für die Klageseite ungünstigen Weise entschieden, und die Berufung verworfen wurde.

Mülhausen, 17. Mai. Die Strafkammer von Mühlhausen verurteilte den dortigen praktischenArzt Dr. W i e g e r wegen Betruges und Urkundenfälschung zu 4 Monaten Gefänams.

Arbeiterbewegung.

Köln, 17. Mai. In rheinisch-westfälischen Gewerkschafts- kreisen wird angesichts der Fortdauer der Brauereiarbeiter- Aussperrung insofern eine scharfe Maßregel geplant, als allen Mitgliedern der organisierten Gewerkschaften zur Pflicht gemacht wird, nur boykottfreies Bier zu genießen, widrigenfalls der Ausschluß aus den Organisationen erfolgt. Eine diesbezügliche Beschlußfassung ist bereits an einzelnen Orten Westfalens in Ver­sammlungen des Metall- und Bergarbeiterverbandes erfolgt. Der in der nächsten Woche in Köln stattfindende 5. deutsche Gewerk­schaftskongreß dürfte sich gleichfalls mit dieser Frage befassen.

Elberfeld, 17 Mai. Zu großen demonstrativen Kun d g e b u n g e n kam es gestern abend hier aus Anlaß des Bi er kriegest Auf den Hauptverkehrsstraßen wollte eine mehr- hundertköpfige Arbeiternienge das Betreten von Wirtschaften ver­hindern, welche boykottiertes Bier verzapfen. Es kam zu Tätlich­keiten, so daß ein starkes Polizeiaufgebot eingreisen mußte. Die Beamten wurden hart bedrängt. Sie nahmen 21 Verhaftungen vor. Erst in später Nachtstunde konnte die Ruhe wieder hergestellt werden.

D ortmnnd, 17. Mai. 5.50 Nachm. Der Arb eit geb er- bund beschloß die Aussperrung sämtlicher organisierten Zimmerer, Maurer und Handlanger, da diese über verschiedene Bauten die Sperre verhängten. Auch die Straßen­bahner traten in eine Lohnbewegung ehr.

Feldschaden ist ungeheuer. Heute morgen hat der Regen aufgehört, sodaß ein Zurücktreten des Wasserstandes zu erwarten ist.

Friezenve en (Prov. Overyssel), 17. Mai. Hier ist Feuer ausgebrochen. Zweihundert Häuser, darunter zwei Kirchen und das Rathaus, wurden eingeäschert.

Wien, 17. Mai. Die Bauleitung des Karawan­ken-Tunnels in Rosenthal meldet, daß der Durchschlag des Soolstollens heute früh um 8.40 Uhr erfolgte.

Kunst und Wissenschaft

München, 17. Mai. Der bekannte Heldentenor der hiesigen Ho io per, Kammersänger Knote, hat seine Entlasung eingereicht. Als Grund gibt er in einem Schreiben an dieMün­chener Ztq/ an, daß Intendant von Poss art sich durch die Er­klärung Knotes, von München wegzugehen, verleiten ließ, dem Sänger, der eine Iahresgage von 40 000 Mark bezieht, in einem Vertrage für den kommenden Winter einen sechsmonatlichen Urlaub zu einem Gastspiel in New-Pork zu verweigern.

Nniversitäts-Pachrichten.

Berlin, 17. Mai. Den Abendblättern zufolge erfolgte am Schwarzen Brett der Technischen Hochschule zu Charlo ttenbur g ein Anschlag, in welchem der Rektor: und derSenat einerseits und die Studentenschaft an­dererseits im Interesse der Herbeiführung des akademi­schen Friedens erklären, daß bei den bisherigen Vorgängen von keiner Seite eine Beleidigung beabsichtigt war und dre Aeußernngen, welche von der anderen Seite als Beleidignngen empfunden worden sind, beiderseits endgiltig zurückgenommen wer­den. Ferner ladet der Rektor zu einer allgemeinen Stu­dentenversammlung ans den 20. Mai ein, auf deren Tagesordnung die Wahl von Vertretern steht.

Kandel und DerKefir. Volkswirtschaft.

Berlin, 17. Mai. Hier wurde mit l1/» Mill. Mark Aktien­kapital dieBerliner E i e k t r 0 m 0 b i l - D r 0 s ch k e n - A!' t.- G es." gegründet. Im Vorstand der Gesellschaft ist der Adel auffallend stark vertreten. Zu den Gründern gehören neben Bankier Carl Neuburger, Freiherr v. Rothkirch-Pantheim und Dr. v. Kaldenberg. Dann sitzen im Aufsichtsrat u. a. Graf^ Adal­bert von Franken-Sier stör off, Prinz Friedrich Karl M Hohen- lohne-Oehringen, Graf Sizzo-Noris in Berlin und Freiherr von Brandenstein in Berlin.

Essen, 17. Mai. DerRheinisch-Westfälischen Ztg." zu­folge findet am 20. Mai in Köln die Generalversammlung des Roheisen sh ndikates statt, in der auch'die Festsetzung des Preises für Roheisen erörtert werden soll. In maßgeben­den Kreisen glaubt man jedoch nicht, daß die geringe Preiserhöhung auf Siegerländer Eisenstein eine Erhöhung des Preises für Roh­eisen veranlassen werde. Dem Siegerländer Roheisensyndikat liegt wieder eine Anfrage betreffend 10 000 Tonnen 20 proz. Spiegel­eisen von Amerika vor.

Erz-Kuxe.

F e r n i e. Angebot 3525, Nachfrage 3475. Ausbeuten und Zu­bußen, 1903: 225: 1904: 300.

Gießener landwirtscha ftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 19. Mai 1905: Wolkig, nach milder Nacht etwas kühler, trocken.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

5t t r (fi 11 di e 31 admditem Israelitische Neligionsgeseltschaft.

Äottesdienll.

Sabbathfeier am 20.Mai 1905. Freitag abend 7.45. Samstag vormittag 8.00. Nachmittags 4.00. Sabbathausgang 9.05. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 9.05 Uhr.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Moltkestraße zwischen Ostanlage und Grünbergerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr ge­sperrt.

Gießen, den 17. Mai 1905.

Großh. Polizeiamt Gießen.

_________________Herberg._________________

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Westanlage zwischen Frankfurter- und Bahnhofstraße von heute an bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt.

Gießen, den 17. Mai 1905.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

. Herberg.

Bekanntmachung!

Betrifft: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: die Einwendungen gegen die Arbeiten des III. Abschnitts des zugezogenen Teiles der Gemarkung Heuchelheim und des II. und III. Abschnitts der infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke aus den Ge­markungen Allendorf und Klein-Linden.

Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, den 17. Mai 1905. B17/ß

Großherzogliche Bnraermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn; hier: die Einwendungen gegen die Arbeiten des III. Abschnitts des zngezogenen Teiles der Gemarkung Heuchelheim und des II. und III. Abschnitts der infolge Grenzregu­lierung zugezogenen Grundstücke aus den Ge­

markungen Allendorf. und Klein-Linden.

In der Zeit vom Donnerstag den 18. l. Mts. bis einschließlich Samstag den 20. l. Mts. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Ein­sicht der Beteiligten offen:

1. Die Entscheidungen des Schiedsgerichts vom 11. v. M. über die Einwendungen gegen die Arbeiten des III. Abschnitts des zugezogenen Teils der Gemarkung Heuchelheim, sowie des II. und III. Abschnitts der infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke aus den Gemarkungen Klein-Linden und Allendorf;

3. diejenigen Zuteilungskarten, in denen nach schieds­gerichtlicher Entscheidung eine Aenderung in der Zu­teilung cingetreten ist.

Diese Offenlegung ersetzt die Zustellung der Entscheid­ungen an die Reklamanten und an diejenigen von den Ent­scheidungen betroffenen Beteiligten, die gegen die rubr. Ab­schnittsarbeiten nicht reklamiert haben.

Friedberg, den 13. Mai 1905.

Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär:

S p a m e r, Kreisamtmann.

Bekanntmachung.

Das Hebregister pro 1905/1906 liegt bei dem uuterzeickmetcn Vorstaude 8 Tage laug den Beteiligten zur Einsichtnahme offen» Gießen, den 18. Mai 1905.

Der Vorstand der israelitischen Religionsgefellschaft.

D,8/k _______________I. G r ü newald.___________________

Gräserei-Verpachtung.

Dienstag den 23. Mai l. I., vormitt. IO1/* Uhr, soll die Grasnutzung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen und Hetichelheim für das laufende Jahr an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden.

Zusammenkunft am rechten Lahnufer unterhalb der Wieseekmündung.

Mainz, den 15. Mai 1905.

Großh. Wasserbauamt Mainz.

I. V.: Becker. Bl7/5

Griginaf-Araljtmeldunqen.'

Berlin, 18. Mai. Die Morgenblätter melden: In­folge erneuter Beratungen zwischen der Firma Robert Warschauer u. Co. und der Darmstädter Bank kam man überein, von dem ursprünglichen Plane, jene Firma als offene Handelsgesellschaft weiterzuführen, abzusehen. Die Firma wird daher demnächst ihre Tätigkeit einstellen.

Berlin, 18. Mai. DerVorwärts" veröffentlicht den von der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag ein­gebrachten Gesetzentwurf betr. die Regelung des Ver­tragsverhältnisses zwischen den Bergwerksbesitzern und den Bergleuten, sowie einen Gesetzentwurf, betr. Aenderung der Gewerbeordnung.

Wiesbaden, 18. Mai. Der Kaiser begab sich mit den Herren seines Gefolges um 7 Uhr 45 Min. vorn Schloß nach dem Taunusbahnhof. Pünktlich um 8 Uhr traf der Sonderzug mit der Kaiserin ein. D-er Kaiser ging seiner hohen Gemahlin bis zur Tür des Waggons entgegen. Beide Majestäten begrüßten sich aufs herzlichste. Mit der Kaiserin trafen ein: Hofmeister Frhr. v. Mirbach, die Hofstaatsdame Freiin v. G-ersdorff und die Hofdame Gräfin R an tz au. Nach kurzer Begrüßung des beiderseitigen Gefolges bestiegen der Kaiser und die Kaiserin einen offenen Wagen und fuhren unter dem Jubel der trotz der frühen Morgenstunde zahlreich versammelten Menge nach dem Schloß.

Wiesbaden, 17. Mai. Die heutige Vorstellung im königl. Theater war auf das sorgfältigste einstudiert und vortrefflich neuinszeniert. Die Dekorationen und Kostüme zeigten auf das genaueste die Zeit nach Wallenstein. Die bunten Volksszene'n des ersten und dritten Aktes brachten eine Fülle der böhmischen Nationaltrachten jener Zeit. Die Wolfsschlucht machte starken Effekt, Das Schlußbild des fürstlichen Hoflagers im sonnigen, maigrünen Wald war ebenso poetisch wie glanzvoll. In den Pansen verweilte der Kaiser, oer sich viel mit dem Reichskanzler unterhielt, im Foyer. Die Vorstellung schloß mit Fanfaren. Unter den Hochrufen des Publikums verneigte sich der Kaiser wiedev« holt vor dem Verlassen der Loge.

Saarbrücken, 18. Mai. Leutnant Deckers vom Dragonerregiment Nr. 77 hat sich heute früh in seiner Wohnung aus unbekannten Gründen erschossen.

Madrid, 17. Mai. (Agence Havas.) Aus Anlaß seines Geburtstages hielt der König heute feierlichen Empfang ab und nahm die Glückwünsche der Abgeordneten des Parlaments, der Spitzen der Zivil- und Militärbehörden und des Hofstaates in Anwesenheit des gesamten diplomatischen KortB entgegen. In ihren Ansprachen drückten die Redner die Erwartung aus, die bevorstehende Reise des Königs werde guten Erfolgs für die Be­festigung der Beziehungen Spaniens zu Frankreich und England haben. Ganz Spanien begleite mih den Herzen des.Volkes beit Herrscher in der Ueberzeugung, daß die freundschaftlichen Kund­gebungen, welche st-attfinden, sich auch an die Nation richten In den Reden wurde auchin diskreter Weise auf die Vermählung des Königs angespielt.

Wien, 18. Mai. Das Hochzeitsgeschenk des Kaisers Franz Josef besteht aus einer offenen Viktoria, bespannt mit zwei Lippizaner Vollblut-Schimmeln, deren Geschirr reich mit Silber beschlagen und mit dem kaiserlichen Namenszuge geziert ist.

New York, 17. Mai. Das Signal zum Start für die O z e a n w e 11 s a h r t wurde heute mittag 121/4 Uhr ge­geben. Wegen des schwachen Windes passierten mehrere Jachten die Startlinie aber erst um 12 Uhr 34 Min., wäh- Utowana" undiValhalla", die um 12y4 Uhr passiert waren, in falsche Richtung gerieten und deswegen zurück- gernfen wurden. Die ,,Utowana" passierte definitiv um 12 Uhr 57 Min., aber bei derBathalla^ dauerte es, da der Wind flau wurde, bis 1 Uhr 25 Min. DieHambur g^ passierte um 12 Uhr 18 Min. als fünfte Jacht, stürmisch begrüßt von den deutschen Passagieren an Bord des fest­gekommenen DampfersCaronia", dessen Musikkorps die Wacht am Rhein" spielte. DieHamburg dippte darauf die Flagge. Der Wind war günstiger für Jachten mit Schrat­segeln als für die mit Rahesegeln. Eine t)aWe Stunde nach dem Start verschwanden die führenden Jachten in dem Nebel, der rasch wieder aufstieg.

Mont Real, 17. Mai Die Einnahmen der Canadian^ Paeifie-Eisenbahn betrugen in der letzten Woche 921000 Dollar, das lind 44000 Dollar meh- als in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. ____________________ '__________

Familien Nachrichten.

Gestorben. Fräulein Susanna Reuter, Nieder-Weisel.

Bekanntmachung.

Die Gemeindeftenerzettel für das Steuerjahr 1905 werden den Pflichtigen nächster Tage zugestellt werden.

Diejenigen Eimvohner, welche bis 10. Juni einen Gemeinde- stener^ettel nicht erhalten haben, obwohl sie sich nach ihren Ver­hältnissen als steuerpflichtig betrachten müssen, werden hiermit auf« gefordert, alsbald auf Amtszimmer 9tr. 14 bezügliche Anzeige zu machen.

Gießen, den 17. Mai 1905. B18/s

Großhcr > ! "ifferei Gießen.

I. V.: Curschmann.

tzeffenitiche Aufforderung.

In dem Hypothekenbuch der Gemarkung Daubringen sind unter dem 18. März 1820 eingetragen:

1. eine Hypothek der Eleonore Schwalb zu Daubringen zu Gunsten des Metzgers Philipp Bogt zu Gießen im Betrage von 60. fl., verzinslich zu 5%;

2. eine Hypothek der Marie Katharine Schwalb zu Daubringen zu Gunsten des Metzgers Philipp Bogt zu Gießen im Betrage von 60. fl., verzinslich zu 5°/0.

Die Hypothekurkunden sind abhanden gekommen. Alle Diejenigen, welche Zlnsprüche aus obigen Schuldverschreibungen erheben 311 können glauben, werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche binnen zwei Monaten von Einrückung dieses bei unterzeichnetem Gericht anzumelden, widrigenfalls die Löschung der Hypotheken verfügt werden wird. B18/,

Gießen, den 12. Mai 1905.

Großber^ool'illes Amtsgericht.

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde heute eingetragen:

Nr. 14: Firma Heinrich Kneipp V. zu Langsdorf, Inhaber Heiitrich Kneipp fünfter, Kaufmann zu Langsdorf.

Angegebener Geschäftszweig: Fruchthandel,

Lich, den 15. Mai 1905. B/e

GroßherzogUches Amtsgericht.