Kr. 116 Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Donnerstag 18. Mai 1905
Gchulstratze 7«
Adresfe für Depeschen: Anzeiger Gieße». Kernsprechanschluß Nr. 61.
wettet tietie außer Sonntags.
JDem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Siebener Zamikien« Itottet viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Umverf.-Buch-u. Stein* druckerri. 9t Lange.
GietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
monatlich^ Pf^ vierteljährlich Mk. 8L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausscht Bestellg. Annahme von Anzeigen ’iit die Tr ^annrer 'S vo^mittags t 'iür.
Zc^envreiS: airSwärtS Sfj.
Verantwortl'ch füt den volit. und cJaeiit» teil; P. Wittto: für .Stadt und &mb* und .(SerichtSsaal^: August Goetz; für den An* zeigenteil: HanS Beck-
Die heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Gießen, den 16. Mai 1905. BeLr.: Fortbildunglehrgang für Zeichenlehrer.
Die Großh. Kreisschulkommission Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir ersuchen Sie, die Lehrer, die an einem Fortbildungslehrgang im Zeichenunterrichte während des laufenden Sommers teilnehmen wollen, zur Meldung dis 15. Juni l. Js. aufzufordern.
Dr. Breidert.
Bekanntmachung.
Die Mitglieder des Kreisziegenzuchtvercins Gießen und diejenigen, welche Mitglieder werden wollen, werden hiermit benachrichtigt, daß die Ankörung der Ziegen und Lämmer durch die Zuchtinspektion im Monat Juli l. Js. vorgenommen werden wird.
Anmeldungen hierzu werden von dem Direktor des Kreisziegenzuchtvereins Herrn A. Nöding, Lokomotivführer i. P., Niegelpfad 20, stets entgegengenommen.
Gießen, den 16. Mai 1905.
Der Vorstand des landw. Bezirksvereins Gießen.
Der Krieg.
Die Geschwader Roschdjestwenskis und Nebogatows.
Saigon, 17. Mai. Admiral Jonquißres ist an Bord des Kreuzers „Guichen" nach Saigon zurückgekehrt. Eingezogene Erkundigungen ergeben, daß Noschdjest- wenski für die Polemik bezüglich der Neutralität unverhohlene Mißachtung an den Tag legt. Er handelt, als ob seine Aufgabe ihm völlige Unabhängigkeit gebe und hat erklärt, er operiere ganz nach seinem Gefallen. Die ihm wegen seines Vorgehens gemachten Vorstellungen üben auf ihn keinen Einfluß aus. Auf seinem Geschwader herrscht eiserne Disziplin.
Der Korrespondent der Pariser Zeitung „Journal" in panoi, dessen Schiff bei Port Dayot vom rechten Kurse abgekommen war, wurde von dem russischen Geschwader angehalten. Nachdem er den Sachverhalt aber aufgeklärt hatte, bereiteten ihm die Russen eine herzliche Aufnahme. Die Offiziere sagten, sie seien seit Februar nicht mehr an Land gegangen; sie machten sich auf eine baldige Schlacht gefaßt. Die vereinigten Geschwader seien im Begriff, nach Wladiwostok zu gehen. Das Geschwader Nebogatows macht einen unsauberen, veralteten Eindruck. Die Gesamtzahl der Schiffe der Flotte beträgt sechszig.
Die französische Neutralität
In der Antwort Frankreichs auf die Vorstellungen der japanischen Regierung ist, wie aus Tokio gemeldet wird, mitgeteilt worden: Der Admiral Jonquiöres kreuzte, wie er meldet, am 13. und 14. Mai an der Küste von Annam zu dem Zwecke, russische Kriegsschiffe zur Weiter- fahrt zu veranlassen, falls er solche antreffen sollte; er stieß jedoch auf keine in den indochinesischen Gewässern von Saint Jacques bis Turan, ja auch bis Jowanedy hin, am nördlichst gelegenen benutzbaren Ankerplatz, wurde kein russisches Kriegsschiff bemerkt.
Indessen kommt heute gleichzeitig die Meldung aus Tokio, daß Japan zum dritten Male bei Frankreich wegen des Verbleibens der russischen Flotte in den Gewässern Jndochinas protestiert habe. Die Franzosen scheinen sich in der Frage etwas von der Gleichgiltigkeit Roschdjestwenskis zu eigen gemacht zu haben.
Eine Seeschlacht?
Amoy, 17. Mai. (Reuter.) Die Frauen und Kinder werden von den Pescadores-Inseln nach Formosa gebracht. Man glaubt, daß ein Teil der japanischen Flotte unterhalb Formosas kreuzt und während der Nacht von hier Befehle erhält. Ferner nimmt man an, die Japaner beabsichtigten, die russische Flotte südlich von Formosa in einen Kampf zu verwickeln.
Petersburger Gerüchte.
Für das Verhalten weiter Kreise gegenüber den Ereignissen auf dem Kriegsschauplätze ist typisch das fortwährende Auftauchen unkontrollierbarer Gerüchte über die Ab berusung verschiedener He er- und Fl ottensührer. Unlängst wurde Kuropatkins Abreise gemeldet, doch war darüber nichts Sicheres zu erfahren. Tatsache ist nur, daß sein Adjutant sich dem Kaiser vorstellte. Dann sprach man von der Abberufung des Generals Kaulbars und neuerdings meldet der „Peters- burgski Listok", Roshestwenski habe wegen Nervenüberspannung den Kaiser um Abberufung gebeten. Laut in Kronstadt kursierenden Gerüchten werde an seiner Stelle der Kommandant von Kronstadt, Birilew, ernannt.
Beschlagnahmen der Japaner.
Tokio, 17. Mai. Der en glisch e Dampfer „Linchiden" wurde Montag südlich von Korea beschlagnahmt; an demselben Tage nahmen die Japaner den französischen Dampfer „Quaneynam" in der Nähe der Pescadores- inseln fort. Es liegt keine Meldung vor, wohin die Ladung der Schiffe bestimmt war.
Rußland in Sturm und Drang.
Petersburg, 16. Mai. Das Ministerkomitee beriet von den am 12. Mai angekündiaten Materien nur die Einzelheiten der Jndenfrage, besonders das Aufenthaltsrecht der jüdischen Handwerker. Es wurde beschlossen, allen jüdischen Handwerkern die Erlaubnis zum Aufenthalt an allen Orten zu gewähren. Diese Erlaubnis genossen bisher nur'jüdische Handwerker mit Zeugnissen der Handwerksämter. Weiter wurde beschlossen, die jüdische Frage in ihrer ganzen Ausdehnung bis zur Einberufung der Volksvertreter aufzuschieben.
Petersburg, 17. Mai. Der Gehilfe Pobjedo- noszews, Senator Sabler, verläßt diesen Posten, da er wegen des Erlasses des Zaren über die Glaubensfreiheit in Meinungsverschiedenheiten mit Pobjedonoszews geraten ist. An seine Stelle soll Fürst Schirinski Schichmatow, der Gouverneur von Twer, treten.
Ms Li bau wird berichtet, daß es anläßlich des Geburtstages der Kaiserin Alexandra zu heftigen Tumulten kam. Die Jlluminationsanlagen wurden zerstört, mehrere Fenster eingeschlagen und ein Polizist schwer verletzt. Bei Zdaka brannten die Bauern einen Meierhos nieder und versuchten auch die Zuckerfabriken in Brand zu stecken.
Ufu, 16. Mai. Der Gouverneur, General Sso- kolowsky, wurde während eines Zwischenaktes einer Theateraufführung im öffentlichen Garten durch mehrere Revolverkugeln schwer verwundet. Der Täter ist entkommen. Der Zustand des Gouverneurs, der bei vollem Bewußtsein ist, ist sehr bedenklich. Bizegouverneur und Staatsrat Bugdamowitsch übernahm die Geschäfte des Gouvernements.
Der Mörder des Großfürsten Sergius.
Das russische Revolutionsorgan „La Tribüne Russe" in Paris erhält einen sehr ausführlichen Bericht über die Verhandlung gegen den Mörder des Großfürsten Sergius Kalajew, welcher in geheimer Verhandlung zum Tode verurteilt worden ist. Kalajew ist 30 Jahre alt, von mittlerer Größe, mager, mit blondem Haare. Er frappiert durch seine Ruhe nnd durch den Ton der Verachtung, mit welchem er antwortet. Der Präsident fragt ihn: Angeklagter Iwan Kalajew, haben Sie den Anklageakt erhalten? Kalajew: Ich bemerke vor allem, daß ich nicht ein Angeklagter bin, sondern Jbr Gefangener. Wir sind zwei kriegführende Parteien. Sie sind die bezahlten Organe des Kapitals und der Regierung des Zaren, ich, der revolutionäre Sozialist, bin der Rächer des Voltes. Präs.: Ich verbiete Ihnen, in diesem Tone fortzujahren. Beim Verhör fragte der Präsident: Bekennen Sie sich schuldig? Kalajew sagt: Ich gebe zu, daß Großfürst Sergius von meiner Hand den Tod gefunden, aber aus Gründen der Moral kann irfi mich nicht schuldig bekennen. Präs.: Wollen Sie sich darüber nicker erklären? Kalajew antwortet: Jawohl. Der von mir Hingerichtete Großfürst war der hervorragendste Vertreter der Reaktion, welche in Rußland regiert, die teaf 'onäre Partei, deren Inspirator er gewesen ist, will bte düstere Zeit Alexanders III. wieder zurückbringen, für welchen Sergius einen wahren Kultus hatte. Ehe Sergius gerichtet wurde, hat er zahlreiche Verbrechen gegen das Volk begangen. Seine Tätigkeit hat sich in drei Richtungen gezeigt: Als Generalgouverneur von Moskau, als Hauptinspirator der reaktionären Partei, der Vertreter und Förderer aller Männer, welche die Unterdrückung aufs äußerste trieben. Noch wichtiger war der Einfluß des Großfürsten schließlich beim Zaren selbst. Seine Rolle ist! allgemein bekannt, als Onkel des Zaren hat er die Interessen der Dynastie in nnerbittlichs:er, wildester Weise vertreten. Gegen eine solche Politik i>at sich der Haß des Volkes anfgericktet. Alle revolutionären Gewalten mußten aufgeboten werden. . Der Moment der Abrechnung ist gekommen. Der Tod seiner drei Gesinnungsgenossen Bogoljepow, Sipjagin und Plehwe sollte eine dreifache Warnung an ihn sein, eine Warnung, welche die Revolution der Autokratie gegeben hatte. Der Tod des Großfürsten Sergius ist die Krönung dieser Warnungen. Kalajew nahm dann noch das Wort z-u einer längeren Verteidigungsrede, in welcher er zum Schluß ausführte: Ich habe die volle Ueber- zeugung, daß die neue Freiheit Rußland regenerieren, zu neuem Leben erwecken wird. Ich bin glücklich und stolz, daß mir die Möglichkeit gegeben wird, für die Freiheit zu sterben, mit dem erhebenden Bewußtsein, meine Pflicht getan zu haben! Der Gerichtshof sprach das Todesurteil aus. Ruhig nahm es Kalajew hin. Er bemerkte nur: „Ihr Urteil macht mich,glücklich. Ich hoffe, daß Sie auch den Mut haben werden, es ebenso öffentlich ausführen zu lassen, wie ich das Todesurteil der revolutionären Partei öffentlich vollzogen habe. Sie müssen lernen, der nahenden Revolution Ang' in Äug' zu sehen."
Der Kaiser in Wiesbaden.
~~ Wiesbaden, 17. Mai. Der Kaiser hat den Roten Adlerorden erster Klasse dem badischen Staatsminister Frhrm. v. Dusch verliehen. Der hohe Herr unternahm von 4 bis 6 fllhr eine Spazierfahrt im Automobil üb«"r Langensckwal- bach und Schlangendad nach Elwille und B-ebrich. D^r russische Botschafter in Berlin, Grat v. d. Osten-Sacken, wird morgen mit dem gesamten Botschaftspersonal in ^-'"^aden eintresfen, imt am Freitag an den anläßlich M Geburtstages des Z"r?n Nikolaus dort stattfindenden Hwfestlickk"ften (Parade nnd Gala- diner) teilzunehmen. Auch der italienische Botschafter i^raf Lanza wird zum Empfange der Königin-Mutter Margherita von Italien in Wiesbaoen anwesend sein._______________
Zur Hochzeit des dentschen Kronprinzen.
Wie aus Paris gemeldet wird, werden der mit der Vertretung der französischen Negierung bei den Vermählungsfeierlichkeiten in Berlin beauftragten Sondermission angehören: Der Gouverneur von Lyon, General de Lacroix, als Botschafter in außerordentlicher Mission, der Gesandte und Deputierte Arago, Kontrcadmiral de Maro l les und Botschaftssekretär Guillem in.
Aus Söul wird gemedet: Der Kaiser von Korea sandte an seinen Gesandten in Berlin Min Chöl Hun ein Handschreiben, welches dem Kronprinzen aus Anlaß seiner Hochzeit überreicht werden soll. Diesem Briefe ist ein
mit kostbaren Steinen verziertes goldenes Kleinod beigegeben.
Das Protektorat im Orient.
Die Kaiser Wilhelm zute l gewordene Verleihung des' Ordens vom Heiligen Grabe hat die alten Erörterungen über tne Protektoratsfrage von der Orftntreise des Kaisers her wieder lebendig werden lassen. Der Pariser „Temps" schreibt in einem „Wilhelm II. und das katholische Protektorat im Orient" betitelten Artikel u. a.: Die durch Kardinal Kopp erfolgte lieber* reichuug des Großkreuzes des Ordens vom Heiligen Grabe unb die bei diesem Anlasse ausgetauschten Reden bezeichnen einen! weiteren Fortschritt in dem Werke, an welchem Deutschland im Orient mit Geduld und Ausdauer arbeitet, einem Werke, dessen Erfolg zü leugnen kindisch wäre und das seit 1890 mit bemerkenswerter Folgerichtigkeit fortgeführt wird. Die Wahl der Stadt Meß zu der Ueberreichung dieses Ordens gestattet dieAnnahme, daß der Heilige Stuhl in geringerem Maße als bisher darauf bedacht ist, Frankreich seine Privilegien zu belassen. Wenn Pius X. auf dicjem Wege fortschreitet, wobei er allerdings Gefahr läuft, d"n katholischen Missionen einen großen Teil der hr.it den französischen Verejnig'"noen iäb^ich gesvendeten sechs Millionen zu en^ieW. dann wird der Erwlg Deutscklands den Untergang des französischen Einflusses im Orient, bedeuten. Die verschiedenen Regionen Frankreichs sind sich, während ber fett fünf Jahren im Parlamente gcfiihrten Religionsdebatten dieser Gefahr nickt hewußt geworden."
Aehnlick äußert fick d^s . n n r n n t des D 6 bat s.
Der deutsche Gesandte beim Sultan von Marokko.
Der „Köln. Ztg." wird aus Fez vom 13. d. M. (in Tanger aufgegeben am 17. Mai) über dm Empfang des deutschen Gesandten Gr' >en Tattenbach beim Sultan noch telegraphiert: Graf Tatteickoch drückte d-m Sultan den ^ank des Kaisers aus für den glänzenden Emvlung in Tanger und betonte, der Besuch des Kaiers s"i ein Beweis der starken und dauernden Freunde schäft drs Kaisers für den Sultan. Der Kasi-r wünsche die durch zwei Verttäg ^begründeten Beziehungen Deutschlands und Ma^ rnffn§ zn pflegen und weiter auszugestalten. Graf Tatten^ back überreichte dnn Sultan das Großkreuz des Roten Adler- ordeus mit der Kette und Brillanten, sowie ein kaiserliches Handschreiben und verknüpfte damit den Wunsch auf eine lange unabhängige Herrschaft des Sultans. Dieser dankte äußerst freundlich füridie Entsendung der Mission und für die Ordensverleihung. Graf Tattenbach ist mit der Antwort des Sultans sehr $ufrteben. und erhofft eine glatte Erledigung seiner Aufgabe.
Der Maghzen lehnte alle französischen Vorschläge als mit den intemp+ionakn Verträgen unvereinbar ab. Nur für den Schutz der Grenze sollen zweitaustud marokkanische Soldaten!, unter französischen ukteur n aniaestellt werden.
Zum neuen Börsengesetz.
Berlin, 17. Mai. Die Börsenkommission deS Reichstages nahm zn dem § 68b den Antrag Gamp mit 10 gegen 9 Stimmen an. Die Rückforderung deffen, was bei oder nach der Abwicklung eines Geschäfts zu seiner Erfüllung geleistet wurde, findet auf Grund der Vorschriften des § 51, Abs. 3, und des § 66 nicht statt. Gegen die Forderungen aus Börsentermingeschäften ist eine Aufrechnung auf Grund anderer Börsentermingeschäfte auch zulässig, wenn diese Geschäfte nach dem § 51, Absatz 3, und dem § 66 ein Schuldverbältnis nicht begründen. Zu dem § 68c wird ein Antrag Burlage angenommen: Wer ein Börsentermin- geschäft in Wertpapieren abgeschlossen hat, welche nach dem § 51, Abs. 3, oder dem § 66 ein Schuldverhältnis nicht begründen, ist berechtigt, Befriedigung aus der für eine unwirksame Verbindlichkeit bestellten Sicherheit zu suchen, sofern der Besteller ihm gegenüber schriftlich erklärte, daß die Sicherheit zur Deckung von Verlusten aus den Börsentermingeschästen dienen soll und sofern die Sicherheit in barem Gelde, Banknoten oder solchen Wertpapieren bestellt wurde, wobei der Börsen- und Marktpreis amtlich festgestellt wird. Der Rest des Entwurfes wird ohne wesentliche Aenderung angenommen. Damit ist die zweite Lesung beendigt. Die dritte Lesung findet morgen statt.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Mai. Die Abreise der Kaiserin nach Wiesbaden erfolgt heute abend. In ihrer Begleitung befinden sich Oberhofmeister Exz. Frhr. v. Mirbach, die Hofstaatsdame Frl. v. Gersdorff und die Hofdame Gräfin zu Rantzau. Prinz Adalbert nimmt au der Reise nicht teil.
— Dem „Temps" wird aus Söul gemeldet: Der KaiservonKorea sandte an seinen Gesandten in Berlin Min Chöl Hun ein Handschreiben, welches dem Kronprinzen aus Anlaß seiner Hochzeit überreicht werden soll. Diesem Briese i stein mit kostbaren Steinen verziertes goldenes Kleinod beigegeben.
— Dem bisherigen Unter staatssekretär int Reichsschatzamt v. Fischer, der seinem Ansuchen entsprechend wegen körperlichen Leiden in den Ruhestand versetzt wurde, ist aus diesem Anlasse von dem Könige von Württemberg das Großkreuz des Friedrichsordens verliehen worden, nachdem er erst kurz vor seiner Verabschiedung in Anerkennung seiner vom Reiche geleisteten Dienste von dem Kaiser zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt worden war. Auch der Reichskanzler bat, wie der „Reichsanz." berichtet, dem hochverdienten Be- amten mittels eines besonderen Schreibens seinem Danl und seiner Anerkennung mit dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß die hervorragende Arbeitskraft v. Fischers lediglich infolge eines Unglückssalles dem Reichsschatzamt zu einer Zeit entzogen ist, wo er der Reichsverwaltung bei den vorliegenden großen Aufgaben mit seinem bewährteip Rat eine wesentliche Stütze hätte sein können.


