Ausgabe 
17.10.1905 Erstes Blatt
 
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Budapest, 16. Okt. An der Vorlage über die Wahl­reform werden bedeutsame Aenderungen vorgenommen werden. Wohl wird das allgemeine Wahlrecht aufrecht erhalten, doch wird es nach dem Muster des Pluralsystems in 'Belgien durchgeführt. Es sollen nach der Vorlage Per­sonen mit Vermögen und höherer Intelligenz troei Stimmen erhalten.

Bukarest, 16. Okt. Trotz aller Dementis steht die Tatsache fest, daß auf König Karol während der Eisen­bahnfahrt ein Attentat versucht wurde. Augenscheinlich will eine weitreichende Verschwörung allgemeine Ver­wickelungen in den Balkanländern Hervorrufen.

Aus Stadt md Laad.

Gießen, 17. Oktober 1905.

Jom Aleischmangel.

In unserer gestrigen Nummer veröffentlichte die Gießener Fleischerinnung ein Inserat, durch das sie 100 fwlartjfc reife Schweine bei sofortiger Abnahme an kaufen suchte. Indes hat sich, wie sie uns heute mitteilt, bisher kein einiges Angebot erhalten trotz der starken Verbreitung unseres Blattes auf dem Lande. , ,, , .

Wegen dieses Mangels an schlachtreifen Schweinen halten die hiesigen Schwcinemetzger heute abend eine Versammlung ab, um ''ich über Mittel und Wege, diesem Mangel abzuhelfen, zn besvrechcn. Wenn es nicht gelingen sollte, genüaende Menge Sckckacbtsck'wckne.u besoffen, sind die Schweinemetzgcr, wie man uns mitteilt, eutschtoffcn, ihre Geschäfte zu schließen. Wie stark der Notstand bereits ift, mag aus der Mitteilung hervorgehen, daß ein hiesiger Metzger, der im vorigen Iabr jede Woche 25 bis 30 Schweine schlachtete, dieses Quantum schon seit längerer Zeit auf 15 Stück ermäßigen mußte. Für nächsten Freitag hat der Meister erst zwei Tiere sur Verfügung und für die nächste Woche bis letzt kein Stück. Alle seine seitherigen Lieferanten sind nicht imstande, seinen Bedarf zu decken.

Bemerkenswert ist auch eine Zuschrift der Fleischer- Innung in Verden an die ,,Mtg. Fleischerztg." Ter in der Stadt Hannover lebende Privatier und Neichstagsabg. Held hatte unlängst öffentlich behauptet, daß in seinem Wahlkreis lVerden- Hoya-Syke) laut Mitteilung an ihn Ileberfliiß an Schweinen bestehe. Jetzt ober erllären die Verdener,

daß die Angaben, die dem p. Held gemacht worden sind, meistenteils der Wirklichkeit nicht entsprechen. Es fuhren sofort mehrere Schlächtermeister nach den bezeichneten Orten, die in der Näbe Verdens liegen. Mer leider kehrten Alle leer zurück, weil sie k e i n s k a u f e n k o n n t e n. Im Orte Oiste ivar nicht ein fettes Schwein verfügbar. Man wies uns nach der Molkerei, die in der Nähe^von Oiste liegt, ja, da waren 80 Schweine, aber höchstens 20 Schweine schlacht­reif ä 200 Pfund Lebendgewicht (2. Sorte), die übrigen sind noch nicht zu gebrauchen, auch sind welche von 100 Pfund dabei. Für sämtliche Schweine sind pro 100 Pfund Lebendgewicht 53 Mark geboten. Das Gebot ist nicht angenommen. In Inscbede, Dahlhausen, Westen. Eitzendorf und Hustedt konnte uns keiner ein schlachtreifes Schwein Nachweisen. Nach Leh- mann-Vrinkum haben wir uns brieflich erkundigt, der hat von 1000 nur 2 fette Schweine. Wie groß tatsächlich der schlachtreife Sebweinebestand im Kreise Verden und Umgegend ist, beweist der Umstand, daß die Schlächter Tage lang Meilen weit umherfahren müssen, ehe sie,ein Stück Schlachtvicherbalten und das ist dann meistens noch nicht die beste Ware. Gute, schwere S chw c i n e sind hier augenblicklich s e b r w e n i g zn haben. Wenn die Schweine auch nur einigermaßen schlachtreif sind, dann sind sie schon verkauft. Ohrt-Georgsböh hat schon von den in drei Mo­naten verfügbaren welche verkauft. Wie die Angaben gemacht sind, beweist folgender Fall: Der Rademacher v. Aßen in Jnschedc wurde gefragt, ob er bei den Einwohnern im Orte angefragt und ob er die Schweine angesehen hätte, da gab er zur Antwort, nein, das hätte er und ein Bäcker im Orte schätzungsweise gemacht".

Eine Ordensverleihung. DerReichsanz." gibt bekannt, daß dem bisherigen Reichsgerichtsrate, jetzigen Hess. Iustizminister Ewald bei seinem Ausscheiden aus dem Reichsdienste der Kronenorden 2. Klasse verliehen worden ist.

** Vortrag über Venedig. Wie aus dem Inse­ratenteile ersichtlich, beginnt morgen die vom Kaufmänni­schen Verein und O r t s g e w e r b e v e r e i n wie alljähr­lich geschickt zusammengcstellte Vortragsreihe. Zunächst spricht Reallehrer Will ans eigener Anschauung über Venedig und wird an Hand zahlreicher guter Lichtbilder seinen Vortrag interessant zu gestalten wissen, sodaß ein Besuch desselben sehr empfebiensw"rt ist.

#* Hessisch-Thüringische Staatslotterie. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 250 000 Mk. auf Rr. 14345 (nach Mainz), ein Gewinn von 20 000 Mk. auf Rr. 51893 (nach WormS und Mainz), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Rr. 31680, Gewinne von je 5000 Mk. auf Rr. 13770 17063 42624 71095, Ge- winne von je 2000 Mk. auf Rr. 162 1648 3467 6172 12525 17250 26140 27500 29810 31248 35601 42521

46270 46439 48430 48437 48592 51466 56964 57417

58782 62781 65376 65951 78545 81036 81595 83280

97069. (Ohne Gewähr.)

'"Der KaufmännischeVerein hielt letzten Samstag seinem Heim eine außerordentliche Hauptversamm­lung ab. Es wurde zunächst von dem Vorsitzenden Bericht erstattet über die diesjährigen Verbandstage deS Deutschen Verbands Kaufmännischer Vereine, des Vereins für Ver­breitung von Volksbildung und des Deutschen Verbandes für das kaufmännische llnterrichtswesen. Tann fand ein Antrag des Vorstandes, die Anschaffung eines Sciop- ticons betreffend, Annahme. Ter Apparat wurde mit allem Zubehör sofort bestellt und wird bei dem Vortrag des Herrn Will über Venedig morgen in Steins Garten zum ersten Male in Anwendung kommen. Jin weiteren beriet man, auch durch einen Antrag des Vorstandes veranlaßt, über die Aufgaben, welche der Kaufmännische Verein zu erfüllen habe Es wurde bes ' lassen, jeden Winter einen Vortraqskursus für Mitglieder frei und für Nicht­mitglieder gegen eine Teilnehmerkarte für 5 Mk. abzu­halten. Im vorigen Jahre ist Buchführung behandelt worden, und für dieses Jahr entschied inan sich für Wechsellehre, später soll 5)andelsgeoaraphie usw. be­handelt iiwrdeu. Ferner fand ein Antrag des Kaufm. Ver­eins Frankfurt a. M. Zustimmung, der sich erbietet, den Mitgliedern des hiesigen Vereins gegen Zahlung von 2Mk. das Jahr alle Vorteile der Krankenkasse des Frank­furter Vereins genießen zil lassen, d. b. sie zu gleichen Bedingiingen itnc seine eigenen Mitglieder in die .Kranken­kasse aufzunehmen. Tie Vergleiche, welche zwischen der Frankfurter Kasse und anderen kaufm. Krankenkassen auf Grund der von diesen gelieferten Unterlagen gezogen wur­den, fielen zu gunsten der Frankfurter .Kasse aus. Im übrigen beschloß die Versammlung, daß der Vorstand in dem seitherigen Rahmen seine Wirksamkeit fortsetzcn möge, die eine gute Zukunft für den Verein verspreche.

Die Zählzettel für da?

Adveszbueh 1906

werden von Dienstag, dem 17. Oktober, an durch unsere Zeitungsträger ausgetragen. Wir ersuchen höflichst, darauf zu achten, daß die Zettel ttt genügender Anzahl in den Wohnungen (nicht etwa im Hausflur) ab­gegeben werden. Zur Erlangung eines möglichst vollkommenen Adressenmaterials bitten wir um sofortige genaue Ausfüllung dieser Zettel. Beschwerden bezüglich der Verteilung werden durch die Expedition des Gießener Anzeigers erledigt.

$ür die Gießener Geschäftsleute, be­sonders für die Herren Agenten, weisen wir darauf hin, daß von heute ab in unserer Expedition ein Adreßbuch zu persönlichem Eintrag gewünschter Veränderungen aufliegt.

Brühlsche Universitäts-Druckerei.

Verlag des Adreßbuches der Stadt und des Kreises Gießen.

* Die seither geübte Austeilung derTheater- z eitel hat sich nicht bewährt. Es sollen daher versuchs­weise die Theaterzettel den Interessenten durch die Zeitungs­träger des Gieß. Anz. zugestellt werden. Etwaige Wünsche betr. Zustellung selbstverständlich werden in erster Linie die Abonnenten des Theaters berücksichtigt wolle man an die Zeitungsträger direkt richten. Beschwerden sind der Direktion des Stadttheaters zu unterbreiten.

* Das neue Museum wurde heute vormittag von den älteren Schülern des Gymnasiums gemeinsam besichtigt.

"'Der erste Schnee fiel in unserer Gegend gestern nacht, teilweise in beträchtlichen Mengen. In Annerod z. B. war die Schneedecke so dick, daß sich die Jugend eine richtige Schneeballschlacht liefern konnte und erst um 9 Uhr war die weiße Decke verschwunden. Die Vogelsberger Höhen sind ebenfalls mit Schnee bedeckt. Auf dein Hoherodskovf liegt der Schnee 25 Zentimeter hoch, im Oberwald liegt er noch höher. Auch aus Büdingen, Marburg iind vom Taunus werden Schneefälle gemeldet. Hoffentlich folgen diesen Vorboten des Winters zlinächst noch eine Reihe schöner Tage.

Butzbach, 16. Oktober. Eine für die Paffagiere der Butzbach-Licher Eisenbahn unwillkommene Nachricht gibt der Vorstand der Bahn bekannt. Wie aus dem In­seratenteil ersichtlich, tritt vom 1. Dezember d. Js. eine Er­höhung des Personentarifs bei den einfachen iind Rückfahrkarten 2., 3. und 4. Klasse, bei den Arbeiter- Wochen- und Arbeiter-Rückfahrkarten und bei den Monats­karten ein. (Blitzb. Z.)

R. B. Darmstadt, 17. Okt. (Eig. Drahtbericht des Gieß. Anz.) Ein am 15. Oktober nachmittags 6V2 in Paris aufoestiegener großer Luftballon mit der Aufschrift Maurice Mattet, construkteur, Rue de Glovs 14, Paris" war heute nacht im Walddistrikt Tommersberg bei Darm­stadt niedergegangen. Ter Batton streifte vorher die Tele­graphenleitung an der Nieder-Raurstädterstraße und zerriß die Drähte, sodaß die Leitung vöttig gestört war. Ter Besitzer des Battons, Alfred Vonsittard aus Paris, und dessen Begleiter, ein Italiener, fapden für die Nacht Unter­kunft bei Forstwart Klivste-n aus Forstbaus Böllenfatttor.

Berlin, 16. Okt. Gestern hat im Grünewald ein Duell stattgefunden. Die Gegner waren ein Assessor B. aus Berlin und ein Architekt G. aus Posen. Beim zweiten Gange wurde der Assessor durch eine Kugel in die linke Achsel getroffen, sodaß er in eine Privatklinik überführt werden mußte. Wein und Weib gaben den Anlaß zum Zweikampf. Es steht noch ein zweites Duell in Aussicht. Die Ver­wundung des Assessors ist nicht lebensgefährlich.

* Erstochen. In Groß-HartmannSdorf (König­reich Sachsen) erstach der frühere Wirt und jetzige Arbeiter Katzmann seine Frau. In Duttweiler (Pfalz) ist der Dienstknecht des Bürgermeisters aus Eifersucht erstochen worden. Der Täter, ein Bauernbursche aus Vemmiugen, ist flüchtig. Ferner wurde der 48 jährige Gastwirt August Thürling in Pankow-Heinersdorf bei Berlin im Streit er­stochen.

* Ueberschwemmungen und Stürme. Infolge Ueberschwemmung durch Hochwasser der Innerste ist die zweigleisige Strecke Baddeckenstedt-Ringelheiin unfahrbar. Der Verkehr wird teils durch Umleitung der Züge, teils durch Einlegung von Teilzügen zwischen HildeSheim-Baddek- kenstedt und Goslar-Ringelh<im ausrechterhalten. Auch die Werra und Aare sind über ihre Ufer getreten. Der Pegel, der am Sonntag in Herford 0,60 Meter zeigte, zeigte gestern 3,70 Meter. In W e st - und Ostpreußen hat ein mit Regen, Schnee und Gewittererscheinungen verbundener starker Sturm vielfachen Schaden angerichtet. In Allenstcin stürzte ein Zeltzirkus ein. Menschen und Tiere wurden gerettet. Auf dem preußischen Haff sind zwei Kähne gesunken, von der Be­satzung fehlt jede Spur. Die Mannschaft eines dritten ge­sunkenen Kahnes konnte sich retten. Bei Kahlholz ist ein mit Ziegeln beladener Kahn des Schiffers Schielke untergegangen. Schielte, seine Frau und vier Kinder ertranken. Auch im Königreich Sachsen herrschen andauernd orkanartige Stürme. Im Elbetal war der Sturm mit Schneegesti er ver­bunden und verursachte an Gebäuden und im ckde er­heblichen Schaden. Die Elbe steigt.

^Kleine Tages cbronil. Prinz Ferdinand von Orleans, Herzog von Montvensier, Bruder deS Herzogs von Orleans, ist bei Rembonillet das Cofer eines Automobilunfalles geworden. Der Krastwagen stürzte an einer scharfen Kurve um und der Herzog und zwei weitere Insasien wurden berausgeschlendert. Der Prinz erlitt schwere Verletzungen.

handel urö ^nßeljr. Zwlkswiristlialt.

Eine neue Bankfusion. An der gestrigen Frankfurter Börse verlautete mit Bestimm!heit, daß die Darmstädter Bank das Frankfurter altangesebenc Bankhaus Philivv Rik Schmidt in sich aufnehmen werde. Ter derzeitige Inhaber der seit dem Jahre 1773 bestehenden Bankfirma, die sich in der Hauptsache mit dem Kommissionsgeschäft und der Vermögensver­waltung besaßt, sind Andrea-Schmidt und Edgar Schmidt-Poler

Märkte.

Gießen, 17. Okt. Marktbericht. Aul heutigem Wochc-markt kosteten: Butter pr. Md. 1.101.15 Alk., Hühnereier 1 £f. 89 Pw 3 Stck. 0000 Pfg., Gänseeier 1&00 Pfg., Enteneier 67 Ps^ Räfe

vr. Stck. 68 Pf., Käsematte 2 Stck. 56 Pfg. Erbten pr. Liter 21 Pfg., Linsenvr. Liter 32 Pfg., Taubenvr.Paar0,80-0,90Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne vr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Mk., Gäule vr. Pid. 6075 Pfg., Ochsenfleisch vr. Md. 7282 Ma.. Kuh- und Rindfleisch vr. Pstmd 7072 Pfg., Schweine­fleisch vr. Pfund 7686 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Mund 90 Mo.. Kalbfleisch vr. Md. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Mund 5076 Pfg. Welsche per Pfund. Kartoffeln vr. 100 Kg. 4,505,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevsel per Pfund 10 bis 25 Pfg., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 35-40 Pfg., Zwetschen ver Zentner 67 Mk., Birnen per Zentner 8 bi? 10 Mk. Weißkraut 0.060.10 Mk., Marktzeit 82 Uhr.

Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 16 Oktober 1905.

Höchste Schlachtviebpreise in F r a n k f n rt a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 79-84 Mk.

', Kg. Schlachtgew. 8690P'.

V, ' 7900

*/, Kg. 72-82 Pfg.

7, , 7080 , */, , 76 86

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 18.35 Mk.

Roggen 100 stg 1625 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 52 Mg.

Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg.

Briefkasten Ker Redaktion.

(Rnotthme Anfragen bleiben nnbcrücksichtigtsi

E. hier. Das neue Museum des ob erb essis chen G e s ch i ch t s v e r e i n s im alten Schloß bat dieselben Besuchszeiten wie seither im alten Rathaus. Sonntag? vormittags ist es von 111 Ubr bei freiem Eintritt zugänglich, zu anderen Zeiten gegen eine Gebühr von 50 Mg., der Schlüssel ist in diesem Fall bei Ratsdiener Ochs im alten Rathaus zu verlanaen.

chrroinas-Draijlmet'dttnaen.

Berlin, 17. Okt. Die Allgemeine Elektriz itäts-Ge« s c 1 l s ch a f t ist aus dem Verbände der Berliner Me­tall-Industriellen ausgetreten. Dies ist eine Folget b'5 beendeten Krieges in b^r Eleklricktäts Industrie Die Gesell­schaft hck't es. bett-' sich leinesw^as zu den von ckw unternom­menen Arbeiter-Aussn-'rrungen verstanden, wenn sie nicht durch die organisatorische M 'talttJndustriellen-Ver-

band"s dazu geahnt ng^u r-'^fen wäre.

Berlin. 17. Okt. -r Handelskammer bat

eine ausführliche Eingabe en vr'ust.ischm Handelsminister aerichtet, in der die llrs-chen und die Folaen der gegenwärtigen fleischten er nng beleuchtet werden und die in einer Reihe von Nntr!"g"n für gese^eberis.ch" M^u-ihmen gipfeln, durch welche der Kalamität g-'steucrt werden soll.

Breslau, 16. Okt. Ter i rri I e f i f e Städtetag nahm mit allen aegen drei Stimmen eine Petition an den Landwirtschaftsminister an, durch die der Minister er­sucht wird, Sorge zu tragen, daß die Grenzen zur Schweineeinfuhr so schnell wie möglich ge­öffnet werden.

Leipzig, 17. Okt. S>r hiesige landwirtschaftliche K'reisvercin lehnte die Stellungnahme zur Frage der Fleisch­teuerung ab unter dem Hinweis, daß die Landwirte kein Interesse an der Verbilligung der Viehpreise lwben. Die Ko n sn m e n t e n müßten sich an die jetzigen höheren Fleischpreise gewöhnen.

Paris, 16. Okt Zn Ebnen d"s gestern bier eingetroffenen Fürsten von Bulgarien send im Elvsee ein Diner statt. Präsident Lvubet sagte in einem Toast auf den Fürsten: Es ist mir eine Freude, fest ru stellen, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Bulgarien den freundschaftlich' st en Charakter tragen/' Zn seiner Antwort auf diesen g.?b Fürst Ferdinand feiner Liebe für Frankreich Ausdruck unb sagte:Mein Land und ich danken Frankreich für d'e Ermutig­ung, die es unserer jungen Nation gibt, und für seine mächtige Mitwirkung auf unserem Wege mm Fortschritt und utm Licht."

Warschau. 17. Okt- Der S^snowicer Untersuchungsrichter ließ den Polizeibeamtcn Mironska wegen mehrerer Raubmorde verhaften.

Tokio, 16. Oft- Ein KaiserlichesReskript. welches gelegentlich des Friedensschlusses veröffentlicht wsich sübrt aus.' Nach zwanzig Monaten des Krieges ist Zapa"s Stetlunq gekräftigt n.Nd feine Interessen sind gefördert. Die russischen Bevollmächtigten haben mit den jairmif-4" en Bevoll­mächtigten sich über angemessene Bedingunae" -'einiat und damit bewiesen, daß ihr Wunsch, Frieden zu sckili .1, aufrichtig war. Wir finden die Friedensbedingungen in vollständiger N ebe r e i n sti m mnng mit nyseren Wünschen, und haben den Friedensvertrag ratifiziert. Rußland ift wieder Ja­pans Freund. Wir hoffen aufrichtig, daß die guten nachbar­lichen Beziehungen, die nunmehr wiederhergestellt sind, eng und herzlich werden. Tas Reskript bebt im weiteren die Not­wendigkeit hervor, ununterbrochen bemüht zu sein, die nationale Verwaltung zu verbesseru und die Wohlfahrt deS Landes zu fördern.

Telefonische Kursberichte

des Giessener .Anzeigers, nutgcteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. ,

Frankfurter Korso. 17. Okt.. 1.15 Uhr.

3^°/0 Reichsanleihe . . 100.75 3% do. . . 89.05 3K7o Konsole .... 100.90 3% do 88 95 3^6/n Hessen 99.95 3J4°/n Oberhessen . . .. X% Ocsterr. Goldrente. . 10100 41/6 % Ocsterr. Silberrente 100.90 4% Unaar. Goldrente . . 96.50 4% Italien. Rente . . . 00.00 4 a$ Portugiesen Serie I . 68.50 3% Portugiesen HI 68.30 russ.Staatsanl. 1905 97.10 japan. Staatsanleihe 94.30 4 °-o Conv. Türken von 1903 90.60 Türkenlose 137.20 4% Griech. Monopol-Anl. . 53.50 4% äussere Argentinier . 90.30 3°/0 Mexikaner . . . , 6810 4X°/o Chinesen .... 97.80

Aktien:

Bochum Guss 254.75 Buderus E. W. . . . .138^50

Tendenz: ziemlich fest

Berliner Börse.

Canada E. B 173.90

Darmstädter Bank . . . 150.60 Deutsche Bank .... 241.80 Dortmunder Union C. . . 103.50 Dresdner Bank ... 166.90 Tendenz: ruhij;

Elektriz. Lahmeyer . . . 146.50

Elektriz. Schuckert . . . 136.00 Eschweiler Ber<rwerk . . 279.20 Gelsenkirchen Bercrwerk . 243.10 Hamburg- Amerik. Paketf. 169.75 Harpener Bergwerk. . . 222.50 Laurahütte 268.00 Nordd. Lloyd 133.00 Oberschles. Eisen-Industrie 138.55 Berliner Handels<*es. . 174.50 Darmstädter Bank . . . 150.90 Deutsche Bank . . 241 75 Deutsch-Asiat. Bank . . 185.50 Diskonto-Kommandit. . . 192.10 Dresdner Bank .... 167.30 Kreditaktien 210.30 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn 114.20

Gotthardbahn.

Lombard. Eisenbahn . . 23 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00

7. Okt.. Anfangsknrse.

Harpener Bergwerk . . 222.40

Laurahütte 267 00

Lombarden E. B- ... 23.60

Nordd Lloyd 132.90

Türkenlose 136.70

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