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15.11.1905 Erstes Blatt
 
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Qr | <f) r In t taflflO au hei Sonntag».

Dem siebener Anzeiger werde» im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zainilien- HUNer viermal in der Woche beigelegu

Rolnkionsdnick u. Ver­lag bei Brüh l'scheu Unwers.-Buch-u. Siem- bruderet. R. Lange. Redaktion, Grrebuum und Truderet:

Echulvrahe 7.

Redaktion e-na 112 Cerlag u.Grpeb.e^öl 2lbrefie für Tevefdien:

Anzeiger Gießen.

bestes Blatt.

155. Jahrgang

MiMvoch 15. November 1 ttOF

Amts- und Lnzeigehlstt für Len Kreis Gießen

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ve-ng»prei»e monatlich 7b Pi., viertel» läbrhd) Mk. 2.20; durch Abbote- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Polt Vlk. 2.viertel- äbvL auSlcbL Bektellg. annabme von Anzeige» ür die Tages»urnm« i? vormittags 10 Uhr. .eiie'vreiS: lokal 12Ps^ n6rdrt6 20 Big.

»ti troortUcb Hit be.. ooltL und aQgem. Teil P. Witiko, für »Stadt und Üanb* und »Genchlslaal' Ernst Heß, für den An­zeigenteil: tont Beck.

Die öeutiqe 'Nnmmer nmfakt 10 Seiten.

Aie Stlmmnng im Aürgerlum.

Die rechtSnationallib. Münchener »Allgem. 3fg/ bot dieser Tage in einem Artikel »Revolutionäre Gelüste' u. a. geschrieben: Daß Aufkommen einer sehr ernsten Stimm- unq im Bürgertum sei wohl begreiflich. Wer könne vor dem plötzlichen AuSbruch einer an bie russischen Vor­gänge an klingenden Unternehmung mitten in Deutschland sicher sein?

£>ier ist von dem Ernst der Stimmung im Bürgertum die Rede; wir nehmen an, daß nicht minder auch in unseren Negierungskreisen die Situation gewürdigt wird. Es hieße offenkundige Tatsachen leugnen, wollte man bestreiten, daß die Volksbewegungen in Rußland und in Oesterreich.Ungarn in der deutschen Bevölkerung eine Unruhe deS Blutes hervor­gerufen haben. Die Zeitungen sind gefüllt mit Meldungen und StiminungSberichten. Wie em roter Faden zieht sich hindurch, daß unter dem Druck der öffentlichen Meinung heute zugestanden wird, was ein paar Tage vorher als un- möglich, ja undenkbar galt. Dieser überraschende Wechsel der Bilder regt in manchem Kopf den Gedanken an, daß eine Volksbewegung, sobald sie mit Wucht sich äußere, da? Meiste, ungefähr alles, durchzusetzen vermöge. Tie Ereignisse und Umwälzungen vollziehen sich mit so verblüffender Geschwin- digkeit, qewiffermaßen über Nacht, daß man an das orienta» lische Märchen von dem Kalifen erinnert wird, der morgens den fertigen Palast an der Stelle emporragen sieht, wo tagS zuvor ein leer.r Platz sich befand.

Miguel hatte zu seinem Lieblingtzwort den Rat »Beuge o o r I* sich gewählt. TaS ist ein gutes und nützliches Wort im täglichen Leben wie für das politische Leben. Wenn irgendwo der Blitz eingeschlagen hat, sieht ein verständiger Mann nach, ob auf seinem Hause die Vorkehrungen, den zündenden Funken abzulenken, in Ordnung sind. ES ist ja eine ganz beruhigende Versicherung für daS Bürgertum, daß die preußische Regierung umsaffende Maßregeln getroffen hat gegen ein etwaige? Uebertreten der revolutionären Beweg- ungen. Aber uns scheint, daß damit das Maß von Vorsicht nicht erschöpft sein kann. Die Regierungen müssen sich sehr ernstlich fragen, ob und wo in Deutschland berechtigter Grund zur Unzufriedenheit vorhanden, und aus welche Weise der Mißstimmung zu begegnen ist? DaS Selbslbewußtsein der Sozialdemokratie hat eine ganz außerordentliche Stärkung durch die Taten der »russischen Brüder' erfahren. DaS Preßgezänk zwischen den Anhängern der »revisionistischen' und denen der revolutionären Richtung ändert daran gar nichts. Auf dem Boden gemein­samer Forderungen finden sich die feindlichen Brüder wieder zusammen. Man braucht nur die Ausführungen im sozial- demokratischen »Vorwärts' über »Agrarier und Revolution' zu leien, um klar zu erkennen, daß die Drohung, in Deutsch-

Gießener StadNhoalcr.

Durchs Ohr,

Lustspiel von Wilhelm Jordan.

In einer freundlichen Sommermorgenstunde de? vorigen JahreS entschlief sanft in unserer Rachbarstadt Frankfurt a. M. Wilhelm Jordan, der letzte jener kraftvollen deutschen Dichter, die im Jahre 1819 das Licht der Welt erblickten. Gottfried Keller, Klaus Groth und Theodor Fontane, die nur um wenige Monate Jüngeren, waren ihm alle drei um Jahre in den Tod vorausgegangen. Im letzten Lustrum seines langen, arbeitsreichen Lebens hatte sein Mund geschwiegen. Seinen 80. Geburtstag, dem leider bald ein schwerer Schlag­anfall gefolgt war, der seinem hohen Geiste wie seinem bärenstarken Körper verhängnisvoll wurde, hatte er noch rüstig wie ein Sechziger in großem Kreise und in großem Stile gefeiert. Im alten Frankfurter Schaufpielhause hatte er, in Frack und Claque, begleitet von den lebhaften Be­wegungen seines feurigen Temperaments, eine flammende Theaterrede gehalten vor einem taufendköpsigen, festlich ver­sammelten Publikum. Seine großen braunen Dichteraugen hatten hell aufgeblitzt, als er zündende, begeisternde Worte 'sprach von der Wiederkehr der Muse auf die deutsche Bühne, von dem Rückeroberungszuge wahrer Größe in die deutsche 'Dichtung, von der Abkehr deS deutschen Theaters vom wlatten Naturalismus. Ein paar Jahre vorher hatte er in einem freundschaftlichen Briefe an mich gewettert gegen die »Kotrealisten und Afterpoeten, die sich genial dünken, wenn 'sie statt Farben Eiter und Blutwurst auf ihre Palette nehmen, nun Geschwüre an kranken Gliedern der Menschheit naturtreu jju malen.*

Aus diesem Geiste heraus hatte er vor nahezu einem halben Jahrhundert fein berühmtes Lustspiel »Durchs Ohr* ge­schaffen, von dem er damals schon eine Reform der deutschen Wühncnlitteratur erhofft hatte. Jedoch blieb diese entzückende Kleine Dichtung mehrere Jahrzehnte hindurch ein vereinsamtes SSonntagSkind der Lustspielmuse, bis es seinem eifrigen Jünger Ludwig Fulda gelang, ein paar niedliche kleine Bühnenstücke iin anmutigen Versen nachzuschaffen, die freilich das wunder­volle Vorbild nicht annähernd erreichten.

»Durchs Ohr* ist als Bühnenwerk freilich für den All- llag zu kostbar, und uni in dem Vlan des heutigen Theaters ffefie und dauernde Wurzel zu schlagen, ist es zu sehr Liane,

land die russische Bewegung nach'nahmen, kaum noch verhüllt wird. ES heißt z. B. der Darlegung: Bleibe die Reichsregierung der »gehorsame Kommis der Agrarier*, dann treibe sie ein gefährliches Spiel, bann tue sie alles, den Klassenkämpfen brutalere Formen zu verleihen, obgleich ihr doch ihr eigenes Jntereffe gebieten müßte, gerade jetzt möglichst versöhnlich aufjutreten. Hier hat man kaum noch nötig, zwischen den Zeilen zu lesen.

Tie Regierungen würden nun sagen können: Tie Un­zufriedenheit der Sozialdemokratie müssen wir als un­abänderlich hinnehmen, wenn nicht auch im Bürgertum, in weiten, durch und durch vaterlandstreu und monarchisch gesinnten Kreisen des Bürger­tums, Klagen laut würden, die zwar in anderen Formen, sich äußern, aber inhaltlich mit denen desProletariats" übereinstimmen. Tie abnorme Teuerung fast sämtlicher unentb hr kicher Nahrungsmittel, als da sind Fleisch, Milch. Eier und Butter, spürt der Bürger ebensosehr am eigenen Leibe wie der organisierte Arbeiter. Dazu kommt die Hinderung der Durchführung von unserer Grosch. Hess. Negierung weise geplanter, vom volksfreund- lichen und staatsklugen Landesfürsten selber gewünschter populärer Gesetze, die den Bürger wie den Arbeiter in Stadt und Land in gleicher Weise berühren. Bestehen in der Nahrungsmittelsr g? G g.nsätzo zwischen Stadt und Land, so gehen Stadt und Land in Hessen Hand in Hand in dem Wunsche nach dem dir. k.en Wahlrecht'und der Steuerreform. Und daß die Interessen nicht etwa der kleinen Landwirte, sondern der Großgrund­besitzer in der hart empfundenen Fleischteuerüna zum Siege gelangen über Millionen kärglich gestellter Bürger, daß die Reichsregierung Erhebungen und wieder Erhcb- ungen anstellt, statt entschlossen die O ffnung der Grenon zu verfügen, unter höherer Bewertung der Volks­gesundheit als der Vichseuchenaefahr: das hat die Verstimmung auf einen hohen Grad getrieben. Tie Städte tun sich zusammen, beraten und beschließen, Aerzte erheben gegen d i c Unterernährung ihre war­nende Stimme (vgl. unser gestriges Feuilleton): alles vergeblich die Gutachten der Larrdwirtschaftskammern fprctf)en das entscheidende Wort.

Für die Verstärkung der deutschen Wehr­kraft sollen demnächst fehr erhebliche Forderungen gestellt werden. Nur ein starkes und zufriedenes Volk kann Lasten tragen. Tiesehr ernste Stimmung im Bürgertum", sie beruht auf anderen Ursachen, als auf der Besorgnis vor , plötzlichem Ausbruch von Unternehmungen, die an die russischen Vorgänge an Rin gen".

VliliMckr $flflcr>frtian.

Berührungspunkte dc8 Liberalismus.

In der freisinnigen Volkspartei sind über die Stellungnahme zu den Fragen der Flotten- und Welt­politik Meinungsverschiedenheiten aufgetreten. Aus der Zurückweisling der vom Abg. Eickhoff in seiner Wies­badener Rede entwickelten Anschauungen durch den Abg.

Müller-Sagan geht allerdings hervor, daß die Fraktion in dieser bedeutungsvollen Frage ebenso gespalten ist, wie c5 die freisinnige Partei gegenüber der Militärvorlage deS JahreS 1893 war. Nur wird eS diesmal darüber nicht zur Scheidung kommen. ES gibt keine Partei, die nicht schon iw wichtigen Fragen getrennt gestimmt hätte. Selbst bei den süddeutschen Demokraten herrscht nicht immer Einstimmigkeit, wie die Stellung deS 9lbg. Ctvrz zur Kolonialpolitik beweist. Aber symvtomisch sind diese Spaltungen im Lager ber bürget» sichen Linken, und zwar in dem Sinne, als sie gerade die Berührungspunkte unter den verschiedenen Gruppen der Libe­ralen ins Licht rücken. Es sind diese Erscheinungen somit' geeignet, den Glauben an die Möglichkeit eines Zusammen­schlusses der Liberalen zu bestärken. Es ist kein Grund ersichtlich, warum nicht auch, wie in Bayern, wi« die schöne und augenscheinlich dauernde Einig­keit der Gießener N a 11 o n a l l i b e r a le n und Frei­sinnigen in alle »Fragen von besonbererWichtig- feit, im Reichstag ein liberaler Block gebildet werden könnte, warum es ausgefchloffen sein sollte, daß dort die partei­politischen Erwägunaen, die die Krast des liberalen Gedankens so oft lähmten, mehr zurücklreten. Bei den veränderten Zeit« Verhältnissen ist es ein Unbing, baß liberale Partei­gruppen, von benen je b e national gesinnt ist, durch ^Ibfonberung den Einfluß bes Liberalismus auf bie (Sefcögebung unb bas politische Leben in Frage stellen.

Ter bayerische WahIgeseheSeritwurf.

Aus München wird geschrieben:

Tie wichtigste Vorlage des neuen daher. Landtags, ber^ Wahlgesetzentwurf, hat ihre erste Lesung in der zweitere Kammer hinter sich. Es handelt sich, wie bei uns in Hessen, um die Einführung des direkten Wahlrechts, die auch m Danern am Schluß des vorigen Landtags nicht gelungen war. Nun war der neue Landtag gewählt, und nun fpUttl das Zentrum wohl sein Versprechen, das direkte Wahlrecht einzuführcn, einlösen. Ta mutz es wundernehmen, daß daS Zentrum die Vorlage mit Zugaben bepacken will, die durch» aus keine Förderung für sie bedeuten. Tas Zentrum hat für diese feine Stellungnahme eine Reihe von Gründen geltend gemacht, die nur «Schein sind, in Wirklichkeit liegen sie wo anders: Wird die Wahlkreiseinteilung jetzt gesetzlich geregelt, so kann es mit seiner Mehrheit den größten Ein^ sluh auf deren Gestaltung nehmen, und ferner bürgt ihms die relative Mehrheit eine Reihe von Sitzen mehr, die e# nach eigenem Zugeständnis sonst nicht erhielte. Zu diesen! parteipolitischen Gründen kommt aber noch ein andererq Es ist nicht ausgeschlossen, daß, wie bei uns in Hessen bie 1. Kammer, der daher. Reichsrat den Entwurf ablehnt; damit! käme das direkte Wahlrecht wieder nicht zustande, un» damit wäre ein geheimer Wunsch des Zentrums erfüllt.! Tiefes ist nämlich durchaus nicht der Freund des direkten Wahlrechts, als den es sich diese ganzen Monate her und vor und bei der Wahl ausgegeben hat, denn es würde ihm eine ganze Anzahl Sitze weniger g"ben, wie zu Beginn des!

bie nicht vom niedrigen Erbrcich lebt, fonbern ihre phan- taktischen Ranken hoch oben in ber Luft von Wipfel zu Wipfel schlingt. Was für ein köstlicher AuSnahmegevuß aber ist es, eine Kunst berounbern zu können, bie bes BroteS nicht bebarf, da sie bie Götterspeise Ambrosia ber nahrhaften Alltagskost vorzieht unb gleich göttlichem Nektar berauscht.

Ter anschlagenben Pointen schier überreiche eble, feine Witz ist teilweise von elektrisierenber Wirkung. TaS Stücklein.ist in bieser Beziehung wie überhaupt in ber sinnigen Färbung bes Ganzen einem burch meisterhaften Schliff von allen trübenben Pünktchen freien Juwel gleich und oerbient eingereiht zu werben in bie kleine Sammlung ber Perlen ber Welt- litteratur.

Tie öanblung, bie fast von antiker Einfachheit ist, ist es nicht, bie ber Dichtung Wert unb Reiz auSmacht; es ist der poetische Feinsinn, bie blitzende Kraft ber Gebanken, ber erfinbungSreiche, Shakespeci rische Geist; gleichsam ein Geist ohne Körper freilich. Ein junger Mann geht maskiert zum Maskenball. Dort trifft er ein Mäbchen, beren Maske bas Antlitz verhüllt. Er weiß nicht, ob sie jung ober alt, schön ober häßlich ist. Doch »burchs Ohr*, ben Zauber ber Stimme unb ber zarten Rebe findet Heinrich seine Klara. So hat Heinrich noch von keinem Mäbchen, noch von keinem Menschen reben gehört. Was Klara zu Heinrich spricht, funfclt in allen Lichtern ber Empfinbung unb bes Humors, unb ber Süßigkeit ber Stimme fehlt eS nirgenb an einem wohl- gemessenen ©ran geistreicher Würze. Nach ber Demaskierung aber steht Heinrich dem lieblichsten Mädchen gegenüber. Und er gibt seinen Empfindungen in zarten Versen von wunder­vollem Wohllaut Ausdruck.

Das ist Heinrichs Liebesgeschichte. Auf seinen weiten Rhapkobenfahrten hatte ber Dichter Gelegenheit, zu bem Schluffe zu kommen, baß bas »Gehör* ber vollkommenste ber Sinne ist, nicht bas »Gesicht*. Tas Ohr ist unser am meisten ausgebildetes, seinstlhligsteS Organ, nicht baS Auge, trotz besten lebhafter Sprechlunst. Unb bie Wissenschaft hat bas inzwischen bestätigt. Der bekannte Hallenser Ophthal­mologe Profestor Dr. Schmibt-Nimpler veröffentlichte vor einigen Jahren einen Aufsatz in ber ZeitschriftNord und Süd*, in bem er bem Auge bie »Sprache bes Herzens* in wissenschaftlich eingehenber unb klarer Weile abspricht. Aehn- sicheS sagt er auch in seiner Schrift »Ter Ausdruck im Auge*. UebrigenS scheint diese Wahrheit bereits Calderon, Wilh.

Jordans großes Vorbild, vorgeahnt zu haben. Wenigstens erinnere ich mich, in einer feiner Dichtungen den Ausspruch gesunden zu haben: »Mehr macht verliebt daS Hören.*

Daß Jordan das, was er hier in Versen zum Ausdruck gebracht hat, auch erlebt hat, bestätigt fein in ber Gebicht-, fammlung »Strophen unb Stäbe* enthaltenes Poem »An Krimhilb*.

Die Reimkunst bes Nibelungen-Jordan (welch stolzes Name!) steht in unserer Sitteratur immer noch unübertroffen ba, unb in bem Schmuck beS Verses, ber feinen Ziselierung von Wort unb Gebanken war Jorban ein echter Golbschmied ber Renaissance. Nur bas ungewöhnliche Formgefühl und mehr noch bie große Feinhörigkeit beS großen Rhapsoben vermochte ben Vers nicht sowohl zu einem bloßen Schmucke

des Stückes zu gestalten, als vielmehr durch außerordentlichen Klangzauber Herz und Sinn ber Hörer wie ber Darsteller; selber in seinen Bann zu ziehen. Unb wie weise vom Poeten war'S, baß er baS sinnvolle Spiel enbete, bevor man gewahü

?'e rein unb schön Jorban auch in bie

Werke, bas auf Regn uen'cherze, auf Verwickelungseffekte unb

für bie Phantasie. ; lyrische Harfe zu grei- kleine Lieb »Wenn z

mißte, zeigt baS wunbervolle schlichte sich lieben".

trigen Aufführung von »Durchs Chr*

c Dichtung umschmeichelte baS Pudli- Unb das will viel sagen bei einem

Tie Wirkung bc war burchschlagenb. kum wie mit Feenhäi

wirb, baß ein Menu von lauter Konfekt keine Mahlzeit gibt3 waS fünf Akte lang ermüben dürfte, bleibt in kluger Be«z schränkung eine Unterhaltung von bestrickender Anmut unb, eine geistvolle Anregung für ben Verstanb nicht minber als

ähnliche scheinbar unvermeibliche Tinge so ganz verzichtet, baS nicht mehr als vier Personen auf bie Bühne bringt. Es war ein Sieg ber reinen Poesie.

Eine Aufführung von »Durchs Ohr* bietet weniger durch, bie Reimsprache, als durch bie Verbinbung einer ganz idealistischen Sprachioim mit bem modernen Kostüm Schwie­rigkeit. Tie kunstvolle Sprache be§ Dichters verlangt eine kunstvolle gebildete Sprechweise, die nicht nur bie Perlenreihe der Gedanken, sondern auch bie Glieder ber sie tragenben golbenen Kette ber Verse in ihrem Bau unb Klang rein unb klar »burchs Ohr* zum Bewußtwerben ihres künstlerischen Gefüges gelangen läßt. Das gelang, unter verstänbnisvoller Regie, auch bei uns über alles Ern'-i'-t-'n gut. Haltung und Spiel ber vier Beteiligten blieben auch in bieser Welt, bie)