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Keßler begleitete den jungen Schmidt nach seinem Elternbause
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Schriftführer Wilbelm Nees, Daniel Wichard-Gießen und
Ein großer Fabrikbrand der inneren Stadt. Anwohner
Kassierer Johannes Hecker, Beisitzer Karl Lüh-Leihgestern, Heinrich Kelle r-Wl«feck.
Offenbach, 17. Ian. wütete in den Frühstunden in
an und gab sechs R cv olverschüsse auf ihn ab, wovon vier trafen. Drei streiften den 9km des jungen Schmidt,
Streik in Rußland.
12000 9lrbeiter der Putilow'schen Werke
IKabinettsdirektion scheinen vielfach falsche Ansichten verbreitet zu sein. In einem Prozeße wurde darüber jüngst > folgendes feffgestellt: Die Künstler beziehen eine jährliche monatlich zahlbare Remuneration (kein pensionsfähiges Gehalt) aus der Privatschatulle des Großherzogs ohne dabei zu einer Gegenleistung verpflichtet zu sein. — Dieses Verhältnis schließt nicht aus, daß sie sich für die 9lrbeiten, die sie an in der Kolonie aussteflende Gewerbetreibende liefern, bezahlen laßen. Der diesjährige Ueberschuß der Künstlerkolonie soll zur Hälfte dem Ausstellungsrestaurateur zusallen, zur andern Hälfte wird er wahrscheinlich der Ernst Ludwig-Stiftung zu-
Darmstadt, 15. Jan. lieber das Rechtsverhältnis •ün ft fern der Künstlerkolonie und der
des zwischen dem Aliceplatz und der Kaiserstraße gelegenen Teiles der Jranksurterstraße wurden heute früh gegen 1/2b Uhr durch ein eigenartiges Knallen und Knattern, welches sich fast wie Peletonfeuer anhörte, aus dem Schlafe geweckt; bald sahen sie an dem mächtigen Feuerschein und den hoch emporschlagenden Flammen, daß auf dem Mcrzbachscheu
gewendet werden.
Griesheim, 17. Jan. Der 36jährige Zigarrenhändler Keßler aus Frankfurt a. M., früher 9lrbeiter in Griesheim, wurde im vorigen Jahre glücklicher Erbe von 7000 Mark. Da er im heiratsfähigen Alter stand, suchte er eine Lebensgefährtin und glaubte diese in der 22-jährigen Tochter des Gastwirts Schmidt gefunden zu haben. Er hatte auch nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ter Wirt sowohl wie die Wirtin hatten nichts gegen die geplante Verbindung, aber das Mädchen wollte nicht. Das muß den Zorn des heiratslustigen Keßler, erregt haben. 9lnf alle mögliche Weise scheint er auf die Familie Schmidt eingewirkt zu haben, und da alles nicht helfen wollte, griff Keßler die Familie Schmidt in ehrenrühriger Weise an. In der Sonntagsnacht traf er auf dem Maskenhall den 16-jähriqen Heinrich Schmidt, den Bruder des Mädchens. E§ kam zu Reibereien zwischen den beiden, die auch auf dem Heimwege fortgesetzt wurden.
Volilische Tagesschau.
AuS dem Reichstag.
Die gestrige Diskussion über den Etat des Reichsschatz- amts entbehrte nicht des eigenartigen Reizes, wenn sie auch farblos einsetzte. Tie Diskussion brachte nämlich den ersten parlamentarischen .Hinweis auf die herannahende Schillers.eier, und das Interessanteste an der Sache Ivar, daß ein Mitglied des für den freiheitlich gesinnten Dichterheros sonst nicht eben begeisterten Zentrums, der Abg. Kirsch, den Hinweis gab. Er wünschte allgemein
einer ging in die Brust. Der Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, Keßler ist flüchtig und konnte bis jetzt nicht verhaftet werden. (Kl. P.)
Kleine i 11 e: 1 n v n e n aus .Hessen und den Nachbarstaaten. In 9lnnerod ist ein zweiklassiger Schulhaus-Neubau im Rohbau vollendet. Die seither einklassige dortige Schule wird mit Beginn des neuen Schuljahres zweiklassig. — Die Mathilden st iftnng fürOber- h essen hat zu wohltätigen Zwecken und zur Unterstützung der Kleinkinderschulen 1500 Mk. gestiftet. — Die kleine Gemeinde Leusel bei Alsfeld beschloß die Errichtung einer Wasserleitung.
Grundstück, Frankfurterstraße 45, ein verbecrenbcS Feuer au-?, -brocken wor. Der ein den linken Seitenbau anstoßende dreistöckige Hof-Querbau, welcher von der Schirm fabrik Leonhard Hitz gemietet ist, stand, als der Brand bemerkt wurde, in der vollen Breite des Dachstuhls und des obersten Stockwerks in Flammen; durch einen die ganze Höbe deS Gebäudes durchziehenden Aufzug hatten aber auch Teile der beiden unteren Stockwerke Feuer gefangen, und selbst die Kohlen im Keller waren, wie sich später herauSstellte, von den Flammen ersaßt worden. Glücklicherweise war das brennende Gebäude gänzlich unbewohnt. Die von Hausbewohnern alarmierte Feuerwehrbereitschaft war nach wenigen Minuten zur Stelle und begann mit vier Schlauchleitungen von den Hydranten der Frankfurterstraße aus das Feuer. zu bekämpfen, welches einen großen Funkenregen nach Westen zu über die Stadt verstreute. Der Tätigkeit der Feuerwehr gelang e§, den Brand zu isolieren und die anstoßenden Gebäude zu schützen. Um durch die Schläuche den Wagenver- kebr auf der Frankfurterstraße nicht zu hemmen, wurde heute früh um 8 Uhr eine sehr lange Schlauchleitung vom Real- !schullwfe zur Brandstätte geführt, mit welcher im Lause des I Vormittags die immer aufs neue wieder hervorbrechenden
beiter zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen, jedoch ohne Erfolg. Die Arbeiter verlangten zur Vermeidung von Unruhen die sofortige Beratung von Delegierten der Arbeiter mit der Verwaltung unter Stimmengleichheit und Zusicherung I' persönlicher Unverletzlichkeit, sowie die Ausnahme eines Protokolls über die Beratung, welche für die weiteren Verhandlungen bindend sein solle. Die Vertreter der Arbeiter sollten verlangen, daß die Streiktage nach dem mittleren Arbeitslohn bezahlt würden und eine gemeinsame Kommission
geschaffen werde, welche alle Streitfragen zu entscheiden habe, und endlich, daß eine achtstündige 9lrbeitszeit eingeführt roerbe. — Bei den bereits stattgehabten Verhandlungen
l waren zahlreiche Sozialisten zugegen, welche keinen Ausstand, sondern eine Petition aller Arbeite an die Regierung verlangten. In dieser Petition solle Freiheit der Versammlung der Presse und des Wortes und eine Neuordnung der Fabrikarbeit gefordert werden. Der Antrag der Sozialisten wurde indes abgelehnt. — In einer Versammlung beschloßen die Arbeiter der Putilowwerke, eine Abordnung an die Verwaltung der Werke zu senden und, falls die Forderungen nicht binnen drei Tagen bewilligt würden, bewaffnet vorzugehen. Die Bewegung trägt indes keinen revolutionären Charakter. Aufhetzende Reden biteben ohne Eindruck. Die Arbeiter erklärten, keine Aenderung der Staatsordnung, sondern nur die Verwirklichung eines Anfanges ökonomischer Gerechtigkeit anzustreben.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 18. Januar 1905.
** Hessische Vereinigung für Volkskunde.
Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle darauf aufmerksam zu machen, daß der für Donnerstag angekündiate Vortrag wegen Erkrankung des Vortragenden verschoben werden muß.
•• Der Reue Geflügelzucht-Verein Gießen und Umgegend 1 903 hielt am Sonntag bei Mitglied Teigler Generalversammltmg ab, die sehr gut besucht war;
i 43 Mitglieder waren anwesend. 9lls 1. Vorsitzender ivurde
Veter Berg gewählt, als 2. Vorsitzender Wilhelm Dechert,
Vermischtes.
* Düsseldorf, 17. Jan. Auf den drei Düffelwiesen brachen beim Eisläufen sieben Personen ein. Zwei Kinder ertranken. Die anderen wurden gerettet.
* Delmenhorst, 16. Jan. Im nahen Dorfe Varel erstach der Arbeiter Drewes seinen Bruder mit einem Brotmesser nach einem voraufgegangenen Streite. Der Mörder wurde verhaftet.
* Hamburg, 16. Jan. Beim Schlittschuhlatisen auf der dünnen Eisdecke des Harburger Hafens brachen zwei Kinder ein. Beide, ein Knabe und ein Mädchtn, ertranken.
Ein neuer Zigarren an zünd er mit Platin- schwamm wird in sehr zierlicher und praktischer 9lusführtmg neuerdings auf den Markt gebracht. Ein kleiner Behälter des I Zigarrenanzünders enthält Benzin, Aether oder Spiritus, deren Dämpfe auf einfache Weise mit dem Platmschwantm in Bewegung gebracht werden und ein Erglühen desselben hervor- rufen.
Aniversiläts-'Aachrilßten.
-- Der Verba udderim Coburger L. C. bereinig* * "Jl • a manns cha ften auf d e u t f d) e n Hochschulen Ult im Wintersemester 1904/05 unter entsprechendem Abzug der Mehrbanderleute 774 Aktive und Inaktive, sowie 2699 Alte Herren m J> aktiven und 8 suspendierten Landsmaniischasten.
Zum Fall tz'üffrner.
Die sozialdemokratische Presse hat bei der Veröffentlichung des Bildes, foi/a§ den ehemaligen Fähnrich zur See Hüssener mit zwei anderen Festungsstuben-Gefangenen in einer behaatich ausgestatteten Stube auf dem Ehrenbreitstein fröhlich zechend ,darstellt, mit Entrüstung darauf hingewiesen, welch nächtliche Trinkgelage die Festnngsstiiben- Gefangenen feiern könnten. Dabei wurde noch angedeutet, daß ein solch frohes weinseliges Leben in der Kstungs-
^Lkfiyneüttng Der yi^eren Schulen in Lessen, i
Zu tieier Fraae hat der Verein für di e Gleichste llun a der höheren Schulen in Hessen bem und
den beiden Häusertt des Landtaaes eine Den ks ch r t ft zugrhen lassen, die sich, wie ia schon die Bez-eicknung des Vereins vermuten I lassen muß, für die Beiahung der Frage, u. n. bewndevs am die Gleichstellung der Re a l g v m n a si a l a bi t u r t e n t e n w der Berechtigung z-um Eintritt in den h ö her en I u 9; z o t c n s, I ausspriklU. Justiz Minister Di tim ar bat ftdi bekanncktch tm tttt gegen gesetzten Sinne geäußert, wobei er sich auf die Ovaamr hervorragender Juristen stützte. Die nmfanaretche Denn am st t I — nm es in Kürze zu geben — etwa auS: ..
Tie Nunckten per Reckbstebrer fini> geteilt: mich ttmb die für bm Juristen itötiirc spraWch-historiube Brldung wmt nur von Gymnasien, sondern -ruck von rcahihldxn Anstalten übermittelt, imb gerade von hessischen Jnrrstien wird Nage aeftyrt über mangelhafte Ausbildung der Juristen '™ 1 . V;
ist im Pe-,uq auf die TurckblldiMy im Latein,sch-en und llsriccknic, en die Ansicht des Ji.stizministers niel-t durchschlagend, wonach btt den humanistischen Gymnasien die Durchbildung im S^ieEYen und Lateinischen sichergestellt sei. Nachdem dann die ^.eimchrrfl bestritten, dast die Fähigkeit, Menschen »u erkennen, gerade au den Gymnasien in so gar hervorragendem Mahr ans gebildet werde, verbreitet sich daS Memorandum über d u Dert der griechisch-römischen Kultur für das moderne drastische ~e» it, um zu dem Schlüsse Su gelangen, dast ss heute weiteren . r N unseres Volkes an dem lebhaften Internste s»r die Nassischen Studien fehle, und dast die Lugend nnt^ dem llstnfluf,dm r Leitströmung stehe, Folge: Tie Glnchstellmig der höheren Schulen nach besagter Richtung hin tft. cm Problem, dem modernen Staat durch die äustere Kulturentwrckelnng^ ft
Justizminister Dittmar hat erstärt, er wurde gar kein, Bedenken tragen, wenn etwa dereinst die Forderung guttreten wurde man solle gewisse technische Fächer nur denen eröffnen, die W zeugni? auf einem Rcalgymnanum erworben haben une der- artige Zersplitterung würde nach Meinung der Verwst r des Memorandums tief zu beklagen ftm. Die Elter« Eten hey schon frühzeitig über die Wahl des Berufs ihrer Krnd-r ench scheiden, und ein späterer Uebeitntt zu emem anderen Den.ff wurde nur mit großen Opfern an Zeit und Geld möglich >nn Wurden außerdem zwischen den einzelnen DerusSstrnden nicht geradezu Schranken errichtet, die ein geg-niertigc- Berlwndnis erschwerten? Würde eine solche Scheidung unser Volk nnbt noch weiter in der traurigsten Wesse ;erk!üsten? Ist nicht schon du Trenming der Hochschulen in Universitäten imd technische Hochschulen bedauerlich? Für den Staat würde es zweifellos ein großer Vorteil sein, wenn seine Beamten, Juristen, Aerzte, Lehrer sich mit her Technik während ihrer Sw dien zeit bekannt rnannrn I könnten, die Ingenieure. Architekten r. mit den nur der Universität I betriebenen Jachem? Und welch- Summen könnten für die an beiden Hochschulen mehrfach zu besetzenden LebrMhle gern ort w er - den! Danach geht bic Denkschrift zur Beweisführung über daß durch die Gleichstellung nickt, wie der Minister meine daS Verlangen nach Vermehrung der höbercm Schulen d"? Landes ge-1 steigert, nmt im Gegenteil vermindert werden würde. .
Das Ziel des im Eingang genannten Vereins ilt also die Anerkennung der Realanstalten in Bezug auf ihre Gtückwertigkeit mit den Gvmnasien und in weiterer Folge davon für iene dieselben Berechtigungen, die sie in Preußen erhalten haben, -tnnn I müßten natürlich auck die Ergänzungsvrüfungen 'Tur Theologen und Mediziner) neu geregelt werden. In Preußen gilt für diese Prüsilngen der Grundsatz, dau eine Minln'rleistung in den alten Sprachen durch ein Mehr an Wißen in den neueren Sprachen, Mathematik usw. ausgeglichen werden kann. In Hessen sind die Ergänzungsprümngen für O b e r r e a t f ch ü ter] gesetzlich nock gar nicht geregelt. Ter Gvmnasinst kann unge-1 nügende Leistungen im Lateinischen oder Griechischen kompensieren, der Realgvmnasiast bei uns nicht, während er in Preußen auf Grund seines vorher erworbenen Zei'gnisses ebenfalls aus- gleicken kann. In Hessen ist es möglich, daß ein Gvmnnsiasi mit „nicht genügend" im Latein Iura studiert, der Realgvnrnaimit Tann dies, wenn er dieselbe Rote in dem Racheramen erhält, । nicht, mag er auck ein nock so gutes Zeugnis von der vorher von! ihm besuchten Anstalt besitzen. Tie Regelung der Ergänzungsprüfungen nach dem Vorbilde Preußens setzt allerdings die gründ- sätzliebe Anerkennung der Gleichwertigkeit ber humanissiscl>en. und realistischen Bildung und damit die Gleichstellung der verschiedenen neunllaßigen Schulen voraus. Württemberg, wo bip Verhältnisse ähnlich wie in £)cnen liegen, hat nach^ dem Musier Preußens die Gleichstellung durchgeMrt, und Hesseln muß "entschieden nachfolgen, sollen nicht die hessischen Realansialten hinter den vreußischen zurüblekeiben und die hessischen Untertanen den preußischen gegenüber dauernd geschädigt werden. Die hier erwähnte Benachteiligung sei übrigens gewissermaßen von der hessischen Regierung selbst voransgesehen worden, wie eine^ Aus- laßung des Geh. Lberschulrats Rodnagel in der Kammersitzung vom 9. März 1901 beweise. Mit einem bemerkenswerten Hinweise auf die engeren Landes- und auf die einheitlichen Reichsinteressen schließt das interessante MtmMck.
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vermehrte Aus Prägung von Denkmünzen und regte im besonderen an, zur Erinnerung an die Schillerffeier eine entsprechende Tenkmunzc von Reichs weg^n herzustellen. Abg. Tr. Arendt (Rp.) pflichtete diesem dankenswerten Vorschlag lebhaft bei, weil er in ihm eine würdige Form der Ehrung des Nationaldichters der Deutschen erblickt. ES war nun die Frage, wie sich die verbündeten Regier- —rgen zu der Anregung stellen würden. Nach dem Tafür-
ckten des Schatzsekretärs — er war vorsichtig in der
Wahl seines Ausdrucks — dürften von dieser Seite „Bedenken nicht geltend gemacht werden" gegen die Ausprägung seiner Schillerdenkmünze, sofern die Anregung des Abg. Kirsch sich zu einer Resolution oder einem Initiativ-!
Antrag verdichte. Daran wird es die Volksvertretung nicht fehlen lassen. Eine Schiller-Denkmünze ist also in sicherer Aussicht, und es bleibe nicht unerwähnt, daß Abg. Singer (Soz.) die Gelegenheit benutzte, das Zentrum zu ironisieren. Er Tiet ihm, für die Umrahmung der Denkmünze ein die Dolksfreiheit verherrlichendes Keimwort Schillers in Vorschlag zu bringen. Es wird abzuwarten sein, ob die Regierung, die ja bei der .Herstellung der Mün'.e nach eigenem Gutdünken verfährt, diesen an sich nicht üblen Gedanken ausnimmt. Aus der Unmenge Schillerscher Sterntoorte wäre die Wahl nicht leicht. Tas vom preußischen Kriegsminister zitierte „Mars regiert die Stunde" müßte natürlich außer Konkurrenz bleiben. Am Ende schafft Gras Bülow Rav auf Grund seiner intimen Zit^tenkenntnis.
Wahlen in England.
Tas vereinigte Königreich jenseits bc5 Kanals rückt auf seinem politischen Entwicklungsgänge allmülig dem Scheidetvege näher, zu dem es die Energie EhamberlarnS hingedrängt hat: die allgemeinen Parlamentswahlen sollen entweder im Mai oder im Spätherbst d. I. stattfinden. Tas Ergebnis dieser Wahlen wird entscheidend sein für die wirtschaftspolitische Zukunst Englands nnd auch von Bedeutung für die mit England in handelspolitischen Beziehungen stehettden Staaten. Siegt die Schutzzollpartei, dann ist es zweifelhaft, ob sich eine Grundlage finden wird für den Abschluß von Handelsverträgen mit dem Insel- reich. Tenn die Beftirchtung läßt sich nicht von der .Hand weisen, ob eine auf Ehamberlainsche Ideen cingeschwo- rene Regierung in ihren Fordemmaen Maß halten nxAc. Lord Balfour gibt sich ja alle Mühe, die E^eister beizeiten zu beschwören. Er hat beispielsweise dem Parlament Berichte vorgelegt über die unheilvollen Wirkungen der Zollkriege. AVer die Wellen der Sck)utzzollpolitik können bei einem entsprechenden Ausfall der Wahlen auch über dem l gemäßigten Schutzzöllner Balfour zusammenschlagen.
St. Petersburg sind in den AuSftand getreten, weil die
Direktion es ablehnte, die Forderung des Verbandes der, .....
russischen Arbeiter auf Wiedereinstellung von vier wegen ihrer in der Waldstraße. Dort griff Keßler den Schnndt tätlich Zugehörigkeit zu diesem Verbände entlassenen Arbeitern und 1 mnä*
auf Entlassung eines mißliebigen Werksührers zu erfüllen. Die Arbeit ruht vollständig. Die Arbeiter verließen ruhig die Fabrikräume. Gleichzeitig trafen der Polizeikommandant, Soldaten und Koiaken ein. Der Direktor versuchte die Ar-
Aufklärung i SÄSffi
——--Seife und Terpentin, sondern
?lU. r fonmflC iür die Wäsche schädlichen Stoffe. Eine a' VhC1c nn tt)rcv Wäsche lange haben will, gebraucht ,. o ?b gernavleneKernseife mit Salmiak l,nd Tewentin, garantiert & britnnt - A" 15 M- P« Paket, überall crbältlid).
^aonranl. I. Gioth, Hanau. hv>'> 4
qefariaeneu-Anstalt EhrcnLreitstem gang und gabc sei. Düssener feilte sich noch gan» besonderer streibetten erfreuen: es ivurde auch behauptet, er fet sonntäglich r tt-ruh. choppeugast in einem Koblenzer Hotel und es wurde 'hm häufig Urlaub bewilligt. In D!ln sollte er lustwandelnd in einem öffentlichen Garten gesehen worden sein.
wurde nicht versäumt, den Lesern vor Augen W f 1 -
bnfi c5 sich nm den „Fähnrich" .Hüssener handelt. Tre Leser sollten dadurch erfahren, weshaN> solche ^rgunsttg- ungen gewährt würden. Zunächst muß festgestelli werden, das; der ehemalige Fähnrich zur See Hüssener aus allen Militärverhältmssen entlasten ist und als MI- Person F-estungshaft verbüßt. Dre Strafvollstreckuug - behvrde ist die zuständige StaatsMwaltschast.
Mandant ist also keineswegs Dorgesehter des Hustener nn militärischen Sinne, sondern er steht zu dem Festungssttibew Gefangenen Hüssener in demselben Verhältnis "re P der Vorstand einer Strafanstalt zu dem Gefangenen. Eme eingehende Untersuchung hat in dieser Angelegenheit statt» gesunden und hat, wie zu erwarten war, ergeben, daß d,e Tarstellungeu über den viel besprochenen Fall Hüssener nicht der Wahrheit entsprechen. Hüssener, der verbotswidrig im Besih eines photograph-scheu Apparates war, hat Ende Oktober v. I. eine Blitz lichtiaufn ahme von sich und seinenMit nickst! Flammen" gelöscht wurden. Der Schaden ist, da auch eine
natjme fonb m fewet Ä'rn “^*0^ nwfie Dampsplättmaschine und eine Anmbl Nähmaschinen
CUI)r Abends und nickt nach einem Trinkgelage, sierstört wurden, beträchtlich, aber durch Versicherung gedeckt.
vielmehr ist die Stasfage — leere Wein- und Limonade- Der Betrieb ist nicht unterbrochen, da em großer Teil der flaschen — für die Aufnahme zusammengetraqen worden. Fabrikanlaoe unucrfchrt qeblieben ift.
Tie Zimmerdckoration aus dem Bilde i)t vollständig er- simden. Tie Tapeten und Palmen sind eingczmchnct. Fcsx- .wiscken den K gestellt ist, daß Hüssener einmal den Kir ch e st u r l a u b | u ,
mißbraucht hat, indem er in einem Eoblenzer Hotel ein gekehrt ist. Sonntäglicher Frühschoppengast dort ist er niemals gewesen. Wegen der oben erwähnten'Verstoße gegen die Stubengesangenenorduung — Mitnahme eines Photographischen Apparats und einmaligen Besuch eures Lokals -ist Hüssener n a ch W e i ch s e l m ü n de v c r s e tz t worden.


