Ausgabe 
17.8.1905 Erstes Blatt
 
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int Südwestasrika gegen die Besckuldigungen, die jetzt vielfach hegen ffm erhoben werden, in Schutz nimmt, u. a. folgendes:

Wir haben keinerlei Beziehungen! zu Herrn b. Trotha und ahnen nickt, wie er sich entschließen wird. Doch wissen wir, daß ferne 63nttin in einem hiesigen K'rankenhause todkrank darniederliegt, und es will uns nicht aus­geschlossen erscheinen, daß er selb st deshalb bald nach Berlin kommt. An und für sich brauchte eine solche Reise nock nickt als Verzicht auf seine jetzige Stellung angesehen zu werden."

Unter allen diesen Umständen wird es allerdings wahr­scheinlich, daß Herr v. Trotha bald einem andern in Afrika Platz machen wird.

Ein Telegramm iius Windhuk meldet: Unteroffizier Karl Köhler, geb. zu Hannover, früher im kgl. württem- bergiscken 4. Fcldartillcricrcgt. 65, am 12. ds. in der Kranken­sammelstelle Dawigueb an Tvvhus gestorben. Reiter Georg Lesser zu Schmalkalden, früher Infanterieregt. 167, hat sich am 11. August durch eigene Unvorsichtigkeit eine Schußverletzung an der linken Hand zugezogen.

Em Attentat auf die Kaiserin von China.

DieFranks. Ztg." meldet aus Tientsin oom 16. b§.: Auf die Kaiserin von China erfolgte ein Attentat auf dem Wege zum Sommerpalast außerhalb des Nordwesttores. Der Täter war als Soldat ver­kleidet. Er wurde von einem regulären Sol­daten mit dem Bajonett erstochen. Die Kaiserin in der Sänfte blieb unverletzt.

Ausland.

Kopenhagen, 16. Ang. Amtlich wird mitgeteilt: Das englische Kanalgeschwader, bestehend aus zehn Schlachtschiffen, vier Kreuzern und zwölf Torpedobootszer­störern trifft hier am 8. September ein und bleibt voraus­sichtlich bis zum 12. September.

Paris, 16. Aug. Kontreadmrral Aubert ist zum Lhef des Generalstabes der Marine ernannt worden.

Catania (Italien), 16. Aug. Heute morgen fand im Dorfe Grammichele eine Versammlung der Arbeits­kammer statt. Rach dieser griffen die Versammelten, der Aufforderung eines Mannes folgend, die Vertreter der öffentlichen Macht an, schleuderten Steine und versuchten, im Zivilklub, der im Erdgeschoß des Rathauses belegen ist, Feuer anzulegen, indem sie die Eingangstür zum Rathaus einschlugen. Rach den gesetzlich vorgeschriebenen Aufforder­ungen und nachdem alle Mittel versucht waren, die Ruhe wieder herzustellen, feuerten die Polizisten, wodurch sieben Manifestanten getötet und mehrere verwundet wur­den. Auch die Polizei hatte mehrere Verwundete. Der Unter­präfekt eilte mit Verstärkungen herbei und stellte die Ruhe wieder her.

Petersburg, 16. Aug. Die Veröffentlichung des kaiserlichen Manifestes und der Reichsduma-Ord­nung wird voraussichtlich am 19. August erfolgen. Von den dem Kaiser vorgelegten 8 Entwürfen des Manifestes soll das von Pobjedonoszew verfaßte den Vorzug erhalten haben.

Petersburg, 16. Aug. Die diesjährige Ernte wird über Rußland neues Elend bringen. Nicht weniger als 26 Gouvernements sind von der Mißernte betroffen, deren Folgen jetzt bereits sichtbar werden.

Der Zar fuhr am 10. August mit seiner Gemahlin von Zarskoje Selo auf seinem Automobil nach Tatschina. Unterwegs geriet das Automobil in eine Kuh- herbe. Der Hirt wurde in den Straßengraben geschleudert. Der Zar ließ anhalten und dem Hirten aus dem Graben helfen.

Konstantinopel, 15. Aug. (Wiener Korr.-B.) Der Stellvertreter des bulgarischen Metro­politen in Mona st ir, der am 5. August verhaftet worden war, ist fr ei gelassen worden. Das ser­bische Klo st er Lischlaj, nördlich von Monastir, wurde von einer bulgarischen Bande verbrannt und der Verwalter ermordet. Am Freitag ist eine 100 Manu starke griechische Bande in Kladorabi, in der Nähe von Florina, eingedrungeu. Sie tötete 17 Anhänger des Exar- chates mit Messern und Knütteln und plünderten das Dorf. In Kumanieevo, im Bezirke Kastoria, wurden ein Priester des Exarchates, sowie zwei Frauen von Mitgliedern einer Bande getötet und ein Knabe verwundet. Eine türkische Note an die diplomatischen Missionen verlangt, daß die fremden Hotelbesitzer über den früheren Aufenthalt der ankommenden Reisenden genaue An- ügaben machen.

Tientsin, 16. Aug. In Taiyuensu ist ein Auf­stand ausgebrochen. Ein Mandarin wurde getötet. 2000 reguläre Soldaten sind angeblich zu den Auf- ,ständischen übergegangen.

Aus Kindt und Kaod.

Gießen, 17. August 1905.

** Ein mutiger Monteur. Aus München wird uns geschrieben: In der Westermühlstraße in München hatte man anläßlich der Herkomer-Konkurrenz eine Auto­mobil-Einstellhalle errichtet, die mit vier Wagen bestellt werden konnte. Der Besitzer eines Autos, ein Herr Vogel, fuhr nach beendetem Rennen mit seinem Chauffeur zur Halle, wo das Fahrzeug gereinigt wurde. Abends gegen 6 Uhr fuhr auch der Monteur R. Göbel aus Gießen mit seinem nach Heilbronn gehörenden Auto ein. Dort angekommen, ließ er sich von zwei anderen Chauffeuren eine eben gekaufte 50 Liter-Kanne Benzin aus dem Auto heben. Kaum stand die Kanne auf der Erde hinter dem Vogelschen Wagen, so erfolgte eine Explosion, welche im Nu beide Wagen in Flammen setzte. Alles sprang davon, nur der Monteur Göbel zeigte eine außergewöhnliche Geistesgegenwart. Er schwang sich auf seinen brennenden Wagen und fuhr ihn heraus, wo er ihn sofort ablöschte. Das gleiche machte er mit dem Vogelschen Automobil, das vollständig in Flammen stand. Auch die schon angebrannte Autohalle rettete er, so daß der inzwischen herbeigeeilten Feuerwehr nur noch die Löschung der Benzinkanne übrig blieb. Beide Wagen machten trotz des Unfalles das dreitägige Nennen mit. Der Monteur Göbel hat sich im Gesicht und an der rechten Hand leicht Derbrannt. Wäre ihm sein Benzinbehälter im Wagen an- gebrannt, so wäre er rettungslos verloren gewesen.

** Ein jugendlicher Schwindler. Am 15. d. M. gegen abend fanden zwei Kinder in der Alieestraße ein Poremontuaie mit Inhalt. Ein älterer Junge, der zu­fällig vorbeiging, meldete sich sofort als der Verlierer, und Hie Kinder gaben den Fund auch sofort an ihn ab. Es stellte sich aber heraus, daß er nicht Eigentümer des Porte­monnaies war, sondern es den Kindern baeschwindel'i Ute.

Das Portemonnaie wurde dem Schwindler wieder abge­nommen; es befand sich noch ein Betrag von 2,73 Mark darin.

** Bei na he überfahren. Gestern nachmittag ge­riet ein 3V2 jährig es Kind am Oswaldsgarten unter die Pferde einer d ah erfahr en den Droschke. Es kam glücklich ohne Verletzung davon. Den Kutscher traf keine Schuld; das Kind war in einem unbewachten Moment unter die Pferde gelaufen.

** Große Gefahr droht der Ansichtskarten- Jndustrie falls sich die Gerichte der übrigen Bundes­staaten einem Erkenntnisse des höchsten bayerischen Gerichts­hofes ansckließen sollten. Letzterer hat nämlich entschieden, daß der Ansichtskartenverkauf nicht zum Gastwirtschafts­betrieb gehört und daher an Sonntagen ein Verkauf außer­halb der für den Handel freigegebenen Stunden in den Gastwirtschaften nicht stattfinden darf, auch selbst dann nicht, wenn die Karten nur Ansichten der eigenen Wirtschaft auf­weisen. Da der Verkauf von Ansichtskarten am stärksten an den Sonntagen ist, so würde, falls die erwähnte Ent­scheidung allgemeine Anerkennung finden sollte, die Ansichts­kartenindustrie eine schwere Schädigung erleiden.

** Der Kampf mit dem Drachen ist seitens der Postverwaltung jetzt regelrecht eröffnet worden. Sobald die Ernte begonnen hat und der Wind über die Stoppeln weht, machen die Angestellten der Reichstelegraphie mobil, denn sie haben gegen die langgeschwänzten Ungeheuer eine regelrechte Kampagne zu führen. In dieser Zeit werden durch abgerissene Drachenschwänze die Telegraphen- und Telephonleitungen vielfach gestört. Besonders bei feuchter Witterung, nach längerem Regen ober einem Gewitter, kann die Verbindung zweier Leitungsdrähte durch den Drachen­schwanz leicht zu einer teilweisen oder vollständigen Ab- teitung des elektrischen Stromes führen und hiermit un­angenehme Betriebsstörungen zur Folge haben. Die fahr­lässige Gefährdung einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphen- und Telephonanlage wird aber nach § 318 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mark bestraft. Die Verwick­lung von Drachenschwänzen oder auch Leitschnüren mit Telegraphen- und Telephonleitungen ist daher unter Um­ständen ein kostspieliges Vergnügen. Es empfiehlt sich also, den Kindern einzuschärfen, daß sie beim Steigenlassen der Drache:: den Telegraphenleitungen möglichst fern bleiben und nur solche Wege und Felder wählen, auf denen eine Berührung der Drachenschwänze mit den Leitungsdrähten ausgeschlossen ist.

'Mainz, 16. Aug. In der vergangenen Nacht wurde ein von Kastel nach Mainz gehender, in der Synagogen­straße wohnender Schreiner auf der Straßenbrücke über­fallen, von drei Kerlen zu Boden gerissen und seiner Geldbörse mit 72 Mk. beraubt. Die Täter liefen nach Kastel davon und konnten nicht mehr eingeholt werden. Gestern trieben sich drei Handwerksburschen bei Kostheim herum. Auf dem Weg nach Kastel schlugen plötzlich zwei von ihnen auf den dritten mit Steinen los, bis er bewußt­los zusammenstürzte. Dann beraubten sie ihn. Ein mit­leidiger Fuhrwerksbesitzer nahm später den inzwischen wieder zu sich Gekommenen mit nach Kastel auf die Polizei, wo er den Uebesfall mitteilte. EZ gelang denn auch, die beiden Räuber in dem Augenblick abzufassen, als sie mit dem Trajekt­schiff nach Mainz fahren wollten. Sie kamen in Unter­suchungshaft. (M. Tgbl.)

Bingen, 16. Aug. Auf dem Nahequai überfuhr heute nachmittag ein Automobil das fünf Jahre alte Söhnchen des bei der Gasfabrik beschäftigten Arbeiters Rappold. Das Kind wurde tödlich verletzt. Eine Anzahl Viehhändler, die sich des heutigen Viehmarktes wegen auf den: Nahequai aufhielten, nahmen den Führer oes Automobils fest und überlieferten ihn der Polizei.

Homburg v. d. H., *6. Aug. Der Kronprinz von Griechenland ist heute von Schloß Friedrichshof zum Besuche des Großfürsten Georg von Rußland und seiner Schwester, der Großfürstin Marie, in Ritters Parkhotel eingetroffen.

p Brandober ndorf (bei Wetzlar), 15. Aug. Auf noch nicht feststehende Art entstand heute hier Feuer, dem die Baulichkeiten des Landwirts Johannes Hofmann und die Scheunen der Landwirte Joh. Busch und Konrad Ott zum Opfer fielen. Ein Glück, daß unsere unlängst ange­legte Wasserleitung den bald zur Stelle gewesenen Spritzen genügend Wasser zum Löschen zuführen konnte, sonst wäre das Unglück gewiß groß geworden, da fast sämtliche Bauers­leute im Felde mit dem Schneiden der Sommerfrucht be­schäftigt waren.

Laasphe, 15. Aug. Ein beklagenswerter Unfall er­eignete sich gestern nachmittag auf dem Kirchplatz. Dort ver­gnügten sich mehrere Kinder im Pfeilschießen mit sog. Flitzbogen". Durch einen unglücklichen Zufall flog dabei ein Pfeil dem siebenjährigen Söhnchen der Witwe Burck- hardt, das gerade vorbeiging, ins Auge und verletzte das- elbe schwer. Das Kind mußte heute morgen in die Mar­burger Klinik gebracht werden und dürfte die Sehkraft auf dem verletzten Auge verlieren.

vermischte».

"FolgendeAnleitung zum Genüsse einer rumänischen Monopol-Virginia-Zigarre" gibt eine rumänische Zeitung ihren Lesern: 1. Beim Aussuchen uche man eine hellgelbe zu erwischen, da die schwarzen auch ür den stärksten Magen schwer verdaulich sind. 2. Man uche die hervorstehenden Bindfadenstücke, Roßhaare, Leder­abfälle und Schweinsborsten sorgfältig heraus. 3. Die übet» flüssige Feuchtigkeit in der Zigarre ist durch kräftige Be­handlung mit einem Nudelwalker zu entfernen. 4. Man lasse sich in eine Lebens- und Unsallversicherungsgesellschaft auf­nehmen. 5. Man begebe sich dann an einen Ort, wo sich auf mindestens drei Kilometer Entfernung kein Lebewesen mehr befindet. 6. Ein Arzt, eine Hausapotheke, ein Wasch­becken, eine Luftpumpe, sowie eine Tragbahre und zwei stämmige Dienstmänner sind mitzunehmen (Arzt und Dienst- inänner müssen mit Nasenklammern uvd einem Essigschwamm versehen sein). 7. Man lasse sich von den beiden Dienst­männern festhalten und suche dann die Zigarre mit List und Beharrlichkeit und unter Aufwand von zwei Schachteln nationaler Streichhölzer in Brand zu stecken. 8. Man über­lege sich die Sache doch noch einmal, trage die Zigarre nach Bukarest zurück und übergebe sie einem der städtischen Mistver- brennunqsöfen oder dem Schinder zurVertilgung." Werwagtes, Ritte mn oder Knauv'? Hoch das rumänische Tabakmonopol!

Sport.

München, 16. Aug. (Herkomerkonkurrenz.) Bis 5 UTyr nachmittags trafen 67 Wagen ein. Die g"nze Fabrt machte die Prinzessin von Battenberg mit. Von 79 Wagen kamen 66 gütige Wagen zurück, davon 28 ohne jeden Defekt. Für die Preise kamen in Betracht: Ladenburg-München (Mercedes), Hynd'-Wien (Mercedes), Langen-Köln (Hermes) und Poege-Chem- nitz (Mercedes'».

Oriqinak-Draütmesdunaen.

Berlin, 17. Aug. DieNationalztg." meldet: Die Aachen - Münchener FeuerversicherungS - Gesell­schaft stellte dem Berliner Magistrat für die Forckenbeck- Zell-Stiftung 20 000 Mk. zur Verfügung.

Stettin, 17. Aug. An dem am 29. August in Gegenwart des Kaiserpaares stattfindenden Stapellauf des neuen Schn elldamp fers der Ham bürg -Ame­rika-Linie, der den Namen Kaiserin Auguste Vik­toria erhalten soll, werden voraussichtlich auch vier Ad­mirale des englischen Kanalgeschwaders, darunter namentlich Admiral Wilson mit seinem Stabe teilnehmen. Das englische Geschwader trifft am 28. ds. in Swinemünde ein und verbleibt dort bis zum 30. August.

Barmen, 17. Aug. Der Kassierer der Barmer Ver­waltungsstelle des sozialistischen Textilarbeiter- Verbandes ist nach Unterschlagung von mehreren tausend Mark flüchtig gegangen.

München, 16. August. Das Ergebnis der mit der dreitägigen Tourenfahrt München Baden-Baden Nürnberg München beendeten Herkomer Kon­kurrenz ist folgendes: Erster Preis Edgar Ladenburg- München (Mercedes), 2. Preis Hermann Weingand-Düffel« dors (Mercedes), 3. Preis Willi Pöge Chemnitz (Mercedes), 4. Preis Fritz Opel-Rüffelsheim (Opel), 5. Preis Fritz Werner-München (Clement), 6. Preis Hynek-Ruzieska-Wien (Mercedes), 7. Preis Robert Katzenstein-Frankfurt a. M. (Mercedes), 8. Preis Julius Turck-Lüdenscheid (Benz), 9. Preis Adler-Fahrradwerke-Frankfurt a. M., 10. Preis Karl Löhr-Koblenz (Adler), 11. Preis Bernhard Flinsch- Frankfurt a. M. (Merdes), 12. Preis Eduard Scharrer- Cannstatt (Benz), 13. Preis Prinz v. Battenberg (Fahrer Gras Arce, Mercedes), 14. Preis Josef Göß-Nürnberg (Adler) und Anton Baur-München (Clement). Ein Wagen des Herrn Friedrich Kösel-Schretzheim, der außer Konkurrenz fuhr, traf als 4. ein.

Paris, 16. Aug. Als das französische Geschwader den Hafen von Portsmouth verließ, sandte Präsident Loubet eine Depesche an König Eduard, in der er für diesen neuen Ausdruck der zwischen beiden Ländern bestehenden Freundschaft seinen Dank aussprach. König Eduard er­widerte, England, sowie auch er wären entzückt, der fran­zösischen Marine die Freundschaft zu beweisen, die sie für Frankreich hegten. Ministerpräsident Rouvier und Lord Lausdowne wechselten gleichfalls herzliche Depeschen, in denen sie erklärten, daß die Erinnerung an den Besuch in Portsmouth unvergänglich sein werde.

Trient, 17. Aug. Von einer über Calceraniea mar­schierenden schmalspurigen Haubitzenbatterie stürzte ein Ge­schütz über die Berglehne zehn Meter tief ab. Drei Pferde sind tot, zwei Soldaten leicht verletzt, das Geschütz ist beschädigt.

Zürich, 17. Aug. Bei einer Kahnfahrt auf dem Lac de Teux im Jura ertranken drei Deutsche namen§ Albrecht, Köhler und Schenk.

Petersburg, 16. Aug. Durch kaiserlichen Erlaß vom 14. August sind alle Immobilien und alle Gelder, die armenischen Kirchen, Konventen, Schulen und religiösen Stiftungen gehören, unter die Verwaltungen und Satzungen der armenischen Kirche gestellt. Durch kaiserlichen Ukas sind zur Disposition gestellt die Admirale Krieger, Komman­dant der Seedivision im Schwarzen Meere, Vishnevetzky, zweiter Kommandant derselben Seedivision, Kapitän Guze- witsch, Kommandant desGeorge Pobjedonessez" unter Beförderung zum Kontreadmiral und der Kommandant des Prut", Korvettenkapitän Baranowsky, unter Beförderung zum Kapitän zur See.

Tanger, 16. Aug. Eine Anzahl in Marokko an­sässiger Algerier sandte eine Abordnung zu dem französischen Gesandten, um gegen die Verhaftung eines algeri­schen Untertanen Widerspruch zu erheben und ihn zu bitten, dafür Sorge zu tragen, daß die ihnen durch Ver­träge zuerkannten Rechte geachtet würden. Der Minister versprach, daß auf den Einspruch Genugtuung gegeben werden würde.

Portsmouth (Rew-Hampshire), 16. Aug. (Reuter.) In der heutigen Vormittagssitzung der Friedenskonfe­renz beschäftigten sich die Bevollmächtigten mit der Beratung des siebenten Artikels. In der Nachmittagssitzung wurde die Debatte über diesen Artikel fortgesetzt.

Pitts bürg (Pennsylvanien), 16. Aug. (Reuter.) Hier und im Monongahele-Tale herrscht eine noch nicht da- gewesene Tätigkeit in der Errichtung von Stahlwerken, Hochöfen und Maschinenfabriken. Die Kosten der bereits hergestellten und der noch in Errichtung begriffenen oder geplanten Anlagen belaufen sich auf 25 Mill. Doll. Die Produktionsfähigkeit der Stahlwerksanlagen am Monon- gahela-Fluffe wird nahezu verdoppelt, sobald der Bau der geplanten Stahlwerke beendet ist.

Telephonischer Kursbericht«

Frankfurt a. M.

17. August 1905.

4% Oesterr. Goldrente

101 95

47,-6 Oesterr. Silberrente . 101.50

97.70

4l/2°'o äuasero Argenfiner

. 100 65

. 263.50 . 251.40 . 223.40

linear. Goldronte Italien. Rente , Portugieser I 'ortugiesen. m Unif. Türken

. 68.80

. 96.60 . 136 40 . 135.60 . 210.00

193.20

. 148 50

. 163 80

. 171.00

. 144.00

. 18.40

68.75

68.60

89.60

135.00

55.20

4% 40/ 4% 3°'

1%

3V9% 3o,, 3V,% 3°/o 37«% 3 */,%

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen Oberhessen

101.25

90.15

101.35

90.05

100.70

3°/0 Mexikaner 47eo/n Chinesen .

Electric. Schlickert Nordd. Lloyd . . Kroditaktien .

Diskonto-Kommandii Darmstadter Bank Dresdener Bank . Berliner Handeisges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahi^, , Laurahütte . . Bochum . . . fTarpener .

Türkenlose ....

4% Griech. Monopol.-Anl.

... o " . 97.60 Stnatschatzscheine . . . 1GG.

Tendenz.: Renten fest, Montanwerte und Banken abgeschwächt.

V.'."'Nvortlich für die gesamte Redaktion: August Goetz.