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Erstes Blatt. 155. Jahrgang
Donnerstag 17. August 1905
Ocholst-ak- 1. ebrefie für Depeschen: -wzetger Gießen. FernsprechonschlußNr.bl.
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Truppennachschub für SüdwestasriKa.
Ein längerer Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." beschäftigt .sich mit der Frage des Truppennachschubs für Südwestafrika. Er stellt fest, daß der Umfang der bereits bewirkten oder für die nächste Zeit in Aussicht genommenen Transporte stark übertrieben werde, und daß die jüngsten Transporte keineVerletzungdes Budgetrechts bedeuten. Das Blatt teilt mit, daß der Reichskanzler die budgetrechtlichen Einwendungen gegen die neuesten Truppen aussendungen zum Anlaß genommen hat, eine genaue und alle Einzelheiten der verwickelten Materie umfassende Nachprüfung der gesamten bisherigen budgetären Behandlung des Truppennachschubes für Südwestafrika anzuordnen. Die „Nordd. Allg. Ztg." führt dann aus: 'Alle Mitteilungen, die von irgend einer erheblichen Verstärkung der im Felde stehenden Truppe sprechen, gehören in das Reich der F a b e l. Die Regierung war und bleibt ernstlich bemüht, die Truppenaussendungen innerhalb des Rahmens der von den gesetzgebenden Körperschaften ausgesprochenen Be- willigungen zu halten. Nur dann würde sie hiervon abweichen, wenn und soweit der Gang der Ereignisse in Südwestafrika es gebieterisch erfordern: sollte; keinesfalls aber würde sie zu einer derartigen Maßnahme schreiten, ohne sich der vorherigen Zustimmung der gesetzgeberischen Körperschaften vergewissert zu haben. In dieser Beziehung hat der Reichskanzler anläßlich der Jndemnitätsdebatten bei der Beratung des zweiten Nachtragsetats für 1904 an die beteiligten Ressorts die strengsten Anweisungen gegeben. Sodann wird dargelegt, daß der Rahmen der durch den Etat für 1905 erfolgter: Bewilligungen bei dem bisher bewirkten und weiter in Aussicht genommenen Transport, an den sich die budgetrechtliche Diskussion in der Presse in erster Linie angeschlossen hat, innegehalten wurde. Der Julitransport erfolgte zur Verstärkung der Etappentruppen und Fuhrparkkolonnen. Ueber die mit der Bitte um größte Beschleunigung erbetene Etappensicherung braucht in Anbetracht der zahlreichen Ueberfälle auf Proviant- und Munitionskolonnen kaum ein Wort verloren zu werden. Die „Nordd. Allg. Ztg." führt weiter aus, alle Kredite für Südwestaftika, insgesamt 77,6 Millionen, seien sowohl in dem ursprünglichen wie im Nachtragsetat unter dem einen Titel „Ausgaben infolge Verstärkung der Schutztruppe zur Niederwerfung des Eingeborenen-Auf- standes" ausgebracht, und zwar in Form einer Pausch- summe. Die einzelnen Formationen des Sollbestandes und Verstärkungen sind jedoch abweichend von dev sonstigLN Etatisierungsform in dem südwestafrikanischen Etat nicht im Dispositiv einzelner Titel, sondern lediglich in der Erläuterungsspalte als Grundlage für die Veranschlagung des angeforderten Pauschalbetrags aufgeführt. Dasselbe gelte von den Ergänzungstransporten. Die abweichende Art der Etatisierung wurde gewählt in Anbetracht der im voraus nicht zu übersehenden Gestaltung der Kriegslage, der militärischen Bedürfnisse, namentlich der Ergänzungstransporte. Der Reichstag hat die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens anerkannt durch die Genehmigung des Etats in dieser Form. Außerdem wurde vom Reichstag wiederholt anerkannt, daß es sich um einen Kriegsetat handle, wobei die Festlegung und Innehaltung von Einzelheiten unmöglich sei. Der Reichstag stellte also der Negierung für einen einheitlichen Zweck einen Kredit zur Verfügung, über den die Regierung nach bestem Ermessen nach Maßgabe des bezeichneten allgemeinen Zwecks unter Innehaltung der in den Erläuterungen angeführten Durchschnittszahlen zu disponieren hat. Wenn dabei dringende mil:- tärische Interessen zeitweise Vers chiebungen gegenüber den Berechnungsgrundlagen in Erläuterungen erfordern, darf die Regierung sich auf Grund der allgemeinen Fassung des Titels, seiner Bedeutung und der Erläuterungen zu Abweichungen ermächtigt halten, sofern die zeitweisen Verschiebungen sich im Laufe des Etatsjal "es ausgleichen und innerhalb der genehmigten Summe hau t. Diese Erwägungen treffen in vollstem Maße auf die bisher bewirkten und in Aussicht genommenen Truppentransporte zu. Die Kosten sowohl siir die Verstärkung der Etappentruppen, ellva eine Million Mark, als auch siir die Beschleunigung der von Anfang an vorgesehenen Ergänzungstransporte, etwa Vs Million, sind im Verhältnis zu der ausgeworfenen Pauschsumme von 77,7 Millionen so geringfügig, daß fte jetzt schon durch die beträchtlichen Abgänge größtenteils oder sogar völlig aufgewogen sind, daß.jedenfalls be einer nur einigermaßen günstigen Wendung des Feldzugs ein vollständiger Ausgleich des dritten und vierten Quartals des laufenden Etatsjahres in Rechnung gestellt werden kann. Die siir den Beginn des Etatsjahres 1905 veranschlagte Sollstärke der Truppe an Offizieren und Mannschaften betrug 14 004 Köpfe, die effektiv nicht vorhanden war, d a die Abgänge nicht abgezogen waren. Die 'Anzah! der Abgänge durch Tod, Verabschiedung usw. beträgt bis heute 1828. Die Anzahl der im Etatsjahre 1905 ausgesandten Transporte einschließlich des Julitransports und der für August und September vorbereiteten Transporte insgesamt 1919. t r
Nach den Erläuterungen zum dritten Nachtrag des HauS- haltsetats für die Schutzgebiete von 1904 ist der erste Ersatztransport im Februar 1904 von 250 Köpfen auf Abgänge voll in Abrechnung gebracht. Dagegen ist von den folgenden Ergänzungstransporten lediglich die Hälfte auf Abgänge zu verrechnen, während die andere Hälfte eine Verstärkung des Sollbestandes darstellt, in Anbetracht der Ungewißheit der bevorstehenden Abgänge, die auf den für Ende August und Anfang September vorbereiteten beschleunigten Ergänzungstransport anzurechnen ist. Es läßt sich zur Zeit überhaupt noch nicht übersehen, ob durch die Aussendungen eine auch nur zeitweilige Ueberschreitung der nach den Etatserläute
rungen zu berechnenden Kopfstärke herbeigeführt wird. Jeden- allS ist zur Zeit eine Ueberschreitung der Sollstärke durch >ie Iststärke nicht vorhanden, denn die gesamte Kopfzahl der bisherigen Aussendungen zuzüglich der bei Beginn de? Auf- tandeS vorhandenen Schutztruppe beträgt unter Einrechnung des Julitransports 15 734 Köpfe. Davon sind 1828 Abgänge. Es bleibt ein Jstbestand von 13 906, während der Sollbestand Ende Juli 14 254 betrug. Von den bis 1905 ür die Niederwerfung des Aufstandes bewilligten 185,9 Millionen waren bis Ende Juli 137 Millionen verbucht, o daß der Regierung immerhin noch der ansehnliche Kredit von 48,9 Millionen zur Verfügung steht, während im vorigen Sommer nicht nur die bewilligten Kredite gänzlich aufgezehrt waren, sondern bis zum Zusammentritt des Reichstags ein vielfaches der bewilligten Mittel verausgabt werden mußte. Die angeführten Zahlen tun dar, daß eS heute noch gar nicht übersehbar ist, ob und in welchem Umfang durch die 1905 bewirkten und in Vorbereitung begriffenen Transporte auch nur eine Etatsüberschreitung eintreten wird, während eine außeretatsmäßige Ausgabe überhaupt nicht in Frage kommt. Unter diesen Verhältnissen liegt für die Regierung nur die Einbringung eines Nachtragsetats vor. Zur Herbeiführung der schleunigen Genehmigung eines solchen durch die gesetzgebenden Körperschaften ist nicht nur kein Anlaß vorhanden, sondern genau genommen nicht einmal eine Berechtigung. Sollte sich im Endresultat eine geringfügige Mehrausgabe auf den Titel: Verstärkung der Schutztruppen für 1905, ergeben, wie sich vor Feststellung des Kassenabschlusses überhaupt nicht konstatieren ließe, so würde diese wie jede andere Etatsüberschreitung behandelt werden müssen. Sollte sich jedoch im weiteren Verlaufe des Etatsjahres im voraus übersehen laffen, daß die bewilligte Sollstärke nicht ausreicht, und die bewilligten Kredite nicht innegehalten werden können, oder sollten andere im Etat nicht vorgesehene Ausgaben im Zusammenhang mit dem Aufstand sich unabweisbar zeigen, so würde der Reichskanzler, der fest entschlossen ist, die Rechte der gesetzgebenden Körperschaften auch unter den durch den südwestafrikanischen Krieg geschaffenen schwierigen Verhält- niffen aufs peinlichste zu beachten, nicht zögern, den gesetzgebenden Körperschaften einen Nachtragsetat vorzulegen und zur Genehmigung die gesetzgebenden Körperschaften rechtzeitig einzuberusen._________________________________________________
Die Begegnung Kaiser Franz Josephs und König Eduards.
Wien, 16. Aug. Die Entrevue zwischen dem Kaiser Franz Joseph und König Eduard in Ischl erhielt durch die beiden langen Unterredungen, welche beide Monarchen auf der Fahrt von Gmunden nach Ischl und beim Tee im Hotel Elisabeth mit einander hatten, und die zusammen über Vj2 Stunden dauerten, eine besondere Bedeutung. Heute unternahmen beide Monarchen eine Rundfahrt um Ischl, von der sie direkt zum Bahnhof fuhren, wo bereits bte anderen Mitglieder des Kaiserhauses versammelt waren. Die Verabschiedung war überaus herzlich, der Kaiser und der König küßten sich zweimal. Im Gmunden machte der König Eduard einen kurzen Aufenthalt und nahm im Hofwartesalon mit der herzoglichen Familie von Cumberland, die zu seiner Begrüßung erschien, das Frühstück ein. Der König setzte sodann seine Reise nach Marienbad fort, wo er heute abend eintrifft._______________
Englische Hetze.
London, 16. Aug. Die „Times" schreibt, die Gewährung einer deutschen Anleihe an Marokko müsse Frankreichs öffentlicher Meinung einen Stoß versetzen und Frankreichs Mißtrauen gegen die deutschen diplomatischen Methoden vermehren. Deutschland hätte kein besseres Mittel finden können, Frankreich dazu zu provozieren, daß es die Marokko-Konferenz nun ablehnt. Doch werde^rank- reich allein zu sagen haben, welche Haltung es gegenüber der neuesten Entwickelung der deutschen Diplomatie einnehmen werde. Jedenfalls werde Frankreich die vollste Unterstützung Englands haben. Der Vorfall zeige wieder einmal die provozierende Tendenz der modernen deutschen Politik, welche die wahre Wurzel von Englands Mißtrauen sei. Dieses Mißtrauen bedauerten alle, aber es sei unvermeidlich solange Deutschlands jetzige Staatsmänner nicht auf ihre klobigen Nachahmungen der unwür- digeren unter den Methoden Bismarcks verzichteten.
Zur Trennung Schwedens und Norwegens.
Christiania, 16. Aug. Das Storthing tritt Montag abend zusammen. Die Idee, die Frage der Grenzfestungen einer internationalen Fachkommission zu überweisen, ist so gut wie durchgedrungen. Björn son, bisher der stärkste Gegner der ganzen Bedingung, ermächtigte einen Korrespondenten der Franks. Ztg., seine Zustimmung zu versichern. Sigurd Ibsen schlägt Schweizer und belgische Offiziere vor. Geheime wohlakkreditierte Unterhändler befinden sich zur Zeit in Stockholm. Die Haltung der schwedischen Presse gegenüber dem Plebiszit verstimmt hier. Es ist unwahr, daß eine freie Meinungsäußerung hier unterdrückt gewesen ist. Pastor Brun erhielt die Erlaubnis, wo immer öffentlich für ein „Nein" zu sprechen, nur nicht in der Kirche.
Politische Tagesschau.
Die Ursache der Spremberger Eisenbahnkatastrophe.
Die folgenschwere Spremberger Eisenbahnkatastrophe ist dem Alkohol aufs Schuldkonto zu setzen. Die bisherigen Feststellungen haben als zweifellos ergeben, daß ber oer- haftete Stationsbcamte wenige Stunden vor seinem Dienstantritt an jenem Unglückstage eine längere Kneiperei hinter sich hatte. Ein Unterbeamter, der auf den im Anfahren be. griffenen Zug aufmerksam machte, wurde, dem „BreSl. Gen.« Anz." zufolge, von dem angetrunkenen Stationsbeamten hart angelassen und ersucht, sich um seine eigenen Funktionen zu bekümmern. Das furchtbare Unglück wäre also sicherlich ver- mieden worden, wenn der Stationsassistent, wie es sich gehört, in nüchternem Zustande seinen Dienst angetreten hätte. Dieser Vorfall rückt die Bedeuttmg der Alkoholfrage ftir den Eisenbahnbetrieb in das grellste Licht und wird hoffentlich die Verwaltung veranlassen, ihre anerkennenswerten Bemühungen, bei den im äußeren Dienst tätigen Beamten den Alkoholgenuß zu bekämpfen, zu verdoppeln. Man braucht keineswegs Abstinenzfanatiker zu sein, um zu wünschen, daß, wenn Leben und Gesundheit der Reisenden auf dem Spiele steht, Enthaltsamkeit geistigen Getränken gegenüber zur Pflicht gemacht werde.
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Gegen den Grundstucksschacher hat der! Regierungspräsident in Potsdam eine zweckmäßige Neuerung getroffen. In Neu-Lickitenberg soll eine Apotheke er- richttt werden. Bei derartigen Ausschreibungen wurden btsher die Straßenzüge, wo die neue Apotheke hinkommen sollte, genau bezeichnet. Die Hausbesitzer suchten natiirlich diese Kenntnis beim Verkauf eines HauseS an den Inhaber der Apothekenkonzession gehörig auszunutzen. Die neue Ausschrcrknmg deS Potsdamer Regierungspräsidenten vermeidet diesen Uebelftand. Wegen der genaueren Oertlichkeit, heißt es darin, wird sich der betr. Konzessionär seinerzeit mit dem Regierungs- und Medr- zinalrat in Verbindung zu setzen haben. Die künftige Lage der Apotheke braucht so nur dem Inhaber der Genehmigimg und der Behörde bekannt zu sein. Dem Handel mit Apotheken-K'on- zessioncn will die Ausschreibung dadurch entgegentreten, daß eine eidesstattliche Erklärung darüber verlangt wird, ob bet Bewerber eine Apotheke bereits besessen hat. Zutreffendenfalls' sind Zeitdauer des Besitzes zu nennen und die Gründe darzulegen, welche ihn zur Aufgabe seines Besitzrechts an der Apotheke veranlaßt haben; auch ist ein genauer Nachweis des Kauf- und Verkaufspreises der Apotheke zu erbringen. Apotheker, welche erst nach dem Jahre 1888 approbiert sind, haben bei der großes Zahl älterer Bewerber keine Aussicht auf Berücksichtigung.
Kirche und Schule.
Großstabtvolksschulen. Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt uns: Wie viele von den Gymnasiasten, die hoffnungsfreudig von ihren Eltern in die Sexta eingeschult werden, erreichen wohl ihr Ziel und legen das Abiturientenexamen ab? Höchstens ein Drittel oder ein Viertel. Diese Tatsache hat keinen Einfluß auf die Organisation der Gym* nasien. Das Lehrziel steht fest. Wer es nicht erreicht, mag sehen, was er mit seiner unvollkommenen Bildung anfangen, oder wie er ihr einen Abschluß geben kann. Ms die Ab* fallenden wird keine Rücksicht genommen, wer nicht mit* kommt, wird ausgeschieden. Die Volksschule ist nicht in der Lage, minder begabte Schüler abzuschieben. Sie muß, vielmehr alle — ausgenommen völlig Bildungsunfähige — behalten und soll sie in einer bestimmt abgegrenzten Zeit zu einem gemeinsamen Ziele fuhren. Der Grundlehrplan der Berliner Gemeindeschulen drückt dasdurjch die Forderung aus: „Die Kinder sind in allen Klassen soweit zu fördern, daß sie in ihrer überwiegenden Mehrzahl ein Jahr vor der Beendigung ihrer Schulpflicht die Versetzungsreife für die erste Klasse erreichen." In allen Volksschullehrplänen findet man diese Forderung mehr oder weniger deutlich ausgesprochen. Wie sieht nun diese „überwiegende Mehrzahl" aus? Das „Statistische Jahrbuch deutfcher ©täbte" gibt herüber Auskunft. Nur brei Beispiele seren zur Illustration gewählt. In ben achtktassigen Volksschulen Mannheims haben Ostern 1901 von hunbert abgehenben Schülern. 64, in ben siebenklassigen Posens 73, in beu sechsklassigeu Magdeburgs 49 nicht die erste Klasse erreicht. Berlin hat noch ungünstigere Abgangszahlen. Sie liegen in der Ueber* gangszeit vom sechs- zum achtklassigen System begründet. Nie wird die überwiegende Mehrzahl die erste Klasse erreichen. Ungefähr ein Drittel der Großstabtvolksschüler er* hält eine Torsobildung. Und da die für unser Kulturleben besonders wichtigen Kenntnisse fast ausschließlich den beiden obersten Klassen zugcwiesen sind, ist das Manko in der Bildung bei den Schülern, die diese Klasse nicht mehr erreichen, ein ganz bedeutendes. Aus welchen Gründen bleiben denn nun Kinder sitzen? Keineswegs ist Unfleiß der hauptsächliche Grund. Geringee Begabunrg. Krankheit ober schlechte häusliche Verhältnisse lassen bie Schüler häufig nicht bas Klassenziel erreichen. Diese Kinber haben boch das Recht, eine ihren Fähigkeiten entsprechenbe Ausbilbung zu verlangen. Unb die Schule hätte bie boppelte Pflicht, gerabe biesen schon von ber Natur oder vom Schicksal stiefmütterlich behandelten Kindern ganz besondere Fürsorge zuteil werden zu lassen. Man hat Vereinfachung der Lehrpläne unb Herabminderung der Klassen fr eguenz gefordert. So berechtigt diese Forderungen sind, so sind sie doch nicht das Allheilmittel: das beweist Leipzig, das trotz niedriger Schülerzahl und einfachem Lehrplan noch ein Viertel seiner Schüler entläßt, ohne daß es die erste Klasse erreicht hat. Der rührige Stadtschulrat Mannheims, Dr. A. Sickin- ger, ist der Meinung, daß die achtllassige Schule eine Uniform ist, die nicht für alle Schüler paßt. Er hat für Mann Hein: die Differenzierung der Schüler nach ihrer natürlichen Leistungsfähigkeit burchgekübrt .Stort iS ein»


