geraten werden. _
** Gesellsch aft für Soziale Reform. Wie nunmehr feststeht, wird der bekannte Sozi Politiker, Staatsminister Exz. Frhr. v. Berlepsch an einer gegen Ende dieses Monats in Gießen stattsindenden öffentlichen Ver- ammlung der Sektion Oberhesien der Gesellschaft für Soziale Reform teilnehmen.
Diebe. In der Plockstraße wurde vorgestern am bellen Nachmittage ein Fahrrad gestohlen, während der Eigentümer sich in einem Wirtshause befand. Vom Täter fehlt jede Spur. — In der verstossenen Nacht wurde in der Marburgerstraße in eine Baubude eingestiegen und daraus zwei Arbeitskittel und zwei Blechbüchsen mit Obsthonig entwendet.
Wiesbaden, 16. Mai. Das Hotel Block in der Wilhelmstraße nebst Nebengebäuden wurde von den Erbm des verstorbenen Hoteliers Gärtner für 2 400 00 0 Mk. an den Dachdeckermeister August Beckel verkauft.
Mannheim, 15. Mai. Der Mörder der Susanne Seng es hat über seine Tat eine detaillierte Schilderung zu Protokoll gegeben. Ohne eine Spur von Reue äußert er sich über seine Tat mit gefühlloser Rohheit. Lecker besteht immer noch auf der Behauptung, daß er bei her Tat einen Genossen gehabt habe. Die Stiche und Schnitte habe er dem Mädchen erst verseht, als dieses durch die Hiebe seines Kameraden niedergeschlagen regungslos am Boden gelegen habe. Dagegen äußerte er sich kürzlich einem Mitgefangenen gegenüber: „Ich hab dem Bauer (damit meinte er die Ermordete, weil diese vom Lande war) eins gegeben, daß das Hirn an die Decke gespritzt ist." (F. Ztg.)
* Kleine Mitteilungen aus Hessen.und den N a ch b a r Ü a a t e n. Lehrer V e i t h an der katholischen Volksschule in Ockstadt leiert dieser Tage seim 50jähriges Tienst- subiläum.
Arveitttvcwegung.
Köln, 16. Man Zu brr Bewegung bet <5 tr a |j cnba hn. an gestellten verlautet, daß infolge direkten Emgreifens de^ Oberbürgermeisters der Arbeiterausschuß des Straßcnbahnbetciebes erweitert ist. Auf den sieben verschiedenen Bahnhofen wurden in geheimer Wahl je ein Schaffner und ein Fahrer durch du
Kolonialpost.
Die Kamerunbahn.
Berlin, 16. Mai.
Die Budget-Kommission des Reichstages beriet den Gesetzentwurf, betreffend Uebernahme einer G a r a n t i e d e s Reiches bezüglich einer Eisenbahn von Duala nach den Manengubabergen.
Kolonialdirektor Tr. Stübel erklärte, die geplante Strecke tehe m keiner Konkurrenz mit irgend einem Wasserwege; sie führe durch sehr produktive Gebiete. — Abg. L a t t m a n n hält die Bahn für aussichtsvoll und rentabel. — Abg. Arendt tritt warm für die Vorlage em. — Frhr. v. Richthofen spricht sich namens seiner Partei gleichfalls für die Vorlage aus. — Abg. Seniler meint, das Unternehmen liege im Interesse des Reiches; man dürfe nicht vergessen, daß die Bahn auch zum militärischen Schutze des Gebietes dienen würde. — Abg. Erzberger glaubt, die Vorlage bedeute einen großen Fortschritt gegenüber den früheren Vorlagen. Er regt eine Befprechung der Unterkommission mit den Beteiligten an. — Abg. Singer hält die Budgetkommission nicht für berechtigt, dem Anträge Erzbergers stattzugeben. — Abgeord. Dr. Paasche wendet sich gegen die von Lattmann vorgebrachten Angriffe gegen die Vorlage.
In der Nachmittagssitzung kritisierte Lattmann die Begründung der Vorlage, woraus Legalionsrat H e l f f r i ch auSfuhrte, das Syndikat habe zwei Expeditionen zur Festlegung der Bahn- strotze ailsgesandt. Der Anschlag der zweiten sei mäßig höher gewesen als der der ersten Expedition. Tie Differenz werde ausgeklärt durch die Notwendigkeit, größere Brücken zu bauen und größere Erdbewegungen vorzunehmen, als ursprünglich angenommen wurde. Im weiteren Verlaufe der Verhaiidlung giebl Helffrich Ausschluß über die Financierung der Eisenbahnbauten in den asrikamschen Kolonien fremder Staaten. Kolonialdireklor Tr. Stübel führt aus, die Nordwest-Koinerim-Gesellschaft habe bisher keine Dividende zu verteilen vermocht, Es sei zu beachten, daß der Gesellschaft das Eigentum an den 30 Millionen Hektar des Konzessionsgebietes nicht zustehe, sondern nur ein Recht auf die Okkupation des zu schaffenden Kronlandes. Es sei ein Zweifel, ob überhaupt solche Konzessionen Aussichten aus eine ersprietzliche wirtschaftliche Nutzbarmachung bieten. Tie Kolonialverwaltung habe versucht, die Nordwest-Kamerun-Gesellschaft zur Beteiligung an der Eisenbahn zu bewegen, aber die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft ständen einer1' solchen größeren Beteiligung entgegen. — Die Kommission wendet sich sodann der Beratung des § 2 zu, der von den der Kamerun-Gesellschaft einzuräumenden Vorzugsrechten handelt. Nach längerer Diskussion wird der erste Absatz des Paragraphen, nach welchem einem anderen Unternehmer die Anlage einer m gleicher Richtung verlausenden Eisenbahnstrecke nicht verliehen werden soll, angenommen. Der zweite Absatz, der der Gesellschaft ein Vorzugsrecht auf Fortsetzung der konzessionierten Bahn re. zubilligt, wird gestrichen. Aus Antrag Arenberg wird ein Zusatz beschlossen, nach dem die Bestlmmuiigen des Paragraphen auf einen Bahnbau durch das Reich keine Anwendung siiiden.
Darauf wird die Weiterberatung auf morgen vertagt.
Ansöcind.
Stockholm, 16. Mai. Der Reichstag hat mit 219 /egen 146 Stimmen die Vorlage, betreffend die Einführung eines Ausfuhrzolles auf Eisenerz, abgelehnt.
Christiania, 16. Mai. „Dagbladet" will wissen, daß tfönig Oskar die Regierung am 1. Juni wieder übernehmen werde
London, 16. Mai. Im Unterhaus richtete Taylor an Premierminister Lalfour die Anfrage, ob er Nachricht von der gemeldeten Beschlagnahme eines chinesischen Hafens durch Deutschland habe — Balfour erwiderte, es sei ihm diese Nachricht gerucht- kveise zu Ohren gekommen, es lägen ihm aber keine rmtlichen Meldungen vor.
London, 15. Mai. Lord und Lady Lyvedon empfingen gestern abend etwa 5 0 0 Vertreter englischer städtischer Behörden, die Deutschland und Belgien unter Leitung eines englischen Komitees zum Studium der fremden städtischen Einrichtungen besuchen werden. Gras Bernstorfs, der dem Empfang beiivohnte, hielt eine Rede, in der er zunächst seinen Tank für die liebenswürdige Einladung ausfprach und hervorhob, wie hoch er eS schätze, daß das britische Komitee für daS Studium fremder munizipaler Institutionen die Absicht gefaßt habe, verschiedene große Städte seines Vaterlandes zu besuchen. In seiner Heimat sei man sehr stolz aus die alte historische Selbstverwaltung der Städte. Solche Besuche, wie sie das Komitee vorhabe, könnten viel dazu beitragen, die beiden großen
Aeutlch-Südwestafrika. ____ _
Berlin, 16. Mai. (Ärmlich.) Ein Telegramm" aus Windhuk meldet: Reiter Alfred Schünemann, in Celle geboren, früher Jnf.-Regt. Nr. 79, am 13. Mai im Lazarett Kub am Typhus gestorben.
Delvstmorv zu Begehen, ronroe aoer von von yeravgeyoll um in polizeilichen Gewahrsam gebracht.
• DieVerhastung derGeldfülscher im Rhein» land. Ein Lithograph aus Weidenau, sowie ein Kaufmann und ein Schreiner anS EiserSfeld sind wegen Anfertigung und Ausgabe falscher Hundertmarkscheine in Trier verhaftet worden.
* D i e Motorboot-Wettfahrt Algier-Toulon. Eine vom Pariser Boulevard-Blatte „M a t i n" zu Reklamezwecken veranstaltete Motorboot-Wettsahr - zwischen Algier und Toulon ist, wie wir schon berichteten, wegen stürmischer See gänzlich verunglückt. Die französisch eRegicrung hatte jedem Motorboot einen Torpedobootszerstörer beigegeben, und diese Vorsicht hat sich bei dem schweren Wetter als durchaus zweckmäßig erwiesen. Keines der von Algier ausgelaufenen Boote erreichte ein Ziel, mehrere sind untergegangeu, andere wurden an Bord der Begleitschiffe gehißt. Verluste <nt Menschenleben sind zum Glück nicht zu beklagen. Das deutsche Boot „Mercedes-Mercedes" 'ank 50 Meilen vor Toulon. Die Insassen wurden au Bord des TorpedojägerS „Pertuisane" gerettet. Der berüchtigte Golf von Lvon hatte am Samstag wieder einmal seinen bösen Ruf für die Schiffahrt bewahrt. Die Wellen erreichten eine Höhe von acht Meter. Die bisherigen Motorbootversuche haben jetzt llar gezeigt, daß ein seefester Typ des Motorboots, bei dem die Schnelligkeit erst in zweiter Linie zu berücksichtigen ist, bei weiteren Versuchen die Vorbedingung ist. Ein Boot, der „Quand-Meme", hat Die Richtung nach Korsika eingeschlagen. An Bord befand sich der Herzog von Decazcs mit 10 Begleitern. Mehrere französische Blätter erheben scharfe Angriffe gegen Vel- letan, der seinerzeit die Ermächtigung zu der Wettfahrt Algier- Toulon erteilt hatte, und gegen den jetzigen Marineminister Thomson, weil er das von dem „Matin" lediglich zu Reklame- zwecken veranstaltete Unternehmen amtlich unterstützt habe, trotz der bedeutenden Kosten, die hieraus dem Marinebudget erwuchsen.
UarlamentarisÄts aus Kessen.
R SB, Darmstadt, 16. Mai.
Der Sonderausschuß der zweiten Kammer für die Wor- Beratung der Gemeindesteuerreform hat seine Beratung heute mittag zum Abschluß gebracht und den vom «lba Dr Gut st ei sch erstatteten Bericht genehmigt. Der Bericht wird bei der Wichtigkeit der ganzen Gcsetzesmaterle ziemlich uinfangreich und bedarf zu seiner völligen Wus- arbeitung noch mindestens acht Tage Zett. sobald der Au_>- schußbericht im Druck fertiggestellt ist, werden wir uns noch näher mit den Beschlüssen des Ausschusses beschäftigen
Es liegt in der Absicht des Präsidiums der zweiten /ammer, den kürzlich von der Regierung vorgelcgten Entwurf eines Jagdgesetzes namentlich im Jmtcrcsse der Landwirte noch wenn irgend möglich, vor Schluß der gegenwärtigen Landtagsperiode als Gesetz zu verabschieden Infolgedessen wird der zweite (Gesetzgebungs-) Auchchuß am nächsten Donnerstag zusammentreten und sich mit der Vorberatung dieser .Vorlage beschäftigen.
Der Gesetzgeb uugsaussainß der ersten Kammer tritt am Mittwoch den 17. Mai noch einmal -ur Beratung zusammen, um die noch rückständigen Gesetzesvorlagen für die Erledigungg im Plenum fertigzustellen. Die W a h 1 r e ch t s v o r l a g e ist, wie früher gemeldet wurde, bereits vom Ausschuß erledigt und die Beratung der vorliegenden kleineren Gesetzentwürfe wird zu umständlichen Debatten keine Veranlassung bieten. Aller Voraussicht nach dürfte die erste Kammer vom Präsidenten gegen End e Mai zur Abhaltung ihrer diesmal besonders wichtigen Be- ratung zusammenberufen werden.
hier ein und stieg im Hotel Marquardt ab. Gestern nachmittag machten der König und die Königin der Königin - Witwe einen Besuch, den diese kurz darauf erwiderte. Heute vormittag 10 Uhr ist die Königin-Witwe nach Wiesbaden weitergesahren. . M
__ Dem Unterstaatssekretär des Reichsschatzamtes Wirkl. Geh. Rat v. Fischer wurde das Großkreuz des FriedrichS- -rdens, dem Schriftsteller von der Hellen die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Dcrmildjhß.
• Plauen i. Vogtland, 16. Mai. Dem „Vogtländer Anzeiger" zufolge wurden Eduard und Hermann Reumann, die am 15. Februar bei VsgtSgrün den Landwirt Forner aus Thoßfeld beraubt und ermordet haben, von dem Schwurgerichte zum Tode verurteilt.
* G ö r l i tz , 16. Mai. Za einem Anfall von ® e i st esstör - ung ertränkte heute früh die 43 Jahre alte E h es r a u des SemeidcrmeistcrS Erben die beiden jüngsten ihrer aast Kinder, einen Knaben int Alter von 8 Monaten und ein Mädchen von drei Jahren, in einem Aufwaschfaß. Sie lief dann auf dem Dache umher, jedenfalls in der Absicht, durch Herabsturzen
Aus Stadt uud Land.
Gießen, 17. Mai 1905.
** Auf das Konkurrenzausschreiben für unser Sta dtth eater sind 4 Entwürfe ein gegangen. Das Preisgericht wird am morgigen Donnerstag seines Amtes walten. Vom Samstag an sollen die Entwürfe einige Tage öffentlich ausgestellt werden.
** Die Ministeria 1 ab tei 1 uu g für öffentliche Gesundheitspflege hat ein Aus schreib en an die Großh. Kreisämter erlassen, dem wir folgendes entnehmen:
Das Hcrannahen der Erntezeit für Gemüse und Früchte, welche zur Herstellung von Konserven benutzt werden, legt nahe, in Erinnerung zu bringen, daß au bei untadelhafLem Luftabschluß in Gemüsekonserven Spaltpilze zur Entwicklung und Vermehrung gelangen können, welche in ihrer Stoffwechselvroduk- tion heftig wirkende, dem Fleisch- und Wurstgift ähnliche Gifte zu erzeugen und die menschliche Gesundheit schwer zü schädigen vermögen. Von dem damaligen Direktor des hygienischen Instituts unserer Landesuniversität Geh. Medizinalrat Dr. Gaffky ist bereits in einem Berichte an die Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt vom 11. Juli v. I. bie Vermutung ausgesprochen worden, daß die giftbildenden feinte mit D ü n a e r fl ü s s i g k e i t e n an die Bohnen und damit in den Büchsen zur Vermehrung gelangt seien, und diese Vermutung konnte bis jetzt nicht entkräftet werden. Es erwächst uns hieraus die Vfiicht, gegenüber der Benutzung von Jaucheflüssigkeiten zur Düngung von Gemüsepflanzen auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche der menschlichen Gesuud- heit durch ein solches Düngungsverfahren dann erwachsen können, wenn die Jauche mit den Gemüsepflanzen selbst in Berührung kommt und die darin etwa enthaltenen schädlichen Keime au den Teilen der Pflanze, welche dem menschlichen Genuß dienen, eintrocknen. Es ist deshalb strenge darauf zu achten, daß die Pflanze selbst, sowie ihre Früchte mit der zum Düngen benutzten Jauche nicht beschmutzt werden, zumal es bekannt ist, daß auch andere durch Spaltpilze veranlaßte Infektionskrankheiten, wie Tvphus und Ruhr, auf diesem Wege entstehen können.. Als 'elbstverständlich muß es gelten, daß bei der Bereitung von Konserven peinlichste Reinlichkeit beobachtet werde und daß alle Konserven, die beim Oeffnen der Büchse einen üblen Geruch erzeugen, vom Genuß unbedingt ausgeschlossen werden. Eine gehörige Erhitzung der Gemüse beim Einkochen und üne nochmalige Erhitzung vor dem Genuß muß dringend an-
Kerichlssaal.
(n.) Gießen, 16. Mai. Die Strafkammer erftarte heute ein Urteil des Schöffengerichts Friedberg! wegen dessen Unzuständigkeit für nichtig und erkannte in der Angelegenheit als erst- Instanz. Im Oktober v. eines Morgens früh in der Dunkelheit, hatte der Mechaniker Jakob Walter M. von Bud-Nauheim mit seinem Automobil einen Zusammenstoß mit dem Hundefuhrwerk des Handelsmannes Ernst Beck von Friedberg, wobei Beck zur Erde geschleudert wurde und eine Quetschung der rechten Hüfte erlitt, so daß er längere Zeit bettlägerig wurde und heute noch an den Folgen des Unfalls zu leiden hat. M. brachte den Verletzten in seine Wohnung und versprach in Gegenwart von Zeugen für alles auszukommen und Beck zu entschädigen Als er aber feinen Verpflichtungen nicht nachkam, sah Beck sich veranlaßt, Antrag auf Bestrafung zu stellen. Vor dem Schöffengericht behauptete M., daß er sich 'die Sache nicht anders erklären kann, als daß der Hund des Beck beim Herannahen des Automobils auf dieses losgesprungen und daß hierbei der Verletzte zu Fall gekommen sei. Die Sache ließ sich nicht aufklären, weshalb das Schöffengericht Freisprechung eintreten ließ. Das Urteil wurde von dem Verletzten, der als Nebenkläger auftrat, und von der Staatsanwaltschaft angefochten. Ein kürzlich vorgenommener Augenschein klärte die Sache auf, sodaß das Berufungsgericht feststellen konnte, daß der Angeklagte nicht Vorschrift s m a ß i g rechts ausgewichen ist und daß nur durch fein Verhalten Der Unfall verursacht worden ist. M. wurde wegen lieber* t r e t u n g zu 10 Mk. Geldstrafe und wegen f a h rl a s s i g er Körperverletzung zu 150 Mark verurteilt. — .^er bei einem Efutspächter zu Nieder-Wöllstadt in Diensten stehende Knecht Veter N. v. Achborn Ijat einem Mitknecht ein Portemonnaie mit 8 Mk. Inhalt entwendet und sich damit heimlich entfernt. Er ist rückfälliger Dieb; es wurde dafür 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus angesetzt und unter Einbeziehung einer früheren Strafe auf eine Gesamtstrafe von 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus eitannt. — Ein hier wohnhafter Maurer, Wilhelm Sch. aus! Kohden wurde durch das Schöffengericht Nidda wegen Unter- schlagnng zu 3 Mark Gclbstrafc verurteilt, weil er seinem Arbeitgeber eine Wasserwage beim Verlassen des Dienstes mitgenommen hatte. Er erhob Berufung, der sich die Staatsanwaltschaft anschloß. Das Urteil wurde auf drei Tage Gefängnis abgeändert. — Der Maurer Ludwig A. von Büdingen hat an feinen früheren Arbeitgeber ein Schreiben gerichtet, in welchem er um ein Darlehn von 500 Mark nachsuchte und int Falle der Weigerung mit einer Anzeige drohte, weil er beim Neubau des Beztrks- kasfegebäudes schlechtes Material verwendet habe. Auf erhobene Anzeige würde A. wegen Er pressungsv ersuchS zu 14 Tage Gefängnis verurteilt. - Der Handelsmann Jakob B. von Stockheim, welcher zur Zeit eine längere Gefängnisstrafe wegen Wechselfälschung verbüßt, hat eine Frau von Düdelsheim unter falschen Vorspiegelungen zur Hergabe ihrer Unterschrift auf emen Wechsel veranlaßt, den er nachträglich von 2o Mk. auf 125 Mk. abänderte. Wegen Urkundenfälschung mit Betru g wurden 5 Monate Gefängnis angesetzt und unter Einbeziehung der früheren Strafen auf 2 Jahre 5 Monate Gefängnis unter Aufrechterhaltung der Nebenstrafe von 5 Jahre Ehrverlust erkannt. Die Taglöbner Johann Friedrich L. von Frankfurt a. M. und Leo van M. aus Wachtebeck'e haben ihrem Arbeitgeber zu Bad- Nauheim eine zum Decken des Musiktenipels bestimmte Rolle Kupferblech im Werte von 125 Mark gestohlen und in Sand verscharrt, um sie zum Verkauf nach Frankfurt bringen zu können. Der rückfällige L. wurde zu einem Jahr Gefängnisl verurteilt, v. M. kam mit 4 Monate durch. — Der Gastwirt Heinrich S. zu Friedberg hatte dem Balmbediensteten Otto G. Dienstwidrigkeiten vorgeworken und S. füMte sich heleibtgt durch eine Aeußerung des G. über seine Wirtschaft. Die Folge war Privatklage des G. gegen S. und Gegenklage des S- gegen G. Das Schöffengericht Friedberg verurtellte S. zu 40 Mk. Geldstrafe und ließ G. strafftei ausgehen Auf die Derusilng des S. sprach das Gericht gegen G. eine Strafe von 20 Mark aus und setzte die des S. auf 10 Mark herab, da es die Beleidigung, die G. ausgesprochen hat, für eine schwerere hielt, als die des S. — Jakob Karl M. von Bindsachsen w'ar von Georg Konrad G. und Frau Marie K. von Aulendiebach wegen Beleidigung verklagt worden, weil er ihnen vor geworfen hatte, sie hätten in einem Alimentatiousprozesse einen Meineid geschworen. Das Schöffengericht Büdingen erblickte darin: nur eme Beleidigung des G. und erkannte hierfür auf 5 Mk. Geldstrafe. Auf Berufung der Frau K. wurde der Angeklagte auch derBe- leidigung dieser für schuldig erachtet und zu weiteren o ..cart Geldstrafe verurteilt. „ L ,
Frankenthal, 12. Mai Ein interessantes Urteil wurd^ heute vor der hiesigen Strafkammer I gefällt. Tw Vost- hilssp'ertreterin Wilhelmine Kauth zu
Svever stand unter der Anklage, Gelder für Pockn^rczeichen, Jn- validenkartenmarken und Telephon gebühr im Betrage von Mark innerhalb mehrerer Jahre unterschlagen zu haben,. etner
Revision stylte das Ostld, doch ist es bereits gedeckt. Die Berband- lung ergibt, daß P o st h i l ss st ell e n keine bezahlten, sondern Ehrenämter sind, daß die Postverwaltung b^ d-w Errichtung einen eisernen B'stand in Form eines Vorschusses im Werte von ca. 250 Mark liefert. Dieser Bestand ist nach den Diensst Vorschriften in bar zu ergänzen jedoch wird feffgeste t. daß den Agenten das Recht znsiebt. das Geld mit ibrn- Privatkgsse zu ver- schmelzen. Die Angeklagte wurde fteigesprochen mit der Begründung, daß eine Unterschlagung nicht vorliege, well das Gew mangels anderer Mittel (dw Angeklagte befand sich m großer Not), nicht a l S E i g e il t u m der Post anzusehen war. Die Post könne nur zivilgerichtliche Ansprüche darauf erluMn. iS'.o.)
Rationen einander näher zu bringen. Er,Hoffe, die Herren würden in Deutschland viele Dinge sehen, die ihnen gefallen würden; eines würden sie sicherlich schätzen, und das würde der äußerst herzliche Willkommen sein, der sie erwarte und ihnen beweisen werde, daß seine Landsleute von den freundlichsten Empfindungen zu dem englischen Volke beseelt seien.
— Wie amtlich bekannt gegeben wird, ernannte der König den König von Spanien aus Anlaß des morgigen Geburtstages zum General in der britischen Armee.
Paris, 16. Mai. Im Revisionsverfahren des DreyfuS-Prozesses wurde Rat M o r a s vom Kassationshof zum Berichterstatter ernannt an Stelle des erkrankten Rats Michel Jaffard. . . ...
D'e rn, 16. Mai. Die internationale Arbeiterschutz- Konferenz ist heute auch über die Festsetzung der Gnmd- züge eines internationalen UebereinkornmenS, betreffend das Verbot der gewerblichen Nachtarbeit der Frauen, zu einer Einigung gelangt.
Bukarest, 16. Mai. Am 27. Mai findet die feierliche Einweihung des Kabels Konstanza-Konstantinopel wahrscheinlich im Beisein des Königs Karl statt. $ie beteiligten Länder Deutschland und Türkei werden offiziell, vertreten sein. Damit wird neben der bestehenden SchisfahrtSlinie,Kon- stanza-KonstantiNopel ein neues Mndeglied zwischen Rrlmänren und der Türkei hergestellt. ,
Konstantinopel, 16. Mai. Bei Straza, 8 Kirn, südwestlich von K^retschowo im Wilajet Uesküb, fand ein Kampf mit einer serbischen Bande statt. Ter Verlust der Bande beträgt sieben Mann. Auf Seit" der Truppen wurde ein Offizier getötet, acht Mann wurden verwundet. — Gerüchte von der Verhaftung des Ehefs der Sondergeheimpolizei, Fe Hirn-Pascha, sanden keine Bestätigung.
Tanger, 16. Mai. Das französische Kabel zwischen Tanger und Cadix ist heute für den Verkehr eröffnet worden.
Tanger, 16. Mai. Die deutsche Sondergesandtschaft unter bem Grafen Tatteubach wurde heute vom Sultan mit dem üblichen Zeremoniell empfangen.


