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Anfänge des Oktobers und den
heil.
Die ,ßi berte" schreibt:
Wir erfahren c5 wieder einmal und deutlicher als je, das; Deutschland mit unversehrter Willenskraft seine Politik der n a t i o ii a l e n A u s d e h n u n g und des u ii st i l l b a r e n Imperialismus verfolgt. Es handelt sich darum, zu wissen, ob Frankreich dem seine durch seine Politik nicht gestörte Verteidigung entgegenstellen wird.
Der „Gaulois" erörtert, der durch die erste Rede hervorgerufene ungünstige Gt n b r it cf werbe durch die zweite nieder verschlechtert noch verbessert. Die Zurückweisung der Einmischtlng der Sozialdemokratie in die auswärtige Politik sei staatsmännisch und beweise die Kraft der deutschen Regierttng. Dies sei leider ein Vorteil, welchen die deutsche Regierung vor der französischen voraus habe.
allgemeine. Der „Tcmps
Meteorologiscke Beobachtungen
der Station Vließen.
Wenn Deutschland ivirklich wolle, daß die Bitterkeit der letzten Monate vergessen werde, warum beharrt es so nachdrücklich aus Forderungen, welche Revresfalien gleichkommen? Warum ist es in dieser Anqelcqenhett nicht so objektiv, wie es sich sonst zu sein rühmt? Warum gibt es sich den Anschein der Ob - st r u k t i o n und widerwilliger übler Laune? Wir stellen diese Frage in aller Aufrichtigkeit. Sobald Deutschland die bei uns hervorgerufene Ueberraschung zerstreut haben wird, wird es ohne Mühe seststellen können, daß feilte Interessen in diesem Punkte mit den französischen übereinstimmen.
Tas „Journal des Döbats" sagt:
Der Reichskanzler sprach fortdauernd von den seit sechs Monaten verschwundenen Gründen, die Deutschland in der Marokko- Angelegenheit veranlaßten und welche in der Reise des Kaisers nach Tanger ihren deutlichsten Ausdruck land. Die allerdings sehr provisorischett und oberflächlichen deutsch- französischen Ucbe reinkomm en vom Juli und Seplbr. beweisen, das; die P o l i t i k d e s S ch w e i g e n s , über die man sich in Berlin so lange beklagte, ausgehört hat. Wenn die deutsche Regierung nicht e r n st e Zweifel in Betreff des von ihr verfolgten eigentlichen Zieles aufkommen lassen wird, dann wird sie gut tim, mehr von der letzten Periode zu sprechen, die zu einer Verständigung geführt bat, und weniger von einer durch lange diplomatische Arbeit ausgelös chtcn Vergangen-
.zwischen den Jitterviews nm
jüngsten Ausführungen des Reichskanzlers herauszusinden und sagt:
Die neueste Rede des Reichskanzlers wird heute schon in den hervorragenden französischen Blättern besprochen. Der „TempS" schreibt, die Rede sei von großem Interesse wegen der lebhaften Angriffe gegen die Sozialdemokratie und wegen der Erklärung betr. die Reise des Kaisers nach Tanger. Der Reichskanzler sei der Ansicht, daß die Reise nur nützliche Folgen hatte, aber in Deutschland sei diese Ansicht keinesivegs eine sucht sodann den Widerspruch
* Kleine Tages chrnnik. In W e stere » g«ltT erstickten die beiden Kiiider des GefchirrfübrerS Helle wätz» eines Zimmerbrandes in Abwesenheit der Eltern. — I» ?tt-. bürg wurde der Oberkellner des Restaurams Palt*.'" eines Treffpunktes feudaler Kreise, wegen Kuppelei ucvhmict. *5 Verhaftung erregt großes Aufsehen, da auch Svielal'a-^ größeren Umfanges entdeckt worden sind. — In Hamburg sich eine Eifersuchtstragödie an Bord bcv „Batavia" ab. Ein Pnsiagier Sorg tötete 'eine . onrch zwei Reoolverschüsse und richtete dann die Waffe qeqtr : selbst Der Schwerverletzte wurde der Polizei übergeben. - •:?. die „Braunschw. Landesztg." aus Velpke meldet, wurden - Stationsvorsteher Engelmann und seine Fran verbauet. $ sind geständig, seit längerer Zeit falsches Geld gemacht und breitet zu haben. — Aus Balassa Gyarmal im No ic Komitat wird gemeldet: In dem in der Nähe der 6}crir-: Diosjenoe besindlichen Walde wurde die Lei c' e des ti--,- preußischen Barons Grotte aufgehtnbciL Grotte liaur Diosjenoe ausgebreitete Besitzungen. Am Mittwock beqab - Grotte zur Jagd und gestern fand man die Leiche mü schosiener Brust. Selbstmord scheint ausgeschlosien. Ter . i. - in der ganzen Gegend große Erregung heroorgerusen. — (-* amtliche Depesche aus Ead ix (Spaniens meldet, daß m - Werkstätten desArsenals von La Earraca eine F e u e r Sb r u ausbrach, die Fahrzeuge von geringem Tonnengebalt etqnr • nach drei Stunden gelöscht wurde. Rach nicht bestätigten Gen"- sollen zwei Torvedobootszerstörer und mehrere Schaluvvrn b- das Feuer zerstört worden sein und der Brand sich auf bo5 cc-- Arscnal erstreckt haben,
0krt(fit5fdrt(.
Güstrow, 9. Dez. Tas Schwurgericht verurteil!? :■ Amtsrichter Paschen aus Stavenhagen wegen Fälschr- öffentlicher Urkunden, Unterschlagung nmtli- Gelder und Betruges unter Zusicherung mildernderUniiwni!. f ü n f Jahren Gefängnis und fünf Jabren Ehverlusi.
Güstrow, 9. Dez. Das Schwurgericht hat ben cd»:: Teske aus Russisch-Polen wegen eines an einer Sc6nin.Tr' Hof Breesen begangenen Raubmordes zum Tode v urteilt.
München-Gladbach, 8. Dez. Wegen f a bj lollii' Tötung und Körperverletzung hatte sich gestern derStalie^ a s s i st e n t R a u j o ck vor der hiesigen Strafkammer zu ter worten. Es handelte sich um den Eisenbahnuniall am U fr tember, bei dem eine Person getötet und zwei andere me wurden. Die Verhandlung endigte mit der Freispreru. des Angeklagten. 11
.Riel, 10. Dez. Der Maschinistenmaat Pelikan unbtal vedoheizer Wünnenberg vom Torpedoboot „G 109", die ivejm • keiligung an militärischem Aiürnbr und Angriffes auf 'Bornr am 10. November kriegsgerichtlich zu fünf Jahren Gefänqir- urteilt waren, sind auf ihre Berufung hin vom Dberfriegfr der Ostseestation s r e i g e s p r o ch e n worden
L e i v z i g , 9. Dez. Das Schwurgericht verurteilte den inte Geschäftsleiter des Eonnewitzer Konsumvereins, Bock er Bilanzverschleierung in drei Fällen und wegen Ur?, in einem Falle zu einem Jahre und zwei Monaten (Männnil*1 1200 Mk. Geldstrafe, sprach ihn dagegen von der Anklage Mb triiqcvikiicii Bankerotte frei.
Höchst« Temperatur am 9.—10.
Niedrigste „________„ 9.—10.
b Ober-Wöll stabt, 10. Dez. Anläßlich der La», tagswabl, wurde von ber siegenden Partei Freib ° hier verabreicht. Nun besteht zwischen ben beiden 6iepC Gesangvereinen, Lieberkranz unb Germania ein gCfoan Vcrhältniß, bas schon ost zu Reibereien Anlaß gQb nun die Mitglieder des einen Vereins den Saal entspann sich, infolge von Sticheleien und Schimpfereien r Gegner ein Streit, der in eine heftige Schlägerei au?ac Mehrere Beteiligte wurden schwer verlegt, ein junger Namens Peter Kuhn erlitt eine erhebliche Verletzung - rechten Auges. Die anwesenden Herren Hirsche! unb ' zogen es vor, bei Beginn der Affäre sich lsunickzuziehen.
Handel und Verkehr. UolküwirW
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 11. Dez. (Orig.-Telegr. dWM Anz/> Amtliche Notierungen der heutigen Fruch tm anivren Weizen Mk. 18—18.25, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, tew: Mk. 18.50—19.55, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen Mk. 16.75 —17.00, Gerste (Wetterauerl Mk. 17.75—18.25, selber Mk l8 ,50—18,75, Hafer Mk. 15.75—16.50, Mais Weizenmehl 27—28.00, M. 00—00, 2. Qualität M. -
bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmei Mk. 24.75—25.75, 1. Onalität Mk. 2225.-23.25, Weizenkleie M » bis Mk. 10.00, Roqgentleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeimc ’ ■ l bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.50—18.00. .IllltV 100 Kg. ab hier. . „
fr. Frankfurt a. SR., 11. Dez. (Telegr. Or,g.-Verick> „Gieß. Anz.^s. Amtliche Notierungen'der heutigen Viebir» preise. Zum Verkaufe standen: 473'Ochsen , 132 jni.' «> reich, 45 Bullen, aus 4 Oestreich, 782 Kühe, Fersen, sheriJ Rinder 0 aus Oestreich, 324 Kälber, 493 Schafe und 1312 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schafläm.ner. wlirde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 30-« » 2. Qual 73—75 Mk., 3. Qual. 66—68Ml.; Bullen l.Qnal. W 70 Mk.. 2. Qual. 64—66 Mk.: Kühe 1. Qual. 70—71 65—66 V!k., 3. Qual. 48-49 Mk, 4. Qual. 46-47 9NL. o. j gy-00Mk. Kälber: 1. Qual. 86—90Pfg., Lebendgewicht v2--« 2. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Pfg-, -. 64—66 Pfg., Schlachtgeivicht 62—62 Pfg., Schafe: l.Oual. v- 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; 3ckweu'e 1. 77—00 Pfg., Lebendgew. 60- 00 Pfg., 2. Qu.7.5 - 76 Pfg.,-etc, f 58.50—50 Pfg^ 3. Qual. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 00-v Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbcöcuim- Kleiiwieh Schweine und Kälbern gedrückt, Schafe gut.
land kau,en 2 Waggons geschlachtete Schweine. __—■
idaß trie in Petersburg herrschende revolutionäre Partei dcn. Truppen gestatten würde, nach Hause zurück; u kehren unter der Bedingung, daß die Armee das demokratische Regime unteritutze. D>ie Soldaten in der Mandschurei, welche offenbar gloiiben, daß die Revolutioiräre in Petersburg regieren, nahmen diese Bedmg- ung mit Begeisteriing auf.
. Nähtische Mage Mau.
Lariam ntarisches.
Berlin, 10. Dez. Bei dem Empfang der Reichs- agsprä sidenten sprach sich der Kaiser sehr ernst über die Verhältnisse Rußlands aus. Er fragte den Vizepräsidenten Paasche nach Ostafrika und gab die Hoffnung kund, daß die Entwickelung der Kolonien jetzt vorwärts gehen werde.___________________________
Aus AtaSt nnd Kaud.
Gießen, 11. Dezember 1905.
•• I ni Befinden des Reichstagsabq. Kreis rat Dr. Wallaii ist eine wesentliche Besserung eingetreten, o daß seine Entlassung auS dem Krankenhause zu Groß- Geraii nur noch eine Frage weniger Tage sein dürfte. Zur vollständigen Wiederherstellung wird er einen kurzen Urlaub antreten.
•• Ordensangelegenheit. S. M. der Kaiser und König von Preiißeti hat beni Major von dem Busch, iü()cr in Gießen, Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam, die Erlcunmis zur Anlegimg des demselben verlieheneii Ritterkretizes 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt.
" Geldncpperei. Währeiid am vorigen Freitag hier erst die unlängst verhafteten Gelbnepper zu 5 und 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurden, ist am gleichen Tage in hiesiger Stadt wieder ein derartiger Betrüger ausgetreten und zwar mit Erfolg. Er kaufte in einem Geschäft eine Kleinigkeit, legte ein 20 Mark Stück auf die Thecke und strich bann baS herausgegebene Geld mit dem hingelegten 20 Mark Stück wieder ein und verschwand. Der Unbekannte ist etwa 26 Jahre alt, von großer schlanker Statiir, hat dicken blonden Schnurrbart und war sehr gut gekleidet. Sollte er auch noch in anderen Geschäften Betrügereien begangen ober versucht haben, so ist es geboten, der Kriminalpolizei davon Kenntnis zu geben.
** GießenerStadtt Heater Vor voll besetztem Hause ging gestern Meyer-Försters sentimentales Schauspiel ,,Alt-5)eidelberg" in Szene und zwar, wie bei dem sehr animierten SonntagSpublikum nicht anders zu erwarten war, unter sehr starkem Beifall. Besonderes Interesse erweckten die Darsteller der beiden .Hauptrollen, da sie von Gästen gegeben wurden, deren Engagement in Frage stand. Wenn auch beide Rollen die denkbar tmgeeig- netsten sind, um über das künstlerische Können ihrer Darsteller ein einigermaßen z'.ttreffendes Urteil abgeben zu können — ganz umzubringen sind beide dAkbaren Nollen nicht — so führten beide Gastdarbietungen dennoch zu einem positiven Ergebnis: trotz des lebhaften Beifalls, der beiden zuteil wurde, kann ihr Engagement für unser Theater nicht als wünschenswert bezeichnet werden. Herr Bertram vom Stadttheater in Bochum hatte als Karl Heinz schon äußerlich wenig von dem an sich, was man von einem flotten Prinzen zu sehen erwartet: Eleganz und SchneidigEeit. Seine Darstellung zeugte ja von vielem Fleiß, der auf die Einstudierung verwendet mar, konnte aber doch nicht erwärmen. Die Bewegungen waren eckig und die Sprechweise unnatürlich. Teils deklamierte er in einer Art, wie man Schillersche Verse spricht, teils verfiel er in einen lehrhaften Predigerton. Nur in wenigen Szenen klang das sonst schöne und volle Organ natürlich. Fräulein Senden von Frankfurt ließ allzusehr die Anfängerin erblicken und muß noch viel lernen, wenn sie es zu etwas bringen will. Ihr nettes Aussehen vermochte nicht über die ihr noch anl)aftenden großen Mängel hinwegzuhelfen: unnatürliches Spiel, und vor allem die leise, oft in den ersten Reihen kaum verständliche Sprache. Von den einheimischen Darstellern ist vor allem Herr Lippert zu nennen, der als Kammerdiener Lutz in Spiel und Deklamation eine sehr hübsche wohldurchdachte Leistung bot, die nur durch das öftere Versprechen beeinträchtigt wurde. Als Tr. Jüttner war Herr Reimer stellenweise sehr gut, noch öfter aber war seine Darstellung übertrieben und sein Aussehen gleichfalls. Auch Herr Mendel gefiel sich als Gastwirt Rüder in Ueber- treibungen, während der weibliche Teil des Hauses Rüder durch die Damen Millar und Fischer entsprechend vertreten war. Ter Kellermann des Herrn Herrscher hatte zu viel vom verkommenen Schnapsbruder an sich, um seine Ernennung zum furstl. Hofkellermeister als wahrscheinlich gelten zu lassen. Einwandfret waren der Staatsminister von Haugk des Herrn W i t t m a n n und der Graf Asterberg des Herrit Goll. — Wie wir übrigens erfahren, haben beide Gastspiele nicht zu einem Engagement geführt. —ß.
” Sin Teil des Baugerüstes am Schreinerschen Neubau auf dem Selterkweg brach am Samstag nach, mittag zusammen. ES befanden sich acht Arbeiter darauf, die sich an den Rampen festhalten konnten, so daß sie glücklicherweise keinen Schaden dabei genommen haben.
i. Hausen, 11. Dez. Am SamStag wurde unser feit» ■ höriger Bürgermeister Georg Müller III. mit 83 Stimmen einstimmig wieder gewählt. Am Abend fand eine kleine Feier statt, wobei Ludwig Herr unb K. Engel Hard Ansprachen an unseren Bürgermeister richteten und zum Schluß , ein dreifaches Hoch auf ihn ausbrachten. Weiter wurden noch Lieder gesungen und einige Vorträge gehalten, die die . Versammelten bis in die späteste Abendstunde zusammen- 1 l)ielti*n.
Dezember + ö,v, J-
gesammelt werden".
Konstantinopel, 9. Dez. Der Chef der Geheimpolizei, General culnant Fehmi Pascha, ist verhaftet tvorden, nachdem die Untersuchung ergeben hat, daß er das Bombenattentat gegen sich durch einen einer Diener hatte ausführen lassen. Der Sultan etzte den nach Europa geflüchtet gewesenen Kaiumerherrn 9ltif Bey in seine früheren Aemter ein. Auch ein anderes Opfer der unheimlichen Wirksamkeit Fehmis sieht seiner Be- :reiung entgegen. Vor vier Jahren wurde Marschall Fuad der Siegreiche zum Tode verurteilt und später unter Degradierung zum gemeinen Soldaten zu lebenslä nglicher Kerkerhaft nach Damaskus rbegnadigt*. Fuad dürste bereits in den nächsten Tagen wieder nach Konstantinopel zurückkehren.
deutscherseis als Kriegserklärung mit offensivem Charakter betrachtet unb von Europa als solche proklamiett werden. ,Jch persönlich hätte dagegen nichts einzuwenden, aber unser Parlament? Andererseits wird verlangt, daß stets ein General Kriegsminister sei. Es müßte ferner der militärische Nachrichtendien st vermehrt, die tatsäch- iche Stärke der Truppenteile erhöht und eine roße Krie gökasse für den sofortigen Gebrauch an»
Gicßeucr landwirtschaftlicher Wetterdienst- Vorautzsichlliche witlerung in Hessen für ”I
11. Teumber 1905: Zeitweise au'heitcinb, noch vittwm etwas kälter, jedoch noch keine dlnssicht auf stärkeren (jtoit.
Näheres durch die siffeßener Weucrkarle.
Kriginal-Dra!Um> tSlingcn.
Die Nobelpreise. -,
Stockholm, 10. Dez. Dre fcicrlidK Zuteilung per preise fand im großen Saale der Musikakademie m . des Königs statt. Tcr Vorsitzende ber Verwalt-inae y 3:r;' j Nobel st istung, Kanzler der Ibiiucriität Prof. B o st ro m J Begrüßungsrede. Der Präsident der Wademie der -aiM
Ausstiche YeuigLeilen.
Der Korrespondent des „Berl. Tagebl." telegraphiert aus Petersburg u. a. folgendes: Schon ist die Losung taut -geworden, man sollte dem Staat keine Steuern mehr zahlen. Diese Propaganda zum ©teuer ft reif finbet sehr viel Anklang, wird aber von furchtbaren Folgen für' Rußland und das Ausland sein. Unter Einfluß dieser Propaganda hat ein epidemischer Kapitalsturz aus Rußland begonnen, ein Mschluß eben jenes Kapitals, daß so mühsam durch Witte hergelocki imirde. Diesem Kapital folgt das russische Gold. Die Regierung selbst treibt das Land durch ihr nicht zu rechtfertigendes Verhalten zum St aa ts- bankrott. Man darf den P o st st r e i k nicht unterschätzen; er hat die Beamten organisiert und sie der Führung der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in die Arme gewvrfen.
Ter „Regierungsbote" aber warnt das Publikum vor den böswillig ausgestreuten Gerüchten über bedrängte Lage der Staatssparkassen. Die Regierung weist darauf hin, daß den aus den Kassen genommenen Einlagen in den Privatwohnungen tatsächlich Gefahr drohe; die Klienten der Sparkassen könnten völlig ruhig sein, da die Finanzlage Rußlands hinreichend f e st sei.
Die Po st- iind Telegnhenbeamten hielten in Petersburg am 9. d. M- eine Versaminlung ab, in der mit allen gegen eine Stimme die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen wurde. Tas Exekutivkomitee des Ar- beiterdeputiertenrates nahm eine Resolution an, in der ausgesprochen wird, daß der unvtt:meidliche Zusammenbruch des alten Systems es für das Proletariat vorteilhaft mache, den entscheidenden Sck)lag hinanszuschieben. Der Petersburger Arbeiterdeputiertenrat gebe daher noch nicht das Signal zum Generalstre-. k. Ter „Ruß" meldet vom 7. Tezember, daß in Zarskoje Sselo die Einsetzung einer Militärdiktatur beraten würde. Tie Einführung werde bis zum Ausbruch eines bedeutenden Ausstandes verschoben. Rach umlaufenden (Früchten soll das „schlvarze Hundert" eine Kundgebung beschlossen haben, bei der Petersburger Zeitungsdruckereien überfallen werden sollen.
Tas schrittweise Nachgeben gräbt der Regierung das Grab, weil keine Einigkeit im Ministerrat herrscht In der Samstagssitzung soll über das Wahlrecht definitiv entschieden werden. Für die Städte soll das allgemeine geheime Wahlrecht, für das Land das Bulyginsche System angenommen werden.
General Linewitsch empfiehlt die schleunige Rückberufung der Armee, da sonst Militärrevolten im fernen Osten unvermeidlich seien.
'Jhtdlanb.
Paris, 9. Dez. Präsident Lonbet erklatte im jüngsten Ministerrat, er sei abgeneigt, im gegenwärtigen Zeitpunkt ein neues Ministerium zu bilden. Sollte Rouoier zur Demission geneigt sein, so würde Loubet gleichzeitig demissionieren. Eine Kabinettskrise kurz vor den bevorstehenden Wahlen, vor der Marokkokonferenz und inmitten der ernsten äußeren Lage sei sehr bedenklich. Nach dieser Erklärung, die durch Zwiespalt NotivierS mit wichtigen Kammergruppen in der Angelegenheit der Verstaatlichung der Westbahn veranlaßt rourbe, gab Nouvier die Versicherung, er werde alles aufbieten, um eine Krise zu vermeiden.
— In einem offenen Briefe befürwortet General LangloiS eine Neuerung, wonach der Kriegsminister, ohne das Parlament zu befragen, die Moblli- fierung der französischen Armee anordnen könne. LangloiS fügt hinzu, zweifellos würde unsere Mobilisierung
Dezember
1905.
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