Berkin, 17. Jan. Ter ft o Her besuchte heute morgen ten Reichskanzler Grafen v. Bülow, hörte im königlichen Schloss die Marinevortröge und den ^Vortrag des Chefs des Militör- kabinettS und nahm milit rpme Mellingen entgegen. Zu d^m
Jahre in Gießen an. Bekanntlich hat der Inhaber dieser Brauerei, Donninghof, am Wege nach Wißmar dicht am User der Lahn ein massives Ei§ h a u § errichtet, in das ca. 30000 Zentner Natureis unterzubringen sind. Das Eis, welches direkt aus der Lahn gewonnen wird, schaffen Arbeiter mit lanzenartigen Werkzeugen bis an das Eishaus, auf ein im Wasser schwimmendes Podium, von wo es mittels eines besonders hierzu konstruierten Elevators auf die Höhe des Eishauses (ca. 25 Meter hoch) geschafft und von dort aus in die einzelnen Abteilungen des G"bäudes gebracht wird. Der Betrieb wird mittels einer fahrbaren Lokomotive bewirkt. Etwa 25 Arbeiter, welche das Eis mit den Händen nicht einmal zu berühren brauchen, sind mit der praktischen Neue- riing im Stande, in 4 Arbeitstagen ä 8 Stunden das Gebäude vollständig mit Eis zu füllen.
g. Büdingen, 17. Jan. In unserem Städtchen soll die Fastnacht dieses Jahr zu ihrem Recht kommen. Es I hat sich ein Komitee gebildet, um einen F a stn a chtsu mzu g zu veranstalten. Das Zustandekommen ist jedoch sehr zweifelhaft bei dem ablehnenden Verhalten der meisten Einwohner.
? Büdingen, 17. Jan. Unsere gestrige Notiz ist dabin zu vervollständigen, daß der Unterprimaner mit Relegation von den hessischen Gvrnncisicn bestraft, der Obersekundaner Bl. und der Untersekundaner S. auf ein halbes Jahr von dem Büdinger Gymnasium exkludiert wurden. Der Grund für diese Bestrafung ist außer in deut Vergehen an und für sich auch darin zu suchen, daß sämt> liche drer durch Leugnen ihre nicht hincingefallenen Käme-* I raden vor Strafe zu schützen- suchten.
Mainz, 17. Jan. Das Automobil des Automobil-, fabrikanten Fritz Opel stieß heute nachmittag aus der Straßes zwischen Bischofsheim und Gustavsburg gegen eine Telegrap h e n st a n ge. Die Insassen flogen heraus. Der Chauffeur erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde nach Mainz ins Spital gebracht, wo er sofort einer Operation unterzogen werden mußte. Opel selbst ist nur geringfügig verletzt.
M a in z, 17. Jan. Das Komitee des M ain zer Ka r- nevalVereins hat abweichend von der Gepflogenheit der! letzten Jahre den diesjährigen Vorbällcn einen bestimmten Charakter gegeben. Die Vorbereitungen zu dem am Samstag stattfindenden ersten Ball: ,.Einc Kerb im blauen Ländchen" sind in vollem Gauge. Die Halle wird „kerwemäßig" geschmückt. In der Mitte erhebt sich ein großer sogenannter „Kerwebaum" und rings im Saale werden Verkaufsbuden aufbestellt. — Tie Mitglieder des Komitees erscheinen als die Dorfhonorationen, deren einzelne Cha- rakterfigirren in drastisch-komischer Weise dargestellt werden. Um die hiesige Theaterdirektorstclle haben sich 5"?' Bewerber gemeldet.
bet Herzog von Anhalt. _ ।, , , <>. ' ‘
— König Friedrich August von Sachsen besichtigte bei obengenannter Firma em und wirkte seither für diese Leute vormittag auf dem festlich geschmückten Hof der Kaserne | unermüdlich und ununterbrochen.
Änsland.
Paris, 17. Jan. Tic Mini ter traten heute vormittag im Ministerium des Innern zu einem .Kabinettsrat zusammen. Co mb es gab seinen Kollegen Kenntnis von dem Briese, den er abgefaßt hatte, um dem Präsidenten der Republik die Demission des Ministeriums miyu- teilcn. Combes wird sich morgen vormittag nach der Rückkehr Loubets mit den Ministern nach dem Elvsee begeben, um dem Präsidenten den vorgenannten Brief zu übergeben. Der Kabincttsrat ist der Ansicht gewesen, daß es angemessen sei, die De p u t i e r t en k a m m e r bei Beginn der heutigen Sitzung zu ersuchen, ihre Arbeiten zeitweilig einzustellen, da das Kabinett glaube, daß es daran nicht mehr teilnehmen dürfe.
Ma sänne (Tepart. Drome), 17. Ian. Bei zahlreicher Beteiligung in Gegenwart des Präsidenten fand die feier-! liche Beisetzung der Mutter Loubets statt.
Kertsch (Gouvernement Taurien), 17. Jan. hier war ein politisches Bankett angcsagt. Die Polini schloß indessen alle Restaurants, um die Mhaltung desselben zu verhindern. Das Publikum drang aber in eines der geschlossenen Lokale ein, in welche-n dann eine Anzahl > Reden gehalten wurden. Danach Kogen die Teilnehmer der Versammlung auf die Straße, wo fie die M ar- seillaise sangen rund riefen: Es lebe die politische Freiheit! Die Kimdgebung verlief ohne Zwischenfall. Die Polizei verhielt sich abwartend.
Newyork, 17. Jan. Seit dem 1. Januar wurden 1100 Aus wand er er zur ü ckg e w ie se n, größtenteils rusjische Juden. Es sind das 8 Prozent der Ankömmlinge, während früher nur iy3 Pwoz. abgewiesen wurden.
Aus Stadl Md Land.
Gießen, den 18. Januar 1905.
*• Personalien. Dem Großherzogl. Revisor bei der Brandversicherungskammer, Schneider zu Darmstadt, wurde die Stelle eines Rechners der Brandversicherungskasse als widerrufliche Nebenstelle übertragen.
** P. em. Gustav H amm ann t- Am Dienstag abcnd 7 Uhr ist einer der ältesten Bürger unserer Stadt, Pfarrer Hammann, im 91. Lebensjahre dahingeschieden, lieber seinen 90. Geburtstag am 23. Dezember v. I. haben wir seinerzeit kurz berichtet. Pfarrer Hammann stammt aus Butzbach, wo s-in Vater ebenfalls Pfarrer war. Ursprüng- l lich für die Forstwissenschaft bestimmt, zog es der Verstorbene vor, im Jahre 1832 sich in Gießen dem Studium | der Theologie zu widmen. Dieses „Umsatteln" hielt die I Philosophische Fakultät nicht ab, ihn zür>Feier des 50jährigen! Bestehens des forstwissenschaftlichen Instituts ebenfalls einzuladen. Seinen dauernden Wohnsitz als Pensionär hatte der Verstorbene seit 1. Oktober 1890 in Gießen; pfarramt- lich war er tätig in Dautphe, Groß-Zimmern, Nieder-Flor-' stadt, Todtnau und Hartenrod bei Gladenbach (an letzterem Orte 40 Jahre lang). Seine langjährige Wirksamkeit im ehemaligen hessischen Hinterlande war wohl die Ursache, daß Pfarrer Hwrnmann nicht nur ein entschiedener Verfechter der Erhaltung der anererbten lutherischen Kirche im Hinter-
Auf See.
Ein japanisches Torpedoboot beschlagnahmte am Montag in den Gewässern bei Tsuschima den holländischen Dampfer „Wilhelmina", der mit Kohlen von Cardifl nach Wladiwostok unterwegs war, und brachte ihn nach Sasebo.
Ein geschützter Kreuzer erster Klasse wird von den Japanern auf der Marinewerft in Kure gebaut.
Javanische Fluchtlinie ans Rußland.
Der deutsche Dampfer „Willehad" mit den 825 sapani'chen Flüchtlingen kam am 7. Dezember in Nagasaki an. 679 Passagiere wurden hier gelandet; 23 fuhren weiter nach Moji, 18 nach Kobe und 109 nach Yokohama. In allen japanischen Hafenplätzen, welche „Willehad" berührte, fanden Begrüßungsfeiern und Festlichkeiten statt. Als das I Schiff am 12. Dezember nachmittags 3 Uhr in den Hafen von Yokohama einlief, wurde es von einer großen Menschenmenge erwartet. Die Zahl der Fahnen betrug allein 137. Das Schiff selbst hatte über die Toppen geflaggt. Der Gouverneur des Kanagawaken, zu welchem Yokohama gehört, Sufu, der Bürgermeister von Yokohama, Jchihara, und zahlreiche Beamte begaben sich an Bord, um die Ankommenden zu begrüßen. An Land wurden nochmals Ansprachen gehalten und dann die Flüchtlinge festlich bewirtet und ihnen allerlei Geschenke gemacht. Tann zog die Menge mit ihnen
** Verwalter fl’arl Keller, der heute fetn 25. j-istricies Dienstjubiläum feiert, hat zahlreiche Beweise vor, Zuneigung und Anerkennung von seinen Vorqesehten, den übriacn Beamten, smvie freunden und Bekannten erhalten. Auf dem festlich mit Palmen geschmückten Bureau wurde der Jubilar um 8 Uhr morgens mit einem Choral em* pfangen und ihm die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Hieran schlossen sich die übrigen zahlreichen Gratulationen. Herr Keller wurde am 18. Januar 1880 zum Verwalters des damaligen akademischen Hospitals in der Lrebigstraße ernannt. . o r -
** Das Verhör Hnddes hat, wie mir ans sicherer Quelle hören, bisher das Ergebnis gehabt, daß der Verbrecher zu gesteht, mit dem Schlosser Walter die ihm zur Last gelegten Einbruchsdiebstähle begangen zu haben. Hndde leugnet aber nach wie vor die Täterschaft bei dem Raubmord in Helden bergen. Die in auswärtigen Blättern verbreiteten Einzelheiten über das bishcr.ge Verhör vor der Staatsanwaltschaft sind aus der Luft gegriffen. Heute wurde die weitere Untersuchung auf Antrag in die Hände de§ Landgerichtsrats Wehner gelegt. Dieser hat mit der Untersuchung heute bereits begonnen.
** Die Frequenz >i rn Gießener Volksbad hak sich im abgeluusenen Jahre um rund 12 000 gegen das Vorjahr mehr verabreichte Bäder vermehrt. Die gesamte Zahl der in 1904 genommenen Bäder beläuft sich auf 118 679, welche sich tote folgt verteilen: 74 216 Schwimmbäder, 18677 Wannenbäder, 2084 Heilbäder und 24 689 Brausebäder. Die Benutzung der Wohlfahrtseinrichtung durch Frauen hat sich im abgelaufenen Jahre wieder etwas gehoben, ist aber im allgemeinen so schwach, daß ein Privatunternehmer die Badezeiten für Frauen ohne Frage einschränken, wenn nicht überhaupt ganz Wegfällen lassem ! würde. Es ist zu bedauern, dap unsere Damen die Anstalt [jo wenig benutzen. Das Volksbad hat mJ904 nicht nur aus den Einnahmen die Selbstkosten gedeckt, sondern auch einen kleinen Ueoerschuß im Betrage vow 1—2000 Mk. erzielt, welcher an dem von der Stadt vorgestreckten außerordentlichen Darlehen abgetragen werden wird.
*• Moderne Technik bei der Eisgewinnung wendet das Gießener Brauhaus das erste Mal in diesem
Der Aufstand in Peulsch-Südwcllafrika.
Nach Telegrammen aus Windhuk ist Reiter Ernst Schniebs, geboren 11. April 1879 zu Dresden, früher Infanterieregiment Nr. 37, am 13. Januar im Lazarett zu Windhuk an Lungenentzündung gestorben, Reiter Karl Albrecht, geboren 19. November 1883 zu Hannover, früher Infanterieregiment Nr. 74, im Gefecht bei Stamprietfontein am 1. Januar leicht verwundet worden.
mS Fest des Ordens vom Schwarz^ Adler sind ^ankeneck, A. Bossert, feierte am letzten Dienstag sein heute vormittag hier emgetrofsen und Hao u^im königlich u Schlosse 40 jähriges Dien'tjubiläum als Reisender in der Papierbranche. Wohnung genommen: Prinz Heinrich von chrenßen, Herzog Ulrich Der ebenso durch seine Geschäftskeimtnis wie durch seinen 3 und ..rwEiarn Humor «uSg^eichnet- Herr trat mit 20 Ja r n
lande war, sondern auch tief bedauerte die Lostrennung dieses Gebietsteils von dem Großherzogtum Hessen im Jahre 1866. Mit Interesse verfolgte er auch seinerzeit die Verhandlungen des Frankfurter Parlaments. Im Jahre 1831 sah er die Flucht der Polen aus Rußland und gewährte sogar einem polnischen Hauptmann Obdach, indem er sein Bett mit ihm teilte. Seine früheste Jugenderinnerung ist der Tod Napoleons im Jahre 1821. Weiter erzählte er gern, daß auf dem Zuge nach Frankreich russische Soldaten ihn aus dem Schoß geschaukelt hätten. Ten seit 11822 datierenden lebhaften Verkehr nach Gießen uuierbMt I er anfänglich in Gesellschaft seiner erblindeten Mutter, mit der er den Weg zwischen Butzbach und Gießen zu Fuß ',urück!egte.
•• In bilänm. Der wohl den meisten Gießener 6\e» schaftslkuten bekannte Vertreter der Papierfabrik Hch. Gossler
Der Kriea.
General Knronatkin
meldet dem Kaiser vom 16. Januar: Morgens am 14. Januar umging eine starke japanische Abteil ling Infanterie, Kavallerie und Artillerie bei nebligem Wetter! eine Kolonne unserer Kavallerie von zwei Seiten. Als sich unsere Kavallerie nördlich zurückzog, entspann sich ein Kampf auf kurze Entfernung. Unsere Artillerie beschoß die Japaner auf 1000 Schritt und fügte ihnen beträchtliche Verluste zu. Unsere Kavallerie zog sich sodann in voller Ordnung nördlich zurück. Unsere Verluste an Toten und Verwundeten betragen 5 Offiziere und 50 Mann. Am 14. Januar stieß eine Patrouille wieder zu unserer Kolonne, nachdem sie die Eisenbahn und den Telegraphen drei Werst nördlich von Taschitschiao auf einer halben Werst zerstört hatten.
be8 zweiten Eisenbahnreginients die beiden säÄis^n Kemvbn'tt nunacn i«r Monand den Parademarsch abgenamnnm
baet? iubr er in Dcalntnna des kemmandiercnden Generals des ÄÄ "ach It sEifchen Gesandschaft wa em FrnM ck stattsand, an dem auster dem König und dem mchsnchen <^sanvlcn 6Vrafert ^obentbat auch Graf Bülow tciluabm. Um 1 Uln - • ist Lr ffi» Zur B^°bschiedung war er Ge an Siras Hohrntdal mit den Herren der GesandWaft. towrc Herren des Ehrendienst«? auf dem Slnhalter Baluüwi
hÄrMÄ hkut- nU J
O fta fr i ka zu einem mehrmanattgen
Jagdmistuthalte z>u begeben
Koblenz. 17. Jan. Die bic§p M a11 er
Manöver werden -Wischen dem 5. und 9. September in ber
» ‘» XwÄ«. Kaiser wohnt abweÄ-lnd m E°^?uNg a^^7°Jkn^T^den Ständen soeben oorgelegte Enttonrf eines Volksschulgeseo.es sieht ni erster £nue eJe Wb ff r ng der Gh Wer der Bo k schMehrer rnd Lehrermnen vor für die st'indigen Lehrer und Lehrerinnen bat ber Ctaat 710000 Mark, für die unständigen haben dre Gemeinden l.,0 000 Mark jährlich mehr Qiifnibringen. -tic Gehaltsaufbeuermig bi* riebt in Verkürzung der Vorr''.ckungsfristen und m Erhöhung der Ue d-r leLn DienstatterSstufn,^ Ausserdem.bestimmtder Eut- Wurf, daß bei den SchnlstAlen, mit denen noch der Msnerd ens rerbrnben ist. die Trennung der betben Dienste auf den 1. -lprü b' J-m. Die sozialdemokratische
ParteiBadens hält ihren diesjährigen Parteitag am 18 unD 19 Februar in Offenburg ab. Dabei wird u a die Stellung- nabnte der Partei zur bevorstehenden Landtagswahl beraten werden.
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Zinn tottföc pr Otirw etüQtt in Uebr Äann sä w ieficnWt J-T- t-et 19. dlovc erstatten, lssn inst der iften bfli ohne dast die' einen der de unter biei^n' ter Segrün-.i STiorb gevlan hat, dast & Tal ihr gec gehalten hast h)ar in der trotz der ii Wird aber d nie mefr ge Tie 3m bemann geÄ bontl Sörpemr.
to. Wetzlar, 16. Jan. Mit den Vorarbeiten für bett Bau einer Bahn von Albsh-ausen durch das ^olmsbachttal nach Usingen scheint es allmählich Ernst zu werden. Es sind zwei Ingenieure aus Mainz hier angekommen, welche den Auftrag'haben, die ersten Ver- messimgen für die neu geplante Bahnstrecke vorz>unehmen. Trese rn Aussicht genommene Bahnverbindung wird zwersellos für den südlichen Teil des Kreises Wetzlar, vor allem aber für die Stadt Wetzlar selbst, von großer Be- deutung werden. Die entfernteren, zum Teil recht großen Ortiwaften kamen dadurch in engere Verbindung mit der Kreisstadt Metzlar, und für diese würde eine direkte Ver- bmdung nicht allein mit Usingen, sondern auch mit $o o m «* jburg und Frankfurt geschaffen.
- f^aV?iUr' 17* Ian. In der hiesigen MuseumS- gc) c H1 et)art hielt heute abend der Schaiispieler de Gi orgi $on! ^lndttheater ernste und heitere Vorträge, wobei er viel wurde CVn^^C Un^ verschiedenen Zugaben veranlaßt R n aJI ° ' 11e - li' aen a u 5 Hessen und den
m «atcm Nierstein mußten sämtliche 10 Lolksschulklaflen und die Kleinkinderschi.le wegen starken Aus- sietens der Masern geschlossen werden. — In Bad-Nau- "triVs U10n' o0 jährige Jiibiläum des
i^^"^'llwlm.LprudelS (Quelle XII), am 15. Maid. I. zeitlich zu begehen.
(hrichtsjuat.
er -bc am t cnbc ft cd}un g bei Annahme mildernder Um-»
unter dem Schall unzähliger Ziehharmonikas, T r o m m e l n und Pfeifen, einer unter den niederen Japanern sehr beliebten Ziksammenstellung, mit wehenden Fahnen und lauten Banzairufen durch die Straßen. Die Leute sahen recht gut aus; die Frauen waren alle in japanische Kostüme gekleidet. Eine Ausnahme machte nur eine viel angestaunte, 20 Jahre alte Russin, die sich in! Sibirien mit einem Japaner verheiratet hat und ihrem Manne jetzt in Feindesland gefolgt ist. Wie oerlautet, sind auf der Reife ein Mann und ein Kind gestorben. Die japnischen Zeitungen, welche das Ereignis der Ankunft der Flüchtlinge besprechen, halten mit ihrem Lobe Deutschlands nicht zurück. Selbstverständlich kam die hohe Anerkeiinung für das Gute, was Deutschland den Leuten getan hat, auch in den öffentlichen Reden zum Ausdruck.
9ieirfn
tvürte nfte Beteile der guten fioniunthir, wie Meren Preise! zunichte matte.. Mit dn- mühsam erkämmtni BorberMast der deutschen Industrie auf den ..rosten Weltadsastmarkten ist cS st lanac Seit vorbei, da andere Konkurrenten tn die unterbrochene Berdindnim treten werden und die deutschen Verbände uack» Her- ftellung des Frieden? die Arbeit von neuem begmnen müpen Andererseits saat man sich aber auch, dast die deutschen Arbiter noch mehr ruf? Soirt sehen: der Zertpunkt für den betret schleckt qewahlt. Wer »mb die Zechenverwaltiin.aen befinde^. st» in aerobe keiner beneidenswerten Sage, denn die östentüch« Meinung stebt nicht hinter ihnen und auch nur die Regierung rönnen sie nicht geradenwegs zählen. Unter der Herrlchaft tf-ö ■< trationsprozesses konnte erst der v.berina-Trust -ntst'hen, konnt.n Zechen willkürlich geschlossen, Rrbeitermassen von cmmertzum andern vcrp,stanzt lind polmiche billige und anf»rudfi5lofe drBctter in Massen in? Rnhrrevier gezogen werden «e.t d,e er steu ist die Koblenfrage zu nner des ostentlrchen Wohls geword.n Segen Regierimg und öffentliche Meinung kann selbst ei« ,o grosser Machtfaktor im Staate, rote es bas KohlenMbikat ilt, keinen Sieg erringew__________ _______——
Arveitslofe in Wü- chen.
Eine a'm Montag in München stattgetzabte Arbeitslosen-! Versanunluna nahm folg ende Resolution an.
■ Sic heute »on ettva 4080 Arbeitslosen besuchte, vom s- WerkschaftSverein einberufene Bersammlung >m M>"'^ener Kmd- teilen richtet «n die ® e m c i n b e ti e r ro a I u n g und an d, StaatSregierung das dringende Wta Arbeitsgelegenheit zu borgen, um bie Zahl bet Jrbeit§ losen nach Möglichkeit zu vermindern und die vortzandme Rot zu lindern. Dis Versammlung wrdert ferner dass dw Elw rithtHua der Arbeitslosenversicherung aw roetL res Linderungsmittel möglichst bald veranlasst ^irb urenu
ber Versammlung wird beauftragt, diese Resolution den Behörden zur Kenntnis zu bringen und sie der Presse zur Ver- 5^ÄtiÄi.ht schliess dast bei ablehnendem Verhalten der anzur-ufenden Organe bic Organ lsationen sm außer Stande fühlen, die Verantroortung für bie Folgen 3u
Landtagsabaeordneter Adoli M ü ller, Chefredakteur ber Münch-n"r Pmt", der das Reterat gehabt hatte, teilt mit, bau Sne von sämtlichen Gewerkschaften, vom 14.—16. Januar vor- «nommene Zählung 9850 Arbeitslose ergeben hat Er erklärte. M seinem Schlußwort: „Wenn aut unsere.Rewlutwn binnen 8 Tagen leine An-wort erfolgt, werden wrre in Wortreden, das nicht verhallt." , ~ . r, A,
Nach der „Allgemeinen Zeitung" be,chlop der Magistrat t*n geheimer Sivung, das Stadtbauamt zu beauftragen, die Staatsbehörden um sofortige Vornahme von Rotstands- arbeit en zu ersuchen. Tie uichtorganisiert"n Arbeitslosen Erliessen einen neuen Temon^rations-Aufruf. Nach bm ,^Neue,ten Nachrichten" setzte der Magistrat ferner ein Komitee zu Sammlungen für'bie Arbeitslosen und zur Erzielung eines Staatsbeitrages ein. Er ielbfl genehmigte 20 00=0 Mark und verlangte, schleunigst eine Vorlage über Arbeitv- losenver sicher un g einzubringen.


