breite neutrale Zone festgesetzt. Sollte eine Entscheidung über neue Fragen notwendig werden, so haben die Parlamentäre für einen solchen Fall einen bestimmten Weg längs des Bahndammes zwischen Schuanmiautsi und Schachetsy zu nehmen. Für den Waffenstillstand auf Korea und Sachalin werden andere ^bevollmächtigte ernannt werden._____________
Zie Kaisermanöver.
(Eigener Bericht des Gießener TlnzeigerS.) CrbfitöberTcifjitunen.
Der „ReichSanz." veröffentlicht zahlreiche OrdenSauSzeichnungen an Offiziere und Mannschaften. U. a. erhielten: das Großkrcnz des Noten NdlerordenS mit Eichenlaub und mit der Kgl. Krone: v. Deines, kommandierender General des 8. Armeekorps; den Noten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub und der Kgl. Krone: Generaladjntant Generalleutnant v. Moltke; den Noten fJlblcr- orden 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern mit Ninge: Generalleutnant v. S t ü lvnagel. komm. General deS ß. Strmcc- korpL; den Noten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub: Generalleutnant v. E i ch h o r n , komm. General deS 18. Armeekorps ; den .Kgl. Kronenorden 1. Klasse: Generalleutnant Frhr. v. Gall, Komm, der 25, Div.; ferner den Noten Adlerorden 1. Klasse: Bayr. Kriegsminister tzhr. v. Horn, General N eicht in v. Meldcgg, Koinrn. des 2. Bayr. KorpS; den Noten Adlerorden 3. Klasse: Pbcrft Deinhard, Komm, de« 2. Grotzh. Hess, Feldart. ReglS. Nr. 61 (Darmstadt), SDberft Oel) madt, Komm. deS 5, Grohh. Hess. Ins.-RegtS. Nr. 168, Oberst Frhr. v. WaldenfelS, Komm. deS 2. Gros;h. Hess. Drag.-NegtL. Nr. 24, Oberst v. Scblutterbach, Komm, de« B. Grohl). Hess. Iill.-VegtS. Nr. 117, Oberst Graf von Westarp, Komm, des I. Groszh. Hess. Feld-^lrt.-NegtS. Nr. 25 ; den Kgl. Kronenorden 2. Klasse: Oberst Dietlein, Komm, des 4. Grohh. Hess. Inf.-NeglS. Nr. 118, Oberst v. Besser, Komm. deS 1. Grosjh. Hess. Ins.-NeglS. Nr. 115.
Zie ßyokera.
In den seit dem 12. September unter choleraverdächtigen tlmftänbcn erfolgten sechs TobeSfällen in Rakel, Labischin unb CarlSdorf (Pofen) ist Cholera festgestellt. In Kornelino ist ein Flöszer an choleraverdächtigcn Symptomen erkrankt.
Bei dem erkrankten Streckenarbeiter in Dömitz (Mecklenburg) wurde durch bakteriologische Untersuchung der Eholera- vcrdacht bestätigt. Der Fall liegt jedoch leicht, der Kranke befindet sich bereits auf dem Wege der Besserung. Weitere Erkrankungen wurden nicht gemeldet.
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Zur Flcifchtcucrnug.
Stuttgart, Iß. Sept. Die Landesversammlung 6er Landrvirte Württembergs nahm eine Nesolution an, worin erklärt wirb, das; die Versammlung sich der allgemeinen Protestbewegung gegen den Fleisch- wuchcr an sch lieht und Oefsnung der Grenzen für ausländisches Vieh fordert.
Neustadt a. H., Iß. Sept. Der Stadtrat beschloß eine Eingabe an den Bundeörat betreffend die Fleischnot.
Aus Stadl md Land.
Gießen, 16. September.
Die akademische Fe st rede zur Feier des IahreSfesteS der Landesuniversität am 1. Juli 1906, gehalten von dem derzeitigen Rektor Geheimrat Prof. Dr. VossiuS, ist im Druck erschienen. Die Rede, von der wir s. Zt. einen Auözug tviedergegeben haben, handelt von der Augenheilkunde im Mittelalter und ihrer Entwicklung im 19. Jahrhundert.
* Promenadenkonzert findet morgen Sonntag um 11.80 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre z. Op. „Stradclla" von Flotow. 2. Valse bleue von MargiS. 3. Fantasie a. d. Op. ,Garmen" von Bizet. 4. Halloren-Marsch von Kämpfer!. — Nachmittags um 5 Uhr spielt unsere NegimentSmusik im Neuen Saalbau.
•* Ein origineller Betrüger. In diesem Sommer kam in verschiedenen Städten der Fall vor, daß ein gut- gekleideter junger Mann geivöhnlich vor besseren Häusern auf der Straße in epileptische Krämpfe fiel. Er erholte sich dann auch gleich, wenn ihm von Privatpersonen Hilfe zuteil geworden war und klagte dann, er sei Student und mittellos, er reise zu Fuß nach Triest, habe auch Hunger usw. Die Folge davon ivar regelmäßig, daß er mit Speise und Trank, sowie mit Kleidern und dem nötigen Reisegeld reichlich versehen wurde. In Würzburg wiederholte er am 2. l. Mtö. das Manöver zum zweiten Male und hier konstatierte ein Arzt, daß die Krämpfe fingiert waren, und so fiel er der Polizei in die Hände. Er nannte sich anfangs Student Wilh. Herzog auö Triest, dann Gustav Hochstein und nunmehr Pierre Ehun aus Esch in Luxemburg. Da alle diese Angaben sieh als falsch erwiesen haben, hilft vielleicht die Oeffentlschkcit dazu beitragen, daß die Persönlichkeit deö Betrügers festgestellt und seine weiteren etwa noch nicht bekannten Schwindeleien miß Tageslicht kommen.
•• Sachbeschädigung. In der verfiossenen Nacht wurden am Kreuz platz eine Straßenlaterne und auf der MäuSburg zwei Sturmlaternen zertrümmert. Der Täter wurde festgestellt und zur Anzeige gebracht.
•* Nuhestörung und Sachbeschädigung. Zwei sunge Kaufleute, die in der vergangenen Nacht wegen Ruhestörung polizeilich notiert worden waren, schienen sich mit dem zu erwartenden Straf-Mandat nicht begnügen zu wollen, da kurz darauf einer der beiden sich noch der Sachbeschädigung schuldig machte, indem er Straßenlaternen zertrümmerte. Die Folgen werben nicht aitßbleibcu.
' Die Landtagswahlen in Hessen. Der Bund der Landwirte hat folgende Kandidaten aufgestellt: für den Wahlkreis Büdingen-Altenstadt: Gutspächter Bähr- Herrnhag (bisheriger Abgeordneter), für Reichelsheim- Lindenfels: Mühlenbesitzer Fritz Bauer-Schmalmühle bei Fränkisch-Erumbach.
'* Ein heiterer Zwischenfall bei der Auto- m o b i I f a 1) rt des Kaisers in das Manöverterrain ereignete sich, nach dem „Taunusboten", am Samstag in der Nähe von Limburg. Vor einem Orte trieb ein alte« Frauchen deS Dorfes Schweine über den Weg. Als das daherrasende Automobil nun kurz vor ihrer grunzenden Herde hielt, drohte die Alte mit ihrem Stecken und dem Gehege ihrer Zähne entflohen die geflügelten Worte: „Wann er merr in die Säu foahrt, treibt ersch mit meim Mann zu tun!" Der Kaiser soll herzlich gelacht haben.
” Die Mainzer Stadtverwaltung als Inserentin im ,Vorwärtö". Die Stadtverwaltung des ^Goldenen Mainz" hat letzter Tage im Berliner ,Vorwärts*
sowie in alle übrigen führenden politischen Blätter ein über drei Spalten sich erstreckendes Inserat veröffentlicht, baß einen Nachruf für ben am 9. bß. verstorbenen Mainzer Oberbürgermeister Dr. Gaßner enthält. Eß bürste dies wohl der erste Fall fein, daß sich die Häupter einer großen Stadt bei einem derartigen Anlaß der sozialdemokratischen Presse bedienen, und man darf darum auch gespannt sein, ob unb wie sich die „Bürgermeisterei und Stadtverordneten-Versammlung der Stadt Mainz" den Vorwürfen gegenüber, die sie als „Fördermnen der Umsturzpartei" schon haben hinnehmen müssen, rechtfertigen werden.
Dutenhofen, 14. Sept. Se. Maj. der Kaiser und König haben u. a. dem hiesigen Postagenten, Gemeinde- Vorsteher a. D. L. Loh baß allgemeine Ehrenzeichen ver- liehen.
Hanau, 14. Sept. Am 1. Oktober wird im hiesigen Sta btt Heater die dießjährige Saison eröffnet werden. Daß Theater hat im Laufe deß Sommers einen Umbau erfahren, u. a. wurde eine neue Danipsheizungß- und EntlüflungS- anlage geschaffen; alle Raume, mit Ausnahme der Bühne, wurden mit elektrischer Beleuchtung versehen und daß Logen» hauß, ebenso wie die Gänge, vollständig renoviert. Die gemalte Decke erhielt als Schmuck die Medaillon-Bildnisse berühmter Dichter und Komponisten.
* Kleine M i t l » j l >> >, a c n o u 8 Hessen unb den N a ch barstaate n. Der Kriegerverein Daubringen beabsichtigt sein PreiS-Schießen am 17. dieses Monats abzuhatten. — Durch kaiserliche Kabinetsordre ist nunmehr die Eutsestigaug der aanzeu Nheinsront von M ainz verlässt worden und auch gleichzeitig für rayousrei erklärt worden. — Frau Witwe Baron Willy v. Nothschild schenkte der Stadtbibliothek in Frankl urt die wertvollste existierende Sammlung Karäischer Werke. Die Stadt besitzt nunmehr tast alle gedruckten Werke der Karäer, einer hebräischen Sekte deS achten Jahrhunderts.
Dcrmilcbtif«
• Eisenbahn Unfälle. Auf dem Bahnhofe inBukau fiel der Rangierer Ruff beim Rangieren von der Lokomotive gegen eine Weichenlaterne; er war auf der Stelle tot. Er hinterläßt Frau und Kinder. — Auf dem Bahnhof Wester- h uefen wurde der Weichensteller Neichmann durch den Schnellzug Leipzig-Magdeburg überfahren und vollständig z e r st ü ck e (t.
* Aus mecklenburgischem Stamme. „Madame la Comtesse de Jametel hat soeben in Saint-Germain- en-Laye einem Töchterchen dak Leben geschenkt. Mutter unb Kind befinden sich wohl." — So melden Pariser Blätter. Waß sie nicht erwähnen, baß ist, daß „Madame la Comtesse de Jametel“ eine deutsche Prinzessin ist. Saint-Germain-- en-Laye ist unter den Vororten von Paris in mancher Hinsicht vielleicht der allerhübscheste. In diesem anmutigen Städtchen erhebt sich am Rande einer stillen und vornehmen Allee ein schmuckes HauS, daß den Namen „Villa Marie" trägt. ES ist die Heimat geworden der Prinzessin Marie von Mecklenburg-Strelitz, die an einem Sommertage deß Iahreß 1899 in der Schloßkapelle von Richmond und Kew dem Grafen von Jametel angetraut wurde und ihm nach Frankreich folgte. Graf Jametel konnte seiner jungen Frau mit Hilfe der ihm zuteil gewordenen reichen Mitgift diese reizvolle Stätte bereiten. Seitdem hört man von dem hier in Zurückgezogenheit lebenden Paare an der Öffentlichkeit nichts. Georges Formiay de Jametel ist der Sproß einer Bürgerfamilie, deren Mitglieder zumeist dem kaufmännischen Berufe angehören. Er hatte ursprünglich eine untergeordnete Stelle am Großh. Hofe zu Strelit; inne. Nachdem er dann plötzlich zum Kommandeur deß päpstlichen Ordens vom heiligen Grabe ernannt worben war, erlangte er den römischen Grafentitel. Nach deutschen Begriffen bleibt ja natürlich seine eheliche Verbindung mit der ältesten Tochter deß Großherzogß Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz eine Meßallianee in der vollsten Bedeutung dieses Wortes.
* Kleine TageSchronik. Bei Toulon explodierten aus dem irauz. Unterseeboot „Mynmote", die Akkumulatoren. Zwei Maschinenbauer erlitten schwere Braudmunden. Alan befürchtet, baß sie daß Augenlicht verlieren. — AuS Batavia wird gemeldet, das; die P o ft von KokoS nach Faksak (Küste von Neu - G u i n c a) von Allüren überfallen wurde, ivobei s ü nsPer - s o n e n getötet wurden. — Bei E lerinent - Fe r raud fuhr ein Güterzug, dessen Bremsen nicht funhionierten, de? NachtS auf einen stehenden leeren Nangierzug auf. Ein Lokomotivführer, ein Heizer unb ein Arbeiter wurden gelötet, mehrere Wagen wurden zerstört. — Irn mittleren Teile der K a p k o l o n i c sind große W o l k e n b r ü ch e lüedergegangen, die Hochwasser auf weiten Strecken verursacht, Häuser unb Brücken zerstört, Bahnlinien überschwemmt und meist großen Schaden angerichtet haben. Ob Menschen verunglückt sind ist unbekamit. — In Kiel erkrankten nach dem Genuß von Bück'senflcisch 22 Mann vom Minen schulschiff „Pelikan". — In Vre 8 lau sind anscheinend infolge Genusses verdorbener Speisen die (Shcfrau und die vier Kinder eines Tischlers erkrankt. Drei Kinder sind gestorben. Die Polizei beschlagnahmte alles EMeschirr. — In Dessau erschoß der 20 jährige Kaufmann Taubert auS Merseburg feine Geliebte, die gleichaltrige Antonie Langrock und sich selbst. — Der Buchlnlndler Leubner fehtc die Stadt DreS - den zur Univcrsalcrbin seines über eine Million Mark betragenden Vermögens ein. — In Naumburg a. S. ver suchte der Müller Reinhardt seine von ihm getrennt lebende Frau in ihrem Elternhaufe zu töten. Die Kugel traf jedoch nicht diese, sondern fehle 14 jährige Schwägerin. Neiuhardt erschoß hierauf sich selbst. — In Trier ist im Keller des Bäckers Naab eine große Fals ch m ü n z e r w e r k st a t t mit zahlreichen Platten, Formen und Edelmetall entdecrt morden. Rcwb wurde verhaftet.
Kerichlslaal.
Gießen, 16. Sept. Entscheidung b c 5 hessischen O b e rl a u d e S g er i ch tS. Dem Mctzgermeister Friede. Schaaf auS Büdingen ging wegen Uebertretung der Gewerbe- ordn n n g ein Strafbefehl zu, auf dessen Einspruch d.-.S Schöffengericht zur Fnüsprechnua kam. Gegen dieses Urteil wurde von der StaatSannwltsclwst Berufung erhoben, unb die hiesige Straf flimmer verurteilte Schaaf, unter der Feststellung, datz er als Metzgermeister bei stelwndem Gewerbebetrieb außerhalb des Gemeindebezirks seiner gewerblickwn Niederlassung persönlich für die Zwecke seines Geu>erbebetriebeö ein Schwein — eine W a r c — aufgekauft habe, ohne int Besitze einer Legitimatious karte zu fein, aus Grund der §S 44, 44 a und 148, Ziffer 5 der Gewerbeordnung zu einer (Mtibfhiife. Die Strafkammer ging davon auS. daß auch lebendes Vieh im Sinne der Gewerbe- orbmmg „Ware" fei und ließ die Bestrafiing einzig von der Beantwortung der F-rage abhängen, ob ein Aufkauf ober Ankauf von Waren zum Zwecke der 53c- oder Verarbeitung ein Ankauf für die Zwecke des Gewerbebetriebs dcS Käufers ist; fic gelangte zur Bejahung der Frage auf Grund der Erwägung, daß ein Aufkauf für die Zwecke deS Gewerbebetriebs doch auch ein Aufkauf fei, der zunächst zur Verarbeitung unb zum Wiederverkauf der verarbeiteten Ware erfolge, zumal wenn, wie beim Metzgerhandwerk, burrti die Verarbeitung nicht eine begrifflich ganz andere Ware entstehe, sondern — wenigstens teilweise —
lediglich vielleicht geräucherte unb gesalzene Teile des geschlachteten TiercS weiterverkauft werden. Dieses Erkenntnis wurde von dem Verurteilten angefochten, unb das NevisionSgericht kam zur Freisprechung, indem eS ausführte, daß der Ankauf eines Stückes Schlachtvieh durch einen Metzger kein Kauf zum Zwecke des Wiederverkaufs sei, daS wäre beim Viehhändler der Fall, sondern ein Ankauf zum Zwecke der Verarbeitung. Der Metzger erwirbt das Schlachtvieh zunächst zur Verarbeitung, Umgestaltung und Hervorbringung einer anderen neuen Ware, mag die Tätigkeit des MetzgcrS auch nur darin bestehen, daß da« Tier geschlachtet und zerteilt wird. Da die Gesetze unrichtig angewendet seien, mußte das Urteil aufgehoben werden. Der Staatskasse wurden die Kosten auferlegt, einschließlich der dem Angeklagten erwachsenen notwendigen Auslagen, insbesondere derjenigen der Verteidigung durch einen Rechtsgelehrten.
Kiel, 16. Sept. Wegen gemeinsamen Straßenraubes, begangen in der Nähe des KriegShafenS, wurden die Torpedo- Heizer Vrenk und Nikola vom Panzerkreuzer „Prinz Heinrich" zu 3 bezw. 2*/» Jahren Gefängnis verurteilt.
Glogau, 16. Sept. Tie hiesige Strafkammer verurteilte den Arzt Dr. Leo Bork aus Neufalz wegen Beihilfe zum Versuchten Verbrechens gegen daS Mmenbc Leben zu 3 Monaten Gefängnis. Der verh. Angeklagte war in Beziehungen zu seinem Dienstmädchen, der 19jährigen Selma Heinrich au8 Grünberg, getreten. DaS Mädchen erhielt 2 Monate Ge- fänguis. 1
.flrß itcrßeiüi'flunfl.
Lemberg, 15. Sept. Heute brach hier ein A u § ft a n b der Fleischhauer unb Fleischhauergesellen auS. Fleischmangel ist nicht zu befiirchten. da im städtischen Schlachthause Fleisch- Vorrat für acht bis zehn Tage vorhanden ist.
(fc.1 Offenbach a. M., 15. Sept. In den hiesigen Schuhfabriken wurde, vorläufig versuchsweise auf zwei Monate, der Achtstundentag eingellihrt.
Sport.
Wetzlar, 15. Sept. Unter ansehnlicher Teilnahme bet jagdlichen Kreise von hier und auswärts findet heute und morgen in den Revieren Aßlar und Hermannstein eine Gebrauchs- Hund e p r ü f u n g statt. Die Prüfling, welche vom Westverein zur Prüfung von GebrauchShuuden (Sitz: Laasphe) veranstaltet ist, erstreckt sich auf alle möglichen Tätigkeiten und Fähigkeiten der GebrauchShnnde. Unter den zahlreickxn sachverständigen Gästen, welche der Prüfung beiwohnen, befinden sich auch Ihre Diirchl. die Prinzen Wilhelm und Georg zu Sahn-Witt- g e n-H o he n st e i n , welche zu diesem Bchufe hier eingetroffen sind und im Hotel K^ltwasser Quartier genommen haben. (W. A.)
jiMinbeC unb r. Iolliswirtschalt.
Amerikanische LebenSversicherungs-Gesell» schäften. In der letzten Zeit sind in deutschen Blättern wieder schwere Vorwürfe gegen amerikanische Verficheningsgefellschaftcn erhoben worden.. Insbesondere wurde der Newyork Life Insurance Eo. der Vonvurf gemacht, daß die Kapitalien bei Trust- Gesellschaften verwendet worden sind, es zu großen V e r l u ft en kam unb daß auch diese Gesellschaft die preuß. Negierung durch S che i u v e r kä u fe non Akt ien gewissermaßen zu s ch ä d i g e u suchte. Die Gesellschaft hat nun an ihre Berliner Vertretung telegraphiert, daß sie keine Scheinverkäuse von Aktien vorgenommen habe und der Vorwurf einer leichtsinnigen Beteiligung an Uebermahme-Konsortien nicht gerechtfertigt sei, da sie bei jeder einzelnen Beteiligung nicht einen Verlust, sondern einen Gewinn erzielt habe. Auch habe cs sich nicht um Aktien, sondern um Obligationen gehandelt. Demgegenüber lauten aber andere Newporter Käbelmeldungen für die Life Insurance durchaus nicht g ü n ft i g. Es wirb gesagt, daß die Untersuckping des Newhorkc'r Versicherungswesens. Lawsons Enthüllungen über daö gesetzwidrige Treiben des Systems nur bestätigt habe. Unter den obwaltenden Umständen und bei solchen sich geradezu widersprechenden Behauptungen wäre cs sehr notwendig, wenn daS Resultat der amtlichen Untersuchung baldigst bekannt gegeben würde.
lieber Manipulationen der bankerotten Ge- ttc i be f i r nt a Samson in Norden kommen die abenteuerlichsten Geschichten an den Tag. Namentlich s'lchten unb fanden die Inhaber unter den Landwirten und Müllern der dortigen Gegend ihre Opfer. An diese verkauften sie in der Regel per Akzepte, nach einiger Zeit ließen sie sich obendrein noch eine Abschlagszahlung leisten, sodaß diese jetzt, da ihnen die KonknrSverwaltnng die Wechsel präsentiert, die Ware zum zweiten Male bezahlen müssen. Ein Müller war gar bislang in dem guten Glauben, nur Wechsel über 22 000 Mark unterschrieben zu haben, jetzt wies ihm der Konkursverwalter nach, daß bereit drei über dieselbe Summe vorliegen.
Märkte.
Gießen, 16. Sept. Marktbericht. 9luf heutigem Wochenmcnkl kosteten: Butter vr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 7-8 Big. 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 15—00 Pfg., Enteneier 6—7 Pig., Käse vr. Stck. 6—8 Ps., Kasematte 2Stck. 5—6 Psg. Prbfen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben vr.Paar0,80- O.OOTif., Hühner pe.St. 1,00—1,60 W., Hälme pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse nr. Pfd. 70—00 Pfg., Ochscnfleisch pr. M. 72—82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 76—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd.' 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—76 Pfg. Welsche per Pflind —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—6,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mt., Milch per Vit« 20 Pfg,, 91 eviel ver Zentner 0 bis 0 Pik., in Körben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—«!0 Pfg., Zivetscheil per Zeiltner 4—6 Alk., '•Birnen per Zentner 0 bis 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr.
Verzeichnis b er Gießener Jahrmärkte 1906: a) öichmärftc: Dienstag und Mittwoch, ben 9. und 10. Januar, 23. und 24. Januar, 6. und 7. Februar, 20. und 21. Februar. — b) Vieh- und Ä'ränrcrmärfte: Dienstag und Mittwoch, den 13. und 14. März, 27. nnd 28. März (am 28. März auch PferdemarktV 24. unb 25. April, 8. und 9. Mai, 22. unb 23. Mai, 19. und 20. Juni, 3. und 4. Juli, 17. und 18. Juli, 31. Juli unb 1. August, 14. und 15. August,^28. und 29. August, Montag unb Dienstag, den 10. und 11. September (am 11. Sept, auch Pfcrdcmarkt^, Dienstag nnd Mitt- ivoch, den 25. unb 26. Sept., 9. und 10. Oktober, 23. und 24. Okt-, 13. nnd 14. November, 27. und 28. Nov., 11. und 12. Dezember.
le. Frankfurt a. M., 15. Sept, bett- unb Stroh- ma r f t. Man notierte: Heu Alk. 3.50 bis Tlf. 3.80, Stroh Mk. 2.50 bis 9)1 f. 2 70. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.
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Aufgebote.
9.Scvt. Johann Linseninann, Lagerarbeiter dahier, mit Marit Behnke, geb. Waihel hicrfelbft. Friedrich Wilhelm Debns, Heizer dahier, mit Juliane Wilhelmine Sommer in Eifenrolh. Friedrich Schmidt, Pizcfeldwebel dahier, mit Lulle Kallmcnm in Waldenburg. 11. Wilhelm Jacob, Taglöhner dahier, mit Karoline Müller in Lixfeld. Iobann^Wilhelm Friedrich Hoffmann, Lehrer bahier, mit Maria Josepha Seiler in Viernheim. 14. Friedrich Ulm, Schlosser dahier, mit Luise Meyer in Wetzlar. 16. Karl Schwarz, Kaufmann dahier, mit Klara Müller hierselbst.
Gklwrene.
5. Sept. Dem Prokuristen Otto Bergen ein Sohn. 7. Dem Schulverwalter Johannes Knig eine Tochter. 8. Dem Eifendreher ItilmS Fourier zwei Söhne. Der Witwe des Oberlokomotivführers Friedrich Thielmann eine eheliche Tochter, Marie. 9. Dein Spenglermenster und Iicktallateur Rudolf Rödtger ein Sohn, Fritz. 9. Denc Buchdrttckereibesitzer ^ldolf Hepvcler eine Tochter, Emilie Luise. 10. Dem Kaufmann Sebastian Josef Schmitt eine Tochter, Käthe Franziska Rosa. Dem Dachdecker Martin Revv cm Sohn. Dem "Ingenieur Siegfried Stamm ein Sohn, Haus Ludwig. Dem Bankbeamten Friedrich Hamburger eine Tochter, Marie Luise Helene Gertntd. 11. Deut Fabrikarbeiter Wilhelm Weifeillee ein Sohn, Willy. 12. Dem Schlosser Heinrtch Simon Tüncher tute


