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strafe von 5 Mark. — Der Taglöhner Peter Jung aus Reich hat zu Bad-Nauheim einem Eisenbahnbeamten den Dienstmantel aus dem Wartesaal gestohlen. Er ging damit flüchtig, wurde aber am Bahnhof zu Friedberg eingefangen. Wegen Diebstahls im Rückfall wur'oe aus 10 Monate Gefängnis erkannt. — Ein unverchesserlieher Dieb rst der Kvrbm. Wllh. Henze aus Magdeburg. Seine Strafliste weist außer Meineid meistens Diebstahls- stvafen auf. Am Tage der Entlassung nach Verbüßung einer längeren Strafe, stahl er zu Friedberg ein in einer Wasckllüche bangendes Wams, wobei er ertappt wurde. Trotz der Geringfügigkeit versagte ihm das Gerickst mildernde Umstände und verurteilte ihn zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus, erkannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab und stellte ihn unter PolizeiauAM— , _
Kirtchtsiaal.
Stolp (PommerrO, 1. Nov. In dein Prozeß, den der Pastor Pötter gegen den Redakteur des „Bütower Anz.", Röhl, wegen Beleidigung angestrengt hatte, wurde Röhl zu 5 0 0 'J)i k. Geldstrase oder 50 Tagen Ge'ängnis und den üblichen Neben- strafen verurteilt. (Wir haben über den Verlauf des Prozesses in Nr. 256 unter dem Tuet „Pommersche Schulzuslände" ausführlich berichtet,.
Aus Charlottenburg wird uns geschrieben: Rechtsanwalt Dr. Spohr aus Gießen wurde vom hiesigen Sc^ffen- gericht zu 100 Mark Geldstrafe und den gesamten Kosten verurteilt wegen Beleidigung des Dr. med. S i e f a r t hier, Vorsitzenden Der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung des Kur- pfuschertums. Die Klage ist zurückzuführen auf einen Brief, den Dr. jur. Spohr an den Kläger schrieb und in dem er, wie das Gericht aussprach, seine Eigenschaft als Rechtsbeistand dazu benutzt hatte, schwere persönliche Beleidigungen auszusprechen.
Kandel und KerKehr. Koluswinjchast.
Dividendenschätzungen Berliner Großbank en. Die Dresdener Bank berichtet, daß sich ihre Interessengemeinschaft mit dem A. Schaasshairsenschen Bankverein in waä>- sendem Maße bewahrte. Sie wird voraussichtlich ebenfalls 1 Proz. Dividende mehr als i. V-, demnach 8V2 Proz. verteilen. — Der A. Schaaffhausensche Bankverein spricht u. a. auch über seine Angliederungen sich günstig aus und über seine reichen Gewinne. Diejenigen aus der Bohrgesellschaft kommen jedoch noch nicht zur Verrechnung. Die Dividende wird vermutlich 81/1 gegen 71/4 Proz. betragen. Die Darmstädter Bank teilt mit, daß sie bei weiterer Vermehrung der stillen Rücklagen und Beibehaltung größerer in der Bilanz schwebender Geivinne eine um ein volles Prozent auf 8 Proz. erhöhte Dividende auch auf das um 22 Mill. Mk. gewachsene Kapital verteilen könne. (Sin bestimmtes Urteil sei jedoch erst vom Verlauf des letzten Quartals abhängig. Die Nationalbanl für Deutschland hofft die Dividende leicht von 6 auf 7 Proz. fbeigern zu können. Die Ko m m e r z - un d D is ko n t 0 b a n k rechnet wieder auf 61/t Proz. Dividende bei 33 Mill. Mark K'apitalerhöhung. Die Mitteldeutsche Kreditbank rechnet bei erhöhtem Aktienkapital auf 61/2 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre.
Mergersche Brauerei-Akt. -Ges. Worms. Die 23eriraltung beantragt für 1901/05 die Verteilung von 6 Proz. Dividende wie i. V. Das Hosbräuhaus Hanau beschloß 6 Proz. Dividende wie i. V.
Bei der Reichsbank sind bisher die Ansprüche nicht übermäßig groß. Immerhin ergibt sich eine bedeutende Zunahme der Notensteuer. Stärkerer Goldabfluß erfolgte nach dem Zvlande, Dagegen strömte nichts ins Ausland ab.
Märkte.
E. Kirchhain, 31. Okl. Auf dem heutigen V i e h m a r k t betrug der Auftrieb 500 Haupt Rindvieh. Ter Handel war flott. — Auf Dem Schweinemarkl, zu Dem 600 Schweine zugefahren waren, herrschten hohe Preise. Es kosteten Ferkel 35—50 Mk., Läufer 60—109 Alk. per Paar.
ke. F r a n k f u r t a. M.,1. Nov. Auf dem gestrigen Kartoffel
markt wurde der Doppelzentner mit 5.20—5.30 Mk. bezahlt. Ta? Gemüse ist aufgeschlagen. Der Zentner Weißkraut kostete am Markte 2 Mk.
Sport.
O Fußball. Wohl 300 Zuschauer oder mehr, eine bis jetzt in Gießen noch nicht erreichte Zahl verfolgten mit Interesse Den Verlauf des Wettspieles Der Ofsenbacher Teutonia und des Gießener F. E. von 1900. Gießen war rotcDermn glatt überlegen. Offenbach verlegte sich meist auis „'Dlanern". Ein Tor, das zweifellos Die Torlinie Teutonias passiert halte, ronrbe leiDer vom SchieDsrlchter nicht anerkannt. So verlor Gießen, Das fortgesetzt von Pech verfolgt war, mit 0:1 Tore. Am nächsten Sonntag wird der Gießener Klub in Hanau gegen den L Hanauer F. E. v. 93 antreten, einen der besten Klubs von Süddeutjchland, Der seit 2 Jahren nur einmal in Leipzig geschlagen wurde. — 2er Gegner Des Gießener B a 11 s p 1 e l k l u b s zog es vor nicht zu erscheinen.
FüinilirnPachrichlcii.
G e st 0 r b e n: Marie Freifrau o.Ende, y» au Julie Baur, Darmstadt. — Frau Philippme Konrad, geb. Griebel, in Dillenburg. — Herr Gutsbesitzer Heiur. I s. Blecker in Sindersfeld. — Frau Mathilde Aaron, geb. Heidel, in Ehringshausen. — Frau Susanne Kreuder, geb. Adendorf, Als'eld. — Frau Elisabeths Naumann, geb. Weiß, Unter-Sorg. — Herr vr. weä. Hermann von Voigt, Mainz. — Frau Katharine Brechmtz, geb. Jung, Marburg. — Frau Anna Leydhecker, geb. Bader, DarmstaDt.
Geborene: Herrn Pros. Schaum und Fraii Ella geb. Winter. Marburg, eine Tochter. — Herr Pfarrer Ehr. Schüßler und Frau Emmy, geb. Jrte, Blasbach, em Sohn.
Verlobte: Fräulein Marie Seipp und Herr Wilhelm Schäfer, Ehringshausen. — Fräulein 9)<arie Zulauf und Herr Karl Duchardt, Alsield. — Fräulein Rosa Hanauer Westheini bei Hammelburg, und Herr Julius Justus, Alsfeld. — Fräulein Argade sichel, Fulda und Herr TaviD Schwab, Grebenau. — Fräulein Minna Arkularius und Herr Karl Becker, Scholleii. — Fräulein Sabine Gundrum und Herr Wilhelm Lang, Alsfeld.
GingesanÄ.
(Für Form unb Inhalt alter ume«. tt.,.r Rubrik stehenden Artikel uvernliumt die Redaktivn dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Bezüglich der Ihnen, in Ihrem geschützten Blatte Nr. 254, Blatt 2, von zuständiger Seite ergangenen Mitteilung, daß die in dem Burgerverein vorgebrachten Mißstände auf dem Giüterbahnhof nicht zutreffend seien, sei Nachstehendes er- lvidert:
Es ist zutreffend, daß bei der hiesigen Güterabfertigungsstelle die beladenen Frachtwagen oft stundenlang halten müssen, bis sie zur Ablieferung an die Reihe kommen.
Es ist zutreffend, daß oft nicht genügende MlieferungStore geöffnet sind, seither waren es zwei und seit ca. sechs Wochen sind es deren 'drei, das dritte wird und soll nur bei ganz außerordentlich starkem Verkehr, also zwischen 3—6 Uhr nachmittags, benutzt werden.
Es ist zutreffend, daß nur ein Beamter zwischen den drei Wagen tätig ist, welcher die Abnahme der Frachtbriefe vov- nimmt, mithin mit Arbeit überlastet ist.
Es ist unzutreffend, daß die 9täiune für die Vev- sandgüter mehr als ausreichend seien, da dieselben nur unwesentlich in Anspruch genommen würden. Der Raum, in dem die Güter eingeitellt werden, kann überhaupt nicht ober nur ganz wenig benutzt werden, da derselbe frei bleiben muß, für die von der Wage strahlenförmig fahrenden Güter. Diese Neueinrichtung, daß die Kollis von der Wage gleich in die in fünf Gleisen stehenden Waggons eingeladen werden, ist nur deshalb geschehen, well der Platz zu klein ist und auch nur dadurch kommt es, daß die Wagen zur 9Ü>lieferung so lange halten, weil das alsbaldige Verbringen der angenommenen Waren in die
Waggons natürlich geraume Zeit in Anspruch nimmt Wage» an Wagen reiht sich infolgedessen hintereinander, Menschen untf Vieh müssen stundenlang bei Wmd unb Wetter ober der größtem Hitze aus freier Straße halten, bis die Reihe zur Wlieferungs endlich an sie lammt. 2luch der freie Bcwkehr nnrb durch eine solche Anstauung gehemmt und gefälwdet.
Daß der Güterschuppen für die Empfanasgüter viel zu klcinl ist, beweist, daß eine Vergrößerung von 398 Quadratmeter vorgesehen ist (auch das ist nock) zu wenig), und es wäre sehr wünschenswert, daß wenigstens diese Vergrößerung schleunigst! zur Wirklichkeit toürbc. Wenn der Herr Berichterstatter, sich am Montag morgen einmal in den Güterschuppen begeben hätte^ konnte er einen Einblick gewinnen, wie berechtigt die von Interessenten vorgebrachten Klagen sind. Die angenommenen Gütep waren derart ausgehäuft, daß nichts zu finden war und alle möglichen Stockungen eintraten. Daß durch die Ueberfftllungcn manrfx5 Gut nicht sanft behandelt wird, muß wohl jedermann! einfehcn.
WaS nun die weiteren Einrichtungen am hiesigen Gütepe bahnhof betrifft, möchte ich mich auf das Allernötigstc bt* schränken und zwar:
1) Tie Ueberdachungen an beit Güterhallen sind zu tut» und müssen mindestens um das Treifack)e vorgeschoben werden und zwar so, daß beim Ein- und Ausladen die Menschen unb die Pserde bem Unwetter nicht ausgesetzt sind und die Verladung im Trockenen vorgenommen werden kann.
2) Die An- und Wffihrwege zu den Waggon-Lodungen gc*, nügen in keiner Weise, cs muß unter allen Umständen ein zweiten Ausfuhrweg, unterhalb der Brücke, geschaffen werden. Es ist wohl noch eine Ausfahrt in der Nähe der Margarethenhütte vorhanden, aber dieser Weg ist fast den ganzen Tag durch Rangieren und Ucberfüllung der Waggons besetzt, verfehlt alfo1 vollständig seinen Zweck. Bei dem sehr großen Verkehr, (esk passieren täglich mindestens 300—350 Wagen rcsp. Lastwagen dieses eine Eiw- und Ausfithrwr >, ist es ein Wunder, daß nid# schon größere Unglücke vorgekommen sind, deshalb ist Ab» Hilfe hier unbedingt nötig.
Die hiesigen Geschäftsinhaber haben ein reges Interesse daran- daß derartige Uebelstände beseitigt und der Verkehr auf dief leichteste und rafchcste Weife erledigt wird, denn
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WiiMlMkHkdttlM »tt LodrsWk in örr Stnöt ibitge«!
34. Woche. Vom 20. August dis 26. August 1905. Einwohnerzahl: angenommen zu 28 000 (infl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 31,57
nach Abzug von 5 Ortsfremden: 22,28 ü/j®.
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Es starben an:
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Erwachsene:
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in Klammern gesetzten Ziffern geben
an, wie viel
der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
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