Ausgabe 
2.5.1905 Zweites Blatt
 
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Wiesbaden, 1. Mai. Die Feier, die vorgestern abend in derSBalticiHa* von derSprudel"--Gesell­schaft zu Ehren Schillers veranstaltet roorbcn mar, ver­sammelte Alles, was in Wiesbaden zu den Spitzen der Gesell­schaft gezählt wird; diese waren sowohl von den staatlichen Behörden, wie seitens der Kommunalvenvaltung, einer großen Zahl Stadtverordneten, den angesehensten Vertretern von Gewerbe und Industrie erschienen, mit ihren Damen, eine jo glänzende Versammlung, wie sie in unserer Stadt nicht ost sich zusarnmcnfindet. DieTell"-Ouverturc von Rossini leitete den Abend stimmungsvoll ein, von dem auf 60 Mann verstärkten Orchester in sehr gelungener Ausführung vor* getragen. Es folgen leise Geigenklänge, und Präsident Ehr. Kalkbrenner sprach seinen Prolog zur Gedächtnisfeier des 100jährigen Todestages Schillers. Dann trug Otto Kien- schers (vom Residenz-Theater) Schiller-Balladen vor,Das SiegeSfeft",Der Graf von Habsburg". Den Schluß der Feier bildeten die lebenden Bilder, denen eine Vision Schillers voranging.

Marburg, 1. Mai. Die Marburger Schiller­te ter verspricht ein glänzendes Fest zu iverden, das hinter denen größerer Städte nicht zurückstehcn toird. Wie dieO. Ztg." erfährt, wird Prof. Dr. Birt die Gedächtnisrede auf Schiller halten. Ferner wirken Herr Fritz v. Sachs, Regisseur vom Wiesbadener Hofthecvter, mit sowie Fräulein Äanna v. Sachs, Konzertsängerin aus Wiesbaden, die Schillersche Gedichte rezitieren bezw. Schiller-Schubertsche Gesänge vortragen werden. Bon den Marburger Männer­gesangvereinen sind derLiederkrcmz-" undLiederverein" uusersehen, die Feier durch ihre Chöre zu verschönern. Die Aufgabe, die Schiller-Gedächtnisfeier in Marburg, die am Dienstag, 9. Mar, abends! 8 Uhr im Museumssaale statt­findet, möglichst künstlerisch zu gestalten, wird also nach besten Kräften gelöst werden.

* Kleine Mitteilungen .aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim hat Dr. Hofmann, langjähriger Mitarbeiter des Herzspezialisten Dr. Smith, ein Sana­torium eröffnet. Dr. Smith, der Begriinder der modernen Wecbsel- strom-Herztherapie, wirkt dortselbst als Consiliarius. D i e büßende Magdalene des großen Malers Corregto ist, wie aus Kassel geschrieben wird, aus Veranlassung der dortigen Polizei in Dunkelarrest gesperrt worden. Cme Kopie des berühmten Malerbildes das Original ist in Dresden war in einer Buch- und Kunsthandlung in Kassel ausgestellt worden. Auf Veranlassung der Polizei mußte das Bild aus dem Fenster entfernt werden. Da zwei Damen Eigentümerinnen des betreffenden Ladens sind, so ist nicht zu erwarten, daß gegen die Polizeizensur Einspruch er­hoben wird.

Die Rentabilität städtischer Gaswerke.

(Nachdruck verboten.)

Es geschieht heute wohl nur noch ganz ausnahmsweise, baß eine Gemeinde die Errichtung eines industriellen Betriebes mit monopolartigem Charakter, wie es Gas- und Elektrizitäts­werke, Wasserleitungen, Schlachthöfe und Straßenbahnen. sind, dem Privatkapital überläßt. Einerseits aus rein finanziellen, andererseits aus öffentlichen Wohlfahrtsgründen werden die Kom- prunen gezwungen, derartige Betriebe in eigene Regie zu nehmen. Die Scheu, die man früher vor einer solchen Wirtschaftspolitik hatte, ist absolut geschwunden, und man nennt mit Recht den­jenigen rückständig, der die Notwendigkeit kommunaler Gaswerke pp. bestreitet. Natürlich werden unrentable Werke dieser Art ein schweres Kreuz für die Gemeinde sein und den Gegnern der kommunalen Betriebswerke eine wuchtige Waffe abgeben. Wenn ein Werk schon im Keime verpfuscht, d. h. absolut schlecht angelegt ist, so wird eine Abänderung dieses Mangels gewöhn­lich nur unter großen neuen Opfern möglich sein. Anders steht es mit solchen Werken, deren Anlage tut Prinzip, abgesehen von Kleinigkeiten, gesund ist, uttb die doch über eine mangelhafte Rentabilität zu klagen haben. In diese Kategorie gehören na­mentlich die Gaswerke vieler, nicht nur kleiner Städte, von dem großen München angefangeU, bis herab zu dem kleinen west­fälischen Städtchen Kamen. In den beiden genannten Gemeinden um bei praktischen Beispielen zu bleiben war die Entwicklung der Gaswerke weit hinter den ersten Erwartungen zurück geblieben. Es war sehr richtig, daß man sich.mit deut Vorhandensein dieses Zustandes nicht zufrieden gab, sondern Schritte tat, ihm ein Ende zu machen. Interessant ist nun, .daß in beiden Städten die Ursache der schlechten Rentabilität dieselbe war: ungenügen­der Konsum! Der Gasverbrauch für Leucht- und Kochzwecke war nicht populär. Die Vorteile der Gasbenutztmg waren gewiß jedermann bekannt, und doch scheute man sich vor ihrer Anwendung. Der Preis des Gases spielt hierbei gewiß auch eine entscheidende Rolle, aber nicht allein, ja nicht einmal in erster Linie. Weit wichtiger ist etwas anderes: die großen Kosten der Zuleitung des Gases, die ebensowenig der Hausbesitzer, wie seine Mieter auf sich nehmen wollen. Daher beschloß man in München, nicht zunächst den dort ziemlich hohen Gaspreis herabzusetzen das kommt schließlich bei starkem Konsum von selbst, sondern man bewilligte die nicht unerheblichen Mittel, um die kosten- loje Zuleitung in die anzuschließenden Privatgebaude gu ermöglichen. Die ftadt. Gasanstalt wurde ermächtigt, die Zu­leitungen vom Hauptrohr in der Straße bis zum Hauptgasmesser, einschließlich des Setzens des zuletzt Genannten und der Liefer­ung des Haupthahnes auf Konen der Stadtgemeinde herzustellen, wobei die Zuleitung innerhalb der Anwesensgrcnze ohne weiteres in den Besitz des Hauseigentümers übergeht. Ferner darf die Gasanstalt, ebenfalls auf Kostei) der Stadtgemeinde, die Steig- rohrleitunaen vom Hauptgasmess er an in die einzelnen Stockwerke und die Zweigleitungen tmch den Wohnungen auf Ersuchen Her­stellen, wobei diese Leitungen wieder in den Besitz des Hauses übergehen. Doch blieb die Stadt bei diesem echt kaufmännischen Schritt, der in erster Linie dem. bloßen Anschluß zugute kam, und zwar dem Hausbesitzer persönlich, nicht stehen, sondern Nichte auch dem einzelnen Konsumenten entgegen zu kommen, in­dem sie solchen Mietern, dre unter 800 Mark Miete zahlen, unentgeltlich einen Gasautomatcn und eine voll­ständige einfache Gaseinrichtung für Kochen und Beleuchtung aufstellen läßt, wöbet ein einheitlicher Preis von 17 Pfg. pro Kubikmeter festgesetzt wird. Der Erfolgs dieses außerordentlichen Entgegenkommens übertraf selbst die kühnsten Erwartungen der Stadtverwaltung. Ter z. Z. bewilligte Kredit für die erste Neueinrichtung war im Handumdrehen infolge der großen Nachfrage aufgebraucht und es mußten weitere erhebliche Mittel flüssig gemacht werden, was man gern tat, denn produktiver konnte das Geld nicht angelegt werden.

Es muß eigentlich Wunder nehmen, daß München erst so spät zu diesen reformatorischen Schritten gekommen ist. Bereits früher war dieser Weg in der Fachpresse erörtert worden; so remonstrierte einmal dieDeutsche Städtezeitung" an dem Muster­beispiele des städtischen Gaswerks zu Neumünster die Notwendig­keit, den städtischen Gasverbrauch zu popularisieren. In Neu­münster ist das ganz hervorragend gelungen, und die Rech-

209.00

238.87

141.90

244.90

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Oest. Kredit .

Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbatl

Tendenz

VernrNehSes.

* Bismarck als Auskultator. In der beliebten WochenschriftWelt und Haus" lesen wir: Eine köst­liche Episode aus der Zeit, in der unser Altreichskanzler noch im Iustizvorbereitungsdicnst steckte, und die bezeich­nend ist für sein rasch aufwallendes Temperament, sei hier zu seinem Andenken nachträglich erzählt. Das Be­nehmen eines Bauern während einer Protokollau fit ahme ärgerte den jungen Auskultator, sodaß er schließlich in die Drohung ausbrach, er werde ihn hinauswerfen lassen, wenn er sein Betragen nicht ändere.Das .Hinauswerfen ist aber meine Sache", wandte der Stadtgerichtsrat ein,dazu haben Sie, Herr Auskultator, kein Recht."Gut", sagta Bismarck nach einer Pause zu dem Angeklagten, der sich noch immer höchst herausfordernd betrug,wenn Sie sich nicht zusammcnnehmen, lasse ich Sie durch den Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen."

. . 208.75

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. . 142.00

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: ziemlich fest.

ntvtgsbcrichte des dortigen Gaswerkes gehören zu den leuchtend- 'ten Punkten im städtischen Etat. Seit dem Jahre 1871 hat das Werk einen Nettogewinn von rund ein ein Sechstel Millionen Mark erzielt. Der Ueberschuß des Jahres 1891 von 51 060 Mk. war 1903 auf 102044 Mk. gestiegen. Der Selbstkostenpreis teilte sich in dem letztereit Jahre auf 8,84 Pfg. pro Kubikmeter, der Verkaufspreis für Koch- ttnd Heizgas auf 12, für Leuchtgas auf 18 Pfg. Wie populär der Gaskonsum tit Neumünster ist, ersieht man aus folgendem Vergleich. Attf den Kopf der Be­völkerung kämet: in München nur 35 Kubikmeter, in Essen 42, dagegen in Neumünster 80, in Berlin 82 Kubikmeter. Den Hauptanteil beanspruchte die Gaskocherei. Auf sie entfielen allein 57,70 Prozent gegen nur 9 Proz. in Liegnitz und 40 Vroz. in der am günstigsten stehenden Großstadt, in Straßburg i. E. Das ist kein Zufall, sondern erreicht worden durch folgende Maßnahmen: unentgeltliche Legung der Zuleitungen hinter der Bauflucht bis zu 10 Meter pro Gasmesser, kostenfreie Herstell­ung der Gasmesserverbindung, Abgabe bester Gasapparate zum Selbstkostenpreis, unentgeltliche Reinigung und Justierung der- elben.

In der Stadt Kamen lag das Uebel daran, daß die Gasanstält 'irr einen weit höheren Konsum eingerichtet worden ist, als zi:r Zeit vorhanden. Dort fehlt dem Gasverbrauch die so not­wendige Popularität. Die Stadt hat sich daher entschließen müssen, fortan nicht nur bie Zuleitungen auf ihre Kosten zu legen, sondern auch noch wieder erfreulich kaufmännisch zwei Acquisiteure anzustcllen, welcheAbonnenten sammeln" sollen. Die Kamener Stadtväter werden hoffentlich ihre Freude an diesem Entschlüsse erleben, beim wo immer ähnliche Maßnahmen getiwffen worden sind, da ist der Erfolg noch nie ausgeblieben.

Wenn heute noch Stadtgcmeindennotleidende" Gaswerke, die im übrigen gut eingerichtet sind, haben, so ist das ihre eigene Schuld. Ein Gaswerk ist ein industrieller Betrieb und will nicht nach den Prinzipien des grünen Tisches verwaltet sein, ändern nach den Grundsätzen des rechnenden Kaufmannes. .Den Konsum durch geeignete Maßnahmen zu heben darin einzig liegt das Geheimnis der Rentabilität, nicht nur bet Gaswerken.

Kisenbahn-Zeitung.

DieBerl. pol. Nachr." melden: Die Vereinfachung der Personentarife wird am 5. Mai in Berlin auf einer Kvnferenz preußischer und außerpreußischer Eisenbahnvertreter beraten. Minister v. Budde beteiligt sich an diesen Verhand- handlungen. Die Verhandlungen über die Herbeiführung einer Betriebsmittelgemeinschaft werden am 29. Mai in! Berlin wieder ausgenommen.

Spielplarc der vrrrimyten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.

Dienstag den 2. Mai *):Tie Afrikanerin." Mittwoch den 3. Mai geschlossen. Donnerstag den 4. Mai:Götz von Berlichingen." Freitag den 5. Mai geschloffen. Samstag den 6. Mai.Die Hugenotten." Sonntag den 7. Mai:Der Troubadour." Montag den 8. Mai geschlossen. Dienstag den 9. Mai: Zu Schillers Gedächtnis:Das Eleusische Fest." Hieraus:Die Zauberstöte."

Schauspielhaus.

Dienstag den 2. Mai*)< Schiller-Zyklus, 4. Abend:Maria Stuart." Mittwoch den 3. Mai: Letzte Wiederholung des Vor­trags-Abend. Gedichte von Friedrich Schiller. Donnerstag den 4. Mai: Schiller-Zyklus, 5. Abend:Wilhelm Dell." Freitag den 5. Mai:Kabale und Liebe." Samstag den 6. Mai: Schiller- Znklus, 6. Abend. Net: einstudiert:Don Carlos." Sonntag den 7. Mai:Don Carlos." Montag den 8. Mai:Die Räuber." Dienstag den 9. Mai: Schiller-Zyklus, 7. Abend. Todestag Friedrich Schillers.Demetrius". Hieraus:Das Lied von der Glocke." Zum Schluß:Epilog zur Glocke" von Goethe.Lebendes Bild."

) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.

Offenbach, 1. Mai. Bereits seit einer Reihe von Jahren befindet sich die deutsche Lederindustrie, so schreibt dieOff. Ztg.", in einer schwierigen Lage, die in erster Linie durch die unverhältnismäßig hohen und fortgesetzt steigen­den Preise der Rohmaterialien für die Lederbereitung bedingtest und noch wesentlich durch die ausländische Konkurreitz verschärft wird. Durch die Neuordnung der deutschen Zollpolitik wird aber die deutsche Lederindustrie voraussichtlich noch in eine weit schlim­mere Lage gedrängt werden, weil sie infolge der Erhöhung der Zölle aus Gerbmaterialien um etwa 5 Psg. pro Kilo im Durch­schnitt nach sachmännischer Vercchnimg vom Jahre 1906 ab rnnd 4 Millionen Mark jährlich mehr aufbringen muß. Dabei werden diejenigen Zweige der Lederindustrie, die verhältnistnäßig vrel überseeische Gerbmaterialien bei der Herstellung ihrer Leder ge­brauchen, d. i die Fabrikation schwerer Ledersorten, welche am wenigsten lohnend ist, von der Erhöhung der Gestehungskosten der Gerbung am stärksten betroffen werden. Um nun der deutschen Lederindustrie einigermaßen einen Ausgleich zu Bringen und ihr eine Erleichterung zu schaffeit, hat die Handelskammer Offenbach, einem Wunsche des Zentralvereins der deutschen Lederindustrie Folge gebend, in einer ausführlich begründeten Ein­gabe an das Großh. Ministeriunt der Finanzen , wie an die Eisenbahn-Direktionen Frankfurt a. M. und Mainz das Er­suchen gerichtet, an maßgebender Stelle für eine Ermäßigung der Eisenbahnfrachtsätze für Rohmaterialien zur Leder- bereitimg efnzutreten und zwar derart, daß sämtliche vegetabilsiche Gerbstoffe gleich der Lohe in den Spczialtarif III und die

Kandel vrb AerKekr. Aotkswirischast.

Berliner Börse vom 1. Mai 1905.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/* Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

gesalzenen Häute und Felle aus dem Spezialtarif I in den Spezialtarif II versetzt werden. Eine derartige Frachtermäßigung würde nicht nur im Interesse der beteiligten Unternehmer- und Arbeiterkreise, sondern auch aus Gründen der Nationalverteidigung im vaterländischen Interesse gelegen sein: denn nur dann wird die deutsche Lederindustrie imstande sein, im Mobilmachungsfalle dre alSdann benötigten großen Mengen Leder zu liefern, wenn in Friedenszeiten die Vorbedingungen zu^ einer kräftigen Entwick­lung und hohen Leistungsfähigkeit erfüllt sind.

Die medizinische Fakultät verliert in dem Entschlafenen, den wir heute zur letzten Ruhe geleiten, ihren Senior, einen überaus

Erhöhungen der G e t r e i d e s r a ch t e n. Der bedeutende Preisrückgang für Weizen an den Sorten Nordamerikas hat bereits ein lebhaftes Exportgeschäft von amerikanische mund kanadischem Weizen und Mehl nach Europa zur Folge gehabt. Die Folge davon war, daß bie Fraehtnalen für Verschiffung nach ben euro­päischen Küsten nicht unwesentlich erhöht würben. So nach Ham­burg um 8/< Mk. pro Tonne, auf 88/<9 Mk. gegen seitherige 881/4 Mk. pro Tonne. Im übrigen tft ben Berichten bet Ein- cimiatier Fachblätter zu entnehmen, baß bie jüngsten Niederschläge bas Wachstum der Halmfrüchte ungeachtet ber kühlen Witterung sehr geförbert haben. Somit finb auch die Aussichten auf eine gute Ernte wesentlich gebessert.

DerRheinisch-WcstfälischeEffckten markt? Der KohlenknrenmLvkt war heute etwas fester bei weuig veränderten Kursen. Mont Cenis würben mehrfach zu erhöhten Preisen gehandelt. Ferner fanden verschiedcntliche Umsätze statt in Graf Schwerin, Augusta Viktoria, Dahlhauser Tiefbau und Gottessegen. Am Kalikuxenmarkt wurden heule von schweren Werten Glückmsi bei Sondershausen und serner von leichten Werten Hansa Sikberberg und Einigkeit gesucht. Das übrige Gebiet lag vollständig ruhia. Von Erzkuxen Wild- berg höher gesucht. Sonstiges ruhig.

AvSM svs den StenitsrnnfsmiBriu btt Stabt Gittzkv.

Aufgebote.

20. April. Ab am Hettche, Postbote dahier, mit Marganüe Fritz in Treis a. d. Lda. 22. April: Franz Stein, Lehramtsaffeffor in Dieburg, mit Emma Hmistein dahier. 26. Avril: Wilhelm Klein, Heizer dahier, mit Henriette Tröller Hierselbst. Ludwig Beck, Kaufmann dahier, mit Irma Schuster m Mannheim.Karl Johann Konrad Heckmann, Dtetzger dahier, mit Elisabethe Häuser in Watzenborn. 27. April: Heinrich Prescher, Schuhmacher dahier, mit Atarie Schätz Hierselbst. August Wehrheim, Lehrer dahier, mit Karoline Müller Hierselbst. Heymann Süskind, Kaufmann in Fürstenau, mit Frieda Keßler dahier.

Eheschließungen.

22. April: Hermann Wörner, Lehrer in Wallerstädten, mit Lina Franz hierselbst. August Rück, Kutscher dahier, mit Auguste Hermine Kunz hierselbst. Karl Huber, Sergeant in Lahr, mit Katharine Tonges dahier. 27. April: Karl Schnell, Bäcker dahier, mit Anna Opper hierselbst.

Geborene.

15. April: Dem Kaufmann Georg Karl Hüttenberger eine Tochter. Dem Bürgermeistereigehilfen, Finanzasvirant Kart Tresor eine Tochter, Luise Ottilie. 18. April: Dem Wirt und Spezereihändler Johannes Marker eine Tochter, Hedwig Karola. Dem Schlosser Jakobus Sigismund ein Sohn, Friedrich August Wilhelm. 19. April: Dem Fabrikanten Ernst Vletz eine Tochter, Erna. 20. April: Dem Straßenkehrer Johann Theodor Löber eine Tochter. Dem Oekonomen Heinrich Zölzer ein Sohn, Karl Wilhelm. 21. April: Dem Kellner Ludwig Riehl ein Sohn, Hans Fritz Justus Lildwig. 22. Dem Eisenbahnschafiner Adam Zinn ein Sohn. 24. Dem Bahninvaliden Friedrich Försterling eine Tochter, Elise.- Dem Schlosser Franz Bevler ein Sohn. 25. Dem Spenglermeister Emil Dörr ein Sohn, Wilhelm Georg. Dem Kellner Martin Stockert eine Tochter, Amia Eva.

Gestorbene.

22. April: Valentin Ludwig Konrad Heinrich Pfeifer, 2 JahrL alt, Sohn des Taglöhners Ludwig Pfeifer. Georg Schneider, 61 Jahre alt, Gendarm i. P. dahier. 25. April: Helene Schmidt, geb. Schmidt, 51 Jahre alt, Ehefrau des Tanzlehrers und Barbiers Ferdinand Schmidt dahier. Luise Best, geb. Klotz, 22 Jahre alt, Ehefrau des Zahlmeister-Aspiranten Wilhelm Best dahier. Sophie Menz, geb. Kranig, 44 Jahre alt, Ehefrau des Maurers Adam Menz dahier. 26. Christian Mai, 46 Jahre alt, Kutscher dahier. 27. Anna Katharine Thomas, geb. Schlaffer, 77 Jahre alt, Ehefrau des Straßenkehrers Nikolaus Thomas dahier. Heinrich Hornseck, 56 Jahre alt, Mahnbote dahier. Jrrlius Paul, 27 Jahre alt, Gärtner dahier. 28. Emil Weißbäcker, 38 Jahre alt, Sieb­macher dahier. Wilhelmine Schwan, geb. Pburg, 77 Jahre alt, Rentnerin dahier.

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Der Kinder Wohl und Wehe

bildet besonders in den Entwickelungsjahren die größte Sorge der Eltern. Trotz aller Vorsicht und Pflege kommt es bei sich rasch entwickelnden Kinder vor, daß eine Störung im Ernährnngsleben eintritt. Das Blut ist nicht im Stande die Lebens- und Ausbau­stoffe so rasch und in solchen Mengen herbeizuschaffen, wie sie der junge Körper in seiner, sich int schnellen Tempo vollziehenden Ent­wicklung gebraucht. Da aber alle Lebensstoffe für die einzelnen Organe tmferes Körpers nur durch das Blut herbeigefchafft werben können, so leuchtet es gewiß Jebem ein, wie groß bie Anforderungen sind, die dann an das Blut gestellt werben. Wer mehr bergeben soll, als er besitzt oder einnimmt, wird bald am Ende sein. So ist's auch beim Blut. Die Folge der Mehrhergabe an Aufbaustoffe und nicht genügender Ersah derselben führt zu ben Erscheinungen, bie wir bei schnell wachsenden und in der Entwicklung begriffenen Kindern häusig beobachten. Das blühende Aussehen schwindet, die Augen fmb matt uni) eingefallen, anstatt fröhlich unb ausgelassen zu sein, werben sie traurig, finb immer mübe, haben keinen Appetit, klagen über alles Mögliche. Dann ist es die höchste Zeit, energisch emzugreifen unb sich die neuesten wiffenschaftllchen Erfahrungen zu Nutzen zu machen. In solchem Stadium Helsen Kinder- unb Haser- mehle, Hämatogene, Lebertran u. s. w. nichts, es müffen blut- bilbenbe Faktoren ingenügenderQuantität zur Anwenbung gelangen. Wir besitzen heute, bank ben langjährigen umfaffenben Versuchen ein solches billiges Jbeal-Kinbernährmittel in bentBioson". Aus bem Eiweiß der frischen Milch, frischem Eigelb, löslichem Eisen- und Kakao-Zusatz hergestellt, leistet es für schwächliche, in der Ernährung zurückgebliebene, rhachitische, skrophulose Kinder geradezu Erstaunliches, sodaß man mit vollster Berechtigung sagen faim, daß jede Mutter eine große Unterlassung begeht, wenn ft em ben angegebenen Fallen ihre Kleinen nichtBioson", trinken laßt. Ganz vorzüglich ist es auch, ben gehtnben Kinbern in ihrer Ent-^ lvickelung von Zeit zu-Zeit Bioson, entsprechenb in Milch verbunnt^ eine Zeit lang als Morgengetränk zu geben, rote jeher Arzt be­stätigen wirb.

Das Bioson ist in ben Apotheken, Drogerien u. s. ro. ba§ /2 kg Mk. 3. erhältlich, woselbst auch bie l)ochintereffante Broschüre Die Bluternenerungs-Kur" von Pr. Rob. Schultze und bte amtlich beglaubigten Berichte vieler hunbert Aerzte in tausenben von ,-sällen gratis zu haben ist. Bioson ist wohlschmeckenb, letcht herzustellen unb kann am Morgen anstatt Kaffee ober Tee getrunken werben^ ivoburch auch der nachteilige Einfluß ber letzteren auf bie Nerven, ben Magen usw. wegfällt. Bioson spart ben Eltern viel Gelb, weil seine Anwenbung täglich nur wenig kostet unb teuere Eisen- mittel, Hämatogen, Nährpräparate, Lebertran usw. überflüssig macht. ' b7/<

Eine Mutter sagt er froh der «deren, HZ Anorrs Hafermehl ein kostbares natürliches Präparat besitzen, das keinem der Binder vorenthalten werden darf! *Es steht fest, ^si man mit Knorrs Hafermehl durch Zusatz von Kuhmilch ein der Muttermilch an Nährwert nahezu aleichkommendes Getränk erhält, welches den Säuglingen bestens bekommt und bei dem sie vorzüglich gedeihen. Knorrs Hafermehl wirkt blutbildend, gibt straffe Muskeln und begünstigt vorteühaft einen festen Knochenbau, weil es viel von dem für die Knochenbildung unerläßlichen Phosphor enthält. Dies dürfen die Mütter im ^ntereste des Kmdeiwoples nie vergehen.