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01/03/1905 Drittes Blatt
 
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Mg. Brubn (Autiill spricht namentlich gegen die Waren­häuser, bereit Sumo - den ganzen Mittelstand zu Grunde richte. Ter S?aui:evb.u;frcl sollte ausschließlich gestattet )cm mit selbst gefertigten Waren. . r, 1Tfvr

Hierauf erfolgt Vertagung auf morgen 1 Uhr, ^epiuf; n uyr.

Kejjljcher cSanOtag.

R. B. Darmstadt, 28. Febr.

Am Minislerlis ! : Fiuar;;minister G n a u t h, Geh. Oberbau­rat Eout mann, Geh. Oberfinanzrat Rohde, Mm.-Rat

President Haas eröffnet die Sitzung^urn 10V2 Uhr. T-as Haus setzt die E t a L s b e r a t u n g beim Kap. 10:

Staatseisenbahnen

Finanzniinister Gnauth erklärt, er habe sich die Beant­wortung auf verfchrcdene Anfragen aus dem Hause bis zur Spc- zialberatuug d'.eseo Kapitcrs oorbelxilten. Beziiglied der chen- I'ionsbcträge der Beamten der früheren hessischen Kudwigsbahn sei die Llchuoahndirektion Mainz um genaue Mitteilungen crlucht rvordeu -ree bericht n i rer^ogert lvorden durch den Umstand, das; die früheren Beamten dieser Bahn auf eine Anzahl anderer Eisenbahnvezute bruciit wurden. L^> dürfe aber jetzt schon ge­sagt werden, da;> d2 d^egieli-na d lc eiter Zahlung der hoheii ^-ension-vetrage dieser Beamten als eine ungewöhnliche Harte empjindet. Er sei deshalb gewillt, das Gesuch der Beamten der ehemaligen hessisnxn Ludwigsoahn zu unterstützen.(Beifall) und er hoffe, obgre^u! in einem früheren Präzedenzfall eine Ablchilung erfolgte, das; in diesem Falle ausnahmsweise eine Herabseuung der Beiträge zugeoilligr werden, wird. (Beifall.- Weniger befriedigend sei die An, rage des Äbg. ^eiinger bezüglich der Bahnwarrer in Bensheim, dagegen tonne iu dem Abgeordneten <iuf senie ireitere An,rage 111 luciicn., daß der 9ccuvau eütcv ^ota- tioichgeoäudes zu Grcß.bll-lwyei.n für das Etatsjahr 190(5 in Aussicht genommen sei. Er v.'stc, das; dabei auch die fpezielleren Wünswe der Aüg. nieten Ber^asichtigung finden würden.

Abg. Dr. Heio en re ich bestirwort das schon früher von ihm angeregte Pro/ell einer Eisenbahn Wahlen-Hammelbach.

ALg. Schmalbach bespricht die E^selioahnverhältnisse im Vogc-l'chrg uno befürwortet den Lau der Bahnstrecke Mücke- H^Aeg.^B^'tHan regt den Bau einer Linie Wendelstcin-Baden- Heim-Kreuznach an. fyvt.pr,.. c

Aba. _r. o- r e n a h beleuchtet verickiedenc Mißstände aus dem Bcchnros L.nsp-eim, dessen Anlagen bei dem außerordentlich leb­haften Lerne, r gchichia- ungenügend seien. Es seien schon so viele Beschwerden dagegen erhoben worden, aber cs bleioe noch immer alles beim ab .11. Eo würde doch sehr bedauerlich sein, wenn man mir der Aohllfe der Ai-fzstände so lange wartete, bis ein schwerer 1 nt।alt b.. -i 5.junge. _ ~w letzteren bezogen sich sowohl auf dr.s Stationsgebäude, wie aus die tjeleisanlagen und die völl.g lalzulüngiichen A a- .awergauge. Are Uutersuchung des Eisenbahnunfalls im Sommer v. habe oargetan, daß nicht die Schuw barmt den Beamten, sondern lediglich die unzureichen­den ANchgen berr-esic. Es sei dringend ersoroerlich, hier schlcu- nigst Abh.ifc zu chchsfeu.

Abg. wcorttzan den Wunsch nach Anlegung einer Haltestelle in Siwrheim bei Oppenheim aus.

Abg. Rest fragt naci/ dem ^w.no des Bahnprojekts Als- feld-öj ers j e ld und Alsfeld-lllri chste tn und wünscht bessere Zugverbinoung zwischen Gietzen-^ulda und zwischen Frank­furt und reu r.us üsfen rraa, dem Vogelsberg.

Abg. Pennrich begründe' in einer längeren Tarlegung das Verlangen, das; die aufgehobelte Trajertveroindung auf dem Rhein zwischen Bingerbrück und Büdesheim wieder hergestelll werden möge. Falls das nicht angängig sei, entpfiehll Redner, den Bau einer festen Rheinbrücke zwischen Bingen und ul 11 b e5 veim in Erwägung zu ziehen.

Abg. Stopler führt aus daß die Stadt Schlitz bei dem Bau von Euenbahuen immer als Ltiefist.d behandelt worden seü Jetzt hatten dw Bewohner und die Standesyerrjchaft den

dringenden Wunsch, einen Bahnanschluß nach Hersfew zu er­halten und er bitte, das demnächst in diesem Sinne erfolgende Gesuch der Schlitzet Bewohmr unterstützen zu wollen. Auch die Strecke Schlitz-Nicder-Aula empfiehlt Redner dringend der Be­achtung der Regierung.

Abg. T a m m beklagt den mangelhaften Betrieb der Strecke Friedberg-Nidda; die nur 25 Kilometer lange Strecke werde erst in 1 Stunde 16 Min. durchfahren, die Züge liefen also viel langsamer, als die elektrischen Bahnen in den beleb­testen Straßen großer Städte. 'Redner bedauert auch, _ daß der Schnellzug ab Frankfurt 11,15 Uhr abends, der seit 15 Jahren in Friedoerg hiell, jetzt plötzlich nicht mehr in Friedberg, sondern erst in Butzbacl) hielt. Der schon 10,37 ab Frankfurt in Friedoerg haltende teuere D-Zug sei kein genügender Ersatz dafür. Man habe also Friedberg mit seinen 10 000 Einwohnern zurückgesetzt zu Gunsten von Butzbach mit nur 3000 Einwohnern. Tas habe allerdings auch eine kleine Garnison und da wollte man wohl einigen Offizieren ein Entgegenkommen zeigen.

Vizepresident Reinhart macht darauf aufmerksam, daß noch 12 Redner zum Wort gemeldet seien und das Präsidium die feste Absicht habe, die Beratung des Eisenbahnetats heute noch ohne Pause zu Ende zu führen.

Abg. Orb spricht den Wunsu) nach Errichtung einer Halte­stelle bei Tieteshcim uub bringt daun in umständlichen Ausführ­ungen Beschwerden iu Betreff der Ucberfüllung von Arbeiter- zügeu usw. vor und beklagt dann verschiedene Mißstände auf dem Offenbacher Ost-Bahnhof.

Fiuanzminister Guauth teilt die bis jetzt vorgebrachten Wünsche in drei Kategorien, solche örtlicher Art, solche allge­meiner Art und in Nebcnbahuschmerzcn im besonderen. Abg. Tr. Frenay habe eigentlich mit seinen Klagen offene Türen ein- gerannt, denn das Bedürfnis nach einer Verbesserung der Bahn­hofsverhältnisse zu Bensheim werde auch von der Eisenbahn­behörde voll anerkannt. Tas Halten noa- weiterer Schnellzüge in Bensheim sei nickst gut durchführbar, da schon 11 solcher Züge nach jeder Rickstung dort hielten. Für die Errichtung einer Haltestelle in Dienheim, wie sie Abg. Molthan wünsche, sei nach den angestelllen Ermittelungen ein Bedürfnis nicht vorhanden. Dem Abg. Tamm erwidere er, daß die langsame Fahrt auf der Strecke Friedberg-Nidda durch die vielen Haltestellen bedingt werde. Tau Wunsch nach Wiedereinführung der Halte­stelle Friedberg für den AbendsQ)ncllzug ab Frankfurt 11,15 Uhr werde er unterstützen. Abg. Orb hätte den Beschwerdeführern empfehlen sollen, ihre Wünsche zunächst in das Beschwerdebuch einzutragen, dann wäre sicher eine Untersuchung und Abhilfe erfolgt. Er, Redner, werde die Beschwerden einer nachträglichen Prüfung unterziehen. Abg. Pennrich habe cs als ein Tarif- kuriosum bezeichnet, daß nach Beseitigung des Trajektverkehrsi ein Frachtstück von Bingen nach Rüdeshcim, in der Luftlinie ca. 3 Kilometer, jetzt über Mainz nach Rüdesheim befördert werde und eine Strecke von 59 Kilometern durchlaufen müsse, für die auch volle Fracht angereüuct lücroe. Dieser Beförderungsweg sei doch jetzt der einzig mögliche. Tie Regierung habe aber letzt das darüber vorliegende Material gesammelt und der Eisen- bahnverwallung übergeben, in der Hossnnng, daß sich vielleicht im Interesse der Stadt Bingen irgendwie eine Abhilfe schaffen lassen werde. Ter Herr Minister geht dann auf die zahlreich vor­gebrachten Nebcubahnschmerzen näher ein. Es sei unmöglich, alle hier geäußerten Baynoauwünsche zu berücksichtigen. Tie bis jetzt vorgeschlagenen Projelte umfaßten eine Länge von etwa 420 Kilometern und erforderten einen Kostenaufwand von circa 38 Millionen. Tie heutigen Projekte allein schon ca. 10 850 000 Mark. Tie Regierung beweise mit dem angekündigten Projekt der drei neuen Nebcubahnstreaen, daß sie auu; auf diesem Gebiete langsam weiter fortschreiten wolle, cs könne aber nicht alles auf einmal geschehen. Für die Bahnlinie Wahlen-Hammelbach sei kein dringendes Bedürfnis vorhanden; die vom 2Cbg. Schmal­bach in Anregung gebrachte Linie pNücke-Ulrichstein-Rixfeld würde einen Kostenaufwand von 3 750 000 Mark erfordern, und dazu werde sich wohl niemand verstehen wollen. Zu den beiden älteren Bahnprojetten im Bogetsberg sei jetzt auch noch ein Bahnprojett AlSicld-lllrichstein-Schotten hinzugctommen, die Regierung werde

aber wohl nur zwischen den beiden älteren Projekten zu wählen haben und vielleicht einer Linie Mücke - Ul r i ch st e i n mit einem Stichbahnanschluß n a ch dem s e h r r e g f a m en Groß-Felda den Vorzug geben, vorausgesetzt, daß ,ich die nötigen Interessenten für den Bau der Bahn zusammenllnden. Im allgemeinen müsse er noch darauf aufmerksam machen, daß v 0 n keinem Staat in der ungefähren Große Hessens und, keiner preußischen Provinz unser Gr 0 ß her z 0 g t u m Hinsicht-* Lid) der Dichtigkeit des Eisenbahnnetzes über­troffen wird. Und wenn da der Finanzminister in Rück­sicht auf die Eisenba.hu schuld und die allgemeine Finanzlage nicht sofort auf alle Eisenbahnwünsche aus dem Hause emgehe, sondern ein langsameres Tempo cinschlage, so werde man ihm wohl einige mildernde Umstünde zubilligen müssen. (Heiterkeit und

Ta noch eine Anzahl weiterer Redner zu diesem Thema vorgemerkt sind, wird die Sitzung um Uhr abgebrochen und auf morgen früh 9 Uhr vertagt.

Hessische Landeshypothekenbank.

Die Gesellschaft hat nach ihrem bereits von uns erwähnten Geschäftsbericht im Jahre 1904 den Bestand der Hypotheten- 'orderungen von vorfahrigell 9,24 Mill. Mk. um 15,43 aui 24,68 MUl. Ml. denjenigen der Koinnumaldarlehen von 2 901065 Atk. um 3 303 482 Pik. aui 6,20 Mill. Att. zu lietgern Gelegenheit gehabt, so daß die Gejamljurnrne der Darlehen 30 891 356 Mk. beträgt. Es ivurde auch im Berichtsjahre an dem Tilgungsiysteui ie|t= gehalten. Tie vom Darlehnsgejchäst. beanspruchten Mutet founteii zu günstigen Kursen beschafft weroen. Es luuroen abgejegt 12,84 Mill. Mk. 3'/zproz. Pfandbriefe, 3,76 Mill. Nik 3'/,proz. Kommnnal- obligationeu. Die unterm 1. Juli durchgeführre Erhöhung des Aktienkapitals um 4 600 000 Mk. auf 9 Mill. Mk. hat sich durch deu lebhafleu Gejchäfisgaug als ivohlbegründct erwiesen. Boni Staat wurden dabei 4 362 ÜOO 'Dlf. üDecnommeii, voii kommunal- verbäudeu uni) Sparkassen 38 000 Alk. Der Staat hat nunmehr 8,3 Rilll. Mk., d. h. 92 Proz. des Grundkapitals der Gesellschaft un Besitz. Ter Generalverjamniliing soll cm Antrag auf Ge- nehmigiing der Errichtung eines eigenen Bankgebaudes unterbreitet werden.

Der Reingewinn des Instituts beläuft sich aus 288425 Mk. (i. B. 66 826 Atk.) Hierzu tritt uoch em Vortrag von 14 775 Alk. Voii de>i somit verfügbaren 303 201 Nlk. iverden 30 320 Atk. 10 Proz. dem Reservefonds zilgelvlesen, 204 000 'UiC. als Dividende von 3 Proz. auf 4,6 Mill. Mk. für 1 Jahr, auf 4,4 Mill. Mk. für 6 jJiouaie verteilt, 5181 Mk. zu Abschreibungen re. verwendet imb 63 700 Mk. (i. B. 14 775 Mk.) aui neue Rechnung vorgeiragen. Die un Vorjahr ausgesprochene Schätzung, daß das erhöhte Griindkapital eure Verziusimg voir 3 Proz. erfahren rverde, hat fiel) hiernach erfüllt. Für das laufcnöe Jahr nimmt sie der Bericht unter dem üblichen Vorbehalt mit 3>/, Proz. m Aussicht, so das; dem Staat aus ferner Kapitaleinlage kein Ausfall mehr erwachsen rvürde.

Im Darlehensgeschäft vollzog sich der Eingang von An» trägen wäh.cad des ganzen Jahres ziemlich gleichmäßig. Es ivurden Hhp-- hek- uni) Kommunaldarlehen mit einem Gesamt­betrag von 23,18 Mill. Mk. bewilligt. Die im rlaufe des Jahres siattgehabten freiwilligen Bertäufe ergaben in 66 Fallen, die 62 städilfche und 4 ländliche (Grundstücke betrafen,' insgesamt emen Erlös von 2,08 Mill. Mk. bei einem Gejamtbetrag der ortsgericht- lichen Schätzungen von 1,87 Mill. Mk., wovon 55,3 pEt. beließen ivaren. An Zwangsversteigerungen war die Bank niir in 4 Fällen beteiligt, in denen f amtlich das Verfahren nicht von ihr beantragt war. Die Zilifeueiugäuge vollzogen sich befriedigend. Der Tllgungs- bcitrcig ivuviDe im Berichtsjahr in allen Fällen auf mindestens 1/2 pEt. festgesetzt, häufig aber aui Wunsch der Anleiher hoher ge­griffen. Die planmäßige Gefamitilgimg berechnet sich auf 0,79 436 Prozent. Tie Bank hofft tu künftigen Jahren uoch mehr zur B e f s e r u n g der W ohnungsnot durch Bereitstellung der erforderlichen Kapitalien beitragen zu können und wird die Be- ftrebungeu auf diesem Gebiete auch fernerhin unterstützeru

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