Ausgabe 
17.1.1905 Zweites Blatt
 
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im Innern

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* * Lieb' Klschen, was hast bit * *

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wurde beibehalten, die Oeffnung aber wesentlich niedriger und mit vorspringendem Dach gehalten, da es nach. Westen weist. Das Ganze hat die Form des Achtecks. Ta der Tempel an einer Böschung von 4 Meter steht, kann man das Untergeschoß als Pr-oberanm ftir die Kurkapelle be­nutzen. Die jetzige Derrassen-Treppe wird durch eine neue ersetzt, weil sie baufällig ist. Bei Her Neuanlage ist eine kleine Brunnenanlage geplant.

Fr an ken b a ch . 15. Jan. Mittwoch, den 1. Februar vormittags 11 Uhr soll die hiesige Gemeindejagd auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Sie umfaßt zirka 378 Hektar Wald mit) 400 Hektar Feldjagd mit einem ganz vorzüglichen Wildbestand.

für alle Toiletten-Z wcoke! zollfrei! Muster an Jedermann!

Nur direkt v. Seidenfabrkt. Henneberg, Zürich.

Ans MM und La>»d.

Gießen, den 17. Januar 1905.

* Stadttheater. Die gestrige Vorstellung des japanischen Theaterensembl-es hatte nicht so zahlreichen Besuch auszuweisen, wie man hätte erwarten können. In mancherlei Beziehung verdiente diese Veranstaltung volles Interesse. Mle die, denen ein Schritt außerhalb der Linie unserer eigenen kulturellen Entwicklung die Erkenntnis gibt, daß unsere künstlerische Kultur, auf trautem, heimat­lichem Boden in uns erwachsen, ein uns begleitender Besitz ist, tote im persönlichen Leben Liebe und Freundschaft, mochten wohl gern und mit unbedingter Achtung und Teil­nahme einen Blick hüt in die Seele jener fremden Rasse, die, Jahrhunderte völlig vott uns geschieden^ neuerdings durch ihre Gelehrigkeit und ihr Verständnis für unsere Eigenart uns in so hohes Erstaunen setzt. Matt konnte bei so flüchtiger Bekanntschaft natürlich nicht den Wert er­messen, den diese Spiele dem Kunstsinn des kleinen Menschen­schlages im fernen Osten bedeuten, und unser ästhetisches Mögen hatte eine harte Nuß zu knacken. Zunächst: wir verstanden nichts. Kein Dolmetsch brachte uns Licht in diese wenig klangvolle fremde Sprache, und das gedruckte Textbuch berichtete nur ziemlich trocken, was da ungefähr vor sich gehe. Tie Bühnenvorgänge an sich waren äußerst lebhaft und wohl begreiflich Messerstiche und Blutvergießen sind leider auch uns nichts unbekanntes, und wenn man von den gestern gesehenen dramatisches Erzeugnissen auf die allgemeine Eigenart dieser Kunst­gattung in Japan schließen könnte, so würde man sagen dürfen, daß sie sich eng mit dem Leben deckt und fast einfach nur die Wirklichkeit zu reproduzieren sucht, ohne dem Leben und der Nahtr einen tieferen Sinn beizumessen.

Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Llond.

In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz.

Bremen, 13. Im,. (Per transatlantischen Telegrapb.) Dep Toppelschrauben-VostdampserBreslau", Kapitän H. Prager, ootm Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 4 Uhr morgend wohlbehalten in Newyork angekonunen.

Familien-Nnchrichten.

Verlobte: Elise Lindau, Butzbach, Ludwig Nenschäfevz München. _ . .

Gestorben: Herr Friedrich Wilhelm Krauß, Bad-Nauheirm Herr Sally Buch, Kassel. Frau Georg Habicht Witwe, geborene, Duchardt, Lauterbach. Frau Jacobine Wolff, geb. Bock, Darmstadt.

Wochenmarkte zu Tilsit auf dem SHenkendorfplatz hielt ernej Bauersfrau aus Dwischacken einen Korb Eier zum Verkauf. Sie, verlangte 7 Pfg. pro Ei und ließ sich durch nichts zu einem niedrigeren Preis bestimmen. Als der Marktschluß nahe war,'' ohne daß sie mit ihremfesten Preise" durchdringen konnte, wurde sie sehr erregt; plötzlich ergriff sie ihren Kvrb, ging Nach der Garnisonstraße und warf ihn nut den Worten:Uck nicht een Pfennig billiger!" mit solcher Gewalt ans die Straße, daß auch nicht ein Ei heil blieb. Nun erst war ihr Aerger verflogen:! sie nahm ruhig ihren leeren Korb auf den Arm, warf noch einen' letzten Blick auf diegelbeit Trümmer" der Erzeugnisse ihres> Hühnerstalles und verließ dann unter großer Heiterkeit des! Publikums den Markt.

* Kleine Tageschronik. Die Verlobungsanzeige deS' Fräulein Bertha Krupp mit Dr. rned. W. Heck in Rhevdt beruht auf einer Mystifikation. Der Sekretär des Vereins , Berliner Künstler, Hauptmann a. D. Barth, ist v e r> hastet worden. Er soll Gelder in Höhe von 25 000 M k. unter­schlagen haben, die bei der Dresdener Bank hinterlegt warem Bereits seit mehreren Tagen befand sich Barth nicht mehr in seiner Stellung, er stellte fich schließlich selbst der Behörde. In Bern erschoß sich autdemBalle der ru s s i sch e n Studenten^ l der anläßlich des Neujahrs ftattfand, der 24 jährige Doktor derj Philosophie, Reichesberq. In Berlin ist ein neuerj Vandalismus in der Nacht verübt worden. Ruchlose Hände, beschädigten in derselben Weise wie früher die Lessingbrücke undj das Amtsgericht und Landgericht I in der neuen Friedrichstraße, jetzt die Moltke- und Alfenbrücke. In Aachen zog sich beim. Einsargen einer Leiche ein Schreinermeister eine HaudoerletzuuO zu, die sofort einen äußerst gefährlichen Charakter annahm. Trotz | der fürsorglichsten ärztlichen Behandlung ist er nach überaus! schmerzlichen Leiden der Blutvergiftung erlegen. Die Schulden des flüchtigen Notars Rosenbaum in Solingen beziffern-

I sich nach genauer Feststellung auf 80 000 Mark unterschlagene: Depositen und 30 000 Mark Piuvatschulden. Für diese Summa von 110 000 Mark sind zur Deckung vorhanden etttrc25 000 Mark bar und der Wert des Wohnhauses des Notars, der auf 37 000 Mk. geschätzt wird. Von dem Flüchtigen selbst fehlt bis jetzt noch jebe Spur. In Wien verletzte sich der Tiroler Dialektschriftsteller: aus Meran, Karl W olf schwer durch einen Schuß in den Unter* leib aus seinem eigenen Gewehre infolge eines unglücklichen Zu­falles. Im russischen Gouvernement Wjatka sind vom 4. bis 10. Januar 46 Fälle der sibtschen Pest vorgekommen. Ast I der Beulenpest find im Uralgebiet vom 3. bis 9. Januar 8 Per­sonen erkrankt. Die Gesamtzahl der Erkrankungen seit dem Auf­treten der letztgenannten Epidemre beträgt Über 370, Todesfälle- I 340. Von Cholerafallen sind in den verseuchten Teilen des Reichs^ I vom 2. bis 8. Januar 23 festgestellt, gegen 61 in der Vorwoche.»

DMiftlie Tagesschau.

Die Verschuldung der Landwirtschaft in Preußen.

Zur Beschaffung geeigneter Unterlagen für eine Sta­tistik der Verschuldung des ländlichen Grundbesitzes Tjattcn1 die Einkommensteuer-Veranlagungskominissionen auf Grund der ©teuermatertfrTien des Jahres 1902 in der Zeit vom 15. Mai bis 1. Oktober 1903 für alle Personen, welche innerhalb Preußens über einen Grundbesitz von mindestens 60 Mark Grundsteuerreinertrag verfügen (selbständige Land­wirte), Zählkarten mit Angaben über deren wichtigste Ver­mögens-, Einkommens- und Schuldverhältnisse auszufüllen. Mit der Verarbeitung des so gewonnenen Stoffes ist das König!. Statistische Bureau beauftragt. Die amtliche Sta­tistische Korrespondenz veröffentlicht als erstes Resultat dieser Arbeit eine Tabelle, die nach sieben Grundsteuer­reinertragsklassen die ziffernmäßige Verschuldung der Grundbesitzer und Landwirte Preußens im Hauptberufe' darstellt. Wir heben daraus das Folgende hervor:

In Preußen sind die selbständigen Landwirte im Haupt- herufe zusammen mit «etwas über einem Viertel des Wertes ihres Gesamtvermögens verschuldet. Diese Verschuldung sinkt in den Grundsteuerreincrtragsklassen von weniger als 750 Mk. auf weniger als ein Fünftel herab, steigt aber andererseits bei den höheren Klassen über drei Zehntel hinaus, bei der Klasse von 1500 bis 3000 Mk. Grundsteuerrein­ertrag sogar bis fast zu erneut Drittel. Ferner stellt sich die Schuldenbelastung auf etwas mehr als drei Zehntel des Grundvermögens; int einzelnen schwanken die Ziffern von einem Fünftel in der Klasse von 60 bis 90 bis zwei Fünftel in derjenigen von 3000 und mehr Mark Grundsteuerreinertrag. Im allgemeinen findet sich in den östlichen Provinzen eine er­heblich gröbere Verschuldung als in den westlichen (einschließlich Sachsens). Am höchsten ist sie in West- und Ostpreußen, dann folgen Posen, Pommern, Posen, Schlesien. Wie im Gesamtstaate ist auch im Osten die Grundsteuerreinertragsklasse von 1500 bis 3000 Mk. am meisten verschuldet.

Im allgemeinen erscheint die wirtschaftliche Lage der selbständigen Landwirte im Hauptberufe um so ungünstiger, je größer ihr Grundbesitz ist. Die Statistische Korrespon­denz führt diese Tatsache vornehmlich auf die teueren Ar­beitslöhne und gedrückten Getreidepreise zurück. Dazu aber treten doch auch noch überhohe Güterpreise sowie Kapital- schwäche beim Gütererwerb und bei der Bewirtschaftung.

neren und größeren Beschwerden, daß etwas nicht in Ord-I nung ist; Nervosität, mangelnde Verdauung, Uebellannig- Feit und Unlust zur Arbeit machen sich geltend, aber man tut nichts dagegen in der trügerischen Hoffnung, daß es von selbst wieder besser würde. Ofenaii genommen ist es nur Bequemlichkeit; man läßt die Dinge gehen, wie. fie wollen, statt sich nach einem Heil- und Vorbeugungsmitted umzusehen. Ein solches Mittel sind vernünftig betriebene Leibesübungen und namentlich die Uebungen, die unter dem Namen Männerturnen, Gesundheits­turnen usw. in fast allen größeren deutschen Turn­vereinen gepflegt werden. Die hierbei getriebenen Ueb­ungen sind dem Alter der liebenden besonders angepaßt und haben nur den Zweck, der Gejundheit zu dienen und alle Teile des menschlichen Körpers und namentlich, die durch Beruf und Lebensweise vernachlässigten zu kräftigen und widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu machen. In unserer Stadt herrschte stets ein guter Geist für die edle Turnsache, warum sollte nicht so mancher die ihm gebotene Gelegenheit der Beteiligung passender Leibesübungen, als Freiübungen, leichte Geräteübungen und Turnspiele mit Freuden begrüßen? Diese findet er im hiesige nTurn-

erein, der jeden Dienstag abend 810 Uhr in seiner Turnhalle, Stein st raße 3, eine stattliche Zahl Turner versammelt sieht, die so recht den Zweck turnerischer Leibes- Übungen erkannt haben. Möchten diese Zeilen dazu führen, der bestehenden Männerriege noch recht viele Freunde zu-! zuführen, es wird der Erfolg in der Erhaltung guter sundheit und erhöhter Lebensfteude ein dauernder sein. Tarum, aus zum Turnen nächsten Dienstag abend.

** Von der Jagd. Trotz nur preußischer Vorschrift war auch, so wird wns 'aieschrieben, fiir uns daZ Erscheinen des 15. Januar von Bedeutung, denn er verbietet den hessischen Hasen, in preußischen Gebietsteilen verzehrt zu werden. Der frühe Be-ginn der Schonzeit ist mit Rücksicht auf unsere stets milden Winter sehr begründet, denn in Anbetracht solcher Witterungsverhältnisse nimmt der Hase in dies Jahreszeit gerade nicht an Appetitlichkeit zu. Gleichzeitig schadet auch eine Abkürzung der Schußzeit um deswillen nicht, weil b4e armen Hcislein in neu zu ver­pachtenden Revieren immerhin viertz,ehn Tage profi­tieren, in denen jbter Versuch der gänzlichen Dezimierung nicht fortgesetzt iverden kann. Größere Treibjagden werden jetzt in Hessen kaum noch sein wegen des erschwerten M- atzes, es sei denn, daß es sich um Lieferungen ins Aus­land l ndelt; besonders nach Frankreich werden deutsche Hasen in Menge versandt. Sonst werden bei uns wohl nur hier und da einigeKücheuhäschen" dran glauben müssen, bis der 1. Februar auch hier dasHahn in Ruh" kommandiert.

** lieber die geplanten Neu bauten in Bad- Nauheim hielt im nnttelrheinischen Architekten- und In­genieur-Verein in Darmstadt Bau Inspektor Jost einen Vor­trag, worin er nach derD. Ztg." folgendes Bild von den geplanten Neubauten entwarf. Alles gruppiert sich um die in der Mitte befindlichen drei Sprndel. Um einen 125 Meter langen nnd 52 Meter breiter: Hof, der an vier Seiten mit Zugängen versehen ift; legen sich die einzelnen Badehäuser. Eine offene Halle um den Hof vermittelt den Verkehr und den Zugang zu den einzelnen Badehäusern; hinter dieser Halle liegen Wartehallen, lieber den Zellen! befinden sich darin Räume ftir Personal, Ma>gazine usw. Am Eingang zum Bade-Gebiet von der Bahnhofsseite er­heben sich die beiden Verwaltungsgebäude, die gleichzeitig als Portalbauten architektonisch mir Fen; im mittleren Teil sind sie einstöckig, links und rechts zweistöckig und die niedrigeren Badehänser verdeckend. Die Gebäude waren ursprünglich in historisch treuem Barockstil geplant, man kam aber dann zu einfacheren freieren Formen; der 5)aupt- wert wird auf die innere Ausstattung gelegt. Die Sprudel XII, VIII und XTV sollen architektonisch neu gefaßt werden. Was die eben erwähnte innere Ausstattung betrifft, so follen Flure kwnd Zellen in einfachen nnd kräftigen Farben­kontrasten gehalten werden, und zwar durch Anwendung roter Tonfußböden, Bellet buntglasiger Plättchen für die schwierig anszusührenden Installationen werden sich sämt­lich im Kellergeschoß befinden. Zur Frage des Steinmate­rials hat man Versuche angestellt und schließlich einen Muschelkalk aus der Gegend von Würzburg als sehr wider­standsfähig gegen die Soole gefunden. Tie Anlagen um den | Kurbrunnen betreffen eine ganz bedeutende Vergrößerung! der Trinkhalle, deren Wandelhallen dann hufeisenförmig um! den Kurbrunnen hernmgehen, Kaufläden aufnehmen usw. Auch eine Reklame-Halle, Liegehalle, ein Eafs mit beson­derem Hof und mit nach Süden offener Terrasse kommen zur Anlage. Inmitten der hnfeifenförmigerl Anlage werden sich der neue Kiltbrunnen und der neue Musiktempel be­finden. Die südlich der jetzigen Trinkhalle befindliche Gärt­nerei wird künftig im nordwestlichen Teil des Parks zwischen Kurhaus und Teichhaus untergebracht werden. Auch die seit längerem unzulängliche Terrasse am Kurhaus soll um­gestaltet werden. Die Neuanlagen verlmrgen eine bedeutende Erweiterung des Platzes und Verlegimg des Musiktempels auf die Osffeite desselb«en, sodaß die Oeffimng auf einen völlig geschlossenen Hof weist. Dio Eoncha jalten, die Oeffnung aber wesentlich mebriger

Für beit Wert bes menschlichen Lebens, für bte künstlerisch bildenbe Verklärung des Erlebten, scheinen bie Japaner- wenig Verstänbnis zu haben. Ein solches Wiebererleben nach den alltäglichen Gesetzen bedeutet uns nicht Kunst in unserem Sinne, mag aber Zeugnis für das Bedürfnis der Unterhaltung, der Freude tun Schaffen, bei diesem Volke ablegen. Und wer könnte sagen, ob man von den gestrigen Darbietungen auf bie allgemeine Beschaffenheit her japanischen bramatischen Literatur wircklich schließen darf? Haben nicht «auch wir künstlerisch wertlose bramatische Erzeugnisse genug? In ethnographischer Hinsicht bot bie Veranstaltung viel neues unb sehenswertes. Lebensart, Kleibung unb Sitten der Japaner erregen leb­haftes Interesse. In biesen trippclnben kleinen Menschen wohnt ein jähes unb gewaltsames Vorwärtsbrängen. Mut unb Tapferkeit vor bem Feinde, Lebensverneinung vor den Hindernissen, die sich ihrem blinden Drang nach vorwärts cnbgegenstellen. So wird im Techaus wohl der Versuch sriedsertiger und gemütlich unterhaltsamer Zusammen­künfte unternommen, aber es herrscht die schwüle Minen- iluft, die jeden Augenblick von einer Katastrophe zerrissen werden kann. Musik und Gesang sind für unser Ohr kein Getön; bas was uns bie kleine Geisha sang, war so ein­tönig näselnb, baß es uns beinahe auf bie Beine gebracht hätte. Etwas anberes ist es mit ben rein äußerlichen Be­gabungen ber Japaner, ihren Bewegungen. Hier begegnet uns viel, was unser Auge erfreut. Die Kleibung, so un­gewöhnlich sie für uns ist unb so wiberwillig unser empsinblicher «Gewohnheitssinn sie ablehnen möchte, ist zweifellos bem Körper ästhetisch mehr angepaßt als unsere l^ewänber, beim Manne sowohl wie bei ber Frau. Unb die überaus bewnnbemswerte Grazie, mit ber so eine Geisha sich zu betoagen weiß unb die sie beispielsweise beim Setzen offenbart, wird bei unseren Damen im allgemeinen nicht angewandt, womit indessen nicht ausgesprochen sein soll, daß das mongolische Weib verlockender sich präsentiert als unsere heimische Frau. Das gestrige Publikum nahm bie ungewöhnliche Darbietung recht fteundlich auf. Tie Aühnenausstattung, die die, fremden Gaste uns vor- sührten, namentlich der Anblick des zierlichen Hauses des nrnten Ebelmannes, war prächtig. So hatte bi1 in ihrem künstlerischen Gesamtgefüge uns unverständlich ge­bliebene Ausführung boch mancherlei Reize unb Ueberrasch­lingen für uns. A. G.

** Auf zum Turnen! Man schreibt uns vom hie­sigen Turnverein: Zur Herbst- unb Winterszeit, menn trübes, regnerisches Wetter eilt tritt, fällt für viele Leute ciuch bie Möglichkeit unb Lust fort, ihre Gesundheit durch Spaziergänge in freier Luft, Schwimmeu u. dgl. vor den mannigfachen Schäden und ^Nachteilen, die das moberue Kulturleben, namentlich in bett Städten, mit sich bringt, zu BGvahren, Mau curpsinbct wohl an mancherlei kl ei-

andern für Preußen bestimmt' Darob wurden aber bte] aufgeregten Berliner vor bem Palais recht unwirsch, fiq wollten ihrenrichtigen, echten Prinzen", benTyrons erben" haben unb behalten! Aber wie die verhängnisvolle Verwechselung ber beiben Neugeborenen toieber gut gis- macht werben sollte, bas wußten die Berliner selbst nicht, und als es infolge ber Unruhe sogar zuschlagfertigen" Auseinanbersetzungen in ber aufgeregten Meufchenmasse kommen wollte, ba mußte bie Polizei einschreiten, um! die größten Unruhestifter zur Mache zu bringen. Die Ver­hafteten konnten indessen an der nächsten Straßenecke wieder freigelassen werden, ba bie Nachricht von ber Unwahrheit bes Gerüchts von ber Zwillings gebürt sie noch zur red) tetr Zeit erreichte, um ihre Gemüter zu beruhigen. Ms nun aber nach «wenigen Tagen ber eine Thronerbe, auf beit die Berliner ein unverbrüchliches Recht zu haben meinten, wirklich erschien, da war des Jubelns und Frohlockens kern Ende.

* Blinde Wut einer E'ierhäNdlerin. Auf dem«

Vermischtes.

*Wie die Berliner die Geburt Kaiser Wil-; Helms II. begrüßten, darüber erzählt Ernst Frens- dorsf in den Mitteilungen für die Geschichte Berlins einen höchst ergötzlichen Vorfall, ber imMorgenblatt für gebildete Leser" (1859, StuUgaN. Cotta) überliefert ist. Bereits feit Anfanlg Januar drängte sich vor bem Palai- bes Kronprinzen Friebrich Wilhekin täglich eine große Menschenmenge, bie in lebhafter Bewegung ber Tinge, bie ba kommen sollten, entgegxnharrte. An bem letzten Sonntage vor bem 27. Januar verbreitete sich plötz­lich die Knude, der so lange ersehnte Augenblick sei ba, jedoch es sei kein Anlaß zu einer reinen und int getrübten, Freude vorhanbeu. Mau höre tmb staune: ES touren zwei Prinzen zur Welt gekommen! In frcnbtgfter Verwirrung nnd Bestürzung habe man sie verwechselt und wäre sich nun nicht mehr einig darüber, wer ber älteste bei beibcn fei Höheren Orts habe man beit einen für England, den

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fiir einen garstigen Husten, jcnste Fran SchutidL zu itner kleinen Nachbarin, tut denn deine Mama garnid)i9 dafür? O ja, meine Mama hat mir gestern Abend Brusttee ge kocht und heute Morgen Bonbon- auf den Schulweg gegeben, aber ich bade irr der Klasse dennow fortnxldren» hilft en muffen. Kein Wunder, liebe Utfie, MtTt i< nicht, sag' Deiner Mama, sie t»He der sofort eme Schachtel Fay'S echte Sodener fühnernlpaftillen kaufen, bie wischst du nach imd nach und hetint wirst Du selten, daft du gerade so sckmeN ren deinem Husten befreit bi'! Die dema kleine Freundin Trude, die hat nämlich noch arger gc> duftet und auch die echten Fan -Sadvmr .,ebraucht3 Zu haben a 85 Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Miiieralwasscrhandluugeu. .WZm

Kunst und Wissenschaft.

Der Verband der Kunstfreunde in den^Län^ bern amRhein, dem neuerdings auch der König von Württem­berg als Stifter beigetreten ist, hat für das Jahr 1905 fünf Ehrengehälter bewilligt und zwar, wie uns aus Düsseldorf ge­schrieben wird, an die Maler Iodokus SÄmitz in Düsseldorfs I. V. Cifsarz in Darmstadt, Leo Schnug in Straßburg, Bauer in. Stuttgart und Wulff in Stuttgart.

Sport.

Nordische Spiele. (Stockholmer Sportwoche 4. bt5' 12. Februar 1905.) Me zwei Jahre veranstalten die Skandinavier: abwechselnd in Christicmia und Stockholm ein großes Wintersports fest, zu denen sie Sportliebhaber cinladen und wenn nicht alless täuscht, so wird die diesmaligeStockholmer Woche" ein Ereignis ersten Ranges werden. Anmeldungen von überallher im Aus-i lande sind erfolgt imb die ersten Amateure und Sportsleute von^ Beruf werden sich an den Kämpfen beteiligen. Dem reichbaltigenj Programm entnehmen wir: Am 4. Februar: Europa-Meister-, schäft auf Scktlittschub 500 und 5000 M.; 5. Februar: Kunst­laufen auf Schlittschuh um bie Weltmeisterschaft 1500 undi 10 000 M.; Eisyachttvettsegeln, Automobilrennenaufdem! Eise; 6. Februar:raib" Uppsala-Stockholm, Hockey nnd Cur-j ling, Wettfechten, Jlluminationsfest: 7. ^Februar: Stapellauien^ auf Ski (Schneeschuh, Distanzsabren auf Ski mit Pferd), Preis-! springen zn Pferde, Vorführung im Königl. Opernhaus: 8. Febr.:; Distanzfahren auf Rennwolf, Trabreimen; 9. Februar.^ Lust-, schiffahrt, Pferderennen; 10. Februar: Dampferau-flug (mit EiS- büetftr), Jayd zu Pferd, Schlittenpartie, Galaoper; 11. Februar Wettrennen auf Ski: 12. Februar: Berffwettstchrteu, Schlüße lenket t.