Ausgabe 
13.11.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Dr. Sander, Landgrafen- de§ Gießener Anz. berei

** Ein Zusammenstoß zwischen einer Droschke und einem Radler fand gestern mittag gegen 4 Uhr vor dem Nomackschen Geschäftshaus auf dem Seltersmeg statt. Der Radler, ein Unteroffizier, flog von seinem Rade aufs Trottoir, glücklicherweise ohne ernstliche Verletzungen davonzutragen.

heim, Südanlagc 13, Rabbiner traße 8, und die Geschäftsstelle erklärt.

** Aus dem Bureau Am morgigen Dienstag geht als

Eine Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen findet am Mittwoch dem 22. d. M., vormittags Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Bureauko iten des Großh. Bürgermeisters zu Okarben. 2. Gesuch des Karl Schmidt II. zu Gießen um Erlaubnis zum Gast wir tschaftsbetricb im Hause Neustadt Nr. 14. 3. Gesuch des H. Wagner zu Düdels- )ei»i um Erlaubnis zum Betriebe einer Schank wirt­schaft. 4. Die Faselhaltung in der Gemeinde Hcrchen- hain- hier die Wahl der Zuchtrichtung.

** Zu Gunsten der Familien der ermordeten

** Personalien. S .K. H. der Großherzog haben : den Direktor des Gymnasiums und der Oberrealschule zu WormS Dr. Theodor Wa lter zum Direktor der Obcrreal- schule zu Worms, die Oberlehrer an dein Gymnasium und der Oberrealschule WormS Professor Dr. Friedrich Becker, Professor Artur Frederkin g, Professor Christian Göckel, Profesior Dr. August Scheuermann, Professor Dr. Hermann Br ieqleb, Professor Dr. Otto Seip, Professor Dr. Friedrich Roth, Karl Berger, Heinrich Diehl, Dr. Friedrich Henkel, Heinrich Hattemer, Karl Krauß, Dr. Max Zimm e rmann, zu Oberlehrern an dem Gymna­sium zu WormS; die Oberlehrer an dem Gymnasium und der Oberrcalschule zu WormS Professor Heinrich Haber- mehl, Professor Heinrich Steucrwald, Professor Rudolf Dieckmann, Professor Michael Dietrich, Professor Dr. ?»vkob Keil, Professor Daniel Donin, Dr. Friedrich K raft, Dr. Fritz Meyer, Ludwig Hertsch, Karl KauS, Dr. Heinrich Breidenbach, zu Oberlehrern an der Oberreal­schule zu Worms ernannt. S. K. H. der Großherzog haben den Sekretär bei der Zentralstelle für die Landesstatistik Regier- ungsrat Ludwig Knöpfel zu Darmstadt unter Belassung in seiner Stellung als Sekretär zugleich zum Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatistik ernannt. S. K. H. der Groß- Herzog haben den Oberlehrer am Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Professor Dr. August Baur zum Direktor des Gymnasiums Fridericianum zu La ubach ernannt. Ueber- tragen wurden: dem Schullehrer Heinrich Theodor Koch zu Tornheim eine Lehrerstelle art der Gemeindeschule zu Bürgel, dem Schulamtsaspiranten Johann Karl Seitz aus Berg­heim, im Kreise Büdingen, eine Lehrerstelle an der Gc- meindeschule zu Bickenbach, dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Wendel atis Fränkisch-Erumbach, eine Lehrerstellc an der Gemeindeschule zu Büttelborn, dem Schulamtsaspiranten Heinrich Berwig aus Horrweiler, im Kreise Bingen, die 2. Lehreritellc an der Gcmeindeschule zu Elmshausen, im Kreise Bensheim. S. K. H. der Großherzog haben den Knlturtcchnikcr Jakob Schm ah l zu Mainz auf sein Nach­suchen an§ dem Staatsdienst entlassen.

Aeutlch-Afrikanischcs.

Nack) einem Telegramm des Ostafrikcp-Gouverneurs -Grafen Götzen ist, nachdem die telegraphische Verbindung wieder hergestellt war, ans Kilossa gemeldet worden, daß nicht sowohl die Station, als vielmehr die Dörfer der Umgegend von Kilossa von mehreren tausend Auf­stau di sch en an gegriffen wvrden sind, wobei von diesen gegen 0 00 Hlitten verbrannt wurden. Bezirks­amtmann Lambrecht hat die Aufständischen alsbald in süd­licher Richtung in die Flucht geschlagen. Von der Station Bismarckburg werden Un bot mäßigte iten ein­zelner Häuvtilingc cieMeldet. Im Bezirk Kilwa ist die Gefangennehmung des wtchtigsteii Hauptaiiführers der Aufständischen, Kirungu, gelungen, was die Wiederherstell- Mig der tclegr Verbindung Zwischen Kilwa und Lindi er­warten laßt. Hauptmann Seyfried ist am 8. November !bion Lindi in der Richtung am Kiswere abmarschiert.

Eegen den Kamerun-Gouverneur v. Pii t t ka mer ist wegen der sich immer wiederholenden Anklagen eine eingehende U n t e r f u ch u n g ungeordnet worden, welche /geheim geführl wird.

Nach derDtsch. LagesZtg." entspricht die Blüttermel- duug den Tatsachen, daß Dr. Karl Peters in irgend einer Form den deutsch ko l on ialen Interessen wieder -dienstbar gemacht werden soll.

bc v, Stadttheaters.

v .. , 5. Dienstag-AbonncmcntS-

vorftellung Wilhelm Jordans reizendes VerSlustspicl Dtlrchs £)t)r* in Szene, das unlängst am Gebtirtstage der Kaiserin im Neuen Palais zu Potsdam aufgcführt wurde. Die Rollen liegen in den Händen der Damen Don ecker und Schellenberg und der Herren Reimer und L ü t t j o h a n n.

mehr Wärme wäre beim Vortrage erwünscht. Am bellen gelangen ihr die frischen neckischen Lieder. Sie errang großen Beifall und mußte auf Wunsch des zahlreich erschieneneit Publikums das letzte Lied wiederholen. Vielen Dank und Anerkennung verdient Herr Theod. Haubach, der sich immer wieder mit größter Liebenswürdigkeit in den Dienst deß Verein? rind des deutschen Liedes stellt. Reicher Beifall lohnte auch ihn, und dies mit vollem Recht. Er dankte durch

eine Zugabe. Herr Julius Jahn, welcher alle Be­gleitungen übernommen hatte, zeigte sich hier wieder, wie schon oft, als tüchtiger Klavierspieler. Auch das Orchester, ein Teck der hiesigen Regimentskapelle, löste seine Aufgabe ganz vorzüglich, so daß wohl sicher an­zunehmen ist, daß niemand den Saal unbefriedigt verlassen hat. Es war ein Konzert, welches dem Sängerkranz zur Ehre gereicht. Von Herzen wünschen wir dem, in echtem musikalischem Sinne strebenden Vereine und seinem Dirigenten, auch für die Folge bestes Gelingen. Möge er ets ein Hort des wahren deutschen Liedes in unserer Vater- tadt sein.

Aus Slsök imö KauL.

Gießen, den 13. November.

** Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben dem Oberstleutnant und Kommandeur bc§ 2. Wcstfäl. Husaren-Negiments Nr. 11, v. Storch, seither im 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Drog.-Regiment) Nr. 23, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Zukunft Prenßeus und DsMschlcmtzs unter ihrem Sohne Dkl- bckm voraussieht. In schönen Szenen wurde dies von den '-amen I. Walter, Müller, Becker, L. Walter, Klinkerfuß L-nh Rau vorzüglich dargestellt. Die übrigen Programm-Nummern wurden ebenfalls lebhaft applaudiert. Ten Schluß der schönen dreier bildete ein Ball.

_** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Cbr Postbirektion Darmstadt Haban im Jahre 1901 18 798 aus Lrtcn Dessen herrührende Postsendungen (und zwar 3822 Briefe, 14 196 Postkarten und 780 Trucksach-nl vernichtet derben müssen, weil sie weder dem Empfänger, noch dem Mftnder hatten Aiigestellt werden können. Tie Zahl hat gegen das Vorjahr um ein ge Hundert zugenommen Unter den Sendungen befanden nm allein 6344 Stück, deren Rückgabe an den Msender lediglich deshalb nicht möglich war, weil er sich weder auf noch in den Sendungen genannt hatte. Wie viel Unannehmlichkeiten mögen den Empfängern und ben Absendern durch die Unanbringlichkeit der Lenkungen^ erwachsen sein, und wie viel ungerechte Dörwürs- über Unzuverlässigkeit sind gegen die Postverwaltung und deren Beamte erhoben worden? Es kann daher den Schreibern der Briefe und Postkarten nur immer wieder empfohlen werden, in aber auf den Postsendungen stets den vollen Namen und die Wohnung des Absenders, sei es handschriftlich, sei es durch Ab- druck eines -Ltempels, anzugeben, damit ihnen, falls der Eni- manger nicht ermittelt wird, die Sendungen zurückgegeben werd'n foTUten.

Auf bic Veranstaltungen aus Anlaß be§ Jahresfestes des Oberstes fischen Vereins für innere Mission sei nochmals hinqcwiesen. Der Fest.

q ottesdienst, der am Dienstag abend um Uhr in der Stadtkirche gehalten werden wird, wird durch Gesäuge des Karchengesangrercins geschmückt sein, und von dem Fest. Prediger, Pfarrer Palmer aus Offenbach darf ein sehr anregendes und erfassendes Wort erwartet werden. Auch in der um 8V2 Uhr beginnenden freien Versammlung in Steins Garten (Familienabend) wird der Kirchen-, gesangverein mit Vorträgen von Liedern nntwirken Ein ganz besonderes Interesse beanspruchen aber die zur Be- Handlung stehenden Themata (Moderne Wohltätigkeit" und Sie sittliche Bedeutung der Wohnungsfrage"), über welche zwei berufene Kenner, Dr. Klemmer und Dr. Kahn aus Frankfurt a. M. reden werden. Tie Mitglieder des Mgc- meinen Vereins für Armen- und Krankenpflege, sowie die Baugenossenschaft des Evcmg. Arbeitervereins seien darauf noch besonders aufmerksam gemacht. Zum Ueberfluß sci bemerkt, daß^auch Damen willkommen sind.

** Der eängcrfranj eröffnete sein Wintcrprogramm mit einem in jeder Beziehung ganz vorzüglich gelungenen Konzert. Gleich die erste Estornummer,Londtzknechtslied' von Klienzl zeigte die Tüchtigkeit des Estors und den hin- gebenden Eifer seines Dirigenten, Herrn Franz Bauer. Scharf und präzis kamen alle Einsätze. Straffe Rytmik und reine Intonation waren besondere Vorzüge. Dick herzlicher Empfin- düng erklang das herrliche Lied von EngelsbergSo weif. Insbesondere fielen stier die Tenöre durch Weichheit in den hohen Lagen auf. Kräftig und bestimmt dcr schöne Chor von Simon BreuFrühling am Rhein*. (Wo derSänger- hang" so oft und so gerne weilt, ein Umstand, der dem Vor­trag des Liedes sehr zu statten kam.) Fröhliche Rhein- und Weinstimmung atmet der ganze Chor. Ebenso gut gelangen die anderen Chöre, wenn mir auch eine kleine Tempo­schwankung imAmor im Nachen" nicht unerwähnt lassen wollen. Sollten hier nicht vielleicht etwas lässige Sänger die Schuld tragen? Aus keinen Fall die energische Leit­ung des Dirigenten. Einen ganz besonderen Genuß ver­schafften uns die beiden Solisten des Abends. Fräulein Berta Wallenfels besitzt eine schöne klare Stimme. Nur etwas

, ... Die bl 5ubett 3um

** Der Airtillerie-Verein beging am Samstag abend in der Turnhalle des Turnvereins unter zahlreicher Beteilig- ung fein Zehnjähriges! Stiftungsfest. Der Saal war mit Fahnen, Wappen und Guirlandcm geschmackvoll dekoriert, links und rechts der Bühne waren Porträts des Kaisers und Grvtz- berzogs ausgestellt. An der Feier nahmen Offiziere des hiesigen Regiments, Vertreter der hiesigen Vereine, besonders der Mi- litarDcreine. und eine Deputation des Wormser Artillerie-Vereins teil, ^ie Kapelle des 2. Hess. Artillerie-Regiments Nr. CI aus Danttstadt konzertierte Durch den althessischen Parademarsch Landgraf Ludwig VIII. wurde das frst eingeleitet. In der Festrede führte der 1. Vorsitzende, Postassistent Bans ch etwa folgendes ans:Namens des Vereins danke ich allen für Ihr zahlreiches Erscheinen und heiße Sie herzlichst willkommen. Heute ist es uni ernt Verein vergönnt, sein 10 jähriges Stiftungsfest zu feiern Seine Gründung vollzog sich unter großen Sckwierig- Jeilen und mannigfachen Hindernissen im November 189S, nach- dem an alle grienten Artilleristen eine Einladun,. ctßtmnen F)ar- 'längerer Zeit gelang es dem jungen Verein mit

den übrigen hresigen Militärvereinen in ein gutes' kameradschaft- ltches Verhältnis,zu treten und das anfangs gehegte Mißtrauen tchwand allmählich. 9Cnt 20. Januar 1903 wurde b->chtlosse>r bem Kriegerbund Hassia^ beizntreten und im Februar erfolgte die Ausnahme durch das, Hassia-Präsidium. Getreu den Verdands- sa^ungen smd wir bestrebt. Treue zu Kaiser und Großher»vg und echte Kameradschaft zu pflegen. Möge nie wieder die Zeit ko-mmen wo Deutschland der Tummelplatz unserer F-einde wird! Wir ge- demett auch unserer Kameraden, die int fernen Afrika unter MwAn Strapazen, Entbehrungen und Leiden gegen einen fietm- t1.. £pcn ^"td bei ungünstigen klimatischen Verhältnissen rampfen und sich tapfer für das Vaterland schlagen. Wir hoffen day ftc bald siegreich in die Heimat zurückkehren, sodaß es dann wieder heißt:Friede auf Erden". In diesem Sinne sordere ich euch auf, mit mir einjuftimmen in den stiüf- t-.Selxe,Maiestat der Kaiser und S. Kgl. Hobeck der Großherzog,' sie leben hoch, lwch, hoch!" Darauf wurde die Nationalhymne ge- sungen Sodatln Übergaben die Damen des Vereins eine Pracht^ volle Fahnenschleife in den beutfefen Farben. Fräulein -Jl uller hielt dabei eine kurze Ansprache. Präsident Bausch dankte und brachte einen Toast auf die Damen aus. Ter Bor- ttbeiwe des Wormser Artillerie-Vereins Stock überbrachte die Gruße und Gluckwi'.nsche des Brudervereins und schloß mit einem

auf den Artillerie-Verein Gießen. (Lebbafter Beifall.) ^rau-

2ohann sprach einen Prolog, der Bezug nahm auf die Verhaltmsie des Vaterlandes und das 10 jährige Bestehen des Vereins, auch kündete sie darin eine Sammlung für die Afrika- fanqtfer au. Lebhafter Beifall belohnte die Svrecherin. Ein lebendes Bild, welches em Huldigungsbild vor St. Barbara dcr Schutzgottni der Artillerie, darstelltc, schloß sich an den Prolog' rnb die Fender,ammlung sang dazu: Deutschland über alles' *lc ^clkeriammlung für die Kameraden in Afrika ergab die Summe von^3,60 Mk Den Glanzpunkt der frier biltxte un- bretttg tre f t c IDe r Kon igin Traum", in dem R'ömgm SurfE nach betn unglücklichen ^-ekdzug 1806/07 die herrliche

doch 'mit der ersten Kammer messen. Mehr Sozialpolitik wie der Abg. Ulrich wolle, werde doch die erste Krimmer nicht wünschen. (Heiterkeit.) Der Deklarationszwang müsse veibehalten werden, ohne ihn könne man nicht auskommen. 2ie Geltungsdauer de-s Gesetzes auf nur sechs Jahre habe eine Reihe von Vorzügen. Redner streifte dann kurz die Wertzuwachs steuer, die den Städten hübsche Be­träge einbrinaen werden und völlig gerechtfertigt sei. Was Finanzminister Cnauth geschaffen fabc, sei im Sinne des verstorbenen Finanzministers Küchler geschehen. Gnauth habe bisher alles gehalten, was man sich von ihm ver­sprochen.

Gutfleisch besprach sodaurt die Wahlreform. Tas Direkte Wahlrecht sei in Hesjcn nicht mehr zu entbehren. Freisinnige und die rnit ibnen arbeitenden Nationalliberalen

tyätten sich schon lange für das direkte Wahlrecht bemüht. Es werbe jedenfalls ein gutes Ergebnis haben, und vor den Sozialdemokraten brauche man sich nicht zu fürchten. Jede Anschauung, die im Volke stark sei, müsse auch im Landtag vertreten sein. Aus allen Klassen müßten Ver­treter in den Landtag lBeifall.) Das Proportionalwahl­recht würde von Negierung und erster Kammer abgelehnt werden. Die Einführung des Wahlzwanges sei zwecklos. Die Sozialdemokraten hätten sozusagen ihren Wahlzwang, die bürgerlichen Parteien hätten in dieser Beziehung noch manches zu tun Aber mit Geldstrafen jemand zur Wahl­urne treiben, das sei völlw wertlos und zwecklos und zu verwerien. Daß den Städten mehr Abgeordnete zukämen als bisher, darüber könne eigentlich gar kein Zweifel be­stehen. Gegenwärtig habe das Land einen unverdienten Vorzug. Wer sich vor den Wirkungen des direkten Wahl­rechts fürchte, der wolle cs nicht. Redner gehört nicht zu denen, die die Aufhebung der ersten .Wammer wünschen, aber ihre Rechte zu vermehren, darüber könne doch im gegenwärtigen -Zeitpunkt nicht diskutiert rverden. Bei Be­ratung der besprochenen Eesetzentwrüfe habe die zweite Kammer eine seltene Einmütigkeit gezeigt.

Tie 2' - stündigen Darlegungen des Redners fanden leb­haften Beifall.

Ter Vorsitwnde dankte dem Referenten für seinen Vor- ,Lrag. Kommerzienrat Langenbach aus Darmstadt konnte wegen Unwohlseins sein angekündigtes Referat über die Wahlrechtsvorlage nicht erstatten.

In der Diskussion nahm Rechtsanwalt Sold an aus Mainz das Wort. Die vereinigten Liberalen müßten 'sich darüber klar sein, daß die Darlegungen Gutfleischs Ent­schlüsse ihrerseits im Gefolge haben müßten. Redner wen­dete sich gegen He-rrn v .Hehl, der nicht mehr in den Reichstag gewählt werden dürfe. (Beifall ulnd Widerjpruch. 1 Nach teer Rede wurde ein stürmisches -Hoch auf Herrn r. Hehl ausgebracht und Schlußrufe laut. »Auch vorher waren schon verschiedentlich Störun- ge 71 der Versammlung vorgekommen. Da weitere ;Webner sich nicht meldeten, schloß der Vorsitzende die Ver- .fammlung kurz nach 6 Uhr mit einem Hoch auf den Aba p£r. Gutfleisch. ___________

bet Änstal b

Ml'.<1 bie

Sui!6."®; all5 SR*"1109 im Jl SS» *

Ssi' «eier dE ,, ?] 5

S'V

Wntn r;lirn§ ir

L , Offber. glitktn trugen K lffleisÄ SiHi-rfe Br-nl Scknrid-r wurde Ditwe so schw^ D verbringen mußte.

gd, Dormstac nu»f der be'-nnt- J in Darmstadt, der einen großen Namen (fahren und iH bet 5 Regierungsrat Noacr. Ausstellung wur balle eröfmcL Der Landschasts-Bilden gebenden Meister Corneliu?, Kaulbachs bie Frankfurt-Cr Entgegenkommen ch Stücke repräsentiert, burch einige Meister! Bilder von Spitzme heute schon sehr gi ein russischer 6ti

Darmsta dt, ^offenen Nachrichten hier unter besond yarnis onsverw iu Nemyork bei \ hiesige GarnisonSve stühung seines Bat schwach und in bedü

Mainz, 12. 91 feiert Herr Zischoj Priesterjubiläun deMchstgt n

GckMmg n

soll. irr

würde, hosst man, bereiten.

WormS, 1 wurde im Bahi der Weichenstelle auSsahrenden Zu Kopfwunden eine Wunden nolöürffii städtische Krankens starb. Der Ungs seit 1895 Wei ro°6nfe in Nerchau Mei Kinder sind falls wird angegeb fiangen blieb und 3» derselben Qeit sa tl. fr der 2 beily Lichtanzünde, Drückt. Er erli -eben sorgen lasse, Worms, 12 fnnobe faßte ein, ne f.ronf'vmie ^gamsationen, ß

!Märtnifien ''SenbDetcin, ^reisrats ab ?E'ch°n, Bürqcr

Kassel, 11 *".= «ilitärto

neuen

Russische ReuigLeitcn.

DerKöln. Ztg." wirb aus Petersburg gemelt»ct: In solchen 'Sitcikn bic wwobl dem Hofe als auch bem Grafen Witte ^?Uehen, wirb die Besorgnis nicht geteilt, baß oie liberale Witte,che .Herrschaft Gefahr lies?, bnrch eine reaktionäre abgelöst £u.)ücrbcn. Gras Witte habe sich dahin geäußert, daß Kaiser Nikolaus nicht nur den N e fo r m v 0 r schl ä ge n zuge - ft t m nt t, lonbern auch nach reiflicher Ucberlegnng bekannt habe, er jet innerlich von bcr Notwendigkeit des liberalen z^bf ormw er kcs tief überzeugt. Tcm entsprechend habe der Kaiser auch 6u allen '\efornicii stets seine Zustimmung gegeben, .IPfT*, ftu daran glaube, da'? er damit soivohl dem Interesse Hernes Volkes als auch seinem eigenen am Besten biene.

,?olen aber macht dem Grafen Witte besonders viel zu schaffen, ^lrn sind aus verschiedenen Teilen Polens Erllärimgcn befreiicnb die volle ?ln10 n 0 mie Polens zngcgangen Unter guderem crhrcll er ein Telegramm aus Kalisch mit der Mit- leilung, das', eine, Zahlreich besuchte Versammlung dort zu dem Schlüsse gelaugt sei, nur bic Einführung der K'onsti tu tion für Polen und die volle legislative und administrative Anwnv- mie sowie bi.' Autonomie in Schule und Rechtspflege unb die Berufung eines Landtages nach Warschau auf bei Grund­lage des allge u inen gleichen und g e h e i m e n W a h l- rechts könne zn einer gesunden Entwicklung des Landes sillsten Die Folge davon ist ein Ukas des Kaisers, durch den in allen 3enit pvln Gouvernements das Kriegsrecht proklamiert wurde.

Die rnssisckie Regierung erhob beim heiligen Stuhle Ein- spruch gegen die Beteiligung des polnischen Klerus an bcr rcvol. Bervegnng in Warschau, wo Priester mit dem Kru- fetTir in der Hand sich an die Spitze der Aufrührer stellten.

Den I u den massa kres will die Regierung nicht weiter tatlvS gegemibersreheu. Der Iusffzminisier bat mit Zustimmung Wittes einen Entwurf ausgearbeitet über die Vornahme von Untersuchungen in den Ortschaften, n»o gegen die Juden 'gerichtete Unorbnungen stattgeffinden haben. Die betreffenden Kvm- missionen werden aus Mitgliedern des Senats zusammengesetzt sein. Der llckn.rv'i >"ll bem ^^inick-rrat nntrn'l'reitet werden.

Äreßen er S ta d 11 he a t er.Telephongeheimnisse" -l,lcn unsäglich flachen unsinnigen SckMank der Lichts -Mna Hermann H a u s l c i t e r und Mar Reimann.

Mitglied des Jraillfurtcr Schauspielhauses, batte fein uuch in Lzene gesellt Witze waren in dem Stiick genug ^u Hoven unb auch gelacht wurde von dem animierten Sonntags« VribllkuM' aber gute Witze waren so selten, wie reine Strolllen in iSieffen Dagegen gab es eine Unmenge geistloser und unmog- licherVersteckszcnen. bi'- neben den alten bühnen bewährten Zu« flnchtsorte wie Reisekorb, Bett ufro. ein Telephon unb ein Patze- ttmmer^in ttnspruch n-.hmeii. Die uralten, abgebrauchtesten ^ck^-ankftguren ein Pantoffelheld unb sein Hausdrache, ein ver« Ucbtn: alter Geck, aibernc Backfische, ein dunnnpsiffiger Haus- oursche, em vcrlrebter Leutnant usw. bilbcten die Leuchtm bief-5 grckworlassenen Unfinn«, und die paar aktuellen Schlagworte über Vchillerbegeisterung, Fleischnot, Autosport usw. mno'tcn oas drei« flitxge Ragout nicht schmackhafter. Fast nchchten wir es unseren Darstellern zur Clne anrechnerr, daß die Aufführung stellen- n^ise sehr stockte, auch ihnen schien offenbar die bedeutende Cn- nndungsarmiit des Stuckes übet den Spaß zu gehen. Von den ~o I2^vc?I ^CTFn. Lobend genannt Herr Reimer, der seinen ,,Lehmkubl allerdings zu stark karrikierte, die Damen Schcl- lenberg und Dvnccker als die Vertreterinnen des jüngeren weiblichen Elements, Herr Goll als Leutnant von Randau, öm Sibert nte Organist Höflich und Herr Herrscher als Hausbnriche. Wemger gefielen die Herten Witt mann lMajor Schmelzer) und Lüttjohann (Gutsbesitzer Mtlich. die beide !EL » "^urg Rechnung trugen. Den ersten Zwischenakt kürzte -zrl. ^ldrui, die talentvolle Ballettmeisterin, durch graziöse Tanze.

-- Laubach, 12. Noo. Zu Ebnen des an die Augustinerschule in Friedberg versetzten GymnafialdirektorS Prof. Dr. Balser batten sich im ^Schützenhof^ geftern abend eme größere Anzahl Herren zum AbschiedSdsessen ver­sammelt. Graf Karl zu SolmS-Laubach brachte daS Hoch auf Kaiser und Großherzog auS, Oberlehrer Professor. Dr. Wetzell hielt die Abschiedsrede, auf die der Gefeierte dankend mit einem Hoch auf das Gedeihen des GymnasinmS <ynbcricianum ermiberte. Direktor Dr. Balser war seit 6. August 1899 an der Anstalt tätig; unter ihm feierte diese, Herbst 1900 ihr 25 jähriges Jubiläum. Für den inneren,

und beraubten russischen Juden hat sich wie in vielen anderen Städten arich in Gießen ein Lokalkomitee gcbUbet, das sich in der heutigen Annonce an den Wohl- ätigkeitssinn der iveitesten Kreise ivendet, um mit deren Hilfe ba§ große Elend, so weit möglich, lindern zu helfen. Ziir Empfangnahme von Gaben haben sieh Kommerzieltrat Heichel-