Ausgabe 
17.6.1905 Erstes Blatt
 
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Nkr. 140

ISS. Jahrgimg

Erstes Blatt.

Samstag 17. Juni 1S0S

Amis- und Anzeigeblali für den Kreis Sietzen

nach GatschirrH

Äbrefl< für Depefchem Nn»etger «tetzen.

FernjprkchanjchlußNr 51.

ihr am 19. Juni erteilt werden wird. Die Benachrich- tiauna wurde mit der bevorstehenden Abreise de-

des Großfürsten wird in allen Gesellschaftskreisen mit Genug tuunq begrüßt, da er im Verlauf seiner 24jährigen Amts tätigkeit dazu beigetragen habe, die Unordnung, Ver­rottung und Bestechlichkeit in diesem Ressort groß zu ziehen. Die nächsten Verabschiedungen dürften den Marineminister Avellane und den Statthalter Alexejew treffen. Der Posten deS Großfürsten AlexiS dürfte an den Schwager des Zaren, Großsürsten Alexander Michai- l owitsch übergehen.

Nach einer anderen privaten Meldung soll Avellane bereits seine Demission gegeben haben.

Admiral Nebogatow, der viel Beschuldigte, soll im Gefangenenlager von Sasebo einen jSelb st Mordversuch gemacht haben, ein Gerücht, das I natürlich wie tausend andere unkontrollierbar und höchst wahrscheinlich erfunden ist.

Die FriedeuSgrrKchte.

Washington, 16. Juni. Gestern Abend 10 Uhr sprach der britische Botschafter auf das Ersuchen NooseveltS im Weißen Hause vor. Er benutzte dre Ge­legenheit, den Präsidenten wegen seiner Tätigkeit bei der gegenwärtigen Krisis zu beglückwünschen, welche von der ganzen zivilisierten Welt anerkannt werde, und sprach bi< Zuversicht aus, daß die Friedensverhandlungen einen glatten Verlauf nehmen werden. Auch der japanische Gesandte Takahira stattete gestern Abend zu früherer Stunde dem Präsidenten aus sein Ersuchen einen Besuch ab. v ,

Washington, 16. Juni. Der Wortlaut der japam- scheu Antwort auf Präsident Roosevelt» Schreiben vom 9. Juni wird heute amtlich bekannt gegeben, er entspricht dem bereits am 11. Juni veröffentlichten. Cs wird von maßgebender Seite behauptet, daß Nelidow der russische und Marquis Ito, wenn e» seine Gesundheit gestattet, der japanische Bevollmächtigte sein wird.

Petersburg, 16. Juni. Den russischen ©c vollmächtigten für die Friedensverhandlungen m Washington sind auch ein Kriegs- und ein Staats- rechts lehr er als Berater beigegeben worden.

New-Dork, 16. Juni. Aus Washington wird meldet, daß Rußland die japanischen Bedingungen in Umriffen bekannt sind und annehmbar befunden werden, nämlich eine Kriegsentschädigung von 24 Milliarden, Erwerb von Korea und Liaotung mit Port Arthur, Rück- gäbe der Mandschurei an China und eine japanische oder internationale Kontrolle der mandschurischen Bahn.

Kcer und Alotte.

Zehn Millionen Mark soll angeblich nach derZukunft' der Fürst Guido Henckel v. Donnersmarck im Einvernehmen mit dem Neichsbankpräsidcnten Dr. Loch von

Aeulsch-Mika.

Berlin, 16. Juni. (Amtlich.) Der Hererokaprtän Andreas war von den Komasbergen nach dem Tal deS Kuiseb gezogen, um das englische Walfischbai-Gebiet zu er­reichen. Der Weg dorthin wurde ihm durch Etappentruppen versperrt und am 12. Mai ist er, gleichfalls von Etappen- truppen, bei Hudaob geschlagen worden. Als er sich nun nach Norden wandte, warf ihn Hauptmann Blume am 27. Mai im Gefecht bei Goagas nach Süden zurück. Vor- aussichtlich in dem Bestreben, sich mit Hendrik Witboi zu i vereinigen, wich Andreas jetzt nach HoornkranS, 70 Kilometer westlich von Rehoboth, aus. Als am 7. Juni seine Leute bei Chamassis, 25 Kilometer südwestlich von Rehoboth, Vieh raubten, gingen von den ELappentruppen sofort drei OffizierS- Patrouillen zur Verfolgung vor, nämlich Leutnant Stübel von Rehoboth, Hauptmann Wunsch von Tsumis, 45 Kilo- meter südsüdöstlich von Rehoboth, Oberleutnant Krüger von Kub, südlich von Rehoboth, aus. Am 8. Juni stellte die Patrouille des Leutnants Stübel den Feind fest. Am 9. Juni griffen die vereinigten drei Patrouillen, zusammen etwa 100 Gewehre, bei Atis, 45 Kilometer nordwestlich Kub, südlich von Rehoboth, den stark überlegenen Feind an. Nach drei­stündigem Gefecht floh Andreas nach Westen zu; er verlor im ganzen 14 Mann, darunter seinen Sohn, 250 Stück Großvieh, 800 Stück Kleinvieh, sowie Hausgerät aller Art. Es ist anzunehmen, daß er nunniehr den größten Teil seines Viehs eingebüßt hat. Diesseits siel Leutnant von Versen (früher Grenadier-Regiment Nr. 4), Oberleutnant Krüger leicht verwundet. Die unter Hauptmann Wunsch vereinigten Patrouillen verfolgen den Feind, im Zusammen­hang mit den Etappentruppen, die über Nauchaus, rund 30 Kilometer südlich von Hoornkrans. im Vormarsch sind.

3annn dem letzten Jahrzehnt hat Wißmann oft das reizend qeleaene Sudharzstädtchen Lauterberg besucht, wo seine cm u" 2P11te hochbetaqt lebt und wo er regelmäßig

ÄÄÄ-» 'S'ÄÄMKZ den harten Kämpfen die Rede i s n; m i rh tTnimickelima unseres

Der Knrg.

Es ist aus militärischen Rücksichten nicht wahrschein­lich daß der Beginn der Friedensverhandlungcn die ofo'rtige Einstellung der Feindseligkeiten und den Abschluß eines Massen stillstand es auf Grund der gegenwärtigen Kriegslage nach sich ziehen wird. Es wäre ehr verständlich, wenn Japan, wie Deutschland 1870/71, als Preis für einen Waffenstillstand, der den russischen Rüstungen mehr zugute kommen wird als den javanischen, gewisse Garantien forderte, die seine militärische Position verbessern. Solche Garantien wären die Besetzung von Wladi- wosiok oder der Rückzug des russischen Heeres hinter Chardin. Rußland wird sich hierzu schwerlich bereit- finden.

Es herrscht auch in letzter Zeit wieder eine regere Tätigkeit ans dem Kriegsschauptah, ohne daß allerdings die zahlreichen Vorpostengesechte da? Gesamtbild der Lage merklich verändert hätten. General Lincwitsch telegraphiert an den Zaren vom 15. Juni:

91 m 11. Juni ging eine Abteilung in der Richtung auf Van- "nd Julcmtszi vor und führte eine Umgehnngs- b^vea ünaaus, durch welche sie den Feind zwang, sich bis MM ^orie O n f a n l o u z u r ü ck z u z. e h e n. Sie verbra.mte tue Vorräte in Jnlantszi. Eine andere Abteilung zog am 12. Ium m oe^Tal des Tsinho bis zu dem Dorfe Valungow und trieb die Vorhut des Feindes zurück. Am 12. Juui besetzte unsere Kavallerie das Dors Nanshantchanzi und d ra n g t e d e n F e r n d e l w a o n o u M Großfürsten Alexis

üon der Leitung der Marine wird nutgeteilt: Die Enthebung

Ausland in Sturm und Prang.

Die Deputation des Sem st wo kon gr esseS in Mos­kau erhielt die Benachrichtigung- daß die endgiltige Ant­wort, ob sie durch den Kaiser empfangen wird oder nichts ihr am 19. Juni erteilt werden wird. tigung wurde mit der bevorstehenden Kaisers von Zarskoje-Sselo n begründet. ,

Im Dorfe Lagiewniki unweit Lodz veranstalteten die. Bauern in der katholischen Kirche eine revolutionäre Demon­stration. Der Gendarm Primatschenka, der die BersamM- lung auflösen wollte, wurde von den Demonstranten in der K'ircke durch Revolverschüsse getötet. Der Polizei ist noch'nicht gelungen, die Attentäter zu verhaften.

s ch e i n l i ch.

Ob er nun selber Hand an sich gelegt hat oder ob ein anglückseliger Zufall ihm den Tod gebracht hat, jedenfalls war für den seit langem schwer leidenden Mann der .Lod eine Erlösung. Die deutsche Nation aber steht trauernd an der Bahre dieses ihr durch den Tod ebenso wie zuvor schon seinem Wirkungskreise tiiel zu früh entrissenen edlen Sohnes, des erfolgreichsten, sympathischsten und reinsten unserer Afrikaner, denen wir die Erwerbung unseres Kolo­nialbesitzes zu verdanken haben.

Am 4 September 1853 in Frankfurt a. O. geboren, im Kadettenkorps erzogen, seit 1874 Leutnant in einem mecklen- burgischen Infanterieregiment, unternahm Hermann Wig- mann 1880 mit Pogge die erste Afrikareise, die ihn 1882 zu der berühmten ersten Durchquerung des Kontments durch einen Deutschen von West nach Ost führte. Don 1883 87 unternahm er in belgischen Diensten die Forschungsreise von Loango aus in das südliche Kongobecken, auf der er den Unterlauf des Kassai seststellte, die Station Luluaburg gründete und vom Sankuru aus über Nvangwe den Tan- ganlika, den Ryassa und Schire zur Sambesimündunq ge­langte. 1888 traf ihn, als er in der Heimat mit der Bear- Leitung seiner Reisen beschäftigt war die Berufung des Reichskanzlers zur Bewältigung des Araberaufstandes in Deutsch-Ostafrika; der Kuß, den iym Bismara beim Abschied auf die Stirn drückte, ist ihm zeitlebens unvergeßlich ge­blieben. Zum Reichskommissar ernannt und zum Haupt­mann befördert, bildete Wißmann eine schwarze Kolonml- truppe, 'eroberte mit Hilfe des Kreuzergeschwaders di« Küstenplätze wieder, stürmte am 8. Mar 1889 das befestigte Lager des Rcbellenführers Duschiri, besetzte im September Mpwapwa und schlug, nachdem im Herbst Buschtri gefangen genommen und hingerichtet worden war, im Frühjahr 1890 mit Hilfe einer von Major Liebert neugebildeten ^.rup^ auch Buschiris Nachfolger Dwana §ert, womit der Ausstand bewältigt war. Die Ernennung äum Major und die Er- Hebung in den Ad-lstand lohnten nach der Rückkehr m die Heimat Wißmanns hervorragendes Werdrcns. In den nächsten Jahren setzte Wißmann sem Werk der Erforschung und Organisation der Kolonie als Kommissar der Zivil­verwaltung mit großem Ersolge fort, war aber schon w eder- holt aus Gesundheitsrücksichten zur Unterbrechung seiner Tätigkeit genötigt gewesen, als ihn cnn l. Mai 1895 die Ernennung zum Gouverneur von Deutsch-Ostaftrka er­reichte Unter manchen Widerständen und im Kampfe mit seiner 'erschütterten Gesundheit hat er diesen Posten nur noch ein ^abr 'Bis Juni 1896, bekleiden können. Seither lebte w in Steiermark, -ruf dem Gute seiner Frau durch Krankheit selbst an der Fortsetzung seiner ftüheren umfassen- ven literarisch-wissenschaftlichen Tätigkeit verhindert

Wißmann hinterläßt eine Witwe, eine geborene Langen aus Wien unb vier Kinder im Mer von zwei bis zwol

WtzenerAmeiger

General-Anzeiger ,es*

Mission einzusetzen. ^v.

Eine lebhafte Erörterung rief der Antrag der Mteilung Bremen hervor, der eine Beteiligung von Kolonial­interessenten an der Verwaltung imserer .Kolonien wünscht. Die Versammlung nahm mit großer Majorität eine Reso­lution an, worin der Aufschub beauftragt tm^ im Sinne des Antrags bei dem Reichstag und der Kolomalabteüung des Aus­wärtigen Amtes vorstellig zu worden, indem sie der Hoffnung Aufdruck gibt, daß es den vereinten Bemühungen der Kolonial- abtetluna, der Gouverneure, Ansiedler und Jnteresieuten gelingen werbe, diejenigen Maßregeln zu finden, die zu einor wirkungs­volleren Vertretung der europäischen Bevölkerung in den Gou- vernementS-Veiräten der Ansiedler-Kolonien .beM der Inter­essenten in der Handels- und Plantagenkolonien führen können.

Zum Schluß gelangte nocb ein A n t r a g D a r m st a d t zur Beratung, in den Satzungen den Zusatz emsufugen:Noch nicht 25 Jahre alte Personen können als (ausieror- d e n t l i ch e) M i t g l i e d e r der Gesellschaft, redoch ohne Stinim- unb Antragsrecht, ausgenommen werden gegen einen Jahresbeitrag von 3 Mark" Der Antrag wird der nächsten Generalversamm­lung zur Erledigung überwiesen. OT,.T -

Der Präsident machte sodann Mitteilung« vom Avleben Wißmanns, dessen Andnik.m die Vonammlnng durch Erheben von den Sitzen ehrte, ^ach (Srtebigung Scf6öfth^r beiten dankte Gonverneiir Truppel der Kvlonialgesellsckwft und dem Prösibenten für bas ben Kolonien, besonders Kiautsckwu, be­wiesene Wohlwollen. 5)erzog Johann Albrecht zollte dem Gou- veriieur für bie Tätigkeit im fernen Osten lebhafte Anerkennung. Die Versammlung dankte dem Herzog für die Leitung her Tagung, worauf dieser die Tagaing schloß. Für den Nachmittag nxnren bie Teilnehmer an der Tagung von tfran Krupp zu einer MlficH'it aus W o^rnhen.

auhei BotmlagK Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMsche» tanbwlrt die Gietzrner ZamUlen« GiiMee viermal in der

Woche betgelegt Rotationsdruck a. Der» Ug der vrü h l'lchen Unwerl^vuch-u. Steür- bturfmi. @L Bange.

Barlamkntarisckes ans Kkllen»

Die hessischen Sozialdemokraten wollen also wirklich btc Abschaffung der Ersten Kammer. Die Abgg. Ulrich, Adelung, Berthold, Cramer, David und Orb beantragen, unter Hinweis auf den Initiativantrag von 21 Mitgliedern der Ersten Kammer, betreffend Erweiterung des verfaffungs- mäßigen Einfluffes derselben: Die Zweite Kammer wolle be- 'chlicßen, die Großh. Regierung zu ersuchen, den Landständen alsbald eine Vorlage aus Aenderung der VersaffungS- und | Wahlrechtsbestimmungen rc. rc. im Sinne der Beseitigung | der Ersten Kammer zu machen. Darmstadt, den 14. Ium 1905.

Der Abg. Köhler stellte folgende Anfrage an die Regierung:

1. Gedenkt die Großh. Regierung noch im Laufe deS gegen­wärtigen Landtages bezüglich der Einkommens-, Gehalts-, PenstonS- und Hinterbliebenenversorgnngsverhältnisse der OrtS-, Polizei- und OrtsgerichtS-Diener dem Landtage entsprechende Vorlage zu machen? Oder steht im nächsten Budget die Einstellung eines AnSgabepostenS zu erwarten, mit dem Zweck, den OrtS- und Polizeidienern emo ihrer Mühewaltung In staallichen Diensten entsprechende Ver­gütung zu gewähren?

2. Steht mit dem nächsten Landtage die Vorlage eines all­gemeinen GemeindedeamtengesetzeS ju er- warten, in dem die Angelegenheiten aller Gemernde- bcnmien, insonderheit auch der OrtS- und Polizeidiener ge­regelt werden? ____________

Kolonialgesellschaft.

Essen, 18. Juni.

In bet heutigen Vormittags'.tzung der Deutschen Kvlonial- aeseMchaft beschäftigte man sick mit ber Erörterung der öe* siedelungSsrage für Deutsch-Sübwest afrika. Die Versammlung sprach sich bahin aus, baß biesem Gemete bie vollste Aufmerksamkeit geschenkt werben müsse, daß es oder mcht ratsam erscheine, bevor der Aufstanb im Schutzgebiete ganz nieder-' geschlagen sei, weitergehenbe Maßnahmen , m der Besiebclungs-, frage zu treffen. Sobald bie Loge einigermaßen geklärt sei, solle eine kräftige VesiebelungSpoliti? betrieben werben. Ein Antrag, für die Vesiebeluna Deutsch-Sübwestaftikas einzutreten, unb zwar durch Wort, Schrift, sonne durch AuNellimg eines Planes für Vorbereitung unb Dnrchführirng ber Besiedelungs- tätigkeit, dessen Ausführung bet ber Koloniolverwalttmg anzu- regen sei, unb für dieses Vorgehen einen Slmberausschuß em- zusetzen, wurde dem VerwaltungSrot für bre Wohsiohrtslotterie als Material für bie Vc-rwrudimg her für Deutsch-Sudivestaftika bestimmten zwei MiN.'onen Mark au§ den ErtAgntssen der Lotte­rie mit der Maßgabe überwiesen, daß ber Verwoltungsrrn ge­beten wirb, für die Vorbereitung ber Angelegenheit eine Kom-

monatlich/b vtettrl- jährlich Mt. W. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o 131.; durch diePost Mk.L.viertel- jührl. auSschl. Bestellg» Annahme von Lnzei'O

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Steil: U ÖUtto: für ,Stadt und Land* und .GerichtSlaalE: A ua u st Goetz; mr den An­zeigenteil: §)anS Bech

Vie yeutige Mrmmer umfaßt 18 ScltLN.

Major vo» Wiszmann f

Aus Liezen in Steiermark kam am Freitag mittag die (in u nseren gestrigen Depeschen bereits enthaltene) Trauer­kunde, daß sich Hermann v. Wißmann auf einer in Gesell­schaft unternommenen Rehpirsche aus eigener Unvorsich­tigkeit durch einen Schuß in den Kopf getötet hat. Heute erfährt man aus Graz, daß dort über dieses vortrefflichen ManneZ jähes Ende verschiedene Vermutungen im Umlauf sind. Wißmann sei, so lautet eine Darstellung, während der Jagd gestrauchelt; dabei habe sich sein Gewehr von selbst entladen und die ganze Schrotlaoung sei ihm durchs linke Auge ins Gehirn gedrungen, was den sofor­tigen Tod zur Folge hatte. Es werden mich Stimmen laut, daß Wißmann, um seinem langjährigen nervösen Leiden, das ihn sehr plagte, ein Ende zu machen, selbst Hand an sich gelegt habe. Daß ein Verschulden einer dritten Person vorliegt, gilt als absolut ausgeschlossen.

Wißmann war am Donnerstag abend mit dem Erzieher Hafermann und dem Revierjäger in dem Jagdrevier Fischern auf Rehpirsche gegangen und hatte sich am Waldes­rand auf einen Stuhl gesetzt. Hafermann und der Jäger pür chteu in anderer Richtung. Bei Eintritt der Dunkelheit pfis der Jäger, der Verabredung gemäß, zweimal, erhielt jedoch keine Antwort. Als er den Jagdherru anrief, ant­wortete dieser mit Ja. In demselben Augenblicke krachte ein Schuß. Der Jäger suchte Wißmann sofort aus unb sanb ihn auf der Scssellehne zurückgebeugt tot. Der Schuß war ins linke Auge eingedrungen und hatte die Schädeldecke ab­gehoben. Das Gewehr stand zwischen den Füßen deS Ver­unglückten. Ein Lauf war ab geschossen, der Hahn deS zweiten Laufes gespannt. Um 11 Uhr nachts wurde durch eine Ge­richtskommission der Tatbestand aufgenommen. Der Gc- richtsarzt nähte die Schädelbasis an und veranlaßte die Ueoerführung ber Leiche nach Weißenbach.

Nach dieser Darstellung ist ein Se l b stm or d wahr-