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15.5.1905 Zweites Blatt
 
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Nr. 11» Zweites Blatt. 155. Jahrgang

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.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der O W & tT O T*C W ß M H yf /I R W * H va h $ öl

»htlstlch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. 3 B V' H Vr v v E V V''

Montag 15. Mai 1905

Notationsdruck und Verlag der Brühl'ich« UnwerfttätSdruckerei. R. Laag», Gieß«.

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.K, Del. Nr. 6L Telegr^Sldr. r Anzeiger Gieß«»

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen.

politische Wochenschau.

Am Anfang dieser Woche nm 9. Mai. hat br§ deutsche Bott E ihm wohl die ganze Welt den Blick gerichtet auf unfern grotzen Dichtnfürsten ^ricbrt ch S (fit Her. Alle Städte, selbst das kleinste Dorf, hoben tfire Sch'^rfei'-r echabt. Vielen war dieser Gedenktag zu laut, und etliche unserer besten Schriftsteller haben geäußert, um dem deutschen Volk die Lebensarbeit unseres schiller für die Gegenwart und die Zukunft fruchtbar zu machen, dazu bedürfe es einstweilen noch stiller und ernster Arbeit. Mer es kann doch kein Zweifel darüber sem, daß der 9. Mai und die Schillertage überhaupt viel Klärung und neues Verständnis nicht nur der Schillersckien Werke selbst, sondern auch der künstlerischen Bemühungen im all­gemeinen gebracht haben. Vielfach ist es aufgefallen, daß der Kaiser bei der Schillerfeier sich jeder Kundgebung enthalten hat. Es hat sich ihm wohl kein besonderer Anlast dazu geboten, und wenn er sich im allgemeinen über die Werke des Dichters hätte äußern wollen, würde er doch nur haben einstimmen können m das stolze Lob, das jeher rechte Deutsche seinem Schiller dar- bringt.

Der Kviser befindet sich noch auf der Rückkehr aus Italien. Er begab sich nach Beendigung seines Besuchs beim Gros-Herzog von Baden r ~dj den Reichslanden, wo er in Strastburg und Metz Aufenthalt nahm, die Hohkönigsburg und Urville besuchte und die Einweihung der Gedächtnishalle auf dem Schlachtfelde von Gravelotte vornahm. Er wird nun auch in unserer Nähe einen Besuch abstatten, wenn es auch noch nicht feststeht, ob er kurzen Aufenthalt in Mainz nehmen wird. In Wiesbaden wird unser Großherzog mit ihm zusammentreffen.

In dieselbe Zeit da der Kaiser nach dem Neichslande sich begab, fiel die Reise des Königs von Sachsen an den Wiener und Münchener Hof, wo man dem Könige die bei einer Antrittsvisite üblichen zeremoniellen Aufmerksamkeiten erwies und wo in Trinksprüchen die alte Waffenbrüderschaft der Sachsen mit den Oesterreichern und Bayern lebhaft betont wurde.

Der Reichstag hat seine Arbeiten wieder ausgenommen. Für ihn kommen von wichtigeren unerledigten Vorlagen ins­besondere das Militärpensionsgesetz und die Börsengesetznovelle, für das preußische Abgeordnetenhaus die Berggesetz-Novelle in Frage. DKe Erfahrungen sprechen nicht gerade dafür, daß in dem Tagungsabschnitte nach Ostern, zumal, wenn die Jahres­zeit so weit vorgerückt ist wie diesmal, noch diel parlamentarische Arbeit geleistet wird. Hoffentlich aber finden derartige Erfahr­ungen nicht auch gegenwärtig ihre Bestätigung. Andernfalls müßte wiederum tin Stelle des Sessionsschlusses eine Vertagung eintreten, und das ist und bleibt doch nur ein Notbehelf, der sich niemals zur Regel herausbilden sollte. In seiner letzten Tagung am Freitag hat der Reichstag eine ziemlich müßige Unterhaltung über die Unterdrückung schlechter Literatur- und Kunsterzeugnisse geführt. Die betr. Petition, von der Lex-Heintze-Mehrheit be­fürwortet, wurde schließlich, wie berichtet wurde, dem Reichs­kanzlerzur Berücksichtigung" überwiesen.

Auf dem Kriegsschauplätze hat sich außer einigen neben­sächlichen Scharmützeln nichts Neues zugetragen. Kuropatkin soll wieder einmal vollständig dienstuntauglich geworden sein, was bei ihm bereits öfter vorgekommen ist Die Wladiwostok-Flotte unternahm einen Ausflug nach der japanischen Küste, wobei sie einen japanischen Segler abfing, mit Petroleum übergoß und verbrannte! 'In Tokio erregte die Spionageaffäre Bougouin- Strange groß^ Auffehen. Wo Roschdjestwensky sich befindet, ist ungewiß.>ogatow, der mit seinem Geschwader in den Saigon- fluß hineinfahren wollte, erhielt von den französischen Behörden Bescheid, seine Flotte außerhalb her neutralen Zone instand zu setzen. Viel Aufsehen hat es über diesen Fall gegeben, da Japan Frankreich des Neutralitätsbruchs beschuldigte. Aber die Schwarz­seher, die schon eine weitere Ausdehnung des ostasiatischen Krie­ges prophezeiten, hatten sich wieder einmal getäuscht. John Bull, den sein Allianzvertrag mit Japan in die unangenehme Lage brachte, seinem neuesten Bundesgenossen jenseits des Ka­nals ein paar zornfunkelnde Blicke zuwerfen zu müssen, verkündet der Welt mit 'einem Seufzer der Erleichterung, daß der Zwischen­fall nach Roschdiestwenskys Verlassen der französischen Küste vor­läufig als abgeschlossen angesehen werden könnte!

In Rußland hat mittlerweile der Semstwokongreß getagt, öer sich im Gegensatz zu dem Bulyginschen Verfassungsprojekt für eine gewählte Volksvertretung mit nicht bloß beratendem Charakter, sondern mit tatsächlichem Einfluß auf die Staatslemng ausgesprochen hat. Die zweite wirlliche Reform nach dem Erlaß des Toleranzgebots ist die Aufteilung von Kronländereien an Die Bauern. Es geht »a-lso langsam vorwärts in Rußland, aber es geht doch vorwärts. Freilich, die Unruhen wollen m Ruß­land nimmer ein Ende nehmen. Offenbar sind es die Behörden selbst, die dazu mitbelfeu, dem gewaltsam zurückgedammten Grimme dadurch ein Ventil öffnen, daß sie den blöden Pöbel, der viel zu stumpfsinnig ist, um seine wirklichen Unterdrücker zu kennen, gegen die Juden Hetzen. Die vtertagtgM Unruhen inSchitomir haben teilweise das Bild förmlicher Schlachten geboten, in denen >asuf Seiten der Juden tote ,^rifiett Zahl­reiche Personen getötet wurden. In den ausführlichen Meldungen wird die Zahl der Opfer nicht genau angegeben, toorau§ man schließen muß, daß sie viel größer ist als bisher berichtet wurde.

In nicht weniger als drei Ländern wurden M diesen Tagen Fragen der Landesverteidigung erwogen. So hat im eng­lischen Unter Hause Lord Balfour

ungs pstem, soweit es das Mutterland und Indien bettiftt, ein­gehend erörtert und vor allem den Gedanken einer plötzlichen Invasion nach Großbritannien als unmöglich zuruckgewiesen In Italien wurde ein großes Flottenbauprogramm, über 300 Mill Lire verschlingen soll, ivi Parlament emgebracht, und in Frankreich tagte zum ersten Male der Marmerat, der sich mit d^n französischen SeebefesÜgungssystem und .den Flotten- vläneii des Ministers Thomson beschäftigte. Dieser hat eme Rede gehalten, in der er die Vorlage des Flottenprogramms für «5?«Sm in Aussicht stellte und mit allem Nachdrucke bie NotwmBeit Aner sLrken Seemacht für Frankreich betonte^ Er Sbä zu halten.

parlamentarisches aus Kelsen.

D-r Zweiten Kammer der Stände ist ein-^ Bericht d-s t. Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über den Handel mit Giften, -gegangen. Es heißt darin, daß die derzeit geltenden Vor- ichriften des Polizeistrafgesetzes reformbedürftig sind schon mit Rücksicht auf die heutzutage nicht mehr festliegenden Begriffe Svezereikrämer" undMaterialist". Mer als Spezerei- krämer oder als Materialist zu bezeichnen ist, durfte zweifellos kaum festzustellen sein. Eine gesetzliche Regelung dieser für das Gebiet der öffentlichen Gesundheitspsiege so sehr wichtigen Materie erscheint daher dringend geboten. Im übrigen ver­

weist der Ausschuß auf die sehr eingehende Begründung des Entwurfes.

Der Nhein-Main-Gaftwirte-Verband bat eine Vorstellung an die Zweite Kammer gerichtet, betreffend den Gesetzentwurf über die Erhebung von Gemeindeabgaben, worin wiederholt gebeten wird, den zurzeit bestehenden sehr hohen staatlichen Tanzstempel wieder auf die früheren Sätze zu ermäßigen, weil der jetzt bestehende Stempel Anlaß zu vielen Klagen gegeben habe und als eine große Härte, besonders von den mittleren und kleineren Wirten der Landorte, em­pfunden werde.

Endlich ist der Zweiten Kammer noch eine Regierungs­vorlage, betreffend den Entwurf eines Gesetzes über den Vollzug des Reichsgesetzes über die Bekämpfung der Reb­laus vom 6.. Juli 1904.

Aus Stad! Md Land.

Gießen, 15. Mai 1905.

** Personalien. S. K. H. der Grostherzog haben dem evangelischen Pfarrer Kirckienrat Fuchs zu Rimbach die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. J'n den Ruhe­stand wurde versetzt der Schullehrer an bAr Gemeindeschnle zu Trebur, im Kreise Grost-Gerau, Rau. auf sein Nach­suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und Verleihung' des Silbemien Kreuzes des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen. Uebertragen wurde dem Schulamtsajpirunten Winter aus Dittelsheim eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Nierstein. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwenstein-Wert- Heim-Rosenberg und dem Fürsten und Strafen zu Erbach- Schönberg auf die 2. LehrersteUe an der Gemeindeschnle zu Lützel-Wiebelsbach, im Steife Erbach, präsentierte Schul- amtsasptrant Meyer aus Frankfurt a. M. für diese Stelle. Dem Rittmeister Freiherrn von Bellersheim im 2. Pommerschen Ulanen-Regiment, seither Oberleutnant im 2. Großh. Dragoner-Regiment (Leib^Dragoner-Regiment) Nr. 24 wurde das Ritterkreuz 2. Klasse des'Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Rechnungsrat i. P. Roth in Laubach in ^Anerkennung der Verdienste, die er sich durch Herausgabe des WerkesDie europäischen Laubmose" um die botanische Wissenschaft erworben hat, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen. Der erste Direktor der Hauptstzaatskasse Kramer wurde unter 'Anerkennung seiner langjährigen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste auf sein Nachisuchen in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen. Das Mitglied der Oberrech­nungskammer, Oberrechnnngsrat Dexheimer, wurde zum ersten Direktor der Haupt staats kaffe ernannt. Der Hauptsteueramtsrentant bei dem Hauptsteueramt Mainz, Rechnungsrat Wagner, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** E m v f ä n g e. S. K. H. der Großherzog empfingen am 13. Mai u. a. die Professoren Bötticher und Best von der Universität Gießen, den Forstmeister Spieler von Friedberg, den Oberlandesgerichtsrat Pfann Müller, den Oberamtsrichter Rauch von Lich, den Kammersänger Buff-Gießenvon Dresden und den Lehrer Landmann von Stauffenberg.

** Der Besuch des Groß Herzogs Paares in Mainz. Bei der Anwesenheit des Großher^ogs in Mainz wird am Mend nach der Ankunft am 16. d. M., wie die Bürgermeisterei Mainz im Einverständnis mit den Vor­ständen der dortigen Mannergesangvereine mitteilt, im Schloßhofe eine große Serenade durch die Mainzer Gesang­vereine veranstaltet. Das GroßherZogliche Paar trifft Diens­tag abend um 7 Uhr auf dem Hauptbahnhof ein, vor dem eine Ehrenpforte errichtet wird und wo großer Empfang durch die Behörden und Ehrenjungfrauen erfolgt. Die Fahrt nach dem Schlosse geht über die Bahnhofftraße und Große Bleiche. Diese Straßen und der Deutschhausplatz vor dem Schloß sollen eine prächtige 'Ausschmückung erhalten. Die Vereine und voraussichtlich auch^ die Schulen werden Spalier bilden. Für den Mittwoch ist die Rheinfahrt geplant, zu der Einladungen an die Stadtverordneten ergehen. Da­nach soll eine Illumination der Taunusstraße erfolgen, zu der an die dortigen Bewohner die 'Aufforderung zur Be­teiligung ergangen ist. Donnerstag und Freitag wohnt das Groß herzogliche Paar als Gast des deutschen Kaisers den Festspielen in Wiesbaden bei, sodaß der Gegen­besuch des Kaisers, wenn ein solcher sofort stattfindet, am Samstag zu erwarten wäre. Für diesen Fall, ist große Galatafel im Schlosse vorgesehen. 'Am Samstag nach­mittag reist das Großherzogliche Paar von Mainz wieder ab.

Alarmierung der freiwilligen Sanitäts- Kolonne. Am Samstag abend um V2 8 Uhr wurde die freiwillige Sanitäts-Kolonne auf telephonischem Wege alarmiert. Innerhalb 10 Minuten hatten sich am Sammelpunkt Selters­weg (früheres Bürgerspital) 18 Mitglieder der Kolonne, der Kolonnenführer, dessen Stellvertreter und ein Sektionsführer eingefunden; weitere Mitglieder erschienen etwas später. Seit dem Bestehen der Kolonne war dies die erste Probealarmierung, und man konnte mit dem Erfolg wohl zufrieden sein. Die telephonische Alarmierung hatte sich gut bewährt.

Blumendiebstähle auf dem alten Fried- Hofe. Wir erhalten Mitteilungen von der höchst bedauer­lichen Tatsache, daß in der letzten Zeit fortgesetzt Blumen­diebstähle und Verwüstungen an den Gräbern des alten Friedhofs verübt worden sind. Es dürfte nun, so wird uns geschrieben, endlich an der Zeit sein, die Aufmerksamkeit der maßgebenden Behörde auf diese Rohheiten zu lenken. Richt nur, daß Blumenstöcke und Blumen über Nacht verschwinden, nein, in kaum 10 Minuten war eine am Samstag vorge­nommene Blumenschmückung geraubt und die Anpflanzung

verwüstet. Nur durch einen Zufall entdeckte der Geschädigte die Täter; einige Id 14jährige Mädchen waren die gesühlsrohen Räuber. Die Ueberhandnahme der schändlichen Blumendiebltähle ist bezeichnend für die Aufsicht, die zurzeit auf dem alten Friedhöfe geübt wird. Es ist schließlich kein Wunder, wenn sich schlechte Elemente die Abwesenheir deS Friedhofsaufsehers am hellichten Tage zu nutze machen. Der Aufseher wird zu allen möglichen Dienstleistungen für die städtischen Behörden herangezogen, nur nicht zur Fried­hofs-Aufsicht.

** Besitzwechsel. Dachdeckermeister Earls kaufte ook Glasermeister Luh das diesem gehörige Grundstück Neuen­weg 20, wohingegen Glasermeister Luh das Grundstück des Dachdeckermeisters Carls, Neuenweg 30, erwarb.

**Was das neue Schauspielhaus in Frank­furt gekostet hat, berichtet der jetzt vorliegende Bericht des Hochbau-Ausschusics in Frankfurt. Anfänglich waren einschließlich der Dekorationen Mk. 1 600 000 vorgesehen- welche Summe durch Beschluß der Stadtverordneten-Ver- sammlung vom 11. April 1899 auf Mk. 1 900 000 erhöht wurde. Im Jahre 1901 erfolgte weitere Bewilligung von Mk. 236 400 für Herstellung einer Umformerstation, 1903 für verschiedene Verbesserungen Mk. 15 000. So ergab sich eine Summe von Mk. 2 151 400, die laut Endabrechnung um Mk. 457 999 überschritten worden ist. Von der Ueber- schreitungssumme wurden bereits Mk. 408 870 früher be­willigt. Der Ausschuß beantragte die Genehmigung der nach­geforderten Summe. DaS neue Schauspielhaus kostet folglich Mk. 2 609 399.

Bad -Nauheim, 13. Mai, Folgende Unter» Haltungen finden in dieser Woche statt: Montag den 15. Mai (50jähriger Gedenktag der Friedrich Wilhelms-Quelle Sprudel 12) nachmittags von 46 und abends von 8 bis 9 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter abends kurz nach dem Theaterschluß Feuerwerk vor der Terrasse und bengalische Beleuchtung des Sprudels. Abends 71/2 Uhr: Theater-Vorstellung: Szenischer Prolog anläßlich der Sprudelfeier. Hierauf:Der eingebildete Kranke." Dienstag nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: Gastspiel des Oberbayerischen Bauerntheaters:Die Kreuzelschreiber." Mitt« woch nachmittag und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Donnerstag nachmittags und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: Der Kilometerfreffer." Freitag nachmittags und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends Russisches Nationalkonzert anläßlich des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers von Rußland. Bei gutem Wetter Lampionbeleuchtung auf der Terraffe. Samstag nachmittags und abends auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: CharleyS Tante." Sonntag den 21. Mai: Konzert der Kapelle des 1. Großh. Hess. Feldartillerie-RegtS. Nr. 25 (Großh. Artilleriekorps) aus Darmstadt.

+ Assenheim b. Friedberg, 14.Mai. Am Freitag wurde unter zahlreicher Beteiligung der Großh.. Polizei­kommissär und Gräfliche Oberförster Karl Habich von Wickstadt beerdigt. Der Verstorbene war 51 Jahre im Dienste des Grafen von Solms-Rödelheim tätig und konnte voriges Jahr sein 50 jähriges Amtsjubiläum feiern. Am 1. April trat er in den wohverdienten Ruhestand, nm nach Darmstadt überzusiedeln. Er hat ein Alter von 77 Jahren erreicht. Die Ueberreichung der Kaiserschleife an den hiesigen Kriegerverein fand heute nachmittag durch den Vertreter des KreiSamts Friedberg statt. Infolge des günstigen Wetters hatten sich aus der Nachbarschaft mehrere Brudervereine und zahlreiche Festgäste eingefunden. Besonders feierlich gestaltete sich die gleichzeitige Enthüllung einer Er­in nerungstafel für den im Kampfe gegen die Hereros in Südwestafrika gefallenen Soldaten Philipp Köhl. Die mit einer Widmung versehene Tafel ist am Rathaus angebracht.

§ Schotten, 13. Mai. Die Eröffnung der Aus» stellung der Vogelsberger Geflügelzuchtvereine sand heute nachmittag 3 Uhr durch den Ehrenvorsitzenden Geheimen Regierungsrat Schönfeld und im Beisein des Bürgermeisters Kromm, der Vertreter der Vogelsberger Vereine und zahlreicher Aussteller statt. Die Ausstellung war aus allen Teilen des Vogelsberges reichlich beschickt und gab einen deutlichen Beweis dafür, daß die Geflügelzucht auch int Vogelsberg auf der Höhe der Zeit steht. Besonders stark vertreten sind das Nutzgeflügel und die Tauben. Bei den Nutzhühnern umfaßt die Zahl der Italiener und Wyandottes fast 100 Nummern. Unter den zahlreichen Ehrenpreisen be­finden sich solche von (^eh. Negierungsrat Schönfeld, der Stadt Schotten u. a.

R. B. Darmstadt, 14. Mai. Das 60jährige Dienstjubiläum feierte heute der Magazinier Friedrich Blößer der L. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Die Chefs und sämtliche Angestellte der Firma waren anwesend. Die Kollegen überreichten dem Jubilar eine wertvolle Wanduhr. S. K. H. der Großherzog hatte bereits am Tage vorher dem Jubilar sein Bildnis nebst einem anerkennenden Schreiben überreichen lassen. Die heute vormittag in Bad-Nauheim tagende Bezirksversammlung des Buchdruckereibesitzer- Vereins (Rhein-Maingau) sandte ein herzliches Glück­wunschtelegramm.

Mainz, 14. Mai. Eine neue Straßenbahnlinie nach Kastel soll eingerichtet werden, um den vielen Be­schwerden über das Umsteigen am Brückenkopf abzuhelfen. Die Linie geht vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße nach dem Höfchen und dann über die Nheinstraße nach Kastel und auf demselben Weg wieder zurück. Aus dieser Strecke soll 7 V2 Minuten-Verkehr eingeführt werden.