Ausgabe 
14.10.1905 Zweites Blatt
 
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Der hichge LandgcriW LandtaqSabgeordneter i? 'n nach soeben in k; uien worden. Tr. $itf, Mcher Jurist der Reilbt» deS deutschen CtrafreK eines nortrngenben fflol: neuen poften in Beck 5)e nnfreten. Tr. M n Sätigfeit namentlich : Handelssachen unb bei ad Sympathie envorben, )on hier scheiden sieht.

Ewald als Reichs« )r, Schmitt in Mainz

Ter Architekt Pete, ii Grobherzoy eine Br. hatte,hat abyelehnl h kollidieren wollte m!

in Darmstadt möglii iem anderen München Eintritts in die Künftl» haben werden. - ünchen, der, wie» Grohh. Keramisch» November hierher M t im Bau begriffen. - al foll «m 1- «ck feiert,d) enf6üat ®* ^Cr Raubversuch » M hier aus n den sogenannten ^ n unreifen Jung n Nachdem durch r° «wie "S'Ä bequemte H B-mUhimS-" . bi

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** Kleine Mit

"Mn n ii § Neffen und den

von einem Revolverschuß verletzt.

Handel

des

Gelsenkirchen Bergwerk . 244.75

Oberschi es. Eisen-Industrie 139.75

115.00

Berliner Börse, 14. Okt, Anfangskurse.

Total-Ausverkauf

Kaufhaus S. Elsoßer

Elektriz. Lahmeyer .

Elektriz. Schuckert .

Esch weil er Berawerk

146.60

137.90

274.80

Hauptgeschäft:

Marktstrasse 27.

. 255.R0

. 139.70

100.80

88.95

100.95

8915

100.00

. 269.30

. 133.75

. 175.10

. 150.60

. 242.30

. 105.80

. 167.90

101.50

101.10

96.60

00.00

68 50

68.00

97.00

94.70

90.50

137.50

53.85

Harpener Bergwerk Laurabütte . . .

Nordd. Lloyd . .

Harpener Bergwerk Laurahfltte . . Lombarden E. B. Nordd Lloyd . . . Türkenlose . . .

verhaftete 18 Studierenden

Tokio, englischen stücks täfel brachte einen Admiral Noel

. 90.50

. 68 50

. 97.75

3M7c 356 3>67c 356 3167c 3167,

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. .

Hessen . .

Oberhessen

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

Na chb a r st ag t e n. Das Hotel Stinner in Herdorf ist fäll fit di für den Preis von "5 000 Mk. in den Besitz des Herrn Rod. Giesler ans G i e st e n, Oberkellner im HotelDeutscher Kaiser (Witwe Kattwinkel) übergegangen. Die Uebernahme erfolgt nm 1. Februar n. I.

9Irjt Dr. Volbeding wegen Sittlichkeitsverbrechens zu ver­antworten. Der Angeklagte erhielt 13 Monate Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Er wurde seinerzeit zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt und ihm das Toktorvrädikat entzogen.

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . .

Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . .

Gotthardbahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

Arbeiterbewegung.

Gera, 13. Olt. Die der Ortsgruppe Gera des Verbandes der sächsisch-thüringischen Webereien angc^örigen Weberei-Be- triebe beschlossen heute nachmittag, sämtlichen 12 000 Stuhlarbeite. rn für den 27. Oktober zu kündigen, da sich die Voraussetzung, dast bis Donnerstag abend in den vier Betrieben, in denen die Arbeiter heute vor acht Tagen zum größten Teile gekündigt haben, eine genügende Anzahl von Arbeitern sich zur Fortsetzung des Arbcitsverhältnisses bereit erklären würde, nicht erfüllte. Die notwendige Folge dieser Kündigung wird, wie dieGer. Ztg." meldet, sein, dast in der nächsten Woche die Schließung der sämtlichen zum Verbände der sächsisch-thüringischen Webereien gehörigen Betriebe angeordnet werden wird. Gestern erschienen in zwei Textilbetrieben nur je cm Arbeiter. Die Stimm­ung der Arbeiter ist kampflustig.

Berlin, 13. Okt. Tie streikenden Schraubendreher haben heute dem Anträge der Streikleitung zugestimmt und sich zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit erklärt. Dagegen haben sich die streikenden Lagerarbeiter diesem Anträge ge­genüber ablehnend verhalten.

Türkenlose.....

456 Griech. Monopol-Anl, 4 56 äussere Argentinier 37O Mexikaner . . . 4J67o Chinesen .

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . . Tendenz: fest.

von den städtischen Behörden ein geloben. Ueberall herrschte das herzlichste Einvernehmen.

. 175.50 . 151.00 . 242.50 . 185.20 . 192.70 . 168.00 . 212.00

Briefkasten der RkdalUiaa.

(Anönhme Anfragen bleiben nnl'erücksichtigtl.

P. N. Die in unserer Nr. 240, 2. Blatt, erwähnte kleine Schrist des Hamburger Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. F. Sieveking:Die Hamburger Universität", erschien in Otto Meißners Verlag iu Hamburg.

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse. 14. Okt., 1.15 Uhr.

. 23.50

. 145.20

. 127.20

13. Okt. (Reuter.) Admiral Noel und die Offiziere waren heute zur Früh- im kaiserlichen Palaste geladen. Ter Kaiser Trinkspruch auf König Eduard aus, einen Toast 'auf den Kaiser von Japan. Ferner gab der Mayleklub ein Festmahl zu Ehren des Admirals Noel. Tie Mannschaften des englischen Geschwaders waren

. 220.50

. 00.00

. 23.60

. 133.30

. 00.00

aller durch das betroffene Brandanglück be­schädigter Waren betreffend, bitte ich verehrl. Publikum zum Zwecke pünktlicher Bedienung, möglichst «B* zu

die Einkäufe VOPßlUittagS machen.

£111111 und Wissenschaft

* Dem Stüde lschen Institut in Frankfurt ist letzthin ergangen wie einem alten Familicnschmuck, den man nach Erwerbung eines überaus wertvollen Steines der­art umnrbcitcn lässt, daß das Prachtjuwel zum Mittelpunkte des Ganzen wird, während dieses in allen seinen Einzelheiten durch die veränderte Fassung zu einer weit besseren Wirkung gelangt als früher. Wenn der neue Rembrandt, der eine der grausigsten, mit unerbittlichem Realismus gemalten Szenen die Blendung SimsonS in die bestrickendste Farbenpracht taucht, notwendig einen beherrschenden Platz erforderte, so ist man dabei nicht stehen geblieben. Direktor Justi hat die ganze Sammlung neu geordnet und ausstellen lassen, wobei ihn zweierlei leitete: einmal jedes Bild so viel als möglich zu isolieren, um dadurch dem ver­wirrenden Eindrücke der Ueberfüllung im einzelnen Raume zu begegnen wie weit sich das machen liest, ohne das Schattenreich der Rumpelkammer merklich zu vermehren, steht dahin; die Umgestaltung ist noch nicht ganz beendet, der neue Gesamtkatalog noch nicht erschienen; dann aber nach Kräften von der feinen modernen Kunst Nutzen zu ziehen, die auf eine einheitlich-harmonische Zusammenstimmung deS Deko­rativen mit dem Wesentlichen sich so wundervoll versteht. Es ist dies einfach dadurch versucht worden, daß man den Waudanllrich nach den vorherrschenden Farben der im Saale vereinigten Gemälde bestimmte und ihnen so eine die Wirkung unterstützende oder ein erfreuliches Gegengewicht bietende Folie gab. Leicht war es nicht. Denn da eine öffentliche Kunst­sammlung doch immer der allgemeinen Belehrung dienen soll, kann darin nicht so unsystematisch geschaltet und gewaltet werden wie in einem Privatmuseum, wo es nicht darauf an­kommt, Zeiten und Stile durcheinander zu würfeln, wenn cs im Ganzen eine aparte Farbenharmonie zu erzielen gilt. Dennoch ist das Experiment gelungen, was sich daraus er­leben lässt, daß die Wirkung der verschiedenen, immer wohl «erwogenen Waudsärbung sich unaufdringlich als ein in solchen Räumen ungewohntes Gefühl von Wärme und Be­hagen geltend macht.

Das Leben" ist eine neue illustrierte Wochenschrift, «nerausgegeben von Arthur Kirchhoff. Die Zeitschrift behandelt Soziale, biologische, philosophische und künstlerische Fragen und ent­hält viele wirkungsvolle Illustrationen, die Kunstdruckpapier zu voller Wirkung bringt. Das erste Hest enthält: Robert Saudek: Wie ward der e r ft e Gott geschaffen. Fritz Mauthner: Die Frau aus dem Tierpark. Prof. Wilh. Engelmann: S in b untere G e n u st mittel Güte? ' Arthur Kirchhofn Der Würaer Arbeit. Paul Leppin: Tanz und Erotik. Julius etmbc : Der Mai und die Liebe _____

mandosprache.

Moskau, 13. Okt. Unter den Beamten der Stadt­verwaltung ist eine Bekanntmachung im Umlauf, in der sie aufgefordert werden, sich dem Aus stände der Arbeiter an zu schlie tz en.

Dorpat, 13. Okt. Die Universität ist wegen der Versammlung der Studierenden, die wegen der kürzlichen Verhaftung von acht Kommilitonen stattfand, zeitweilig ge­schlossen worden. Beim Verlassen der Versammlung sang ein Teil der Studierenden auftübrerische Lieder. Tie Polizei von ihnen. Ein Polizist wurde von einem

nur eine einfache Litewka ohne Gradabzcichcn trugen, stellten den Einjährigen zur Rede, weil er sie nicht gegrüßt hatte, der daraus erwiderte, das habe er nicht nötig; für ihn seien beide einfache Soldaten. Es entwickelte sich nun ein Wort­wechsel, in dessen Verlauf der Einjährige die beiden Fähn­riche tätlich angriff. Natürlich kam die Sache vor ein Kriegsgericht, das aber den Einjährigen freisprach, weil er nicht hätte wissen können, daß er c5 mit Vorgesetzten zu tun hatte. Nun folgte eine Forderung. Die Fähn­riche kontrahierten auf Pistolen, der Einjährige dagegen, als Marburger Burschenschafter, bestand auf seinem Recht, die Waffen zu wählen, und entschied sich für Säbel. Das Doppelduell wurde ausgcfochten und der eine Fähnrich soll erhebliche Verletzungen erlitten haben. Die Richtig­keit dieser Darstellung müssen wir demWerraboten" über­lassen

4 % Oesterr. Goldrente. . 4xI6% Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente . .

496 Italien. Reute . . .

4 96 Portugiesen Serie I . 396 Portugiesen III 4167o russ.Staatsanl. 1905 4)6°'n Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

noch die französische Regierung zeigen vorläufig die Neigung, mit Erklärungen bemr^utreten Nachdem weiter m dem Telegramm derKöln. Ztg." das Dementi in der «avaS- N 01 e als vollständig ungenügend und nur geeignet bezeichnet worden ist, den Verdacht eher zu verstärken, alS entkräften, und nachdem betont worden ist, daß die Angelegenheit ohne Zweifel in der französischen Kammer und im englischen 4?ar> lament erörtert werden wird, b-ifst es zum Schlüsse: Wenn auch die KlärungSarbeit in erster Linie Sacke Frankreichs und Eng­land? ist, bat sie doch auch für Deutschland ein sehr berechtigtes Interesse. .Handelt c5 sich auch zum Glück um eine durch die Ereignisse überholte Gefahr, so ist es doch natürlich, dast man in Deittscl'lmid den weiteren Verlauf der Angelegenheit mit großer Aufmerksamkeit verfolgen muß, weil wir au? ihr manches lernen können.

Hamburg, 13. Okt. Professor Hans T i e ck h 0 f \ von der Technischen .Hochschule in Eharlottenburg ist. wie da? .Hamb. Fremdenlb." meldet, zum technischen Direktor der Wörmann- und Ostafrikalinie ernannt worden.

München, 13 Okt. (Abgeordnetenhaus.) Ter An« trag der Sozialdemokraten wird gegen die Stim­men der Sozialdemokraten und der Liberalen ab gelehnt, .ebenso der Primärantrag der Liberalen auf Proportionalwahl: dagegen werden der Zen­trum santrag und der Eventualantrag der Liberalen einstimmig einem beinnbemt Ausschuß überwiesen.

London, 14. Okt. Von hoher diplomatischer Seite wird versichert, daß di" Negierung dem deutschen Bot­schafter über die Enthüllungen desMatin" Erklärun­gen gegeben habe, welche die deutsche Regierung voll befriedigen. (?) DerMatin"-Zwischenfall gilt damit als abgeschlossen. (?) Tie englische Regierung habe die bereits im Mai gegebene beruhigende Versicherrung be­züglich der Entente cordiale mit Frankreich jetzt wiederholt.

Rom, 14. Okt. Der Pariser Krorespondent derPatrik berichtet, daß in dem Ministerrat, in dessen Verlauf Tel- cassö demissionierte, der letztere, nachdem er die Versicher­ung einer englischen Unterstützung im Kriegsfälle gegeben hatte, auch ein Schriftstück vorlas, wonach Italien sich verpflichtet hätte, im Falle eines deutsch-fran­zösischen Konflikts strikte Neutralität zu be­obachten. (??) Ter Korrespondent versichert, diese Infor­mation von einer hohen Persönlichkeit aus der unmittelbaren Umgebung Telcassö erhalten zu haben.

Mailand, 14. Okt. Ein japanisches Geschwa­der unter dem Kommando des Admirals Togo besucht baldigst Livorno, Genua, Neapel und Palermo. Togo und die Ofsiziere werden sich nach Rom begeben, wo der König sie empfängt.

Wien, 14. Okt. Die Entscheidung ist erfolgt. FejervaryS Ernennung zum Ministerpräsidenten wurde vollzogen. Feiervarvs Programm soll fast alle Gebiete des wirtschaftlichen unb sozialen Lebens umfassen, mit Ausnahme der Kom-

Zenghanptmann Künemund vor dem Kriegsgericht.

Mainz, 13. Olt. Ter heute vernommene Bücherrevisor Kr e'h es bekuni d'ß die Führung der Bücher sehr zu wün­schen übrig qele'''n habe. Während der Angeklagte in den Büchern 13 737 Ml. bezahlt an den Dachdeckermeister Märtel, eingetragen habe, seien in des letzteren Hauptbuch nur 9619 als vereinnahmt verzeichnet. Ter Sachverständige halt aber die Micher des Mart'l für keine besonders zuverlässigen. Im Hauptbuch Martel's stimmten die Beträge nicht mit seinen ausgeltellten Rech­nungen. In einem ordentlichen Geschäftsbetrieb durfte ^artiges nicht vorkommen. Ter Subdirektor der .Friedrich Wilhelm- Akademie, Generalarzt Tr. Kern, schloß fein eingehendes Gut­achten dahin, dast der Angeklagte ein stark übermüdeter aber nor­maler Mensch sei. Künemund leide an einer allgemeinen Er­schöpfung des Nervensvstems. Die Arbeit des Angeklagten sei für seine persönliche Leistungsfähigkeit zu viel gewesen, xer Sachverständige emvfahl dem (Mernftt, mildernde Um stände walten zu lasstn Ter Sachverständige Tr. Risch aus der Jrren- enstalt Eichberg behauptet, dan Künemund an vorübergehenden Geistesstörungen leide. Er müsse dabei bleiben,^ daß der An­geklagte schon seit etwa fünf Jahren an diesen ^torungen lewe unb deshalb unzurechnungsfähig sei. Kriegsgenchtsrat Brendel beantragt 3 Jahre Gefängnis, Anrechnung der Untersuchungshast von einem Jahre und Entfernung aus dem Heere. Das Kriegs­gericht verurteilte Künemund zu 2^2 Jahren Ge­fängnis abzüglich ein Jahr Untersuchungshaft und Ent­fernung aus d e m H e e r e. Das Gericht zog mildernd tn Betracht, dast der Angeklagte geistig minderwertig, aber doch zurechniinasfähia sei. ^Frkf^Jtg^)_________

G.richlsiaal.

Chemnitz, 13 Okt. Vor der 3. Strafkammer des hiesigen Landgerichts hatte sich der bekannte ehemalige homöopathische

cSriginal-DraljliNi'lvuiigkn.

Berlin, 14. Okt. Ter Geh. Archivrat Prof. Dr. Ernst Berner, langjähriger königlicher Hausarchivar, ist ge­storben.

Köln, 13. Okt. In einem Berliner Telegramm derKöln. Ztg" wird über die Auslassungen desFigaro" (vgl. unfern heutigen ArtikelTie Kriegsgefahr des vergangenen Sommers") ausgeführt: In der Hauptsache deckt sich diese Darstellung des Figaro" mit früheren Angaben, verschärft sie aber in­sofern, als sie als Vermittler der Angelegenheit den Namen des Botschafters Cambon nennt, der von Lord Landsdowne die Zusage Englands erhalten haben soll. Während man also in früheren Enthüllungen nur vermuten konnte, daß es sich um amtliche Abmachungen von Staat zu 'Staat ge­handelt habe, wird dies tmFigaro" offen behauptet, unter Angabe bestimmter Namen. Man kann unter diesen Umständen nichts anderes sagen, als daß die Anschuldigungen gegen Del- cassä sich immer mehr verdichten und daß durch die jetzt er­folgte Nennung Landsdownes die Angelegenheit in ein auch für England sehr unbequemes Licht gerückt wird. Wir können nur wiederholen, daß es uns auf das Tiefste widerstrebt, englische Staatsmänner, wie Balfour und Landsdowne emes solchen Spieles für fähig zu halten. Wenn aber derartige Ent­hüllungen sich mehren und unwidersprocheii bleiben, wird man nicht umhin können in der Sache immer skeptischer zu werden. Man fragt sich, wie cs möglich ist, daß unzweifelhaft ernst zu nehmende Männer, wie die f r a n z ö s i s ch e n M i n i stc r , an das Bündnisangebot Englands geglaubt haben, wenn für eine so überaus ernste Sache keine hinreichende Grundlage vorhanden war. Man muß sick auch darüber klar werden, daß Teleasse in der Regierung der ftanzösischen Republik eine 10 starke Stellung einnahm, daß seine plötzliche Kaltstellung nur durch sehr schwerwiegende Gründe verständlich gemacht werden könnte Solch schwerwiegende Gründe würden allerdings vor­gelegen haben, wenn derMatin" Jaurös und derFigaro" im Recht sind und die Politik des Leiters der französi­schen au sw. Angelegenheiten im Einvernehmen mit England auf einen Krieg zustrebte. Wenn eine Frage von dieser Bedeutung einmal in die Oesfentlichkeit ge­worfen ist, ist es wohl undenkbar, daß sie auf die Tauer unbeantwortet und ungelöst bleibt. Weder die engli,che

Hamburg - Amerik. Paketf. 169.45

~ 220.25

giferßaön-jetfunfl.

Berlin, 14. Okt. Die Betriebsmittel-Konferenz der deutschen Bohnverwaltungen hat zu dem Ergebnis aeführt. daß man über den einzuschlagenden Weg, insbesondere bezüglich der organisatorischen Einrichtungen, zu einer vollständigen Einigung gelangte.

Märkte.

Gießen, 14. Okt. Marktbericht. Aist heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter vr. Pstd. 1.101.15 Mk., Hühnereier 1 St. 89 Mg. 2 Stck. 00OO Bsq., Gänseeier 1500 Ma., Enteneier 67 Pig., Käse vr. Stck. 68 Ps.,' Käsematte 2Stck. 56 Psg. Erhken pr.Liter 21 Plg., Linien pr. Liter 32 Psg., Taubenvr.Paar0,80- 0,90Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück I chO2,20 Mk., Gänse vr. Pid. 6075 Psg., Ochsenfleisch pr. Md. 7282 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Mund 7072 Psg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7686 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Pkd. 7080 Psg., Hammelfleisch pr. Tfimb 5076 Psg. Welsche per Pfund. Kartoffeln pr. 100 Kg. 4 505,00 Mk., Zwiebeln pr. Zir. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aevkel per Mund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 35-40 Psg., Zwetschen per Zentner 6-7 Mk., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weitzkraut 0.080.10 Mk., Marktzeit 82 Uhr. c ,

fc. Frankfurt a. M., 13. Okt. Heu- und Stroh­markt. Man notierte: Heu Mk. 3.50 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.50 bis Mk. 2 70. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.

Gießener landwirtschaftlicher Wettcrdiettst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonnlag, den 15. Oktober 1905: Meist trüb, noch Regen- und Schneeschauer, je nach der Höhenlage des Ortes, windig, kalt, besonders nachts.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Ur cül ich c Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 15. Oktober versammelt sich die kon­firmierte männliche Jugend der Markusgemeinde abends 8 Uhr in dem Kotifirmandensaale bet Gemeinde.

Filiale: Seltersweg 35.