Ausgabe 
14.4.1905 Erstes Blatt
 
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Schlußkurse.

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Ausbildung der Zollbeamten. In Erkenntnis der erhöhten Anforderungen, bie mit der Jnkrasttretung des neuen Zolltarifs an die Zollbeamten gestellt werden, haben ver- fchiedene Bundesstaaten Einrichtungen getroffen, um ihren Zoll­beamten eine weltergehende sachliche Ausbildung als bisher zu geben. Soweit diese Ausbildung nicht in besonderen Lehr­anstalten der einzelnen Bundesstaaten oder durch besondere Kurse un eigenen Lande erfolgt, sind von den meisten größeren Bundesstaaten Zollbeamte an die im vorigen Jahre begründete Hauptlehranstalt für Zoll- und Steuerbeainte nad) Berlin zur Jmormalion eiltsandt ivorden. Dagegen hat die Großh. heg. Regierung bis jetzt weder den eulen oder anderen Weg be- schrttlen, obwohl hier em Bedürfnis nach einer größeren Fach- bildiing der Zollbeamten ebeiifalls vorhaiiden ist. Die Handels- kamlner zu Worms hat deshalb bei dem Großh. Allmsterlurn der Finanzen beantragt, einer größeren Anzahl von leitenden Beamten des ZollabjertigungSdienstes Gelegenheit zu geben, sich entsprechend den erhöhten Anforderungen rechtzeitig in einer dem Verkehr dienlicheii Weise vorzubereuen. Tie Handels­kammer beschloß, sich diesen Bestrebungen anzuschließen und zu befürworten, daß einige un praktischen Zolldienst bewährte Beamte zur Information an die Hauptlehranstalt nach Berlin entsandt werden, sofern nicht die Einrichtung einer eigenen Lehranstalt in Hessen geplant ist.

D e t a r tf i e r u n g v o n Al i n e r a l w a s s e r. Der deutsche Mmeralbrunnen-Berband m Koblenz hat beantragt, Mineral- lvaßer aus Lpezialianf I in Spezialtarti III zu versetzen, da die letjiqen hohen Bahnfrachten es unmöglich machten, den an sich wünschenswerten Konsum von Mineralwasser mehr als bisher m weiteren Schichten der Bevölkerung zu verbreiten, eme Verminderung derProbuttionskofieu aber von den Mineral- brunuenbesitzern nicht erzielt iverden fbnne. Tw Haiidels- fammer beschloß, den Antrag im Interesse der Konsumeliten zu befürworten.

Eingänge:

a) Die Gülerabfertigungsstelle zu Gießen teilt mit, daß die m den letzteii Jahren immer mehr zunehmenden Un- regel Mäßigkeiten im Stückgutverkehr nach den angestellten Beobachtungen fast ausschließlich am mangelhane Signierung unb Verpackung, sowie darauf zurückzmühren sei, das; etwa 75 Prozent der gesamten Dagesauslieierung sich in den Abeiidstunoen von 57 Uhr zujammendrängen. Zur Vernieidung von Verzögerungen in der Bewrderuug uiid von Verlusten voll Stückgütern ist es daher unbedingt enorDerlid), daß die Güter m jedem Fall neben dem Zeicheli imb Plummer oder der Adresse mit der Bezeichnung der B e Jt i m m u n g s- ft a t i o n in dauer Hasler Weise versehen werden. Außerdem ist es erwünscht, daß die Absender die Frachtstücke lieben dieser Bezeichnung noch mit einer Bezeuelung versehen, ine auger der Bestimmungsstation auch die Versandstation, deii Tag der Austlieferulig und den 9lamen des Absenders und Empfängers enthält. Signiersahlien für Guter, an deiien eine deutliche Aus- schrut angebracht werden kann, sind bei den Eisenbahn- gnlerkasien lauflich. Bei Kisten unb Ballen u. j. w. em- psiehlt sich bie Alibruigung ber Bezeichnung mit Schab-

Rußlands Handel. Rach einem Petersburger Tele­gramm desGrobe" weist der auswärtige Handel Rußlands laut amtlicher Veiösjentlichmig wahrend des Kriegsiahres mit einem Gesamtbetrag von 163V2 Mill. Lstr. gegen das voraujgegangene eine Abnahme von U/3 Mill. Lstr. auf, die der Einfuhr zur Last fallen, da die Ausfuhr um über V2 Mill. Lstr. stieg.

Farbw er £e Höchst vorm. Meister, Lucrus u. Brü­ning Höchst a. M. Gestern war an der Frankfurter Börse das Gerücht Derbreitet, daß bei der Gesellschaft beträchtliche unterschleife entdeckt worden seien. Daran ist kein Wort wahr. Ein Wertmeifter ist allerdings wegen Ueberschreitung seiner Be- jugnisse entlassen worden, aber sonst ist nichts geschehen. Beweis Dafür ist auch, daß der Kurs der Aktien fest 393.30 stehen.

Kleine F 1 n a n z ch r 0 n i t. Die Petroleumpreise wurden in Rewyork um 10 Punkte weiter ermäßigt. Die russische Regierung unterhandelt wegen der Lieferung von Patronen, wo von 200 Millionen auf deutsche und je 100 Mill, auf östreichische und französische Werke entfallen sollen. DieFrankfurter H 0 f"-A £ t en g e s e ll s ch a f t boJ schloß 5 Prozent Dividende.

Privat-Diskont 1% Prozent.

Anfangs-

Oest. Kredit .... 208.50 Deutsche Bank . . . 241J.0

Darmstadter Bank . . 148.00

Bochumer Guß . . . 252L5

Harpener Bergbau . . 212.00

Tendenz: Ziemlich fest.

an 7.07 Uhr abends) beantragt Diesem Anträge wird durch Späterlegung des erstgenannten Zuges im Sommer­fahrplan Rechnmig getragen werden.

Der Entwurf des Sommerfahrplans der Biebertalbahn wurde auf Veranlassung des Groß- herzogl. Kreisamts Gießen in einer Versammlung von Interessenten durchberaten. Er enthält gegenüber dem vorjährigen Commerfahrplan nur geringe Aenberungen. Auf Antrag der Handelskammer werden die meisten Züge versuchsweise an der Abzweigung nach der Hardt nach Bedarf anhalten. Von der Handelskammer wurde ferner bie Beförderung der Post nach Heuchelheim mit dem ersten Zuge der Biebeitalbahn beantragt.

Gemeinsam mit der Handelskammer zu Dillenburg, Limburg, Wetzlar und dem Berg- und Hüttenmännischen Verein zu Wetzlar hat die Handelskammer eine Eingabe an ben preußiichen Herrn Minister ber öffentlichen Ar­beiten gerichtet, in der gebeten wurde, den Ausnahme­tarif vom 15. Januar 1905 für die Betörderung von Steinkohlen Koks usw. nach den Gebieten an der eieg, Till und Lahn m ber Wehe abzuändern, daß auch für das Dill- und Lahngebiet ein einheitlicher Streckensatz von 1,4 Pfg. pro Tkm zuzüglich 60 Pig. Abfertigungs­gebühr zur Eimühruug gelangt. In dem gleichen Sinne hat bie Hanbelskammer auch eme Eingabe an das Großh. Ministerium ber Finanzen gerichtet.

Tie Denkschrift der Handelskammer über die Schiff­barmachung ber Lahn von der Mündung bis Gießen ist ber Großh. Regierung zur weiteren Veran­lassung übermittelt unb ben sonstigen m Betracht' kommenden Behörden zugestellt worben.

daß die Verdauung Dom Magen allein besorgt wird; der Magrn arbeitet nur vor und anschließend daran wird der Speisebrei vom

Darm aufgebraucht. Deshalb sollen Magen-, an verdanungsbeschwerden Leidende 2c. nur eine leichtverdauliche, aber nahrhafte Diät erhalten; diese finden sie in Knorrs vortrefflicben kiaferpräparaten: Hafermebl, L^aferflocken und Grütze, welche aus dem vorzüglichsten Rohmaterial hergestellt werden. Sie besitzen alle Eigen­

schaften welche für solche Krankenkost erforderlich sind. Um eine angenehme Abwechslung in der Diät für Kranke herbeizuführen, verwende man neben Knorrs

Hafermehl auch Knorrs Grünkernmehl, Gerstenmehl oder Knorrs Reismehl, welche überall erhältlich sind. Man verlange aber ausdrücklich Knorrs Präparate! J

lonenaufbrutf. Ferner müllen alle alten Bezetteluugen ober Aufschriften vor der Aufllieierung entfernt werden. Außerdem ist es zur Vermeidung von Irrtümern sehr erwünscht, daß die Auflieferung der Güter,, soweit als möglich, schon am Vormittag erfolgt.

b) Ter Handelskammer ist ferner mitgeteilt worden, daß nach einer neuen Entscheidung des französischen Finanz- Ministers solche ausländische Erzeugnisse, die den An­schein des französischen Ursprungs erwecken könnten, bei der Einfuhr nach Frankreich unbedingt neben dem Worte Importe noch den Namen des Ursprungslandes in deutlicher und dauerhafter Weise ausgeprägt, eingestempell ober bergl. tragen müßten.

c) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mit« teilungen zugegangen über: die Lage unb Entwicklung des Persergefchäfts in Konstantinopel, die Einfuhr von Pistolen Nach Aegypten, die Handels- unb Absatzverhältuisse in Para (Brasilien), den Absatz von deutschen Kartoffeln und Kartoffel­fabrikaten nach Australien, ferner über zweifelhafte Firmen in Borbeaux unb Bukarest.

Die Eingänge fÖnnen währenb ber üblichen Geschäftszeit int Bnreau der Handelskammer einge|el)en werben.

Den Amtsgerichten des Kammerbezirks wurden in mehreren Fallen Gutachten über bie Emtraguugspslicht von Firmen m das Haubelsregister erstattet.

L Voranschlag der Hanbelskammer für 1905. Der Voranschlag ber Handelskammer für das Rechnungsjahr 1904/05 würbe vorgelegt unb genehmigt. Gleichzeitig ivurbe beschloßen, die Bewilligung des gleichen StaatszujchusseS zu ben Aus­gaben ber Hanbelskammer wie im Vorjahre zu beantragen.

5. Feststellung des Eigengewichts von Güter­wagen. Nach den SBeilnnmungen der Eisenbahnverkehrs- orbnung wird bei der vom Absender beantragten Feststellung des Eigengewichts der Güterwageii eine Gebühr von 50 Pfg. pro Waggon erhoben, loenn bie Differenz zwischen dem durch die 910(1)10legung ermittelten unb bem am Wagen ange- fehriebenen Eigengewicht nicht mehr als 2 Prozeiit betragt. Von ber Haubelstammer zu Villmgen wurde mugeteilt, bau diese Bestimmung bei Waren, bie genau nach dem Gewicht ein- unb verkamt werden, zu unbilligen Härten führe. Es sei deshalb bie gänzliche ober teilweise Beseitigung ober Beschränk­ung ber Wlegegebuhr zu erstreben. Die Hanbelskammer hat bei einer größeren Anzahl von Firmen ihres Bezirkes eine Runbfrage veranstaltet, boch ist ihr nicht mitgeteilt worben, daß bie genannte Vorschrift ber Elsenbahnverkehrsorbnung als eme ungerechtfertigte Härte empiunben wirb. Sie beschloß baher, von einer Unterstützung ber Anregung der Handels-

Kandci und KckKeyr. Ko.uswlrljchast.

Berliner Börse vom 13. April 1005.

(Mitgeteilt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.)

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