vuszustalteu, alles unter der freudigen Mitwirkung aller bürgerlichen Kreise unserer Vaterstadt.
Gestern konnte da? Werk seine Weihe empfangen. Fahnen (5n den deutschen und hessischen Farben umrahmten den Fest- Platz. dessen Mittelpunkt vor der mächtigen Eiche der umhüllte Gedenkstein bildete. Im Halbkreis^ umstanden die Fahnendeputationen der hiesigen Vereine die Stätte, ihr einen prächtigen Abschluß gewährend. Im Vordergrund hatten etwa 150Mitglieder der hiesigen Männergesangvereine Aufstellung genommen und neben ihnen nahmen die Ehrengäste ihren Platz ein, der Rektor der Landesuniversität Geh. Hofrat Dr. Behaghel, Regierungsrat Dr. Wagner von der Provinzialdirektion, Landgerichtspräsident Kull mann, Major Hofmann, Oberbürgermeister Mecum, die Stadtverordneten u. s. w.
Ein Musikstück unserer Negimentskapelle eröffnete pünktlich die Feier, worauf der Sängerchor, der unter der "Leitung des Universitätsmusikdirektors Trautmann stand, den Chor „Das ist der Tag des Herrn" meisterhaft vortruq.
Hierauf hielt, während die Hülle des Denksteins fiel, /Stadtverordneter Bibliothekar Dr. Ebel mit weithinschaüender sStimme folgende Festrede:
Hochanschnliche Festversammlung!
Als im'Frühling vieles Jahres die Glocken durch das 4>cmb klangen und uns erinnerten, daß ein Jahrhundert verflossen, seit das deutsche Volk seinen größten Dramendichter ins Grab senkte, da verbot das ernste Bewußtsein dessen, was uns sein allzu früher Tod geraubt, noch ebe wir cs besessen, geräufckstwlle Feste. Dennoch waren es .-nicht düstere Trau'erfeiern, die nnr veranstalteten. Durch .alle Versammlungen ging vielmel)r als gedämpfter Ausdruck ^unserer Begeisterung ein Hauch freudigen Stolzes, daß wir 'rtmt Goethe sagen durften: „Er war unser!"
Nicht von heute und nicht von gestern ist diese Begeisterung, längst hat sie in deutschen Herzen geglüht. Seit seine Werke gelesen werden, ist Friedrich Schiller unseres Volkes Lehrer und Führer geworden, dem es zujubelte, wie ihm einst die Jenenser Studenten nach jener denkwürdigen Aufführung der Braut von Messina zugefubelt hatten. Was er uns Deutschen bedeutete, das zeigte sich mit elementarer Gewalt am 10. November 1859.
Damals beging man die hundertste Wiederkehr seines Geburtstages. Von den Bergen loderten die Frntd en feuer, donnerten die Böller und in den Städten wogten festlich -gekleidete Menschen. Es flatterten die Fahnen um die Denkmäler des Dichters, und in das Geläute der Glocken mischten sich Fanfaren und tausendstimmiger Lobgesang.
Auch Gießen hat damals seine Schillerfeier gehabt. Schier überschwänglich war, was festesfrohe Köpfe ersannen. Drei Tage und Nächte dauerte das frohe Feiern.. Aber ist es auch verrauscht, ein dauerndes Zeichen der Erinnerung ist uns geblieben: hier diese Eiche pflanzten in jenen Tagen die Bürger unserer Stadt in dankbarem Gedenken jan ihren Schiller, sich selbst aber zur Ehre. In festlichem Zuge wurde der junge Stamm hierhergeführt, geleitet von der Turnerschaft und gehalten von zwölf ihrer Mitglieder im dünnen leinenen Turnergewand. Von den Fahnen, die damals im Zuge wehten, sehen wir heute noch die des Turnvereins und des Gesangvereins Harmonie. Von den jungen Turnern aber bearützen wir heute als Ehrengäste bei dieser Feier noch die Herren: Zahntechniker Christian Frutig, Mechaniker Wilhelm Hosch, Fabrikant Georg Emil Möhl, Ratsdiener Karl Moll, Stadtverordneten Louis Petri II. und Rentner Franz Senner. Ihnen als den Vertretern der älteren Generation sei der Dank der Jüngeren tentgegengebracht.
Und warum, so fragen wir, feiert das derllsche Volk /gerade Friedrich Schiller mit solch hingebender Begeisterung; (gibt es dock) so viele, viele Dichter, die uns Herrliches und lilnsterbliches bescheert??
Wohlan, wie Bismarck als der UrthMs deutschen Charakters, so erscheint uns Schiller als der UrthMs deutschen ^Geistes. Nicht etwa, weil er nur deutsche vaterländische Stoffe behandelt hätte, nein, weil er deutschem Fühlen und Denken am reinsten und eindringlichsten Ausdruck verliehen hat. Eine der ersten Forderungen, die er aufstellt, ist die Her Freiheit der Völker von fremder Knechtschaft. Darum kämpft die Jungftau von Orleans für die Freiheit Frank- ireichs und darum befreit Wilhelm Teil sein Schweizervolk.
Und weiter fordert er die Freiheit der Person. Aber Nicht jene zügellose Freiheit, die alle Bande frommer Scheu zerreißt, sondern jene Freiheit, die sich durch frei- iwillige Unterordnung unter selbstgeschaffene Gesetze zu einer ^höheren Sittlichkeit erhebt:
Heil'ge Ordnung, segensreiche Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und fteudig bindet. . ." /Und endlich das Höchste: die Freiheit des Denkens.
Tort drüben steht ein zweiter Eichbaum, von den Bürgern Gießens dem Andenken eines anderen deutschen Freiheitskämpfers gepflanzt, dessen Geburtstag — ein wunderbarer Zufall — auf denselben 10. November fällt: Martin Luthers. Wie der vom deutschen Volk den Zwang des Glaubens und des Gewissens nahm, so verlangt ^Hiller die Freiheit des Geistes, ivenn in der großen Szene des idritten Aktes des Don Carlos der Marquis Posa dem VÜlker- I beherrschenden Philipp die denkwürdigen Worte entgegen» tpuft:
„Ein Federzug von dieser Hand und neu (Srfdjtiffen wird die Erde. Geben Sie Gedankenfreiheit!"
Wie immer man dies Wort auch auslegen wag, ob als politische, religiöse oder wissenschaftliche Forderung; es spricht es aus, was in der Menschenbrust lebt: den ur- ewigen Drang nach freier, ungehemmter Entfaltung aller s edlen Kräfte drs Menschen.
Und Hand in Hand mit diesen: Verlangen geht ein ^anderes, das die Vorbcdingmig ist seiner Erfüllung.
Der Mensch ist fter geschaffen, ist ftei Und würd' er in Ketten geboren!"
Tas ist die innere Freiheit, die ihm niemand rauben ckann und die sich griindet auf ein im innersten Herzen ^erwachsenes, unveräußerli hes (ehrt, auf das Bewußtsein (eigener Würde und eigenen Wertes.
Jedem Stand suckit Schiller zu wecken „seines Werts /Erfühl": Dem Soldaten, dem Bauern, dem Bürger uni) nament lich dem Bürger:
' „Ehrt den König seine Würde
/ Ehret uns der Hände Fleiß",
so fuigt er in seinem Lied von der Glocke, dem wunderbaren (Hohenliede des Bürgertums.
Ter Soldat in Wallensteins Lager rühmt sich stolz: „Ter dein Tod ins Angesicht sck)auen kann, Der Soldat allein ist der freie Mann."
Und im tranigen Bewußfein seiner Kraft entgegnet der Bauer Arnold Melchthal dem Freiherrn:
ss*7e
I Hercnlesa-Bateine-Corsets
Feinste Marke.
• Jedes -Corset trägt den Stempel „Herculesa-Baleine“.
„D e r Arm, Herr Freiherr, der die harte Erde Sich unterwirft. . .
Kann auch des Mannes Brust beschützen." Solche Menschen soll auch König Philipp aus seinen Untertanen erziehen und aus solchen Menschen setzt sich der Jdeal- taat Posas zusammen.
Ja, der Staat! Tenn nicht ein h. i matlos es Weltbürgertum lehrt ^Schiller. Alle Kräfte will er bereinigt wissen zum Tienste des Vaterlands.
„Was ist unschuldig, heilig, menschlich gut, Denn es der Dienst nicht ist für's Vaterland?!" Und weiter:
„Nichtswürdig ist die Nation, die nicht Ihr alles freudig letzt an ihre Ehre." Und endlich das Herrliche:
„An's Vaterland, an's teure, schließ dich an, Tas halte fest mit deinem ganzen Herzen, Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft."
Aus diesen Worten haben die Kämpfer von 1813 Kraft, Mut und Begeisterung gesogen für den gewaltigen Kampf zur Befreiung Teutschlands. Ter Geist dieser Worte hat das deutsche Volk hinweggetragen über die traurige Zeit nach 1813 und bat in den Herzen wach gehalten die Sehnsucht nach der (Sinnett Teutschlands und der Freiheit seiner Bürger. Und als auch 1848 nicht die-Erfüllung der heißesten Wünsche des Volkes gebracht hatte, als dann die Reaktion auch noch zu unterdrücken suchte das Wenige, das gewonnen worden war, da blieb Schiller der Trost unseres Volkes und die Stütze seiner Hoffnungen. In diese Zeit fiel die Feier seines hundertsten Geburtstages, und überall kam es zum Ausdruck, daß alle Deutschen in der Pflege seines Andenkens und seines Geistes über alle Schranken politischer Trennung hinweg sich verbunden fühlten zu einem einigen großen Volke. Den Festzügen vorcm flatterte die deutsche Fahne, damals noch schwarz, rot und gold und überall, wo sie erschien, wurde sie mit brausendem Hurra empfangen.
Seitdem ist es anders geworden im Vaterland. Was die Ahnen ersehnt, was die Väter gebaut, wir besitzen es. Aber stets aufs neue muß der Besitz errungen werden, soll er wahrhaft unser Eigentum sein.
Es sind inmitten unseres Volkes genug dunlle Mächte an der Arbeit, die uns verkümmern wollen unser Recht auf Freiheit, politisch, wissenschaftlich, künstlerisch. Breit macht sich immer noch Liebedienerei und Strebertum, Egoismus uno erbärmliches Banausentum. Gegen diese Mächte gilt es, anzukämpfen, und zu diesem Kampfe sollen wir uns einen unter der Fahne Schillers, der uns Führer sei, wie er der Führer unserer Vorderen gewesen ist. Freiheit allen Kräften, Menschenwürde und Meuschenglück und Liebe zum Vaterland, das ist die Losung, die Schiller uns Teut- chen gegeben hat. Deshalb dürfen wir sein Andenken heute mit gleicher Begeisterung feiern, wie ehedem.
Daß er ein sichtbares Zeichen ihrer Gesinnung sei, pflanzten unsere Väter diesen Baum. Daß wir die Ideale unserer Väter überkommen haben und sie in treuem Herzen bewahren, des zum Zeichen enthülle:: toir. heute diesen Stein. Und heute wie damals ist es das Bürgertum, das dies Wahrzeichen errid)tet.
Gleich nach der Schiller^eier dieses Frühjahrs veröffentlichte Herr Geh. Hofrat Haupt im Gießener Anzeiger einen Artikel, in dem er zum erstenmal die Errichtung eines Gedenksteins vor dieser Eiche forderte und so den ersten Anstoß gab zu der Heilligen Feier. Tie Turnerschaft, feit je die Pflegerin nationaler Tugenden, machte sich den Gedanken zu eigen. Wie sie lebhaft für seine Verwirklichung eintrat, so veranstaltete sie auch diesen festlichen Akt. Der V e r k e h r s v e r e i n, der in der Förderung der Blüte unserer Stadt seine Aufgabe erblickt, gewährte in liberaler Weise die Mittel zur Ausführung des Steines., Sämtliche Vereine Gießens, allen voran die bereinigten Männer- chöre, geleitet von Meisterhand, haben sich eingefünden, um diese Stunde höher zu weihen. Ihnen allen sei herzlichster Tank dargebracht, dem Urheber des Gedankens und denen, die ihn ausgeführt! Tank sei auch den Behörden der Stadt, die die Erlaubnis zur Ausstellung des Erinnerungszeichens erteilt unb seine Pflege versprochen haben.
So übergebe ich denn diesen Stein im Namen der Bürgerschaft Gießens der Obhut der städtischen Verwaltung. Möge er unter ihren: Schutze die fernsten Zeiten schauen als ein Denkmal freien deutschen Bürgersinnes.
Nach diesen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen übernahm int Auftrag der Stadtverwaltung Ober- bürgenneister Mecum den Gedenkstein mit folgenden vortrefflichen, in bedeutungsvoller Stunde an bedeutungsvoller Stelle doppelt rühmenswerten Worten in Schutz und Schirin der Stadt:
Hochgeehrte Festbersammlung!
Es gehörte der Mut des freien Bekenntnisses der politischen Ueberzeugung dazu, wenn bor bald 50 Jahren, zur Zeit der Reaktion gegen die Bewegung mm 1848, die Gießener Bürger hinauszogen, um am 100. Geburtstage Schillers diese Eiche zu seinem Andenken zu pflanzen. Sie wollten damit sagen, die f r e i h e i t l i ch e Bewegung ist nur äußerlich unterbrütft, sie ist nicht tot, ihre guten Gedanken haben vielmehr Wurzel geschlagen und werden wachsen und grünen wie dieser Baum.
In ihren jungen Jahren sah diese Eiche die Kämpfe von 1870, die dem deutschen Volke die politisck>e Einheit und ein gut Teil der früher vergebens erstrebten Freiheiten und Rechte brachten und damit einen vorher nie geahnten Aufschlvung deutschen Geisteslebens, des Handels, des Ackerbaues und der Industrie Teutschlands ein leiteten.
Heute, zu Beginn ihrer besten Mannesjahre, sieht unsere Eiche auf neue Kämpfe um die Vermehrung der bürgerlichen Rechte. Aber wie ganz anders ist l)eute die polillsche Konstellation als vor 50 bis 60 Jahren. Heute kämpft unser Landes für ft an der Seite des Volkes und mit dem Volke gegen eine Reaktion, die dem Volke bo r en 11) al't en will, waS des Volkes ist. Er nähert sich dem Jdealstaate Schillers, wie ihn der Dichter in Don Carlos durch Marquis Posa schildern läßt. Bei so guter Bundesgenossenschaft kann der Sieg nicht zweifelhaft sein: die Opposition kann die Entscheidung wohl b er§ ögern , aber sie kann sie nicht ändern.
In den nächsten Tagen wird die Hälfte des Hcssenbolkes wieder an die Wahlurne treten und sich für ober gegen die Förderung der bürgerlichen Rechte entscherden. Die Sradt Gießen steht diesmal nicht vor einer Neuwahl, aber Sbre .zahlreiche Anwesen hell, meine Herren, bürgt dafür, daß die Bürgerschaft Gießen - fest hält an ihrem alten Jdeak der Rechte und der Freiheit deS Bür gers. Möchte überall da, wo am nächsten Mittwoch die Würfel fallen, der Geist Schillers lebendig werden und die gute Sache zum Siege führen!
Mit dem Wunsche, daß die weitere Entwicklung der bürget hd^cn Rechte anf gesetzlichem
Boden und auf Grund unserer Verfasiung unser Barer, land und unsere Vaterstadt zur höchsten Blüte auf geiftigem und materiellem Gebiete fördern möge, übernehme ich diesen Tenkstein in die Obhut bet Stadt Gießen.
.Das deutsche Sieb*, gelungen von dem vereinigten Sängerchor, schloß sich an, woraus nach einem Musikstück der Vorsitzende der Gießener Turnerschaft, Stadtv. Helm, ein dreifaches Hoch auf Kaiser und Großherzog anSbrachie, das begeisterten Widerball fand. Mit der Nationalhyme fand die einfach-würdige Feier, der viele Hunderte beiwohnten, ihren Abschluß.
*
Der Gedenkstein besteht auS einem mächtigen geschliffenen Stein, der auS einer Felsgruppc hervorragt, und tragt die Inschrift:
Schillereiche. Nachfolgenden Geschlechtern zur K u n b c, daß dieser B a u m im Jahre 1859 zu Ehren des großen Dichters gepflanzt wurde. Gießen, im Schillersubcljahr 19 05. Der Verkehrsverein.
So hat denn nunmehr auch Gießen sein Schillerdenkmal. Möge es ein gern und viel besuchter Wallfahrtsort unserer Einwolmerschait werden, möge es ein Ansporn werden, die Kenntnis der Werke des großen Dichters in allen Kreisen der Bevölkerung zu verbreiten und seinen Idealen nachzuleben l
•$a§®e n itfbe§©e neraHu per inten benten.
einer Versammlung des Evangelischen Vereins in Kreuznach wurde von einem Redner Mitteilung aemacht über den bisher nicht bekannt aeiporbenen Verlaus einer Audienz, die ©encraliuperintcnbent Dr. llmbecf im September in Koblenz beim Kaiser halte. Umbecf hatte in diesem Sommer daS Malhcnr gehabt, auf einer Erholungsreise in den Alpen abzustürzen und sich nicht unerheblich am Kopie zu verletzen. AIS nun 11. in Koblenz vom Kaiser empfangen wurde, fielen diesem Wundmale auf der Stirn auf. Er richtete an den Generalsnperintendenten die Worte: „WaS haben Sie denn da für s a m o s e Schmisse, Herr General, hipenntenbent ? DaS ist sicher die Ecclesia militans !* Umbcd erwiderte: „Nein, Majestät, ich bin gefallen und hätte mir beinahe den Hals gebroche n." Das besah sich ber Kaiser den Hals des Generaliuverintendent en und sagte aufgeräumt: „Das Genick bricht nicht!"
* Die Stimme b e 5 Gewissens. Vor sieben Jahren wurde im Walde bei Ober kauf ungen die Leiche eines Schweizers gefunben, der an! dem Rittergut Windhausen bedienstet war. Er hatte eine Kuh nach Oberkaufungen gebracht und bart das Kaufgeld erhalten. Im Walde wurde er ermordet und beraubt. Alle Nachforschungen nach dem Täter waren damals ergebnislos geblieben. Da erkrankte vor kurzem der auf demselben Rittergute tätige Schmied W.; er mußte in ein Kasseler Krank e n b a u 5 ausgenommen werden In seinen Fieberphantafien beschäftigte et sich mit der Mordtat. Diese Wahrnehmungen in Verbindung mit sonstigen verdächtigen Äußerungen sollen ihn so belastet haben, daß seine Verhaftung erfolgte.
• Toul, 11. Nov. DaS l e n k b a re 2 u f t s ch i f f L e b a u- dys unternahm gestern einen Aufstieg. Es handelte es sich darum festzustellen, ob es Lebaudy gelingen werde, auch über der gefähr- lief)en Zone von 1000 Metern mit dem Ballon zu bleiben und auch hier die gleiche Bewegungsfähigkeit zu zeigen. Lebandy blieb in einer Höhe von 1500 bis 1600 Metern. Der Veftuch ist also gelungen. Es wurde ferner versucht, aus dieser Höhe eine Verständigung mittels drahtloser Telegraphie des Ballons mit dem Ek'fel- turm herbeizuführeii. lieber das Ergebnis enthalten sich bie Behörden feder Mitteilung.
ßisenöahn-Aeitung.
— Die Bahn d»»rch denSintplon-Tunnel soll von dlnfaug an e l e k t r i s eh betrieben werden.
Familien Nachrichten.
Gestorben. Herr Heinrich Seip, Ockershanien. — Fran Eva Schneider Ww., Ostheim. — Frau Margarete Bletz, geb. Mohr, Hochweisel.
Verlobte. Fräulein Elise Wendel, Lauterbach, mit Herrn Professor Tr. L. Schnz. Langen.
Avsmg kvs den Zjkv!>k6sm!srkyisteru der Stntt Meheu.
Aufgebote.
Nov. 2. Heinrich Friedrich Sanerland, Eisenbahntechniker dahier, mit Maria Theresia Nies in Lorch. — 8. August Hilgardt, Metzgermeister dahier, mit Mathilde Schäfer Hierselbst. — Georq Scheuer, Sergeant dahier, mit Ottilie Dohert Hierselbst. — Karl Jeckel, Kaufmann dahier, mit Martha Lusche in Utzberg.
Eheschließungen.
Nov. 4. Karl Synofezik, Schneider dahier, mit Karolink Domnik Hierselbst. — Heinrich Schuchardt, Kanalarbeiter dahier, mit Auguste Röder Hierselbst. — Hermann Lorenz, Gerber dahin, mit Elisabeth Wollrath Hierselbst.
Geborene.
Okt. 31. Dem Taglöhner Heinrich Launspach ein Sohn Ernst — Nov. 1. Dem Ingenieur Otto Wegerdt ein Sohn. — 2. Dem Bauassistenten Martin Schütt ein Sohn Karl Balthaser Hellnmt. — Dem fiaternenroärter Friedrich Schäfer eine Tochter 9)larie. — 3. Dem Wirt Karl List ein Sohn. — Dem Dachdecker Ludwig Schmidt II. ein Sohn Ludwig. — 4. Dem Pflasterer Karl Gerhard- ein Sohn Ernst. — 6. Dem Bigarrenfabrifanten Karl Georgi ein Sohn. — 7. Dem Lokomotwhilfsheizer Karl Hecker ein Sohn Heinrich Wilhelm. — 8. Dem Bäcker Anton Erler ein Sohn Karl.
Gestorbene.
Nov. 4. Minna Gottwald, 11 Mte. alt, Tochter des Tag- löhners Adolf Gottwald, dahier. — Hermann Treppingor, 68 Jahre alt, Dampfwaschereibesttzer dahier. — 5. Hermann Spainer, 66 Jahre alt, Hüttendirektor dahier. — 8. Adam Dürr, 6 Mte. alt, Sohn deS WeißbindermeisterS Konrad Dürr dahier. — 9. Katharine Schudt, geb.Kalbfleisch, 61 Jahre alt, Rentnerin dahier. — Katharine Gorr, geb. Schneider, 58 Jahre alt, Leichenklerderin, dahier. — 10. .Friedrich Karl Volz, 1 Jahr alt, Sohn des Taglöhiters Friedrich Volz dahier. — Franziska Renlmeisler, 2 Jahre alt, Tochter deS Taglöhners Franz Relttmeister dahier.
gesundeu. mager, darmkranke Kinder.
bewährteste Nahrung für
Gesicbtsausschlag
Bezeugt Ihnen hierdurch gerne, dass ich durch den Gebranch Ihrer Ob* meyers Herba-Seife, nach verhältnismässig kurzer Zeit, von einem lästigen Gesichtsansschlag befreit wurde. Josef Bastine, Scbirmfabr., Mainz, i h. i. a. Apoth., Drog. u. Part p. St 50 Pfg. c. 1 Mk. Obenneycr L Co., llanafl.
hT16/,


