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15.9.1905 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Freitag 15. September 1905

Die kernige Kummer umfaßt 8 Seiten

Eleklr. Liebt-

155. Jahrgang

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ktien-Gesellschaft Moi* hm Frankfurt a. DL

Nr. 217

Erscheint täglich außer Sonntags.

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-iotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'schen Unwers.-Bucb-u. Stein- druckerei. R. Lange. Medaktion, Ervedition und $>mcferei:

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KernIvrkchanschlnßNr.51.

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Koblenz, 14. Sept. Ter Kaiser nahm daZ Frühstück auf dem Manövergeläiide nördlich von Dorndorf und begab sich im Automobil über Ems nach Kvblenz. Am Abend 7 Uhr fand bei dem Kaiser Tafel statt, wozu das Hauptquartier geladen war. 71/2 Uhr Fanrilientastl bei der Kaiserin, zu der die hier anwesenden Fürstlichkeiten geladen waren. Um 8 Uhr fand Mar­schalltafel statt. Der Kaiser fuhr am späten Wend mit Svnder- zug nach Limburg, um sich von dort aus morgen in daS Manövergelände zu begeben.

Limburg, 15. Sept. Der kaiserliche Hofzug traf heute nach um ¥*12 Uhr hier ein.

(Sin Anekdötchen

erzählt der Berichterstatter derFrks. Ztg.": Ws am Mittwoch der Kaiser in einem Garten in Nastätten frühstückte, untere

Ungarischer Tanz.

Das große Publikum verbindet mit dem Wort Ungarn Wein, ungar. Tänze, Zigeuner, die Namen Petöfi, Jokai, Miszkath, und im übrigen die Vorstellung von einem un­bändigen Volk, geneigt, mit aller Welt anzubinden. Im stanzen: nicht verlockend. Wer nach Ungarn kommt, ist angenehm enttäuscht. Die ungar. Hauptstadt Budapest ist eine der schönsten, malerisch ge­legenen Städte der Welt, imposant, interessant, wohin man sieht. Die Bevölkerung der ungarischen Hauptstadt, in deren Straßen auffällig viel Landbewohner, außer Ungarn: Ruthenen, Rumänen, Kroaten, Serben, Slowaken, Slowenen usw. usw., in theatralisch bunten Trachten ein- herwondeln, sodaß man -oft glauben kann, nach Köln zum Karneval verseht zu sein, bescheidet den fragenden Fremden zumeist mit Liebenswürdigkeit. Nur, daß er ihn für keinen Oesterreicher hält, der sich Rat holt! Dann mit einemmal versteht der Ungar kein Deutsch, zuckt unnachahmlich groß­artig die Achsel und geht pfeifend von dannen. Kann diese Stadt, so denkt man, die so ganz dem fröhlichen Lebens­genuß sich widmet, die in der leichten Art ihrer Bewohner, die Sorgen des Tages zu Verbessen, mit vergnügter Miene das Leben von der besten Seite zu nehmen kann diese Stadt der Schauplatz der erregtesten politischen Kämpfe sein? Aber betrachtet man den Ungarn, wenn er beim Wein sitzt, oder wenn er den schwermütigen und tollen Weisen der Zigeuner lauscht, und besonders, wenn er tanzt, mit einer Verve und beispiellosen Ausdauer, die gar keine Er­müdung kennt, dann begreift man, daß esTeufelskerle" sind, voll Leidenschaft in der Liebe wie im Haß, und daß sie den Herren in Wien gewaltig zu schaffen machen. Der einzelne Ungar kann entzückend sein, seine Höflichkeit, seine Ritterlichkeit iind seine Gastlichkeit sind glänzende Eigen­schaften aber die Ungarn in Masse "gehören zu den Völkern, die kaum zu lenken sind, die alle Berechnung durchkreuzen und alle politische Kunst über den Haufen werfen. Es steckt eine Spielernatur im Ungar, er liebt das Unerwartete, er liebt die Spannung und er wagt sich bis an die äußerste Grenze, bis hart an den Abgrund vor. Die tollen und die vielfach vom Glück begünstigten Spieler in Montecarlo sind meistens Ungarn. Die Italiener, die Franzosen haben ein Bedürfnis nach Aufregung, aber sie werden noch weit übertroffen in diesem Verlangen von den Ungarn. Würde den Ungarn heute bewilligt, 'was sie an nationalen Forderungen auf dem Herzen haben, würde das Magyarentum überall im Heer, in der Verwaltung, zur uneingeschränkten Herrschaft gelangen die Ungarn würden morgen betrübt sein, weil die Gelegenheit zu Spek­takel und Sensation ihnen genommen wäre. Das heiße Blut verlangt Betätigung. Ebenso wie auf dem Balkan und in Polen, das sich so wenig wie Ungarn zu beherrschen vermag, wird es in Ungarn niemals zu einem rechten Frieden kommen.

Der Reiz des ungarischen Nationaltanzes, des Czardas, liegt in der Mannigfaltigkeit der Abwechslung, in der überraschenden jähen Ablösung eines Zeitmaßes durch ein anderes. Solchen Tanz führen die Ungarn mit den Oester­reichern auf. Auch dieser Tanz kann von der verblüffenden Dauer des Czardas werden; er scheint aufzuhören und fängt im nächsten Augenblick nur noch wilder wieder an, er geht in sanfte Bewegung über, und plötzlich ist alles wie elek­trisiert. Wenn der eine Teil der Opposition leidlich be- ftiedigt ist, meldet der andere Teil neue Forderungen an. Kaiser Franz Josef mag bewilligen, was er will, er wird den Magyaren nie genug bieten. Andererseits ist von Zu­geständnissen derKoalition" kaum die Rede. Franz Kossuth erklärt die Gewährung der ungarischen Armee­sprache als eine unumgängliche Bedingung für die Lösung der Krisis, so wird derTägl. Rundsch." aus Budapest gemeldet. Tas aber ist die Bedingung, die der Steifer unter keinen Umständen erfüllen will, und nun ^rst die Massen, denen das allgemeine Wahlrecht verheißungsvoll gezeigt worden ist, bis das Machtwort aus Wien mit einem Schlage den hochgespannten Erwartungen ein Ziel setzte. Darf man in Wien kaum hoffen, die führenden Aristokraten Ungarns zu beschwichtigen, wre verzweifelt gering ist die Aussicht, mit der aufgewühlten, enttäuschten Masse, die sich zu stürmischen Kundgebungen rüstet, fertig zu werden? Die Anhänger des allgemeinen Stimmrechts faßten den Entschluß, eine eigene Partei zu bilden, der von Anbeginn drei der jetzigen Minister beitreten, nämlich der soeben einstimmig zum Abgeordneten gewählte fitiftoffl), der Han­delsminister Vörös und der Justizminister Lanyr. Die Partei wählt den NamenFortschrittspartei" und hofft, einst eine regierungsfähige Linke zu bilden. Der Ab g. Test brachte bereits den ütntrag auf Einführung des allge­meinen Stimmrechts ein für alle, die in ihrer Muttersprache lesen und schreiben können

Das Chaos vollständig zu machen, platzt der Skandal der BroschüreDie Hohenzollern und bte Un­garn" wie eine Bombe hinein, die Schrift mit dem Vo^ schlag der Loslösung Ungarns von Oesterreich und der Wahl eines Hohenzollern zum Herr - scher. Lange bevor in Ungarn diese Broschüre m deutschen Buchläden zu haben war, sprach man von solchen aben­teuerlichen Ideen. Iw Sommer vorigen Jahres erzählte in Budapest jeder Ungar dem andern:Prinz Eitet- Fritz lernt ungarisch. Mr w-rb-u ihn zu unserem Röntg machen", und war sehr erstaunt, daß kein Fremder von dieserTatsache" das allermmd-sts wußte. So Mel nur weiß man jetzt in Ungarn, daß der Berlner Kompl zc des B-rsasserS dieser Brosck'Iire, Herr Alexander Bane h, 6on der ungarischen Polizei sich in der d-uts-den Reichs- iaujitßabt nicht gern verhaften lassen null und von dort

verreist ist. Trotzdem aber dürfte der Prozeß um diese Broschüre noch sensationeller werden, als man anfangs erwartete. Ungar. Blättern zufolge ist nämlich in der sog. Zeysig-Asfäre eine neue Verlvicksirng eingetreten. Der Jour­nalist Lakatos, der als Belastungszeuge gegen Baron Bansfy aufgetreten ist, erklärt, es se. ihm eine Belohnung von 4000 Kr. und eine Stellung versprochen worden, falls er seinen Freund, den verhafteten Verfasser der Broschüre, Arpad Zigany, dazu bewege, daß er den Baron Banffy als Besteller der Zeysig-Broschüre bezeichne. Er, Lakatos, habe infolgedessen versucht, Zigany im Amtzimmer des Polizei­cats Berezy gegen Baron Vauffi) zu beeinftussen. Er habe diesem auch in Aussicht gestellt, man werde ihn fliehen lassen . Zigany habe sich geweigert, gegen Banffy auszusagen. Lakatos bezeichnet einen gewissen Tcryon als denjenigen, der ihn zu der falschen Aussage gegen Banffn durch Ver­sprechen von Geld verleitete. Baron Banffy aber gab sein Ehrenwort und schwor bei dem Glück seiner Familie, daß er der Broschüre gänzlich fernstehe. Die Polizei scheint nun Beweise in Händen zu haben, daß er dennoch in die Affäre tief verwickelt ist.

Inzwischen ist in Budapest die Anklageschrift gegen die Mitglieder des Kabinetts Fejervary ver­öffentlicht worden, die dem Abgeordnetcnhause heute (Frei­tag) unterbreitet werden soll. Die Anklage wird damit begründet, daß die Regierung ohne Bewilligung des Reichstages öffentli ye Gelder verwendet, daß sie HandelSvertragsverhandlnngen mit Bulgarien und der Schweiz geführt und daß sie ferner den Rechtskrcis der autonomen Behörden verletzt habe, indem sie deren Be­schlüsse auf Nichtannahme "freiwilliger Steuern kassierte. Tie Anklage legt namentlich dem Ministerpräsidenten zur Last, daß er das königliche Handschreiben gebengezeichnet habe, in dem der König erklärt, er könne nicht mit Be­ruhigung ein Ministerium aus den Reihen der Majorität ernennen, da diese ein Programm vorgelegt habe, das er nicht billigen könne. Tie Ank.'agcschrift erklärt, daß diese Handlungsweise verfassungswidrig sei, da der König nur das Recht der Sanktion oder der Verwerfung von Ge­setzentwürfen habe. Die Bildung eines Ministeriums, das bei den Wahlen die Mehrheit erlangt habe, könne jedoch aus dem im Handschreiben angeführten Grunde rechtmäßig nicht verhindert werden. Baron Fejervary habe sich durch Gegenzeichnung dieses Handschreibens der Verletzung der Verfassnng und der Erschütterung ihrer Garantien schuldig gemacht.

Baron Fejervary erklärte resigniert in einer Gesellschaft, der König werde der Koalition nicht nachgeben, wenn es ihr auch gelungen fei, ihn mit Hilfe ihrer Wiener Ver­bindungen zu stürzen. WieBudapesti Naplo" mitteilt, ar­beitete hauptsächlich bif Erzherzogin Valerie, die auch seinerzeit die Aufführung vonRose Bernd" mit den Worten:Das Burgtheater ist nicht Ungarn!" ver­hindert hatte, und von der verschiedene Fäden zur Buda­pester reaktionären Aristokratie fuhren, gegen Fejervary.

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überstehenden 41. Jnf.-Tivision abgewiesen. Die 25. Jnf.-TivisioN ging über Berg auf Singhosen zurück. Die Kavallerie-Division B schloß sich dem Zuriickgehen des 18. Korps in Richtung Laufen­selden an. Die 6. Ulanen (roO attackierten _ hier noch eine blaue Maschinenqewehr-Mtcilung, und wurden ihrerseits von dev (btaiirn) 15. Kavallerie-Brigade ar gegriffen.

Das 8. Armeekorps überschritt um 4 Uhr früh mit bet . Jnf.-Tivision und 25. Jul.-Brigade (der neuen, zur Ver­stärkung hinzugekommenen) bei St. Goar, mit der 15. Jnf.- Division bei Boppard den Rhein. Ihre Artillerie ivar schon eine Stunde nach Mitternacht aufgebrochen. Die 41. Inf.-Divi­sion wurde bis Gemmerich und Sissighofen vorgezogen. Die Kavallerie-Division A verblieb zunächst bei Ruppertshofen, die 15. Kavallerie-Brigade nordwestlich Oelsberg vorgeschoben. Nach Versammlung bei Bogel ging die IG. Jnf.-Tivision aufmarschiert zum Angriff -auf Nastätten vor, der zunächst abgewiesen, banro erneuert, sie in Besitz von Nastätten und des Hollerberges brachte. Die Kavallerie-Division A deckte bei Wallmenach den rechten Flügel. Die 15. Inf.-Division marschierte über Dahlheim-Weyer auf Kasdorf über das Gebirge. Die 41. Inf. -Division trat bei Ehr-Schaarbeck und den Waldstücken östlich Gemmerich in ein siegreiches Gefecht gegen die über Marienfels und Geisig vorgehcnde 25. Inf. -Division. Im späteren Verlauf des Kampfes griff auch die 15. Jnf.-Division noch rechtzeitig genug ein, um den bereits im Besitz der Endlichbofer Höhe befindlichen Gegner (26. Jnf.-Division) über den Mühlbach zurückzuwerfen, lieber den Mühlbach hinaus hat das 18. Korps keinen Fort­schritt mehr gemacht.

Die Lage am 13. Sept, abends war nicht wesentlich von der ver» schieden, die das Gefecht ergeben hatte. Das Hauptquartier des 18. Korps lag noch immer in Hahnstätten, das Korps stand mit der Front nach Südwesten, mit dem Zentrum (28. Division) um K chenelnbogen, die 25. Division rechts bis Seelbach hinauf, die 21. mit dem linken Flügel etwas zurückhängend bei Dörsdorf, die Kavallerie-Division B dem linken Flügel vorgelagert. Die Vorpostenkctte war dem Gros dicht vorgelegt und zog sich bis . beinahe nach Langenschwalbach hinunter.

Das 8. Korps stand ziemlich genau parallel, mit der Front nach Nordosten, das Kvrpskommando im Zentrum bei Bogel, die 15. Division zwischen Bogel und Nastätten, die 41. Division links bis Marienfels hinauf, die 16. Division bis Nieoer- Meilingen, die Kavallerie-Division A neben dem rechten Flügel bis Zorn. Die Vorpostenkette zog sich 1 bis 2 Kilometer östlich vom Mühlbach hin mir der rechte Flügel war weiter vorgeschoben.

Die Absichten der Parteien für heute waren folgende: Tas 18. Korps wollte heute morgen um 7 Uhr in Verteidigungsstellung in der Linie Ebertshausen- Kl >ngelba ch-DörÄ>ors-Schnepsenkopi (östlich Dorsdorf) bereitstehen, hatte sich also in aller Frühe noch weiter zusammen und zurück­gezogen bis hinter Katzenelnbogen, und hier auf der Hochebene, bas Zentrum ein wenig zuimckgenommen, aufgebaut. Zwischen sich und den Feind hatte das Korps die weiten Bergwälder süd­westlich von Katzenelnbogen gebracht, mit dem linken Flügel lehnte es sich an den bedeutenden Höhenzug, der südlich des Schnepfenkopfs ansteigt.

Das 8. Kvrps wollte heute seine Offensive fortsetzen. Um 7 Uhr vormittags trat die Kavallerie-Division A hon Langschied auf Reckenroth-Berghausen an, die 16. Jnf.-Division um 6 Uhr von Nieder-Meilingen auf Langenselden, die 15. Jnf.-Division um 6V2 Uhr von Buch über Holzhausen auf Dörsdorf, die 41. Jnf.-Division um 6 Uhr von Miehlen über Bettendorf auf Ober-Fischbach, also hinein in den großen Wald, in nordwestlicher Richtung.

Heute morgen regnete eS. Die Leute hatten ein schlechtes Viwack hinter sich, und es war eine üble Sache zu marschieren auf den schlüpfrigen, unebenen Wegen. War cs doch kaum em Vergnügen, im Wagen oder im Automobil diese Straßen zu passieren.

Sieg deS 18. Armeekorps.

Katzenelnbogen, 14. Sept. Das 8. Armeekorps (blau') und das 18. Armeekorps (rot) standen sich heute früh 8 Uhr auf den Höhen von Berghausen und Mittelfischbach gegenüber. Die 25. hessische Division eröffnete den Kampf mit einem heftigen ArtiUericfeuer. Mit klingendem Spiele ging bte ganze Division gegen ben Feind, die 41. Division (rot) vor. Einige Abteilungen folgten sprungweise. Der Großherzog von Hessen beobachtete von der Anhöhe von Oberfischbach ben Verlauf des Gefechts. Das Regiment 1'17 hatte sich Zu weit vorgewagt und wurde abgeschnitten und anher Gefecht gesetzt. Ms das 8. Ärmeekorps fast schon! auf der ganzen Linie zurückgeschlagen war, fuhr die Artillerie des Gegners auf dem rechten Flügel aus- Sie richtete ihr Feuer in die Flanken bet vorgehenden Infanterie- massen. Dadurch vollzog sich eine völlige Frontveränderung. Dos 8. Armeekorps benutzte diese Gelegenheit zu Heinen Ka­vallerieattacken auf die hessische Infanterie, je­doch obne jegliche Wirkimg. Einige Reiter stürzten. Der Feindwurde auf derganzenLiniezurückgebrängt unb zog sich nach her Richtung Bernbroth-Retten zurück. Dann zeigte ber Signalballon der Luftschsfferabteilung: Das Ganze halt!

Der Kaiser hielt auf ber AnhHe Von Berghansen Kritik ab. Es wohnten bei die Kaiserin zu Pferd, ber .steon Prinz, Prinz Eitel und Prinz Adalbert und Prinz Leopold von Bayern. Graf Daeseler wohnte der Kritik niäsi bei, wurde aber oes öfteren bei beiden Parteien gesehen. Der Kaiser fuhr per Automobil nach Kakenelnbogen unb von da nach Koblenz. Morgen ver­einigen sich beide Armeekorps und marschieren, gegen einen mar­kierten Feind, der durch zwei Regimenter gebildet wird.

Ein IlnfaU.

Am Mittwoch früh stürzte bei Holzhansen ein Militär- mvtorradfahrer. Er wurde von einem heransausenden Pri­vatautomobil überfahren. Der Motorfcchrer erlitt einen Bein­bruch unb schwere innere Verletzungen und wurde nach Holz­hausen gebracht.

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Glehener Anzeiger

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Pie Kaisermanöver.

(Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.) Katzenelnbogen, 14. Sept.

Tic offizielle Mitteilnnq über die Krlegsglicdcruttg

des 8. und des 18. Korps ist ansgegeben worden. Sie bringt zunächst die Tatsache, daß dem 8. Korps eine Verstärkung von 6 Bataillonen und 3 Batterien zuteil geworden ist, indem ihm die 25. Jnf.-Brigade unter Gen.-Major v. Fabeck (Jnf.-Regt Herwarth v. Bitterfeld Nr. 13 unb Hnf.-Regt. Vogel v. Falcken- stein Nr. 6) sowie eine Abteilung des Feld-Art.-Regts. 7 zu­geteilt worden ist. Zur 41. Division gehören die 11. Ulanen und die 34. Feld-Art.-Brig., zur 16. Division die 7. Ulanen und die 16. Feld-Art.-Br ig. und zur 15. Division die 7. Dragoner und die 15. Feld-Art.-Brig. Der Kftvallerie-Brigade A ver­bleiben somit 30 ©ditoabronen; zu geteilt sind ihr 2 reitende Batterien und 2 Mascknnengewehr-Abteilnngen. Das KvrpS im Ganzen hat 42i/< Bataillonen, 44 Schwadronen unb 41 Batterien. Beim 18. Armeekorps ist der 28. Division das 15. Drag.-Regt unb die 28. Feld-Art--Brig. zugeteilt, ber 25. Division die 6. Dragoner unb die 25. Feld-Art.-Brig. unb ber 21. Division bie zählt 30 Schwadronen; auch sie hat 2 reitende Batterien und 2 Maschiirengewehr»Abteilungen in ihrem Verband. Das Kvrps zählt 42V, Bataillone, 45 Schwadronen und 38 Batterien: ist also um 3 Batterien schwächer, jedoch um 1 Kompagnie unb 1 Schwa­dron stärker als das blaue Korps. Eine Diuerenz, die kaum Bedeutung hat.

Wiv lassen einen

Bericht über bett gestrige» Schlachttag

folgen, der sich auf dienstliche Meldungen stützt. Er befestigt ben unsrigen unb gibt auch Kunde von den nördlichen Flügeln beider KvrpS Das 18. Armeekorvs ging mit ber 2o. Jnf.-Division von Kördorf auf MarienfelS-Miehlen, mit ber 28. von Katzenelnbogen auf die Endüchhofer Höye unb mit der 21 von Saufensalden über Nastätten auf Bogel zum Angriff vor. Die Kavallerie-Division B wurde zur Umfassung des feind- lick-en rechten Flügels über Nieder-Meilinqen auf Wallmenach in Marsch gesetzt. Der 21. Division gelang es zunächst, selber vorgehend, einen heimlichen Angriff auf Nastätten zu­rück z 11 w e i s e n unb bis hart östlich Bogel vorzudrrngen. Dann aber mußte sie unter starken Verlusten durch über­wältigendes feindliches Artilleriefeuer einem erneuten feindlichen Vorstoß auf Nastätten in Richtung Holzhausen weichen. Die 28 Infanterie-Division gewann die Ucbcrgängc bei Miehlen und südlich, Über den Geländeabschnitt, den der Mühl­bach bildet. Sie setzte sich in Besitz der Endlichhofer Höhe, die sie zunächst bel-auptete, dann aber an die 15. Jnf.-Dwision wieder verlor. Sie mußte auf B-et^ndorf zuruckgehen. Die blaue Artillerie auf der Höhe hatte sich rm>Lchutze ihrer Infan­terie-Bebe ckung sehr sicher gefühlt: ^Plötzlich war der Femd da und schoß auf die Bedienungsmannschaften und die Handpfecke. So nmrbe bie Artillerie (eine Abteilung des 44 und eine reitende Abt. des 34. Regts.) außer Gefecht gesetzt. Man ließ sie übrigens unkriegsmäßig genug alsbald abfahren damit sie sich wieder rangieren konnte. Der von der ^0. Jnf.-Division zur Umfassung des feindliel>en sinken Uugels über Geisig, nord­westlich von Marienfels, angrsctzte Angriff wurde von ber gegen-