Wieder eine russische Anleihe.
23.
Telephonischer Kursbericht,
13. April, 2' 4 Uhr mittags.
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372% 3 71 SV.o/o o/o
372o/n 37. %
Reicheanleihe do.
Konsole . do. . .
Hessen Oberhessen
eine Mk.
. 98.30
. 67.80
. 67.80
. 88.85
. 136.20
go/„ Mexikaner 4Vji/r. Chinesen Electric. Sol uckert Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . Diskonto-Kommandü Darmstädter Bank Dresdener Bank .
Berliner Handelsgeg Oesterr. Staatsbahn Lombarden Gotthardbahn . . Laura^btte . , Bochum . . . Marpener . . .
. 35 80, . 96.48 . 139.80 . 122.70 .208 70
190 20 . 143.85 . 157.10 . 169 00 . 141.60 . 16.40
. 277.50
. 252.25
. 21100
. 100.60
Mniversttäls-Hlachrlchlen.
— Der ordentliche Professor der Mineralogie an der Universität Greifswald, Dr. Emil Cohen, ist am 13. d. M. an Herzlähmuna auf der (5 t r c ü e vlöhlich aestorben.
glaubliche Meldung, daß die Üntersuchungskommifsion ^General Stössel wegen der Nebergabe von Port Arthur rum Tode mittelst Erschießens verurteilt habe.
Krieflmllen -er Redaktion.
(Shtontnnc Anfraaeu bleiben nnberücksichtigttt
B. Ihre Frage wurde bereits in unserer Nr. 70 vom
aufzunehmen.
Stössel zum Tode verurteilt?
Der Krakauer „Czas^ bringt aus Petersburg die
Ans Stadt und Land.
Gießen, 14. April 1905.
** S. K. H. der Großherzog hat den Mitgliedern Stadtverordnetenkollegiums in Darmstadt mit Ausnahme beiden Sozialdemokraten Cramer und Stephan aus Anlaß
Zu den Kosten der am 7., 8. mib 9. Mai in den Schulen hier stattfindenden Schillerfeier haben sich die Stadtverordneten in geheimer Sitzung nach eingehender Debatte bereit erklärt, für die entstehenden Kosten bis zu dem Betrag von 38 00 Mk. aufzukommen: der Antrag des Schiller-Komitees aus glatte Bewilligung von 4000 Mk. wurde abgelehnt Außerdem wird die Stadt an die höheren Klassen 4 200 Schillerbücher und an die niederen Klaffen ca. 5000 Schillerbretzeln zur Verteilung bringen lassen; die hierfür entstehenden Kosten werden bewilligt.
Erbach (Rheingau), 13. April. Der Regent von Braunschweig, Prinz Albrecht von Preußen, ist heute mittag auf seiner Besitzung ReinhardShausen eingetroffen.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am 4. Juni hält der Turnverein in Nie- der-Wöll stabt ein größeres Turnfest ab, verbunden mit der Gauturnfahrt des Gaues föeffen. — In Homberg a. Ohm fand am 11. d. M. unter dem Vorsitze des Steuerkommisiars Kähler eine öffentliche Versammlung zur Erörterung der Wohnungsfrage statt. Der Gründung einer gemeinnützigen Bau-Genoffenschaft wurde allseitig zuaestimmt und ein Komstee z-ur Vor- beratung der Stattiten aewabtt.
OeriHLslaal.
Bei einer SchwurgerichtSverhandlung in Würzburg rief die Charakterisierung eines Angeklagten durch seinen Verteidiger als eines „dummen Bauernlackels" der „Augsb. Abendztg." zufolge ein interessantes Intermezzo hervor: Ein Bauer aus der Reihe der Geschworenen erhob sich sofort, nachdem der Ausdruck „dummer Dauernlackel" gefallen war, und richtete an den Vorsitzenden die Worte: „Der Herr Rechtsanwalt spricht da von einem dummen Bauernlackel, das ist eine Beleidigung: es sind eine Reihe von Bauern hier anwesend. Wenn der Sohn eines Rechtsanwalts auf der Anklagebank säße, würde man auch nicht von einem dummen Rech tsanw al ts- lackel sprechen." Das beleidigte Standesbewußtsein des bäuerlichen Geschworenen suchte der Verteidiger hierauf wieder ms Gleichgewicht zu bringen, indem er entschuldigend bemerkte: „Dann regiere ich freu SBnirr und es bD-ifit iwh der Lackel".
London, 13. April. Wie die „Times^ aus Petersburg meldet, hat die russische Regierung die Absicht, neue innnere Anleihe von 2 50 Millionen
März beantwortet.
P. in G. Bei den deutschen Gesandtschasten gibt es nur deutsche Beamte. Für die höhere Laufbahn ist akademische Bildung — abgeschlossenes Studium der Rechts- und Staatswissenschaften — unerläßlich. Daran schließt sich informatorische Beschäftigung im Auswärtigen Amt und bei Gesandtschasten — nur diätarische Entlohnung — und diplomatisches Facheramen. Für die mittlere lKanzlei)-Laufbahn wdrden nur junge Leute mit Abiturienten- zeugnis und guten Sprachkenntnissen angenommen, die in der Regel aus anderen Verwaltungen, zumeist Wohl aus der Justiz, in den auswärtigen Dienst übertreten. Wenn oiitß die Gehaltssätze höhere sind als im inneren Dienst — wobei die teurere Le- benshalttmg im Auslande zu berücksichtigen ist —, so bietet diese Laufbahn wegen der verhältnismäßig geringen Zahl der etats- mäßigen Stellen und des großen Andrangs dem Bewerber keine
Was Urteil werde jedoch weder vollstreckt noch publiziert werden.
Englisch-japanisches Schuh- und Tnrtz Bündnis.
London, 13. April. Der von Tokio aus lancierte zrnd von Chamberlain warm befürwortete Gedanke einer Ausdehnung und Befestigung der englisch-japanischen Allianz Zu einem Schutz- und Trutz-Bündnis wird von der Re- ^gierungspreffe im Allgemeinen willkommen geheißen.
Die auffällige körperliche Leistungsfähigkeit der Japaner iift, wie Reisende bestätigen, auf ihre mäßige Lebensweise zurück- laufübren. Ihre Ernährung (hauptsächlich Reisl ist einfach, aber I gesund. Im Trinken halten sie sich in erster Linie an das Wasser. Sie nehnien nicht nur täglich nur ein Bad, sondern halten auch das Wasier als Getränk für das wirksamste Mittel zur Erhaltung der Gesundheit und für eine unfehlbare Waffe gegen Krankheiten. Die japanischen Athleten trinken täglich 4 1 /, Liter Wasser. Es ist interessant, wie diese Anschauung der Japaner begründet wird: Waffer reinigt das Blut wirksamer als jedes andere Mittel. Aeußerlich wird es hauptsächlich in Form örtlicher ^Umschläge verschiedener Art und als Reinigungsmittel gebraucht. Da Lungen, Nieren und Haut ständig große Mengen Waffer aus- scheiden, muß dieser Verliist durch Aufnahme von 11/8 Liter Wasser täglich ersetzt werden, denn sonst verändert sich die normale Struktur unserer Gewebe und macht sie für den Angriff von Krankheiten prädisponiert. Eine genügende Menge Wasser ist aber auch zur Erhaltung des richtigen Verhältnisses der Flüssigkeiten in unserem Körper nötig. Ter Japaner silcht durch reichlichen Wassergenuß die Bildung von Gallen- und Nierensteineii zu verhindern, ohne eine Zuflucht zu Arzeneien nehmen zu müssen. Gicht und Rheumatismus sind in Japan unbefaunte Krankheiten, was ,’man gleichfalls dem Wassergenuß zuschreibt. Ebenso kennt man in Japan nicht das bei rms so verbreitete Leiden der Verstopfung, 'weil vieles und häufiges Waffertrinken den Magen- und Darm- rnhalt günstig beeinflußt. Unsere Gewebe und Organe verlangen 'nicht mir Wasser, weil sie zum wesentlichen Teil darails aufgebailt .sind, sondern auch, weil Waffer die Assimilationsvorgänge vollständiger macht und für eine richtige Entfernung verbrauchter Ästaffen nötig ist. Die Japaner übertreffen alle andern Völker im -Gebrauch des Waffers und leisten habet Erstaunliches, wie schon bisher ihre Lern- und Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten erwiesen jhat und wie neuestens ihre Erfolge auf dem Kriegsschauplätze in 'Schlachten und auf Märschen zeigen.
4-6 Grieoh. Monopo’.-Anl.
4‘/ °L äussere Argentiner 45.70
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Märkte.
)( Grünberg, 13. April. So stark wie heute war bet Oft er mar ft lange nicht. Der Viehmarkt zeigte eine erstaunliche Ausdehnung cm Jungschweinen. Ungeachtet der starken Auffahrt war doch die Nachfrage lebhaft, und so entwickelte sich bald ein flotter Handel bei hohen Preisen. Diese Übersteigen wieder die Herbstpreise um fast die Hälfte. Im Durchschnitt tvurde das Paar Ferkel mit 60 Mark bezahlst geringere Sorten etwas billiger, die besten mit 70 Mark. Läufer kosteten pro Paar 80 kns 90 Ma-rk und 90 bis 100 Mark. Auch der Rindviehmarkt zeigte verhältnismäßig gute Besetzung. Der Zentner Schlachtgewicht stellte sich auf 64 bis 66 Prg. Kälber waren fast gar nicht aufgetrieben. Der Preis von 45 Pfg. für das Pfimd Lebendgewicht läßt das Angebot rasch abgehen.
fc. Frankfurt a. M., 14. April. iOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.st V i e h m a r k t. Zum Verkauf standen 752 Kälber, 83 Schafe und Hümmel, 296 Schweine. Kälber 1. Qual. 83—85 Pfg., Lebendgewicht 49—51 Pfg., 2. Qual. 77—82 Pfg., Lebendgewicht 46-48 Pfg., Schlachtgewicht 60-64 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 72—74 ' Pfg., 2. Qualität 63-66 Pfg. Schweine 1. Qualität 65-66 Pfg./ Lebendgewicht 52.50 Pfg., 2. Qual. 64—00 Pfg., Lebendgewicht 51—00 Pfg., 3. Qualität 58—60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Kleinvieh gut, Ueberstcmd unbedeutend.
0 Marburg, 13. April. Auf dem heutigen Schweine- markt gingen bei sehr lebhafter Nachfrage die Preise, besonders für kleine Ware, sehr in die Höhe. Man bezahlte z. V. für 4—6 Wochen alte Saugferkel 34—46 Mk., für 3—5 Monate alte Läuf-r 60—90 Mk. und für ältere Schlachtschweine je nach Größe und Qualität 100—120 Mk. pro Paar. Die Zufuhr belief sich auf 730 Stück.
Dermifcbtes-
* Else Kassel endlich gefunden! Bei den am Donnerstag nachmittag in dem Hause Bindestraße 1 zu Hannover, in welchem am Montag die kleine Erna Schaare ermordet wurde, an gestellten wlizeilichen Nachforschungen wurde beim Nachgraben im Keller des Mörders (Postschaffner Büther) gegen abend etwa 40 bis 50 Zentimeter unter der Erdoberfläche das Skelett eines Kindes gefunden. Das Skelett, das mit Packleinwand u.mhüllt war, wurde an den Haaren als das der am 18. August 1901 aus dem Nachbarhause ver- chwundenen Else Kassel erkannt. So ist endlich das Dunkel gelichtet, das geheimnisvolle Verschwinden des unglücklichen Kindes aufgeklärt. Nicht von Zigeunern flt Else Kassel geraubt und entführt worden, auch sie ist vielmehr einem Verbrechen zum Qpfer gefallen. Wahrscheinlich wurde auch sie vor nunmehr 3Vs Jahren in derselben schrecklichen Weise und unter gleichen Umständen hingeschlachtet, wie jetzt die kleine Erna Schaare, und die Vermutung liegt nahe, daß den Urhebern des neuen Verbrechens auch die Ermordung der Else Kassel zur Last zu legen ist. Es mag darauf hingewiese.n werden, daß der Schuhmacher Paul, als vor zwei Jahren eine falsche Else Kassel den Eltern der verschwundenen Else vorgeführt und von diesen nicht erkannt wurde, alles aufgeboten hat, den Eheleuten Kassel klar zu machen, die fremde Kleine sei doch ihr Kind. Auch suchte er die angebliche Else durch die oft wiederholte Frage: „Kennst Du denn Deine Eltern nicht mehr?" zu einer bejahenden Mitwort zu bestimmen.
* Der Londoner „Jack der Aufschlitz er" entdeckt? Jn Newvork hat ein Mann Namens Charles Hermann das Geständnis abgelegt, vor 15 Jahren die schauerlichen Mordtaten in dem Londoner Stadtteil Whitechapel verübt zu haben. Die Mordtaten lassen nach Ansichit des Arztes darauf schließen, daß der Mörder unter religiösen Wahnvorstellungen litt. (Die Meldung bedarf wohl noch der Bestätigung. D. Red.)
* Kleine Tageschronib Kaiser Wilhelm und König Eduard sandten dem Könige von Spanien anläßlich der Madrider Wasser-Katastrophe in herzlichen Worden gehaltene Beileids-Telegramme. — In Innsbruck wurde während einer Vorstellung im Theater die PrinzessinMathilde von Ko bürg, eine Tochter des Prinzen Ludwig von Bavern, in der Hosloge von schweren Herzkrämpfen befallen. Ihr Zustand ist bedenllich. — Aus Ster zing am Brenner wird gemeldet: Die beiden Münckencr S t u d e n t e n L e n n e r und M a i r l unternahmen eine Besteigung der Landes- buter Hütte und darauf von dort nach der D o r u-S P itz e. Etwa 2000 Meter unterhalb des Zieles wurde Mairl von einem durch eine Schneelawine losgelösten Stein erfaßt unb etwa 40 Meter tief abgeschleudert. Der Verunglückte erlitt einen Rip- venbruch und einige andere lebmsgefährliche Verletzunaen. — In Bunzlau wurden die Bankiers Georg und Max Schüller wegen betrügerischen Vankerotts und Depotnnterschlagung in Untersuchungshaft genommen. — Durch das Erbeben in Indien wurde auch die Stadt M a n d i zerstört. Der Staatspalast, die Tempel und alle anderen Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Stadt Sultan Pur hat in älmticher Weise gelitten. Etwa 1000 Personen wurden an diesem £rte getötet. — In Bottrop bei Essen wurde der Bergmann Knura erwürgt aufgefunden. Ein Liebhaber seiner Frau wurde als der Tat verdächtig verhaftet. — In Hudmezoe-Vasarhely ^Ungarn) wurde bei dem Millionär Nagy-Totb ein Einbruch verübt, wobei den Dieben Wertobjekte in Höhe von zwei Millionen Kronen in die Hände fielen. — Die amtliche Statistik betreffend die Wafserwerkskatastrovhe in Madrids ergibt, daß an dem Unglückstage 145 Arbeiter auf der Arbeitsstätte waren. Von diesen Arbeitern sind 28 getötet, 38 verletzt unb 3 verschwunden, die übrigen 76 find unverletzt geblieben. — Die letzten Meldungen aus Madagaskar berichten von einem Jtt den letzten Tagen niedergegangenen C p kl on, der ungeheuren Schaden angerichtet hat. Die ausgetretenen G^birgsflüffe zerstörten mehrere Dörfer. Viele Drücken sind abgerissen, mehrere hundert Eingeborene sind n m a e k o m m e n.
Landwirtschaft.
Die Haltung und Zucht der Schafe in der Provinz Ob er Hessen ist mehr und mehr zurückgegangen, was ja, wie man und schreibt, bei der in den letzten Jahr-eyuten inten* siver betriebenen Bodenbewirtschaftung feine Erklärung findet. Trotzdem verschließt man sich in landwirtschaftlichen "reifen nicht der Einsicht, daß >ur Hebun- der Schafzucht in Oberhessen mehr cü4 seither geschehen müsse. Man verwaist dar-mf, daß ^sonders im Vogelsberg für ba5 im Futter recht genügsame Tier sich hinlänglich Weide befindet, nnb will, um datz letzt gelmltene Landschaf zu verbessern und besonders als Mffchiler massiger zu gestalten, einen Versuch mit englischen Bocken machen 0^ wohl zu erwarten, daß der Provinmalvernu Mittel bereit stellt, um einen Versuch -ur Rcrffeverbesferung unseres Schafes vornehmen zu können.
seiner Vermählung eine von ihm selbst entworfene Er- »nnerungsmed aille verliehen, die auch zahlreiche andere ^Persönlichkeiten, besonders Beamte, Militärs und Mitglieder 'des Hoftheaters erhielten.
I” ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn jvon 150 000 Mk. auf Nr. 62789 (nach Mainz), Gewinne ,üon 5000 Mk. auf Nr. 18339 33848 41859 44498 51067. j(Ohne Gewähr.)
** Jubiläum. Gastwirt Georg Euler und Frau (feiern am 14. April d. Js. ihre silberne Hochzeit, sowie ihr LöjährigeS Geschäftsjubiläum.
*• Die Gastwirte-Versammlung, die gestern abend im Hotel Schütz stattfand, war von ca. 70 Gastwirten (besucht. Nach der Erledigung der Vorstandswahl hielt der 'Verbandspräsident einen längeren Vortrag über die Ziele und -Bestrebungen des Verbandes, wobei auch das Hess. Stempel- 'gesetz und das Gemeindesteuergesetz besprochen wurde. Eine 'Diskussion fand nicht statt.
*§ Die Eier gehören zu den Frühlingserscheimmgen. /Sie spielen zu Ostern dieselbe Rotte wie die Nüsse zu ^Weihnachten. Darum will keine Familie die Ostereier entbehren, wie sie die Weihnachtsnüsse nicht ntiffen mag. Und hoie das Ei das Symbol vom Ursprünge des Lebens im -attgemeinen, so ist das Osterei das Symbal des neuerwachten /'Frühlingslebens im besonderen. Als Ostereier werden fast -nur Hühnereier benutzt, die wenigen Eier von Enten und jEnsen, die als solche verwendet werden, können kaum in Betracht kommen. Eine gute Legehenne produziert im Lause
Jahres ihr Schock Eier. Alte Hühner legen zuweilen kauffällig kleine Eier, in denen sich kein Dotter, sondern .nur Eiweiß befindet. Man nennt diese Art der Eier Hexeneier und ihren Produzentinnen wird als Hexen möglichst bald der Hals umgedreht, worauf sie in den Kochtopf gesteckt werden. Außergewöhnlich geformte Eier, wie solche mit Auswüchsen, Anhängen, Fremdkörpern und mehreren Dottern sind in den Eierfammlungen dec Museen ^-usammengebracht. Es wird behauptet, daß sich die hessischen Bäuerinnen auf Erzeugung solcher Eier unter An Wendung gewisser Geheimmittel beim ^Füttern der Tiere sehr gut verstehen sollen. Tatsächlich gibt es Eier solcher Art fast nur bei uns in Hessen. Von den natürlichen Ostereiern sind die imitierten, aus Zucker, Schokolade, Marzipan, Papiermasse, Seide und Metall fabrizierten Eier zu unterscheiden. Mit diesen Kunsteiern bringt man gewöhnlich den Osterhasen insofern in Verbindung, als man ihn entweder als Träger und Ueber- bringer erscheinen oder als Häschen aus einer solchen -Eischale hervorschauen läßt, damit das alte Naturgesetz symbolisierend, wonach attes Lebende aus einem Ei entsteht.
§ Großen - Linden, 14. April. Die Linden- 'Apotheke ging zum Preise von 145 000 Mk. in den Besitz des Apothekers Schlich über.
sd. Darm stadt, 13. April. In der heutigen S ta dt- verordnetensitzung machte Bürgermeister Dr. Glassing die Mitteilung, daß die Bürgermeisterei in gemeinschaftlicher ,Sitzung mit dem Finanz- und Hochbau-Ausschuß beschloffen habe, den Antrag Bormet, welcher verlange, daß alle öffentlichen Arbeiten, welche aus Anlaß von Festlichkeiten notwendig werden, nur an hiesige Meister zu vergeben, abzulehnen. Dagegen wurde nach eingehenden Darlegungen und Beratungen folgende Resolution angenommen:
Bei Vergebung vsn Arbeiten an? Anlaß von iestlichen Veranstaltungen sollen in er ft er L i n t e auf Grund des Vor - , n f eh l a g S die hiesigen Geschäftsleute berücksichtigt werden, Zommt aber eine Einigung nicht zu stände, dann soll auf Grund -es Voranschlags weitere Ausschreibung erfolgen.
4 % Oesterr. GoTdrcnte . . 102 20 4V0 % Oestorr. Silberrento 101.80 Unerar. Goldrento . . 100.15 Italien. Rente .
Portugieser I Nottnssiottt'n. III Enif. Türken . .
besonders günstigen Aussichten. ___________________________
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag „den 15. April 1905: Zeitweise wolkig, andauernd trocken, tagsüber etwas ärmer.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Hriginal-Dratilmesdungkn.
Berlins H- April. Die Berggesetz-Kommission des Abgeordnetenhauses hat bei der Gesamtabstimmrmg die ganze umgestaltete Vorlage in zweiter Lesung gegen das Zentrum und die Freisinniaen angenommen. In der ersten oder Zweiten Woche des Mai wird die Kommission „eine Reise in das Ruhrgebiet unternehmen, um sich persönlich über den Stand der Dinge überzeugen zu können. 1
Leipzig, 14. April. Der Restaurateur 2 öJ e r verletzte seine Ehefrau im Verlauf einer Eifersuchtsszene durch drei Revolversckmsse tödlich un^> e r s ch o ß s i ch dann.
Messina, 13. April. Gestern abend hatten alle im Hafen von Korfu liegenden Kriegsschiffe illuminiert. Das englische Flaggschiff „Bulwack" ließ ein Bombardement von Leuchtkugeln steigen. Die deutschen Schiffe gingen völlig illuminiert in See. Auf der „Hobenzollern^ strahlte die Kaiserstandarte aus elektrischen Glühperlen. Heute war bei schönem Wetter und etwas bewegter See die Fahrt über daS jonische Meer prächtig. In der Nachmittagssonne zogen die schluchtenreichen Berge Calabriens in mannichfaltigen Abtönungen vorüber. Üm 5 Uhr lag Taormina vor uns. Vom Schiffe aus gesehen bildet die Stadt ein wunderschönes Panorama : Die Stadt am grünen Bergabhang, darüber das Kastell und das alte Bergnest Mola, dahinter der Aetna, unten die Bucht bei Giardini. Die beabsichtigte Ausbootung unterblieb wegen der starken Brandung. Die Fahrt wurde an her abwechslungsreichen Ostküste Siziliens hinauf nach Messina fortgesetzt, wo die Schiffe um 7 Uhr anlangten.
Wien, 14. April. Die Genickstarre verbreitet sich in Galizien weiter. Sie erstreckt sich jetzt über 14 galizische Bezirke.
Petersburg, 14. April. Mau spricht hier von einem Entwurf eines ReichswahlgesetzeZ für eine Volksvertretung. als dessen Verfaffer neben Minimer Bulpgin genannt werden: Jermolow, Schtsckerbatow, Merscklscherski, Scheremetzen und llrussow. Der Entwurf sieht einen Staatsbeirat imb eine Staatsversammlung vor. Der Staatsbeirat werde von 120 Mitgliedern gebildet: er werde halb von den Adelsversammlungen gewählt und halb vom Zaren ernannt. Die Staatsversammlung! bestehe aus den gewählten Vertretern aller Glmvernements, ferner der Großstädte und der Geistlichkeit zusammen etwa 650 Mitgliedern. Die Wahlen erfolgen durch die Adelsversammlungen, die Semstwoversammlungeu unb die Dumas bezw. Gemeinde- versammfimgeu. Die Gesetzentwürfe gehen nach ihrer Annahme in die Staatsversammlung zur Begutachtung in den Staats- beirat und von dort zur Genehmigung au den Zaren.
Tanger, 14. April. Die Entfchließrmg Deutschlands, eine Gesandtschaft nach Fez unter dem Grafen Tattenbach zu entsenden, wirkt auf die Eingeborenen und Ausländer begeisternd und Hoffnung erregend ein, auf die Franzosen verblüffend. Man erachtet das Vorgehen Deutschlands als korrekt und unerschrocken. Die Gesandtschaft soll abgehen, sobald die vom Sultan cm^ebotenen Reit- und Packtiere und hie große Eskorte eintreffen.
Tokio, 14. April. Die japanischen Zeitungen bezweifeln die A rl f r i ch t i g k e i t der d e u t s ch e n Marokko- Politik und stehen auf Seiten Frankrei ch s. ^ie Reise Kaiser Wilhelms nach Tanger sei eine Demonstra- tion gegen die englisch-französische Entente zut Gunsten Rußlands gewesen.
) Sta atschntzseheine . Tendenz; fest.


