Ausgabe 
13.4.1905 Drittes Blatt
 
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Nr. 89

rfOeiet tfleiiQ au feer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hrsfifche« Landwirt die Siebener Familien. Glätter viermal In der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'fchen Unweri.-Buch-u.Stem- hrucferei. 9L Bangt.

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Grftes Blatt.

155. Jahrgang

Freitag 14. April 1903

Amts- Md Anzeigeblatt für den Meis Gießen

E

GietzeilerAnzeiger

** General-Anzeiger

VeragSpret», monatlich76 Giertet* jährlnü Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzelc» 'n die Tr rsn'irnnrer s vo-mittags 4cbt,

; c' 'envrerS: .jfu. 12 auswärts -Mi J'j.

^erantroox♦ l sine den polit. und cj ,e. x. Lei! P. Wtttlo; für Stabt und Canb* und Gerichtsstal": August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Bech

Ale heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

Politische Tagesschau.

Mit den Wanderrednern des Bundes der Landwirte find nicht alle sog. Mittelstandspolitiker einverstanden. So schreibt die konservativeSchles. Morgen-Ztg." auf Grund der Zuschrift eines Handwerksmeisters:

Wir möchten die verantwortlichen Herren im Bund der Land­wirte darauf aufmerksam tnachen, diejenigen Redner, die die Berliner Bundesleitung schickt, doch recht auf die Art und den Wert ihres Auftretens zu prüfen und wenn solcher Herr sich für die betreffende Gegend und ihre Bevölkerung nicht eignet, einfach mit der nächsten Diligence nach Berlin abzuschicken, wie dies erst vor kurzem die verantwortlichen Vertreter der Landwirte in einem mittelschlesischen Kreise getan haben. Solcher Wanderredner kann in vier Wochen, die er sich in einem Kreise aufhält, viel mehr schaden, als in vier Jahren wieder gut gemacht werden kann. Bajuvarisches Draufgängertum paßt nicht für die eigenartigen politischen Verhältnisse unserer Heimatprovinz. Wenn man durch ungeschickte, über das Ziel weit hinausschießende Reden in Versammlungen des Bundes der Landwirte die anderen Berufe vor den Kopf stößt, kann man sich nicht wundern, wenn dann in den Provinzen das Gegenteil von dem erreicht wird, was man in Berlin will/

Die Marokkofrage in der Losung.

Nach her Auffassung, der wir an unterrichteten Stellen be- -egnet sind, scheint die Marokko-Angelegenheit, soweit die fran­zösische Regierung in Betracht kommt, einer friedlichen Lösung nähergerückt. Dem deutschen Botschafter in Paris, Fürst Rado- lin, ist seitens des Präsidenten Loubet eine Aufmerksamkeit erwiesen worden, durch Einräumung der Präsidentenloge in der gestrigen Vorstellung der Großen Oper, und heute ist Mi­nister Delcassö beim Botschafter zu Gast. In der immerhin ge­spannten Situation, die der Marokko-Konflikt zwischen den beiden Regierungen geschaffen hat, sind solche gesellschaftlichen Höflich­keiten doch von einiger Bedeutung. DieNordd. Allg. Ztg." nimmt heute nicht Stellung gegen die famose Zirkulardepesche Delcassss an die Mächte, wonach Deutschland sogar vorzugsweise von dem englisch-französischen Marokko-Vertrag, vor dessen Ver­öffentlichung, in Kenntnis gesetzt worden fei. DieNat.-Ztg." bezweifelt heute abend die Existenz einer derartigen Depesche, weil der Inhalt in einem handgreiflichen Widerspruch zur Wirk­lichkeit stehe. Das Letztere ist richtig, und es würde unserem Aus­wärtigen Amt leicht fallen, die Haltlosigkeit der Behauptung von einer Vorzugsbehandlung Deutschlands zu beweisen aber die Depesche Delcasses ist tatsächlich vorhanden, sie wurde u. a. dem östreichischen Minister des Aeußern Grafen Goluchowski durch den französischen Geschäftsträger in Wien mitgeteilt. Die Sache verhält sich ganz einfach so: Wenn unsere Regierung formell von der französischen Regierung von dem Vertrag in Kenntnis gefetzt worden wäre, dann hätte die französische Regierung nach diplomatischem Brauch mindestens eine ebenso formelle Empfangs­bestätigung erhalten. Nun, wo ist die Empfangsbestätigung? Delcasss wird sie nicht herbeizaubern können. Aber dem weichen­den Gegner soll man goldene Brücken bauen. Es kommt darauf an, daß dem Konflikt die Spitze genommen wird, und lenkt Del- casfe ein und tut er seinerseits den ersten Schritt, das Ver­säumte nachzuholen und mit Berlin in Verhandlungen einzutreten, so kann man die Erzeugnisse französischer Phantasie mit milder Heiterkeit auf fick» beruhen lassen.

Kaiser Wilhelms Weerfahrt.

Messina, 13. April. DieHohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, ist um 7 Uhr abends, von Korfu kommend, im hiesigen Hafen eingelaufen.

London, 13. April. DieTimes" meldet aus Athen, die Griechen seien enttäuscht (??) weil der deutsche Kaiser in Korfu keine bedeutungsvolle Rede ge­halten hat. Der praktische Erfolg des Besuches wird wahrscheinlich die Bestellung von Geschützen und sonstigem Kriegsmaterial bei Krupp und anderen deutschen Firmen sein.

London, 13. April. Das britische Mittelmeergeschwader kehrte heute nach Malta zurück, woraus geschlossen wird, daß Kaiser Wilhelm Malta besuchen wird._____________

In Sachen der Tabakfabritatsteuer bemerkt dieGermania" zu den Auslassungen derRationallib. Korresp.", die eine Wiederholung des in den 90er Jahren abgelehnten Projektes für ausgeschlossen erklärt hatte:Da­mit freilich ist noch nicht gesagt, daß nicht andere Pläne bezüglich einer höheren Besteuerung des Tabaks be­stände. DieGerm." weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß vielleicht eine höhere Besteuerung importierter Zigarren in Frage kommen werde. (??)

PeutlÄ-Lüdwestafrika.

Berlin, 13. April. Ein Telegramm aus Windhuk -neldet: Reiter Gustav Freudenreich ist im Lazarett Swakop- mund am Typhus gestorben. Im Gefecht in der Gegend von Hurub gefallen: Gefreiter Wilhelm Meyer.

Berlin, 13. Avril. DieNorddeutsche" schreibt: In­folge der Inangriffnahme neuer Bahnbauten in unseren Ko­lonien, des Ausbaues und der Verbesserung des Hafens in Swakopmund sowie der geplanten Ausführung wichtiger Bahnarbeiten bieten sich dem Vernehmen nach für jüngere mittlere Baubeamte günstige Aussichten zur Verwendung im Kolonialdienste. Bevorzugt werden technische mittlere Beamte der Eisenbahn- oder der allge­meinen Bauverwaltung, welche die für den heimischen Dienst oorgeschriebenen Prüfungen abgelegt haben. Die Annahme­bedingungen sind folgende: Verpflichtung zu einer anderthalb bis dreijährigen Dienstzeit je nach den klimatischen Verhält­nissen des betreffenden Schutzgebietes; 5400 Mark jährliche Remuneration nebst freier Wohnung, reichliche Ausrüstungs-

und Reisegelder, freie ärztliche Behandlung im Schutzgebiete Die Bewerber müssen 25 bis 30 Jahre alt, unverheiratet, völlig gesund und im Besitze guter Zeugniffe sein, sowie ihrer Militärpflicht genügt haben. Meldungen mit Lebenslauf und Personalpapieren sind an die Kolonialabteilung des Aus­wärtigen Amtes in Berlin zu richten.

Kiel, 13. April. In WriedtS Etablissement fand gestern abend die offizielle Begrüßung des aus Deutsch- Südwestafrika zurückgekehrten Transportes vom 1. Seebataillon statt. Die Afrikaner hatten sich mit der Kieler Bürgerschaft zum Festesten mit Kommers vereinigt. Prinz Heinrich wohnte dem Kommers bei.

Rußland in Sturm und Drang.

Ein russisches Streikgesetz.

Die russische Regierung überrascht das Land mit einer Arbeitergesetzgebung nach westeuropäischem Muster. Das soeben vom Finanzministerium vollendete neue Streikgesetz muß für russische Zustände ideal genannt werden. Während die Arbeitseinstellung früher als ein schweres Vergehen gegen die öffentliche Ordnung galt, ist sie dem neuen Gesetz zufolge der Arbeiterschaft völlig sreigestellt, außer für solche vereinzelte Fälle, wo durch diese Selbsthilfe wichtige kom­munale Interessen schwer geschädigt würden. Streikange­legenheiten dürfen auch nicht mehr durch das administrative Verfahren entschieden werden, sondern werden wie jede andere bürgerliche Angelegenheit den Zivilgerichten unter­breitet. Vor das Kriminalgericht gehören nur beim Streik begangene Gewaltakte und Bedrohung der Person und des Eigentums. Das ist ein großer Schritt vorwärts. Das Finanzministerium dringt darauf, daß das neue Gesetz bald­möglichst in Wirksamkeit gefetzt werde.

Aus dem Lande.

Petersburg, 13. April. Gestern brannten die staatliche Patronenfabrik und ein Naphtha-Re­servoir bei Tula, offenbar infolge nihilistischer Brand­stiftung, nieder. Abgesehen von dem Materialschaden ist der Brand gegenwärtig ein empfindlicher Schlag sürdas Kriegsmini st eri um, das wohl neue Bestellungen im Ausland wird machen müssen.

Krakau, 13. April. Nach einer Meldung derRe- forma" soll gestern in Sosnowice der Pulver­magazin durch Dynamit in die Luft gesprengt worden sein. Aus Warschau ist Militär und Gendarmerie dorthin abgegangen.

Warschau, 13. April. Im Publikum kursiert auf hekto graphisch en Abzügen ein Brief des Generalgouverneurs Maximowitsch an den Minister für Schulangelegenheiten, Glasow, in dem er diesem die Schließung der hie­sigen Universität empfiehlt, um einige hundert Stu­denten loszuwerden. Am letzten Montag hat in einem Torfe bei Warschau ein sozialdemokratisches Meeting statt­gefunden, an dem ungefähr 700 Personen teilnahmen. Es wurde beschlossen, die revolutionäre Propaganda weiter zu führen und sich wegen des für den 1. Mai ge­planten Ausstandes und eventueller Demonstrationen nach den Beschlüssen des Petersburger Komitees zu richten.

Petersburg, 13. April. Wie verlautet, ließen die Altgläubigen der Regierung zu Kriegszwecken ein zinsfreies Darlehen von einer Milliarde cm- bieten.

Petersburg, 13. April. Blättermeldungen über die Vertagung der Kirchenreform sind nach Mitteil­ungen von zuständiger Seite richtig. Pobjenoszew hat dem Kaiser mit dem Projekte der Synode über die kirch­lichen Reformen, die Einberufung des Sabors und die Wahl eines Patriarchen folgende Resolution vorgelegt: Einverstanden, wünsche der Kirche eine Blütezeit in ihrer neuen Lage, halte die Einberufung des Sabors jedoch für unzeitgemäß." Der Kaiser ist, wie man sagt, mit der Resolution einverstanden.

Petersburg, 14. April. lPetersb. Telegr.-Ag.) Ein kaiserliches Reskript an den früheren Minister des Innern Goremkin ordnet die Einsetzung einer Spezialkommission unter dem Vorsitze des Genannten an, die sich mit der Frage der gesetzlichen Feststellung der Bestimmungen be­fassen soll, die für die Regelung des bäuerlichen Grundbesitzes zu gelten haben, der die Hauptgrund­lage des nationalen Wohles bedeute. Es sollen Maßnahmen getroffen werden, um den Bauern bessere Mittel zur Benutzung ihrer Ländereien an die Hand zu geben, und um solchen, die geringen Besitz haben, die Möglichkeit zu geben, nach anderen Gebieten auszuwan­dern oder mit Hilfe einerBank für Bauern" ihren Besitz zu erweitern. Ebenso soll der bäuerliche Besitz und der Besitz anderer Grundbesitzer genau abge­grenzt werden, um das Vertrauen des Volkes in die Unverletzlichkeit jedes Privateigentums zu st ä r k e n. __________________________________________________

5>er Kneq.

Vor der Entscheidung.

In der Preste aller Länder herrscht die Auffassung, daß der bevorstehende Zusammenstoß z w i sch e n R o sch d- festwenski und Togo die entscheidende Wen­dung des Krieges herbeiführen wird. Die Entscheidung gilt aber im Grunde nicht sowohl dem Kriege, als viel­mehr dem Frieden. Die Wahrscheinlichkeit des Friedens­schlusses erscheint sogar in jedem Fall nähergerückt. Unter­liegt das russische Geschwader, dann hat Rußland mili­tärisch nichts mehr einzusetzen, da durchgreifende Erfolge seiner Landarmee als ausgeschlossen gelten, müssen. Ge­lingt es umgekehrt dem russischen Admiral, seinem Gegner

eine Niederlage beizubringem dann ist es für Japan daA Vorteilhafteste, selbst unter für Rußland günstigeren Be-! dingungen Frieden zu schließen, denn das Fnselreich würde! sich bei solcher Sachlage der Möglichkeit beraubt sehen, seine mandschurischen Siege voll auszunutzen, da es eine neue kriegstüchtige Flotte nicht in kurzer Zeit schaffen kann. Tie ungeheuren Kosten der Fortf'chruug des Krieges würden ledenfalls weder für Japan noch für Rußland im Ver­hältnis stehen zu etwa noch erreicl'baren Erfolgen.

Sehr interessant ist es nun, jetzt, da in jeder Stunde, die Würfel fallen können, die Stellungnahme der öffent* lichen Meinung Englands zu beobacbten. Naturgemäß wäre! es doch, wenn man dort dem japanischen Verbündeten einen1, vollen Erfolg wünschte. Ein derartiger Wunsch wird aber/ soweit sich übersehen läßt, nicht laut. Man zollt im Gegen-! teil dem Unternehmen Nofchdjestwenskis, trotz aller Strcr- pazen dem Feinde die Stirn zu bieten in einer Weise An­erkennung, die deutlich verrät, daß man einen Erfolg des russischen Admirals nicht ungern sähe. Es zeigt sich eben wieder derDoppelboden" der politischen Mo­ral Englands. Man will nicht, daß Japanzu groß" wird, daß es die Herrschaft über die ostasiatische See und damit über den wichtigsten Teil des Pacific er­langt. Tie Führung dort soll vielmehr dem Union Jack verbleiben, und wenn noch einer anderen Flagge der gleiche Einfluß auf dem Großen Ozean zugestanden wird, dann dem Sternenbanner. Man reklamiert ja die Oberhoheit über die Weltmeere als ein politisches Naturrecht der beiden englisch sprechenden Nationen. Die englisch sprechende Hoch- sinanz ist wohl auch nicht geneigt, den Japanern für die Fortführung des Krieges immer neue Kredite zu eröffnen. Deshalb erhofft man von einem Mißerfolg Togos! gegen das baltische Geschwader eine Geneigtheit Ja­pans zur Beendigung der Feindseligkeiten^ Schließlich mag in England alsUnterströmung" die Er­wägung einhergehen, daß es zur p o li tisch en Jso lier- ung Deutschlands beiträgt, wenn die öffentliche Mein--, ung Englands ein gewisses Wohlwollen gegenüber) Rußland bekundet. Eine Liebe ist der anderen wert, und so drückten vor einigen Tagen die PetersburgerNo? wosti" den Freunden an der Themse die Hand, indem sie schrieben:Die von Kaiser Wilhelm in Marokko herausbeschworene mohammedanische Ge­fahr muß am Ende zu einem KriegzwiscbenDeutsch- tand und England führen". Das ist der Dank der russischen Presse für die dem Zarenreiche w o hl w o l l e n de Neutralität Deutschlands im ostasiatischen Kriegen Japan braucht nicht zu befürchten, daß ihm, wie nach denn Kriege mit China, irgend eine Macht in den Arm fällt;| wenn es sich anschickt, die Früchte seiner kriegerischen ÄÄ strengungen einzuheimsen. Tas besorgt diesmal Englands sein Bundesgenosse, weit diplomatischer durch Quertreiberei. Mit seinem Feinde Rußland konnte Japan ehrenvoll undj erfolgreich sich messen. Vor seinem Freunde England sich zu bewahren, dürfte ihm kaum möglich sein: Die nächste Zulunft schon wird zeigen, inwieweit diese Vermutungen durch Tatsachen Bestätigung finden.

Taily Mail" veröffentlicht ein Telegramm aus Su-> rayalou auf der Insel Java, wonach eine deutsche Jacht mit zwei Offizieren an Bord nebst vier Kohlenschrfsen dort eingetroffen sei. Diese meldete gerüchtweise, daß eine SeeschlachtimGange sei, bei welcher die R u s s e u die Angreifer waren. Die Japaner sollen angeblich vier weitere Kriegsschiffe verloren haben.

Eine Lloyd-Depesche aus Singapore meldet: Dek, TampferNubia" berichtet, er sei am 1. April unter 8 Grap nördlicher Breite und 108 Grad 55 Min. östlicher Langes an der russischen Flotte vorbeigefahren. Dieselbe­bestand aus 42 Schiffen und fuhr mit einer Schnelligkeit von acht bis zehn Knoten nord-nord-östlich.

Tas AmsterdamerHandelsblad" erhält von feinem, Korrespondenten in Batavia die Depesche: Heute (Donners­tag) nachmittag 1 Uhr 15 Min. wurde eine Flotte von 451 Schiffen unter 8 Grad 37 Min. nörl. Breite und 108 ©ra^ 35 Min. östl. L. gesehen.

Aus der Mandschurei.

Petersburg, 13. April. (Petersb. Telegr.-AgenturJ In einem Telegramm des Generals Lene witsch an den Kaiser vom 12. April heißt es: Am 11. April eröffnete die Artillerie einer unserer Abteilungen Feuer gegen das Dorf Ranchendzy, das von den Japanern besetzt war. Rach einstündiger lebhafter Beschießung des Dorfes wurde das­selbe von denJapanern geräumt und von unserer Abteilung besetzt.---Am 8. April wurde auf dem linken Flügel unsere Kavallerie-Vorpostenabteilung bei Taouangou von den Japanern, die durch Chunchusen verstärkt waren, bis Ransanchendzy zurückgeworfen. Rach Gewehrfeuer zogen sich die Japaner südlich zurück und Ransanchendzy wurde von'neuem von uns besetzt.

Paris, 13. April. Der Kriegskorrespondent desMatin^ berichtet aus Kwuangsonnse: Ich komme soeben von der Front, wo ich Gast des Generals Kaulbars war. Mein Eindruck ist der, daß die russische Armee, nachdem fte sich wieder erholt hat, bereit ist, eine neue Schlacht an­zunehmen. Ueberall auf der ganzen Gefechtslinie manöverieren Die Truppen fortgesetzt, um Gefechtsformationen auszuführen. Die Kavallerie des Generals Mischtschenko unternimmt unausgesetzt Erkundigungen, welche sich bis nach Eschengtllfung erstrecken, wo es wahrscheinlich zu mehreren^ Gefechten kommen wird. Die japanische Kavallerie wagt sich nur 10 Kilometer von der Infanterie und ver­weigert jeden Kampf. Sie zieht sich bei jeder Gefahr hinter die Infanterie zurück-