land über alles. Darauf nimmt der Zug seinen Weg durch die Sraor bis zum Rathause. Am Abend wird Se. Durchlaucht der Fürst in einem Saale ein Bankett veranstalten, zu dem Einladungen ergehen. Gegen 10 Uhr wird das Denkmal bengalisch beleuchtet werden, und damit werden die Festlichkeiten beendet sein.
0 Grünberg, 15. Juni. Dr. Th. Koch, der nahezu 11/2 Jahre auf einer Forschungsreise in den Jndianergebieten der Nebenflüffe des oberen Amazonenstromes in Süd-Ämerika sich aushielt, teilt seinen hiesigen Freunden mit, daß er gegen Ende ds. Mts. zum Besuche in Grünberg eintreffen würde. Seine Braut, die Tochter des bekannten Hühneraugenring- fabrikanten Wasmuth, mit der er sich kurz vor seiner Abreise verlobt hat, reist ihm dieser Tage in Begleitung ihres Bruders bis Lissabon entgegen. Der Forscher wird sich von hier wieder nach Berlin begeben, wo er eine Stellung an dem Museum für Völkerkunde inne hat.
□ Laubach, 15. Juni. Die Lehrerin an der Stadtschule zu Friedberg, Frl. Auguste Draudt, wurde für die Dauer von zwei Jahren für die hiesige höhere Privatmädchenschule mit Wirkung vom Herbste d. I. engagiert.
g. Büdingen, 15. Juni. Auf dem diesjährigen Pfing st schießen errang Schlossermeister S ch ö n den Ritter. Se. Durchl. der Fürst nebst Familie sowie Prinz Alfred mit Familie wohnten dem Fest bei. — Se. Durchl. Fürst Bruno trat gestern in sein 68. Lebensjahr.
sd. Darmstadt, 16. Juni. (Drahtbericht.) Der ^önig Friedrich August von Sachsen wird am 26. d. M., nachmittags, hier eintreffen zur Erstattung seines Antrittsbesuches, an einer Galatafel teilnehmen und am 27. d. M. wieder abreisen.
R.L. Darmstadt, 15. Juni. In der heute nachmittag stattgefundenen Stadtverordneten-Versamm- lung kam wieder einmal die leidige Frage des Bahnhofs-Neubaues zur Sprache. Auf die Anfrage der Stadtverwaltung bei der Eisenbahndirektion in Mainz, wie es mit dem Umbauprojekt bestellt sei, hat diese nach einer Mitteilung des Oberbürgermeisters geantwortet, sämtliche Umbaupläne befänden sich beim Eisenbahnministeriunl in Berlin; die Direktion habe keinerlei Kenntnis von der Stellung des Ministers zu den von der Stadt Darmstadt gemachten Vorschlägen. Die Eisenbahnwagen-Ncparatur- werkstätte soll auf dem jetzigen Platz verbleiben und erweitert werden. Die Stadt erhebt jedoch gegen die Erweiterung beim Finanzministerium Widerspruch, da hierdurch eine völlige Trennung des Westens vom Osten der Stadt herbeigeführt werden würde. — Zur Gemeindesteuer- re f o r m hat der Abg. Schönberger einen langen Antrag, resp. ein Appendix zum Ausschußbericht eingebracht, worin der Abgeordnete auf 5 großen Druckseiten seine Stellung zu der Frage darlegt und um Ablehnung der Regierungsvorlage in der jetzigen Form ersucht. Wenn es Sitte werden sollte, daß noch mehr Abgeordnete anstatt bei den Plenarverhandlungen mündlich, schon vorher schriftlich neben dem sehr umfangreichen Ausschußbericht auch noch ihre spezielle Ansicht so umschweifig zur Kenntnis zu bringen Lust verspüren, so würde man doch schon vom Standpunkt der abermaligen Mehrkosten dagegen Verwahrung einlegen müssen.
p. Garb en h eirn, 15. Juni. Ein Landwirt von hier zog sich beim Streuen von Chilisalpeter eine Blutvergiftung zu; er schwebt zwischen Tod und Leben. — Zwischen Studenten und Gymnasiasten einerseits und Ortsburschen von hier andererseits kam es hier dieser Tage zu einer gehörigen Keilerei, bei der es kräftige Hiebe absetzte. Die Sache beschäftigt bereits das Gericht.
w. Wetzlar, 15. Juni. Am 13. und 14. Juli wird hier das weithin bekannte „Wetzlarer Ochs en fest" stattfinden. Für Rinder sind 2250 Mark, darunter auch zwei Sammelpreise bestehend aus 10 Tieren einer Gemeinde (1 Bullen, 6 Kühe und 3 Rinder) vorgesehen. Zur Prämiierung wird nur zur Zucht benutztes und bestimmtes Vieh der bodenständigen Vogelsberger Rasse zugelassen. Mithin winken allen Züchtern dieser Gattung wieder reiche Erfolge. Es wird aber auch eine starke Konkurrenz geben, gehören doch der Herdbuchgesellschaft des Kreises Wetzlar arr das Vogelsberger Rind nahezu 400 Mitglieder an. Wie sehr die Vogelsberger Raffe im hiesigen Kreise gepflegt wird, geht schon aus der letzten großen landwirtschaftlichen Ausstellung zu Gießen im Herbste 1903 hervor. Erhielten doch damals von den 48 ausgestellten Tieren des Kreises Wetzlar 27 Preise im Betrage von 1270 Mark. Daneben kommen noch sür Schweine 550 Mark, für Ziegen 200 Mk. und für das zum erstenmal vertretene Geflügel 215 Mark zur Verteilung.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und, den N a chbarfta aten. Eine verhängnisvolle Ballonfahrt unternahmen von Wiesbaden aus Miß Pollv und die Maschinistenfrau Dörr. Der Ballon blieb in den Waldbäumen hängen. Als Frau Dörr aus der Gondel stieg, stürzte sie ab. Beim Sturze wurde ihr der Arm zerschmettert. Durch einen Notverband wurde sie vor Verblutung gerettet. — Die „Wormser Ztg." stellt ihre Mitteilung betr. die Aufnahme des D o m p r o p st e s M a l z i in eine Irrenanstalt dahin richtig, daß es sich nicht um diesen, sondern um dessen Bruder Ferdinand handelt, der bereits in die Irrenanstalt ausgenommen toirtbe. — Reichstagsabg. Graf Oriola ttnrfr nächsten Sonntag in Friedberg in den „Drei Schwertern" über seine Tätigkeit im Reichstag Bericht erstatten uns die bevorstehenden ReichstNgsvorlagen besprechen.
Kirche und Hchute.
Ein seltsamer religiöser Konflikt.
Ein! ganz eigenartiger religiöser Streit setzt die Bevölkerung 0eS kurhessischen, unweit von Kassel gelegenen Städtchens Groß- almerode seit längerer Zeit in Auflegung. Es handelt sich, wie uns von einem Kenner der dortigen Verhältnisse geschrieben wird, um eine Gemeinschaftsbewegung, deren Haupt der evang. Pfarrer Holzapfel in Großalmerode ist. Dieser und seine Getreuen sind so weit gekommen, daß sie, vom Geiste Gottes sich erfüllt glaubend, darüber ihre täglichen Pflichten ihren Mitmenschen und Angehörigen gegenüber vergessen. Die Manner geben den Beruf aus oder vernachlässigen ihn, die Frauen versäumen ihren Haushalt. Ihre Hauptbeschäftigung ist Beten uiid Singen, in der Kirche und auf dem Felde. Sie fallen nieder und ringen die Hände gen HimNrel. Bei der Austeilung des Abendmahls redet Pfarrer Holzapfel seine Gefftcsgenoffen an: „Nimm hin, du Gläubiger des Herrn", den danebenstehenden 'Hichtgenussen dagegen: „Nimm hin, dies " usw. Dee besonne- steren Leute in der Gemeinde gingen r.' t dem Pastor und kamen schließlich zu der Ueberzeugung, 'weder er weichen
snüßte oder aber eine Trennung einzu. 'tte. ^as Kon-
Mvriunt hat den Marrn bisher trotz aller .,chwerden m Amt
und Würden belasten. Die Folge davon ist, datz Hunderte von denen, die mit dem Treiben des Pastors nicht einverstanden sind, ihren Austritt aus der Landeskirche erklärt haben und Hurrderte noch ihrem Beispiele folgen werden. Es wird dahin kommen, daß die Ausgetretenen eine Privatgemeinde gründen und sich auf ihre Kosten einen eigenen Geistlichen gewinnen wird. Diese aus der Kirche Aus geschiedenen und noch Ausscheidenden sind nicht etwa rabiat Liberale oder Freireligiöse, sondern einfache Leute mit schlichtem Gottvertrauen, die sich ihren Gott nicht, verunglimpfen lassen wollen. Sie stehen namentlich allem kirchlichen und religiösen Streit zwischen Orthodoxie und moderner Theologie vollständig fern. Ein katholische Blatt, welches vor einigen Tagen eine kurze Mitteilung über die Vorgänge in Großalmerode veröffentlichte, behauptete darin, daß die aus der Landeskirche Austretenden zum Teil die Absicht hätten, katholisch zu werden. Dies ist, wie uns unser Gewährsmann versichert, völlig ausgeschlossen. Es wäre sehr interessant, zu beobachten, wie sich die oberste preußische Kirchen- behövde, der die Angelegenheit kaum noch lange verborgen bleiben kann, dazu stellen wird. Es ist gewissermaßen ein u m g e ke br- ter Fall Fischer. L.
Aachen, 15. Juni. Ein englischer Ausschuß zum Studium der deutschen Einrichtungen besuchte h'^r die städtischen Anstalten und sandte dem Kaiser folgende' Telegramm: „Euerer Majestät beehrt sich der Britische Ausschuß nach Ueberschreiten der Grenze und nach herzlichem Empfang der Stadt Aachen, wobei em Toast auf Eure Majestät und das deutsche Kaiserhaus cnisgebrackt wurde, untertänigsten Gruß und allergehorfamsten Dank zu Füßen zu legen. Lord Lvverden, Dr. Lunn." Der Ausschuß begab sich am Abend nach Köln.
Stuttgart, 15. Juni. In der heutigen Versammlung des Deuffchen Vereins für Schulgesundheitspflege wurde nach einem Vortrage des Stuttgarter Stadtarztes Dr. Gastpar über Schülwintersuchungen mit großer Mehrheit ein Antrag angenommen, der den Regierungen nahelegt, die schulärztliche Ueberwachung auf sämtliche Schulen, auch auf die höheren Knaben- und Mädchenschulen, auszudehnen. Die Mit teilung, daß dies für Württemberg bereits beabsichtigt sei, wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Als Ort flir die nächste $eT^ sammlung wurde vom Vorwande Karlsruhe voraeschlagen.
* Der Kampf gegen die Zigarette. Die Schädlichkeit des Tabakgenusses soll nach Ansicht vieler Hygieniker besonders bei anhaltendem Zigarettenrauchen hervortreten, zum Teil vielleicht deshalb, weil gerade Zigarettenraucher weitaus weniger Maß zu halten wissen als Zigarrenraucher. Auch das Papier, welches dem Tabak als Hülle dient, soll eine Reihe, schädlicher Verbrennungsstoffe liefern. Von manchen Seiten wird deshalb mit besonderer Energie gegen das Zigarettenrauchen gekämpft. In einer Stadt von Massachusetts, in Holyoke, hat — wie die Wochenschrift Medizinische Klinik berichtet — ein förmlicher Kreuzzug gegen die Zigarette begonnen, bei dem die protestantische und katholische Geistlichkeit gemeinsam wirken. Die Bewegung ist nicht gegen den Gebrauch von Tabak überhaupt gerichtet, sondern nur gegen seine Verwendung zu Zigaretten. Erwachsene Personen sollen unb-helligt bleiben' . dag-gen verbietet ein Gesetz den Verkauf von Zigaretten an jugendliche Personen unter 16 Jahren. Es soll sogar ein Kapital zusammen gebracht werden, um eine strenge Durchführung des Gesetzes zu ermöglichen. Angesehene Tabakhändler haben versprochen, an der Bewegung mitzuarbeiten, soweit es sich um den Verkauf von Zigaretten an Minderjährige handelt. Soweit das Taffächliche. Es scheint jedoch, daß dem Kampf gegen die Zigarette die Uebertreibung der Schädsichkeitsbehai'vtung nicht fern liegt.
* Kleine Tageschronik. In B r ü s s e l ist ein zweiter Arbeiter der bei der E x p l o i i o n in der Auer-Glühstrumpffabrik (vgl. unsere gestrige Depesche) Verunglückten gestorben. — Aus Cambridge wird gemeldet, daß dort iiüolge Einsturzes einer Teraffe anläßlich der Universitäts'-Regatten 20 Personen insWasser gefallen sind. Es gelang alle zu retten, mit Ausnahme von 3 Mädchen die sämtlich verlobt waren und in Kürze heiraten wollten. — Aus der iranzössischen Ortschaft Ch a u - dien wird berichtet, daß ein 71jähriger Greis, der seit acht Tagen vermißt wurde, in seinem Zimmer als Leiche aufgestmden wurde. Tie Leiche war von zwei im Zimmer befindlichen Hunden total zerfleischt worden. — In G i b r a l t a r wurden ein Leutnant und drei Mann durch die E r p l o s i o n an Bord des „Magnisi- cetit* getötet. Der Unglücksfall ereignete sich dadurch, daß das Geschoß im Geschützrohr versagte. Der Verschluß wurde geöffnet, als plötzlich das Geschoß explodierte. — Im B o d e t a l im Harz ist der Student Ka letsch von einer Felswand abgestürzt und war sofort tot. — Unweit la Roche des Arnauds in den franz. Alpen stürzte ein A u t o m o b i l infolge Versagung der Steuerung in eine Schlucht hinab. Der Eigentümer M. Eor- dingley aus London und der Chauffeur Maurice Bron aus Paris wurden schwer, die Gattin Cordingleys tödlich verletzt; eine zweite Dame kam mit dem Schrecken davon. Bauern brachten die verunglückten Automobilisten nach Gag.
Kunst und Wissenschaft
Eilenach, 15. Juni. Der Sängerbund estag erhob folgenden Antrag des gescbästsführenden Ausschusses zum Beschluß: Der deutsche Sängertag schließt, seinen Traditionen entsprechend, Wettstreitveranstaltungen von den großen deuffchen Sängerbundesfesten ans; er gedenkt dankbar des Interesses des deutschen Kaisers für den deutschen Männergesang und überläßt es jedem Verein, sich an kaiserlichen und Wettstreitveranstaltungen von Bünden oder großen Vereinen zu beteiligen, er erhebt jedoch aufs neue seine warnende Stimme gegenüber den Wettstreiten, veranstaltet von kleinen und lleinften Vereinen, die kein künstlerisches Interesse verfolgen.
Danzig, 15. Juni. Heute wurde b°r 15. Deutsche Geographen tag durch Prof. Oberhummer-Wien geschlossen. Zum Ort der 16. Tagung, die in zwei Jahren stattfindet, wurde Nürnberg gewählt.
— Von der Welt-Ausstellung in Lüttich wird ein dummer Vorgang bekannt, der namentlich in allen Künst- kreisen viel bespöttelt wird. Der Bildhauer Lambeau, ein von der Moderne sehr hochgeschätzter talentvoller und ernster Künstler, hatte ein Bild zur Ausstellung gesandt, aber die Herren Preisrichter haben dieses Bild, das ihnen mißfiel, zurückgewiesen; offenbar war ihnen der Name .des Künstlers unbekannt, sonst wäre ihnen ein solcher faux Pas wohl nicht passiert. Jetzt hat sich sogar die Lütticher Gemein de ratssitzung mit dem „gebissenen Faun" befaßt. Der Gemeinderat Seeliger drückte sein und seiner Kollegen Bedauern aus über die Unkorrektheit, mit der gegen den berühmten Bildhauer verfahren worden sei. Er beantragte, daß das Votum des Ausschusses bedauert und zurückgenommen werden solle. Nach längerer Debatte wurde schließlich die Angelegenheit auf ackt Tage vertagt.
Kandel nrd Perke! r. AolLswirlschaft.
Berliner Börse vom 15. Juni 1905.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 21/, Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit .... 208.75
Deutsche Bank . • . 239.80
Darmstädter Bank . . 141.30
Bochumer Guß . . . 250.80
Harpener Bergbau . . 214.50
Tendenz: Schwach.
207.75
238.62
141.30
250.12
213.75
Erz-Kuxe.
Fernie. Angebot 3050, Nachfrage 2975. Ausbeuten und Zu- bnßei', 1903: 225; 1904: 300.
Russische Auleihebe d ü V,f nisse. Aus Brüssel wird gemeldet, daß belgische und französische Banken nicht abgeneigt sind, der russischen Regierung für den Fall des Friedensschlusses die nötigen Kapitalien zur Zahlung einer Kriegsentschädigung sowie zur Errichtung einer neuen Flotte zur Verfügung zu stellen. Es ist dabei zu bemerken, daß derartige große
Operationen nicht ohne Mitwirku- ) der deutschen Gruppe erfolgen werden.
Bierbrauerei-Jndustr Die der Deuffchen Bier» brauerei-Akt.-Ges. in Berlin gehe fnben Brauereien in Pichelsberg und Radeberg, haben im ve ,'un Monat einen Mehrabsatz von 4000 Hektoliter erzielt. De r ist zu berücksichtigen, daß auch im vorigen Jahr um diese /eit schon die Hitzeperiode angefangen hatte. Immerhin wäre zu wünschen, daß es in dieser^ Jahr nicht so anhaltend hei» r ‘,rt>, wie 1904, denn die wirtschaftliche Prosperität hängt dock Glicht allein vom Biertrinken ab.
Märkte.
0 Marburg, 15. Ium.. Der heute hier stattgehabte Schweinemarkt war nm mit 620 Schweinen befahren, die zu hoben Preisen verkauft r irden. Es kosteten 4—6 Wochen alte Saugferlel 35—40 M f. 3—4 Monate alte Läufer 60 bis 70 Mark, und ältere -weine 100—120 Mark pro Paar.
ko. Frankfurt a. M.. 16. Juni. tOrig.-Telegr. des ^Gieß. Anz.^) V i e h m a r k t. .sinn Verkarüe standen 619 Kälber, 45 Schafe u. Hammel, 333 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pf,. Lebendgewicht 52—54 Pig.. 2. Qual. 80—84 Psg., Lebendgewicht 49-51 Psg., Schlachtgewicht 62—66 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Schweine 1. Qualität 69—00 P'g., Lebendgewicht 54.00 Pfg., 2. Qual. 68—00 Pfg., Lebendgewicht 53—00 Pfg., 3. Qualität 62—64 Mg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein .Ueber- stand. __________________________________________________
Der Rheinisch Westfälische Effektenmarkt!
Mülheim a. d. Ruhr, 15. Juni 1905.
Das Geschäft am Kohlenkuxenmarkte war für schwere Werte, die ihre Kurse fest behaupteten, ansehnlich. Sehr stark gebandelt wurden Konstantin der Große, die bis 43 700 bezahlt wurden. Mont Cenis 24 200, König Ludwig 33 500, Lothringen! 24 950. Stark steigend waren ferner Herkules, die mit 10 600 bezahlt wurden. Ferner wurden umgesetzt Alte Haase, Altendorf, Dahlhauser Tiefbau, Freie Vogel und Unverhofft. Langenbrahm, Siebenplanetcn und Tremonia. — Von Draunkohlenkuxen zogen Roddergrube weiter start an und wurden mit 22 000 Mk. bezahlt. — Auf dem Kalikurenmarkte waren die Kurse gut behauptet und das Geschäft war lebhaft. Höher waren Justus I., Alexand-ershall, Johannashall, Wintershall und Hansa Silberberg. Auch Schieferkaute wurden mehrfach gehandelt. — Vom Erzkurenmarkte ist nichts besonderes berichtet. Für Wildbera wurd-m 925 aeboten.
Temperatur der Lahn und der Luft
am 15. Juni 1905.
Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.
Wasser 17°, Lust 20 6 R.
Mülle r'sche Bade- und Schwimmanstalt.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
BorauHsichtliche Witterung in Heffeu für Samstag, den 17. Juni 1905: Zunehmende Bewölkung und später Gewitterregen ; schwül.
Nähere? durch die Gießener Wetterkarte^
Original-Praylmeldungen.
Essena. R., 16. J-uni. Die Aussperrung der 30 000 Bauarbeiter im Jvdustriebezirk veranlaßte eine Streikbewegung der Bauschreiner. In Hofstede und Gelsenkirchen brachen schon pnrtielle Ausstände aus.
Halle a. S., 16. JUni. Wegen Lu st mords an der Dienstmagd Minna Kaßler wurde ein Steinbrucharbeiter in Dandersdorf verhaftet, den Kratz- und Bißwunden verrieten.
Schwa an (Mecklenburg), 16. Juni. Infolge Kenterns eines Bootes ertrank der Ziegler Lampe mit seinen beiden Töchtern im Alter von 12 und 13 Jahren. Er wollte seinen Töchtern zu Hilfe eilen, wurde aber, da er von der Arbeit erhitzt war, von einem Hitzschlage gerührt und versank in die Tiefe.
Ilmenau, 16. Juni. Der Zustand des Professors Wernicke, der bei einer Radtour von einem Fuhrwerk erfaßt und überfahren wurde, ist kein hoffnungsloser, obwohl die Verletzungen sehr schwere sind.
London, 15. Juni. Amtlich wird gemeldet: Jn M a tp- ch e st e r kam ein Pe st fa ll vor, welcher tödlich verlaufen ist. Der Erkrankte war Hilfskoch an Bord eines Dampfers, der von Buenos Aires über Hamburg am 8. Juni in Middlesborough angekommen war.
Wien, 16. JUni. Das Erdbeben in Skutarr dauert noch immer fort. Seit dem 1. Juni werden täglich zehn bis zwölf Stöße verspürt. Die Häuser sind größtenteils eingestürzt. Im Christenviertel, das am wenigsten gelitten hat, wurden 19 Personen getötet. Der Vorort Bohtschlyk ist ein einziger großer Trümmerhaufen. 54 Personen sind tot.
Liezen (Steiermark), 16. Juni. Gestern abend tötete sich der Gouverneur a. D. Wißmann in Weizenbach bei der Rehpürsche in Fischern aus eigener Unvorsichtigkeit durch einen Schuß in den Kopf.
Petersburg, 15. Juni. Ein kaiserlicher Tagesbefehl an das Marineressort von heute besagt: Großfürst Alexis Alexandrowitsch ist auf sein Äesuch hin in Gnaden von seinen Funktionen als oberster Chef der Marine und des Marinedepartements enthoben worden unter Belassung in seiner Würde als Großadmiral und Generaladjutant, sowie in seinen übrigen Funktionen und Würden.
Newyork, 16. Juni. Als Delegierte Rußlands zu den bevorstehenden Friedensverhandlungen werden Ne- lidow und Kuropatkin genannt.
Washington, 16. Juni. Aus autoritativer Quelle wird versichert, daß infolge des Druckes, der von verschiedenen europäischen Mächten ausgeübt wurde, Roosevelt Japan ersuchte, das Minimum der Forderungen festzustellen, welche es als Kriegsentschädigung bestimmen würde. Roosevelt ersuchte glerchzeitig, die Ansprüche möglichst niedrig zu stellen, damit eine endgiMge Regelung des Konfliktes erwartet werden könne.
Kursbericht.
Frankftirt a. 1.5 Juni. Offizielle Schlusskurse.
3l/g% Reichsanleihe , . . 101.40 do. ... 90.60 3‘Konsoln .... 101.40 b0^ do......90.60
31 '$% Hessen .... 100.60 3l/,% Oberhessen . . . 98.50 4% Oesterr. Goldrente . . 101.95 4*/8% Oesterr. Biiberrente . 101.20 4% Ungar. Goldronte. . . 99.55
4°/ Haben. Rente . . . 106.30
4% Portugieser I . . . 67.00
3 Portugiesen. III . . 67.40
1 % Unif. Türken . . . 88.20
Ttirkenlose .....136.50
4% Griech. Monopol.-Anl. 54.70 4l/i% äussere Argentiner 44.80
3o/o Mexikaner . . Chinesen . .
Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd , .
Kredite ktien
Disken to-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber iner Handelsges Oesterr. Staatsbahu . Lombarden . . . Gotthard bahn « . . Laurabütte . . .
Bochum .... Harpener . . . .
IStaatschatzscheine •
Tendenz; fest.
. 67.95 . 96.60 . 137 65 . 124.40 . 209 00 . 190.40 . 141.90 . 156 60 . 171 00 . 143.80 . 18.50 .' 266.85 . 251.60 . 214.70 . 10055
Schluss schwach auf Marokko.
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