Nr. 8» Zweites Blatt.
Erscheint «-ltch mit VuSnahm« de» Sonntag».
Die „Oiefienet Fmnilienblatter- werden dem gfittgetger viermal wöchentllch beigelegt. Der «hrlstlch» iaabeW erjchemt monatlich einmal.
155. Jahrgang Donnerstag 13. April 15)05
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
Volttische Tagesschau.
Deutsch.chmefische Beziehungen.
R. B erlin, 11. April.
Es ist ein Verdienst der deutschen Marineofsiziere, daß sie es verstanden haben, der Entwicklung von Kiautsch ou die Grundlage guter Beziehungen zum chinesischen Beamtentum und Volk zu geben. Anerkennenswert umsomehr, weil eS auf dem politisch heißen Boden Ostasiens überaus schwer ist, in Frieden zu leben. Zwietracht zu säen zwischen Deutschen und Chinesen erachten bekanntlich gewisse Londoner Blätter als ihre Aufgabe. Erst vor kurzem wieder sah sich die „Nordd. Allg. Ztg." zur Kennzeichnung dieses Treibens veranlaßt. Die chinesischen Vizekönige und Gouvernellre sind aber nicht auf den Kopf gefallen und weisen jede Gemeinschaft mit den Anstrengungen der englischen Presse von sich. Bemerkenswert ist in dieser Beziehlmg eine Aeußerung des Berliner chinesischen Gesandten bei der gestrigen Begrüßungsfeier für den heimgekehrten Gouverneur Kiautschous, Kontre- admiral Truppe!. Der Gesandte sagte: „Es ist notwendig, daß Deutsche und Chinesen einig sind. Denn wenn wir es nicht sind, freut sich ein Dritter." Er brauchte diesen Dritten nicht näher zu bezeichnen. Man weiß, daß er jenseits des Kanals zu suchen ist. Auch aus allgemeinen Gründen empfiehlt sich für Deutschland der Rückhalt an China, denn es ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß zwischen China und Japan geheime Abmachungen bestehen zu Gunsten der Interessengemeinschaft der gelben Nationen gegenüber den weißen. Da ist es immer gut, wenn Deutschland sich des unbedingten Vertrauens wenigstens Chinas in seine friedlichen Absichten auf ostasiatischem Boden sicher weiß. Japan ist wohl zu sehr vom englischen Einfluß ergriffnen, um in seiner Stellung zu Deutschland über eine korrekte Kühle hinauszukommen. Der Besuch des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen in Peking, der nach einer in politischen Kreisen verbreiteten Auffassung der Hauptzweck seiner ostasiatischen Reise sein soll, trägt jedenfalls dazu bei, Befürchtungen hinfällig zu machen, daß Deutschland im fernen Osten in folgenschwere Verwicklungen hineingezogen werden könnte.
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Die Frage der Kranken« vnd Unterstutzuugsvereiue auf dem Lande
ist in jüngster Zeit vielfach erörtert worden, well eine unbedingte Notwendigkeit für derartige Einrichtungen, die doch in ihrer Organisation als recht schwierig gelten, vorhanden ist. Eine sehr interessante Schilderung eines solchen, von ihm auf Anregung seiner Frau begründeten Vereins macht nun Dr. Becker, der Arzt in dem kleinen hessischen Dorfe Gensingen (Kreis Bingen, 1150 Einwohner) ist, in den „Gemeinnütz. Bl. für Hessen-Nassau". Er hatte eine sehr kranke, ganz arme Wöchnerin, die des Allernötigsten ent- behrte, zu behandeln. Um ihr zu helfen und um überhaupt der unbemittelten Landbevölkerung in Krankheitsfällen bessere Pflege zukommen zu lassen, beschloß er, einen Verein zu gründen. Er ließ daher eine Liste mit seinen Vorschlägen zirkulieren und fast alle Frauen des Dorfes waren zum Beitritt bereit. Bei einem monatlichen Beitrage von nur 10 Pfg. — jetzt 1 Mk. im Jahre — verfügte der Verein am Schlüsse des Jahres 1902, dem ersten seines Bestehens, bei einer Mitgliederzahl von 184 über 214.80 Mk. Dieser Summe standen 124 Mk. Auslagen für eine Krankenschwester und für die zur Pflege nötigen Utensilien gegenüber. Im zweiten Jahre 1903 betrug die Einnahme 211.35 Mk.; die Ausgaben aber beliefen sich, da die größeren Anschaffungen
ein Bett, zwei Badewannen und ähnliches — bereits gemacht waren, nur auf 82.60 Mk. So war denn bereits eine Barsumme von 218.93 Mk. zur Verfügung, die zinstragend angelegt werden konnte. Im Jahre 1904 betrug die Einnahme 179.50 Mk. und die Ausgaben erreichten nur die Höhe von 66.74 Mk. Der Kassenbestand am Schluffe des Jahres war demnach 335.69 Mk. Aus diesen Zahlen ersieht man aber, wie mit kleinen Beiträgen außerordentlich große Wohltaten erwiesen werden können. Es handelt sich nur darum, die Sache richtig anzufassen. Die Pflege wird von katholischen oder evangelischen Schwestern oder Brüdern, je nach der Konfession des erkrankten Mitgliedes, ausgeübt, und zwar unentgeltlich für die Bedürftigen, während von den besser Situierten erwartet wird, daß sie die Kosten selbst übernehmen. Sollte die Kasse es später vermögen, so soll allen Mitgliedern freie Krankenpflege gewahrt werden, was im Jahre 1905 voraussichtlich schon möglich sein wird. Es sind bereits fast alle Frauen des Dorfes Mitglieder, und, was mehr sagen will, sie wollen es bleiben. Daraus ist ersichtlich, daß diese Einrichtung auch anderswo Hoffnung auf ein dauerndes Bestehen haben wird.
Kinderarbeit auf dem Lande.
R. Berlin, 12. April.
Von den Vorarbeiten für den Gesetzentwurf über den Schutz der landwirtschaftlichen Kinderarbeit hat man seit geraumer Zeit nichts mehr gehört. Auf der anderen Seite aber wird eine verschärfte Ueberwachung der für die gewerbliche Kinderarbeit gesetzlich festgelegten Bestimmungen verlangt. Das Reichsamt des Innern ist ja zweifellos mit Arbeit überlastet, und die Zahl der durch dieses Reichsamt für die Ueberweisung an den Bundesrat neuerdings nahezu fertiggestellten Vorlagen nötigt Respekt ab. Zugegeben soll auch werden, daß bei der Eigenart und Vielgestaltigkeit des landwirtschaftlichen Betriebes in den verschiedenen Teilen Deutschlands die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs über den Schutz der Kinderarbeit besonders umständlich ist. Aber die soziale Fürsorge hat nicht bei den landwirtschaftlichen Arbeiten Halt zu machen. In diesem Sinne darf die Landwirtschaft unter keinen Umständen — um ein Wort des Grafen Posadowsky zu gebrauchen — „das natürliche Gegengewicht bilden gegen die steigende Nervosität in dem Verlangen nach Ausbau der Sozialreform."
Deutsches Reich.
Berlin, 12. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." dementiert die ftanzösische Blättermeldung, wonach der Kaiser in Lothringen ein neues Schloß nach eigenhändigen Zeichnungen erbauen zu lassen beabsichtige.
— Zur Erinnerung an das Jahr 1807, in dem die preußische Königsfamilie in Memel ihre Zuflucht nahm, soll in dieser östlichsten Stadt Preußens ein N a t i o n a l d e n k m a l errichtet werden, das man im Jahre 1907 zu enthüllen denkt. Der Ortsausschuß für Berlin und die Mark Brandenburg, der sich unter dem Ehrenvorsitz des Reichskanzlers zur Beschaffung der Mittel und zur würdigen Durchführung des Gedankens gebildet hat, trat gestern im Klub von Berlin zusammen, um einen Arbeitsausschuß für die Vorbereitung der zunächst zu erreichenden Ziele zu wählen. Der erste Vorsitzende dieses Arbeitsausschusses ist Minister Studt. Die übrigen Mitglieder des Ausschusses, zu dem auch unser zweiter Bürgermeister Dr. Reiche und der Charlottenburger Oberbürgermeister Schustehrus (beides geborene Ostpreußen) ge
hören, werden durch Kooptation gewählt und sollen dem* nächst zu tatkräftiger Initiative zusammentreten.
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Keer und Motte.
— Die Neugestaltung des MilitärreitwesenS. Durch die Blätter gehen Mitteilungen über eine Neuordnung des Militärreitwesens, wonach außxr dem Militär-Reit-Jn» stitut in Hannover noch andere Reitschulen geschaffen werden sollen. Von wohlunterrichteter Seite wird mitgeteilt, haft allerdings ein solcher Plan im Kriegsministerium besteht. Er hat jedoch in seinen Einzelheiten noch nicht die volle Aus- gestaltung erfahren und die Genehmigung des obersten; Kriegsherrn erhalten. Wahrscheinlich ist die Schaffung vom vier neuen Reitschulen, von denen jede einer der vier; bestehenden Kavallerie-Inspektionen zugewiesen werden würde. Als Garnisonort eines der neuen Institute wird Sölten in der Lüneburger Heide genannt. Im Allgemeinen geht matt bei der Aufstellung der zu schaffenden Reitschulen, deren Kosten im nächsten Militäretat enthalten sein sollen, von dem Gedanken aus, daß das Reitinstitut in Hannover als höhere Fachschule bestehen bleiben würde, während die anderen Reitschulen zur Ausbildung für jüngere Offiziere dienen sollen, die dann zum Teil später nach Hannover kommandiert werden können. Offenbar hat man sich die ©in* richtung in der sächsischen Armee zum Muster genommen, wo die jüngeren Offiziere zuerst das Neitinstitut in Dresden besuchen müssen. Erst später erfolgt das Kommando besonders geeigneter Offiziere zum Reit-Institut in Hannover, dem Offiziere aus der gesamten deutschen Armee, mit Ausnahme der bayrischen, zugeteilt werden.
l^iis Stadl Md Land.
Gießen, 13. April 1905.
** Personalien. S. K. 5). der Großherzig habe» den von dem Senior des Gesamthauses Solms, S. E. bemi Grafen zu Solms-Rödelheim auf die evangelische Pfarrstellv zu Ober-Ofleiden präsentierten Pfarrverwalter Laut Arheilgen für diese Stelle bestätigt. — Der Oberamtsrichterj bei dem Amtsgericht Osthofen, Hessel, wurde zum Land- gerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen; und der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Weiffenbach zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg ernannt. — Der Gerichtsassessop Schäfer aus Monsheim wurde §um Amtsrichter bei deut Amtsgericht Osthofen ernannt. — Ernannt wurde der Friedrich Becker in Höchst zum Gefangenwärter an dem Hast- lokal in Höchst. — Am 5 .April d. I. wurde der Gefangenaufseher an der Zellenstrafanstatt Butzbach Ehinger aus sein Nachsuchen seines Dienstes entlassen. — Mn 2. Martz dieses Jahres wurde der Lokomotivführer in der Hess-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Kiefer zu Darmstadt in den Ruhestand verseht und ihm das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen. — Den Bahnwärtern in der Hess.-Preuß. Eisenbabngemeinschaft PfeiL in Lengfeld, Ackermann in Ober-Ramstadt und Horni, .in Lengfeld wurde aus Anlatz ihres Ausscheidens aus dem! Staatseisenbahndienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit ber; Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
LU. Dem Universitäts-Hilfsfechtlehrer Karl Fehn ans Straßburg sind die Funktionen eines Universitäts-' Fechtlehrers an unserer Landes - Universität übertragen worden.
•• Die Jahresberichte des Gymnasiums uni des Realgymnasiums und der Realschule sind im Druck erschienen. Dem Bericht des Gymnasiums ist eine interessante Beilage, betitelt „Beiträge zur Geschichte des Großh. Gymnasiums zu Gießen für die Dreijahrhundertfeier am
Kleines Jeniklelon.
— Man schreibtuns ausFrankfurt: Die Dienstags- Vorstellung brachte uns wieder zweiErstaufführungen auf einmal, die beide einen schönen Erfolg zu verzeichnen haben. Der Einakter, „Das F e st des St. Matern", von Ernst Welisch, führte uns — gewissermaßen als Nachklang zu dem wohlgelungenen altstadtischen Fest im Römer — in eine süddeutsche Stadt im 16. Jahrhundert. Claus Ciriar, der als Jüngling „mit taufend Masten in den Ocean des Lebens" gesegelt und alle geistigen Größen seiner Zeit in den Schatten zu stellen hoffte, kehrt als wandernder Komödiant und Possenreißer „still in den Hafen" zurück. Er gaukelt der Menge vor, Tote wieder erwecken zu können, und es ist ergötzlich zu sehen, wie sich jeder sträubt, sie lebend wieder zu haben. So, wo er einen Totgeglaubten wieder auHeben lassen könnte, scheitert seine Kraft, nämlich der in Hoffen und Harren wahnsinnig gewordenen Tormarie, ihren „Helden" Claus Ciriar wiederzugeben — der ist und bleibt tot. — Herr Bolz bewährte sich* in der Rolle dieses pessimistischen, resignierten Komödianten wieder als ausgezeichneter Sprechkünstler, und Frl. B o ch als Tormarie führte ihre JHolle sehr wirkungsvoll durch. Die schöne, wohllautende Sprache des Stückchens gefiel sehr. Das dreiaknge Lustspiel „Die grobeLeiden- s ch a f t" von Raoul A u e r n h e i m er führte uns zurück zur Gegenwart. Eine schöne Frau, die malt und schriftstellert, findet ihren Mann höchst langweilig und fühlt eine „große Leidenschaft" für einen Maler und berüchtigten Nous. Um feine Frau zu kurieren, wendete der Gatte ein sehr wirksames Mittel an: Er lädt den Künstler ein, mehrere Wochen mit ihm auf dem Lande zu verbringen, in der richtigen Voraussicht, daß bei dem täglichen, ungehinderten Verkehr bald alles das schwindet, was seine Frau an' ihrem Verehrer geistvoll und fesselnd findet. Außerdem gelingt es ihm leicht, sie eifersüchtig auf ihre Nichte zu machen, und so findet sich das Ehepaar znni Schluß in der alten Liebe wieder, und dem gefährlichen Lebemanii führt eine wirkliche große Leidenschaft die Nichte als Brant in die Arme. Irl. Boch und Frl. Jrmen als' Tante und Nichte, die Herren Bauer und Bolz, ersterer der Ehemann, der zweite der Hausfreund, halfen dem flott und mit feinen Pointen geschriebenen Stück durch temperamentvolles und wohldurchdachtes Spiel zu einens vollen Siege. A. S.
Frankfurt a. M., 12. April. Die Senckenbergyche natur- forschende Gesellschaft erteilte ihren S o e m m e r in g p r e i s, ber zu Ehren des Frankfurter Naturforschers von Soemmering 1837 gegründet wurde und alle vier Jahre bcmjenig-en deutschen Naturforscher zu erkannt wird, der die Physiologie im weitesten Sinne des Wortes in dem verflossenen Zeitraum am meisten gefördert bat, diesmal Prof. Dr. G. Haberlandt m Graz,
für feine Arbeit „Heber die Sinnesorgane im Pflanzenreich zur Perzeption mechanischer Reizest .
Nidda, 12. April. Frau Marie Burk-Berger (Marie Vetzberger), unsere Landsmännin, die im vergangenen Jakw nach überraschend kurzer Bühnentätigkeit an die Dresdener Hofoper engagiert wurde, ist nunmehr, auf Grund dreier glänzend verlaufener Gastsviele, als hocht- dramatische Sängerin für das Hof- und Nation al- theater in München verpflichtet worden.
— Forfchun gsr eif e im Gebiet des Amazonenstroms Dr Th. Koch (ein Hesse von Geburt) schreibt der „F-Z" aus Sao Felippe Anfang Januar 1905: „Von meiner Reise in das Quellgebiet des Rio Caiarv-Uaupös, die fünf Monate in Anspruch nahm, bin ich am 1. Januar hierher zurückgekehrt. Am 4 August 1904 fuhr ich mit meinem Diener und einigen Indianern von Sao Felippe ab und verfolgte den Rio Uauves, der infolge seiner zahlreichen schlimmen Stromschnellen einer Befahrung die größten Schwierigkeiten entgegensetzt, zunächst bis zu seinem linken Nebenfluß Rio Cuduiary, der den Hauptsitz des großen, besonders burm seine Maskentänze interessanten Stammes der Kvbtzua, bildet. Bis z-um 9, Oktober hielt ich mich dort auf und setzte dann meme Reise Uaupös aufwärts fort. Oberhalb des gewaltigen Sturzes der Yuruparp-Cachoeira, der letzten Strom schnei le des Haupes, wo der tfluj mit ganz cmderem, weißem und fast totem Waner m unendlichen Windungen träge dahinfließt, trafen wir keine Indianer mehr Die Lebensmittel wurden knapp, die Fannha (Mandivka- MeliN nina schließlich ganz aus, mehrere meiner Leute wurden malaria?rank und nur mit Aufbietung aller Kräfte gelang es uns, Ä Kei mtfer Ziel, eine Baracke kolumbianischer Kautschuksucher ' zehn Tagereisen oberhalb Yuruparh-Eachoeua, zu er- reickien. Kurz oberhalb dieses Punktes traten wir die Rückreise an und gelangten nach einigen Tagen der Entbehping am 2 vember wieder am Rio Cuduiary an. Bu den Knbeua verlebte iw mehrere interessante unb Tur meine Studien wertvolle Wochen. Der freund'chaftliche Verkehr mit diesen unverdorbenen Natur- kindern ließ mich einen Hefen Einblick tun m ihre anlmlsttschen Anschaiiungen und ihren äußerst ausgebildeten Damonenglanben, bet fidHn ihren Maskentänzen illustriert. Ich lernte ihr ganzes Leben kennen und konnte eine genauere Grammatik ihrer Sprache mtfipirbnen die mit dem Tukano nur geringe V rwandtschast Sat 4 Ärta fuhr ich mit einigen Kob'-i den stark bevöst C~- ■ 1 fünf Tage aufwär's b--r den
; 'naus, während mein n in un-
krem ~ a i acr z r . :b. In dem Quellgebiet sand ich auf einem Hochplateau welle, nach Südwesten sich erstreckende Kamp
Flächen und unter ihrer Oberfläche riesige Labyrinthe von regelmäßigen Höhlungen. Am 12. Dezember trat ich die cmdgiltige Rückreise an und gelangte nach rasender Fahrt durch 'die wflden Stromschnellen des llaupes am 1. Januar 1905 wohlbehalten nach Sao Felippe. Der Rio Faiarp-Uanpös ist außerordentlich dicht bewohnt von Stämmen verschiedener Sprachen und Dialekte, die dank der gefahrvollen und beschwerlichen Wasserstraße in voller Ausübung ihrer alten Sitten und Gebräuche leben, sodaß die Ergebnisse dieser Reise alle Mühen und Anstrengungen reichlich lohnen. Abgesehen von den rein wissenschaftlichen Resultaten und mehreren hundert Photographien enthält meine Sammlung besonders Waffen, Tanz- und Hausgerät der Indianer, etwa 100 Tanzmaskenanzüge der Kobena und eine größere Anzahl L>tern- beile der oberen Stämme. Ende Januar gedenke ich ^abermals von hier aufzubrechen, um über das Quellgebiet des Rio ^Tigurs durch unbekannte Gebiete den Rio Papur^ und durch diesen bar Amazonenstrom zu erreichen. Im. Laufe des April hoffe ich in Manäos einzutreffen.
— Man schreibt uns: Aus Anlaß des Röntgenkongresses, der vom 29. April bis zum 3. Mai in Berlin, tagt, veranstaltet der Lehrkörper der Aschaffenburger ärztlichen' Röntgenkurfe Unterrichtskurse in Berlin. Diese finden zweimal, kurz vor dem Kongreß und kurz nach dem Kongreß statt, erstrecken sich über die physikalischen Grundlagen, das gesamte medizinische Anwendungsgebiet und sind mit praktischen Hebungen verbunden. Die Vorträge finden statt vom 26. bis 29. April und vom 4. bis 7. Mai abends von 5—8 Uhr. Die Hebungen erstrecken sich über Vormittagsstunden und finden in Gruppen statt. Der Lehrplan ist in beiden Kursen derselbe. Näbrere Auskunft erteilt der Leiter der Aschaffenburger Röntgenkurfe ^Medizinalrat Dr. Roth, kgl. Landgerichts- und Vezirksarzt, Aschaffenburg, oder Ingenieur Friedrich Dessauer, Aschaffenburg).
Stuttgart, 12. April. Als Vertreter des Königs begibt sich Generalmajor z. D. Dr. v. Pfister am 15. ds. Ms. n ä ch Amerika, um an dem Schillerfest der Stadt und der Universität E h i c a g.o teilzunehmeu. Der Generalmajor übergiebt dabei der Universität in Baltimore alsGeschenk beS Königs eine S ch i l l e r b ü st e.
— Weibliche Stadtbibliothekare. Im Dienste der Stadt Berlin sind feit Beginn des neuen Etatsjahres vier Damen als Bibliothekare beschäftigt. Den Anfang hatte unsere Kommune bereits im Vorjahre damit gemacht, auch ihrerseits weiblichen Kräften diesen neuen Beruf zu eröffnen. Es war Frl. Reicke, die Iachter des Königsberger Oberbibliothekärs Dr. Reicke, und Schwester des Berliner II. Bürgermeisters, die als erste Dame im städtischen Büchereiwesen Stellung sand. Jetzt hat sie iwch drei ^llegmuev erhalten.


