" Kleine Tagesch rontk. Da sich bet dem Braud- Angl ück auf Zeche „Borussia* bei Dortmund die bisherigen Ber g un gs arbeit en vom Luftschacht aus als undurchführbar erwiesen, wurden diese heute nachmittag von dem 100 Meter von dem Hauptschacht abliegenden Wetterschacht ausgenommen. Man zweifelt nicht mehr, daß die 39 eingeschlossenen Arbeiter bereits e r st i ck t find. Wie die Verwaltung der Zeche mitteüt, sind die Gerüchte grundlos, daß von den Rettungsmannschaften ein Steiger verunglückt sei und mehrere Mann vermißt würden. Die Rettungsmannschaften drangen bis aus 10 Meter an den Brandschacht vor, hinter dem sich die vermißten 39 Bergleute besinden. — In Kiel wurde an Bord des Linienschiffes „Weißenburg" der Matrose Stoiber wahrend einer Schießübung durch Ausschlagen des Puloergases und Patroncnhülsenstücke getötet. — In Delitzsch warf aus Verzweiflung über ein unheil bares Leiden der Schuhmacher Kalinowsky seine vier Kinder in den Fluß Lober und sprang selbst nach. Schulknaben retteten zwei Mädchen, der Arbeiter und zwei Knaben ertranken. — In Danzig sind T y p h u s-Erkrankungen cingetreten. Bis jetzt ist von sieben erkrankten Personen ein löjähriges Mädchen gestorben. — Bei einem Straßenkrawall an der unteren Westseite 9t e rv- Torks wurden mehrere Neger und Weiße tötlich verletzt. — In dem Kohlenbergwerk bei Wattstown in Glamorganfhire (England) fand eme Explosion statt. Man befürchtet, daß von 120 Bergleuten, die sich zurzeit in dem Bergwerk befanden, viele ums Leben gekommen sind.
Gustav Adolf-Stiftung.
Wie wir bereits mitteilten, fand die 61. Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav Adolf-Stiftung am 4. und 5. Juli zu Nieder-Jrrgelheim^ statt. Am Vorabend um 5 Uhr begann die nichtöffentliche Sitzung des Verwaltungsrates im großen Saal des Rathauses unter der Leitung des neugewählten Vorsitzenden, Herrn Lberkonsistorialrat Nebel. Aus den Beratungen teilen wir mit, daß der von dem Schriftführer, Herrn Professor Trümpert, vertretene Unterstützungsplan des Vorstandes für 1905 eingehend beraten und einstimmig angenommen wurde. Nach demselben sollen die zu Gebote stehenden 32 600 Mark in folgender Weise verteilt werden: 6000 Mk. werden dem Zentralvorstand zu freier Verwendung überwiesen, 2500 Mk. zur garantierten Schuldentilgung sieben hessischer Gemeinden verwendet, 18 145 Mk. für die 30 hessischen Diasporagemeinden, 5505 Mark für 93 auswärtige Gemeinden und 450 Mark als Beitrag zur allgemeinen Liebesgabe bestimmt. Für das Hubersche Legat (Zw.-V. Oppenheim- wurde Kvstheirn vorgeschlagen. Als Empfänger der Zweigvercinsfestkollekten für 1905 wurden Hochheim, Kostheim und Rockenberg, für 1906 Bürstadt, Frei-Weinheim und Affolterbach empfohlen.
Abends 8V2 Uhr fand in der schön geschmückten Turnhalle die öffentliche Versanimlung statt, die sehr stark besucht war. Herr Pfarrer Junker-Ober-Ramstadt hielt einen Vortrag über „Die Not unserer Brüder in der Diaspora" und Herr Pfarrer Zimmermann-Wixhausen über „Gustav Adolf-Arbeit im Orient".
Am 5. Juli sammelte der Iestgottesdienst eine stattliche Versammlung in der großen Kirche des Orts. Tie Festpredigt hielt Herr Psarrer Künkel-Fürth über Ofsbg. Joh. 3, 11: „Halle, was du hast, daß dir niemand deine Krone nehme." Nach einer warmen Begrüßung seitens des Vorsitzenden trug der Schriftführer des Hauptvereins. Herr Professor Trümpert, den Bericht übfcr das Vereinsjahr 1904 vor. Der Gesamtverein hat in seinen 46 Hauptvereinen mit 1957 Zweigvereinen, 641 Frauenvereinen und 7 studentischen Vereinen wieder 1 629 697 Mark aufgebracht und cm Legaten 281213 Mark erhalten.
Der Hessische Hauptverein hat im Jahre 1904 27 253,10 Mk. Beiträge aus seinen 30 Zweigvereinen und 731,95 Mk. von einigen hessischen Frauenvereinen erhalten. Tie Beiträge aus Starkenburg betrugen 10121,35 Mk., aus Oberhessen 8855,83 Mark, aus Rheinhessen 8275,92 Mk. Die Reformationskollekte für 1904 ergab 4973,80 Mk.: 1860,64 Mk. in Starkenburg, 2175,24 Mk. in Oberhessen, 937,92 Mk. in Rheinhessen. Die Frauenvereine nahmen 8649,55 Mk. ein. Davon gingen, wie oben gesagt wurde, 731,95 Mk. in die Kasse des Hauptvereins,
4267,45 ML in die hessische, 4382,10 Mk. in die auswärttge Diaspora. — An Legaten gingen 12 698,53 Mk. ein: 1348,50 Mark von Frau Joh. Kath. Höres in Heegheim, 100 03 Mk. von Älndreas Schütterer in Heimersheim und 11250 Mk. von dem im Juni 1904 im Darmstädter Wald ermordeten Architekten Döring usw. — Bei den Jahresfesten dec Zweigvereine gingen 1974,56 Mk. Kollekte ein: 577,79 Mk. in Starkenburg, 889,41 Mark in Oderhesseu, 507,36 Mk. in Rheinhessen. Von auswärts erhielten wir 5332 Mk. darunter 2000 Mark von dem Zentral- vorstand in Leipzig und 818,50 Mk. von unserem treuen Nachbarverein Frankfurt a. M.
Mit Festmahl unb' einer überaus stark besuchten Nach-Ver- sammlung, bei der es noch eine Reihe interessanter Vorttäge zu hören gab, schloß das sehr schön verlaufene Fest.
Herichtsjaal.
)( Gießen, 12. Juli. Die Strafkammer verurteilte gestern den zur Zeit in Staßfurt wohnhaften Kaufmann Richard Z. aus Schlitz wegen einfachen Bankcrotts zu 20 Mark Geldstrafe. Im Jahre 1902 hatte er mit einem Bleicher zu Schlitz einen Vertrag abgeschlossen, inhaltlich dessen sie sich zu einer offenen Handelsgesellschaft vereinigten, deren Ziel die Herstellung und der Vertrieb von Leinenwaren sein sollte. Es wurden große Geldsummen zur Anschafsu von Maschinen und Gerätschaften verwendet, die zum Ten später zu Schleuderpreisen verkauft werden mußten, da sie für den Bettieb nichts taugten. Z. lag die Buchführung ob, während sein Sozius den technischen Teil zu leiten hatte. Die Gesellschaft war offenbar den Anforderungen des großen Fabrikbettiebs nicht gewachsen. Es wurden sehr schlechte Geschäfte gemacht, sodaß schon im Jahr 1903 der Konkurs angemeldet werden mußte. Im Lause des Konkursverfahrens stellte es sich heraus, daß 'der Angeklagte die Eröffnungsbilanz nicht gezogen hatte. Die Buchführung wurde beanstandet und die Staatsanwaltschaft erhob auch Anklage wegen nicht ordnungsmäßiger Buchführung. Bezüglich des letzten Punktes mußte die Anklage fallen gelassen werden und es trat Freisprechung ein, nachdem von einem Sachverständigen die ordnungsmäßige Buchführung festgestellt worden war. — Zwei hiesige zwölfjährige Schüler, öldolf B. und August V., waren wegen schweren Diebstahls angeklagt. B. ist in die Werkstätte eines Weißbindermeisters eingestiegen, nachdem er wahrscheinlich vorher ein Fenster zertrümmert hatte, und hat einen Topf Farbe mit Pinsel entwendet. Später sind beide gemeinschaftlich in einen Garten, in dem sich ein Hasenstall befand, eingedrungen, in der unverkennbaren Absicht, sich einen billigen Braten zu holen. Der Stall wurde aufgebrochen und ein fetter Hase mitgenommen, den V. zubereitet seiner Mutter brachte, mit dem Bemerken, er habe ihn geschenkt bekommen. Das Gericht nahm an, daß beide die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besessen haben. Mit Rücksicht auf die Jugend und das sofort abgelegte Geständnis, erschien die mäßige Sttafe von zwei Tagen Gefängnis bezüglich des B., und ein Tag bezüglich des V. an- gezeigt. — Gegen den in Herbstein wohnhaften Arzt Dr. med. Julius B. hat die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung Anklage erhoben. Im verflossenen Jahre hieb sich der 16 jährige Zimmermann Schmidt aus Altenschlirf unvorsichtigerweise mit einer Axt in das obere Glied des linken Mittelfingers, sodaß der Knochen verletzt wurde. Er begab sich in die Behandlung des Dr. B., der ihm einen Jodoformverband anlegte und Kärbolumschläge verordnete. Nach den vorliegenden Rezepten verschrieb B. 4—5 pr 0 z. Karbol- wasser, das nach 'seinen Angaben mit gleicher Menge Wasser verdünnt werden sollte. Schmidt behauptet auf das bestimmteste, daß von einem Verdünnen niemals die Rede war, während B. das Gegenteil behauptete. Infolge der fortgesetzten Behandlung mit dem starken Karbolwasser trat eine Verbrennung der zwei oberen Fingerglieder ein. Nach 14 Tagen stellte der hinzugerufene Kreisarzt aus Lauterbach eine vollständige Zerstörung der beiden Fingerglie der fest, die nach Verlauf von weiteren drei Tagen amputiert werden mußten. B. hätte nicht nur die zerstörende Wirkung des Karbols kennen sondern auch nach der Anklage, die Anzeichen der beginnenden
Verbrennung sehen müssen. Im Gegensatz hierzu betuiwexen die vier Sachverständigen — zwei Universitätsprofessoren und zwei Kreisärzte — übereinstimmend, daß die Anzeichen einer Karbolverbrennung sehr schwer zu erkennen sind; wenn die Spuren einmal sichtbar sind, ist es zu spät und das betreffende Glied muß abgenommen to erben. Die Sachverständigen waren sich aber auch einig, daß bei sachgemäßer Behandlung der verletzte Finger erhalten geblieben wäre; jeder von ihnen hätte die Sache anders behandelt. Die Wirkung des Karbols auf die einzelnen Individuen ist auch 'sehr verschieden. Die moderne Wissenschaft ist von der Karbolbehandlung fast gänzlich abgekommen, während in den älteren Lehrbüchern, nach denen sich der Angeklagte richtete, ohne weiteres die Anwendung von 3—5 Proz. Kärbolwasser empfohlen wird. Daß der Angeklagte auch nicht mit großen Kenntnissen ausgerüstet ist, ergab die Verlesung eines Sttaftammerurteils, nach welchem er .vor 2 Jahren wegen eines groben Kunstfehlers gelegentlich der GeburtsHilfeleistung, zu 300 Mark Geldstrafe und 80 Mark Buße verurteilt worden ist. Das Gericht kam zur Freisprechung in der Annahme, daß B. die verhängnisvolle Wirkung des Karbols nicht gekannt habe. Diese Unkenntnis kann ihm aber nicht als Schuld angerechnet werden, wenn er auch verpflichtet gewesen wäre, sich auf der Höhe der Wissenschaft zu halten. —; Zum Schlüsse wurde ein Urteil des hiesigen Schöffengerichts aufgehoben. Der Sprachlehrer Henri H. de la B hatte gegen die Frau des Zugführers G. hier Beleidigungs- llage angestrengt, weil sie in Bezug auf seine Familie die Aeußer- ung getan hätte: Sie haben alles so fest verschlossen, maul meint, es ist eine Falschmünzerbande. In der Annahme, die vergleichsweise vorgebrachte Aeußerung, die eine beleidigende Msicht nicht enthielt, sei straflos, kam das Schöffengericht zur Freisprechung. Auf die Anfechtung des Urteils seitens des Klägers, kam das Berufungsgericht zur Verurteilung der Frau G. In dem angeführten Vergleich ist eine Mißachtung der Familie des Privatklägers zu erblicken; die unbedachte Aeußerung sei aber mit einer Geld st rase von 10 Mark gesühnt.
Frankfurt a. M.,
37e0/0 Reichtianleibe . . 101.30 3i/o do. ... 90.25 3‘/,% Konsole .... 101.20 30/0 do 90.25 372% Hessen .... 100.50 3'/,% Oberhessen . . . 99.30 4% Oesterr. Goldrente . . —.— 4v!6% Oesterr. bilberrente . 101.50 4% Ungar. Goldrente . . 98.65 4°/l. Italien. Rente . . . 106.75 4% Portugieser I , . . 66.95 3°/ Portugiesen. III . . 67.35 1% Unif. Türken . . . 88.05 Türkenlose......135.20
4% Grieoh. Monopol.-Anl. 53.25
47a% äussere Argentiner 44.20
Tendenz
11. Juli Offizielle Schlusskurse.
3°/0 Mexikaner .... 67.8b 472Vu Chinesen .... 96.60 Electric. Öchuckert . . . 133 60 Nordd. Lloyd . . . . 122.50
Kreditaktien .... 207.90 Diskonto-Kommandit. . . 189.50 Darmstädter Bank . . . 143.40 Dresdener Bank .... 156 00 Berliner Handelsges . . 169 60 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Lombarden 18.40 Gotthardbahn .... 186.50 Laurahütte .... 261.00 Bochum 246.30 Harpener . .... 212.70 Staatschatzscheine . . . 100.50 : ruhig.
uswerkauf!
Wegen Verlegung meines Geschäftes von Neustadt 19 nach Marktplatz 11 verkaufe ich sämtliche Waren bestehend in
Kren-, Sold- und Silberwaren
zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 2962
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