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Eieber. — Atif der Ansiedelung DeutsH-Walde bei Hohen - ; a (Posen) roor der Ansiedler Bertling mit seinem Sckwreger- : Menger in Streit geraten. Menger ergriff einen Revolver tntb feuerte zwei Schüsse auf seinen Schwiegersohn ab, die ihn schwer verletzten. Als Bertling flüchtete, wurde er trotf) von Hucm dritten Sckuß getroffen. Darauf richtete Menger die ' -ffe gegen sich selbst und jagte sich eme Kugel in den Kops, vie seinen sofortigen Tod herbciführte. Bertlmg ist schwer verletzt. — Bei der Eisenbahn-Verwaltung zu Glogau toerben Untersuchungen über Veruntreuung cilvo n B a y n- m aterial vorgenoinmeti. Es ist sestgestcllt, daß d^r Breslauer Mtwarenlyöndlcr Tricdeberg auck in Glogau sein Unweien qe- irieben und sich dort große Posten Bahnmaterial zu verschallen qewußt hat. Eine ganze Anzahl Waggons, die mit,Eaientmlcn beladen waren, ist veruntreut worden Gegen den Mitschuldigen Matcrialienverwalter schwebt ein Diszivlinarverrahren. — <,verit- leutnant v. E b e r st e i n , Regimerrtsadjutant des ^Zianterre-Regt- ments Hamburg Mr. 76>, stürzte beim Endkampf der Du- bertusjagd in der Nahe von Gro" so unglualich mit
dem Pferde, daß sich dasselbe mchrinels über ihn^walzte. ^>er Zustand des Verunglückten ist besoranis rregeud. ^nfo.ge dieie. Unsalles fiel das nach der Hubery'swgd geplante Rennen aus. — In Pcrigneux lFronkr entfloh bei der ^orftellung ,,^re Reise um die Welt in 80 Tagen" ein milwrrkender Elephant und drang in ein gegenüberliegendes Kaffeehaus, wo er grosten Schaden anrichtetc. Unter den Gästen entstand eine u-pnu- Der Wärter konnte das Tier festnehmen. — Der t. Galmiar /J-rankr.) fulw ein in stärkstem Tempo dalunsausendes Automobil bei einer Wegbiegung in eine Schwemehcerde Viele Schweine wurden getötet, die Insassen des Automobils sämtlich verletzt.
Kcrichtslaat.
(d) Mainz, 10. Nov. Der 46 jährige Schneider Ludwig Rugier aus Lauf in Davern hat 29^ Jahre bis jetzt im Gefängnis und Zuchthaus zugebracht und trotzdem kann er das Steblen nickt lassen. Als er int Mai eine zehnfähnge Zuchthausstrafe verbüßt hatte, verlegte er sich sofort waeder auf das Stehlen In eleganter Toilette suchte er besonders die Jnwclrer- läden auf. In München stahl er am 24. Mai in einem Ju- welicrladen. in dem er sich als Amtsrichter aus Würzburg ausgab und sich Waren vorlegen liest, eine goldene Uhrkette, die ihm der Ladeninhaber aber kurze Zeit darauf, als er das G? schäft schon verlassen hatte, wieder abnahm. Am 30. Juni kam der Angeklagte nach Mainz, wo er ein Juweliergeschäft auf der Lndwiasraste aufsuckte und eine goldene Uhrkette int Werte von 170 Mark vcrsckrwinden liest. Einige Minuten später verkaufte der Dieb die Kickte in einem Geschäft auf der Gaugasse für 30 Mark. Am gleichen Tage begab sich der Angeklagte nack Wiesbaden, auch dort suchte er einen Juwelierladen auf und stahl eine Ubrkette im Werte von 100 Mark. Nachdem sich der Angeklagte zurück nach Mainz begeben, erfolgte sctne Verhaftung. Dao Gericht verurteilte den Llngeklagten wegen dieser drei Diebstähle zu 12 Jahren Zuchthaus und die Mlicken Ncbcnstrafen.
Wiesbaden, 9. Nov. Die Verhandlungen aegen den 51 jähr. Arzt .Hellwig aus Dotzheim wegen Sittlichkeitsverbrechens. begangen an 5 Mädchen untcer 14 Jahren, endete mit Freisprechung. .
Koblenz, 9. Nov. Das Kriegsgericht der 15. Division verurteilte die Musketiere Nettersheim und Sturm wegen Teilnahme an militärischem Aufruhr. Nettersheim erhielt 6 Jahre 1 Woche Gefängnis. Sturm 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Die Angeklagten hatten sich im September des Vorjahres in Zivillleidrrn aus ihrem Quartier entfernt, durch ein Fenster einer Wirtschaft, in dem sich ein Unteroffizier befand, einen Steinkrug geworden und mit einem Stück Holz nach ■bem Unteroffizier geschlagen. Die Angeklagten befanden sich
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Märkte.
Gießen, 11. Nov. Marktbericht. Aul heutigem Wochenmarkt, kosteten: Butter pr. Psd. 1.05—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 Pfg.
seit elf Monaten in angerechnet wurden.
Börsen-Wochcnbcricht.
von Baruch Straust, vorrn. I. Kurz u. Co., Giesten, Vaukgeschäft.
Das Geschäft stand vollständig unter dem Eindruck der russischen Zustände und der grauenerregenden Vorgänge in einer Anwhl russischer Städte. Diese Tatsachen im Verein mit den grasten Geldsckwierigkeiten der Spekulation lasten wie ein Druck "uf allen Märkten und ihnen gegenüber vermögen die günstigsten Berichte keinen Einfluß aus.zuüben. Gerade in einer solchen Situation zeigt sich so recht das Nachteilige des Börsengesetzes, indem den Kursen nicht der kleinste Halt entgegengesetzt werden feun und Gebiete getroffen werden, die mit den eigentlichen Ursachen des Rückganges nickt das geringste gemein haben.
Montan- -und Hüttenwerte hatten hierunter am meisten zu leiden und mnstten trotz der besten Ansicht über unsere Industrie prozentweise nachgeben.
Von Renten hielten sich Japaner am besten, während alle einheimischen wie ausländischen Werte nach unten tendierten.
Schiffahrtswerte weichend auf niedrigere Dividendentaxationen und im Einklang mit der Gesamttenoenz.
Banken zwar niedriger, doch relativ behauptet in der Annahme, daß das teuere Geld schließlich doch dem konzentrierten Großkapital zugute kommen müsse.
So beschliestt man die Woche in dcr größten Zurückhaltung, aus der man erst treten sollte, wenn die russischen Verhältnisse geklärt sind und über die Welt- und Geldlage bessere Nachrichten vorliegen.
Sport.
0 Fußball. Morgen nachmittag 3 Uhr findet auf dem Trieb ein interessantes Wettspiel statt. Es stehen sich der Fußballklub Wetzlar und der Gießener Ballspielklub 1904 einander gegenüber.
Arbeiterbewegung.
Greiz, 10. Nov. Ter Verband der sachsisch-tbur. Webereien und die Konvention der sächsisch-thürmgischen Färbereien und A p v r e t u r a n sta l t e n beschlossen, mit Rücksicht darauf, daß in den Verbandswebereien nicht genügend Arbeitswillige sich eingefunden haben und auch in den Färbereibetrieben die Arbeiter teilweise ausständig geworden und, die erneute Schließung aller Webereien d-s ->er- b ndes und aller Färbereien und Apvreturanstalten der Konvention für den 11. November. Im Anschluß daran wird bekannt gemacht, daß allen Webern und Weberinnen, die bis zum 9. November die Arbeit ausgenommen hatten und keme anderweitige Streik- oder Aussperrnngsunterstützung erhalten, vom 13. November ab für die ganze Tauer der Schließung der Betriebe eine wöchentliche Entschädigung gewährt wird, die für verheiratete Weber und Weberinnen etwa 12, für unverheiratete etwa 9 Mark betragen und jedenfalls höher sein wird, als die Entschädigungen, welche die organisierten Arbeiter von den Gewerkschaften erhalten.
Dortmund, 10. Nov. Wie die „Wests. Allg. Ztg." au§ best informierter Quelle erfahren haben will, habe dieser Tage eine Sitzung der Führer der Dergarbeiterver^bände statt- gefunden, in der die Eventualität eines neuen Streiks erörtert wurde. Angeblich sei bereits ein Termin für den Aus- bruck des Ausstandes in Aussicht genommen.
Leipzig, 10. Nov. Die im Tertilorbeiterverban.de organisierten seit 6 Wochen ausständigen Posamentiere nahmen angesichts der ungünstigen Streiklage ir5 Anerbie- ten der Arbeitgeber an und verzichteten auf weiteres.
Rotterdam, 10. Nov. Eine heute in der Angelegenheit des A u s st a n d e s der Getreidewäger und Messer hier abgehciltene Konferenz, bei welcher der Ausschuß der Getreidebörse, Kaufleute, die Ausständigen und die Direktion der Getreideelevatoren- gesellschaft vertretm waren, verlief resultatlos.
Unt^dnm^ft ine «uf Strafe
Limen pr. Liter 32 Pfg., Tanbenvr. Paar0,60 - 0,90Mk., Snhner pr.St 1,00—1,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,80—1.80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pck. 65—70 Pfg., Ocksensteisck pr. Md. 72—82 Psg., Kuh-und Rindfleisch pr. Mund 70—72 Psg., Schweine, fleisch pr. Pstmd 80—90 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Mund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Mund 50—76 Psg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,00—5,50 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 5,00—6.00 Mk., Milch per Liter 20 Psg.. Aeps-I ' ver Pfund 10 bis 25 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 30-40 Psg., Birnen per Zentner 8 bis 10 Mk. Weißkraut 07.0—0.10 Mk. Marktzeik 8—2 Uhr.
fc. Frauksurt a. M., 10. Nor». veil- u n b Strohmarkt. Man notierte: Heu Mk. 3.70 bis Mk. 4.00, Stroh Mk. 2.60 bis Mk. 2 80, ?(0e-? ver 50 Kilo. Tendenz- fc»t.
Eingesandt.
(Für den Inhalt der nutet c.« . - Nubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdakt^-' bAri ^--blikum gegmüber keinerlei
Verantwortung, i
Vor nickt langer Zeit hat ein Einsender an dieser Stelle die späte Anfangstunde unserer Theatervorstellungen bemängelt und an die Direktion die Ditte um Llbhilfe gerichtet. Es mag nickt leicht sein, dabei allen Wünschen gerecht zu werden. Erstaunt waren aber mit mir viele Eltern, als man vor kurzem las, daß zu einer dieser späten Llbendvorstellungen, der gestern aufgefüh-rtcn „M a r i a S t u a r t", Schülcrbilletts zu ermäßigten Preisen angeboten wurden. Es ist uns unbegreiflich, warum die Direktion nicht eine Wiederholung deZ Schiller'schen Dramas in einer Nachmittagsvorstellung lFremdcnvorstellung?) in Aussicht genommen hat, für die ihr bei rechtzeitiger Benachrichtigung der Sckulcn und unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß diese Vorstellung genau so vorbereitet und ausgeführt worden wäre, wie die Abendvorstellung, ein volles Haus sicher gewesen wäre, auch roenn sie nicht den geringen Preis der Dolksvorstellungen gefordert hätte. Statt dessen hat man viele unvernünftige Eltern -der Einsender war nicht darunter) verleitet, halberwachsene Kinder von 14 Jahren bis in die Nacht hinein — man weiß ja, rote, lange unsere Vorstellungen dauern und dauern müssen unter den jetzigen Verhältnissen — im heißen Theater sitzen zu lassen. Und die Schule — wenigstens von einer wissen wir es bestimmt — hat dazu Ja und Amen gesagt, statt, wie es ihre Pflicht ge- wesen wäre, abzurateu. Das bedarf keines Kommentars. Die verehrliche Theater-Direktion aber bitten wir, Stücke wie ,.M aria'Stu art", „Wilhelm Tell" und andere künftig in besonderen Aufführungen unserer Jugend zugäng- lich zu machen, der solche Genüsse wahrlich zu gönnen sind. Geht's aber wirklich nickt, was wir übrigens nickt zu glauben vermögen, fo setze man wenigstens den -lnfaug der betreffenden Abendvorstellung auf 7 Uhr an, damit die Kinder um 11 Uhr zu Bette liegen können. Das ist immer noch etwa zwei Stunden später, als sie normaler Weise hineingcschich werden.
Ob klein, ob gross,
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