Ausgabe 
11.11.1905 Zweites Blatt
 
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155. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 266

General-Anzeiger. Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Gütergeschosse,

2

und Wahl eines Schiedsrichters nebst Stellvertreters

die

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Teilnahme an du

gegen findet

ErfchetM tlgllä) mit Au'nahme de» Sonntags.

Die ..«Itftener ZamlllenbtStter- werden dem bÄn^eiger o>ennal roodjenilid) deigeleat. Ter tunöwUt" erschemt nwnathd) einmal.

................y_ ...... akzeptieren würde, beim die Kolo- ttialvenuadung soll bekanntlich -um Staatssckre- lariat ausgestaltct werden, und es bedarf selbstverständ­lich auch für einen routinierten Parlamentarier erst der Einarbeitung, etwa als Dezernent, in die Verwaltungs- technik eines so umfanare'chcn Ressorts. lieber den tief in die Reichsfincmzen einschneidenden Kolonialetat kann andererseits nicht ohne Mitwirkung eines verantwortlichen Ressortchess im Reichstag verhandelt werden. Sollte also Tr. Ctübel in der Tat nod) in diesem Jahre zurückzutreten

wert wäre aber auf die Heranziehung von Vertretern der großen Erwerbs- und Wirtschaftsgrnp- ven zu legen. Zwar sind Handel und Industrie jetzt schon unter den'ernannten Mitgliedern vertreten, aber das geschah doch nur zufällig, und einer weniger liberalen R"gierung könnte es leicht einfallen, nur Beamte dem Landesherrn in Vorschlag zu bringen. Für diese Vertretung möchten wir eine Dreiteilung nach den drei Provinzen in Vorschlag bringen. Danach wären in d:e erste Kammer je drei Vertreter von Handel und I n d u st r i e, vom G e w e r b e, der Land­wirtschaft und der A r b e i t e r s ch a f t zu entsenden. Für die drei ersten Berufsgri'p'een sind die geseßlchen Wablkorper schon vorhanden in den Handelskammern, der Hand- w e r k s k a m m e r und dem Landesgewerbeverein, sowie der neuen Landwirts chafts kämme r. Auch für die Arbeiterschaft werden ja in absehbarer Zeit berufs- ständigc Vertretungen geschaffen werden. Mit einer solchen Reform würden wohl alle Kreise zufrieden sein können, nicht zuletzt die jetzigen Mitglieder der ersten Kammer selbst, ihre Existenz würde damit gesicherter und ihre (Snlfdjetb- ungen wertvoller, wenn sie von Männern mitgefaßt würden, die mitten in den wirtschaftlich)«:« Kümpfen und Arbeiten der Gegenwart fielen. Auch die berufsständigen Vertret- ungen würden dann ihren Zweck viel besser erfüllen können, denn sie würden nicht mehr nur , gehört" werden bei allen ge etzlichen Fragen, die sie betreffen, sondern sie wurden mittelbar Mitwirken an der Gesetzgebung selbst und nicht '.um 'Ergaben Londes.

daselbü statt:

Mittwoch, den 29. November 1905, vormittags 9 bis 10 Uhr, ich die Beteiligten mit dem Anfügen einlade, daß

11. November M

CaieM

1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, die Bonitierungskarten, aus denen auch die Bewertung der Grenzzuschnilte auS den Gemarkungen Geiß-Nidda, Bad Salchausen und Ober-Widdersheim ersichtlich ist, soivie das Protokollbuch

zur Einsicht der Beteiligten offen.

Tagsahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier-

jlolilische Tagesschau.

Ter fehlende Maun.

Tie Regierung fd)eint nm einen Nachfolger des Kolonialdirektors Tr. S t ü b e l in Verlegen-

Samstag 11. November 1905

Rotationsdruck imb Verlag der Brübl'Icben Umuerfuätsöruderet 5L Lange, Dietzen.

Redaktion, Dxoeduion u. Druckerei: Schutstr.U,

Lei. 9lu 61. Letegr.-Adr.r Aazeiü« Diepen,

; frei, Antritt irr. Abel, Giündaq.r^

Aus Stadt uni <ank

Gießen, 11. Vlovember 1905.

* Akade mische 93 o r träge. Von den fünf ange kündigten wird dec erste am Dienstag, dem 14. 91 o

Kcliannlmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Borsdors.

In der Zeit vom 1b. bis einschließlich 28. November 1905, täglich vormittags von 812 und nachmittags von 1 bis » Uhr, liegen im Saale der Gastwirtschaft Bernshausen zu Borsdorf die Arbeiten des II. Abschnittes obiger Feld­bereinigung, nämlich:

2 Bande BesitzslandSverzeichnisse,

wozu

Nichlerschkinenden mit Einwendungen aiisgeschlosien sind.

Die Einwendungen sind schriftlich abzusassen und

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beit zu sein. Wie man derTisch. Taaeszlg." schreibt, lehnen die ins Auge gefotzten Persönlichkeiten das 2Tmt ab. Auf der Liste stebt auch der SDg. Prof. Tr. Paasche (natL). Aber er befindet sich noch in Ostafrika und es ist wohl ' auch zwcifellwft, ob er die Berufung an eine so verantwortliche Stelle c

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beabsichtigen, dann wird der Staatssekretär des Auswürtigen Amtes, dem die Kolo:.ialabteilung zunächst unterstellt bleibt, id) dieser Oblieaenbeit unterzieh-en müssen, sofern nicht Fürst Bülow selbst die Vertretung auf sich nimmt.

Politische Reflexe.

Die Türkei befindet sich wieder einmal in Bedrängnis. Wegen ihres foi-tgesetzten Widerstandes gegen die mace- donische Finanzkontrolle droht ihr bekanntlich eine internationale F l o t t e n d e m o n stra t i o n, und gleich- zeitig verschärfen sich ihre Differenzen mit Bul­garien zusehends. Daran ist.letzteres gewiß nicht schuldlos, es wird die Zeit der Unruhen/ die über Ost- und Südost- Europa hereingebrochen ist, in seinem Interesse nutzen wollen Es muß immer beachtet weiden, daß Fürst Ferdinand über den Durchschnitt der Balkan-Potentaten hinausragt. Er ist staatsmännisch veranlagt alS unverrückbares Ziel gilt ihm bekanntlich die Königskrone und an innerer Kraft steht sein Land heute wohl obenan auf dem Balkan, wenn man von Rumänien absieht. Die Zeit ist vielleicht nicht mehr fern, in der Bulgarien sich der Oberhoheit des Sultans ent­windet. In der jetzigen Adreßdebalte erklärte ja der Minister des Innern, Petkoiv, ganz offen, daß Bulgarien ein starkes, kriegsbereites Heer haben muffe, weil eS den Ereig- nisien in Macedonien nicht lange mit verschränkten Armen werde zusehen können. Und weiter sagte er, angesichts der Lage Bulgariens werde dieses schlagfertige Heer auch nach Lösung der macedontschen Frage seine Rolle nicht auSgespielt haben. Bulgarien müße Preußen nachahmen. DaS ist deutlich gesprochen. QJlan will also zunächst die Hand auf Macedonien legen und es dann auf einen Konflikt mit der Pforte ankommen lasien. Daher wohl auch die jüngste Rund­reise des Königs der Hellenen bei den Großmächten. Griechenland reflektiert selbst auf Macedonien, mag sich aber Bulgarien gegenuoer nicht stark genug fühlen und lenkt deS- halb die Aufmerksamkeit der Großmächte auf die hochfliegenden Pläne des Balkanstaates. Die Ansätze zu einer politischen Umwälzung im nahen Orient sind nach alledem unverkennbar. Es zeigen sich hierin die Reflexe der>ruff. Revolution und der Erschütterung des öflerreichisch-ungatischen Staatsgebäudes.

Tie große politische Rede Lord Balfour?

(ogl. unsere gestrigen Telegramme) wird von der Berliner Presse im allgemeinen günstig beurteilt, ohne daß man sicy der Erwartung hingibt, sie werde eine gründliche Besse­rung der deutsch-englischen Beziehungen zur Folge haben. Dialektisch ist die Rede unleugbar ein Meister­stück, aber sie hat einen Fehler: Balfour prophezeit einen langen Frieden. Der Staatsmann soll am wenigsten prophezeien, und zumal Lord Balfour weiß durchaus nicht, wie lange er die Regierung noch führen wird. Tann hat er eben vorbeiprophezeit. Deutschland hält also auch nach dieser FnedenSrede am besten sein Pulver trocken und an der Politikgedämpften VertrauenEngland gegenüber rcl't. '___________

Di-tianntmachung.

ES wird hiermit zur öflentkichen Kenntnis gebracht, daß ne nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über sie Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eine? Aus- IchlageS von Fünf vom Hundert, pro Monat Oktober 1905 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen:

Hafer Mk. 17.70, Heu Mk. 7.10, Stroh Mk. 4.75.

Gießen, den 7. 9looember 1905.

Gro'h r -t Gießen.

Tr Breidert

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vermochte».

Wie der Kronprinz zur eisernen Hochzeit geladen rourb e. Eine Einladung zur eisernen Hochzeit bat dieser Tage der Kronprinz von dem 93jährigen Hof­tischlermeister Fritz Ferse auf der Straße in Potsdam erhalten. Wegen seiner noch immer sehr großen Rüstigkeit wird der alte Ferseder junge Herr* genannt. So ist et auch dem Kaiser und allen Prinzen, die im 1. Garde-Regi­ment zu Fuß gedient haben, bekannt. Ferse wohnt schon seit etwa fünfzig Jahren in seinem eigenen Hause in der Breiten­straße dicht bei der Kaserne des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Als der Kronprinz den alten Ferse, der am 8. Mai nächsten Jahres mit seiner gleichfalls noch rüstigen Gattin seine eiserne Hochzeit zu feiern gedenkt, dieser Tage auf der Straße traf, fragte er ihn: ,Na, junger Herr, wann haben Sie denn Ihre eiserne Hochzeit? Ich möchte Ihnen schon vorher gratulieren, falls ich nicht mehr hier bin/ Ferse zog seinen Hut und entgegnete trocken: ,DaS laffen Sie man lieber sind, Sie kriegen Einladung dazu*, worauf der Kronprinz mit den Worten: .Wir wollen mal sehen, ob ich komme» kam/, lachend seiner Wege ging.

* Triest, 9. Nov. Etn trauriger Vorfall hat die ganje Stadt in Aufregung versetzt. Heinrich Greeham, ein Be­amter der St. Markus-Werst, hatte vor etwa fünf Jahren die damals kaum 14jährige Pia Jrmler gehei­ratet. Zwischen den Ehegatten traten Zerwürfnisse ein und sie leiteten die Schri te zur Ehescheidung ein. Ter Gatte erhielt von der Frau das Zugeständnis, bis zunt Austrag der Scheidungsklage die beiden Kinder, Marie (zwei­einhalb Jahre alt) und Henriette (viereinhalb Jahre alt) dann und wann zu sehen. ©amStaß nahm er die Kinder mit sich in die Wohnung, bie er mit seiner Frau innegehabt hatte. Ta er bis spät abends nicht mehr gesehen wurde, begab sich ein Beiter von ihm in jenes Haus, ließ die versperrte Wohnung öffnen und sand in einem Zimmer den jungen Mann aus dem Bette mit seinen Kindern. In einer Hand hielt er einen Revolver. Ter Vater und das jüngere Kind waren bereits tot, während die kleine Hen- nette noch röchelte. Das Kind wurde ins Spital gebracht, wo ihm heute die vom Vater hinterrücks in den Kopf ge­schossene Kugel herausgezogen wurde. Tas Kind schwebt aber noch immer in Lebensgefahr.

Kleine Tageschronik. In Berlin vergiftete der 42 Jahre alte Heilgehilfe Karl Bick aus Grain über den Tod i in er Frau vier seiner fünf Kinder und sich selbst. Dick und d.^s jüngste Kiiw sind tot, die anderen liegen in der Charitee

lN/z in der Sündanlage wird folgende? Programm auf- weilen: 1. Ouvertüre zur Oper Norma von Bellini;

2. Valse bleue von Margis; 3. Finale au§ der Oper Aido von Verdi; 4. Armcemarsch 206 von Trenklcr.

Unsere RegtS. Musik konzertirt Sonntag Nach- mittag im Philos opbenwald von 4 Uhr ab.

* Die Verpackung de r Zigarrenpakete, namentlich solcher mit weniger wertvollem Inhalte, läßt nach den aemachten Erfahrungen häufig viel zu wünschen übrig. Oft findet als emsige Verpackung der nur and dünnen Brettchen gefertigten Kisten mäßig starkes Packpapier An­wendung, das naturgemäß selbst schwachen Stößen oder ge­ringem Drucke nicht Widerstand zu leisten vermag. Auch wird von den Absendern versäumt, die durch Eintrocknen kleiner gewordenen Zigarren in den Kisten gehörig festzu­legen. Die Zigarren gleiten insolgedeffen hin und her, platzen an den Köpfen und gelangen so trotz unversehrt ge­bliebener Verpackung beschädigt an den BestmmmngSort. Um den hieraus erwachsenen Nachteilen zu begegnen, sollen die Postanstalten mit Nachdruck darauf hinwirken, daß die Ver­packung der mit der Post zu befördernden Zigarrenpakete folgenden Anforderungen entspreche: Die Zigarren sind zu­nächst in der Weise festzulegen, daß zwischen deren Köpfe und die Holzwand der Kiste sowie unter den Verschlußdeckel, je ein Täfelchen federnder Wellpappe geschoben wird. Die einzelnen Kisten sind dann unter Berücksichtigung ihrer Größe zusammenzustellen, da? ganze ist fest zu umschnüren und mehriach in starke Pappe einzuschlagen. Außerdem sind an alle Kanten zum Schutze der Sendung gegen Druck oder Stoß feste, eckige Holzleisten anzulegen.

sd. Frankfurt a. M. 10. November. Hier hat sich ein Verein Trinkerheil st ätte Burgb er g-Bi eber gebildet. Er ist auS dem Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke hervorgegangen, und verfügt über ein Kapital von 19,000 M. und wird wahrscheinlich in Kürze kostenlos ein Gebäude für seine Zwecke erhalten. Der Ver­ein plant die Erweiterung der Heilstätte in Burgberg. Der in Aussicht genommene Anbau kostet 60 000 Mk. die man durch freiwillige Spenden auszubringen hofft. Znm Vor­sitzenden wurde Korvettenkapitän a. D. Reche in Frankfurt gewählt.

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begründen.

Büdingen, den 9. November 1905.

Ter Grostberro'! ii r ii'i 'i iigskommissär: Schnittspahn, KreiSamtmann.

~g»On bet ersten ycsMrn Kammer.

Tie erste Kammer des Großherzoglums führt im all- gemeinen ein recht stilles Dasein, und die Arbeit, bie Jie zu leisten hat, wird in ungefähr sechs bis acht Lagen jede Jahr glatt erledigt. In diesem Jahre war's anders. Durch bie Vereitelung des Wahlgesetzes und der Ge­meindesteuerreform trat die erste Kammer nicht mitein mehr in die politische Diskussion, sondern es wurden mud) Stimmen laut, die ihre Reform, ja ilyre völlige Ab­schaffung forderten. Aber bie Sozialdemokraten, die mit ihrem Antrag auf Aufhebung der ersten Kammer jetzt bei der Wahlagitation hausieren und ihn im nächsten Landtag wohl wieder einbringen werden, glauben wohl selbst nicht an dessen Annahme. Anders steht es mit der in den tveitesten Kreisen der Bevölkerung populären Forderung einer zeitgemäßen Reform des feudalen hessischen Herren-- l>auses, das an Popularität, Arbeitsfähigkeit und sozialer Ivie politischer Bedeutung wohl gewinnen könnte. Zurzeit find zum Eintritt in die erste Kammer berechtigt die Prinzen des Großherzoglichen Hauses, die Häupter der 16 standes- cherrlichen Familien, der Senior der freiherrlichen Familie Miedesel, zwei gewählte Vertreter des grundbesitzenden Adels, der Kanzler der Landesuniversität, der eüangeli)d) Pralat, her Bischof von Mainz und 12 vom Großherzog auf Lebens­zeit ernannte ausgezeichnete Staatsbürger. Prinzen de.' Hauses Hessen-Darmstadt sind zurzeit bekanntlich nicht vor­handen, die Zahl der ernannten Mitglieder beträgt in der Regel nur 9 (zurzeit 8) und von ihnen pflegt der grund- besitzende Adel noch das eine oder andere Mitglied zu stellen, sodaß gegenwärtig von den 30 Mitgliedern der Kammer genau zwei Drittel dem Grundadel angehören Daß eine solche Zusammensetzung des Herrenhauses den Zeitverhalt- missen nicht entspridst, davon ist, außer den Mitgliedern der ersten Kammer selbst, in Hessen wohl jedermann überzeugt. Noch schlimmer wird das Verhältnis, wenn man bedenkt, daß die meisten der Standesherren noch anderen deutschen Herrenhäusern cmgehören und zum Teil ü b e r h a u p t f a st nie im Lande wohnen. Dem preußischen Herrenhaus gehören sieben an, dem badischen und bayerischen je einer, und einer ist sogar geborener Gesetzgeber in drei Landern: Hessen, Baden und Bayern. So ist es zu erklären, daß der Einfluß eines Mitgliedes in dem Hause überwiegend werden tonnte und Freiherr von Heyl in der Lage ist, die ganze hessische Landespolitik in seinem Sinne zwar nicht zu lenken, aber ftiHflehen lassen zu können. Seine ge- Ifäfjrlidje liebermacht wächst zusehends, und cs ist äußerst bedauerlich, daß jetzt sogar dieNeuen hessischen V o l ks b l ä t t er" in Darmstadt, die sich einst freisinnig nannten, ganz und gar dem Banne der Heylschen Reak- ttion verfallen scheinen. .

Tie Regierung selber hat die Reformbedurstigkeit der «ersten Kammer in ihrem Wahlgesetz-Reformentwurf in- fjofern anerkannt, als sie einem Vertreter der Ted^mschen Hochschule zu D<rrmstadt und zwei durch Wahl zu beftimmen» Iben Bürgermeistern von Städten mit Städteordnung, Sitz :imb Stimme im Herrenhaus gewähren wollte. Aber damit .allein wird es nicht getan sein, wenn die erste Kammer -nicht auch fernerhin ein Hemmschuh in der politi- . tschen Entwicklung Hei'ens bleiben soll. Vor allem müßten die Städte ihrer Bedeutung entsprechend viel härter an der Gesetzgebung der ersten Kammer beteiligt merben, die Zuziehung von fün s Vertretern der größten Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, 'Worms und Gießen wäre durchaus gerechtfertigt und .entspräche selbst alten preußischen Gepflogenheiten, wo bic neiften Städte von über 20 000 Einwohnern ihre Vertreter mm Herrenhause zu entsenden berechtigt sind. Auch der rvan°ge lisch en Kirche, dürften ans Gründen der Pa- rität zwei Mitglieder einzuränmen sein, ist doch ias Ver- i bälUiiö der Katholiken zu den Protestanten 1:2. Ter Haavt-

oember von Profcffor Dr. Wünsch gehalten werden. An einer Reibe vorzüglicher Lichtbilder wird die »stille Größe und edle Einfall" der antiken Reste der wunderbaren Stadt Athen von dem durch eigene lange Anschauung mit ihr ver­trauten Vortragenden eindringlich geschildert werden.

** Ter Konzertverein ersucht uns, nachstehende Mitteilung zu veröffentlichen Bei jedem Unternehmen, welches von der Gunst der Allgemeinheit getragen wird, kommen Unberufene mit einem verfrühtenÄusver- kauf t" Auch bei dem Buff-Wedekind- Abend wird wieder dieser f a l s ch e A l o r rn geblasen, daher muß darauf hingewiesen werden, daß durch die Neuordnung der Plätze 188 gute Sperrsitze erste, zweite und dritte Plätze, zur Verfügung stehen. Dazu kommen Sitz- und Steh­plätze in den Vorsälen, und da das Podium nur wenig Raum einnimmt, auch foldje auf den Estraden. Sobald tatsächlich ausverkauft ist, was zu erhoffen ist, wird das bekannt gemacht werden, eine UeberfüIIung des Saales findet unter keinen Umständen statt.

- DaS Promenad ek on zert am Sonntag vormittag