Nr. 12
Erstes Blatt.
155. Jahrgang
Samstag 14. Jannar 1905
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Amts- und Anzeiaeblatt für den Kreis Gehen MW
Fernsprechanschluß Nr. 51. zeigenteil: Hans Beck.
Die Heutige Zlummer umfaßt 14 Seiten.
Hleöer die weitere Ausdehnung des Mergaröeiter- Ausstandes
Wird aus Essen gemeldet:
Auf dem Schacht 45 der Zeche „Konstantin der Moße" find keine Bergleute ungefähren, die Belegschaft beträgt 515 Mann unter Tage und 50 Mann über Tage. Auf Schacht 1 !uind 6 derselben Zeche sind von 143 Arbeitern unter Tage und 11 'Mbeitern über Tage ebenfalls keine, angefahren. Auf der der Harpener Bergbaugesellschaft gehörigen Zeche „Amalia" sind von 299 Arbeitern unter Tage nur 55 und von 33 Mer Tage nur 29 Mairn ein gefahren. Auf der Zeche „König Wilhelm" und auf dem Schacht „Neu-Köln" sind von 260 Bergleuten nur 188 angefahren, auf der Zeche „Präsident 1" von 270 Arbeitern nur 4. Ferner haben sich großenteils noch- die Belegschaften folgender Zechen an geschlossen: „Bergmann" bei Witten, „Roland", „Viktor" bei Kupferdreh, ,Herkules" und „Käthu- Tina". Die Zahl der Ausständigen in der Nachmittagsschicht beträgt 15 865, in der Morgenschicht 49 993 Mann. Die Gesamtzahl der Ausständigen beläuft sich mithin auf 65858 Mann (nach anderen Angaben 69000 Mannst die sich auf 90 Zechen bezw. Schachtanlagen verteilen. Auf den Zechen „Preußen 2", „Saelzer und Neuack" sind sämtliche Arbeiter wieder eingefahren.
Die Folgen des Streiks mache:: sich in der Eisenindustrie bereits sehr fühlbar. Nach- Phönix, Hörder Verein und Höfch werden setzt auch Betriebseinschränkungen für die Eisenindustrie Menden und Schwerte als bevorstehend und für die Maschinenfabrik Baum in Herne als erfolgt gemeldet.
Der „Rhein.-Westf. Ztg." zufolge versendet der Stahlwerksverband folgendes Rundschreiben
Wir bedauern, mitteilen zu müssen daß auf einer Anzahl Zechen des rheinisch-westfälischen Kohlengebietes Streiks ausge- brochen sind. Wir können heute noch nicht übersehen, ob und inwieweit wir dadurch in unseren Lieferungen beeinträchtigt werden, möchten aber nicht verfehlen, daß, wenn ein Teil unserer Werke infolge des Streiks ihre Betriebe einstellen oder einschränken muß, wir gezwungen sind die für unsere Lieferungen vereinbarten Fristen dcmrentsprechend hinauszuschieben."
Die Zeche „Bommerbenker Tiefbau", macht bekannt, daß, wenn die Arbeiter bis Montag nicht wieder einfahren, die Zeche endgültig still gelegt werden würde.
Inzwischen treffen die ersten Nachrichten über größere Ausschreitungen ein, die aus Zusammenstößen zwischen Arbeitswilligen und Streikenden hervorgingen. Auf Zeche „Nordstern" in Horstermark wurden Gendarmen und Polizisten, welche die Arbeitswilligen schützen wollten, mit Steinen geworfen. Sie gingen mit blanker Waffe vor. Angeblich wurden einige Schutzleute verletzt. Eine ähnliche Szene wird von der Zeche „Mathias Stinnes" bei Earnap gemeldet, wo mehrere Bergleute verletzt sein sollen. Arge Szenen spielten sich vor dem Schachte 2 der Zeche „Konkordia" in Oberhausen ab. Hier drangen etwa 1500 Aus ständige auf den Zechenplatz, brachen die Zäune ab und mißhandelten die Arbeitswilligen.
Man sieht, der Ausstand ist nicht Merall gleich voll- ständig durchgefiihrt, auf einigen Zechen wird überhaupt nicht gearbeitet, auf anderen von der halben Belegschaft, auf.manchen hat die Werksleitung die Schichten zu einer einzigen zusammengelegt; hier und da hat sich die Zahl der Ein gefahrenen bereits wieder gehoben, so bei Hoesch in Dortmund verdoppelt. — Jin Prinzip ist der Generalstreik angenommen und dies ist entscheidend für die ganze Situation. Es handelt sich nicht mehr um die speziellen Fragen der Seilfahrtsverlängerung und des Wagennullens, sondern um eilten spontanen Ausbruch lange aufgespeicherter Kampflust in der Arbeiterschaft. Der Zweck des Ausstands, die allgemeine Verbesserung der Bergarbeiterverhältnisse, erfordert eine gewaltige De - m o n st ra t i o n, diese kann aber nicht von Dauer sein, weil keine Geldmittel zur Unterstützung vorhanden. Mit den 7000 Webern in Crimmitschau lassen sich die 200 000 Bergarbeiter nicht vergleichen. Die Hauptsache ist, daß binnen kurzer Zeit es den Hochöfen und Stahlwerken an Brennmaterial fehlen wird und die große Zahl der Hüttenarbeiter, die. soweit organisiert, obendrein dem schon so finanziell überlasteten alten Bergarbeiter-Verband angehören, die Zahl der Arbeitslosen und Unter st ützungsempfänger ungeheuer vermehren werden; von den Hütt en zechen sahen sich die, welche ihre Kohlen am Ort aus eigenen Gruben beziehen, so Hoesch und der Hörder Verein bereits zu Betriebseinschränkungen gezwungen, auch eine Maschinenfabrik im Bezirk hat wegen Kohlenmangels den Betrieb eingestellt. Diese Ausdehnung des Streiks muß seine Dauer und Wirkung vereiteln.
Immer noch aber hat man nicht gehört, daß die preuß. Regierung mit ihrer ganzen Autorität eingreift. Man vermißt die kräftige Initiative der Negierung, nicht etwa die Herbeischaffung von .Hilfsmannschaften zur Aufrechterhaltung der Ordnung, sondern vielmehr int Sinne der Frieden svermittluug. Einstweilen fehlt hierüber jegliche Ankündigung in den amtlichen und halbamtlichen Organen, obwohl schon das Jnaussichtstellen einer Vermittlungsaktion zweifellos beruhigend wirken würde. Der „Neichs- att frei gen" berichtet trockenen Tones über den Stand der Bewegung. Nicht minder kühl schreibt die „Nordd. Allg. Zta.": Ter Beschluß, in den Generalstreik einzutreten, könne leider nur als aufgeschoben betrachtet werden, da an eine Annahme der Forderungen, von denen die Delegiertenver-
samtnlung die Beilegung des Streiks abhängig gemacht hat, schwerlich zu denken sei. Kein Wort über Beschlüsse und Maßregeln der Regierung. Welche Szenen bei einem allgemeinen Ausstand sich ereignen können, wenn die Leidenschaft der Massen aufs höchste gestiegen ist, daran, läßt sich nur mit äußersterBesorgnis denken. Die Führer haben, wie sie selbst zugeben, die Leitung nicht mehr in der Hand, sie schieben nicht, sie werden geschoben. In kurzer Zeit wird die harte Notwendigkeit die Arbeiter dazu treiben, den Streik zu beendigen. Mit dieser Schlußfolgerung darf man sich aber nicht beruhigen, wie dies die Spekulation und noch einige andere Kreise tun. Denn cs ist mit der äußerlichen Beendigung des Ausstandes durchaus nicht alles wieder in Ordnung. Das Feuer wird weiterschwelen, die Erbitterung wird anwachsen, und ein ruhiges Arbeiten zahlreicher von der Kohlenlieferung abhängiger Industrien kann auf lange hinaus in Frage gestellt werden.
Meuselwitz (S.-Altenburg), 13. Jan. Auf dem hiesigen Braunkohlenwerk „Ramsdorf" ist die ganze Belegschaft wegen Herabsetzung der Löhne a u s st an d i g. Im übrigen Revier herrscht völlige Ruhe.
^atlamentatiftflf’S aus Hessen.
R. B. Darmstadt, 13. Jan.
In seiner heutigen Sitzung hat der F i n a n z a u s s ck> u ß der zweiten Kammer noch den Rest der schriftlichen Berichte über den ersten Teil b»es Staatsvoranschlags, des Verwaltungsetats, genehmigt, der somit jetzt vollständig fertiggestellt ist. Aus dem heute genehmigten schriftlichen Bericht des Abq. Dr. G u t f l e i s ch 'über den I u st i z e t a t ist zu ersehen, daß über die lange diskutierte Frage, ob durch Bewilligung zweier toei- terer Oherlandesgerichtsräte die viel beklagte Ver-» zögerung der Prozesse beim Oberlandesgericht beseitigt werdenwürde, eine Vereinbarung zwischen Regiertmg und Ausschuß nicht erreicht Worten ist. Die Ausschußmehrheit bleibt dabei, daß nur durch die Erric^unA eines neuen Senats eine wirkliche Beschleunigung der Geschäfte erzielt werden könnte und beantragt daher, die beiden neuen Stellen beim Oberlandesgerichtabzulehnen. — Im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung wurde auch noch der zweite Teil des Voranschlags, der Vermögensterl durckcheraten; wesentliche Differenzen bestehen hier nickt. Nur über die Notwendigkeit der angeforderten Summe von 93000 Mk. für die Vergrößerung der Aula an der Landesuniversität zu Gießen war man sich noch n i ch t e i n. i g und beschloß daher die Beschlußfassung darüber auszufetzen und eine gemeinsame Fahrt nach Gießen zu unternehmen, um sick an Ort und Stelle über die Sachlage näher zu ittforntieren. Weiter wurde noch beanstandet eine Forderung non 16 800 Mk. für den Ankauf von Gelände in Offenbach zwecks Errichtung von Gendarme n-Wo h- n u n g e n daselbst. Der Ausschuß war sich darüber nicht im Zweifel, daß sich die Kammer durch Genehmigung des Landankaufs auch gewissermaßen für die Erbauung der Wohnungen selbst verpflichten würde. Es frage sich aber sehr, ob sick die Kammer prinzipiell für die Schaffung von Gendarmen-Woh- nungen überhaupt aussprechen solle. Die Erstellung von Dienst- wohntingen sei notwendig für diejenigen Beamtenkategorien, die genötigt seien, ein Amtslokal zu halten. Es sei sehr zu überlegen, ob man dem OZendarmen, der doch ein solches nicht nötig habe, nicht besser anbeimstellen solle, sich nach freiem Ermessen seine Wohnung zu wählen. Abgelehnt wurde vom Ausschuß noch beim Kapitel „Domänen des Großherzoglichen Hauses^ der Antrag der Regierung, die auf dem Hofgut Mönchhof vom Pächter desselben errichteten Baulichkeiten fein fließ auf die Domanialver- waltung zu übernehmen. Der dafür geforderte und vom. Hof- bauamt als angemessen beftmdene Preis von 47 800 Mk. sei zwar nicht zu hoch, aber da das jetzt bestehende Packstverhältnis am 1. Januar 1905 mit demselben Pächter erneuert tourte, so liege momentan kein Anlaß zur Aentertmg des Desitztitels vor. Der Ausschuß hat sich heute mittag bis nächsten Donnerstag vertagt, um bis dahin die Berichte der Referenten über den Vermögensteil des Voranschlags fertig zu stellen. Nach Drucklegung desselben ftndet dann die gemeinsame Berattmg mit dem Finanzausschuß der Ersten Kammer statt.
Der Sonderausschuß für die Landwirtschaftskammer trat gestern wieder zu einer Beratung über die Regierungsvorlage tetr, die berufliche Organisation der Landwirtschaft zusammen, ohne jedoch datei etwas Positives zu err'eichen. Abg. Dr. Frenay hatte die namentlich von den oberbesftschen Vertretern in ter ersten Ausschuß-Sitzung geäußerten Wünsche entsprechend formuliert, doch wurde eine Verständigung darüber -N i cht erreicht. Mitte nächster Woche soll nochmals in einer Sitzung ein Versuch zu einer Einigung unternommen werden, doch fragt sichs dann sehr, ob die Regierung, die bisher noch nicht um ihre Meinung beftagt wurde, sich damit einverstanten erklären nrirrte. Es muß einigermaßen eigentümlich berühren, daß die Interessenten der Landwirtschaft, temt Wünsche nach stattgehabter gründlicher Umftage in weitgehendster Weise in ter Vorlage berücksichtigt wurden, jetzt anscheinend plötzlich anderer ^Jieinitng geworden sind und der Vorlage die schärfste Opposition machen. Ater au.ch das ist, wie Ben Akiba sagt alles schon dagewesen und in unserer Zweiten Kammer nichts neues mehr?
ValiMiö Tagesschau.
Fürst Alexander von Lippe ch.
In Sankt Gilgenberg bei Bavrenth ist ter Für st Karl Alexander zur Lippe am Freitag nactinr. in der Dr. Greitherschen Anstalt für Nervenleid eilte an einer HerH- lährnung gestorben. Vor drei Tagen hatte sich eine leichte .Herzschwäche mit Luftröhrenkatarrh eingestellt, der indes zu keiner Besorgnis Anlaß bot. Der Fürst aß iuib trank heute noch -mit großem Appetit tuie sonst und laS seine gewohnte Zeitung. Plötzlich überfiel ihn eine Herzschwäche und der Mrst elltschlief alsbald sanft ititb schmerz? los. Er tü-ar seit 33 Jahren in der Nervenheilanstalt von Dr. Greither und erfreute sich stets der besten körperlichen Gesllndheit, sodaß der Tod ganz überraschend kam.
Der Fall des Todes des regterenben Fürsten von Lippe-- Detmold vor der Ei'ledignng des Thronflckgestreites in Lippe durch das ^Schiedsgericht ist in dem ^chiedsvertrage vorgesehen, der int November 1904 zwischen dem Fürsten
Georg von Schaumburg-Lippe und dem Regenten vow Lippe, Grafen Leopold von Lippe-Biefterseld, abge- chlossen wurde. Es heißt in Artikel VI dieses Vertrages: Tie Vertragschließenden sind einig darüber, daß, falls das Ableben des Fürsten Alexander vor dem Erlasse des Schieds- pruches ein treten sollte, die gegenwärtig bestehende Regentschaft, unbeschadet der verfassungsmäßigen Be- timmungen des lippischen Landesrechsts, von tent Grafen Leopold fortgeführt werden soll. Heber die Feststellung der landesacsetzlichen Bestimmungen ist es jedoch im letzten Detmolter Landtag zu einer Einigung zwischen der Regierung und dem Landtage nicht gekommen. Es erfolgte daraufhin die Auflösung und Neuwahl des Landtages. Nach den damals vom Regenten abgegebenen Erklärungen ist es aber unzweifelhaft, daß er die Abmachungen des Schiedsvertrages als für fein Verhalten bindend ansehen wird. Er bleibt also zunächst in seiner gegenwärtigen Stellung als Regent des Fürstentums.
Fürst Alexander V. war am 16. Januar 1831 als Sohn des Fürsten Leopold in Detmold geboren; er folgte seinem 1895 verstorbenen Bruder Woldemar. Da er jedoch infolge geistiger Umnachtung regierungsunfähig war, mußte für ihn die Regentschaft eintreten, die bekanntlich zunächst Prinz Adolf von Schaumburg, und dann auf Grund schiedsgerichtlicher Entscheidung Graf Ernst von Lippe-Biesterseld führte, dem im September 1904 ter jetzige Regent Graf Ernst folgte.
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Jan. Der Witwe des in Hannover dahingeschiedenen Generalleutnants Grafen v. Moltke ist von dem Kaiser ein Beileidstelegramm zugegangen, das folgenden Wortlaut hat:
Ich fvreche Ihnen Meine herzlichste Teilnahme aus bei dem schweren Verlust, welcher Mich auf das tiefste betrübt. Der Verstorbene besaß Mein vollstes Vertrauen. Ich wußte, welche hohe Tüchtigkeit, welcher Wert als Mensch ihn auszeichnete ! Er hat seinem Namen Ehre gemacht und schien berufen, dem Vaterlande noch große Dienste zu leisten! (Stott, hat es zu Meinem aufrichtigen Kummer anders gefügt! Er stärke Sie in Ihrer Trauer.
Wilhelm I. B.
— Die „Natl. Korresp." schreibt, Reichstagsabg. Dr. Paasche habe in der am 10. Januar in Quedlinburg abgehaltenen öffentlichen Wählerversammlung die von Kreuznach verbreitete Meldung richtig gestellt, daß er in der dortigen Versammlung behauptet habe, es seien in aller- jüngster Zeit ernste Verwickelungen zwischen England und Deutschland nur durch die Geschicklichkeit ter deutschen Diplomatie hintangehalten worden. Dr. Paasche stellt fest es sei ihm nicht eingefallen, eine derartige Behauptung aufzustellen, vielmehr habe er sich dahin geäußert, es liege für uns eine größere Gefahr in dem englischen Brotneide als darin, mit dem Nachbar die Klingen kreuzen zu müffen.
— Zur Erleichterung des Schlachtviehverkehrs innerhalb des deutschen Reiches sind unter Vermittlung des Staatssekretärs des Innern seitens derjenigen Bundesstaaten, in denen staatliche obligatorische Schlachtviehver- sichenmgsanstalten bestehen, allgemeine Grundsätze über deren Betrieb und über deren gegenseitige Anerkennung vereinbart worden. Alle hiernach zur Zeit beteiligten Regierungen haben den im Reichsanzeiger gestern abgedruckten ^allgemeinen Grundsätzen, betreffend die Wirksamkeit der in einzelnen Bundesstaaten bestehenden und künftig etwa entstehenden öffentlichen Schlachtviehversicherungsanstalten", zugestnnmt, während den übrigen Regierungen der derzeitige etwaige Beitritt zu den bezeichneten „Grundsätzen" offengestellt worden ist. Von dieser Befugnis ist bereits mehrfach Gebrauch gemacht worden. Ferner ist vorgesehen, daß je nach den einzel- staatlich getroffenen ober etwa noch zu treffenden Einrichtungen auch provinzielle, kommunal oder sonstige öffentliche Schlachtviehoersicherungsanstalten die auf sie anwendbaren Bestimmungen der „Grundsätze" als für sich verbindlich anerkennen und dadurch auch ihrerseits zur Erleichterung deS Schlacht- viehverkebrS beitragen können.
Jlusland.
London, 13. Jan. In der gestrigen Sitzung desStadt- rates wurde ein Schreiben des deutschen Botschaftsrats, Graf v. Bernstorfs, verlesen, in welchem imt Erlaubnis! nachgesucht wird, daß das der Korporation gehörende, in der Bibliothek der Guildhall aufgehängte Gemälde Pop lehs „Die Belagerung von Gibraltar", für den- deutschen Kaiser durch Mr. Sephton kopiert werde. Tie Korporation erteilte die Erlaubnis und sprach dabei ihre große Freude aus, dem Kaiser dienen zu können.
Madrid, 13. Jan. Die Abreise ter außerorden t- l i ch en Gesandtschaft, welche sich nach Berlin begibt, um dem Kaiser die Uniformen für die vom König verliehenen Ctoate in der spanischen Armee zu über^ bringen, ist endgilsig auf den 23. Januar festgesetzt.
te i c n, 13. Jan. Uebereinstimmende Blättermeidungen aus Budapest konstatieren, daß auf- der geftrigen gemein samelt Ministerkonferenz ein v o l l k o nt mene s E i n v e r nehmen bezüglich derjenigen Instruktionen erzielt wurde, mit denen die beiderseitigen Vertragsunterhändler sich heute zum Mschluß der Vertraasverhandltmaen, nach Berlin begeben. Tie endgiltige Entscheidung dürfte in den nächsteil Tagen fallen. Dem Z u st a n d e f o mm e n de s HandeLSvertrags könne nun afler Wahrschefltlichkeit nach entgegengefeben werden.
Par"iS, 13. Jan. In der I epntierten kammer beschuldigte heute L'Hop leau (rad. Republ.) den Minister-


