Ausgabe 
13.9.1905 Zweites Blatt
 
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2. Erste Preise:

Hrch. Baffer (Gießen) für Engl. Widder, Karl Jung (Freien­seen) für Belg. Niese, Hrch. Kraft (Gießen) für Nüsse, Hrch. Schmidt (Gießen) für Silber und Hrch. Stein (Gießen) für Belg. Riese.

3. Zweite Preise:

Karl Jung (Frcicnsecn) für Belg. Riese, Ad. Roll (Gießen) für Angora, Hrch. Peter (Gießen) für Holländer, Frdr. Petter (Gießen) für Silber und Hrch. Schmidt (Gießen) für Silber.

4. Dritte Preise:

Karl Jung (Freienseen), für Belg. Niesen, Alb. Knhnd (Gießen) für Krengung, Adolf Roll (Gießens für Silber, Hrch. Peter (®icfoen) für Holländer und Frdrch. Petter (Gießen) für Belg. Riese und Russe und Alb. Ncihneseld (Gießen) für Javaner.

5, Lobende Anerkennunge :

Karl Heil (Gießen) für Franzos. Widder. L. Hoos jun. (Gießen) für Belg. Riese, Karl Jung (Freienseen) für Belg. Riesen, Alb. Knbnd (Gießen) für Kreuzung, Hcinr. Peter (Gießen) für Belg. Riese, Friedr. Petter (Gießen) für Japaner, Black an tau und Nüssen, Alb. Nahneield (Gießen) für Belg. Niese und Hrch. Weber (Gießen) für Belg. Riese.

6. da§ Ehrendiplorn für die beste Gesamtleistung wurde dem Karl Jung (Freiensccn) zu Teil.

DaS Kaninchenfleisch soll VolkSnahrungSmittel werden! macht sich wieder einmal geltend, da Sonntag nachmittag 40 Pfd. Kaninchenfleisch von dem Pttbliktnn verzehrt wurden.

DaS Doktorjubiläum eines Schauspielers. DieFrkf. Ztg." schreibt: Alte Frankfurter werden sich des miß Wien gebürtigen Schauspielers Adolf Schwarz erinnern, der in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Frankfurt als Darsteller feiner Charakterrollen und zugleich als Oberregissetir am Schauspielhaus verdienstlich wirkte. Er hat damals bei der Gießener philosophischen Fakultät die Doktorwürde erworben und feierte am 11. Septbr., sein goldenes Doktorjubiläum, 311 dem ihm die Fakultät das Diplom mit einem ehrenden Elogium er­neuerte. Der Doktortitel war für Schwarz mehr als eine empfehlende Dekoration; sein Leben lang hat er wissenschaft­liche Bestrebungen mit seinen künstlerischen zu vereinigen ver­standen. Verhältnismäßig früh von der Bühnenpraxis zurück- getreten, war er in Berlin viele Jahre lang mit großem Erfolg als dramatischer Lehrer tätig, so war z. B. Frau Elsa Lehmann seine Schülerin; auch leitete er mehrere Jahre die dramatische Abteilung der Kgl. Hochschule für Musik. Eine vielseitige und eigenartige Wirksamkeit entfaltete er als Schrift­steller. Er schrieb für die früheren Auflagen von Mepers Konversationslexikon die dramaturgischen Artikel, war eifriger Mitarbeiter von Bühnenzeitschriften, in denen er besonders für die Schaffung von Schauspielschulen eintrat, und verfaßte eine Reihe geschmackvoller und gediegenerBreviere" (der Kunst, der Weltliteratur u. a.), die im Spamerschen Verlag erschienen. Von ihm rührte die erste deutsche Uebersetzung der MvriineeschenCarmen" und derSuites dune ve von Maur. Block her. Auch als dramatischer Dichter trat er auf; seineMaria Theresia" wurde am Meininger Hof- theater aufgeführt. Dr. Schwarz lebt jetzt, 82 Jahre alt, in Berlin-Schöneberg der wohlverdienten Muße.

0. Bad-Nauheim, 11. Sept. Eine anschauliche Statistik über die'Zunahme des Bades liefert der Versandt der Mineralwässer der Nauheimer Trinkquellen. Während vor 2 Jahren im Mai nur 2000 Flaschen versandt wurden, kamen im Mai dieses Jahres 30500, im Juni 60000 und im Juli 80000 Flaschen zum Versandt. Von den Trinkqucllen ist das Wasser des KarlSbrunnenS nach den letzten amtlichen Untersuchungen stark kaliumhaltig. Die vom Staate im vorigen Jahre erbohrte und jetzt technisch sehr kunstvoll gefaßte Löwen-Qnellr liefert ein sehr lithien- reicheS vorzügliches Trinkwaffer. Dieses wird in reinem Naturzustände, wie die Quelle deut Kiesgestein entspringt, mit seiner Natur-Kohlensäure von 5 Proz. versandt. Die Frequenz deS BadcS war bisher die denkbar günstigste. Arn 1. September d. I. waren, waS die Gesamtfrequenz anlangt, 2127 Kurgäste mehr anwesend als am gleichen Tage deS vorigen Jahres. Anwesend sind in diesem Jahre sehr viel Russen, jeglichen Standes, wie in allen deutschen Bädern, und sehr viel vornehme Engländer und Amerikaner. Von Amerika ist noch zur Kur anwesend Frau Cornelius Vanderbilt, bei welcher der Erbprinz und die Erb- prinzessin von Meiningen zum 5 Uhr-Tee von Schloß Fried- richSkron kürzlich im Automobil eintrafen. AuS Holland traf ein der Vorsitzende der Friedenskonferenz, Minister Harde van Tecklenburg. Die Kurverwaltung bietet in diesem Jahre ein sehr abwechslungsreiches auSgewählteS Unter- Haltungs-Programm. Am 4. Sept, gastierten u. a. Ernst v. Wolzogen und Gemahlin im Kurtheater vor anSverkauftern Hause.

Büdingen, 12. Sept. Heute abend um 8 Uhr spielte sich in unserem sonst so ruhigen Städtchen eine Tragödie ab, die die Eimvohnerschaft in eine furchtbare Aufregung ver- setzte. Ein in den 20er Jahren stehender Mensch, narnenS Gottlieb Bauer, der bei der hiesigen Kanalisation beschäf­tigt gewesen war, hat vor einer Wirtschaft in der Schloß- gasse den Landwirt und Fuhrmann Wilhelm Bieber durch zwei Revolver sch ässe getötet. Der Vorfall trug sich nach derK. P." folgendermaßen zu: Der Kanalarbeiter traf heute nachmittag um halb 6 Uhr mit der Bahn hier ein und ging zunächst in die Wirtschaft zu Metzger Jeckel, wo er erzählte, er werde steckbrieflich verfolgt und c§ liege ihm nichts daran, wenn er noch heute verhaftet würde. Er hat ferner Aeußerungen getan, die jetzt erst, nach vollbrachter Tat, verständlich sind. Von hier aus ging er in eine Wirtschaft in der Schloßgaffe und traf dort mit Wilhelm Bieber zu­sammen. Die beiden saßen zusammen an einem Tisch und unterhielten sich, und hatten nicht im Geringsten irgend welchen Streit. Als Bieber und noch ein Gast sich aus der Wirtschaft entfernten, folgte ihnen Bauer und schoß vor der Türe ohne weiteres mit einem Revolver auS nächster Nähe zwei Schliffe auf Bieber ab, der sofort zusarnrnenbrach. Leb­los wurde er nach Hause getragen und dort konnte der Arzt nur den bereits eingetretenen Tod konstatieren. Der eine Schuß war in die Lunge, der andere in den Hals gedrungen. Wahrscheinlich waren beide tätlich. Inzwischen fahndete die Polizei eifrig nach dem Mörder, der sich aus dem Staube gemacht hatte und mit dem nächsten Zug fort wollte. Er wurde in der Bahnhofstraße dingfest gemacht. Energisch widersetzte er sich feiner Verhaftung und wollte von seinem Revolver Gebrauch machen. Die zwei abgeschosfenen Patronen hatte er inzwischen durch zwei neue ersetzt doch wurde ihm noch rechtzeitig der Arm gehalten und die Waffe entrifien. Auf dem Dnnsport zum Gefängniffe mußte die

Polizei den Täter mit blankgezogener Waffe vor der aufge­regten Volksmenge schützen, die ihn zu lynchen drohte. Auf dem Wege durch die Altstadt war aber inzwischen die Volks­menge immer größer geworden, und die Polizei mußte den Mörder vorerst im Haftlokale deS Schulhauses unterbringen. Dies gelang ihr noch rechtzeitig, denn inzwischen hatte sich der nach hunderten zählenden Menge eine furchtbare Auf­regung bemächtigt. Sie belagerte das SchulhauS und wankte und wich nicht vom Platze. Die Polizei benutzte deshalb eine Hintertüre und führte den Mörder durch den Wester- nachfchen Garten auf Umwegen zum Gefängnis. Heber die Motive zu der schrecklichen Tat ist man völlig im un­klaren. Es wird erzählt, Bieber habe einmal vor einem halben Jahre in einem Wirtshause Streit mit ihm gehabt. Der Ermordete war 50 Jahre alt, verheiratet und hatte drei erwachsene Kinder.

Aßmann s hausen, 12. Sept. Das bekannte Künstler- und DichterheimZur Krone" hat auch in diesem Jahre wieder viel bedeutende Männer in seinen gemütlichen Räumen beherbergt, die interessante Widmungen für das Kunstler- zimmer zurückließen. Besonders sind da heroorzuheben die Maler Prof. Knaus, Prof. Achenbach, Prof. Schaper, ferner Otto Ernst, Heinr. Vierordt und andere mehr. Auch der be­kannte Kompomst Prof. Humperdinck komponierte noch vor einigen Tagen in froher Zecherrunde auf der Kronen- terraffe bei Mondenschein und RheineSrauschen ein herrliches Rhein- und Weinlied, das er dem Kronenwirt widmete. Es wird demnächst zur Veröffentlichung gelangen.

46. Oenosserschtlftstafl des Assg. Vervandes dcr deutschen Hrweibs- und Wirlschafts-Kenossenschajlen. (Unberechtigter Nachdruck verboten.)

IL

Verhandelt wurde dann noch über den

Wechselprotest.

Nach längerer Debatte wurde gemäß dem Dresdener Antrag beschlossen, daß der Wechselprotest be i 5 u b e ha l t en , aber we- entlich zu vereinfachen und tunlichst zu verbilligen ist. Dazu wurde noch eine Reihe von Vorschlägen für diese Vereinfachung und Verbilligung angenommen. Hervorzuheben ist, daß auch die Briefträger für Aufnahme von Wechselprotesten zuständig sein sollen, daß der Rcichspostfiskus die Haftung für die Beibringung eines giftigen Protestes übernimmt, und daß eine einheitliche Regelung der Proteststunden im Reich borgenommen wird.

Endlich wurde die Frage der

Umwandlung

von Krcditgcnoffcrrfchaften in Aktiengesellschaften besprochen. Angenommen wurde eine Reihe von Leitsätzen, die ich gegen eine solche Umwandlung wenden und weiter folgendes aussprechen:

Je weitere Fortschritte der Zusammenschluß auf dem Gebiete )es Bankwesens macht, um so größer ist das Bedürfnis nach leistungsfähigen Kreditgenossenschaften. Die Eigenart der genossen- ckmstlichen Organisation gewährleistet, daß eine Kreditgenossen- ffiaft auf die Dauer diese Aufgabe erfüllt. Der Genossen- chastStag erklärtet von den Schulze-Delitzschen Genossenschaften, daß sie in Anpassung an die wirtschaftliche Entwicklung VolkS- banken im wahren Sinne des Wortes werden, aber auch treu bleiben der Erfilllung jener Aufgaben, die in der S a m m lung der Kreditbedürftigen liegt, um deren wirtschaftliche Straft auf dem Wege der Selbsthilfe zn beleben, zu heben und zu festigen.

5>te ßüolera.

Vom 11. bis 12. September mittags sind im preuß. Staate 8 choleraverdächtige Erkrankungen und 3 Todesfälle an Cholera amtlich gemeldet worden. Von den Erkrankungen betreffen die Kreise Marienburg 4, Grandenz 1, Tuchel 1, Friedeberg 1 und Wirsitz 1. Von den bisher gemeldeten Erkrankungen haben sich drei, darunter die eines Pioniers im westpr. Manövergelände, nicht als Cholera herausgestellt. Die Gesamtzahl der Choterafälle beträgt bis jetzt 166 E r f r a n E u n g e n, von denen 61 töt! ifth gendet haben. Zur Verhütung der Einschleppung der Cholera in Schlesien sind an der Oder drei Stromüberwachungen neu ein­gerichtet worden.

Nach einer Verfügung deS Eisenbahnministeriums werden, ab­gesehen von dem Direktionsbezirk Stettin, für sämtliche Eisenbahn- Direktionen, innerhalb deren Gebiete Cholera-Erkrankungen vor­gekommen sind, eine Anzahl Magen 4. Klasse für den Transport choleraverdächtiger Personen oder in Quarantäne zu bringender bereit gehalten.' Diese Wagen dürfen bis auf weiteres unter feinen Umständen fahrplanmäßigen Personenzügen angehängt werden.

Choleraverdächtige Erscheinungen sind bei bem in das KreiS- krankenhaus in Britz (Mark) eingelieferten Tischler August Feist festgestellt worden, der an einem Rixdorfer Neubau beschäftigt ge­wesen ist. Der unter choleraoerdächtigen Erscheinungen in das Krankenhaus Moabit zu Berlin eiugelieferte Arbeiter Albrecht aus Lichteuberg ist, wie die Untersuchung ergeben hat, nicht an Cholera erkrankt.

In ©raubens ist der Ulan M a n b r e h vom 4. Ulanen- Regiment an Cholera geworben.

lieber den Stand der Cholera im Regierungsbezirk Brom­berg meldet man: Gestorben sind in Echwedenhöhe ein Arbeiter, in Dratzig ein Kind, in Rakel ein Arbeiter, eine Ortsarme in Usch und ein Tischler in Labischin. Ferner sind in Rakel ein Arbeiter aus Carlsdors (Mühle) und eine Schiffseignerssrau, die cholera- verdächtig waren, gestorben. Bei einem Arbeiter, der als cholera- verdächtig in die Ueberwachungsstation Czamikau gebracht wurde, konnte Cholera nicht festgestellt werden.

Rach amtlichen Berichten kamen im August in Indien und Birma 7818 Todesfälle an Cholera vor, wovon 5592 auf die Residentschaft entfallen.

Selbstmord wegen Vermöge nSver falls. Aus Dresden wird gemeldet:Wegen mißlicher VermögenSver- hältniffe erschoß sich in der Johann-Stadt ein Kaufmann." In diesen wenigen, dürftigen Worten, die der Polizeibericht brachte, ist der letzte Aktschluß einer Aufsehen erregenden LebenStragödie enthalten. Dieser Todesschuß fiel in der Villa, die die verw. Rentiere Pfcut bis zu ihrem vor kurzem erfolgten Ableben bewohnte; er beendete bas Leben ihres einzigen, erst 38 Jabre alten Sohnes, deS in Schriftsteller-, Musiker- und Buchhändlerkreisen sehr bekannten Mitin­habers der Seern annsch en Verlagsbuchhandlung zu Berlin (früher Leipzig) R. Pfau. Er war früher Kritiker an der .Leipz. Ztg." und namentlich in dem Theaterstreite unter StägemanuS Direktion ein aktiver Kämpfer, später übernahm er die Seemannsche Verlagsbuch­handlung nnb hat in etroaS kühnem Unternehmergeiste durch Herausgabe kostspieliger Prachtwerke (Tristan" re.) etwa eine Viertelmillion seiner Mutter verbraucht. Als nach dem Ableben seiner Mutter Vermögen nicht mehr vor­handen war, ja sogar der Konkurs über ihren Nachlaß er­öffnet wurde, brach auch über ihn das Verhängnis herein, auch über fein Vermögen wurde Konkurs verhängt. Die

Lage untergrub bei dem mit großem Wagemute veranlagten Manne alle Hoffnung auf eine bessere Zukunft, so daß er vor einigen Tagen zum Giftbecher griff, der aber feiner Hand noch im letzten Augenblicke entwunden werden konnte. Jetzt hat er nun mit dem Revolver sein Vorhaben auS- gefübrt.

* Kleine T a g e s ch r 0 u i k. Bei der H ü h n e r i a g d in Finkenstein (Westpr.^ ging bent Grafen Alfred zu Dohna- Vrunau ans Potsdam, Flügel?ldjntcint des Kaisers, bas Gewehr zu früh los und die Schrotladung traf den Oberförster Fchlklam in. Der Arzt entfernte etwa 50 Sckrotkörner. Die Verletzung soll nicht lebensgefährlich sein. Außerdem wurden zwei Treiber leicht verletzt. In Berlin warf die von ihrem Manne getrennt lebende Arbeiterfrau Sädler ihren 5 Jahre alten Sohn ans dem Fenster ihrer im 5. Stock bclegenen Wohnung auf den Hof hinab und spranq ihm nach. Mutter und Kind waren auf der Stelle t 0 t. Die Frau hatte vorher noch Lhfol getrunken. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. In Zwickau st a hl der Schul-mann Kießling einem Polizei- Wachtmeister zwei Spark'ssenbüchcr. Bei dem Versuch, das Geld durch einen Dritten abhcbcn zu lassen, wurde der Diebstahl entdeckt. In Prenzlau feuerte der von seiner Frau ge­trennt lebende Arbeiter Wolter auf diese zwei Rcvolvcrschüfse ab und verletzte sie lebensgefährlich. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich tödlich. Bei Elt­mann (Bayerns im Steigerwald wurde bei einer Hühner­jagd der Techniker Wilhelm Marschalk aus München von einem Bahnbeamten aus Unvorsichtigkeit erschossen. In Annen bei Witten erschlug in einem Streit der Bergmann Oetzcl seine 50 jährige Frau, die einen sehr lüdcrlichen Lebenswandel trieb, nachdem beide den Wittener Jahrmarkt bestickst batten. Die Situation in Ealabrien ist unbeschreiblich. Der Handel ist vollständig lahm gelegt. Man schätzt die Zahl der durch 'das Erdbeben minierten Personen auf 2000. Unter der Bevölker­ung machen sich Anzeichen von Erregung bemerkbar wegen der Langsamkeit der Hilfsaktion. In Newtiork ereignete sich auf der H 0 ch b a h n ein Unglücksfall, bei dem etwa zehn Personen getötet und 25 bis 30 verletzt wurden. Ein voll­besetzter Zug kam an der Kreuzung der 53. Straße in der 9. Avenue an eine offene Weiche. Ein Wagen fiel auf die Straße, wobei er sich überschlug. Der Weichensteller, der durch falsches Stellen der Weichen die Katastrophe herbeigeftihrt haben soll, behauptete bei seiner Vernehmung, daß er die Weiche rechtzeitig dem Signal entsprechend gestellt habe. In Baltim ore st ü r z t e, während eine gewaltige Menge den Uebungen zusckmute, der Trapezkünstler August aus einem Fesselballon aus einer Höhe von 300 Metern herab. Der Zuschauer be­mächtigte sich eine Panik. Der Unglückliche schlug laut aufjanb war zu einer formlosen Masse zerschmettert. Am 12. Sept, wurde in dem bewaldeten Teile der Hasenheide bei Ber­lin die Leiche einer etwa 30jährigen unbekannten F r a n e n K- Person gestmden mit Eindrücken am Halse, die als Würge- spuren erscheinen. Die äußere ärztliche Untcrfuef.ung ergab nicksts Sicheres über die Todesart. Das Polizeipräsidium setzte 1000 Mark Belohnung aus, sofern ein Verbrechen vorliegt, für Mitteilungen, die auf die Spur des Täters führen. Das ,.Memeler Dampfboot" meldet: In der letzten Nacht wütete in Pola n g en, dem nächstgelegeneu russischen Städtchen und Seebade, eine große Feuersbrunst, bei der über 50 Häuser ein Raub der Flammen ivnrbcn. Gerettet wurden zum Teil infolge der Mithilfe der Memeler Feuerwehr, die nachts 11hg Uhr telegraphisch zu Hilfe gerufen nnirbe, das Schloß des Grafen Tyszkiewiez, die Post, das Gerickstsgcbäude, die neu­erbaute Kirche, und einige andere öffentliche Gebäude. Das Kur­haus, die Badeanlagen und das Bootshaus an der Grenze Ernannten ebenfalls nieder. Am 11. Sept, wurde von dem Zuge Nr. 942 am Balmhof Grä fental (Thür.) eine Fran durch eigenes Verschulden überfahren, eine zweite Frau leicht verletzt. Die Ortschaft NagvSzalok (Szepeser Komitat) ist n i cber- gebrannt. Ue6cr 100 Häuser und zahlreiche Nebengebäude wurden ein Raub der Flamrncn. In Meseritz wurde das Ehepaar Jozwiak aus Groß-Leuschelz, welches ben Dutz zügler Volkmann ermordet hatte, hingerichtet. Ju Schönlanke hat man den Auszügler Busse tot mit blauen Flecken in seinem Bette aufgefunden. Er scheint das Opfer cmes Totschlages zu sein. Gegenüber der Loreley auf der links­rheinischen Chaussee ist eine Fvan von einem Automobil überfahren worden. Die Insassen des Automobils bat man in St. Goar festgehalten. Der ehemalige Oberregisseur des Breslauer Stadttheaters und später desDeutschen Theaters" in Milwaukee, Jnluis Niedt, hat sich in seiner Prager Wohnung in einem Anfalle von Sinnverwirrung erschossen.

Kniversitäts-Kachrichten.

Diekommandierenden Generäle" scheinen nun auch in Deutschland zu Ehren kommen zu sollen. Gutem Ver­nehmen nach ist es nicht unwahrscheinlich, daß ein den ts cher Journalist, der lange Zeit im Auslande gewirkt hat, dem­nächst auf einen an der Berliner Universität neu zu gründenden Lehrstuhl berufen wird. Schon die Tat- sackw, daß er überhaupt mit zwei AnUxirternvon der 3unft" im engeren Wettbelverb steht, erscheint für deutsche Verhältnisse bemerkenswert.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 11.12. September + 17,30 C.

Niedrigste ,, 11.-12. + 12,3°

September 1905.

11

1

auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung __

Windstärke

Wetter

12.

2«

753,0

15,3

9.8

76

N

4

Bed. Himmel

12.

94

754,5

12,4

10,2

95

N

2

Bew. Himme

13.

7"

725,2

10,7

9,0

94

NNW

9

Bew. Himme Leichter Nebel

Zur Fleischteneruug.

Wohin soll das noch führen?" fragt sich besorgt jede deutsch: Hausfrau, ohne auf diese Frage eine Antwort zu finden. Wer unter den gegenwärtigen Verhältnissen mit weniger Fleisch auszu­kommen genötigt ist, sei jedoch dahin belehrt, daß der verminderte Fleischgenuß durchaus nicht mit einem unersetzlichen Verlust an Nährwert gleichbedeutend zu sein braucht, denn es ist wissenschaftlick erwiesen, daß cS viele Nahrungsmittel giebt, die billiger und habet doch bester sind als Fleisch, so zcmr Beispiel Haferprävarate.

Das wird viele überraschen, die sich des bitteren Haferschleime; ihrer Kinberjahre als ber einzigen Hafenrahrung erinnern, aber mit uns haben sich bie Zeiten geänbert nnb es ist inzwischen ein neues Haferpräparat geschaffen, bas heute in jebcm Kolonialwaren- Geschäfte in x/i und V, Psund-Packeren zu bekommen ist. Diese) Produkt kostet nur ungefähr ein Drittel von dem, was Fleisch koste! und ist dem Fleisch zudem an Nährwert bedeutend überlegen. Du HauStratc möge bas wohl berücksichtigen, bevor sie ihre Einkällse macht. Nebett ber größeren Wohlseijheit ist auch nocl) in Betracht zu ziehen, baß bieses Probukt es finb bie bekannten Quaker Oats infolge seines vorzüglichett Geschmackes von fllllen gern gegesten wird.' Quacker Oats finb überall in geschlossenen, mit der Quaker Schutzmarke vergebenen Paketen erhältlich.

Es gibt billige Nachahmungett von Quaker Oats, die lose aus' gewogen verkauft werben, aber diese 'volle man meiden, da sie von vedeuteud geringerer Qualität finb und auch nicht dieselbe Ergie­bigkeit wie Quaker Oats besitzen. ssll/e