mäßig mittags und abends Konzerte sein. DaS Gebäude soll modern und elegant gebaut werden; auch ist ein großer Saal projektiert.
Nierstein, 11. August. Hier hat sich em schrecklicher lßn glücksfall zugetragen. An einem vor Anker liegenden Raddampfer sollte eine Reparatur an einem Rad vorgenommen werden. In dem Augenblick, als zwei Leute der Schifssbemannung sich an dem Rad zu schaffen machten, wurde von einem anderen Arbeiter die Maschine in Bewegung gesetzt, wodurch die beiden in dem Rade beschäftigten Männer vollständig zermalmt wurden.
Frankfurt, 11. Aug. Im Hause Kaiserstraße 29, rn dem sich im oberen Stockwerk das photographische Atelier von Franke und Kärcher befinbet, brach heute nacht gegen 31/2 Uhr ein Brand aus, der einen größeren Schaden verursachte. Gegen 0V2 Uhr war das Feuer soweit abgeloscht, daß die Wehr unter Zurücklassung einer Wache abrucken konnte. Der Schaden beträgt 25 000 bis 30 000 Mark. Das Haus gehört Herrn I. E. Goldschmidt, Friedensstr. 7. Wie der Polizeibericht mitteilt, ist der Brand anscheinend durch Unvorsichtigkeit entstanden.
p. Rodheim, 11. Aug. Unser Trinkwasser ist nicht ganz einwandfrei; durch Anlage einer Wasselleitung werden wir dieses Mangels enthoben werden. Bereits im Frühjahre d. I. sind durch einen Tiefbau-Ingenieur bei der etwa 2 Kilometer von hier entfernt liegenden Obermühle Bohrversuche vorgenouimen worden. Wie sich jetzt heraus- fteUt, ist die erschlossene Quelle so ergiebig, daß sie den Gemeinden Bieber und Rodheim ausreichend tadelloses Wasser spenden kann.
! Dutenhofen, 11. August. Am Samstag, dem 13. August, wird in Dutenhofen der Grundstein zum Erweiterungsbau der Kirche gelegt. Die altehrwürdige Kirche hat sich seit langer Zeit für die Gemeinde zu klein erwiesen, und da die Gemeinde in den letzten Jahren auf dem Verkehr und Schulgebiet große Ausgaben hatte, war es ihr nicht möglich, aus eigenen 3)titteln an dieses große Werk zu gehen. Mit Unterstützung der hohen Behörde hat die Gemeinde die nicht unbedeutenden Mittel aufgebracht und sich dadurch ein Denkmal ihres kirchlichen Sinnes und ihrer Opferwilligkeit gefetzt. Ter Tag ist ein Freudentag für die ganze Gemeinde; möge das neuerftehende Gotteshaus eine Segensstälte für die Gemeinde werden.
p. Wetzlar, 12. Aug. Unser Kreisausschuß hat be- schlossen, daß sämtliche Gemeinden des Kreises Wetzlar, welche bereits Jernsprecheinrichtung besitzen, sofort an den Weilburger Wetterdienst Anschluß erhalten. Die Kosten übernimmt der Kreis.
u. Wetzlar, 11. Aug. DaS Anwesen deS kürzlich verstorbenen Brauereibesitzers Jakob Luy hier, bestehend aus der an der Garbenheimer Straße gelegenen Bierbrauerei und der in der hiesigen Hauptstraße am Amtsgericht stehenden Wirtschaft „Zum grünen Laub" ging zum Preise von 295 000 Alk. in den Besitz der Herren Heinrich Verlach und Peter Euler von hier über.
(I) Br aun f e ls, 11. Aug. Wie aus der Bekanntmachung des Verschöncrungvereins Braunfels, Zweigverein des Taunusklubs, hervorgeht, beabsichtigt der Verein, Sonntag, den 20. August, einen mit Unterstützung des Gesamt-^aunuS-
klubs erbauten Aussichtsturm auf dem, sogenannten Remischen bei Braunfels seiner Bestimmung zu übergeben und am Nachmittage dieses Tages in der schattigen Lindenallee des Herrnaartens ein S 0 m m e r f e st m i t Bazar zu veranstalten. Tie Feier der Einweihung des Turmes wird um 12 Uhr mittags ihren Anfang, nehmen. Von der Plattform des Aussichtsturmes, zu dessen Baukosten der Verschönerungsverein Braunfels schon ansehnliche Mittel aufgebracht hat und der den Namen „Kaiser- Wilhelm-Warte" führen soll, wird man einen prächtigen Ausblick ins Lahntal und nach den Höhen des Wester- waldes und Taunus haben. — Das Sommerfest mit Bazar am Nachmittag des 20. August hat man — so schreibt man un§ — veranstalten zu müssen geglaubt, um einerseits den Bewohnern und auswärtigen Freunden unseres Städtchens ein Vergnügen zu bieten, andererseits aber auch um Mittel zu weiteren dringend notwendigen Einrichtungen des Ver- chönerungsvereins zu gewinnen. Im Interesse der guten Sache haben sich eine größere Anzahl Mitglieder, Damen und Herren, dem Verein zur Verfügung gestellt, um die Festlick)keit vorzuberei.cn und gut zu gestalten. Für allerlei Unterhaltungen ist Sorge getragen; es werden sowohl hierbei als auch bei der Bedienung der Gäste junge Damen aus BraunfetS tätig sein. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, durch verschiedene turnerische Aufführungen, darunter ein Maffenreigen, die Veranstaltung verschönen zu helfen. Während des Festes wird ein Teil der Kapelle des Hessischen Jägcrbataillons aus Marburg konzertieren.
Kerichlslaal.
(n) Gießen, 11. Aug. Tie Strafkammer verurteilte den Taglöhner Karl St. von Stumpertenrods wegen Hausfriedensbruchs zu der höchsien zulässigen Strase von einem Jahr Gefängnis und wegen falscher Namensangabe zu drei Wocl>cn Hast. St. ist nachts in Gemeinschaft mi^ Josef M. aus Steinach in die Wohnung eines Zieglers zu Fauerbach em- gedrungen, der mit seinen Familienangehörigen aus Angst die Flucht ergriff und die Polizei requirierte. Bei Kiner Ruckkunst fand er seine ärmliche Wohnung fast ganz ausgeräumt. Den andern Tag sand man das Bettzeug an einem Eiscnbahudamm liegend vor; Kleider und Schuhe aber roaren, verschwunden M konnte alsbald verhaftet werden, während ©t. entkam und sich längere Zeit unter falschem Nanien umhcrtrieb, aber kürzlich gelegentlich der Verübung eines Betrugs festgenommen wurde, wobei es sich berausstellte, daß er Mittäter war Gericht konnte sich nicht davon überzeugen, daß er m der Absicht zu stehlen eingestiegen ist; auch Eomite ihm nicht nachgewiesen werden, daß er sich tatsächlich etwas angeeignet hat, da M., der früher abgeurteilt worden ist, die fehlenden Sachen mitgenommen hatte Es wurde deshalb die Klage wegen Diebstahls fallen gelassen, doch sollte ihm für seine Tat ein gehöriger Denkzettel zuteil werden, indem man die Anklage auf Hausfriedensbruch richtete — Der Kaufmann Edmund E. aus Halle war wegen Sachbeschädigung angeklagt. Im Mai d. I. nahm Notar Stahl zu Bad-Nauheim zwischen E. und einem Einwohner zu Bad-Nauheim einen Vertrag auf, der in amtlicher Aufbewahrung des Notars blieb. Nachträglich wünschte E. eine Aenderung und begab sich zu diesem Zweck zu dem Beamten, den er um eine Abschrift ersuchte, die ihm aber nicht erteilt werden konnte. Er bat nun um Einsicht der Urkunde, die ihm auch gewährt wurde Während sie sich zusammen unterhielten, zcrnst E. plöklich die letzte Seite der Urkunde, aus der sich die Unter» schristen befanden. Auf Anzeige des Notars wurde wegen Sachbeschädigung Strafantraa gestellt. Die Verhandlung ergab^daß E ein sehr nervöser Mensch ist, der nach der Ansicht der Sack>- ve'rständigcn die Tat in einem Zustand der Bewußtlosigkeit verübt hat und' daher für seine Handlung nicht verantwortlich gemack-t
werden kann. Das Gericht erkannte d-mgcmäs- auf Freisprechung. — Gegen ein Urteil des Sch,össcngeru.rs Laubach hatte der Zigarrenmacher Karl P. von Münster < crufung erhooen. Er war in einer Wirtschaft mit einem Gaste in streit geraten und hat aus Aerger darüber ihm aus dem .eumwege sieben ^5enter scheiben e in g e sch l a g c n. Tas >schöslengericht verurteilte ihn dafür zu einer Geldstrafe von J50 Mark. Er focht )as Urteil an und bestritt seine Sc.-uld. a.ie Berufungs-Verhandlung ließ aber keinen Zweifel an seiner schuld, weshalb das Urteil seine Beslätigung fand. — Tie Tienstmagd Marie G. aus Büdesheim hat auf einem Krankheitsschein das ^atum ab» geändert, um sich für zwei weitere Tage das Krankengeld zu verschaffen. Sie legte die gefälschte Urkunde der Kaue vor, von wo aus Anzeige erhoben wurde. Wegen Ur künden - ä l s ch u n g wurde sie, unter Annahme mildernder Umstande, ;ic in ihrer Jugend gefunden wurden, zu einer Gefängnis- trafe von einer Woche verurteilt. — Wegen Mietgeld sch win- bei ei wurde der Dienstknecht Franz Gustav R. aus Tragnitz zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 1. Februar d. ^. vermietete er sich zu einem Pachter nach Rohrbach aus em Jahr. Noch im nämlia-en Monat verließ er seinen Dienst und vermietete sich in zwei weitere Stellen, wo er das Mietgeld erhielt, aber seinen Dienst nicht antrat. Er ist rücksällig; es wurden ihm aber mildernde Umstände zugebilligt, um ihn oor_ dem Zuchthaus zu bewahren da er zum Militär ausgehoben iil. — Der Taglöhner Georg W. von Lbcr-RoSbach hat gegen die Ehefrau des Bauunternehmers W. Privat klage erhoben, weil sie ihm Faulenzerei zum Vorwurf gemacht haben sollte. Frau W. erhob Gegenklage, da sich der Kläger bei einer ^chieds- gerichtsverhandlnng zu einer beleidigenden Aeußerung _ hatte hinreißen lassen. Beide wurden durch das hiesige <schöfjengericht zu Geldstrafen von je 10 Mark verurteilt. Frau 23?., die sia) unschuldig suhlte, erhob Berufung, die von der Strafkammer aber vcrworjen wurde. Infolge Revision hob das Lberlauvesgericht das Straskammerurteil insoweit es die Berufung verwarf, auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung ui die Vorinstanz zurück. Das Gericht konnte nach der heutigen Beweislage nicht für festgestellt erachten, daß die Aeußerung der orau W in der Form gefallen ist, wie die Klage behauptet; auch waren die Zeugenaussagen derart widersprechend, daß auf sie wenig Gewicht gelegt werden konnte. Es trat deshalb bezüglich der Frau W. Freisprechung eilt Im übrigen behielt es bei irr Verurteilung des Klägers bezw. Widcrbekmgt;n sein Bewenden.
Potsdam, 10. Aug. Tie 13jährige Emilie dienert hatte sich wegen eines M 0 r d a n s ch l a g e s , begangen gegen die Hilfsschwester des Lberlin-Hauscs Klara Noack, vor der hiesigen Ferienstraskammer zu verantworten. Ter Gerichtshof erkannte gegen das früh verdorbene Kiiid auf ein Jahr sechs Monate Gesängnis.
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Sicin, meine Herren — ist te abcr fumiidj!
__ Ta sitzen Sie nun alle bei einander und lutschen Fays Sodener Mineral-Pastille,» um die Wette und alle sind Sie stockheiser 'W' und erkältet!" — „Na," brummt einer der Heiseren, „wissen /MX Sie vielleicht 'was besseres gegen Husten und Heiserkeit, Schlingbeschwerden und dergleichen fcböne Singe mehr? Das gibl's doch gar nicht, beim die ©ebener sind ausgezeichnet. Und wenn Sie über uns spotten wollen, so seien Sie auf der Hut. Wie sagt doch Göthe: „Warle nur, balde - 822 lutschest Tu auch I" In allen Apotheken, Drogen- und Mine- ralwasjerhandlungcn zum Preise von 85 Pf. erhältlich, hv ’/6
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