Ausgabe 
12.5.1905 Zweites Blatt
 
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beiden Lebensmüden hatten an ihre Eltern Abschiedsbriefe

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Oest. Kredit . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß .

wurde im Laufe des gestrigen Tages der Opferstock er­brochen und der Inhalt in Höhe von 1215 Mk. daraus gestohlen; 48 Pfg. hat der Dieb zurückgelassen. Hinsicht­lich des Täters ist noch nichts bekannt. Die Kirche stand den ganzen Tag über offen, weil an ihr gegenwärtig Dach- reparaturcn ausgeführt werden. Der Diebstahl wurde erst gestern abend entdeckt. (W. Ztg.)

Frankfurt, 11. Mai. Im Stadtwald, an der Isen­burger Chaussee, wurde heute früh der 34 Jahre alte Brief­träger Karl Blind mit einem Schuß in der rechten Schläfe tot aufgefunden. Der Lebensmüde, ein alleinstehender Mann, war beim Postamt tn Heddernheim angestellt, wo sich auch die Wohnung befand. An seine Schwester richtete er ein Abschiedsschreiben, worin er den Wunsch ausdrückte, in Mainz verbrannt zu werden. Blind war ein tüchtiger Beamter, gegen den nicht das geringste vorlag. Er hatte gestern einen freien Tag. Als der Personenzug der Sachsenhausen-Offenbacher Lokalbahn, der morgens 6,20 Uhr von Sachsenhausen abjährt, gestern den Bahnhof Ober­rad verlassen wollte, bemerkte der Lokomotivführer Ernte­mann noch im rechten Augenblick, daß die Weiche an dem dortigen Kreuzungspunkte für die falsche Strecke ge­zogen war. Dem Führer, der sofort Gegendampf gab und die Luftbremse zog, gelang es, seinen Zug vier bis fünf Wagenlängen vor dem Personenzug von Offenbach, der aus freie Einfahrt wartete, zum Halten zu bringen. Beide Züge waren stark besetzt, und nur der Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart des Führers ist es zu danken, daß kein Unglück geschah. (Kl. Pr.)

Kreuznach, 10. Mai. Gestern in aller Frühe fand man am Ufer des Mühlenteiches Herren- und Damenkleider. Der Verdacht, daß es sich hier um einen Doppelselbst­mord handele, hat sich bestätigt, denn heute mittag wurden zwei Leichen von zwei Personen aus dem Wasser gezogen und zwar die des 18 Jahre alten Schneiderg es ellen Andreas Freisen aus Wallhausen und die des 18 Jahre

geschrieben, in denen sie um Verzeihung für ihre Tat bitten, te. Aschaffenburg, 11. Mai. Nach beim hiesigen Bezirksamt eingetroffener Nachricht wurde in Krausenbach, Post Winters b ach, ein Fall von Genickstarre konstatiert.

KandeL usib A-lkeyr. IotLswiNschaft.

Berliner Börse vom 11. Mai 1905.

(Mitgeteill von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prwat°Diskont 28/8 Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Harpener Bergbau . . 214.10

Tendenz: matt.

Kunst und Wissenschaft.

Das Befinden Maxim Gorkis. Aus Peters­burg wird demB. T." gemeldet: Einer der hiesigen Freunde Maxim Gorkis hat von ihm einen Brief aus der Krim erhalten. Gorki schreibt, daß es ihm besser gehe; nur klagt er über starkes Kopfweh und Fieber. Ihm wäre jetzt der Aufenthalt über­all mit Ausnahme Petersbrxras gestattet.

Eine originelle Feier des 100. Todestages Schillers ist am Ostersonntag in Amsterdam veranstaltet worden. Die im Jahre 1893 gegründeteMiniatur tooneel vcr- eeniging te Amsterdam" (P u p p e n t h e a t e r v e r e i n) brachte W i l h e l m T e l l" zur Aufsiihrung. Die.mit dein Deklamieren der Rollen betrauten Herren und Damen befanden sich, unsichtbar für die Zuschauer, hinter den Kulissen, auch die Ouvertüre von Rossini war hinter dem Vorhang auf dem Piano mit Vtolxn- begleitung gespielt worden. Tie Dekorationen waren genau nach den Zeichnungen des Dekorationsmalers am großherzoglichen Hoftheater in Darmstadt, E. Beyer, von Mitgliedern des Vereins gemalt, während die zahlreichen Puppen durch eine tunftsinnige Dame angekleidet worden waren, wobei auf die wahrheitsgetreue Nachahmung d^r Kostüme der Zeit, in der das Stück spielt, viel Fleiß und Studium verwendet worden war. Ten Glanzpunkt bildete Geßler zu Pferd nvt seinem farbenreichen Gefolge, der Mechanismus wirkte in ausgezeichneter Weise, so daß selbst der Apfelschuß in der täuschendsten Weise vorgeführt wurde. Treffend waren die verschiedenen Arten der Beleuchtung der Szene, das Alpenglühen rief die Erinnerung an das Gastspiel der Meininger im Jahre 1880 wach, wie auch die Nachahmung des rollenden Donners, des Wetterleuchtens, der treibenden Wolken, des Nieder­brennens der Zwingburg des aufgewühltexr Sees mit dem hin- und herschwankenden Nachen trefflich wiedergegeben wurde. Der Tert, der von Dilettanten gesprochen wurde, war natürlich Nebexx- sache. Dagegen konnte die hier gebotene Augenweide ein Genuß genannt werden.

EinkontraktbrüchigerTenorist. Hofopernsänger Burr ian in Dresden, der schon einmal in Budapest ver­tragsbrüchig wurde und durch seine Tenoristenlaunen der General- direttion der Dresdener Hofoper wiederholt Verlegenheiten be­reitete, scheint es, so schreibt ein Dresdener Blatt, seinem Vor­gänger Anthes gleichtun zu wollen, obgleich ihn Publikum und Preise außergewöhnlich warm aufgexwmmen und auch die General­direktion alles getan, uxn ihm die Stellung zu wahren, die er bei seinen künstlerischen Eigenschaften beanspruchen dürfte, uxxd bei Vertragserneuerung die G a g e a u f 32 000 Mark erhöht hat. Er hat den für ein Londoner Gastspiel benutzten Urlaub aus eigner Machtvollkommenheit ungebührlich verlängert und hat noch keine Lust, seinexx hiesigen Verpflichtungen zu entsprechen.

Zürich, 10. Mai. Die philosophische Fakultät der Unt- versität Zürich hat den Bildhauer Richard Kißling, den Schöpfer des Tell-Denkmals in Altdorf, zum Ehrendoktor ernaxxnt.

Schutzleute ihre Aufmerksamkeit auf zwei verdächtige Personen,Ialten Dienstmädchens Lina BrixiuS au§ Alsenz. Die von denen einer ein auffallendes Paket trug. Schnell näherten hpihpn QpfcpnRmuhpn Fmtfpn nn ihn» Eltern AdfckiedSbriese sich. dxe Beamten den Unbekannten, worauf beide die Flucht er­griffen und ihr Gepäck zurückließen. Es gelang mit großer Mühe einem der Flüchtlinge, welcher ein großes Schlachtmesser inü sich führte und sich später als Metzger Wilhelm Manfred Haus, geb. Icom 5. Febr. 1881 zu Hanau und wohnhaft zu Frankfurt a. M., legitimierte, einzufangen und dingfest zu machen, w ährend der Komplize nach dem freien Felde entkam. Doch auch dieser sollte sich nicht lange der Freiheit erfreuen. Mehrere Schutzleute und ein hiesiger Gendarm nahmen sofort, sämtlich mit Fahrrädern ausgerüstet, die Verfolgung auf. Eine Stunde später wurde der Flüchtling in der Person des Hausburschen Hermann Roth, geb. am 31. März 1887 zu Cincinattt und wohnhaft in Frankfurt a. M., auf dem Bahnhofe in Nieder- Wöllstadt, wo er bereits ein Billett nach Bockenheim gelöst hatte, festgenommen und nach Friedberg gebracht. Axis den zurück- gelassenen Effekten war zu entnehmen, daß die Festgexxommenen in derselben Nacht in der V i l l a D i a n a z u B a d - N a u h e i m einen Einbruchdiebstahl zum Schaden der Villenbejitzerin und vieler Kurgäste begangexx hatten. Haus soll die Tat leugnen, während Roth sie in gemeinschaftlicher Ausfiihrung mit Haus zugestanden hat. Die Bestohlenen sollen nicht wenig erstaunt darüber gewesen sein, daß die Diebe ftüher gefaßt wurden, als ihnen die Diebstähle bekannt wurden, uxxd daß ihnen ihre ge- stohlenexx Schuhe, Stiefel und Kleidungsstücke noch so rechtzeitig zurückgegeben werden konnten, daß eine Verzögerung zum Besuche des Frühtonzerts nicht einzutreten brauchte.

Worxxxs, 11. Mai. In der Liebsrauenkirche

Telephonischer Kursbericht

Frankfurt a. M., 11. Mai. Offizielle Schlusskurse.

. 34.65

Italien. Rente

4°

Unif. Türken

1%

äussere Argentiner

Tendenz: ruhig, Schluss schwach.

Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: i. V. August Goetz.

. 243.00

. 214 00

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3Vt% 3"/o 3V.°/o ü°/o

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66.90

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52.20

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3"/g Mexikaner 41/zO/g Chinesen . Electric. 8ohuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank .

Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gottbardbahn , . Laurahütte . . Bochum . , . Harpener . . .

Staatschatzscheine

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen Oberhessen

Türken lose......

4% ürieoh. Monopol.-Anl.

4=7.%

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4% Oesterr. Goldrente . . 101.90

4i/6% Oesterr. Biiberrente . 101.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.75

Lebensweisheiten.

Ter Mensch stirbt nicht, er bringt sich um", sagt P. FlourenS in seiner berühmten Schrift über die Langlebigkeit. In der Tat kann man ohne Uebertreibung sagen, daß dxe Mehrzahl der Menschen eines unnatürlicheix Todes stirbt, nxdem sie durch unzweckmäßiges Verhalten oder Rlchbeachtung der einiachsten hygienischen Regeln ihr Leben vor der Zeit abkürzen. Tenn die Krankheiten befallen uns nicht plötzlich luxe ein Blitzstrahl aus heiterem Himmel, sondern dxxrch xnigesiinde Lebensweise xind unrichtige Ernährung wird all- inählrch die Zusammensetzung des Blutes verschlechtert, die Säslen- nxischuixg verdorben, der Stoffwechsel verlangsamt, die ganze Ror-i permaschine wird verschmiert und nutzt sich sehr bald ab.

Es ist übrigens merkwürdig, daß einerseits allgemein da3 Leben so hoch geschätzt wird, daß man aber anderersexs so wenig zxx seiner Erhaltung und zur Bewahrung der Gesundheit tut. Erst wenn man krank ist, lernt man die Gesundheit recht schätzen. Freilich ist es schort besser geworden dilrch die Popularisierung der Hygierxe. Namentlich die wohltuende Wirkung der Bewegung hat viel Anklang gefundeix durch Verbreitung von Sport und Spiel. Wber gerade ein für die Krafterhaltung sehr wichtiger Faktor wird noch arg verrxachlässigt: die Ernährung. Und doch bildet eine richtige Ernährung die Bedingung für unseres Körpers Lebensenergie. Es giebt absolut keine, noch so verschlvindend geringe Menge von Stoff und Kraft, welche der Organismus aus sich selbst heraus erzeugen könnte; sie muß ihm immer von außen zugeführt worden sein. Und da der im lebenden Organismus niemals ruhelide Stoffwechsel denselben fortwährend gewissermaßen voix Jnnexx heraus aufzehrt, so muß er fernen notwendigen Ersatz durch Zufuhr von außen finden, wenn er nicht innerhalb einer gewißen Zeit zu Grunde gehen soll.

Wer also seinexx Körper nicht frühzeitig abilutzen, sondern sich möglichst lange bei Kräften erhalten will muß die nötigen E r s a tz st o f f e mit der Nahrxmg stets in geeigneter Weise auf- nebnten. Ob die regelmäßig genoßenerx Speisen auch wirklich alle für den Organismus nötigen Stoffe genügend enthalten, kann Jeder an seinem Gesundheitszustände bald merken. Nicht ist dies nämlich der Fall, wenn die schlechte Blutbildung und mangelhafte Säftenmischung Selben Hervorrufen wie Bleichsucht, Blutarmut, Schwächezustände, Nervosität, Rhachxtis, Skrophulose, Gicht, Zucker­krankheit und dergleichen. Dami ist es höchste Zeit, die ärztlich kombinierte Nährkraftspexse Bioson zu gebrauchen, welche alle nötigen Lebensstosfe in geeigneter Weise enthält. Diese ist nicht zu verwechseln mit den vielen teuren unschmackhaften Eiwexßpräparaten, Blutextrakten, Eisenmitteln, u. f. w. Bioson fertig zum Gebrauch, erhältlich in den Apotheken, Drogerien u. s. w. das ya Kilo Mk. 3. ist eine ganz eigenartige Nährspeise, welche anstatt Kaffee morgens getrxnxken xvird und nur 30 Pfg. täglich kostet, und lese man die Berichte der Professoren, Aerzte, medizinischen Zeitungen und die Broschüre des Dr. Rod. Schultze,Die Bluterneuerungskur" welche im Depot gratis erhältlich. b7/*

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