Ausgabe 
12.8.1905 Erstes Blatt
 
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Samstag 12 August 1905

Erstes Blatt.

GietzenerAnzeiger

Eeneral-Anzeiger &

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ZM§- und Anzeigeblatt für Ley Kreis Giehen

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Die heutige Kummer umfaßt 14 Seiten.

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Blatt Bonitierungskarten,

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Einsicht

der

Zur

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dicken Brillantstem und

Gießen.

Auf diesen Stationen wurden die Pro-1 vicwcn, der sich aber ihren Nachstellungen bisher geschickt zu ent- den Walroßfang verbessert. Die Ex-l ziehen wußte.

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gefundenen Gegenstände uns geltend zu machen.

Zuteilungskarte, Besitzstandsverzeichnis, Gütergeschosse, Zusammenstellung der Gütcrgeschosse, Zuteilungsverzeichnis, GeldauSgleichungSverzeichnis; b) Gemarkung Birk lar:

Zuteilungskarten, Besitzstandsverzeichnis, Gütergeschoffe, Zusammenstellung der Gütergeschosse, Zuteilungsverzeichnis, GeldauSgleichungsverzeichnis Beteiligten offen.

155. Jahrgang

bi^ig

8. daß Protokollbuch;

II. Die Arbeiten deS II. und III. Abschnittes von infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücken:

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Kbrefle für Teveidien: Anzeiger Stehe». stkrulvr»chonw>>"861

a) Gemarkung Lich: Blatt Bonitierungskarte,

Die Ariedensverhandlungen

Nehmen ihren Fortgang, oder sie fangen vielmehr erst an. Die seitherigen Berichte waren ziemlich inhaltslos. Wenn aber einzelne Blätter darüber gar so unwillig tun und von einem Satirspiel reden, in daS die bevorstehende ernste Aktion durch die amerikanische Berichterstattung verwandelt werde, so braucht man darin nicht allzu lebhaft einzustimmen. Die Friedensverhandlungen bedeuten ein Ereignis, und die Welt ist gespannt und rüstet sich, den AuSgang zu vernehmen. Wenn die Verhandlungen noch nichts ergeben haben, waS

50,6.50 20,3.G0 .35,4.50

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Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen gegen findet statt:

Dienstag den 29. August l. Js.,

vormittags von 9V2 bis IO1/» Uhr,

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Langsdorf.

In der Zeit vom 15. August I. IS. bis einschließlich 28. August l. Js. liegen auf dem Gemeindehaus zu Langsdorf: x

I. die Arbeiten deS III. Abschnittes von rubr. Jeld- bereinigung, nämlich:

i. 22 Blatt Zuteilungskarten,

2. 5 Bände Gütergeschosse,

3. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse,

4. 2 Bände Zuteilungsverzeichnis,

5. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis,

6. da§ Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume,

7. die geschoßweise Zusammenstellung der Obstbäume,

Nach vielen Schwierigkeiten kam dieTerra Nova" am 6. Aug. auS dem festen Eise heraus. Bei der Ankunft in Tromsoe erhielt Champ die telegraphische Meldung, daß sich auch eine zweite .Hilfsexpedition auf derMaddalcna" sich auf der Heimreise befinde Die Ziegler-Fiala-Expeditwn hatte mit sebr Viesen und sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie ging in der Teplitz- bucht in Winterguartier. Dort wurden 50 Tonnen Proviant und 100 Tonnen Kohlen auf dem Eise ausgeladen. Am 16. No­vember 1903 während eines heftigen Unwetters wu-de das ExpeditionsschiffAmerika" zertrümmert. Auch der ausgeladene Proviant und Kvhlenvorrat gingen verloren. Das Wrack des Schiffes blieb bis zum 22. Januar 1904 liegen. An diesem Tage verschwand es während eines Unwetters. Man weiß nicht, ob es gesiinken oder fortgetrieben ist Der große Proviant­verlust machte sich sehr fühlbar, doch sand man hier das von Baldwin in der Teplilibucht medergelegte Depot Im nächsten Frühjahr wurden sowohl auf der Ost- sowie auf der Westseite Versuche gemacht, nach Norden vorzudringen, doch waren die Verhältnisse sehr ungünstig. Die Exped.twn streß auf viel offenes Wasser das nachts zusror und hatte täglich große Gefahren und Schwierigkeiten zu bestehen. Der. Proviant begann, auszu­gehen Die Expedition begann nun eine mühselige Rege nach ©ü£ Auf dftscr Reise haben sich allmählich die Mitglieder auf den obengenannten Stationen, Cap Flora, Cap Dillon und Camp Ziegler verteilt. Auf s,,

viantvcrhältnisse durch den Walroßfang verbessert. ...

in hiesiger Stadt gefunden: 1 Kinderstrohhut, 1

Goldrand, 1 Zwicker, und 1 Bettüberzug; verloren: 1 Nadel mit einem

1 Zehnmarkstück.

Die Empfangsberechtigten der belieben ihre Ansprüche alsbald bei

Gießen, den 11. August 1905.

Großh. Vvlnmamt

Herberg.

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Nr. 188

tSgnq außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem ffrfflschen Ecnbrotrl die Siebener gamilien- Mättti viermal in der Woche beigelegt.

RotatwnSbrud u. Der- bet ® t Q h l'schen Unuxtl.'Bucb-u. Stein» brurferri. 8t Sange, rütofvtfttfln. 6n*fnttoe

hUNsi.

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sterti Gießen.

monatuch76 IN.. viertel­jährlich Mk. 8.20; durch Abhole- tu Zweigstetten monatlich 6d Pf.; durch diePost Mk.2. viertel- fährl. auöfchl. Bestellg. Annahme vao Anzelc ax dte i# y8r*if»nxet 'S vo antttrql 4'tlse.

Zc'^envretS: .vfli

aufwärts '"4 iSj. Beiantwortt'ch fift den poltt und tJ u letli P. ffitttio: für .Stadt imb Canb' und .Gerichtöfaal': August Goetz, für den An­zeigenteil: £)an 8 Beck

Balobanow gastfrrundschoftlick ausgenommen worden. Diese bewohnt ein reizendes Heim in_ Lugano Paradiso, das Gorki in den letzten Tagen wenig verlassen hat, da er nur abends und morgens kurze Spaziergänge machte. Durch seine naticmalrussischc Gewandung und durch die langen zur Schulter herabwallenden Haare erregte er hierbei die lebhafteste Aufmerksamkeit der Luganesen. Natürlich haben sich verschiedene Mailänder Jour­nalisten eilends hinbegeben, um den berühmten Mann zu intcr-

ittS. Und wenn* einstweilen alle äußerlichen Schritte der Unterhändler mit größter Genauigkeit verzeichnet werden, so chadet das nicht.,*-' Lieber Ausführlichkeit in solchen Dingen als in Naubmord?achen und Ehebruchsverhandlungen, wie sie auch bei uns leider immer mehr Brauch wird. Der Ernst deS gewaltigen Dramas der Fricdcnsverhandlungen wird bald genug kommen. Heute liegen allerdings noch keine sehr wichtigen Meldungen vor:

New-Port, 11. Aug. DieNew-Pork-Tribune* er­klärt, eS könne mit Bestimmtheit versichert werden, daß sieh Rußland nicht allein darauf vorbereitet habe, eine an­gemessene Kriegsentschädigung zu bezahlen, sondern, daß eS, seitdem ihm die Friedensbedingungen bekannt ge­worden sind, schon Schritte getan hat, um den erforderlichen Betrag aufzubringen. DieWorld4 berichtet, die russischen Friedensunterhändler hätten, nachdem sie die Friedens­bedingungen in Händen hatten, vor deren Uebermittelung nach Petersburg Kabeltelegrammc an die Firma Nothschild» Paris und an ein Antwerpener Bankhaus gesandt.

Portsmouth (Newhampshire), 11. Aug. Die russischen Friedensbevollmächtigten erachten die Friedensbedingungen alß sehr hart. Außer den zwei Haupt­bestimmungen, worauf Witte nach den ihm erteilten Weisungen nicht eingehen kann, werden diejenigen, die sich aus die Ein­schränkung der russischen Seestreitkräste und die Bewilligung von Fischerrcirechten beziehen, als die russische Eigenliebe ganz besonders verletzend, und als so demütigend angesehen, daß sie für Rußland unannehmbar sind. Auf der andern Seite behaupten die Japaner, daß die Erfüllung der von ihnen gestellten Bedingungen nur ein angemeffener Ausgleich für die ihnen durch den Krieg erwachsenen Opfer und für die zu Wasser und zu Land errungenen Siege sei. Ihre einzige Absicht sei, die Ziele zu erreichen, wofür sie gekämpft haben. Die Konferenz hat sich bis Montag vertagt.

Newyork, 11. Aug. Die Morgenblätter betrachten die japanischen Forderungen als sehr weit­gehend, glauben indessen, daß eine Abänderung zu er­warten ist und sie stützen die Friedenshoffnungen vornehm­lich darauf, daß das WortIndemnität" vermieden worden' ist, wenngleich die Ersetzung der Kriegskosten, die auf etwa 75 0 Millionen Dollars geschätzt sind, bean­sprucht wird. Die Russen hielten sich nach dem Empfange der japanischen Forderungen zurückgezogen, schienen aber nicht sehr überrascht oder niedergedrückt zu sein. Der Ncwyork-Hcrald", dessen Besitzer mit leitenden französischen Kreisen ziemlich intim ist, druckt einen doppelt durch­schossenen Leitartikel ab, in dem Rußland ernstlich angeraten wird, den Frieden anzustrcben. Witte erklärte, während der Nacht die Antwort auf die japanischen Forderungen geschrieben zu haben; er habe ohne Genehmigung des Zaren handeln können, da er hierzu bevollmächtigt sei. Witte wird, so wird aus Newyork gemeldet ob es aus der Luft gegriffen ist, weiß man nicht, Rußlands Antwort in der morgigen Sitzung vorlegen. Man erwartet russi­sche Gegenvorschläge. Die russischen Unterhändler haben heute eine Konferenz. An einzelnen Stellen wird die Ansicht laut, daß Rußland die japanischen Vorschläge direkt verwirft, weil bereits morgen die Antwort erfolgen soll.

Das Verhalten der beiden Missionen zueinander ist durch sorgsame Höflichkeit gekennzeichnet, aber es ist nicht frater­nisiert worden. Wenn ein Japaner an einem Russen vorbeikommt, wird die übliche Verbeugung gemacht. Gestern wurden, so wird aus Newyork vom 11. d. M. gemeldet, auf dem Hotelgebäude die japanische und die russische Flagge gehißt. Die japanische Fahne hatte aber den besseren Platz, und darüber sollen sich die Russen beschwert haben. Heute war keine der beiden Flaggen gehißt. Während beide Dele­gationen meist für sich bleiben, zeigen doch die Russen ent­schieden mehr Neigung, unter den Hotelgästen Bekannt­schaften zu machen. Sie haben auch ein mehr heiteres Aussehen, während die Japaner sich sorgfältig zurückhal­tend und etwas ernst zeigen. Herr v .Witte bewegt sich frei' umher und nimmt an der Fröhlichkeit der Hotelgäste teil. Die j u n g e n D a m e n im Hotel sind auf Seiten der Japaner! Gestern abend stimmte eine Gesellschaft junger Mädchen im Palmenzimmer unüberlegt pro-japa­nische Lieder an !Die Väter und Mütter griffen aber ein und machten dem Konzert ein Ende.

Kleines Ileuisseton.

Die Zieglersche Nordpolexpedition.

Christians a, 11. Aug. Die ZeitungAftenstosten" Meldet über die Expedition zum Entsatz der Zieglerfchen Noro- pol-Expedition' Die.Terra Nova" ist am 14. Jum von Tromsoe abgefahren. Die Eißverhältnisse waren die denkmir ungünstigsten. Tas Schiff stchr bei anhaltend dichtem Nebel ostwärts der Königs Eiskante, begann am 27. Juni im Eisezu manövevieren und rückte langsam vorwärts. Am 25. Ium fließ es auf offenes Wasser, m wachem es weiterfuhr, bis es am 26. Juni wiederum auf starkes Eis stieß. Am 29. Ium erreichte es Kap Dillon, wo man seckis Mann der Zieglerfchen Expedition wohlbehalten antraf. Diese sechs wurden mit einer erfiUttcn- expedition nach Camp Ziegler gesandt, um den Leiter der schcn Expedition, Fiala, welcher sich mit 9 Mann dort auchielt, von der Ankunft derTerra Nova" zu unterrichten. DieTerra Nova" fuhr jetzt nach Cap Flora und kam dort am 30. Juli nachmittags an. Hier wurden 22 Mann an Bord genommen, die sich in weniger guter Verfassung befanden, sodaß einzelne von ihnen wohl kaum noch eine Ueberwinterung ausgehalten hätten Am 31. Juli kehrte dieTerra Nova" nach Cap Dillon zurück Der Leiter der Entsatz-Expedition, Champ, begab sich jetzt von hier aus über das feste Eis mit einer ^chlittenexpedition pach Camp Ziegler, um Fiala zu Hille zu kommen Am 1. Aug. piaren alle zurückgekehrt und die Heimreise wurde anaetreten.

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(( i. d. Wettcrau.

Die Polcnrede des Kaisers.

wird von der Zentrumsprcsse, wie vorauszusehen war, nicht, mit Beifall begrüßt.

DieGermania" meint, durch die Rede des KaiserS^über die Ostmarkenpolitik gehe ein zwiespältiges Wesen. Obne starre Widersprüche sei eben die Polenvolitik gamicht denkbar. Der^ Kaiser möchte ohne Zweifel allen Staatsbürgern, gleichviel welcher, Nationalität und Konfession, gleich'M Schutz und gleiches Recht! anged-'ihen lassen, aber die Polenpolitik beruhe auf der ungleichen! Behandlung der Ausnahmebehandlmrg der Polen in Gesetzgebung, und Verwaltung. Die große Masse der polnischen Bevölkerung denke nicht an Treubruch und Losreißung vom preußischen Staate. Die Worte Kaisers an die Deutschen in der Ostmark enthielten! eine scharfe Verurteilung der Ansiedelungspolitik der letzten Jahre. Das Blatt schließt seinen Artikel mit folgenden Worten:Deutsch­tum heißt Kultur und Freiheit ftir Sebcn", sagte der Kaiser tie Gmstn. Wollte Gott, es wäre so. ?lber die Förderung deS Deutschtums, wie sie in der Polenpolitik sich betätigt, sieht eher nach Nnreck't und Unterdrückung aus.

Hier stimmt das Blatt in die Kundgebungen der ft> zialdemokratischen Blätter, insbesondere derBerliner Volksztg." ein, die gleichfalls einen Gegensatz konstruiert zwischen dem, was gesagt worden sei und dem, was sei. Im übrigen nimmt die Sozialdemokratie die Rede freund­licher auf als die Zentrumspresse.

DieK ö l n i s ch e Volkszeitung schreibt zu der Gnese- ncr Kaiserrede: Die Aenßerung des verstorbenen Papstes dem Kaiser gegenüber lasse sich im Wortlaut nicht mehr, authen­tisch feststelleu. Es sei aber schwer, anzunehmen, daß die Worte genau so gelautet b'ben, wie der Kaiser sie anführt. Eine feier­liche Verpflichtung für die Untertanentreue aller Katholiken und sämtlicher Stände würde erheblich 'über das hinausgehen, was b r Papst zn verbürgen in der Lage gewesen sei. Das Gnesener Domkapitel sei außer stände, die Erfüllung einer solchen Bürg­schaft zu übernehmen. Und daß die Nichterfüllung den Papst nicht noch nach dem Tode wortbrüchig dem deutschen Kaiser gegenüber machen könne, bedürfe keiner weiteren Ausführung.

Es wäre interessant, zu erfahren, ob diese Antwort auf die Rebe des Kaisers von dem Erzbischofvon Gnesen, Dr. v. Stablewsky, inspiriert ist.

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt: Soll die voll­kommen berechtigte kaiserliche Mahnung künftig die Beachtung^ finden, die sie verdient, so muß daftlr gesorgt werden, daß der deutsche Boden draußen in den vom Polentum bedrängten Ost­marken den deutschen Mann wieder nährt. Auch die ,.Posv sagt, mit der Schaffung von wirksamen Einrichtungen zur Ge­währung eines Amortisationskredites an die deutschen Besitzer würde voraussichtlich mehr für die Erhaltung des Deutschtums gegenüber dem polnischen Ansturm bestehen können, alS nnt b-m Fonds iur k^rweitnnna des Dominialbesikes.

Eine Rede des Königs von England.

London, 11. Aug. Das Parlament wurde heute vertagt. Bei dieser Gelegenheit hielt der König1 ein seltenes Ereignis! eine Rede, in der er seine Befriedigung über den Besuch des Königs von Spanien 'aussprach, der ohne Zweifel dazu dienen würde, die seit so langer Zeit bereits bestehenden herzlichen Be­ziehungen zwischen England und Spanien noch inniger zu gestalten.Tank der Vermittelung Roosevelts", fuhr der König fort,sind die russische und japanische Re­gierung in Verhandlungen eingetreten, deren Endzweck es ist, dem beklagenswerten Streite, der im fernen Osten noch immer seinen Fortgang nimmt, ein Ende zu machen. Es ist meine feste Hoffnung, daß sie zu einem dauernden, für beide Teile ehrenvollen Frieden führen werden. Dte Signatarmächte der Konvention von Madrid von 1880, sind durch denSultan von Marokko cingcladen, an einer Kon­ferenz teilzunehmen, deren Endzweck es ist, die besten Mittel zur Einführung der notwendigsten Reformen in jenem Lande zu erwägen. Die Grundlagen einer solchen Konferenz werden noch beraten. Die Trennung von Schweden- Norwegen steht augenscheinlich bevor. Ich habe das Ver­trauen, daß durch Anwendung weiser Mäßigung auf jeder Seite eine Regelung erreicht werden wird, die für beide Teile annehmbar und von solcher Natur ist, daß es meiner Negierung möglich sein wird, mit dem Volke auf der skandi­navischen Halbinsel dieselben freundlichen Beziehungen zu pflegen wie bisher. Die Lage in Macedonien und auf Kreta gibt immer noch Anlaß zu bedenllichen Befürch­tungen und erfordert fortgesetzt die Aufmerksamkeit meiner Regierung und der der anderen beteiligten Mächte. Den König von Italien gab in der Barotscfrage einen Sckiedsspruch ab; die Regelung dieser Angeleaenheit ist dadurch erzielt. Ich habe mit Freuden die Aufforderung des Königs von Italien angenommen, einen Vertreter zu der Konferenz für Errichtung eines internatio­nalen landwirtschaftlich en Instituts zu schicken, pedition ist imstanix, bedeutende Verbesserungen der Karten vvr- zunehmen. *

fd.) Mainz, 12. Aug. Theaterdirektor M ax Beh- re nb veröffentlichte heute für bic Theatersaison 19O5/O6, die am 16. September beginnt, den Prospekt mit Personalverzeichnis. Herr Dehrend leitete vorher da? deutsche Theater in London. Die Saison wird voraussichtlich mit Rosner-HumperdincksKönigs- finber" eröffnet, denen als erste OpcmvorstellunaLohengrin" folgt. Für das Schauspiel ist als Dramaturg Dr. Emll Hermann von der Universität Heidelberg tätig.

Berlin, 10. Aug. Ludwig Fulda wird im nächsten Monat eine Reise nach Amerika an treten, um dort ht einer Reihe von Städten Vorträge zu halten.

Maxim Gorki ist am 5. d. M. abends in Lugano angekommen und von der bekannten russischen Revolutionärin

im Gemeindehaus zu Langsdorf, wozu ich die Be- ckeiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichtcrscheinenden mit Einwendungen ausgeschloffen sind.

Die Einwendungen sind schriftlich abzufaffen, zu be­gründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens x/2 Bogen) einzureichen.

Friedberg, den 9. August 1905.

Der Großlmr-g icke < b r i igungskommissärr Spamer, KreiSamtmann.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 5 bis 11. August lf. Js. wurden