Aus Stadt Md Land.
Gießen, 12. Mai 1905. _
— Das Groß herzogliche Paar, sowie Prinzessin Dorothea von Solm8-Lich, sowie Prinzeß Luise von Battenberg sind gestern nachmittag 3.50 Uhr mittels Sonderzuges nach Frankfurt a. M. gefahren, benutzten von da ab den fahrplanmäßigen Zug bis Butzbach und von hier and die Nebenbahn bis Lich. Die Herrschaften werden im Laufe des Freitag wieder hierher zurückkehren. — Das GroßhcrzogSpaar in Mainz. Der Großherzog trifft am nächsten Dienstag abend, wie uns berichtet wird, mit der Großherzogin fiter ein und bleibt bis zum Samstag in unserer Stadt. Zweifellos wird die Stadt dem Großfierzoglichen Paare, das im Schlöffe Wohnung nimmt, einen festlichen Empfang bereiten.
• * Die Schillern u8 stellung der Universitätsbibliothek ist heute den Besuchern eröffnet worden. Sie enthält hochinteressante Drucke, Autogramme, Bilder re. über unsere beiden größten Dichter Schiller und Goethe. Die Ausstellung ist während des ganzen Monats Mai Dienstags und Freitags von 11—12 Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr geöffnet.
* * Unterweisung von Gerichtsassessoren 'lnderGefängniskunde. Das Großh. M i n i st e r i n m der Justiz macht darauf aufmerksam, daß im Staatsvoranschlag Mittel zur Verfügung gestellt worden sind, um Gerichtsassessoren, die sich in der Gefangniskunde ausbilden wollen und hierfür geeignet befunden werden, eine Beihilfe zu gewähren. Etwaige Gesuche sind an das Ministerium zu richten.
— Rohrbeschädigung der Wasserleitung. In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr fand in der Licherstraße an der Ecke der Wolfstraße, wo infolge vorgenommener Arbeiten das Erdreich aufgelockert war, eine Muffenverschiebung bei der Hochdruckleitung der Wasserleitung statt, welche einen erheblichen Ausfluß von Wasser zur Folge hatte. Auf sofortige Benachrichtigung des Gas- und Wasserwerks wurde die betreffende Leitung abgestellt, so daß größerer Schaden vermieden wurde.
— Der Kaufmännische Verein begeht nächsten Sonntag sein erstes diesjähriges Sommervergnügen. Tie Veranstaltung findet nachmittags auf der Burg zu Staufenberg und abends im Restaurant Germania zu Lollar statt und verspricht fröhliche Stunden, so daß auf eine große Beteiligung gerechnet wird.
rv. Bad-Nauheim, 11. Mai. Bei der heutigen letzten Sitzung des Hauptkomitees wurde das Programm zu der am Sonntag, den 14. Mai stattfindenden 50jährigen Jubiläumsfeier des großenSprudels „Friedrich- Wilhelmsquelle" endgiltig festgestellt. Punkt 8 Ufii abends erfolgt die Aufstellung des Festzuges an der neuen Post im Ernll-Ludwigsring. Hier werden den Vereinen die Fackeln eingehändigt. Bei einbrechender Dunkelheit bewegt sich dann der Fackelzug unter Vorantritt der Kapelle des 1. Großh. Hess. Jnf.-Rgts. Nr. 115 durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Sprudel. Dort angelangt, singen die vereinigten hiesigen Gesangvereine unter der Leitung des Lehrers BechtolSheimer das Weihelied „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven. Hierauf folgt die Festrede von Pfarrer Wissig. Den Schluß der Feier der Quelle bildet ein Cboral. Während darauf die Vereine mit Musik noch dem Festlokal ziehen, findet für das zurückbleibende Publikum eine Sprudelbeleuchtung statt. Der Beginn des Kommerses in Langsdorfs Sprudelhotel ist auf 10 Uhr festgesetzt. Eingeleitet wird er durch eine Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Dr. Kayser. Abwechselnd mit Ehor- und allgemeinen Liedern sowie Musikstücken folgen die Ansprachen der Bade- und Kurdirektion, des Aerztevereins und a. m.
Worms, 10. Mai. Seitdem der Prozeß gegen den Dompropst Malzi eingeleitet war und vollends nach Malzis Verurteilung richtete sich der fanatische Unverstand Malzi'scher Anhänger gegen die beiden halbwüchsigen Mädchen, an denen sich der Propst hatte vergretfen wollen und auf deren Aussagen hin das Verfahren sich hauptsächlich stützte. Den Hetzern hinter den Kulissen ist es, wie die „Wormser Volksztg." berichtet, nun gelungen, die Hedwig Schmidt, die ihrer Mutter den kargen Lebensunterhalt er- leichtern soll, aus ihrer Stellung in einem hiesigen Geschäft zu vertreiben. Mit Bedauern und ganz gegen seinen Willen mußte der Geschäftsführer der Firma das Mädchen wegschicken, wollte er nicht sein Geschäft aufs schwerste gefährden. Täglich seien insbesondere Bauern aus den katholischen Ortschaften gekommen, um ihre brutale Verhetzung gegen die Schmidt in der für das Geschäft unangenehmsten Weise zu dokumentieren; sie entfernten sich mit der Drohung, nie mehr bei der Firma zu kaufen.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am 9. d. Mts. sand die Abnahme der Odenwaldbahn Mosbach -Mudan statt. Die Eröffnung dürfte, am 1. Juni erfolgen.
• Berlin, 11. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte in geheimer Sitzung einstimmig die Forderung von 150 000 Mk. zur Ausschmückung der Feststraße bei d-r Einholung der Braut des Kronprinzen.
• Erfurt, 11. Mai. M. Peterse ims Blumengärtnereien erreichten in dem jetzt zu Ende gehenden Rechnungsjahre in der Anzucht und dem Versand eine Gesamtziffer von über 22 Millionen Pflanzen und Zwiebelgewächsen.
• Stettin, 11. Mai. Der von Stettin nach Swine- münde abgehende dänische Dampfer „C. P. 9L Koch" stieß gestern am Eingänge zum Papenwasser mit einem schwedischen Schooner zusammen. Der Schooner sank sofort. Von der vier Mann zählenden Besatzung ertrank der Bruder des Kapitäns. Das Wrack liegt inmitten des Fahrwassers.
• Die Gräfin Montignoso siedelt, wie aus Salz- äurg gemeldet wird, im Sommer nach der Insel Wight über. DaS Wiedersehen ihrer Kinder wurde ihr an einem noch zu bestimmenden Ort für das nächste Frühjahr zugesichert.
• München, 11. Mai. Prtnz Ferdinand Maria zog sich gestern in der Equitationsanstalt durch einen Sturz vom Pferde eine leichte Gehirnerschütterung zu und
mußte die Teilnahme an dem Empfange des Königs von Sachsen und an der Hoftafel in der Residenz absagen. Der Prinz befindet sich auf dem Wege der Besserung.
• Newyork, 11. Mai. Ein schwerer Orkan hat die Stadt Snyder (Oklahoma) zerstört. 500 Personen sind um gekommen.
• Oklahoma Eity, 11. Mai. Hier eingegangenen Berichten zufolge sind in Snyder durch den Tornado 3 6 0 bis 400 Personen umgekommen.
• Ein Eisenbahnunglück in Amerika. Ein Expreßzug der Pennsylvania-Bahn von Chicago nach Newyork fuhr bei Harrisburg gegen einen Dunamit- Waggon in einem Frachtzug. Die ersten sechs Wagen des Paffagierzuges wurden zertrümmert, singen sofort Feuer und brennen gegenwärtig noch. Unter den brennenden Trümmern liegen, laut Telegramm atis Ne w york, sämtliche Passagiere zweier Schlafwagen, sowie viele andere, insgesamt vielleicht 9 0 Personen. Daneben liegen etwa 5 0 Verletzte. Die Szenen sind entsetzlich, da diese Passagiere schreckliche Qualen erdulden und immer wieder bitten, sie zu töten. — Bei dem Unglück auf der Pennsylvaniabahn, so lautet eine spätere Meldung, explodierten zunächst die Keffel der Lokomotive des Passagierzuges. Hierdurch erst roitrbe die Explosion zweier mit Dynamit beladener Wagen verursacht und dadurch wurden sämtliche Personenwagen in tausend Trümmer zersplittert. Diese bildeten zusammen mit den zerstörten Wagen des Güterzuges einen großen Trümmerhaufen, der alsbald in Flammen aufging. Alis den Schlafkabinen der Wagen wurden die Leichen der Reisenden durch die Gewalt der Explosion auf den Bahndamm und in den Susquefiannafluß geschleudert. Aerzte und die Feuerwehr wurden sogleich herbeigcrufen und die Verwundeten, die man aus den Trümmern befreien konnte, in das Krankenhaus gebracht. Es heißt, das Unglück sei dadurch veranlaßt worden, daß ein Schlauch der Luft- druckbremse des Güterzuges platzte, wodurch eine Anzahl Wagen quer über das Gleis des Personenzuges geworfen worden seien. Gleich darauf ist der Expreßzttg in den von Güterwagen gebildeten Trümmerhaufen hinein- gefafiren.
Aniveisiläfs-Valtzrichten.
h. Marburg, 10. Mai, Heute tagte hier der vor kurzem begründete M a r b u r q - G i e ß e n e r L. E. (C olntrner Lands- Mannschaften). Dom Bahnhof aus bewegte sich um 6 Uhr abends ein Zug von nahezu 200 Teilnehmer, Mitglieder ->er Landsmann- rchaftert Hasso Borussia-Marburg, Tarmstadkia-Gießen, Hallo Guest- phalia-Marburg, lebhast begrüßt von den Einwohnern Marburgs, naeh dem „Museum". Im großen Saale des Museums sand abends Festkommers statt, zu dem Se. Mag. t r Rektor der Universität, Vertreter der städt. Behörde, des OlsizierkorvT, des Akademischen Lehrkörpers u. l. w. erschienen waren. Atli den Galerien hatte sich ein zahlreicher Damenflor eingestmden, der ben, ein buntes Bild bietenden, Commers bis zur späten Mitternachtsstunde mit großem Interesse verfolgte. Der nächste Komnlers wird voraussichtlich im Wintersemester in Gießen stattfmden.
Berlin, 11. Mai. Ein Protest der Universität Greiiswald gegen d e n E r l a ß d e s K u l t u s m i n i st e r § vom Iß. März ist jetzt zu den Eingaben von Göttingen Marburg nnb Aachen hinzugekommen. Rektor und Senat der Universität Greiiswald erkläreit, daß jener Erlaß ihrer Ueberzeuamlg nach un Widerspruch stehe sowohl mit der traditionellen Behandlung der akademischen Freiheit als auch mit der Bestimmlillg des § 3 des Gesetzes vom 29. Mai 1879.
he. A a ch e n, 11, Mai. Aus die in der Architekturabteilllllg der Technischen Hochschule zu Aachen durch das Ableben des Geheimelt Negierlmgsrats Prof. H. Ta merk erledigte etatsmäßige Professur für Architektur ist der Landbauiltspektor Fritz Klingholz zu Mainz berufen worden. Diese Professur um- iaßt: Architektur der Reltaisiallce, Entwerien von Eisenhahnhoch- bauten, Landwirtichastliche Bauklmst, Veranschlagen und Bau- iührung, sowie Geschichte der Baukunst wtd Formenlehre.
rrh Wil cnlckall.
Berlin, 12. Mai. Ludwig Fttlda beschäftigt sich nach dein „Börfen-Courier" mit den Vorarbeiten zu ein in Vers- ft ü cf, das im Laufe des Sommers zur Vollendung gelangen dürite.
Brüssel, 11. Mai. Tie Künstlerin Eleonore D n f e hat sich gestern einer Operation unterzogen, welche infolge eines Mißgriffes in der Behandlung eines soweit unwesentlichen Unwohlseins notwendig wurde. Tie Operation ist vollständig gelungen und die Künstleriit außer Gefahr.
^rßeift'rfifWCflunq.
Basa, 11. Mai. Heute begann infolge eines Beschlusses der Meisterschaft die teilweise Aussperrung der Arbeiter des Baugewerbes.
E h i e a g o , 11. Mai. Präsident Roosevelt empfing gestern Nachmittag eine Abordnung der streikenden Lastfuhrwerk s k u t s ch e r und erklärte ihnen auf das bestimmteste es sei ihre Pflicht, die Ordnung aufrechtztterhalten und die Gesetze zu beachten. — Den Ausständigen wollen sich nunmehr auch 25 000 Kutscher der Mehlhäudler und Bäckereien an- schließell, sodaß der Stadr eine Brotnot droht. Die Führer der Streikbewegtlng baden jede Kolltrolle über die Maffeil verloren. Die Fraueil der Ausständigen Hetzen diese ztl Angriffen nuf die Arbeitswilligen auf, wobei Straßenbahnwagen demolirt nnb die Insassen verletzt wurden. Verschiedene Straßen und Stadtviertel sind dem Mob vreisaeaeben.
Aertckitsl-ial.
fc. Hanau, 11. Mai. Der Viehg-roßhän hier Daniel Hellmann ans Gelnhausen wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust verurteilt unter Zubilligung miwcrndcr Umstände. .Heilmann war durch Verluste, vornehmlich in Berlin und Hamburg, in Geldnot geraten und suchte diese dadurch zu beheben, daß er 11 Wechsel im Betrage von 600 bis zu 5000 Mark auf verschiedene Freunde, besonders Frankfurter Metzger, fälschte. Der Angellagte war geständig.
Stadtrat gegen Redakteur. Eine Beleidigungsklage des Stadtrats Mannheim gegen den Redakteur des Ludwigshafener „General-Anzeiger" Ernst .Heck- monn gelangte am 9. d. M. vor dem Schöffengericht in Mannheim zur Verhandlung. ES handelte sich um eine Zeitungsfehde zwischen dem genannten Redakteur und Stadtrat in Sachen der Zulassung von Ludwigshafener Jnftallations!-- firmen in M a n n h e i m zur Ausführung von Haus-Anschlüssen an das Retz des städtischen Elektrizitätswerks. Anfangs November v. I. erschien im „General-Anzeiger" ein Artikel, bet die Maßnahme einer K'ritik unterzog, daß Ludwigshafener Firmen für die genannten Arbeiten nicht mehr zugelassen lein sollten. Daraufhin brachte der Mannheimer S-t'adtratS- bericht am 17. November die Antwort, die Firma Brown, Noveri u. Co. habe bisher ben Standpunkt vertreten, daß nur Firmen für Aiffchlüssc zugelassen sein sollten, die einen Sitz am Orte haben, gleichwohl habe sie auch, wo dieses nicht geschehen, die Zulassung nicht versagt. Hierauf veröffentlichte der General- Anzeiger beit Briefwechsel zwischen irr Siidbeulschen Elcktrizitäts- gesellschaft und der Firma Brown, Bovcri u. Co. Diese bestand hiernach herauf, daß die Gesellschaft bet Zulassung -ur Jnstalla- 1 tion von HauSanschlüssen ntindestens eine Niederlassung in Mann-
heint haben müsse. Weiter würbe erwähnt, daß Herr Jean Heim in Ludwigshafen, der sich ebenfalls um Zulassung beworben, nicht einmal einer Antwort gewürdigt worben sei. Der Stabtrat veröffentlichte dann seinerseits im Stabtratsberichte vom 6. De-, beit Briefwechsel zwischen ihm nnb bert genannten beiden Firmen, auf gründ bessen die Ausstellungen deS „General-Anz." als unrichtig bezeichnet wurden. Weiter stellte bet Stadtrat fest, daß die Firma Brown, Boveri u. Co. gegen seinen Willen die Zulassung von Ludwigshafener Firmen zu .Hausansehlüssen verweigerte, also ihre Befugnisse überschritten habe. Die Antwort des „Gen.-Anz." in der Nummer vom 15. Dezember lautete folgendermaßen: „Drei anbete Briefe, welche aber hauptsächlich bei Beurteilmta bet ganzen Sachlage inbetracht kommen müssen, sind unterdrückt. Wit können nicht glauben, daß der Mannheimer Stadtrat von seinen Organen oder bei der Vorlage des ihm zur Beurteilung vorgelegten 'sachlichen Materials' an her Nase hentm- geführt würde, wir glauben vielmehr, daß eine allerdings ganz unverzeihlick)« Vergessenheit an jener Stelle obwaltete, welche in der Lage gewesen wäre, Licht über jene Maßnahmen zu verbreiten, die in ihrer Ausführung geeignet find, das Ludwtgö- hafencr Gewerbe in Mauitheim auszuschließen." Die Vorgen. Ausführungen bilden den ersten Punkt der Beleidigungsklage. Der Beklagte hält seine Behauptungeit völlig aufrecht. Vertreter des Klägers. Tr. Stern: Der (Stabtrat kann doch nicht mehr Briefe veröffentlichen, als er hat. Verteidiger Dr. Meyer-Ludwigshafen. Daun wäre es seine Pflicht, sich dieselben zu beschaffen. Wester befand sich in dem Artikel der ebenfalls in- fr tut irrte Schlußsatz: „Denn eine Stadtverwaltung, welche die Veantw"rtimg von Gesuchen privater Untcruehmunaen unterläßt, kann schließlich nicht mehr unterscheiden, was „gröblich entfteflt" oder was Wahrheit ist und dies trifft im vorliegenden Fall vollständig zu." Das Gericht verurteilte nach längerer Beratung den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10 Mark und in die Kosten. Dem Angeklagten wurden Milderungsgründe in weitestem Maße zugebilligt und auch gegen den Willen des Vertreters der Klage her Schutz deS § 193 zugesprochen. Der Angeklagte habe iedoch die Grenzen überschritten und war weaen formaler Beleidigung zu verurteilen. Festgestellt sei/ daß die Firma Brown und Boveri einen erhcblicben Teil her Schuld trage, da sie ihre Befugnjss- v-it überschritten hab«'.
Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Am Sonntag Jubilate, ben 14. Mai: Vormittags 9</f Uhr: Pfarrer I). Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.
In der IohanueSkirche. Sonntag, Jubilate, den 14. Mai: Vormittags 91', Uhr: Professor D. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrassistent Sattler. — Sonntag, Abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johannes- kirche. __
Katholische Gemeinde.
SamStag, den 13. Mai 1905: Nachmittags unt 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 14. M ai 19 0 5, 3. Sonntag n a ch Ostern: Vormittags von 6 ^2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. Vormitags um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heilige Dlesie. Vormittags um 9Uhr: Hochamt mit Predigt. Nach- mittaas um 2'/, Uhr: Chriltenlehre: darauf dlndacht. Dienstag und Freitag abend um 61/, Uhr ist Mai-Andacht.
Israelitische Religionsgemeinde.
c-sltcsdien<i in der Synagoge l^stdavkage). Samstag den 13. M a i 1 9 0 5: Vorabend : 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nach- mittaas 4.00 Uhr. Sckirifterklärttng. Sabbathausaana 8 55 Uhr.
Märkte.
Gießen, 11. Mai. Viehmarkt. Bei dem am 2. und 3. Mai d. Is. stattgehabten Markte waren anfgetrieben 1014 Stück Rindvieh, 11.39 Schweine. — Der nächste Markt findet am 16. nnb 17. Mai statt, am letzteren Tage auch Krämermarkt. Der herkömmliche H i m m e l f a h r t m a r k t findet am 30. und 31. Mai statt, und zwar am Donnerstag, 30. Mai Viehmarkt, Mittwoch, 31. Mai, Vieh- und Krämermarkt. Der für 6. und 7. Juni an- gesetzte Vieh- und Krämermarkt fällt auS.
ko. Frankfurt a. M., 12. Mai. Qrig.-Telear. deS „Gieß, ^lnz.") V i e h m a r k t. Zum Verkailf standen 880 Kälber, 75 Schafe und Hämmel, 676 Schweine. Kälber 1. Qual. 87—90 Pfg., Lebendgewicht 52—54 Pfg., 2. Qual. 78—80 Pfg., Lebendgewicht 46 — 48 Pfg., Schlachtgewicht 62—66 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 72—74 Pfg., 2. Qualität 64—66 Pfg. Schweine 1. Qualität 67—68 Pfg., Lebendgewicht 53.50 Pfg., 2. Qual. 66-00 Pfg., Lebeudgewicht 52—00 Pfg., 3. Qualität 60—62 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft gut, kein Ueber- stand.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Vmanssichtliche rvitterttttg in Hessen für Samstag den 13. Mai 1905: Meist trüb, leichter Regen, etwas kühler, besonders am Tage.
Nähere? durch die Gießener Wetterkarte.
Orrainat-Drat-Imetdungen.
Metz, 12. Mai. Der Kaiser begab sich heute morgen 8 Uhr mit fernem militärischen Gefolge in Automobilen vom Generalkommando nach hem Exerzierplatz von Fres cati, um dort bas K'önigs-Jnf.-Reg. Nr. 145 zu besichtigen und einen Vorbeimarsch her Garnison Metz entgegenzunehmen.
London, 11. Mai. Nach Meldungen aus Tokio veröffentlicht die japanische Negierung die Aufforderung zu Kauf- augeboten auf 22 im Hasen von Port Arthur liegenden russischen Schiffen, deren Hebung die Käufer auf eigene Kosten bewerkstelligen müssen.
Wien, 11. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Das Haus erledigte weiter die dritte Gruppe des Zolltarifs,' Textilien, durch unveränderte Annahme der vom Ausschüsse vor- geschlageneu Positionen. Hierauf begann das Haus die Beratung über die vierte Gruppe des Zolltarifs: Eisen, Edelmetalle.
Petersburg, 11. Mai. Auf der neuen Admiralität fand die K i e l l e g u n g deS Hochseekanonenbvotes „G i l j a k" und auf der Galeereniusel her Stapeliauf des Hochseekanoncnbootes „C h i- winetz" und des Linienschiffes „Andrei Perwoswanny^ statt. t
Tokio, 12. Mai. (Reuter.) Es bestätigt sich, am 9. Mai zwei russische Kriegsschiffe wahrlcheknltch Rossija und G r o m o b o i, au5 der Höhe von Ao m o r i gesehen worden sind. Seit dem 9. Mai wurden sie nicht mehr gesehen. Anscheinend hat sie kein japanischer Küstenfahrer aufgebracht.
Washington. 12. Mai. Die American Pacifre Railway Association veranslilltete heute zu Ehren der Delegierten zum I n t e r n a t i o n a le n E i s e n b a hn - Ko n- gres; cin Bankett. Der deutsche Botschafter, Freiherr Speck von Sternburg, her an dem Bankett teimahm, brachte ein Telegramm des deutschen Kaisers zur Verlesung, in welchem der Kaiser dem Internationalen Eisenbahnkongreß, an dem 811111 ersten Mal deutsche Vertreter teiluahmen, Grüße entbietet und dem Wunsche Ausdruck gibt, daß der persönliche Gedankenaustausch her in Washington versammelten hervorragendsten Vertreter dcs Eisenbahn-Baues zum dauernden Vorteile des internationalen Verkehrs dienen möge, dessen gedeihliche Entwicklung das wirksamste Millel sei, das gegenseitige Verständnis unter den Völkern zu fördern und sie friedlich einander näher zu bringen. An den deutschen Kaiser wurde ein Telegramm abgesandt, in welchem der Internationale Eisenbahn-Kongreß dem Kaiser für die huldvolle Botschaft dankt, ihm ein langes Leben und Glück wünscht.
Harriburg (Pennfylvanien^ 11. Mai. Bei dem gemeldeten Eisenbahnunglück auf der Penusylvaniabahn wurden nach neueren Feststellungen 20 P er s o n e n g e t ü t e t und 30 v e r 1 e 6t.


