Ausgabe 
10.7.1905 Zweites Blatt
 
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folgungs"- Gcscch't nach den Gefechten bei Keidorus am 1 I. Juli gefallen: Gefreiter Friedrich Stoehr und Reiter Otto Buse. Verwundet: Unteroffizier Wilhelm Macher. , Ans Patrouille südlich der Okorusu-Berge am 3. Juli g e f a l l e n: Reiter Karl Piplack. Außerdem: Reiter Friedrich Giebel am 1 Typhus gestorben. Reiter Johann Beier hat sich am 2. Juli bei Moddersontein durch einen Sturz vom Pferde einen schweren - Schädelbruch zugezogen.

Kirche und Schule.

Wir erhalten folgende Zuschrift:

In Nr. 156, 1. Blatt Ihrer geschätzten Zeitung wird die K u s a m m e n s c tz u n g d c r S ch u l v o r st ä n d e einer Beurteilung rmterzogen. Damit ist eine Hauptaufgabe des Schulvorstandes, die bei der seitherigen Organisation auch von ihm gelöst werden konnte, nicht erwähnt, nämlich die Vermittelung von Streitig­keiten zwischen den einzelnen Lehrern unter sich oder zwischen Lehrern und Elter n. Es liegt uns fern, einer Neu­organisation des Schulvorstandes entgegenzutreten; auch diese Einrichtung ist, wie alles menschliche, reformbedürftig. Ob sie sich wirklich überlebt hat, muß die Zukunft lehren. Der Wunsch, daß an den Sitzungen des Schulvorstandes auch mitunter der Kreis- schulinspcktor teilnehmc, um die Meinungen der Mitglieder zu hören, ist berechtigt, aber es kommt dock jetzt schon vor, daß er bei wich­tigen Beratungen anwesend ist. In der Regel sind die zu fassenden Beschlüsse so wenig weittragend, daß es nicht der Mühe wert erscheint, daß an ihrem Zustandekommen ein Mitglied der Kreis­schulkommission teilnehme. Niemand wird bestreiten, daß die Familien, bezw. die Väter der Schiller ein Recht darauf haben, im Schulvorstand vertreten zu sein. Aber dieser sein Wunsch ist längst erfüllt. Tie 36unständigen' Mitglieder werden vom Gemeinde­rat gewählt; in Gemeinden bis zu 10000 Seelen soll ein, in Ge­meinden über 10000 Seelen zwei Mitglieder dem Gemeinderat angehören, die anderen 24 Mitglieder rekrutieren sich aus den zu Mitgliedern des Gemeinderats wählbaren Gemeindeangehörigen. Wenn es auch nicht ausdrücklich im Wortlaut des Gesetzes zu lesen ist, so ist doch in praxi seither wohl in allen Gemeinden so verfahren worden, daß jene 24 zu wählenden der Zahl der Väter von Schülern entnommen sind. In 18 jährigem Dienst hat Schr. dss. keinen Schulvorstand fennen gelernt, in dem die Eltern nicht ver­treten gewesen waren. <sa.

Keer und KLotte.

Unter dem Ehrendorsitz des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg hat sich eine Reihe deutscher Männer zusammen­geschart, um das Andenken Hermann von Wissmanns zu zu ehren. Ein Denkmal soll ihm in Lauterberg am Harz, feiner zweiten Heimat, erstehen und die Erinnerung an seine Taten für alle Zeiten wach halten.

Der Chef des Admiralstabes der Marine, Vizeadmiral Büchsel ist zum Admiral befördert worden. Vizeadmiral Diederichsen, der Direktor das allgemeinen Marinedepartc- ments und des Reichsmarincamtes, ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Dis­position gestellt worden. Kapitän zur See von Heering en ist unter Enthebung von der Stellung als Abteilungsvorstand im Reichsmarineamt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Di­rektors des allgemeinen Marine-Departements des Reichsmarine­amts beauftragt und gleichzeitig zum stellvertretenden Bevoll­mächtigten beim Bundesrat ernannt.

Ans Stadl und Laad.

Gießen, 10. Juli 1905.

* * Ernannt wurde am 1. Juli d. I. der Gcfangen- Aäder am Provinzialarresthause in Gießen, Wilhelm Adam, zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt mit Wir­kung vom 4. August 1905 und der Hauptsteueramtskontrollcur bei dem Hauptstcucramt Darmstadt, Adam Leißler zu Darmstadt, zum Hauptstcueramtsrendanten bei dem Haupt­steueramt Gießen.

L.U. Dem Dr. phil. Ernst Vogt aus Kaisers­lautern wurde die venia legendi für das Fach der mittel­alterlichen und neueren Geschichte erteilt. Seine Habilitations­schrift handelt über: Erzbischof Mathias von Mainz (1321 6iS 1328).

" Staatspreis. Wie uns mitgeteilt wird, hat auf per Weltausstellung zu St. Louis die chemisch- physikalische Gruppe in der Abteilung für Unterrichts­wesen einen großen Staatsprels erhalten. Professor Elbs an unserer Universität und der jüngst nach Berlin be­rufene Professor Drude nehmen an diesem Preise teil.

* * Die Grundsteinlegung der Bismarcksäule, die die Gießener Studentenschaft zu errichten gedenkt, sindct am 23. d. M. abends 6 Uhr auf der Hardthöhe statt.

Bad-Nauheim, 10. Juli. Folgende Unter­haltungen werden in dieser Woche stattfinden: Dienstag den 11. Juli, nachmittags und abends auf der Terrasse Kon­zert der Kurkapelle. Abends im Saale Konzert des Ersten Stockholmer Damen-Quartetts und des Cornet - Virtuosen Paris Chambers aus Newyork. Mittwoch nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theater-Vorstellung:Unter vier Augen/ Dazu Ballet­einlage von Frl. Dathe und Frl. Dertz vom Erfurter Stadttheater. Donnerstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Königl. Kammermusikers 21. Matthes-Berlin. Eintritt wie Sonntag. Abends im Saale Tanz. Freitag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theater- Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle:Der Zigeuner­baron/ Samstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Wagner-Konzert unter Leitung des Kapellmeisters W. Bruch. 2lbends 8 Uhr Theater­vorstellung:Der Bibliothekar." Sonntag Konzert der Banda Municipale di Locorotondo. Donnerstag den 20. Juli: Militär.Konzert am Teich und italienische Nacht. Fürst Heinrich VII. von Reuß j. L. ist dieser Tage nach Beendigung seiner Kur abgereist. Er zeichnete Kurhaus­pächter Ferd. Moder durch Ucberceichung von einem Paar goldener Manschettenknöpfe mit Namenszug und Krone, besetzt mit Brillanten, aus.

rmk. Darmstadt, 9. Juli. Die Burschenschaft ^Germania" beging gestern aus Anlaß ihre? 26jährigen Bestehens ihr Bundesfest und veranstaltete am abend im Fürstenhof einenFest-Kommers". Zu Ehren der Ver­anstaltung waren u. a. erschienen Vertreter von derHila- ritas-Stuttgart, Allemannia und Arminia-Hannover, Arminia- Karlsruhe, Franconia-Graz, Arminia-Prag, Libertas-Brünn, Cimbria-Berlin, Ulmia-Stuttgart, Schlegel und Eisen-Klaus- thal, Frisis und Markomania-Darmstadt. Die Festrede hielt deralte Herr" der Germania, Major v. Psister-Schweig- husen, der die Erziehung der Jugend zur Burschenschaft pries und meinte, daß die Erfolge Deutschlands in und seit den siebziger Jahren mit auf die erzieherische Tätigkeit der Burschenschaften zurückzuführen seien. Weitere Ansprachen .hielten Oberlehrer Henftng, Obering, Schöberl, Stud. Lassen,

Stud. Aresin (dieser im Namen der deutsch-österr. Burschen­schaften auf das innige Zusammenwirken beider Verbände), Stud. Weiersberg, Stud. Bopp, Stud. Steuer, Stud. Silber- cisen von der Hilaritas in Stuttgart re. re. 2lm Sonntag fand im Kaisersaal ein Festessen statt, bei welchem Stud. Ruppert die Festrede hielt. Am Nachmittag wurde ein 2lus- flug nach dem Parkhotel gemacht.

hd. Dreihausen, 7. Juli. Nachdem die Kreisbahn von Marburg-Süd bis Ebsdorf seit April eröffnet ist, wird die andere Strecke Ebsdorf-Dreihausen am 1. September eröffnet werden. Das Schienengeleisc ist fertig und wird mit Basaltschotter ausgefüllt, der von Dreihausen bezogen wird, wo ein Gießener Steinbruchbesitzer ein großes Gelände gekauft und eine Maschine zum Zerkleinern der Steine ausgestellt hat. Der Betrieb ist für die hiesigen 2lrbciter natürlich sehr vorteilhaft.

Frankfurt, 8. Juli. II. KK. HH. der Groß Herzog und die Großherzogin von Hessen kamen gestern im Auto­mobil mit den Solm s-Lich'schen Herrschaften von Wolfsgarten hier an, stiegen imEnglischen Hof" ab, be­gleiteten die Licher Fürstlichkeiten an den Gießener Zug und fuhren dann im Automobil, das der Großherzog selbst steuerte, nach Wolfsgarten zurück.

** Kleine Mitteilungen aus Hesse n und den Nachbarstaaten. Medizinalrat Dr. Vogt in Butzbach ist Aimt Mitglied des Kaiserlichen Reichsgesundheitsrates ernannt woroen, behält aber seine Wohnung in Butzbach. Erledi gt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehr er - stelle an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau. Dieser Tage zog durch Oberhörgern eine Gesellschaft mit dressierten Tieren. Ein Mädchen wollte einem Aefschen Gras reichen, dieses aber stürzte sich auf das Kind und biß ihm mehreremale heftig in die Nase. Die Wunden wurden von dem Licher Arzte ver­näht und verbunden. Die Bürgermeister der Orte Lich, Albach, Steinbach, Obbornhofen, Bellersheim, Eberstadt, Muschenheim, Hungen, Birklar, Langsdorf und Oberhörgern, hatten in dem zuletzt genannten Orte eine Versammlung des Be z.irks z u cht- Vereins für Simmentaler Vieh. Die Versammlung be­schloß, im Bezirk Gießen demnächst eine Stallschau abzuhalten und im Herbst die landw. Jubiläums-Ausstellung in Mainz zu beschicken. Mit Ermächtigung S. K. H. des Großherzogs wurde der Architekt Ludwig Becker zu Gonsenheim-M a i u z auf sechs Jahre zum Mitglied des Denkmalrates bestellt.

verini Achtes.

* Ein Pistolenduell zwischen zwei Berliner Aerzten hat vor einigen Tagen morgens um 4 Uhr int Grünewald in der Nähe des Teufclssees stattgefunden. Einer der Duellanten erhielt beim dritten Kugelwechsel einen Streifschuß am linken Arm, während sein Gegner unverletzt blieb. Den Anlaß zu dem Zweikampf gaben berufliche Differenzen der beiden Aerzte, die sich schon seit langer Zeit feindlich gegenüberstehen.

* Mord- und Selb st Mordtaten, die man in den nächsten Wochen viel besprechen wird, brachten die letzten Tage. Unweit der Mülheimer Haide bei Köln wurde die Leiche eines "Iwa 50jährigen, anständig gekleideten Mannes gefunden an dem ein scheußlicher Raub­mord verübt worden war. Dem Manne wurde die Kehle ntittelst eines breiten Messers durchschnitten, alsdann der Leichnam ausgeraubt und in den Rhein geworfen. In den Taschen des Ermordeten fand man eine Streichholzdose mit der Aufschrift Mainz, sowie eine Jnvalidenkarte, die in Darmstadt ausgestellt war.

* Vei Alt enburg wurde in dem Deutschen Holze die 23 Jahre alte Gutsbesitzerstochter Wildenheim ermordet aufgefunden. Der Leichnam, der am Wald­wege lag, war mit Buchenzweigeu zugedeckt. Der Hals des Opfers war bis auf die Wirbelsäule durchschnitten, der Körper mit Messerstichen über und über bedeckt. In einer Hand der Ermordeten fand man ein kleines Büschel Haare, die wohl von dem Mörder herrühren. Der Tat verdächtig ist ein fremder Kirschenpflücker, der plötzlich verschwunden ist. Es liegt wahrscheinlich Lustmord vor. Der Kom­mandant des durch einen Zusammenstoß mit dem Linien­schiff Wörth beschädigten Torpedobootes 8 124, Ober­leutnant zur See, Nürnheim, hat sich in Kiel in seiner Wohnung erschossen.

* Ein Bilderdieb st ahl. Am Freitag wurde in Haag aus dem Mauritshuis ein ausgezeichnetes Porträt von Frans Hals gestohlen. Der Dieb hat einfach die Wandnägel umgcbogen. Das Museum wurde sofort abge­schlossen'und einige'Personen, die sich nicht genügend aus­weisen konnten, direkt untersucht, jedoch ohne Erfolg. Das gestohlene Bild ist 241/, mal 19V2 Zentimeter groß und stellt einen den Besucher anschanenden Männerkopf dar; der reichverzierte Kragen ist noch sichtbar. Noch kurz vor Ent deckung des Diebstahls hatten verschiedene Besucher des gerade jetzt durch Fremde überaus stark frequentierten Museums das Bild an seinem Platze gesehen. Reproduk­tionen des gestohlenen kostbaren Porträts werden sofort überall verbreitet werden.

* Tragisches Ende eines Brautpa ares. Pia Lombardi war die Tochter des Hotelwirts von Cecina bei Livorno. Da sie jung, schön und vermögend war, fehlten ihr nicht die Freier. Sie verlobte sich mit einem Advokaten Galoppini, einem feurigen, unruhigen Menschen, dein Sekre­tär der sozialistischen Ortsgruppe. Weswegen zwischen dem Brautpaare eines Tages ein Streit entstand, weiß man nicht und wird es auch nie erfahren am nächsten Tage aber sand man da? unglückliche Mädchen am Treppengeländer deS Zwischenstockes im Hotel erhängt vor. Die Nachricht von dem furchtbaren Ende der schönen Pia verbreitete sich in tinetn Augenblick durch die Stadt. Als sie Galoppini ver­nahm, setzte er sich auf sein Fahrrad und fuhr zum Hause der Toten; aber ehe er noch anlangte, zog er einen Revolver aus der Tasche und durchschoß sich den Kopf.

Deutschlands Großstädte. Das Deutsche Reich zählt gegenwärtig 41 Großstädte. Die Einwohnerzahlen der­selben sind folgende: 1. Berlin 2 010 000, 2. Hamburg 776 000, 3. München 579 000, 4. Dresden 551000, 5. Leip­zig 506 000, 6. Breslau 459 000, 7. Köln 422 000, 8. Frankfurt a. M. 324 000, 9. Nürnberg 321 000, 10. Han­nover 260000, 11. Stettin 245 000, 12. Düsseldorf 243 000, 13. Stuttgart 242 000, 14. Magdeburg 237 000, 15. Chem­nitz 235 000, 16. Charlottenburg 227 000, 17. Essen 224 000, 18. Bremen 209 000, 19. Königsberg 197 000, 20. Elber­feld 173 000, 21. Dortmund 172 000, 22. Altona 169000

23. Halle a. d. S. 167 000, 24. Straßburg 166 000, 25. Danzig 163 000, 26. Mannheim 162 000, 27. 'Gelsen­kirchen 161000, 28. Barmen 160000, 29. Aachen 147 000, 30. Kiel 142 000, 31. Posen 134 000, 32. Braunschweig 133 000, 33. 'Bochum 123000, 34. Kassel 121000, 35. Schöneberg bei Berlin 118 000, 36. 'Duisburg 115 000, 37. Crefeld 112 000, 38. 'Rixdorf bei Berlin 112 000, 39. 'Karlsruhe 106 000, 40. 'Plauen i. S. 104 000, 41. 'Wiesbaden 102 000. Die mit einem * bezeichneten Städte find erst neuerdings in die Reihe der Großstädte ein­getreten. Nahezu 100 000 Einwohner zählen folgende sechs Städte: Augsburg 95 000, Mülhausen 94 000, Erfurt 93 000, Mülheim a. d. Ruhr 92 000, Mainz 910 00 und Lübeck 90 000. Die Zahl der deutschen Großstädte dürfte demnach in wenigen Jahren auf 50 anwachsen. Dabei sei bemerkt, daß im Jahre 1871 Deutschland erst 8 Großstädte zählte, nämlich Berlin (mit 808 000 Einw.), Hamburg (237 000), Breslau (204 000), Dresden (175 000), München (171000), Köln (129 000), Königsberg (111000) und Leipzig (104 000).

Kunst und Wissenschaft.

Hille B o b b e" ist der Titel einer abendfüllenden Komödie von Adolf Paul. Die Anregung zuHille Vobbe", (Hille Bobbe mar vor drei Jahrhunderten eine bekannte Schankwirtin, die Hexe von Hartem genannt), hat dem Künstler das gleichnamige Bild von Franz Hals (Eigentum der Berliner Nationalgalerie) gegeben. _____________________________

Aniversitäts-Kachrichten.

Berlin, ?7Juli. Prof. Wilhelm Dilthey von der hiesigen Universität hat wegen seiner schwankenden Gesundheit, und, um! seinen wissenschaftlichen Arbeiten zu leben, sich von seinen regel­mäßigen amtlichen Verpflichtungen entbinden lassen. Er toirb nur mich in eingeschränktem Umfang seine Lehrtätigkeit ausüben.

Kerichtslaal.

Mainz, 8. Juli. In nicht wiederzugeb-ender, abscheulicher Weise hatte die Frau des Fabrikaufsehers Buscher in Worms die 14jährige H edwig Schmitt, die als Hauptbelastungszeugin im Prozeß gegen den Exvropst Malzi aufgetreten war, be­leidigt. 'Die Angeklagte beschuldigte nicht nur das 14 jährige Mädchen in Bezug auf seine jungfräuliche Ehre: sie behauptete noch 'weiter, daß es in den: damaligen. Prozeß falsches Zeugnis abgelegt habe. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu 50 Mk. Geldstrafe und in die Kosten.

Ein Spezialist int Heilen von krankem Vtey durchBesprechen". Im Mai v. I. erkrankte plötzlich das Rindvieh des Häuslers Pitke in Groß-Petersdorf. Da die Ttere täglich 'mehr zusammenfielen und der Besitzer sich keinen Rat wüßte, wandte sich dieser an den .Häusler Friedrich Wohlert in Sorau, der ihm alsweiser Mann" auf diesem Gebiete genannt wvvden war. Dreimal mußte Pitke den weisen Altenhimmelhoch" bitten, ihm doch das erkrankte Vieh zu besprechen. Schließlich war nur noch die Geldftage (18 Mk. kostete die Besprechung) zu erledigen, und als Pitke entschlossen war, zu bezahlenwas es kostete", nahm Wohlert die heilendeBesprechung" an den milch- spend-euden Vierfüßlern vor. Er machte über die Tiere Kreuz- zeichen, murmelte unverständliche Worte und verschrieb auch eine Einreibung. Die Kur half auch und der Besitzer glaubt felsen­fest an die Mfrnft des Wohlert und so wurde dieser sowohl vom Schöffengericht als auch von der Strafkammer von der Anklage des Betruges fteigesprochen. In einem anderen Falle war Wohlert aber zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden.

^anbrotrfftfiaff.

Die Ernteerträge in unserem Großyerzogtum stellen sich für das abgelaufene Jahr 1904 nach denVierteljahrs- heften zur Statistik des Deutschen Reichs" wie folgt: Winter- weizen von 27 854 Hektar 54 478 Tonnen (zu 10 Doppelzentner), Sommerweizen von 1163 Hektar 2263 Tonnen, Winterspelz von 3457 Hektar 5968 Tonnen, Winterroggen von 71041 Hektar 138 723 Tonnen, Sommerroggen von 381 Hektar 554 Tonnen, Sommergerste von 56 200 Hektar 125 666 Tonnen, Hafer von 52 039 Hektar 104 288 Tonnen Kartoffeln von 66159 Hektar 785140 Tonnen, Kleeheu von 25 271 Hektar 144 095 Tonnen, Heu von Luzerne von 9864 Hektar 63 652 Tonnen und Heu und Grummet von Wiesen von 94 293 Hektar 442 735 Tonnen.

Familien-Uachrichten.

Gestorben: Frl. Marie Röcker, geb. Schäfer, Büßfeld. -* Herr Adam Rödling, Bobenbausen. Frau Fanny Lichtenstein in Butzbach. Frau Emilie Nrich, geb. Thran, in Darmstadt. Herr Gymnasiast Hugo Geck in Melbach.

Verlobte: Fräulein Marie Milz in Augsburg, mit Herrn Philipp Bermbach in Mainz. Fräulein Henny Rehorn, mit Herrn Heinrich Söhngen, Kölschhausen.

Geborene: Herrn Map Esser u. Frau in Mainz, ein Sohn. - Herrn Gymnasiallehrer Adolf Grünschlag u. Frau in Mainz, -'N Sobn.

Kursbericht

Frankfurt n. M.,

3Vso/o Reichsanleihe . . 101.25 3r'/n do. . . . 90.30 3V.% Konsols .... 101.35 S0/n do.....90.30

!V/2%> Hessen .... 100.50 31/, % Oberhesflen . . . 99.30 4 % Oeflterr. Goldrente . 101 75 4/g% Oesterr. Silberrente . 101.00 4% Ungar. Goldrento . . 98.75

4°/j Italien. Rente , . . 106.40

4% Portugiesen I . . . 66.85

3°/ Portugiesen. III . 67.20

1 % Unif. Türken . . . 87.90

Türkenloee .... 134.60

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 54.00

41/»°/o äussere Argentiner 44.35

Tendenz:

8. Juli Offizielle Schlusskurse.

3°/0 Mexikaner . . . 67.95

4</8r|/ll Chinesen ... 96.85

Electric. Schuckert . . . 135 20 Nordd. Lloyd . . . . 121.70

Kreditaktien . ... 20680

Diskonto-Kommandit. . 189.10

Darmstädter Bank . . . 141.90 Dresdener Bank .... 155 70 Berliner Handelsges . . 169 70 Oesterr. Staatsbahu . . . 143.80 Lombarden.....18.30

Gotthard bahn ...... Laurahittte..... 264.00

Bochum ..... 246.90

t arpener .... 212 95

Stn atscbatzscheine . . . 100.50 ruhig.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 10. fZuli 1905.

Nach Reaumur gemeßen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.

Master 18'/,°, Luit 18° R.

M ü l le r'sche Bade- und Schwimmanstalt.

Zur Verhütung der Brechdurchfälle und Sommerdiarrhoen eignet sich am besten die Ernährung der Säuglinge mit Kuieke's Kindermehl. Durch den Zusatz von Kuscke's Kindermehl zur Kuh­milch germnt dieselbe im Magen des Kindes feinssockiger, mehr der Muttermilch ähnlich und wird dadurch leichter verdaulich. Die in dem Kindermehl enthaltenen Eiweißstoffe bilden für die die Erkran­kungen verursachenden Organismen einen sehr ungünstigen Nähr­boden und hüten daher daS Kind vor Erkrankungen an Brech­durchfall. ss®/8

ranzdosef-

L BITTERQUELLE.

Bvon ärztlichen Autoritäten.seit | B Jahrzehnten als dasT?®V.al'trciSx^eu- | sicherste natürliche

F<Die *5)irecfion inIudspest.